Heckfänger BÜRGERMEISTER SMIDT/ Eigenkonstruktion/ 1:250

  • Hallo Modellbaufreunde !


    Ich will mich dem Kerngeschäft unseres Forums widmen, dem gegenseitigen Austausch von Bauberichten. Berichten möchte ich über den Bau des Heckfängers BÜRGERMEISTER SMIDT. Ich baue das Modell nach dem beigefügten Generalplan, der 1977 in der Zeitschrift HANSA veröffentlicht wurde.


    Die beiden Frischfischfänger GEESTEMÜNDE und BÜRGERMEISTER SMIDT wurden 1977 von der Seebeckwerft in Bremerhaven für die Hanseatische Hochseefischerei AG gebaut. Bei einer Länge von 51,50m und einer Breite von 11,00m waren sie mit 950 BRT vermessen. Nachdem die Heckfänger die Seitenfänger abgelöst hatten, entwickelten sich zwei verschieden Typen: die Frischfischfänger und die Fabrikschiffe oder auch Vollfroster. Bei den Frischfischfängern wurde wie beim alten Fischdampfer der Fisch nach dem Fang geschlachtet und dann auf Eis gelegt. Spätestens 20 Tage nach dem Fang musste der Fisch angelandet werden. Bei den Fabrikschiffen wurde der Fisch wie in der Fischfabrik filettiert und anschließend tiefgefroren. Das hatte den Vorteil, dass die Schiffe nahezu beliebig lange auf See bleiben konnten und die unproduktiven An- und Abfahrtzeiten entfielen. Diese Produktivität hat die Fischbestände im Nordatlantik innerhalb weniger Jahre so dezimiert, dass die Norweger und Isländer es verständlicherweise anderen Ländern verboten haben in ihrer Wirtschaftszone zu fischen.


    Henning

  • Moin Henning,


    dann man Klar vorn und achtern für den nächsten Neubau.


    Ja,die HANSA hatte schon Gutes an sich. Ich habe die Hefte seit Anfang der 80ger Jahre und ja, es sind ein paar sehr schöne Schätze dabei.


    Viele Grüße
    Arne

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Jetzt kommen die ersten Fotos von der Helling. Das Spantgerüst habe ich samt Grundplatte und Decks verdoppelt. Aus Gründen der Torsions-Steifigkeit sind zwei Längsträger eingebaut. Was
    für den Umriss der Grundplatte immer sehr angenehm ist, das ist ein Deck im Bereich der Wasserlinie. Der Rumpf ist alles andere als elegant oder gefällig. Die achteren zwei Drittel des Schiffes sind schräge Ebenen. Eine Bucht hat das Schiff nicht. Obwohl die Krümmungen im Bugbereich einfach erscheinen (Wasserlinie und Backdeck konvex), passte die Bordwand nicht genau. Sie müsste entweder in zwei Streifen aufgeteilt werden, was wegen der rot-weißen Farbkante kein Beinbruch ist, oder man müsste das Backdeck leicht verändern.

  • Moin Henning,


    danke für das Zeigen der Entstehung dieses interessanten Modells. Wann, hattest du gesagt, sollen Helmut und ich zum Konstruktionscrashkurs vorbeikommen?


    Auch wenn dieses Schiff keine ausgeprägte Schönheit ist, so kannst du damit aber eine Lücke im vorhandenen Portfolio schließen. Ich bleibe dran.


    Liebe Grüße
    Robi

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

  • Wann, hattest du gesagt, sollen Helmut und ich zum Konstruktionscrashkurs vorbeikommen?


    Moin Henning,


    bei dem Crashkurs will ich auch dabei sein ^^
    Das bewundere ich an euch Konstrukteuren. Wenn euch ein Schiff gefällt, könnt ihr es euch (bestimmt nicht immer) einfach konstruieren.
    Aber schön, dass wir wenigstens hin und wieder eines dieser Modelle von euch abbekommen. :D


    Sieht bisher sehr gut aus. Hast du die Bordwand geteilt?


    LG
    Riklef

    "Nein, ich bin nicht dumm. Ich habe nur Pech beim denken."


    ----------------
    Projekte:
    Fertig:
    Iljushin IL-14 1:33
    Lockheed L-1649 A 1:100 (1. Version fertig)
    SIBAJAK von Scaldis 1:250


    Im Bau:
    Hauptfahrwerk einer Boeing B777
    De Haviland Comet 4B 1:100


    Geplant: so vieles... :rolleyes:

  • Konstruktionscrashkurs


    Hey - ich bitte auch! Ich bringe auch Schnittchen mit - längs, quer, und mit Gurke!
    Ich würde z.B. sehr gerne wissen, wie Du die Spanten entwickelt hast - im Generalplan sehe ich nur den Rumpfquerschnitt, aber wie bekommst Du die Spantenform weiter vorne hin? Sie wirkt nicht wirklich kompliziert, aber ich glaube nicht, dass Du so etwas einfach pi mal Schnauze schätzt - oder?
    Im Übrigen ist es wieder einmal ein Genuß, einem Pensionär bei der Arbeit zuzusehen. :D Ich freue mich darauf, wie es hier weitergeht!

  • Liebe Crashkursinteressierte !


    Wärt ihr im Bundesland Bremen beschäftigt, hättet ihr nach dem Bremischen Bildungsurlaubsgesetz einen übertragbaren Anspruch auf 10 Tage Bildungsurlaub im Jahr. Dabei geht es nicht etwa um berufliche Fortbildung, sondern durchaus um chinesisches Singen. Aber auch wenn ihr dafür Urlaub nehmen müsst, können wir das gerne machen. Zur Vorbereitung solltet ihr euch schon mal mit den Grundrechenarten vertraut machen.


    Heiner: Ich habe in der jeweiligen Spantenebene die Breite des zwischen Wasserlinie und Backdeck gelegenen Hauptdecks abgetragen und hatte damit den fehlenden dritten Punkt um die Ausrundung der Spanten zu konstruieren.


    @ Riklef: Ich habe nicht die Bordwand geteilt, sondern das Backdeck etwas bauchiger gemacht.


    Henning

  • Moin Henning,


    ich verzichte auf den geforderten Crashkurs, da kommt bei mir eh nichts Gescheites raus... Aber dem Baubericht folge ich mit Genuß.


    Ob elegant oder nicht: Ich finde diese Schiffe sehr interessante Vorbilder. Die Form unterstreicht den Charakter als kompaktes und hochseetaugliches Arbeitsschiff und der Alltag war rau und nicht ungefährlich, selbst in jüngerer Zeit. Naja und mit BX-Kennung ist das sowieso ganz mein Fall...


    Ich wünsche viel Erfolg!

  • Moin ,


    ein Crashkursus hat was für sich. Flensburg Bremen ist nicht soweit auseinander.
    Nun kommt das Aber!


    Bei mir ist es nicht nötig. Die lange Erfahrung auf verschiedenen Werften prägen. Dadurch kennt man all Tricks von Abwicklungen, wie man Kreuzer Hecks auf den Kopf baut und dann auf dem Helgen die Sektionen zu einen Schiff zusammen fügt.


    .... die Arbeit einzuteilen, sondern Lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Mee "r.


    Antoine de Saint-Exupery


    Der spannendste Augenblick ist der Stapellauf, schwimmt der Neubau auf, wie weit hängt Mitte Schiff durch, was läuft schneller, Bug oder Heck?


    Ich drück die Daumen und das jeder mit seinen Ergebnis vom geplanten Crashkursus zufrieden ist.


    Viele Grüße
    Arne

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

    Edited once, last by Shipbuilder ().

  • Moin Henning,


    anscheinend war die Geestemunde baugleich, aber auch da finde ich bisher keine anderen Fotos, schon gar nicht vom Heck.


    beim weiteren Suchen bin ich jetzt auf die Bio Mar IV und V gestossen, da gibt es ein paar Fotos, leider nicht ganz scharf.
    http://trawlerphotos.co.uk/gal…o-mar-v-chile&cat=758

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    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

  • Hallo Henning, hallo zusammen,


    zur BIO MAR V, das wäre wohl die vormalige BÜRGERMEISTER SMIDT, gibt es Fotos bei Marine Traffic. Da ist auch nicht viel zu erkennen und welche Umbauten es in der Zwischenzeit gegeben haben könnte...?


    Ich präzisiere meine Aussage von gestern übrigens noch mal: Ich finde diese Schiffe schön! Muss man nicht so sehen ;)

  • Hallo Modellbaufreunde !


    Ich bin mal wieder begeistert von eurer Hilfsbereitschaft und auch erstaunt, wo ihr überall Fotos im Netz auftreibt. Für mich gibt es zunächst einmal folgende Erkenntnisse:


    Das Foto vom Heck, das Robi eingestellt hat, zeigt, dass ich den Rumpf hier falsch gebaut habe. In Höhe der Wasserlinie sind die Bordwände bis zur Heckrampe eingezogen.
    Die Verstärkungsrippen am Heckspiegel, die ich mir ausgedacht hatte, sind auf dem zweiten Foto, das Dirk von der DARMSTADT eingestellt hat, klar zu erkennen. Hier sind sie allerdings weit in die Bordwände hineingezogen. Ich glaube nicht, dass das von Anfang so war. Dann hätte man etwas auf den Luftfotos sehen müssen. Die Traverse zwischen den Abgaspfosten ist offenbar umgebaut worden. Hier ist eine große Umlenkrolle angebracht. Schließlich haben die Chilenen den Schiffen opulente Bugwülste spendiert.


    Bei der Rumpfkorrektur habe ich die Bordwände neu auf 120g-Karton ausgedruckt und aufgeklebt. Die geometrischen Veränderungen am Heck ließen sich am Modell einfach nachmessen.


    So, jetzt wollen wir mal sehen, wie lange mich der Weihnachtsbesuch von der Arbeit abhält.


    Herzliche Weihnachtsgrüße
    Henning

  • Hi Henning,


    vielen Dank zurück, denn so macht es echt Spaß an Entwicklungen Hilfestellung zu geben. Und "Trüffelschwein" zu sein ist auch ganz lustig, das WWW nach Fotos und Infos zu durchforsten.


    Eine Frage hätte ich noch. Wäre es konstruktiv machbar, die Seitenwände des Deckshauses mit der Bordwand zu verbinden? Sozusagen als ein Teil?


    Ansonsten wünsche ich dir und deine Familie eine ruhige und besinnliche Weihnacht


    Robi

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

  • Seitdem ich die Ausrundung des Backdecks soweit nach vorn geschoben habe, dass das Deckshaus im parallelwandigen Teil des Rumpfes liegt, hätte ich die Seitenwände des Deckshauses in die Bordwände integrieren können. Ich bin aber kein Freund davon. Das nächste Teil, an dem ich schon ein paar Stunden gezeichnet habe, wird nicht das Deckshaus sein, sondern diese Mörder-Netzwinde. Wenn die in ihre Position gebracht wird, dann stört das Deckshaus nur.

  • Moin Henning,


    so wie Du das Model konstruierst und baust, kenne ich es auch.
    Manchmal ist kein Platz mehr vorhanden, dann kommt die Winde als erstes auf das Deck. Dann das Deckshaus und die Brücke, sowie die Abgaspfosten. So wurde es beim Bau der AHTS gehändelt.


    Auch ich im Kartonbau kein Freund om Deckshäusern, deren Seitenwände mit der Außenhaut bündig sind.


    Die Decks werden immer auf den Kopf gefertigt und dann für die Montage auf den Helgen gedreht.


    Viele Grüße
    Arne

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Moin Henning,


    ein interessantes Projekt; macht jetzt schon gut was her!
    Ich finde es klasse, dass Du so viel Zeit fürs Konstruieren hast; da kribbelt es schon ein bisschen, selbst mal wieder Corel "anzuwerfen" :)


    Leider hält mich der Job derweil davon ab... aber irgendwann zeichne ich sicher auch mal weiter... da steht noch ein gewisses kleines Forschungsschiff an ;)


    Viel Spaß weiterhin mit dem Konstruieren und dem Basteln; schön, dass Du uns Deine Projekte nicht vorenthältst :thumbsup:


    Dir und Deiner Familie wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest und auch schonmal einen guten Rutsch ins neue Jahr.


    Grüße


    Lars

  • Hallo Modellbaufreunde !


    Die Festtags-Belagerer haben sich wieder zurückgezogen, Frau und Sohn haben ein 1000-Teile-Puzzle vor der Nase, es herrscht also wieder produktive Stille.


    Ich bin angefangen mit dem zentralen Detail des Trawlers, der Netzwinde. Sie besteht aus zweimal sieben Trommeln, wobei ich beim besten Willen nicht sagen kann, welche Funktionen die Trommeln im einzelnen haben. Ich bin mir nur sicher, dass auf den großen Trommeln die jeweils 3km langen Kurrleinen geführt werden. Ich vermute, dass der große mechanische Aufwand mit der pelagischen Fischerei zusammenhängt. Hierbei werden die Fischschwärme von einem Echolot (Fischlupe) geortet und das Schleppnetz wird entsprechend in Position gesteuert.


    An Steuerbord habe ich achtern die Verstärkungsrippen angebracht. Wilfried hat dazu noch ein sehr informatives Foto beigetragen.


    Henning

  • Moin Henning,


    manchmal wünschte ich mir, ich könnte mir genauso Ruhe verschaffen, :D


    Die neuen Bilder zeigen einen schönen Fortschritt.Insbesondere die Rippen machen echt was her.


    Liebe Grüße
    Robi

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

  • Das heißt, lieber Stephan, dass, wenn Freunde von Inneneinrichtungen ein geeignetes Vorbild zu Austoben suchen, ich ihnen diesen Heckfänger nur wärmstens empfehlen kann. Der Generalplan liegt bei.

  • Moin Henning,


    allein diese kleinen Ergänzungen beleben das Modell ungemein. Wird wieder sehr schön.


    Liebe Grüße
    Robi

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

  • Das Eichhörnchen mit dem Bürgermeisternamen konnte sich heute nur mühsam ernähren, womit ich die Kleinteile meine, die auf den ersten Blick nicht den großen Baufortschritt signalisieren, aber bei beharrlichem Tun die gewünschte Dichte bringen. Heute sind hinzugekommen: Die Umrandungen der Netzaufschleppe, Lagerböcke für die Scherbretter, Schwanenhalslüfter, Klüsen, Poller, Luken und noch eine Winde.

  • Moin Henning,


    hoffentlich "vergräbst" Du Deine Kleinteile nicht auch wie das Eichhörnchen, das findet nicht mal die Hälfte davon wieder, wie man weiß! Das wird wieder mal ein schönes Modell, wie von Dir nicht anders zu erwarten!


    Ein frohes, schaffensreiches Jahr wünscht Dir
    Holger

    Holger
    Ich schneide, ich falte, ich klebe,
    werd's tun, so lange ich lebe!!!
    Holger Schulz (1946 - ???)

  • Holger, ich vergrabe zwar die Kleinteile nicht, die ich einbauen will, aber ich baue inzwischen kein Teil mehr ein, das ich nicht mindestens einmal vom Fußboden wieder aufgehoben habe.

  • der war gut, Henning,


    insgesamt nimmt dieses Schiff sehr schöne Formen an, schon erstaunlich was so Kleinteile ausmachen.


    Liebe Grüße
    Robi

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.