Richtiges Rillen

  • Hallo Freunde,da ein Anfänger,hat man so seltsame Fragen.Ich dachte immer rillen tut man auf der Seite auf der man das Aufgedruckte sieht.Dann kann man entweder nach oben oder unten knicken.Heute fand ich in einer Seite daß man Teile die nach hinten geknickt werden mit zwei Stecknadeln an denKnicklinien markiert,auf den Kopf legt und von der Unterseite aus rillt.Wie macht ihr das?Pegasus

  • Hallo pegasus,
    das ist schon richtig so. Es knickt sich einfacher wenn die Rillung selbst immer vorne am Knick ist. Aber das ist Geschmackssache. Man kann auch immer von vorne Rillen. Inzwischen ist das Rillen von hinten auch bei den Konstrukteuren etwas aus der Mode gekommen, man findet es bei modernen Modellen immer seltener.


    Gruß
    Jan

  • Hallo pegasus,


    ich verwende immer einen ausgemusterten Kugelschreiber. Gerillt wird immer von vorne (wie Jan schon anmerkt). Ob dann nach hinten oder nach vorne geknickt wird ist dann gleich. Als Unterlage verwende ich eine Glasplatte.


    Früher habe ich immer mit einem Messer geritzt, aber bei manchen Papiersorten, haben sich dann einzelne Lagen gelöst. Seither rille ich nur noch.


    Viele Grüße


    Marco

    I told you i will back :D

  • Jetzt hab ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Es ist schon richtig mal vorne und mal hinten zu rillen, je nachdem wohin gefaltet wird. Aber man trifft die Linie schon am besten, wenn man immer vorne rillt.


    Gruß
    Jan

  • Hallo Pegasus,


    laß Dich von mir nicht verwirren, aber ich rille fast immer von hinten und zwar wie beschrieben mit Durchstechen an den Endpunkten der Falzlinie mit einer Nadel (Stecknadel in einer kleinen Spannzange geklemmt).


    Zum Rillen verwende ich dieselbe Nadel, die in einem flachen Winkel zum Papier gezogen wird und so die Papieroberfläche auf der Rückseite einritzt.
    Je nach Winkel und Druck ist das unterschiedlich tief.
    Dann einmal hin und wieder zurück knicken.


    Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, daß die Oberfläche auf der Vorderseite nicht aufreißt und die Farbfläche geschlossen bleibt (es sei denn 180° Knick).


    Nachteil: Der Knick ist nich ganz so scharfkantig wie beim Rillen von vorne.


    Ich habe auch gute Erfahrungen mit einer Kugelschreibermine gemacht, wobei man, wenn es farblich passt, auch eine noch schreibende, feine schwarze Mine verwenden kann (die oft sehr störenden Strichpunkt-Linien sind dann durchgezogen).
    Vor der Weiterverarbeitung die Kugelschreibertinte aber unbedingt trocknen lassen, sonst kann sie verschmieren.


    Am besten probierst Du alle Vorschläge aus und nimmst die für Dich am besten passende Methode.


    Gruß


    Ulrich

  • Ulrich,ich probiere alles aus.Das Testobject ist die Cathedrale Notre-Dame de Paris von Canon Papercraft,free download,auf 9 Seiten 160er-Papier schon ausgedruckt.Wenn man aber schon anfängerhaft anfängt soll es aber auch nicht stümperhaft enden.Meine guten,teuren Baubögen bleiben noch außer Reichweite.Erst mal die Cathedrale schön langsam bewerkstelligen.Aber,gute Tipps gibt es hier,Danke!Pegasus

  • Auf meine meinung nicht viel geben, bin selber blutiger Anfänger ;)


    Ich rille momentan immer mit einer spitzen pinzette aus dem grund ich hab nix besseres, aber wenn man nicht zu stark aufdrückt geht auch keine farbe ab und liegt sehr nah am Lineal, ich rille immer auf der seite von der Weggeknickt wird, sprich auf der BEdruckten seite wenn ich von ihr wegknicke(etwa bei nem Würfel) und hinten wenn ich zur bedruckten seiten hinknicke(sitz form etwa) da ich denke so knickt es sich besser.



    Ob das alle so Ideal bezweifel ich aufgrund meiner unerfahreheit, aber naja wie richtig rillen hab ich mich auch schon oft gefragt und ritzen, hm noch nie gemacht da es mir doch nen tick zu gefährlich ist mal zu tief zu ritzen.

  • Hallo miteinander
    Ich hab ja angedroht meinen Senf dazugeben zu wollen , hier ist er .
    Zum rillen benutze ich eine stumpf geschliffene Skallpellklinge mit Halter,
    damit kommt man ganz dicht ans Stallineal ran , und die rillung selber ist sehr schmal .
    Gruss an alle aus Geesthacht

  • Mal ein Thema, wo auch ich als relativer Anfänger meinen Senf dazu geben kann: Ich hab' beim Rillen prima Erfahrung mit der Spitze der Nagelfeile eines Schweizer Messers (Wenger, aber Victorinox geht wahrscheinlich auch) gemacht.
    Der Faulheit halber (und weils schneller geht) immer von vorn.


    Beste Grüße,


    Lutz

  • Moin,moin


    jetzt aber nicht lachen:
    Ich benutze das ultimative Werkzeug!!!!!
    Ich habe meiner "Besseren Hälfte" ein äußerst stumpfes Kartoffelschälmesser geklaut 8) :D.
    Wie schon von einem der Vorschreiber erklärt, bleiben die Rillen schmal und man(n) kommt dicht an das Stahllineal heran. So ein Kartoffelschälmesser ist bei mir eigendlich ein "Universalwerkzeug". Man kann damit Klebelaschen festdrücken und Kleber an unübersichtliche Stellen und Spalten bringen oder Kleberüberschuß entfernen. Im RC-Modellbau eignet es sich zum Kabel abisolieren, ja selbst zum lösen von "Minischrauben ist es geeignet.
    Ein Nachteil gibt es aber doch. Zum schälen ist es nur noch bedingt geeignet. Also mußte ich für 7 ein neues Messer für die Küche kaufen :D


    Gruß aus Hamburg


    Norbert

  • Zum rillen der Rückseite habe ich folgende Lösung gefunden!
    Ich halte den Karton mit der Rückseite nach oben dicht vor meine Lampe ( Halogen), da kann man die Linien der Vorderseite gut sehen. Mit einem Bleistift, sehr spitz und harte Miene, Linie auf die Rückseite übertragen und dort gerillt.

  • Rillen auf der Rückseite:


    so mach ich das.


    Schneide an de rjeweiligen Linie "beidseitig" mit meinen Messer einen Spalt von circa 1 mm drehe dann das Werkstück um und rille oder ritze diese Linie.


    Grüße
    Ernst

  • Rillen auf der Rückseite:
    Mehrfach von Wilfried beschrieben nach der alten Wilhelmshavener Methode: Die Enden der Linien mit einer Nadel durchstechen und dann auf der Rückseite durch Rillen verbinden.


    Gruß
    Jan

  • Hallo`le,



    beim Rillen von der Rückseite einfach gegen eine Fensterscheibe halten. Geht natürlich nur tagsüber.
    Ein anschließendes Putzen der Scheibe zur Beruhigung der besseren Hälfte ist natürlich erforderlich.





    Gruß Polidet

  • Bist Du waaaaaahhhhhnsinnig @) @) @)


    Die Scheibe muß natürlich vorher geputzt werden, damit der kostbare Bogen keine Flecken bekommt!!!


    :D :D :D
    Michi

  • Ich habe auch ein stumpfes ,,Kartoffelschälmesser,,...
    Zum rillen der Rückseite habe ich folgende Lösung.....
    Die Linien mit einer Nadel durchstechen und auf der Rückseite durch Rillen verbinden...,,Kartoffelschälmesser,,,
    Mehrfach beschrieben von Jan,Wilfried....
    Gruß Klebegold

  • Hallo zusammmen,
    hier ist man platt, wie viele Wege nach Rom führen! Ich habe zum Rillen ( eigentlich ritze ich lieber!)
    einen sehr dünnen Nagel vom Kopf befreit und in einen Stiftenkölbchen eingespannt, funktioniert super.
    Zum Rillen oder Ritzen von hinten lege ich das Teil auf einen Dia- oder Negativfilmbetrachter. Da ist sogar noch eine Lupe mit angebracht!
    Viele gute Rillen, deteringgase!

  • Bei geraden Linien mag es ja gut funktionieren die Sache mit zwei Nadeln durchstechen und dann die Linien verbinden. Aber was kann man machen, wenn es sich um gekrümmte Bogenlinien handelt. Nehme hierzu jeden Tip mit Interesse an.
    Grüsse
    Erwin.Josef

  • Hallo Erwin!


    Da gibts als Tip eigentlich nur den Gebrauch eines Leuchttisches, um die Linien auch von der Rückseite zu sehen. Ersatzweise geht auch ein Fenster, gegen das der Bogen gedrückt wird (weniger komfortabel, besser den Bogen mit Tesa am Fensterglas fixieren). Dann kann die Bogenlinie mit einem Kurvenlineal (starr oder biegsam) geführt gerillt werden.


    Schöne Grüße
    Bernhard

  • HAllo Erwin,


    Allein eine gebogene Knicklinie gibt es nicht!


    Bei Schiffrümpfen - besonders den Bodenplatten - wird jede Lasche, auf der Rückseite gerade gerillt.


    Sollte es trotzdem erforderlich sein, ist ein Kurvenlineal wie Bernhard es beschreibt schon hilfreich.


    LG
    René

    Ein leerer Kopf nickt leichter.


  • Richtig , deswegen werden bei den Grundplatten von Wasserlinien-Modellen die Laschen immer kürzer je kleiner der Radius wird.


    Michael

    "Die beste aller möglichen Welten ist eine Welt ohne Religion" John Adams (1735 - 1826) US-Präsident

  • ...oder fallen bei modern konstruierten Modellen ganz weg, Michael, bei verdoppelter oder verdreifachter Grundplatte. ^^


    Das ergibt dann eine deutlich geschmeidigere Wasserlinie.

    Bis die Tage...


    Helmut



    "Dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen!"

    (Claudia Roth)



    Fertig: CAP SAN DIEGO (roko)

  • HAllo Erwin,


    Allein eine gebogene Knicklinie gibt es nicht!


    Servus René, hallo Kollegen


    Ausnahmen bestätigen die Regel, ich habe grad den Alpha-Jet von Geli auf der Schneidmatte, und die Räder davon haben kreisrunde Knicklinien, kennst du ja sicher auch :) .
    Ich habe sie freihändig gerillt, da ich keine passenden Schablonen gefunden habe. Wäre vielleicht mit einer passenden Münze oder ähnlichem besser gegangen ;(


    Herzlichen Gruß
    Robert

  • Hallo zusammen,


    ich bin auch treuer Anhänger der Wilfried-Methode: An den Endpunkten der Knicklinie mit einer Deko-Nadel Löcher stechen und dann von der Rückseite her rillen. Dafür verwende ich einen ausgedienten Dart-Pfeil. Diesen in einem flachen Winkel gehalten, wird der Karton nur gerillt und reißt nicht. Früher habe ich ein Reßnadel verwendet, die hat ihrem Namen aber zu oft alle Ehre gemacht.


    Sehr bewährt hat sich (nicht nur) bei den runden "Knicklinien" auch der Trick von Wilfried, dort wo 2 Klebelaschen auf die Grundlinie stoßen einen kleinen Schnitt zu machen. Das Abfalldreick fällt quasi von alleine heraus, die Laschen lassen sich viel leichter hochfalten und der Knick wird sauberer.


    Gruß
    John

  • bei der Diskussion mit Günter ( OpaSy) über seine Art zu Rillen/Ritzen und Falten der einzelnen Teile bin ich im Zuge meiner Recherchen
    auf einen Artikel in der NZZ über Thomas Grüninger alias Glue me gestoßen.
    siehe hier:http://dominikimseng.com/2014/05/25/kartonmodellbau/.
    Seine Art der Ritz und Falttechnik hat mir keine Ruhe gelassen und so habe ich in meiner Restekiste gesucht und einige Versuche gemacht.
    Die Ergebnisse haben mich überzeugt vor allem weil das (für mich) lästige Kantenfärben der Knickkanten entfällt.
    Ich werde zu gegebener Zeit einmal ausloten wann die Grenze des Machbaren erreicht ist.
    Jetzt lasse ich einfach mal die Bilder meiner Versuche sprechen.
    Viele Grüße
    Jürgen