Fregatte Klasse 120 LÜBECK/ 1:250/ Eigenkonstruktion

  • Hallo Modellbaufreunde !


    Nun hat Wilfried mich angesichts des Beitrages von Hajo doch überredet und überzeugt: Man müsste mal die Fregatte der KÖLN-Klasse neu konstruieren. Vielleicht steckt da viel mehr drin, als der altbewährte Kultbogen von Neubert möglich macht. Eine Idee hatte ich ja schon in den Thread von Hajo eingebracht. Den Knick-Hohlspant durch versetzte Bordwandstreifen nachbilden. Das ist zwar keine oberflächen-getreue Konstruktion, aber eine sehr wirkungsvolle. Wilfried hat mir Ansichtsskizze, Draufsicht und Spantriss von Jürgen Eichardt mitgebracht. So konnte es losgehen.


    Die Rumpf-Konstruktion weist außer der Nachbildung des Knick-Hohlspants noch folgende Änderungen gegenüber der Neubert-Zeichnung aus: Der Spant hat im Mittschiffsbereich einen "negativen Sturz", wie der Mantafahrer sagen würde, d.h. er ist in der CWL breiter als auf dem Deck. Die dritte Änderung betrifft die Bucht, die beim Neubert-Modell platt gemacht wurde. Und schließlich werde ich die Bordwandkanten abrunden, so wie ich es schon bei der WESTERWALD gemacht habe.


    Natürlich werden unsere aktualisierten Waffen, Feuerleitgeräte und Kutter, die Wilfried und ich gezeichnet haben, zum Einsatz kommen.


    Ich bin ja gespannt !


    Henning

  • Moin, moin zusammen!
    Ich freue mich, dass Henning meine Anregungen aufgenommen hat; ich bin in den letzten Monaten mit der Eisenbahn und seinen modellbauerischen Abarten unterwegs - muss einfach sein - und bin deshalb etwas kartonalabsent.... :D
    Ich bin sicher, dass hier mal wieder ein extrem interessantes Projekt realisiert wird ...
    Also, dranbleiben ...
    mit einem lieben Gruß
    Wilfried

  • Moin Henning,


    na....geht doch und es freut mich mächtig gewaltig! Inzwischen habe ich mich mit der "Knickhohlspant-Stufe" in der Bordwand gedanklich schon ein wenig angefreundet......solche Dinge dauern bei mir immer etwas. Ich wollte dich schon bitten, den Versuchsbau von neulich mit zum Werkstatttreffen nach Bremen-Arsten mitzunehmen........aber dieser "Durchstart" ist jetzt natürlich eine tolle Sache :thumbup: . Aus meiner Sicht hat das Schiff schon vom Äußeren her Potential für ein neues Modell - schicker Dampfer mit schönen und harmonischen Linien und es war das erste neue Kampfschiff der neuen Bundesmarine. Und die Neubert-Konstruktion stimmt ja an sooooooo vielen Stellen nicht, weil die damalige Planlage wohl sehr dürftig gewesen sein muss.....wohl auch nicht besser sein konnte.......TOP SECRET war damals angesagt. Und aufpassen.......die Klasse 120 hatte bis zum Schluss die alten Feuerleitgeräte ohne "Baggerkanzel", eigentlich so, wie Neubert sie grob gezeichnet hat (also nicht die Geräte mit den Kegeln wie später bei den Tendern oder der DEUTSCHLAND) insofern ist die spätere Überarbeitung in Form der hellen Variante durch den Jade-Verlag falsch. Aber das sieht man ja auch alles am Modell von Wolf.


    Gruß
    HaJo

  • Hallo Henning,
    schon die vier Spantbilder zeigen den eleganten Schnitt des Schiffes. Das wird am Ende ganz bestimmt eine besonders schönes Modell. Viel Erfolg.
    Ulrich

  • Ich habe heute die Stb.-Bordwand bearbeitet und angebracht. Die abgerundete Bordkante ist nicht geometrisch besonders wichtig, sie ist aber eine sehr prägnante Lichtkante. Achtet bei Originalfotos einmal darauf ! Sie zu bauen ist aufwändig. Zunächst sind gerundete Verbindungslaschen unter die Kante des Decks zu kleben. Für das Ausrunden der Bordwände ist es vorteilhaft, an der Oberkante der Bordwand 2 - 3mm Überlänge zu lassen. Der auszurundende Bordwandteil lässt sich so besser anfassen. Nach dem Ausrunden wird die Überlänge abgeschnitten.


    Wenn die Naht zwischen Deck und gerundeter Bordwand nicht ganz gleichmäßig ist, macht das nichts, weil hierauf später die Fußleiste der geätzten Reling aufgesetzt wird.


    Seid ihr mit dem bisher gebauten Ergebnis zufrieden ?

  • Moin, moin Henning,



    sehr zufrieden :thumbup:! Der Rumpf mit Schattenwurf bis ganz nach vorn sowie mit runder Lichtkante Bordwand/Oberdeck kommt deutlich authentischer als bei meinem "Dergel".......aber das ist ja auch das Ziel des Unternehmens......wie gesagt....sehr zufrieden!


    Gruß an die Wesermündung
    HaJo

  • Moin Henning


    Sehr schöner, schnittiger Rumpf, bin sehr zufrieden mit dem Gezeigten.


    Liebe Grüße
    Robi

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

  • Moin Henning,
    die Anmutung stimmt schon einmal; noch ein bißchen Feinarbeit im Bugbereich Oberkante - wobei ich vermutlich hier auf die Krümmung der Bordwand verzichtet hätte - und es kommt dem Originool sehr nahe ...
    der Rest ist dann nur noch Fleißarbeit ... :D

  • Ja, die Auskrümmung des Bugs stößt an die kartonalen Materialgrenzen. Ich musste das aber erst mal so bauen, bis mir das klar geworden ist. Die Aufbauten und die Ausrüstung sind für mich keine Fleißarbeit, sondern etwas, worauf ich mich freue.

  • Hallo,
    Churchill sagte einmal über die deutschen Schiffe, dass diese sehr schön ausgesehen hätten aber nicht zweckmäßig gewesen wären. Wie war es denn mit der Zweckmäßigkeit der BM Schiffe? Schön und elegant waren ja einige wie hier zum Beispiel.
    Ulrich

  • Die Aufbauten der KÖLN-Klasse bringen vieles mit, was die Modellkonstruktion zu einem langwierigen Geschäft macht. Das Deck hat Sprung und Bucht, die Aufbauwände sind in der Draufsicht gerundet und abgewinkelt. Ich habe deshalb gestern den ganzen Tag gezeichnet, von dem ich heute das meiste gebaut habe.

  • Die KÖLN-Klasse ist war das Bundesmarine-Schiff mit dem markantesten Schornstein. Er wurde oft als umgedrehte Offiziersmütze bezeichnet. Auf alle Fälle weiß man bei meinem Modell jetzt, welches Schiff man vor sich hat. Die Hand- und Fußpferde habe ich so gemacht, wie ich es bei verschiedenen Schleppern auch schon ausprobiert habe: ein verstärkter Halbring mit aufgedrucktem Handlauf und Stützen und schwarzen Zwischenräumen.

  • Hallo Hening,
    lange Zeit ich ich mich bei dem WHV Modell gefragt, was die Streifen in dem Kasten am Schornstein darstellen sollen. Nun weiß ich es: Es sind die Lüftansaugsklappen. Die sehen bei dir sehr gut aus.
    Ulrich

  • Mit den beiden letzten Aufbauten habe ich den zweiten Bauabschnitt abgeschlossen. Es ist vorne der Aufbau, in den die Wannen für die U-Abwehr-Raketenwerfer integriert sind, und hinter dem Schornstein ein kleiner Aufbau, auf dem ein Feuerleitgerät positioniert wird.


    Weiter geht es dann mit der schiffbautechnischen Ausrüstung.

  • Moin Henning,
    das sieht sehr gut aus! Ich bewundere immer wieder Deine Geschwindigkeit beim Konstruieren und Bauen! Und dann noch dieses Ergebnis!!!
    Gruß aus Flensburg
    Jochen

  • Moin Henning,


    ein sehr, sehr schöner Bau!


    Ich bin eigentlich kein großer Freund grauer Schiffe, aber die Fregatten der Klasse 120 finde ich derart attraktive Vorbilder, dass eine moderne Konstruktion selbst für jemanden wie mich ein Leckerbissen wäre.


    Ich habe den WHV-Bogen in einer eher mäßigen Ausgabe und würde mir eine Neukonstruktion in der Qualität des Passat-Verlags ganz bestimmt zulegen. Das Begehren wird hier sicherlich noch öfter kommen und vielleicht habt Ihr noch keine abgeschlossene Planung für 2021 - Dieses Modell solltet Ihr unbedingt in Betracht ziehen. Dein toller Konstruktionsbericht verstärkt dieses Verlangen garantiert nicht nur bei mir :whistling:^^:rolleyes::D

    Viele Grüße Nils


    "Alles, was gigantische Formen annimmt, kann imponieren - auch die Dummheit." (Erich Kästner)

  • Für die nächsten drei Bauabschnitte, die schiffbautechnische Ausrüstung, die elektronische Ausrüstung und die Bewaffnung ist der Konstruktionsaufwand für mich sehr überschaubar. Die zugehörigen Bauteile sind bei der Marine standardisiert und meine LÜBECK ist nicht das erste Bundesmarine-Schiff, das ich baue. Ich kann mich also reichlich von der Festplatte bedienen. Außerdem kommen noch einige Bauteile hinzu, die Wilfried für seine SCHARNHORST konstruiert hat.


    Weiter ging es mit der Ausrüstung des Backdecks, womit Musik in den bisher etwas traurig-grauen Rohbau einzieht.

  • Verwendet habe ich hierfür die superfeine Relingsplatine vom Passat-Verlag. Dabei kamen auch die Diagonalstützen zum Einsatz.


    Die Platine mit dieser Reling ist ein echter Gewinn zur filigranen Darstellung der im Original umlegbaren Relings. Ich hatte sie selbst zwar mitinitiert aber noch nicht im Gebrauch; dagegen wirken die karton-gelaserten wie ein Kobenzaun ... :D
    Feine Arbeit, Henning! Ich suche gerade noch die Kästen für die Ersatzrohre der 40-mm-Bofors ...
    mit einem lieben Gruß
    Wilfried

  • Ich habe im Eichardt-Plan auch keine Kästen für die Ersatzrohre gefunden. Aber dein Stichtwort "Bofors" bringt mich auf ein Thema, das mich seit einiger Zeit sehr wundert. Auf Originalfotos sieht man, dass die 120-er Klasse auf den 40mm Einzellafetten diese merkwürdigen Munitions-Zuführungsbügel hatte. Beim LI-Modell fehlen diese übrigens, Hajo hat sie aber eingebaut. In der Eichardt-Zeichnung sieht die Einzel-Lafette in der Seitenansicht genau so aus wie die Doppellafette von Breda, sie ist nur schmaler. Ich glaube deshalb, dass es falsch ist, hier die 40mm-Bofors-Flak einzubauen. Sie gehört neu konstruiert und ich vermute, sie ist auch nicht von Bofors sondern von Breda.

  • ....die Kästen für die Ersatzrohre der 40 mm-BOFORS fehlen bei meinem Whv`ner Altmodell auch noch (wie so vieles......Leinentrommeln...Fehlanzeige......dann bei der hellen Ausführung falsche Standorte usw.).....auch nicht im Bogen enthalten, später bei den alten Tendern schon.....von dort werde ich sie adaptieren. Ansonsten ist mir auch aufgefallen, dass beim Whv`ner Modell der Schornstein so ca. 2-3 mm zu hoch ist. Vorderkante Schornstein muss so ca. die gleiche Höhe wie die erste Mastplattform haben. Und......Laser-Reling langt für den Schlurren völlig......das wäre ja sonst auffällig......bei den vielen anderen Unzulänglichkeiten :D.....



    Die Neukonstruktion ist da natürlich aufgrund der heutigen genauen Planlage ganz nah am Original :thumbup: und so ziemlich am letzten Bauzustand. Man kann auch sehr gut erkennen, wo mit schiffbaulichen Eingriffen versucht wurde, die Festigkeit der Schiffe zu erhöhen und der vielfältigen Rißbildung im Mittelbereich entgegen zu wirken.
    Die Kästen für die 40 mm-Ersatzrohre findet man auf dem Modell von Wolf.


    Bei Indienststellung der KÖLN und auch der EMDEN waren die seitlichen 40 mm-BOFORS Einzellafetten noch nicht auf die BREDA-Mehrfachladeeinrichtung (Beladerahmen) umgerüstet, das geschah später. Die Doppellafetten waren von Anfang an mit der BREDA-Mehrfachladeeinrichtung versehen. Insofern fehlen die BREDA-Beladerahmen bei den Einzellafetten bei meiner KÖLN. Und....den zweifarbigen Anstrich haben nur KÖLN und EMDEN anfangs "getragen", KÖLN (1. Schiff) nach der Indienststellung, EMDEN (2. Schiff) vor der Indienststellung bei der Erprobung unter Werftflagge.



    Gruß
    HaJo

  • Bei diesen Bügeln handelt es sich um die Mehrladeeinrichtung für die Munition; die ersten Versionen der 40-mm hatten diese noch nicht und es wurde fleissig von Hand zugeführt; mit Aufkommen der Doppelflak erschien dann auch die Mehrladeeinrichtung; sie wurden später dann von Breda-Bofors - Zusammenschluss der beiden Firmen - auch für die Einzelflaks übernommen; soweit mein Kenntnisstand;
    was mir noch auffiel, daß sich auf der Schanz, zwischen den beiden Minenschienen, das Torpedo-Täuschkörpersystem NIXIE, ein höchst interessantes Gerät befand, welches noch bis zurSACHSEN-Klasse mitgeführt wurde.
    Mehr Informationen gibt es hier: NIXIE


    mit einem lieben Gruß
    Wilfried

  • Ich habe ja nicht geglaubt, dass auf dem A-Deck, das eigentlich von den Flaks dominiert wird, so viele Ausrüstungsgegenstände zu bauen sind. Von vorne nach hinten: Eine Spiere für die Seeversorgung, ein Kasten für Reserverohre, ein Fender, eine Leinentrommel, eine Stufe über der taktischen Kennung, hinter dem Lüfterkasten drei Rettungsinseln, zwei weitere Leinentrommeln, eine längliche Backskiste, noch zwei Rettungsinseln und zwei Kästen für Reserverohre, vier Munitionsspinde und noch zwei Fender. Auch die Reling steht in diesem Bereich schon.


    Ich bin bei Kriegsschiffen ja immer froh, wenn da mal ein Farbtupfer auftaucht. So machen sich die gelben Fender richtig gut.


    Morgen kommt die Bb.-Seite dran u.a. mit dem Kutter.

  • Ich habe ja nicht geglaubt, dass auf dem A-Deck, das eigentlich von den Flaks dominiert wird, so viele Ausrüstungsgegenstände zu bauen sind.


    Warum fällt mir in diesem Zusammenhang der Mannheimer Betroffenheitssänger ein: Dieser Weg wird kein leichter sein ...
    Mir gefällt Dein Tun und ich freue mich auf weitere Baufortschritte.
    mit einem lieben Gruß
    Wilfried

  • Bis auf die Waffen ist das A-Deck jetzt vollständig ausgerüstet. Nur an Bb. ist bei der modernisierten KÖLN-Klasse noch ein Kutter, allerdings mit Bootswinde davor. Der Kutter ist aus der Feder von Wilfried und war im Einsatz bei der Schulfregatte SCHARNHORST und bei der WESTERWALD. Bastler, die eine Liga höher spielen als ich, bauen ja auch die aufgeschossenen Manntaue. Ich trau mir kein akzeptables Ergebnis zu und lass es lieber.