Posts by Hanseatic

    Ich glaube , es wird überhaupt kaum Möglichkeiten geben, als Aussteller zu sitzen........mal sehen wie das über drei Tage gehen soll!

    Immerhin ist es Kartonmodellbau, mit dem wir uns beschäftigen und insofern bin ich bestrebt, so viel wie möglich aus Karton umzusetzen. Gut, filigrane Teile wie Relings, Niedergänge o.ä. sind als Ätz- oder zur Not LC-Teile unschlagbar. Aber dabei würde ich es immer belassen, schon der Texturen wegen.

    Moin Fiete,

    ich bin ganz Deiner Meinung. Viel Erfolg auf der Zielgraden.


    Viele Grüße,

    Michael

    Moin,


    ich hatte in meinem vorletzten Post von der nun beginnenden Verdichtung geschrieben. Üblicherweise arbeite ich mich von oben nach unten bzw. von der Schiffsmitte jeweils zum Bug und Heck vor.


    So war als Erstes das Peildeck dran. Bei den meisten Passagierschiffe bieten sich reichlich Möglichkeiten für Details. Es sind vor allem die vielen Lüfter, die dort ihren Platz gefunden haben, auch um zu vermeiden, die den Passagieren zur Verfügung stehenden Decksflächen vollzustellen. Vor dem ersten Schornstein gibt es auch die Zuleitungen der Klimaanlage für die Gesellschaftsräume der 1. Klasse. Die Willem Ruys hatte halt keinen Dummy-Schornstein, in dem man diese Anlagen sonst gut verstecken könnte.



    Viele Grüße,

    Michael

    Moin,


    mit dem Bau der Kommandobrücke bzw. dem Aufsetzen des Peildecks hatte meine Willem Ruys bereits ihr Gesicht bekommen.

    Nun sitzt auch die Friseur bzw. der Hut - in diesem Fall gleich zwei davon, weil zwei Schlote zu verbauen waren. Dazu kamen noch die Abdeckungen der Oberlichter.


    Die Schlote waren nicht ganz einfach zu bauen: den ersten habe ich versemmelt, weil hinten der Spalt zu groß geriet.

    Ansonsten ist die Aussenhaut der Schlote aus einem Stück und wird komplett verklebt bevor man sie über ein Spantengerüst schiebt.





    Die Willem Ruys hat damit ihre Silhouette komplett und ab jetzt ist "Verdichtung" auf den diversen Decks angesagt, um Henning zu zitieren.


    Ein schönes Wochenende und viele Grüße,

    Michael

    Moin,


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    Mit Blick auf die dünnen Stege bei der inneren Wand des Promenadendecks noch etwas Erläuterung:


    Die Verglasung erfolgt mit Overhead Folie, auf die ich die ursprünglichen Fensterteile kopiert habe. Bevor ich, nachdem die Fenster ausgeschnitten sind, das Teil weiter ausschneide, klebe ich die entsprechenden Folienfenster auf auf die Rückseite des Bauteils. Weil die Wand gerundet ist, werden die großen Fenster nicht als Streifen sondern in einzelnen Abschnitten angeklebt. So ist sichergestellt, dass es keinen Versatz gibt. Weil Overhead Folie per se relativ steif ist, können anschließend auch alle Laschen abgeschnitten werden und das Teil wird stumpf auf dem Deck verklebt.


    Viele Grüße,

    Michael

    Moin HaJo,

    Dank Dir für das Lob.



    @ HaJo und Ingo


    Meine "runden Ecken" sind kein Geheimnis: nicht ganz bis in die Ecke am Rahmen schneiden und dann vorsichtig - in diesem Fall zwei bis drei Mal - mit der Skalpellspitze um die Ecke sticheln. Dadurch, dass der Schnitt auf der schwarzen Line erfolgt, behalten die Fenster einen Rahmen und der Schnitt sieht dann auch deshalb sehr sauber aus.


    Um so dünne Stege ausscheiden zu können, braucht es vor allem eine frische Klinge. Damit schneidet sie fast von alleine das Papier und der Verzicht auf Druck beim Schneiden verhindert auch ungünstige Zugkräfte auf das Bauteil. Außerdem habe ich eine kleine etwas härtere (und damit nicht selbstheilende) Schneidmatte.


    Viele Grüße,

    Michael

    Moin Stephan,

    das finde ich auch - wenn ich jetzt noch die beiden Schornsteine baue, dann ist die Silhouette - und eine im Vergleich zu den Atlantik-Linern ungewöhnliche Schiffsarchitektur - schon ziemlich komplett.


    Ansonsten vielen Dank in die Runde für die reichlichen erhobenen Daumen.


    Viele Grüße,

    Michael

    Moin,

    Zeit über weitere Baufortschritte zu berichten:

    • Als hilfreich hat sich die Anschaffung des Spanten und Decksatzes erweisen. Im Prinzip werden alles Decksflächen verstärkt bzw. erhalten zusätzlich Unterzüge, die auf dünnem Papier gedruckt sind. Die drei Lagen sichern auch, dass die einzelnen Decks ziemlich plan bleiben. Vor der Montage der einzelnen Decks habe ich jeweils bereits die Aufbauwände aufgeklebt, wobei die Wandanschlüsse zunächst los bleiben, um den Deckssprung am Ende aufnehmen zu können. Teilweise sind die Wandstücke sehr lang, so dass ich sie zur besseren Handhabbarkeit beim Ankleben unterteilt habe. Ebenso habe ich die übergroßen Laschen entweder gekürzt oder komplett abgeschnitten und stumpf verklebt. Außerdem war es nützlich, sozusagen mehre Decks so vorbereitet zu haben und den Passungsprozess über mehre Decks zu planen, bevor dann das jeweilige einzelne Deck endgültig verklebt wurde. Die Großen Fenster z.B. auf dem Promenadendeck auszuschneiden, war auch eine Herausforderung!

    • Wie bei so manchem Schiff sind Steuerbord- und Backbordseite, auch wenn das Konstrukteuren egal zu sein scheint, nicht gleich. Deshalb ist eine einfache Spiegelung nicht immer die beste Idee. So ist z.B. der hintere Wandausschnitt auf dem B-Deck achtern auf der Backbordseite länger als auf der Steuerbordseite. Ebenso auf dem „Bovenprommenadendeck“, wo auf der Steuerbordseite der Wände Richtung Bug drei große Fenster gedruckt sind, die jedoch nur für die Backbordseite stimmen. Dort ist nämlich der Tagesraum der Chiefs während auf Steuerbord Passagierkabinen sind, die kleine Fenster haben.

    • Erst auf den zweiten Blick ist mir auch aufgefallen, dass die Verglasung des Promenadendecks offensichtlich zu kurz ist. Sie reicht nämlich nicht bis hinter die Kommandobrücke bzw. bis zur Winde zwischen dem dritten und vierten Rettungsboot. Ich habe die Verglasung daher mit Fenstermaterial aus einem zweiten Bausatz verlängert. Jetzt stimmt zumindest die Silhouette – ob die Zahl der Fenster richtig ist, habe ich wohlweislich nicht überprüft.
    • Die Stützen für die großzügigen Veranden dieses Schiffs folgen einheitlichen Abständen und sind jeweils in einer einheitlichen vertikalen Flucht. Dies ist beim Ankleben der Decksschanz der vier Decks vom A-Deck aus nach oben zu berücksichtigen. Beim Probemodell von Scaldis und den anderen Beispielen im Netz, die ich finden konnte, hat man das – auch als Folge der zu kurzen Verglasung des Promenadendecks „etwas freier“ gehandhabt. Aber ich finde, dass sich der Aufwand des Korrigierens und Ausrichtens gelohnt hat!



    Soweit für diesmal.

    Schönen Sonntag aus Berlin,

    Michael

    Moin,


    ich habe vor einiger Zeit mit dem Bau der Willem Ruys von Scaldis im Maßstab 1:250 begonnen; ein Modell, um das ich schon seit einigen Jahren und als Erinnerung an meinen eigenen jahrelangen Aufenthalt in Asien herumgestrichen bin. Auslöser für den Bau war schlussendlich der Fund einer wunderbaren Monographie von Frans Luidinga/Nico Guns über dieses Schiff – von den zwei Bänden habe ich aber nur den ersten Band „Willem Ruys – De kroon op de vloot“.



    Eines aus meiner Sicht interessantesten und auch innovativsten Schiffsdesigns der Niederlande aus der Zeit des Art Deco war es ein typisches und besonders gelungenes Beispiel eines Schiffs für den Tropendienst.


    Im Januar 1939 wurde mit dem Bau der Willem Ruys begonnen. Seine Indienststellung war ursprünglich für 1941 vorgesehen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das im Bau befindliche Schiff bei mehreren Luftangriffen und durch niederländische Sabotage so stark beschädigt, dass die deutschen Besatzer seinen Weiterbau aufgaben mussten. Nach dem Kriegsende entschied sich der Königlich Rotterdamsche Lloyd, das Schiff trotz der erheblichen Schäden weiterzubauen. Am 1. Juli 1946 lief sie unter dem Namen Willem Ruys vom Stapel, benannt nach dem Enkel der Reedereigründer anstatt wie sonst bei dieser Reederei üblich, nach indonesischen Vulkanen. Am 2. Dezember 1947 brach sie dann zu ihrer Jungfernfahrt auf. Nach der Unabhängigkeit Indonesiens gingen die Passagierzahlen aber immer mehr zurück, so dass die Willem Ruys nach einem Umbau ab 1958 auf der Route nach Kanada und später nach Australien und Neuseeland eingesetzt wurde. Nach dem abermaligen Rückgang der Fahrgastzahlen verkaufte der Rotterdamsche Lloyd die Willem Ruys im Jahr 1965 an die italienische Line Lauro, die sie erneut umbaute und bis in die neunziger Jahre unter dem Namen Achille Lauro betrieb. Aber das ist eine andere Geschichte!


    Abgesehen von der Präsentation des Models hier im Forum im Jahre 2009 habe ich keinen Baubericht gefunden. Auch woanders und selbst in den niederländischen Foren konnte ich nur einen Baubericht entdecken, der jedoch abgebrochen wurde. Für diesen Erbauer war es aber das erste Mal, dass er sich an ein Kartonmodel wagte. Das ist definitv sehr schade und ich finde, der Bausatz hat mehr verdient!


    Das Model wird die Willem Ruys zum Zeitpunkt ihrer Indienststellung 1947 zeigen. Ich habe mir selbst lange Gedanken darüber gemacht wie ich vorgehen könnte. Entschieden habe ich mich für ein Wasserlinienmodell (man kann das Schiff auch als Vollrumpfmodel bauen) und alle Fenster ausgeschnitten. Dafür habe ich alle Fensterteile – bis auf den Rumpf – eingescannt, auf Overheadfolie ausgedruckt und mit diesen Folienteilen verglast. Es gibt außerdem einen Lasercut für die Spanten und Decks, den ich komplett verwendet habe sowie Lasercuts für Details sowie die Relingteile, die mir alle zu grob sind. Stattdessen werde ich Standard-Photoätzteile verwenden. Mir ist auch gelungen, in meinem Tonpapierfundus einen Grauton zu finden, der es mir erlaubt hat, die überaus prägnanten Wallbänder auf dem ungewöhnlich bauchigen Rumpf quasi ohne Farbdifferenz anzubringen.



    Soweit für jetzt.

    Viele Grüße aus Berlin,

    Michael

    Lieber Passat Verlag,


    so schade es ist - ich finde die Entscheidung für einen geordneten Ausstieg verständlich und gut.

    So bleibt das für mich alles in sehr guter Erinnerung.

    Ich habe mich immer über die Modelle gefreut und an ihrem Bau viel Vergnügen gehabt. Und für weitere Projekte habe ich ja noch was im Stapel .


    Dank für die Rückschau und alles Gute für das Team.


    Viele Grüße,

    Michael


    Moin,


    ich lach mich schlapp!.

    Vielleicht sollte ich mal die Verkehrsnachrichten einschalten - wegen der Unfälle durch erschrockene Ablenkung, die Deine Begleitung verursacht........


    Ich treffe heute Abend per Bahn aus Berlin in Mannheim ein - zuvor ist noch ein Bürotag angesagt.


    Bis später und viele Grüße,

    Michael

    Moin,


    .......dass es bislang nicht zum Baubeginn des "Dom Melnikowa" kam, woran lag es nun?

    Väterchen Frost hatte seine Finger im Spiel und erst, als Mütterchen Russland ein ernstes Wort mit Ihm redete, kam er zur Besinnung und lockerte seinen winterlichen Griff ;) !


    Und schon konnte das Grundstück abgesteckt, die Finnplatten-Bodenplatte ohne Blasen gegossen und mit der Montage der ersten tragenden Teile begonnen werden.

    Seht selbst:



    Grüße aus Moskau ;) - und Berlin,

    Michael

    Ich würde die Bordwand Seite für Seite einzeln ankleben.

    Aber dazu gibt es sicher unterschiedliche Meinungen... :)

    Das kann ich ebenfalls empfehlen - vor allem, weil das Mittelteil jeweils an beiden Seiten eine Reserve hat.


    Viel Erfolg und Grüße,

    Michael

    Michael, wo du Recht hast......... vielleicht hellt Imo die Farben noch ein wenig auf. Bedenke aber, je heller desto künstlicher wirkt das Ganze.

    Moin Robi,


    vielleicht ist das ja eine Obsession von mir - aber ich erinnere mich an die "abgesoffene Deckfarbe" der HMV Wappen von Hamburg, die ich mir dann in einen helleren Ton umgefärbt habe/umfärben mußte.


    Ihr werdet das schon regeln ! :thumbup:


    Viele Grüße,

    Michael

    Moin Atze,


    ja - Du hast recht.

    Ich selbst erinnerte mich auch nicht mehr an alle Teile, konnte mich aber erinnern, dass ich das Backdeck nicht noch extra einmal verdoppelt hatte.

    Auf jeden Fall wird so der Bugbereich sehr schön stabil.


    Viele Grüße, Michael

    Moin Atze,

    wenn ich es richtig erinnere, dann wird nur der vordere Bereich vom Backdeck - der Bereich mit dem Ankergerödel - verdoppelt und die Klebekanten 39 b und c verdreifacht.

    Beste Grüße

    Fiete

    Moin Atze

    Fiete hat recht - genauso muss es gemacht werden.


    Viele Grüße,

    Michael

    Moin,


    "Klasse für die Masse" oder Melnikow und das etwas andere Sowjeterbe.

    Rund zehn Jahre ab Mitte der zwanziger Jahre sind in vielen Ländern ästhetisch eine Zeit besonderen Aufbruchs gewesen. Das gilt umso mehr für die UdSSR, wo es reichlich Ideen für nachrevolutionäre Neugestaltungen gab.

    Die sichtbarste städtebauliche Hinterlassenschaft der Sowjetzeit in Moskau sind für uns heute die Bauten aus der Stalinzeit und riesige Plattenbaugebiete.
    Lange, bevor sie entstanden, und noch vor dem Stalinschen Neoklassizismus hinterließ aber auch Konstantin Melnikow (1890 - 1974) Spuren im Stadtbild. Wie viele andere suchte der Architekt in den 1920er und 1930er Jahren nach einer Formensprache für die neue Gesellschaft und entwarf Gebäude mit Charakter. Der "sowjetische Gaudi" geriet aber alsbald ins Abseits, die Obrigkeit warf ihm "bürgerliche Fantastereien" vor. Doch sein Erbe ist bis heute sehenswert.

    Persönlichen Bezug durch eine Moskau-Reise in den späten neunziger Jahren habe ich zum "Dom Melnikowa" das Melnikow als ab 1929 bis zu seinem Tod als Wohn-und Ateliergebäude diente. Wirklich bemerkenswert sind die zwei ineinander gestellten Zylinder und die auffälligen Fenster im Atelierbereich.

    Der Bausatz von gerade mal drei Seiten im Maßstab 1:150 von Oriel macht einen guten Eindruck und es gibt sogar noch einen Lasersatz dazu.





    Viele Grüße,
    Michael

    . Wie viele andere suchte der Architekt in den 1920er und 1930er Jahren nach einer Formensprache für die neue Gesellschaft und entwarf Gebäude mit Charakter. Der "sowjetische Gaudi" geriet alsbald ins Abseits, die Obrigkeit warf ihm "bürgerliche Fantastereien" vor. Doch sein Erbe ist bis heute sehenswert. Am 3. August wäre Konstantin Melnikow 130 Jahre alt geworden.Die sichtbarste städtebauliche Hinterlassenschaft der Sowjetzeit in Moskau sind die Plattenbaugebiete. Lange, bevor sie entstanden, und noch vor dem Stalinschen Neoklassizismus hinterließ aber auch Konstantin Melnikow (1890 - 1974) Spuren im Stadtbild. Wie viele andere suchte der Architekt in den 1920er und 1930er Jahren nach einer Formensprache für die neue Gesellschaft und entwarf Gebäude mit Charakter. Der "sowjetische Gaudi" geriet alsbald ins Abseits, die Obrigkeit warf ihm "bürgerliche Fantastereien" vor. Doch sein Erbe ist bis heute sehenswert. Am 3. August wäre Konstantin Melnikow 130 Jahre alt geworden