Linienschiff SMS Friedrich der Grosse / JSC / 1:250 [Fertig]

  • Linienschiff S.M.S. FRIEDRICH DER GROSSE, zweites Schiff der KAISER-Klasse


    Bereits beim Auspacken habe ich einen Unterschied zu den bisherigen Bögen dieses Verlages bemerkt und entgegen meiner Gewohnheit man kennt sich ja aus und kann loslegen erst mal ein intensives Studium der Bögen und der Anleitung vorgenommen. Das war auch gut so!
    Das Modell vom polnischen JSC-Verlag Nr. 269 auf 8 DIN-A3-Bögen ist jüngeren Datums und erscheint auf den ersten Blick besser detailliert und von höherer Qualität als die älteren polnischen Bausätze. Die Farbgebung ist durchgehend gleich am gesamten Modell, also kein dunkler Rumpf und hellere Aufbauten wie gewöhnlich. Der Karton ist nicht mehr so grob, sondern wie von Möwe oder HMV gewohnt. Der erste Eindruck also positiv, aber: Die Außenhaut ist nicht auf Karton, sondern auf dünnerem Papier, wie soll das gehen ? Zweitens: Normalerweise aus mehreren konzentrischen Röhren bestehende Geschützrohre sind in einem Stück gedruckt und auch nur auf Papier! Drittens: Wo steckt die Grundplatte ? Also nochmals alle Bögen durchsuchen nichts! Nun also lesen!


    Die Bauanleitung liegt auch in Deutsch vor und wird durch Skizzen in Draufsicht und Seitenansicht ergänzt, ist aber nicht immer fehlerfrei aus dem Polnischen übersetzt und liest sich teilweise befremdlich, manches muß gedeutet werden. Bezüglich der Übersetzung war ich ja durch die gerade erst fertiggestellte KÖNIG-Klasse vorgewarnt, aber daß man mit so wenig Anleitung auskommen soll, hat mich denn doch überrascht. Der ist Text an vielen Stellen äußerst knapp und setzt Modellbau-Erfahrung voraus, beispielsweise bei der Verarbeitung der Bordwände, die aus weißem Karton-Unterbau und dünnpapierigem farbigen Auflagen bestehen, mehrere Baugruppen mit 18 Teilenummern umfassen: fünf Zeilen Text reichen bei weitem nicht aus, dem Ungeübten diese unbekannte Verarbeitungsweise zu erklären.


    Nun denn also: Eine neue Herausforderung das kann ja heiter werden! Aber so gehts:


    Der Grundaufbau ist ungewohnt, weil die Grundplatte und der Mittelträger fehlen und das Spantengerüst anders gefertigt wird. Die Teile 1, 2 und 3, dreieckiges Brett genannt, werden das Rückgrat des Spantengerüsts. Der Anleitungs-Aufforderung, man solle gradlinig arbeiten, ist unbedingt Folge zu leisten. Ein großes, ausreichend langes und breites und völlig ebenes Brett, auf dem man alles auch mal liegen und aushärten lassen und komplett beiseite räumen kann, ist als Unterlage für die Fertigung des Rumpfes sehr hilfreich. Wo das Einfärben von Schnitt- und Knick-Kanten erforderlich wurde, habe ich graue Filzstifte Stabilo Pen 68 Art.No. 68/94 und 68/96 benutzt.



    Teile 1, 2 und 3, Träger:
    Die aus vier Rippen bestehenden Mittelträgerteile zu einem Dreikant verkleben und noch nicht miteinander verbinden. Die unten liegenden Knicklaschen von Teil 1 und 3 sind abzuschneiden, weil Teile 6/8 bzw. 23/24 sich sonst nicht ganz einschieben lassen.



    Teile 1 und 8, Vorderer Träger und Spant:
    Klebelaschen zeigen zum Bug zum Spant 7 der auf dem Vorsteven 6 L/R steckt. Teile 6 L/R werden bis an diese Klebelasche in 1 hineingeschoben.


    Ship-of-the-Line SMS Friedrich der Grosse, second vessel of the Kaiser-Class


    First I had to make a complete study of the, JSC developed a totally new design. Except for its new design, the kit shows more details and better quality then older kits by JSC. Other differences are the unisono grey tone (older kits show a lighter grey for the upper parts), the cardboard resembles more like those used by WMV or HMV.


    The first impression is positive, but very new to me, the outer hull is on thin paper. Also the gunbarrels are made out of one piece and also on thin paper. And: where is the waterline plate???? Ive got to study this.......


    The Instructions are accompanied by drawings in topview and sideview. Having modeling experience will help you through this kit, especially with assembling the hull, which exists out of the white cardboard inner hull and the coloured paper outer hull. An unexperienced modeler should not take this kit for a start.


    Well, this a challenge, lets take off!


    The unconventional construction shows no backbone rib or a waterline plate, as mentioned before. The triangular bar, constructed out of parts 1,2 and 3 is the backbone of the construction. KEEP THE CENTRE LINE STRAIGHT, so the instructions are telling us......(otherwise......).


    Parts 1, 2 and 3, backbone:
    You have to cut the tabs from the backbone parts 1,2 and 3 away, otherwise parts 6 L/R and parts 23 L/R wont fit into them. Do not join the backbone parts yet.


    Parts 1, front backbone rib, and 8, rib:
    Tabs are pointing in the bow direction towards 7, rib, which is clipped on bow rib 6 L/R.

  • Friedrich der Große -- Blatt 2


    Teile 2 und 3, Mittelträger sowie Spanten 9 bis 22:
    Wenn man voraussetzt, daß durch Knicklinien gebildete Klebelaschen im Allgemeinen von der bedruckten Seite geritzt und nach hinten / unten gebogen werden, dann passen die Markierungen auf den Teilen 2 und 3 nicht mit der Anweisung der Bauanleitung zusammen, Spanten 9-14 mit bedruckter Seite zum Heck, den Rest zum Bug zu verkleben es muß nach meiner Ansicht genau umgekehrt sein. Daß etwa andererseits von hinten geritzt und nach oben geknickt werden soll, steht nirgends. Die Markierungen der Klebelaschen der Spanten auf den Rudimenten der Grundplatte, Teile 25 bis 27 L/R, beweisen, daß meine Vermutung richtig ist.


    Teile 4 und 5, Klebelaschen:
    Müssen zweimal längs geritzt und zum Dreikant geformt werden, an den äußeren Rändern der schmalen Streifen ist 1 mm abzuschneiden, dann an beiden Enden zur Hälfte in den Mittelträger 2 einschieben und verkleben.


    Teile 23 L/R und 24, Heckmittelträger und Spant:
    Untere Klebelaschen von Spant 24 müssen zum Heck zeigen, sonst läßt sich das Ensemble 23/24 nicht in Mittelträger 3 schieben.


    Ohne Grundplatte erschien mir das Trägergerüst zu wackelig. Um die Stabilität zu erhöhen, habe ich die Spanten mit Abfallkarton verdoppelt und zusätzliche Verstrebungen eingefügt.



    Friedrich der Grosse 2


    Parts 2 and 3, backbone rib; ribs 9-22:
    As parts are regularly given on the printed side press lines as where they have to be bent to make tabs, the markings on parts 2 and 3 are not consistent to the remark given in the instructions "frames 9-14 to be glued with printed side directed to the stern, the rest to the bow, it should be the other way round! The markings for the tabs on the waterline outline (parts 25 27 L/R) makes this statement proof.


    Parts 4 and 5, connection joints:
    The tab should be 1 mm less in width.


    Parts 23 L/R, 24:
    Bottom tabs from 24, rib, should be pointing towards stern, otherwise 23 L/R wont fit into 3, backbone rib.


    Without a waterline plate I expected the framework to be wacky. So for better stability I doubled the ribs with waste cardboard and made extra joints.

  • Friedrich der Große -- Blatt 3


    Teile 28 bis 30, Verstrebung:
    Das Ensemble aus drei Streifen mit zwei Klebelaschen ist, begonnen am Spant 8, am Heck um 4 mm zu lang. Außerdem liegen die Klebelaschen auf Spanten auf und erhöhen dort die durchgehende Linie der Verstrebung. Man tut gut daran, der Paßform nicht blind zu vertrauen und die Batteriedecks 49-50-51 vorsorglich lose aufzulegen und anzupassen. Dann wird man feststellen, dass die Bordwandstreifen 25 bis 33 am Heck mehrere Millimeter zu lang oder das Achterdeck Teil 51 um dieses Maß zu kurz ist. Nach außen überstehende Spanten sind abzuscheiden.



    Friedrich der Grosse 3


    Parts 28 30:


    These 3 strips are, when starting at 8, rib, 4mm too long. Also the tabs give extra thickness to the strips, which should be compensated, otherwise the strips are lacking a smooth line. The general fitting should be checked now already by using the decks 49-50-51. Clearly you will see that strips 25 33 (waterline and deck outline) are about a few mm too long and aft deck 51 a few mm too short.
    Ribs with too much "flesh" should be cut to the proper size.

  • Friedrich der Große Blatt 4


    Teile 31-32-33 L/R, Bordwandunterbau:
    Vor dem Anbringen habe ich am Teil 6 L/R Vorsteven die vorderen Klebelaschen weggeschnitten, weil sonst der Steven zu breit würde ich habe im Bogen kein Teil gefunden, das dies andernfalls ausgleichen würde. Die Klebelaschen der Teile 31-33 müssen auf die Streben 28-30 und unter die Wasserlinie 25-27 geklebt werden.


    Teile 34 bis 44, Gürtelpanzer:
    Die Panzerung der Außenhaut wird hier wörtlich genommen, indem mehrere Lagen von unterschiedlich breiten Streifen Reihenfolge und Überlappung beachten! übereinander geklebt werden. Teile 34 L/R und 35 L/R sind zusammen jeweils 3 mm zu lang für ihre Markierungen auf den Außenhautflächen 31-32-33. Gleiches gilt für Teile 37 L/R. Dafür sind Teile 39 L/R um 3 mm zu kurz für ihre Markierungen auf 36/37. Damit nicht genug: Teile 41 L/R sind wieder 3 mm zu lang.


    Um sicher zu gehen, daß die dünnen und empfindlichen Außenhautteile 45-48 nicht durch das ständige Anfassen des Modells beim Weiterbau abgegriffen werden, habe ich diese Teile vorläufig nicht angebracht und zunächst mit den Batteriedecks weitergebaut. Nebenbei ist es ein ziemlich blödes Gefühl, das Modell in die Hand zu nehmen und versehentlich mit einem Finger von unten zwischen die Spanten zu greifen. Ich habe daher nachträglich eine Grundplatte aus Normalpapier aufgeklebt.


    Teile 45 bis 48 L/R, Außenhaut:
    Die Ankerklüsenteile 45a mit auszuschneidendem Loch decken die weißen Markierungen auf den vorderen Außenhautstreifen nicht vollständig ab, es bleibt ein weißer Streifen von 1-2 mm Breite frei. Die achteren Außenhautstreifen Teile 48 L/R sind am Heck rund 5 mm zu lang siehe Überstand bei Bauteil 51.

  • Friedrich der Große Blatt 5


    Teile 49 und 50, seitliche Artillerie-Decks:
    Ich habe die beiden dünnen Decksstreifen mit den Bordwänden 63 und 65 verklebt, bevor sie auf das Spantengerüst geklebt wurden.


    Teil 51, Deck achtern:
    Drei Klebelaschen von hinten ritzen und nach oben knicken.


    Teile 56 bis 62, Geschütze der Mittelartillerie:
    Teil 61 weglassen und nur Teil 62 verwenden wegen der mangelnden Paßform der Wände. Die nur auf Papier gedruckten Rohre 60 um eine Stecknadel herum runden sie werden leider für die Darstellung eines 15-cm-Rohres ziemlich dünn. Die Nadel innen eingeklebt gibt dann auch Stabilität, damit die Rohre beim späteren Bewegen im Schwenkmechanismus des Geschützes nicht verbiegen.


    Teil 62 bis 65, Kasematten-Wände:
    Schlechte Paßform, Lücken lassen Durchblick ins Innere zu und müssen von hinten mit grauen Papier hinterklebt bzw. von vorn mit schmalen grauen Kartonstreifen ausgeglichen werden.

  • Friedrich der Große Blatt 6


    Teil 66, Hauptdeck:
    Außenlinie des Decks folgt nicht überall (im Bereich der MA-Geschütze 3, 4 und 5 an beiden Seiten) den Oberkanten der Kasematten-Wände.


    Teile 69-76, Brücken-Unterbau:
    Lochmarkierung für den vorderen Mast in Deck 73 durchstoßen für späteren Einbau eines stabilen Drahts in den Mast, der durch das Deck reicht. Nach dem Zusammenbau vor dem Aufkleben auf das Hauptdeck von innen mit 11 mm hohen Versteifungen stabilisieren. Geländer 81 L/R vor der Verarbeitung rückseitig grau färben.


    Teile 82-90, achterer Aufbau:
    Lochmarkierung für den achteren Mast in Deck 84 durchstoßen für späteren Einbau eines stabilen Drahts in den Mast, der durch das Deck reicht. Nach dem Zusammenbau vor dem Aufkleben auf das Hauptdeck von innen mit 8 mm hohen Versteifungen stabilisieren. Achtung Paßform: beim Aufkleben von Lüfter 83 und Deck 84 auf Unterbau 82 bleibt ein schmaler Streifen frei! Teil 89, Schanzkleid, vor der Anbringung rückseitig grau einfärben.


    Teile 91-110, Schornsteine:
    Ovale Scheiben 94 haben zu geringen Umfang für das Innere des hinteren Schornstein-Unterteils 92. Schornsteinringe 100 und 101 haben zu großes Innenoval für Schornsteinmantel-Umfang vorher anpassen und enger verkleben.


    Obwohl auf dem Titelbild des Bogens deutlich erkennbar, gibt es keine Teile für die weit ausragenden Brückennocks und die Paradebrücke. Ich habe die Plattformen (117/119/140/144) und Schanzkleider (118/132/141/145) eingescannt und nach dem Ausdruck auf Weißkarton daraus Brückennocks als seitliche Anbauten an Deck 73 und Erweiterungen für die Plattform 117 gefertigt. Dabei habe ich Plattform 117 auf 26 mm Breite reduziert, rechts und links 18 mm lange und 7 mm breite farbige Streifen angesetzt, das Ganze entsprechend von unten grau beklebt und dann teilweise mit Relingsteil 118, teilweise mit Ätzteil-Reling umklebt.

  • Friedrich der Große Blatt 7


    Teil 134, Aufbau:
    Alle Klebelaschen schmaler schneiden, sonst überlappen sie sich.


    Teile 150 bis 156, Scheinwerfer:
    Auf der Vorderseite aus Scheiben 151 und 154 fehlen waagerechte Streifen der Scheinwerfer-Lamellen. Teil 151 rückseitig grau färben weil der Rand übersteht. Halterung 155 verdoppeln und rückseitig grau färben.


    Teile 135 bis 139 und 142 bis 143, hintere Scheinwerferpodeste:
    Alle Teile auf rückseitig grauem Abfallkarton verdoppeln. Querstreben 136 sind 2 mm zu lang. Schrägstreben 137, 139 und 143 vor Anbringung an beiden Enden schräg anschneiden.


    Teile 163 bis 177, Hauptartillerie:
    Die Rohre haben in den Türmen einen geringeren Abstand als bei ähnlichen Modellen mit 30,5 cm Kaliber: Breite der Turmdecke KAISER-Klasse 31 mm, KÖNIG-Klasse 32 mm, Breite des Steges in der Turmfront (Abstand der Rohre zueinander) KAISER-Klasse 5 mm, KÖNIG-Klasse 8 mm.
    Wenn man die Rohre 163 tatsächlich aus dem gesamten vorgegebenen Teil rollt und verklebt, ergibt das ein seltsames Gebilde mit Schnittkanten, die nicht fluchten, und das als Rohr vorn viel zu dünn ist. Das Rohr hat dann vorn nur etwa 1,2 mm Durchmesser. Das entspricht zwar dem Geschützkaliber 30,5 cm im Maßstab 1:250, berücksichtigt aber nur die Öffnung des Seelenrohrs und nicht die Dicke des Rohrmantels. Ich habe deshalb zunächst 163 in drei Teile zerlegt, den schmalen Teil um einen Zahnstocher geklebt und dann die Verstärkungen drum herum geklebt so erhielt ich zwar ein Rohr von ansprechendem Durchmesser, es hatte aber unten einen freibleibenden weißen Streifen der nicht abgedeckten Klebelasche. Dann habe ich das Bauteil eingescannt, am Computer per Retusche verbreitert und nach Ausdruck in drei Streifen verarbeitet: inneres Rohr 44 mm lang, vorn 8 mm, hinten 9 mm breit, erste Ummantelung 20 mm lang, vorn 11 mm, hinten 12 mm breit, beginnend bei 20 mm vom vorderen Rohrende, äußere Ummantelung ist das Teil was übrig bleibt, der dunkle Streifen wird der vordere Rand. So entsteht ein Rohr, dessen schmales Ende 4 mm in Teil 164 steckt und verbreitert 40 mm darüber hinaus ragt und an der Mündung eine Öffnung von 2 mm hat, die mit einem kleinen, außen grauen, innen schwarzen Kreis abgedeckt wird.
    Bei Teil 165 Innenseite grau färben. Bei den Teilen 168/169 bzw. 170/171 ist der graue Streifen 2 mm bzw. 3 mm zu lang. Paßformmangel: Turm Bruno schlägt mit dem linken Rohr an der Wand des vorderen Aufbaus an, bevor die 12-Uhr-Stellung entlang der Schiffsmittelachse erreicht wird.

  • Friedrich der Große Blatt 8


    Boote: Die Literatur zur KAISER-Klasse gibt an, sie sei ähnlich wie die NASSAU-Klasse mit 10 Beibooten ausgestattet. Der Baubogen gibt allerdings nur 6 Boote her. Offenbar hat man während des Krieges auf einige Boote verzichtet das sieht man auch daran, daß die ursprünglich auf älteren Fotos erkennbaren, Steuerbord achtern und Backbord vorn auf dem MA-Batteriedeck stehenden Davits, an denen Kutter außenbords aufgehängt waren, in späteren Jahren fehlen. Das im Heft Vom Original zum Modell abgebildete Modell der PRINZREGENT LUITPOLD führt sogar nur vier Kutter, keine Motorboote und auch nur noch vier Scheinwerfer. Da diesem Schiff bekanntlich die Mittelwellenmaschine fehlte, ist ja möglicherweise zur Geschwindigkeitserhöhung Gewicht eingespart worden.
    Die Boote sehen auf den ersten Blick endlich mal vernünftig aus mit farbigen Innenwänden und Böden. Beim Verarbeiten fiel mir jedoch auf:


    Teile 197-207, Motorboot:
    Die Nummer 193 ist doppelt vergeben: Kleine graue Streifen 193 gehören an den Ladebaum 190+191. Ockerfarbene Teile 193 sind die Grätings für das Rumpfinnere der Motorboote und müssen 199 heißen. An diesem Innenboden und am Deck 202 müssen die Klebelaschen etwas schmaler geschnitten werden, weil sich sonst beide Teile nicht sauber in den Rumpf einpassen lassen. Zuständig ist hier auch nicht Zeichnung 7, sondern Zeichnung 5. Teile 202, 203, 204, 206 rückseitig grau färben.


    Teile 208-215, großer Kutter:
    Die Zeichnung 8 gibt es nicht, es muß 6 heißen. Der Pfeil bei den Sitzbänken 212 zeigt entgegen aller Gewohnheit zum Bootsheck.


    Teile 216-221, kleiner Kutter:
    Die Zeichnung 9 gibt es nicht, es muß 7 heißen.


    Teile 222-224, Bootslager:
    Teile nicht aus zwei Lagen formen, sondern vorhandene Streifen zur dreifachen Stärke verkleben. Beim Anbringen der Lager und Boote aber aufpassen: Die Markierungen auf dem Oberdeck 68 sind schlecht plaziert. Beim Einsetzen der Boote in die Lager auf den Schwenkbereich von Turm Cäsar achten. An Backbord die Lager für den kleinen Kutter etwas weiter vorn anbringen, sonst stoßen Motorboot und Kutter aneinander. Falls aber die eigentlich am Original vorhandenen Brückennocks angebracht werden sollen, kann der kleine Kutter nicht in dieser Position an Backbord verbaut werden, weil er dann unter der Backbord-Nock steht und nicht mittels Kran ausgesetzt werden kann.

  • Friedrich der Große Blatt 9


    Teile 240-241 und 243-244, Klüsen und große Anker:
    Zur Darstellung der Verbindung von Kettenklüse auf Backdeck und Ankerklüse in Bordwand habe ich einen innen hohlen schwarzen Plastikstab, der bei einem Schuhkauf anfiel, schräg angeschnitten und eingesetzt. Die Ankerklüsenverstärkungsringe sollten wohl besser nur in einfacher Kartonstärke verbaut werden, weil sie auf keinem der Originalfotos derart deutlich hervortreten wie der Konstrukteur es vorgesehen hat. Die Karton-Ketten habe ich später durch Ankerkette 2 mm von Krick Modellbau vom Besten, BestNr. 60770, ersetzt.

  • Friedrich der Große Blatt 10


    Teile 279-284, Verholwinden:
    Beschreibung ist falsch: Scheiben 282 (6 Stück) gehören auf die Röhrchen 279 (6 Stück), Scheibe 282 (3) gehört auf Steg 283 (3). Teil 281 ist auch auf der Rückseite einzufärben.


    Teile 304, Entfernungsmesser:
    Zahnstocher in Länge von Muster H mit 304 umkleben, grau anmalen, zwei schwarze Punkte als Optiken an den Enden aufmalen. Kleines graues Rechteck auf die Markierung auf Teilen 78 und 129 kleben, darauf fertige E-Messer platzieren.


    Die in der Bauzeichnung erkennbare trapezförmige Kreuzrah 333 M/N habe ich so nicht verbaut, weil sie auf keinem meiner Originalfotos erkennbar ist. Statt dessen habe ich große Querrahen, an deren Ende ich aus 0,4 mm Messingdraht gebogene dreieckige Antennenhalter angesetzt habe wie das Titelbild des Bogens und die Literatur sie zeigen, hergestellt und schwarz bemalt. Teil 328 rückseitig schwarz färben. Am Teil 329 fehlt ein Stück vom Boden, das vom Zylinder 324-327 nicht abgedeckt wird.

  • Friedrich der Große Blatt 11


    Weil das Titelbild der Baubeschreibung nicht viel über das Aussehen des Schiffes hergibt, habe ich das Buch Von der Nassau- zur König-Klasse mit dessen Beiheft Vom Original zum Modell Die Linienschiffe der Nassau- bis König-Klasse, von Gerhard Koop / Klaus-Peter Schmolke, Bernard&Graefe Verlag zu Rate gezogen und interessante Kleinigkeiten festgestellt:


    Rettungsringe an den Vorderseiten der Brückennocks, an der Vorderseite der Paradebrücke, an den Kasemattenwänden zwischen dem ersten und zweiten 15-cm-Geschütz.


    Die Positionslampen sind an der Reling der Paradebrücke angebracht.


    Auf dem Achterschiff sind für die Fallreeps und auch für den Heckanker Ausleger vorgesehen, die wie kleine Krane oder Davits aussehen.


    Zum Ausschwenken und Stabilisieren der am Bordwandssprung im Vorschiff angebrachten Backsspieren (321-322-I) sind Dreibeinstützen mit Ausleger oberhalb des Spierenscharniers auf dem Backdeck zu platzieren.


    Ich habe zunächst in 121 Stunden 1320 Teile verbaut und den Dicken Fritz nachfolgend abgelichtet. Nun soll er noch Torpedoschutznetze erhalten, der Bericht wird also in wenigen Tagen noch einmal ergänzt.

  • Baubericht Friedrich der Große -- Blatt 12


    Torpedoschutznetze und Ausleger:
    Ich habe durch Einscannen, Verändern und Ausrucken am Computer graue Flächen hergestellt, aus denen ich Netzauflagen in doppelter Kartonstärke von 2 mm Breite geschnitten habe, die an der Knickkante des Bordwandpanzers angebracht wurden. Beginn vorn unterhalb der Backsspieren, Ende kurz vor dem Namensschild am Heck, Länge 46,5 cm.
    Zwei Netzrollen entstanden wie folgt: Um einen etwa 3 mm dicken schwarzen Schürsenkel habe ich einen Streifen vom schwarzen Fliegenschutznetz der Fa. Mako gelegt und mit schwarzen Garn daran festgeheftet. Die Netzauslegerarme 40 mm lang - wurden entlang der vorhandenen Doppellinie etwa auf einem Drittel der Bordwandhöhe angebracht werden, Abstand zueinander jeweils 40 mm. Aus einem Decksplan der KÖNIG-Klasse (Warship Profile No. 37) und den diversen Fotos der Bordwände der KAISER-Klasse ergeben sich Anbringungs-Orte und Verlauf der Leinen, mit denen die Netze ausgeschwenkt wurden.


    Interessierten kann ich diesen Baubericht als reines siebenseitiges Text-Dokument *.DOC mit 60 KB oder komplett mit Fotos, 10 Seiten DIN A4, als *.PDF mit 1057 KB zur Verfügung stellen bitte mit Angabe der eMail-Adresse anfordern.

  • Baubericht Friedrich der Große -- Blatt 13



    Linienschiff S.M.S. FRIEDRICH DER GROSSE, zweites Schiff der KAISER-Klasse


    Die Entwürfe für diese Schiffsklasse gehen auf das Jahr 1907 zurück, fünf Schiffe wurden in Auftrag gegeben, eines war als Flottenflaggschiff mit zusätzlichen Räumen, größerer Signal- und Paradebrücke und aufwendigerer Funkanlage geplant.
    Mit der KAISER-Klasse wurde zum ersten Mal der Turbinenantrieb auf Linienschiffen eingeführt. Drei AEG Curtiss Turbinen untergebracht in drei Maschinenräumen entwickelten 42.181 WPS, drei dreiflügelige Propeller sorgten bei 272 U/min für 22 Knoten Fahrt.
    Eine weitere Neuerung wurde mit dieser Schiffsklasse eingeführt. Zum ersten Mal wurden Türme der Schweren Artillerie überhöht aufgestellt auf dem Achterschiff . Dadurch wurde Raum gewonnen, die Zitadelle konnte kürzer geplant werden, das dadurch eingesparte Gewicht kam wiederum der Panzerung zugute, wo zum ersten Mal hochfester Nickelstahl für Panzerdeck und Torpedoschotten verwendet wurden. Die Baukosten betrugen pro Schiff 45,6 Mio. Goldmark.
    Durch die diagonale Aufstellung der zwei mittleren Türme konnten alle Geschütze nach beiden Seiten gerichtet werden. So war die Waffenwirkung trotz zwei Geschützen weniger besser als bei den Vorgängern der NASSAU-Klasse. Beim Kaliber blieb man beim bewährten 30,5 cm Geschütz (Schußweite 204 Hektometer), obwohl die Briten bereits das 34,5 cm Geschütz eingeführt hatten.

  • Baubericht Friedrich der Große -- Blatt 14


    Lebenslauf:
    FRIEDRICH DER GROSSE wurde als zweites Schiff als Ersatz HEIMDALL bei der Bauwerft AG Vulkan in Hamburg am 26.01.1910 auf Stapel gelegt. Stapellauf am 11.06.1911, Taufe durch Prinzessin Alexandra von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, Indienststellung am 15.10.1912, der Marinestation Ostsee zugeteilt.
    Nach Erreichen der Frontreife wurde FRIEDRICH DER GROSSE zuerst der V. Division zugeteilt, übernahm ab 22. Juli 1913 die Aufgabe als Flottenflaggschiff, wurde ab 15. März 1917 Geschwaderflaggschiff im IV. Geschwader.


    Einsätze:
    1914: Vorstoß gegen Yarmouth 2.-4. November, Sicherung der Großen Kreuzer bei einer Unternehmung gegen Hartlepool, Withby und Scarborough.
    1915: Mehrere Vorstöße in die mittlere Nordsee ohne nennenswerte Gefechtsberührung.
    1916: 5.-6. März Vorstoß in die Hoofden ohne Gefechtsberührung. 24.-25. April Teilnahme an einer großen Operation gegen die britische Ostküste. 30. Mai 1. Juni Zusammentreffen mit der britische Home Fleet im Skagerrak. Mit Ausnahme SMS KÖNIG ALBERT (Werftaufenthalt) nahmen alle Linienschiffe der KAISER-Klasse an dieser Unternehmung teil. In der legendären Skagerrak-Schlacht blieben bis auf SMS KAISER, der durch zwei 34,5 cm Granaten leichte Schäden hatte, alle Schiffe unversehrt. 18.-20. August ergebnisloser Vorstoß Richtung Sunderland. 18.-29. November Vorstoß gegen die Doggerbank. 4.-5. November Vorstoß in Höhe der dänischen Westküste ohne Gefechtsberührung.
    1917: Einsatz in der Ostsee, Einnahme der Baltischen Inseln. Auch auf FRIEDRICH DER GROSSE Meutereien wegen Langeweile und schlechter Verpflegung. Die Rädelsführer wurden hart bestraft. Oberheizer Reichpietsch, mehrfach vorbestraft, wurde zum Tode verurteilt und standrechtlich erschossen.
    1918: Ergebnislose Vorstöße in die nördliche Nordsee. 19. November Auslaufen in die Internierung, ab 25. November gemeinsam mit anderen Schiffen der Hochseeflotte in Scapa Flow.


    Weiteres Schicksal:
    Am 21. Juni 1919 versenken sich alle in Scapa Flow internierten Schiffe auf ein verabredetes Signal. Konteradmiral von Reuter wollte verhindern, daß die Schiffe den Siegermächten in die Hände fallen. Die sorgfältig vorbereitete Aktion war unter den Augen der britischen Bewacher ein voller Erfolg.
    Eine schottische Firma erwarb die Bergungsrechte an den Wracks. Mit der Bergung von FRIEDRICH DER GROSSE aus 42 Metern Tiefe begann man im Juni 1936. Da die Besatzungen mit den Versenkungsvorbereitungen besonders gründliche waren alle Ventile aufgedreht, Schieber ausgebaut und über Bord geworfen, Türen und Schotten entfernt dauerten die Vorbereitungen für die Hebung über neun Monate. Nach Abdichtung des Rumpfs Auftrieb durch Preßluft, Aufschwimmen kieloben. Nach dem Absprengen der Aufbauten wurde das Wrack von holländischen Schleppern kopfüber nach Rosysth geschleppt und ebenso eingedockt, dann von unten nach oben abgebrochen. Für den gewonnenen Schrott sollen 130.000 Pfund erzielt worden sein.

  • Baubericht Friedrich der Große -- Blatt 15


    Technische Daten:
    Abmessungen:
    Einsatzverdrängung 27.000 Tonnen, Länge 172,40 m über alles, Breite 29,00 m in der Konstruktionswasserlinie, Einsatztiefgang 9,10 m, Seitenhöhe 14,4 m Backdeck, 12,18 m Oberdeck, 7 Wasserdichte Abteilungen, drei Turbinenräume
    Antrieb:
    16 Marine-Wasserrohrkessel, davon 3 ölbefeuert, drei Turbinen auf drei dreiflügelige Schrauben mit 3,75 m Durchmesser, Antriebsleistung 42181 WPS, zwei Parallelruder, Geschwindigkeit 22,4 Knoten
    Brennstoff: Vorrat maximal 3600 t Kohle plus 200 t Öl, Fahrbereich 7900 sm bei 12 kn, 2400 sm bei 21 kn
    Besatzung:
    41 Offiziere, 1043 Mann, als Geschwaderflaggschiff zusätzlich 14 Offiziere und 80 Mann, als Flottenflaggschiff zusätzlich 2 Offizier und 40 Mann
    Bewaffnung:
    10 Schnelladekanonen 30,5 cm L/50 in Zwillingstürmen, Reichweite 20 km
    14 Schnelladekanonen 15,0 cm L/45 in Kasematten, Reichweite 13,5 km
    8 Schnellade-Kanonen 8,8 cm L/45 in Wiegen-Lafetten, 2 im Vorschiff, 2 im vorderen Brückenaufbauten, 2 im Heck, später durch 4 Flugabwehrkanonen 8,8 cm ersetzt
    5 x 50 cm Unterwassertorpedorohre, 1 im Bug, 4 seitlich
    Panzerung:
    Gürtel 180-350 mm, Schiffsenden: 150 mm, Aufbauten und Batterie: 30 mm, Hauptartillerie: 110-300 mm, Barbetten: 300 mm, Kasematten: 80-170 mm
    Beiboote:
    2 Motorboote, 2 Barkassen, 2 Kutter, 2 Jollen, im Krieg zusätzliche Flöße
    Ausrüstung:
    Torpedoschutznetze Gewicht 28 Tonnen wurden nach der Skagerrak-Schlacht abgebaut, acht 110 cm Scheinwerfer, verschiedene Entfernungsmeßgeräte



    Das Modell mit 68,8 cm Länge, 11,4 cm Breite und 18,8 cm Höhe entstand in knapp zwei Monaten, bei Fertigstellung waren 1423 Einzelteile in 136 Arbeitsstunden verbaut.


    Ole / März 2005

  • Hallo Ole,


    Danke für den Baubericht und die erstklssige Beschreibung der Geschichte des Schiffes. da kann ich was lernen bin noch nicht zu alt dazu.


    Nochmals ein Danke
    Grüße
    Ernst

  • Hallo Ole,


    schließe mich meinen Vorrednern an Super gebaut =D> =D>


    Grüße von der Ostsee


    Herbert

    Die letzten Arbeiten: CGS Canada, Fischereihilfsschiff ROBERT KOCH, MS Fritz Heckert, 16.KBW Fokker E III, MS Ferdinant Freiligrath, Hochseeschlepper Sturmvogel, Hochseeschlepper Eisvogel, Kreuzer Aurora, LO- 2500 , AN 2K NAK, Lotsenversetzboot Frya, Antonow AN 10, Saporoshez SAS 966, Werftkran, Bunkerboot, MS Schwerin, MS Vasoula


    In Arbeit : Fregatte Berlin