Artillerie-Schulfregatte F212 GNEISENAU ex HMS Oakley der Bundesmarine – Eigenkonstruktion 1:250

  • Moinsen zusammen!
    Seit einiger Zeit ist das Modell der GNEISENAU bei Johannes Gründling auf seiner Webseite erhältlich. Es sind auch schon welche gebaut worden, ohne die allfällige Bauanleitung, die man eigentlich voraussetzen kann. Ausser bei den Machwerken, die ich hin und wieder publiziere, bzw. lasse. :D
    Um diesem gravierenden Mißstande ein wenig abzuhelfen, habe ich - nach Rücksprache mit Johannes - mich entschlossen, die Häppchen aus meinem Blog auch hier den interessierten Lesern zugänglich zu machen.

    Vor 10 Jahren begann ich mit der ersten Zeichnung dieser Fregatte, die zu der Erstausstattung der jungen Bundesmarine gehörte. Als HMS OAKLEY wurde sie, zum Typ HUNT II gehörend, im Mai 1942 as Destroyer Escort in Dienst gestellt. Am 18. Oktober 1958 übernahm die junge Bundesmarine sie und nach einigen Modifikationen als F212 GNEISENAU in den Flottendienst eingereiht.

    Dieses Foto zeigt HMS OAKLEY unter englischer Flagge – Foto: (Navy Photos/George Knight)

    Die Schulfregatte Ex GNEISENAU F 212 in See. Diese Aufnahme entstand 1961 – vor dem großen Umbau auf die neuen Waffensysteme. Foto_ PIZ Marine, Flensburg.
    Das 1955er Neubauprogramm der jungen Marine erforderte entsprechende Einheiten für die Ausbildung auf die neuen Waffen und deren Elektroniksysteme; gleichzeitig musste auch der nautische und seemännische Nachwuchs ausgebildet und geschult werden.
    Neben der Schulfregatte F216 SCHEER für die Marineortungsschule in Bremerhaven wurden auch F213 SCHARNHORST und eben F212 GNEISENAU einem grossen Umbau unterzogen.

    F212 GNEISENAU im Jahre 1964 nach erfolgtem Umbau. Foto: PIZ Marine, Flensburg

    Dieses Bild zeigt meine damalige Umsetzung im Modell. Grundlage für den Rumpf war ein polnischer Bausatz der KUJAWIAK und die Aufbauten gestaltete ich nach Fotos und einer Zeichnung, die mir damals Franz Mrva freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte.
    Wenig später gelangte ich durch Peter Hurler an den englischen Plan und entsprechend dazu auch an einen brauchbaren Spantenriss.
    Vor längerer Zeit hatte ich dann den Rumpf neu entwickelt und hoffte immer noch, dass sich die BIld- und damit auch die Informationslage über das Original entscheidend verbessern würde. Leider hat sich bis heute nichts getan.
    Deshalb habe ich mich entschlossen, eine farbige Version des damaligen Modells entstehen zu lassen ….

    mit einem lieben Gruß
    Kartonskipper

  • Wahrschau – der Rumpf der GNEISENAU...

    Eigentlich ist der Begriff Wahrschau – aus der Seemannssprache – ein Hinweis auf eine kommende Gefahr; in meiner Zeit jedoch wurde er als Achtungsruf genutzt um die Aufmerksamkeit auf den Rufenden und seine darauf folgende Handlung zu lenken … Wahrschau, die Pütz …

    Und hier noch einmal - obwohl ich mich wiederhole:
    Alle Spanten, Decks, Stützen und Grundplatten der PASSAT- und AGfB-Modelle werden auf gleichem Material verdoppelt.


    Im folgenden Beitrag möchte ich damit die Aufmerksamkeit auf den Rumpf des Modells lenken.

    Zuvor noch ein paar Hinweise in eigener Sache; seit ich begonnen habe, selbst Schiffsmodelle zu zeichnen, baue ich in diesem Bereich auch nur die eigenen Entwürfe. Aus diesem Grund habe ich mir ein paar Eigenheiten angewöhnt, die sich im Nachhinein als durchaus brauchbar und sinnvoll erwiesen haben.
    Mein Augenmerk liegt vor allem auf dem Rumpf eines Schiffes – und da versuche ich, aus dem Material Karton das Optimum unter Berücksichtigung seiner Eigenschaften herauszukitzeln …
    Ein guter Schiffsrumpf oder besser gesagt, seine Umsetzung ins Modell unter Berücksichtigung seiner Linien, ist für mich die Krönung meines Tuns.
    Was nützt der beste Aufbau, wenn er auf schlechtem Fundament?
    Um die Proportionen und Linien zu prüfen, habe ich die Vorschiffsektion separat zusammengebaut. hier mal das Spantengerüst mit Teil der Grundplatte und Backdeck ...

    Wie bei all‘ meinen Schiffen aus eigener Hand und analog zum Passat-Verlag – alles was Spant und Grundplatte sowie Deck heißt, wird auf gleicher Materialstärke des Ausdrucks gedoppelt!
    Warum ich diesen Hinweis gebe? Dieses Modell wird für interessierte Freunde für den Nachbau in irgendeiner Form zugänglich gemacht und mein Bericht hier ist quasi die Einleitung zum Thema und eine Anleitung, wie man daraus dann mit den entsprechenden Baubögen ein Modell erstellen kann.

    Die GNEISENAU ist mit Querspanten – und Horizontalspant im Vorschiffsbereich und Spanten in Kastenform im hinteren Bereich aufgebaut. Der Aufbau des Spantgerüstes gestaltet sich einfach; die Ordnungsnummern folgen der Bauabfolge; ich habe mir daß so zu eigen gemacht. Es ergibt sich daraus eine Logik, die nicht in Bilder oder Texte verfasst werden muss – wer Anfänger in diesem Hobby ist, sollte lieber erst einmal ein paar einfachere Modelle bauen.

    Das Foto gibt hier den Hinweis wo was übereinstimmen sollte …
    Gleiches gilt für das Anbringen der Bordwände im Bereich der Back…

    Und hier der vorliche Anblick meines Probestückes, bevor ich dann in Farbe und noch ein paar Hinweise auf die Verarbeitung der Bordwände gebe.

    Anbringung und Vorbereitung der Bordwand im vorderen Bereich:
    Ich versuche in den meisten Fällen ohne Schnitte in die Bauteile auszukommen; jeder Schnitt führt beim Zusammenbau zu Fehlerquellen. Diese Rumpfform ist nicht ganz ohne. Um die Laufrichtung einzubinden, sie aber an kritischen Stellen zu überlisten, setze ich rückseitiges Rillen im vorderen Bereich ein.

    Auf der unteren Linie des Plattenganges habe ich ein paar Referenzpunkte gesetzt; diese bitte durchstechen und von der Rückseite rillen und leicht konkav formen; den unteren Bereich entsprechend ausrunden und dann – Markierung Deck/Bordwand – im Bereich von 10 vor und 20 mm hinter der Markierung – am Spantengerüst verkleben. Dann in kleinen homöopathischen Abständen nach vorn hin – an der Grundplatte unten orientierend – nach vor „abarbeiten“ …

    Ich betone ganz bewusst, langsam nach vorn hin – die Spanten dienen als Klebestelle …
    Anschliessend die Rumpfhälften des Hauptdecks – von hinten mittig auf dem Längsspant beginnend nach vorn am Spantgerüst verkleben. Die Teile der vorderen und der hinteren Bordwand haben Überstand .. der Trennsschnitte sollte jedoch nicht genau auf einem Querspant erfolgen!
    In meinem ersten Beitrag schrieb ich, dass ich den vorderen Rumpf einer Überarbeitung nach Originalplan unterzog, ich hoffe – siehe Foto – und ich glaube, im Vergleich mit meinem damaligen Weissmodell, es hat sich gelohnt?!

    Jetzt werde ich erst einmal die Bauteile entsprechend auf Bogen bringen und mit .. Nummern versehen .. hoffentlich versehe ich mich nicht?

    mit einem lieben Gruß
    Kartonskipper

    MAGA: Make America Go Away :thumbup:

    Und die Geschichte meines Fletchers ist hier zu lesen: D170 alias Z1

    Edited once, last by kartonskipper (August 10, 2026 at 9:40 PM).

  • Moin,

    ….. Klasse ….. und sowas von ausführlich…

    übernimm dich nicht, Wilfried :D

    Günter

    P.S.: in meinem laufenden Bb eines WHV-Modells hatte ich auf Nachfrage geschrieben: seit ich das erste Passat-Modell gebaut habe, verdopple ich die Spanten generell. Auch finde ich, dass sich Bordwände an verdoppelten Decks besser anschmiegen als an Laschen.

    Freue mich auf die Umsetzung auch der dritten Schulfregatte aus meiner eigenen Bw-Zeit.

    Günter

    Auf der Werft: EGV Ffm; Fregatte Brandenburg

    Meine letzten fertigen Modelle:

    S.M.S Nassau, F216 Scheer, MS Wappen v Hamburg, S 13, S 100, P 6059 Jaguar,
    KWdGr mit UWS, A 63 Main, S72 Puma, WFS Planet, St. Lorenz Nürnberg; HMCS Agassiz; PzKanBt Natter; Hermes; SMS Breslau; MS Clement; MS Iserlohn; Dio Kleine Werft; W4,W8,W21,W22; P 6148 Löwe; A 52 Oste; MS Finnmarken; LKr Nürnberg; MS Mellum; Z 1; Tender Donau; Grumman Albatross; Fairey Gannet; BiMiSuBo Freya und Amazone

  • F212 GNEISENAU – Ich will uns eine Brücke bauen…

    … gut, sie ist nur aus Karton und für ein Schiff im Maßstab 1:250 – aber immerhin muss sie stabil sein um die nachfolgenden Bauteile auf- und anzunehmen.
    Insofern – herzlich willkommen zur Baugruppe 29/30, die sich ausschliesslich diesem Bauwerk und ein paar Ergänzungen widmen wird.

    Zuvor ein paar Worte zur „Helling“; es handelt sich bei meinem Modell um einen erweiterten Konstruktionsbau; der Ausdruck erfolgt auf einem Tintenstrahler billigster Herkunft. Entsprechend der Jahreszeit macht es Sinn, hier Abschnitte von Styrodur, die ich sonst für den Eisenbahngelände- und Unterbau verwende, einzusetzen. Damit erspare ich mir unnötige Fingerabdrücke in der Bauabfolge. Zwischendurch sind immer noch kleine Korrekturen erforderlich und die trage ich dann direkt in die Druckbögen ein.
    Die L-Profilfe bedürfen keine Erklärung mehr, hoffe ich? Ich ziehe diese Form für die Anbringung von Wänden denen des Stecklaschen- oder Knicklaschensystems vor.
    Minimierung von Toleranzen und ein vernünftiger Anschlag zum Kleben. Es empfiehlt sich während der Montage dieser Profile, ein Querspantenübergreifendes Lineal oder einen Plastikstreifen als Anschlaghilfe zu benutzen.
    Die Bauteile sind wieder in der Reihenfolge der Verarbeitung mit Buchstaben gekennzeichnet.

    Hier noch einmal die rückwärtige Ansicht; dem Spantengerüst für den Aufbau des Hauptdecks ist hier noch keine Beachtung zu schenken. Ich hatte es für die Kontrolle des Decks schon angebracht.
    Im nächsten Schritt ist der Brückenhaus-Vorbau an der Reihe; das Deck darauf nimmt später die feste Reling und den Meßbalken auf; ebenfalls befinden sich dort an beiden Seiten Rettungsinseln sowie zwei Seiltrommeln.

    Nach dem Anbringen der Bauteile wird die Frontblende 29j an Deck 29g befestigt.
    Bevor die Brückenhauswand angebracht werden kann, ist noch Deck 29k in Position zu bringen.

    Im nächsten Schritt zeige ich das Anbringen der Brückenhauswand 30. Sauberes Ausrunden im oberen Bereich der Bulleyes ist Voraussetzung. Als Klebehilfe sind zwei Profile zu verdoppeln und links und rechts innen anzubringen. Ich habe auf der Backbordseite mit dem Verkleben begonnen und mich dann – links oben innen und „um Eck“ gehangelt. Guter Referenzpunkt sind Deck 29k Hinterkante und Querspant 29d.
    Man kann aber auch das komplette Bauteil zusammenkleben und dann von vorn einschieben. Aber dann darauf achten, das die Wand mit den Bedienteilen noch nicht abgeknickt ist.
    Ich wollte es jedoch für den Musterbau erst einmal nicht riskieren…
    Die Anbauten, Lüfter und ähnliches sind – in unmittelbarer Nähe auf dem Baubogen angeordnet – ich mag diese ewige Sucherei nach Teilen nicht, die bei manchen Modellen auf vielen Bogen verstreut sind.
    Das Anbringen von Trompetenlüftern und anderem „Kleinzeug“ sollte vorher erledigt sein – für die Verwendung einer Ätzplatine und den Steigleitern sind entsprechende kleine „Piekser“ für deren Haltekonsolen von mir, links und rechts der grauen Schutzflächen, vorgesehen.

    Was ich noch geändert – die Kontur bei den hellgrauen Bauteilen erschien mir zu kräftig und kontrastreich. Ich habe deshalb deren Tonwert auf 50% gesetzt. Was kein Problem darstellen sollte, weil die meisten mit einer Leuchtlupe am Arbeitsplatz unterwegs sind …
    Weiter ging es im Baufortschritt mit den Brückennocks – diese sind durch Umkleben des dafür vorgesehenen Decks vorzurunden und innen mit dem Lichtkasten zu versehen. Anschliessend kommen sie auf die entsprechenden Markierungen an Bauteil 30.
    Die seitlichen Gehäuse am Kommandostand und der Niedergang folgen als nächstes.
    Den Abschluss bilden dann die Bauteile 30f, g – durch Einschub und h.

    In der Zwischenzeit – weil es doch sehr ermüdend ist, kann schon einmal der Sockel für das 100-mm-Mehrzweckgeschütz in Angriff genommen werden .. da sind ja einige Dreiecksteile zu verkleben – wenn man denn mag?

    Hinzuweisen bleibt mir noch auf die Decksblenden 30n für Deck 30g; die Schwenkvorrichtung und Halterung für die Rettungsinseln auf Deck 29g – kann alles schon angebracht werden.
    Genau wie die feste Reling für das 100-mm-Zielgerät auf dem Peildeck … für die inneren Stützen finden sich die Markierungen auf dem Deck; für die Position des inneren Schotts ist das eigene Auge verantwortlich. Wer mag setzt noch die Handläufe auf die Brückennockwände.
    Für den Windabweiser und Seitenteile gibt es eine Schneide- oder Kopierschablone; ich habe sie aus Overheadfolie erstellt.
    Mit einem lieben Gruß
    Kartonskipper

    MAGA: Make America Go Away :thumbup:

    Und die Geschichte meines Fletchers ist hier zu lesen: D170 alias Z1

  • ….. Klasse ….. und sowas von ausführlich…

    übernimm dich nicht, Wilfried :D

    Nein, tue ich nicht. Ist mir nur ein Bedürfnis; diese Anleitung erschien bei der Verkaufsankündigung dieses Modells - damals noch Passat-Verlag auf meinem Blog. Ich erachte sie bis heute als brauchbar, auch wenn ich ja als schlecht deutsch lesbarer Textverfasser, der keine brauchbaren Anleitungen zustande bringt, neulich wieder bezeichnet wurde.
    Text, der einigermaßen verständlich geschrieben, und Bilder, die man vergrössern kann - wir alle werden ja nicht jünger, halte ich allemal für besser als Papier- und Tintenverbrauch. Zumal die meisten von uns ja sowieso häufig online sind.
    Und gerne noch ein Wort zur damaligen und immer noch aktuellen Verkaufsidee; jeder, der unsere Dateien, AGfB erwirbt, kann sie als Mehrwert für seine Modelle zur Verfeinerung oder was auch immer verwenden. Im englischen Sprachraum nennt man daß wohl Multi-Purpose? Und wenn man sich beim Bau mal verdaddelt hat, einfach neu ausdrucken, ohne neu kaufen zu müssen. Ich denke, dass ist doch auch etwas wert, oder?

    Entschuldigung, aber dass musste ich einfach einmal loswerden; und wenn ich die erste Million als Konstrukteur verdient habe, spende ich gerne einen Sanatoriumsaufenthalt ... :D:D

    Mit einem ganz lieben Gruss
    kartonskipper

    MAGA: Make America Go Away :thumbup:

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    Edited once, last by kartonskipper (August 10, 2026 at 10:50 PM).

  • F212 GNEISENAU – Hauptdeck – Aufbau und Kleinteile

    Bevor ich mich dem eigentlichen Thema dieses Beitrages zuwende, zuvor ein Erratum zu meinem letzten Beitrag hier. Ich schrieb von Peilern, die sich in den Brückennocken befanden – dieses ist schlicht falsch.
    Diese befanden sich an Back- und Steuerbord der Steuerhauswand der offenen Brücke – siehe auch Schulfregatte SCHARNHORST.
    Auf den von mir genannten Positionen befanden sich ZAG’s – Zielanweisungsgeräte für die 4-cm-Bofors Geschütze.
    Diese Geräte wurden von der Firma Hollandse Signaalapparaten geliefert. Die Umsetzung im Modell zeige ich einmal hier:

    Wie man unschwer erkennen kann, ist der Zusammenbau dieser Geräte keine Tätigkeit, die man nach einem aufreibenden Arbeitstag erledigen sollte? Oder vielleicht gerade deswegen zur Entspannung?

    Ich wende mich jetzt dem Spantengerüst und den vorbereitenden Arbeiten für das Hauptdeck zu.

    Bei Deck 31c bitte das Rillen rückseitig nicht vergessen – es gibt einen Versatz im Deckssprung.
    Hier noch einmal die Grundidee der L-Profile in Verbindung mit Querspanten als Unterbau:

    Es ergibt sich somit ein perfekter Anschlag für die Aufbauwände.

    Wer die Details darauf plastisch darstellen möchte, sie sind unmittelbar unter oder neben den entsprechenden Bauteilen angeordnet.
    Hier noch einmal der Hinweis – auch wenn auf dem Foto explizit dargestellt: Innenschanzteile der Aufbauwände und Ergänzungen – in Höhe des Decks grau anlegen.

    Nach dem Anbringen der Aufbauwände mit den „festen“ Relingsteilen diese durch die zu rundenden Teile ergänzen. Anschliessend die Innenschanz anbringen. Für die Decksverstärkungen im hinteren Bereich sind Markierungen vorgesehen. Anpassen ist bei allen Arbeiten möglicherweise erforderlich.

    Im nächsten Schritt können die Lüfter aussen an der festen Reling; einige Spinde auf dem Hauptdeck, Stelling, Kabel-/Seiltrommel angebracht werden. Auf Deck 31c selbst finden die Spinde, Kästen und Aufbauten ihren Platz. Auch Relings und Steigleitern sollten jetzt schon verarbeitet werden.

    Dieses Bild unterstreicht noch einmal meine Zeilen; im nächsten Beitrag geht es um Rettungsmittel …
    mit einem lieben Gruß
    Kartonskipper

  • F212 GNEISENAU – Rettungsinseln, Kutter und Dinghi – nur Schwimmen ist schöner…

    Es geht weiter mit der Anleitung, Anregung oder vielleicht sogar Werbung in eigener Sache?
    Eines soll mein Bericht allemal nicht – bevormunden, wie man etwas zusammenzukleben hat. Der eigene Kopf sollte ja auch noch etwas zu tun bekommen.
    Wie immer ging es von der Mitte nach außen, in diesem Fall – außenherum mit den Halterungen für die Rettungsinseln, die in zwei Versionen vorhanden sind. Die Teile 41, die im Original mit einem Schwenkmechanismus über die Bordwand hinaus und Teile 42, deren Last direkt im Ernstfall über Bord fällt.
    Es empfiehlt sich, die Winde für die Davits jetzt schon anzufertigen und an Bord zu verkleben.

    Die Winde ist eher rudimentär gestaltet – es fehlten einfach die Fotos, bzw. Zeichnungen für eine optimale Ausarbeitung.
    Beinahe hätte ich das Dinghi vergessen; es besteht aus nur wenigen Teilen – die Lagerböcke werden später als Ätzteil gefertigt – ebenso ein detailierter Davit mit entsprechendem Tauwerk …

    Der 9,5-m-Kutter - Bauteile 46 – ist dem Bausatz der SCHEER entnommen und wird in der Buchstabenfolge zusammengebaut. Gleiches gilt für die Davits, deren Gleitbahnen bitte entsprechend einkürzen – lieber etwas Reserve ….

    Zum Schluss noch eine kleine Impression von der Back nach achtern …

    Bis zum nächsten Mal mit einem lieben Gruß
    kartonskipper

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    Edited once, last by kartonskipper (August 12, 2026 at 2:54 PM).

  • Ich wundere mich, wie ich die Schulfregatte ohne diese Anleitung habe bauen können !!!! ?(?(?(

    Aber vielleicht trauen sich jetzt viele weitere an dieses schöne Modell ran-

    Gruß aus Flensburg

    Jochen

  • vielleicht konnten wir das, weil wir als kleine Jungs das Schiff im Unterbewußtsein wahrgenommen haben.:D:D

    In Mürwik und inne Werf(t) war ja immer was los.:D:D

    Oder gibts eine bessere Erklärung?

    Ralph

    p.S: der Pott läßt sich wirklich gut bauen! Und jetzt mit Bauanleitung sowieso

  • F212 GNEISENAU – Teile auf die Back ... zack, zack.

    … nein, so heftig geht es auf meiner kleinen Werft nicht zu; es reimte sich eben so schön. Erst einmal ein grosses Dankeschön an alle, die dieses Vorhaben so zahlreich begleiten.
    So, nachdem die Rettungsmittel abgearbeitet sind, möchte ich nun mit der Detailierung der Back fortfahren.

    Über den Wellenbrecher brauche ich eigentlich keine Zeilen schreiben, ausser, bitte das Schott nicht zu vergessen ..
    Wichtig ist jedoch, auf die beiden Unterscheiben 49 hinzuweisen, darauf die beiden Unterspills – kann man dass so bezeichnen? und die Kettenführung; ich habe keine gezeichneten Ketten aus Karton vorgesehen; es ist nicht mehr stimmig in den Zeiten, da vergleichbare aus entsprechendem Material zur Verfügung stehen. Nur Puristen werden mir hier gram sein; damit kann ich leben.
    Nein, ich empfehle hier die Ketten von Weinert Modellbau, sie sind bei verschiedenen Anbietern unter der Nummer 9318 erhältlich. Und bevor dann wieder irgendwelche Preisdiskussionen beginnen; Freunde meiner Generation; hier nagt keiner am Hungertuch und ist durch Rente und noch besser, durch Pension so gut alimentiert, dass es schon fast peinlich wäre, über Beträge unter 10 Euro zu diskutieren.

    Ein Hinweis vielleicht noch; ich habe irgendwann einmal aufgehört, Poller und ähnliche Kleinteile aus Karton zu formen; es gibt von Evergreen und anderen Herstellern genug Rundmaterial, welches mittels Farbe einen brauchbaren Ersatz zum Karton bietet; gleiches gilt für Klampen und ähnliche Dinge.
    In diesem Sinne, nehmt nicht alles ernst, was ich schreibe, haltet Euch an Fotos und benutzt den eigenen Hirnschmalz, solange die Synapsen noch funktionieren ..
    Lieber Gruß
    kartonskipper

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    Edited 2 times, last by kartonskipper (August 14, 2026 at 10:59 PM).

  • F212 GNEISENAU – Hoch vom Mast …

    … weit auf die See hinauszuseh’n heißt es im Gorch-Fock-Lied des Freiherrn von Stackelberg.
    Die Radartechnik hat den seemännischen Ausguck weitgehend verdrängt, was jedoch geblieben, ist die Höhe um mehr als der Gegner zu sehen und sie hat natürlich auch Relevanz für die Navigation des eigenen Schiffes.
    Hierfür habe ich die Baugruppe 50/51 Mast- und Plattform vorgesehen.
    Da die Materialstärke 160 g Karton völlig ausreicht und ich aus diesem Grunde auf eine Verdoppelung verzichtet habe, ist ein Rückseitendruck erforderlich.
    Dieser wird als erstes durchgeführt und nach dem Trocknungsvorgang des Blattes mit den entsprechenden Bauteilen bedruckt.
    Der Mastunterbau besteht aus einer Pyramide mit 3 Seitenteilen; sie werden stumpf zueinander verklebt und am Schluss wird das rückseitige Bauteil 50b – bitte an die Reling denken, falls gewünscht – angebracht.
    Erst dann die Baugruppe auf dem Modell befestigen.

    Die Plattform 50 c/d wird entsprechend vorbereitet und findet dann auf der „Pyramide“ Platz. Als Referenz dient die Linie mittig auf dem Bauteil die mit der Hinterkante – optisch – von 50b abschließt.
    Relingsteile für die obere Plattform – ich habe hier die feine aus dem Programm des Passat-Verlages verwendet – natürlich vorher entsprechend anpassen.
    Es sollte für dieses Modell auch eine entsprechende Platine aus Neusilber geben; ich konnte für den Konstruktionsbau natürlich nicht darauf warten …

    Vor dem Anbringen der Stützen die Steigleiter, falls gewünscht „einfädeln …“
    Das Foto zeigt die Positionen – ich habe noch nicht alles eingefärbt.
    Die von mir verwendete Rahmenantenne habe ich aus der SCHARNHORST-Platine entlehnt; man kann sie auch aus Relingsteilen herstellen, wenn man die überflüssigen Stege entfernt.

    Ich habe vor dem Mastanbau noch die Flaggleinenhalterung als Ätzteil angebracht und den Signalscheinwerfer ebenfalls mit Ätzteilen ausgestattet …
    mit liebem Gruß
    Kartonskipper

    MAGA: Make America Go Away :thumbup:

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    Edited once, last by kartonskipper (August 16, 2026 at 1:24 PM).

  • Hallo Kartonskipper

    das Modell scheint mir, wie schon die beiden anderen Fregatten sehr gut baubar zu sein. Kommt bei mir bestimmt noch mal dran( wenn meine Restlaufzeit ausreicht !)

    L.G.Günther

  • Ich sag nur eins dazu: wunderschön!!!!

    Liegt am Original, Heinrich. Ich habe es nur versucht, umzusetzen. Wobei mir noch ein Hinweis gestattet sei; wenn dem einen oder anderen Betrachter eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Mast der 55er Fregatten oder den Tendern Rhein-Klasse z. B., auffällt? Diese Ähnlichkeit ist gewollt. Wurden doch die künftigen Schiffsleitoffiziere und Gasten auf der GNEISENAU u. a. ausgebildet.

    Kommt bei mir bestimmt noch mal dran (wenn meine Restlaufzeit ausreicht !)

    Ich drücke Dir alle Daumen - Modellbau hält jung.
    Mit einem lieben Gruss
    kartonskipper

    MAGA: Make America Go Away :thumbup:

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  • F212 GNEISENAU – Radar – geht klar!

    Auf den Schulschiffen und parallel auf den Einheiten des 55er Bauprogramms wurde auf bewaffneten Einheiten das See- und Luftraumüberwachungsradar SGR 103/DA02 – später SGR 105/DA04 – eingebaut. Die Geräte kamen von Hollandse Signaalapparaten, ein Hersteller, welcher über Jahre der Standardausrüster für solche Produkte war.
    Für die GNEISENAU ist also die gleiche Bauteilgruppe wie bei SCHARNHORST und SCHEER zu verarbeiten. Für die Darstellung der Matratze liegt eine Schablone zum Ausdruck auf Overhead-Folie bei, bzw. ist als Kopiervorlage nutzbar.
    Die Bilder zeigen den Zusammenbau, eine Benummerung ist nicht erforderlich …

    Wer es allerdings etwas filigraner möchte, kann das SGR fast komplett aus der Ätzplatine der SCHARNHORST bauen. Es lohnt, die Platine der SCHARNHORST zu erwerben; dort sind viele Teile absolut brauchbar für GNEISENAU, wie man noch im weiteren Anleitungsbericht sehen wird.
    Ich habe hier auch wieder die SCHARNHORST Platine „angeknabbert“..
    Da sieht dann Zusammenbau der Teile so aus; bzw. ich zeige hier die Teile, die ich verbaut habe …

    Wer sich den Unterbau aus Metall nicht zutraut – auch die Matratze mit dem Signalhorn allein lohnt, sich damit zu beschäftigen und man bekommt ein Gefühl für ein Material, welches ich immer mehr zu schätzen weiß.
    So sieht es dann auf dem Antennenpodest aus; darunter ist noch die Schachtelantenne Kelvin-Huhges … ach ja, bevor ich es vergegesse; wer die Flaggleinen – ich habe sie aus Wonderwire hergestellt – anbringen möchte? Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt; auf der Platine befindet sich auch eine zweiteilige Ösenleiste, die in diesem Falle sehr hilfreich ist …

    Mit einem lieben Gruss
    kartonskipper

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  • F212 GNEISENAU – Bofors weitergeht …

    als erstes ein paar Bilder, die zeigen, wie und wo manche Teile der 4-cm-Einzelflak sich im Original befinden und welche ich in Verwendung gebracht habe.
    Ich liebe solche ellenlangen Sätze … gleichzeitig dient er mir als Anleitung für die Einleitung zu einer Verhaltensweise meinerseits, daß ich ein Freund derer bin, die nicht den Anleitungen und Bauteilen der Anbieter vertrauen sondern .. das Original als Vergleich heranziehen möchten.
    Es hilft bei der Entscheidung, nehme ich eine Zusatzplatine, die solch‘ Teile im Überfluss enthält oder belasse ich es bei den angebotenen Kartonteilen.
    Vor dieser Entscheidung stehe ich schon lange nicht mehr; wenn man erst einmal die Restlaufzeit erreicht hat, ist das Verlangen nach vollkommenem Genuss jedweder Art unersättlich und kann auch im Hobbybereich nur schwer gestillt werden.
    Nun ist aber gut … meine Güte, da ist die Kraft des Wortes aber direkt selbständig auf die Tastatur gegangen …für Kartonpuristen und Liebhaber der Wilhelmshavener Schule allerdings noch der Hinweis, hier nicht weiterzulesen .. man will ja keinen in Versuchung führen!

    Lange Rede, kurzes Rohr – die Kartonteile für dieses Geschütz sind in baubarer Form bei SCHEER und SCHARNHORST im Modell schon überprüfbar gebaut und wohl auch gelungen. Im Original handelt es sich hier um ein Standardgeschütz welches als Flugabwehrwaffe im Nahbereich auf allen militärischen Einheiten in Einzel- oder Doppelversion ein- bzw. aufgebaut war.
    Deshalb auch die zweifache Aufstellung dieser Variante auf der, wie der Name schon sagt, Artillerie-Schulfregatte.
    Die Lords sollten üben, Ziel erfassen, Laden, Richten und .. wenn es daneben ging, bekam der Geschützführer eine Zigarre vom Alten …oder so?
    Nein, nicht in Form einer Hülse, die wurden von dem den Geschützsockel umrandeten Hülsenfangzaun – wie der Name schon betont – eingefangen. Und beider Bauteile müssen hier nicht explizit erwähnt werden …

    Die puristische Variante; ich habe diese dann versucht, durch Bauteile aus Neusilber, dem Original anzugleichen …

    Ergänzt wurden die Schemel – diese bitte als erstes in die Wanne einbauen, ob Karton oder mit Rückenlehne.
    Ausgetauscht habe ich die Munitionsracks, das Verschlußstück mit Ladeeinrichtung und die optische Visiereinrichtung, sowie das Rohr durch ein aus Messing gedrehtes von Jürgen Eichardt.
    Hinzu kamen die Steigeisen und die Ledermanschetten für die Ladeschützen …
    Nun kann man sich fragen, tut dat not – nö, tut es nicht, macht aber Spass – auch wenn die anschliessenden Aufnahmen mit einer Kamera, die im Nahbereich mehr als man selbst sieht, offenbart welcher Stümper man ist…

    Egal, nun sind sie an Bord …

    Ich hoffe, meine Penetration zu diesem Thema war nicht allzu langweilig, sondern eher kurzweilig in diesen schon wieder eiligen Zeiten?
    Gruß
    kartonskipper

    MAGA: Make America Go Away :thumbup:

    Und die Geschichte meines Fletchers ist hier zu lesen: D170 alias Z1

  • Ich hoffe, meine Penetration zu diesem Thema war nicht allzu langweilig, sondern eher kurzweilig in diesen schon wieder eiligen Zeiten?
    Gruß
    kartonskipper

    ..... versuch's einfach weiter und überprüfe, wann uns Betrachtern die "Puste" ausgeht :S :whistling: :sleeping:

    Gruß

    Günter

    Auf der Werft: EGV Ffm; Fregatte Brandenburg

    Meine letzten fertigen Modelle:

    S.M.S Nassau, F216 Scheer, MS Wappen v Hamburg, S 13, S 100, P 6059 Jaguar,
    KWdGr mit UWS, A 63 Main, S72 Puma, WFS Planet, St. Lorenz Nürnberg; HMCS Agassiz; PzKanBt Natter; Hermes; SMS Breslau; MS Clement; MS Iserlohn; Dio Kleine Werft; W4,W8,W21,W22; P 6148 Löwe; A 52 Oste; MS Finnmarken; LKr Nürnberg; MS Mellum; Z 1; Tender Donau; Grumman Albatross; Fairey Gannet; BiMiSuBo Freya und Amazone

  • Ich hoffe, meine Penetration zu diesem Thema war nicht allzu langweilig, sondern eher kurzweilig in diesen schon wieder eiligen Zeiten?

    … herzerfrischend gut :thumbup: mehr davon.

    Beste Grüße

    Ernst

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    „Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.“ Sokrates, griechischer Philosoph (469-399 v. Chr.) 🥸

  • F212 GNEISENAU – Bofors, die Zweite …

    oder doppelt trifft besser? Als zweites Flugabwehrgeschütz im Nahbereich kommt nun die 4-cm-Doppelflak von Bofors an die Reihe. Sie war von Anfang bereits mit einer Mehrladeeinrichtung ausgestattet – aus Karton eine schwierige Sache, hier noch einigermassen ins Detail zu gehen. Zuvörderst wieder die Fotos, einerseits zum besseren Verständnis des Originals und andererseits als Hilfe zum Ätzsatz … so man denn möchte?

    Das Kartonmodell ist bau- und detailgleich mit denen der Bausätze SCHARNHORST und SCHEER;
    der Vollständigkeit halber hier noch einmal die 3 Fotos, die selbsterklärend sind; auch hier passen die gedrehten Rohre von Jürgen Eichardt in die entsprechende Lafette ohne Kürzung des Metallteils.

    Wer die tieferliegende Wanne nicht verwendet, denkt bitte daran, die Halterungen im mittleren Bereich entsprechend einzukürzen; und – die Sitze für die Richtschützen schon jetzt einzubauen!

    Ich habe für mein Modell – wie schon bei dem Einzelgeschütz – einen Kombinationsbau aus Karton- und Ätzteilen gemacht; einerseits um die Teile für mich „probezubauen“ und andererseits noch eventuelle Anregungen an Peter Hurler weiterzureichen …

    … und hier zusammen mit dem Einzelgeschütz an Bord.

    Auf dass Ihr immer ins Schwarze trefft ….Gruß kartonskipper

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    Und die Geschichte meines Fletchers ist hier zu lesen: D170 alias Z1

  • F212 GNEISENAU – 100 mm Creusot-Loire – nicht nur Schlösser wurden an dem Fluss gebaut … Teil I

    Das 100-mm-Geschütz Creusot-Loire ist ein französisches Mehrweckgeschütz für die Marine. Es wurde in den frühen 1950er Jahren entwickelt, um die 127-mm- und 57-mm-Geschütze im französischen Dienst zu ersetzen. Im Laufe der Zeit wurde die Konstruktion verbessert und aktualisiert.
    Das Creusot-Loire verfügt über ein einzelnes 100-mm-L/55-Geschützrohr, das mit einem automatischen Lader verbunden ist. Das 100-mm-Kaliber wurde gewählt, weil die französische Marine es für die Bombardierung von Land aus für geeignet hielt und es leicht genug für eine hohe Feuerrate gegen Flugzeuge ist.
    Feuerkraft
    Das Marinegeschütz Creusot-Loire galt als wirksames Geschütz, sowohl gegen Überwasser- als auch gegen Luftziele. Die Feuergeschwindigkeit beträgt 60 oder 78 Umdrehungen pro Minute, je nach Art der Lafette. Die 100-mm-Granatenpalette umfasst Sprengstoff-, Flugabwehr- und Beleuchtungsgeschosse. Die maximale Reichweite beträgt etwas mehr als 17 km. Die praktische Reichweite gegen Oberflächenziele beträgt 12 km. Die maximale Flugabwehrreichweite beträgt 8 km und die Flugabwehrobergrenze 6 km.
    Die Creusot-Loire wurde auf einer Vielzahl von Schiffen eingesetzt und es wurden über 200 Geschützlafetten hergestellt. Der Hauptnutzer war die französische Marine.
    Die junge Bundesmarine bekam das Geschütz Modell 1953; eingeführt im Jahre 1957 wurde es ab 1961 exportiert.

    Diese frühen Modelle zeichnen sich durch zwei lokale Steuerungseinrichtungen aus. Eine auf jeder Seite der Waffe. Die erste Patrone wird manuell geladen. Der Rückstoß der Waffe treibt das automatische Ladesystem an.
    Diese frühen Modelle wurden durch nicht-digitale Feuerleitanlagen gesteuert, die außerhalb der Lafette angebracht waren. Alternativ wurde eine lokale Steuerung verwendet. Das linke Gehäuse verfügt über Bedienelemente für den Einsatz gegen Bodenziele. Das rechte Gehäuse ist für den Einsatz gegen Flugzeuge vorgesehen, sein praktischer Nutzen ist jedoch zweifelhaft und wurde bei späteren Modellen weggelassen.
    Soweit die Informationen zum Original; im nachfolgenden Bildteil ist der Zusammenbau beschrieben; die Bilder sind selbsterklärend.
    Ich habe die Umrandungslinien auf einen Tonwert von 50% gesetzt; es kommt der Kontur und der Optik sehr entgegen. Als Ergänzung habe ich die Möglichkeit vorgesehen, die Lafette höhenrichtbar zu machen … auch das sollte gelingen. Für den Geschützsockel sind zwei Versionen dabei – verwendet wird jene welche die Balkenbucht unterstützt.

    Vielleicht noch ein wichtiger Hinweis; wer beabsichtigt, die Steigeisen aus der Ätzplatine zu verwenden, sollte jetzt die Schablone in Einsatz bringen. Es „piekst“ sich jetzt einfach leichter …

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  • Ich wundere mich, wie ich die Schulfregatte ohne diese Anleitung habe bauen können !!!! ?( ?( ?(

    Vielleicht weil die Konstruktion einfach und die Anordnung der Bauteile ebenso? Und man die Leidenschaft und den Spaß, den der Konstrukteur - ne, ich bin eher einfacher Zeichner - zu vermitteln in der Lage war? Und der Nachbauer von dieser ebenso erfasst wude? Neugier auf ein Modell eines Originals, was unbekannt? Daß hier einer eine Geschichte von Modellen erzählt, ohne kommerziellen Druck und ohne Schielen auf Anerkennung? Einfach eine Geschichte aus den Anfängen der Bundesmarine, zu denen auch die GNEISENAU und all die anderen Schiffe gehören, die sonst niemand interessiert hat und von denen bis heute eigentlich kaum jemand etwas weiß. So etwas nennt man Kärnerarbeit in anderen Landesteilen. Plan aus dem Internet, Original nicht weiter als 3 Stunden Fahrt, dass kann jeder ... :D

    Danke Euch allen, die ihr diese Leidenschaft und Neugier teilt und ihr den Daumen hebt ...

    Gruss
    kartonskipper

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    Edited once, last by kartonskipper (August 21, 2026 at 12:34 AM).

  • F212 GNEISENAU - Wumme Teil II

    Sicherlich ist auch dieses Geschütz – allein aufgrund seiner komplexen Form – ein Kompromiss als Abbild in 1:250 …an Bord kommt es aber doch ganz ordentlich rüber?!
    Ich habe für mein Handmuster nicht alle Teile der Platine verbaut …

    Allen Lesern ein Dankeschön für ihr Interesse und einen schönen Start ins Wochenende.
    Gruß kartonskipper

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  • F212 GNEISENAU – Rauch entwickeln und Dampf ablassen …

    … tut manchmal not - hier geht es jedoch um den Schornstein der Schulfregatte.
    Nach den Untermastdetails – Zusammenbau immer von vorn nach achtern und dann auf nächster Ebene von der Mitte nach aussen – kann er nun seinen Platz finden; ich habe die Bauteile so benummert, dass ich mit meinen kognitiven Fähigkeiten damit längs gekommen bin;

    Einige ergänzende Hinweise schienen mir ratsam; vor allem was den „Hut“ angeht …
    Den ovalen Einsatz hätte ich gerne mit ein paar Röhrchen garniert – leider fehlen mir dazu die Information und so habe ich lediglich einen Deckel draufgemacht.
    Sollte sich ein Heizer aus der damaligen Zeit finden, der sachdienliche Angaben machen kann – ich bin für jede Anregung dankbar.
    Die Steigleitern habe ich mir aus der SCHARNHORST-Platine zurechtgebogen und hinten eine aus dem Passat-Verlagsprogramm angebracht .. die Peitschenantennen folgen bei der Endausrüstung …
    Und so süht dat dann ut:

    Wünsche allen Lesern einen schönen Sonntag
    kartonskipper

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  • F212 GNEISENAU – Messlatte als Begriff …

    für den 4-m-Messbalken von Anschütz wäre wohl etwas untertrieben. Handelt es sich doch bei dem EM4 um ein elektro-optisches Gerät, was allein aufgrund seiner Dimension zu den Schwergewichten gehört; ich hätte ja gerne hier ein Foto dieses Gerätes an Bord präsentiert – jedoch es gibt einfach keines; dafür kann ich aber 2 Fotos des Originals beisteuern. Sie helfen mit Sicherheit bei der Detailierung so man denn den Ätzsatz zum Einsatz bringt …

    Ich behaupte ja nach wie vor, Originalfotos sind die beste Bauanleitung!

    Hier die Kartonvariante; der Rundstab in der Mitte hat einen Durchmesser von 1,2 mm – 1 mm geht auch! Ich hatte zufällig welche in dieser Grösse von Evergreen noch im Fundus.
    Ich konnte es natürlich nicht lassen und habe aus der SCHARNHORST-Platine einen Mix aus verschiedenen Werkstoffen zusammmen gedengelt.
    Das Foto ist einfach nur schrecklich – kein Wunder bei einer Auflösung von über 20 Millionen Pixeln.

    Ich stelle es ein, damit es der Chronistenpflicht genügt.

    Mit einem lieben Gruss
    kartonskipper

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  • Hallo Kartonskipper,

    das Foto ist überhaupt nicht schrecklich. Es zeigt Kartonbau vom Feinsten!

    Ich kann mir aus eigener Erfahrung gut vorstellen, wie fein das Teil im Original (also im Original-Modell) aussieht.

    Super gebaut:thumbsup:.

    Grüße

    Heinrich

  • Moin Wilfried,

    keine Sorge, diesen feinen Pulkram kann doch fast keiner mehr mit unbewaffnetem Auge erkennen. "Meine Kartonbau-Leute" hier im Norden schütteln sowieso nur den Kopf wenn sie sehen (oder eben nicht sehen) was man so an Kleinkram sauber (!) zusammendengeln kann. Mit dem "Klein-Sehen" bin ich als Kurzsichtiger klar im Vorteil :D;(:D

    Mach weiter so - macht Spaß

    Ralph

  • F212 GNEISENAU – M4/2 von HSA …

    …der Standardzielgeber für die 100-mm-Geschütze des 55er Bauprogramms; heute würden sie zum Bereich der Sensoren gehören, also Dinge an Bord eines Kriegsschiffes welche dazu dienen, die Gefühle des Aggressors zu erkennen, nachzuvollziehen und darauf pädagogisch, mit entsprechenden Effektoren, antworten .. soweit die Satire – realitätsgebunden.
    Bei uns hiess das Ding sehr despektierlich Baggerkanzel; sah an Bord ungefähr so aus …

    Auf den Tendern im achterlichen Aufbau etwas modifiziert, so …


    Das ganze als Bauteile hier einmal dargestellt; den Sockel habe ich entsprechend dem Original auf GNEISENAU etwas modifiziert.

    Zusammenbau erfordert in der Abfolge keine besonderen Fähigkeiten …

    Hier meine Version, die ich dann zusammengestümpert habe; einfacher Karton und gehaltvolles Gehirnschmalz des Microblechners Peter Hurler führten zu einer wunderbaren Symbiose …

    Leider waren die Bauteile besser als meine „Skills“, auch eines meiner Lieblingswörter .. ich muss die mal öfter shouten – ne ich finde, penetrieren besser!
    Wünsche allen Lesern eine schöne Woche ohne Worst- dafür aber mit Wurst-Käs, denn Verstand geht immer noch durch Magen und dann erst in den Darm … und nicht umgekehrt!

    Gruß kartonskipper

    MAGA: Make America Go Away :thumbup:

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    Edited once, last by kartonskipper (August 23, 2026 at 6:27 PM).

  • F212 GNEISENAU – letzte Arbeiten vor der Indienststellung

    Moin zusammen!

    Weiter ging es mit dem Obermast; und natürlich auch mit den Antennenpeitschen, die sich aber aus Kohlefaserwerkstoff nicht direkt biegsam darstellen lassen; aber der Reihe nach. Ich habe den Mast im oberen Bereich bewußt einfach dargestellt, weil nicht jeder interessierte Modellbauer in eine Ätzplatine investieren möchte, obwohl ich die von Peter Hurler sehr empfehle! Der Zusammenbau gestaltet sich nicht schwierig und dieses Foto wird sicherlich hilfreich sein:

    Von einem anderen Bauprojekt hatte ich noch ein paar passende Stücke eines 1-mm-Acrylstabes und habe ihn anstelle der – selbstverständlich im Bogen vorhandenen Laternen, nebst Plattform – angebracht.

    Etwas fieseliger gestaltet sich der Bau der 4 ZAGs, Zielanweiser, die opto-mechanisch bedient wurden und natürlich auf einer Schulfregatte nicht fehlen dürfen. Auch hier habe ich ein Foto erstellt und wenn man in Reihenfolge des Alphabets vorgeht, gibt es keine Schwierigkeiten; alternativ gibt es ein Ätzteil für filigran affine Modellbauer.

    Für mein Modell habe ich das Teil 52 statt aus Karton gegen 1 mm Kunststoffrohr getauscht; da kann man beim Rollen der Verstärkungen schon mal kräftiger „zulangen“. Das Foto sieht etwas schaurig aus, aber so kann ich besser den Bau darstellen.

    Hier beide ZAG’s, die anderen beiden stehen in den Brückennocken, auf ihrer Position an Deck.

    Zum Schluß noch die beiden Zielanweiser OGR-7. Hier genügt ein Foto, damit man den Zusammenbau verstehen kann; auch diese beiden sind auf der Neusilber-Ätzplatine vorhanden.

    Der Achtermast – vor dem Aufbau des Contraves-Gerätes – angebracht, ist auf obigem Bild gut zu erkennen; auf See wird dort, u.a. die Seeflagge gehißt an der schrägen Gaffel.

    Mit einem lieben Gruß
    kartonskipper

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  • Moin Wilfried,

    ich will es mal so ausdrücken: irgendwie machen einem die Bilder so richtig heiß auf dieses Modell.

    Wer das nicht mehr verspürt - der lasse sich (als Modellbauer) begraben.

    Günter

    Auf der Werft: EGV Ffm; Fregatte Brandenburg

    Meine letzten fertigen Modelle:

    S.M.S Nassau, F216 Scheer, MS Wappen v Hamburg, S 13, S 100, P 6059 Jaguar,
    KWdGr mit UWS, A 63 Main, S72 Puma, WFS Planet, St. Lorenz Nürnberg; HMCS Agassiz; PzKanBt Natter; Hermes; SMS Breslau; MS Clement; MS Iserlohn; Dio Kleine Werft; W4,W8,W21,W22; P 6148 Löwe; A 52 Oste; MS Finnmarken; LKr Nürnberg; MS Mellum; Z 1; Tender Donau; Grumman Albatross; Fairey Gannet; BiMiSuBo Freya und Amazone

  • ich will es mal so ausdrücken: irgendwie machen einem die Bilder so richtig heiß auf dieses Modell.

    Wer das nicht mehr verspürt - der lasse sich (als Modellbauer) begraben.

    Ich habe eben gemessen, Günter. 37°C zeigt das Thermometer. Reicht das, weiter zu leben? ?(

    Gruß
    Roland

  • F212 GNEISENAU – Heiß‘ Flagge und Wimpel und allzeit Gute Fahrt!

    Moin zusammen!
    Nun ist es also geschafft; Modell fertiggestellt; Baubögen für eventuelle Nachbauer als PDF konfektioniert; Flaggen an ihrem Platz und so sieht sie dann aus, die alte Dame:

    Wer an diesem Modell und den von mir verwendeten Ätzplatinen ein Interesse hat, der schaue bitte hier vorbei:

    Modell zum Download

    AGfB-Platinen

    Superfeine Ätzreling

    Mit einem lieben Gruß und Danke für das Interesse an diesem Modell
    kartonskipper

    MAGA: Make America Go Away :thumbup:

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  • Ein sehr schönes Model und eine hervorragende Anleitung gleich mitgeliefert. :thumbup:

    Da hat sich etwas ganz oben auf meine "To do Liste" gemogelt. Also erstmal die "Mölders" und dann ist da wohl eine Nachfolgerin gebucht.

    Vielen Dank für diesen tollen Baubericht.:thumbsup:

    Beste Grüße

    Ernst

    ________________________________________________________________________________________________________________________

    „Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.“ Sokrates, griechischer Philosoph (469-399 v. Chr.) 🥸

  • Was für ein tolles, beeindruckendes, einzigartiges und präzises Modell! Was für ein unglaubliches Niveau ist hier inzwischen erreicht!

    Respekt und Glückwunsch!

    Henner

  • Ein sehr schönes Modell, Wilfried, und top gebaut

    Danke Helmut und all' denen, die sich hier mit einem Daumen erkenntlich gezeigt haben; ich hoffe, dass er beim Heben und Halten zu keinem Krampf geführt hat?
    Wer mich richtig kennt, weiß, dass ich nicht auf Lob aus bin. Diesen Bericht über den Zusammenbau gibt und gab es schon lange auf meiner Seite. Es hat mich bei einigen Zeitgenossen nur etwas geärgert, dass über eine mangelnde Bauanleitung genörgelt wurde; ich weiß, daß mein Ruf hier im Forum nicht der beste ist; ich lege schon einmal den Finger genau dahin, wo es weh tut. Als ich auf die Raubzüge der amerikanischen Konzerne bezüglich KI hinwies - einige, wollten mich direkt aus dem Forum entfernen. Heute bekam ich den Hinweis, dass in den asozialen Netzwerken von Meta die Bilder zum Training für geklaute Intelligenz herangezogen werden ... egal ... man muss mich eben nicht mögen ... :D Hauptsache man hat einen, der aus der Reihe tanzt ... wie sagte damals schon der Grundherr zum Pfaffen: halt Du sie dumm, ich halt sie arm ... :D

    Mit einem lieben Gruss und ein harmonisches Wochenende ...
    kartonskipper

    MAGA: Make America Go Away :thumbup:

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