Kapitän Khlebnikov, 1:200; Verlag Oriel

  • Nun starte ich mal wieder nach längerer Pause einen Baubericht.

    Ich habe mir den Eisbrecher Kapitän Khlebnikov vorgenommen, ein russischer Eisbrecher, das Original gebaut in Finnland, das Modell herausgegeben in der Ukraine und gebaut in Deutschland. Das ist doch mal etwas richtig Internationales!

    Das Modell wird knapp 65cm lang. Zu dem Bausatz gibt es für die Spanten einen LC-Satz, für Details kann man eine Ätzplatine dazukaufen, die ich beide gekauft habe.

    Am Anfang, wie das so üblich ist, entsteht das Spantengerüst mit einer Materialstärke von 1mm aus dem LC-Satz.

    Wie man sieht, macht es, wie üblich bei Oriel, einen stabilen Eindruck. Um die Beplankung zu unterstützen, enthält der Bogen Schnittmuster für die Zwischenräume, welche mit 0,5mm Karton zu verstärken sind. Damit bekommt der Rumpf eine Hilfsbeplankung.

    Zum Heck hin, am Übergang zum Schraubentunnel und Ruder sind die Formen stark gekrümmt, sodaß ich von Spant 15 bis 20 einen dünneren Karton verwendet habe, der sich leichter formen läßt. Dann wurde das Gebilde mit Schnellschleifgrund behandelt und anschließend geglättet. Die endgültige Außenhaut beginnt am Schraubentunnel mit der Verkleidung. Die LC-Teile vom Gerippe müssen hier kräftig nachgeschliffen werden, damit es einigermaßen paßt. Die gesamte Außenhaut des Unterwasserrumpfes beginnt danach am Bug. Für die ersten drei Segmente (Teile 30-32) gibt es alternativ ein großes, zusammengefaßtes Segment, welches ich verwende (im Bild nur aufgelegt). Zum Kantenfärben eignet sich die Farbe Kadmiumrot mittel (Faber Castell) hervorragend. Man sieht praktisch keinen Unterschied zum Druck.

    Soweit erst einmal.

    Gruß

    Manfred

  • Nächster Schritt.

    Nach Zittern und Bangen, der Unterwasserrumpf ist endlich geschlossen und für meine Verhältnisse recht ordentlich geworden.

    Die ersten Bauerfahrungen mit dem Bogen sind sehr positiv. Ich hoffe, dieses motivierende Gefühl wird im weiteren Verlauf nicht enttäuscht. Es sind immer wieder die Kleinigkeiten, die den Bau erleichtern. Beispielsweise beinhalten die Wellenenden der seitlichen Schrauben einen eigenen Spantensatz. Für komplizierte Formen am Rumpf, bei denen im Bau erst einmal größere Spalten entstehen und das Gerippe durchscheint, gibt es Elemente zum Verkleiden. So am Bugschwert und am Heck in dem komplizierten Gemenge der drei Wellenenden und des Ruders.

    Ich finde, die Anschlüsse der Rumpfsegmente sind gut genug, daß sich ein Kaschieren durch weiteres Schleifen und Übermalen erübrigt. Die Bilder haben mir jedoch gezeigt, daß die eine oder andere Stelle noch etwas Nacharbeit benötigt, bevor der Überwasserrumpf dran kommt.

    Gruß

    Manfred

  • Moin, moin Manfred,

    das UW-Schiff ist dir doch gut gelungen......finde ich zumindest. Gerade so ein Eisbrecher-Unterwasserschiff ist doch komplexer in der Formgebung, die man ersteinmal mit Papier umsetzen muss.


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat! Es lebe der Zentralfriedhof.......

  • Der weniger beliebte Abschnitt, das Schließen des Rumpfes ist geschafft. Das Ergebnis ist jedoch etwas unbefriedigend. Aber Eins nach dem Anderen.

      Die Bordwand besteht aus 13 Teilen. Um einen besseren Bezug für die Oberkante der Bordwand zu bekommen, habe ich schon die Decks vorgezogen. "Vorgezogen" wenn es nach der Reihenfolge der Nummerierung geht.

    Begonnen habe ich die Bordwand mit der Mittelsektion, für die ich horizontal die Stufe zwischen Hauptdeck und Heckbereich als Referenzkante genommen habe.

    Um die Bugsektion richtig in der Höhe zu positionieren, kam schon mal die Innenverkleidung der Schanz dran. Dabei fiel mir auf, daß zum Bug hin ein Versatz zur Aussparung in der Bordwand für die Königsroller entstehen würde.

    Zum Ausgleich habe ich die Innenverkleidung ca. um 0,5mm verkürzt. Bei der Bugsektion der Bordwand ist mir der erste Fehler begegnet. Die Innenflächen der Ankertaschen (Teil 62) sind zwischen Backbord und Steuerbord vertauscht bzw. falsch beschriftet. Der Rumpf ist nun nach etlichen Würgereien und nur relativ wenig Verschmierungen mit Klebstoff endlich zu. Soweit ganz gut, aber.....

    Am Heck ist zuviel Luft zwischen den seitlichen Bordwandteilen und dem Heckspiegel. Deutlich schlechter sieht es am Bug aus. Dort ist es mir nicht gelungen, eine ordentliche Kontaktkante zwischen Backbord und Steuerbord zu bekommen. Am Knick des Bugverlaufes paßt es einfach nicht. Der Innenspant scheint dort zu lang zu sein und das Vorformen ist mir auch nicht sonderlich gelungen.

    Irgendwo habe ich mir zu viele Genauigkeitsabweichungen eingebaut. Eigentlich hatte ich den Eindruck, daß die Teile paßgenau seien. Die Teile des Überwasserrumpfes müssen exakt bündig an der Oberkante des Unterwasserrumpfes anschließen. Eine Überlappung ist nicht vorgesehen!

    Wenn ich mir den Verlauf der Innenverkleidung im Verhältnis zum Deck anschaue, hebt die Unterkante zum Bug hin vorübergehend vom Deck ab, um dann nach vorn hin sogar wieder etwas abzutauchen. Das kann ich mir nicht mit einem Fehler meinerseits erklären, denn wie ich das Bugsegment auch drückte und zog, die Kuhle ließ sich nicht spannungsfrei beseitigen. Damit ist die erste Enttäuschung da. Ich bin mir noch nicht einig, ob ich die Bugnaht mit einem schwarzen Streifen 80g Papier überklebe.

    Da ich keine Lust habe, den Rumpf noch einmal zu bauen, mache ich weiter.

    Gruß

    Pappi

  • Wenn ich mir den Verlauf der Innenverkleidung im Verhältnis zum Deck anschaue, hebt die Unterkante zum Bug hin vorübergehend vom Deck ab, um dann nach vorn hin sogar wieder etwas abzutauchen. Das kann ich mir nicht mit einem Fehler meinerseits erklären, denn wie ich das Bugsegment auch drückte und zog, die Kuhle ließ sich nicht spannungsfrei beseitigen. Damit ist die erste Enttäuschung da. Ich bin mir noch nicht einig, ob ich die Bugnaht mit einem schwarzen Streifen 80g Papier überklebe.

    Hallo Pappi,

    dieses Modell wurde von mir damals kurz nach Markteinführung des Bogens gebaut, weshalb ich deinen Baubericht mit großem Interesse verfolge.
    Mein ausführlicher Baubericht zu diesem Modell ist im gelben Forum zu finden.

    Rückblickend erinnere ich mich ebenfalls an das o.g. Problem beim Bau. Nach meiner Einschätzung ist dafür eine nicht ganz korrekte konstruktive Abwicklung der betreffenden Bordwandteile ursächlich. Konkret stimmt meiner Ansicht nach die Abwicklung der beiden Bug-Bordwände nicht mit der Kontur des Decks überein. In der Modell-Seitenansicht zeigt sich dieser Mangel auch optisch, beeinträchtigt aber die Gesamtwirkung des Modells nicht wesentlich. Versuche, die optischen Auswirkungen dieses Mangels zu korrigieren, habe ich unterlassen. Weitere konstruktive Mängel an diesem Modell sind mir aus meiner Bauerfahrung heraus nicht in Erinnerung.

    Einen für mich immer wieder ärgerlichen optischen Mangel stellen allerdings die unterschiedlichen Rottöne der UWS-Beplankung dar.

    Deine beschriebenen Schwierigkeiten, die Bordwände an Heck und Bug korrekt zu schließen, konnte ich bei meinem Bau durch entsprechende Schleifarbeiten am Spantengerüst im Bereich dieser beiden Problemzonen wirkungsvoll umgehen.

    Für die Schnittkantenfärbung sämtlicher "sandfarbenen" Bauteile für die Aufbauten verwendete ich damals diese Mittel:


    Der Bau sämtlicher Aufbauten dürfte keine Schwierigkeiten mehr bereiten, weshalb ich dir für den Weiterbau viel Freude und Erfolg wünsche.


    Gruß
    Roland

  • Hallo Roland,

    vielen Dank für deinen Farbtip. In meinem großen Satz von Aquarellstiften ist keine passende Farbe dabei. Ich werde mal unseren DM konsultieren. Für einen dummen Menschen: "Gelbes Forum" Kannst du mir das mal etwas genauer sagen? Ich würde mir gern Deinen Baubericht anschauen. So etwas ist immer äußerst hilfreich.

    Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern! Jetzt habe ich doch erst einmal ein paar Details am Bug, die Schanzkleidstützen installiert. Wie es bei einem "Riesenmaßstab" üblich ist, geht es mehr in die Detailtiefe.

    Die Schanzkleidstützen sind doch tatsächlich als L-Profile ausgeführt.

    Gruß

    Manfred

  • Hallo Johannes, danke für deinen Hinweis!

    Hallo Manfred, du hast eine PN.


    Gruß
    Roland

  • Bevor ich richtig in die Detaillierung einsteige, habe ich probeweise die "Betonfertigteile" aufgestellt. So bekomme ich schon mal einen Eindruck, was für ein dicker Klotz der Eisbrecher mal wird. Die eigentliche Brücke ergibt dann noch mal eine weitere Etage. Ein richtig dickes Ei!

    Das praktische an den Aufbauten ist, sie sind als einzelne Module ausgeführt, die unabhängig vom Rumpf weitestgehend in voller Detaillierung fertiggestellt werden können. Damit besteht nicht die Notwendigkeit, ständig mit dem dicken Rumpf herumzuhantieren und ihn dabei zu beschädigen. D.h. andererseits, ich kann mich im weiteren Schritt unbesorgt mit mit der Detaillierung im Bugbereich beschäftigen, ohne später allzu große Gefahr zu laufen, mit den Aufbauten Flurschaden anzurichten.

    Gruß

    Manfred

  • ...noch eine Ergänzung:

    Was die Farbe der Teile anbelangt, gibt es exakte Angaben auf den einzelnen Blättern. Es sind nämlich auf jedem Blatt die Pantone Farbcodes der Druckfarben angegeben sowie für den jeweilgen Farbton Referenzkästchen mit unterschiedlichen Farbdichten gedruckt. Also wer genau den richtigen Ton treffen will (ich meine hier die Druckfarben), kann sich daran orientieren.

  • Was die Farbe der Teile anbelangt, gibt es exakte Angaben auf den einzelnen Blättern. Es sind nämlich auf jedem Blatt die Pantone Farbcodes der Druckfarben angegeben sowie für den jeweilgen Farbton Referenzkästchen mit unterschiedlichen Farbdichten gedruckt. Also wer genau den richtigen Ton treffen will (ich meine hier die Druckfarben), kann sich daran orientieren.

    Moin Manfred,

    na das nenn ich dann doch mal einen vorbildlichen Service, der da zu deinem dicken Klopper angeboten wird.:thumbup:

    Beste Grüße

    Ernst

  • Ganz richtig, Reinhard!

    Der Karton ist eine Hauptkomponente. Wenn ich Farben aussuche, verwende ich meistens einen RAL Fächer. Inkjet drückt in CMYK. Viele Druckereien bieten online eine Tabelle an, in der RAL-Farben nach CYMK umgerechnet sind. Meistens auch noch RGB. Die Farben erscheinen dann meistens auch einigermaßen entsprechend dem RAL Fächer.

    Gruß

    Klaus

    Wir bleiben immer Kinder, und,
    so klug wir auch sein mögen, wir behalten immer die Lust,
    mit scharfen Messern und spitzen Scheren zu spielen.

    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)

    Meine Modelle auf ecard

    und bei Kartonmodell Gründling

  • Nächster Schritt.

    Beim Kramen in meinen Stiftbeständen bin ich auf diesen Filzstift gestoßen, der dem hellen Beige des Bogen sehr nahe kommt. Die Farbe des Gehäuses ist viel zu dunkel, die tatsächliche Farbe vom Filzstift ist als Probe bei Teil 79 zu sehen. Da er außerdem schon etwas abgelagert ist, näßt er das Papier nicht so stark durch. Für flächige Farben habe ich mir einen angenäherten Farbton aus Weiß mit einer Spur Ocker gemischt.

    Die großen Poller am Bug (Teil 70) haben eine Sicke außen an den Zylindern. Für diese kleinen Teilchen bietet der Ätzsatz eine Alternative zum Karton. Dummerweise ist mir schon beim Austrennen aus dem Ätzrahmen das erste Teilchen davongesprungen und logischerweise auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Also muß die Pappe ran!

    Aber es geht wider Erwarten recht gut.

    Inzwischen sind auch alle weiteren Poller im Bugbereich montiert. Die kleineren Pollern hinter dem Wellenbrecher (Teil 75) habe ich vereinfacht. Es war mir zu blöd, die Poller, wie im Bogen vorgegeben, aus einzelnen Schichten aufzubauen (Insgesamt 24 Teile pro Poller!). Die Vereinfachung ist bei der Größe kaum zu sehen, aber die Arbeitsersparnis bei insgesamt acht Pollern an Bug und Heck schon erheblich.

    Siehe da, beim Platzmachen auf meinem Basteltisch für das Fotografieren tauchte auch das abhandengekommende Ätzteilchen wieder auf.

    Demnächst mehr Kleingefitzel.

    Gruß

    Manfred

  • Gaaanz langsam bevölkert sich das Vordeck mit Kleinteilen. Da mein Rücken seit einiger Zeit verhindert, daß ich länger an einem Stück arbeiten kann, geht es nochmals langsamer. Man wird halt älter.

    Genug der Jammerei!

    Die Seiltrommeln! Insgesamt sind 11 Stück zu bauen bzw. so viele Positionen dafür habe ich gefunden. Sechs auf dem Vordeck und fünf am Heck. Der Bogen stellt Teile für insgesamt 16 Stück zur Verfügung. Die Ätzplatine enthält die Seitenwangen der Trommeln; die habe ich verwendet. Allerdings nimmt die Oberfläche, auch nach Reinigung mit Alkohol praktisch keine Farbe an bzw. sie hält nicht. Ich verwende wassergebundene Acrylfarbe. Die Seiltrommeln brauchen natürlich auch Seile. Eine "nette" Fummelei und danach war die meiste Farbe wieder runter.

    Nun sind sie installiert.

    Neben weiteren Details auf dem Vordeck sind die Module für die Ankerketten etwas aufwändiger und verlangen auch eine Menge Kleinstteile, u.a. Geländer, Gestänge und Kurbeln, die ich noch nicht installiert habe. Die Ankerspills habe zwei Segmente. Das untere, zylindrische für die Kettenführung und das obere, konkave für Taue. Für den konkaven Spillabschnitt kann man alternativ fünf Ringsegmente aufeinander montieren (meine Herangehensweise) oder ein entsprechend zu formendes, Orangenschalen ähnliches Teil verwenden. Ich bin mit meinem Ergebnis soweit zufrieden. Die Orangenschalenteile sind deshalb in der Rundablage verschwunden.

    Auf dem Vordeck bleibt noch eine Menge zu tun, bevor es an anderer Stelle weitergehen kann.

    Gruß

    Manfred

  • Die Beschäftigung mit den Ankerspills geht weiter. Die Anker sind fertig, jeder Anker besteht aus mehr als 20 Teilen,

    so daß der Reserveanker schon mal an der für ihn vorgesehenen Stelle fixiert werden kann. Jetzt können die Ketten aufgelegt und einige, noch fehlende Kleinstteile, u.a. an den Kettenstoppern instaliert werden.  

    Vielleicht nicht die einfachste Reihenfolge am Kettenstopper, aber ich habe die Kurbel und die Achse zum Öffen/Schließen des Kettenstoppers erst nach dem Auflegen der Ankerkette montiert, um nicht mit beim Einfädeln der Ankerkette alles wieder einzureißen. Vielleicht ist eine andere Reihenfolge besser. Egal!

    Es beginnt der Kleinteileendspurt auf dem Vordeck. Der erreichte Zwischenstatus ist, daß alle weißen Flecken bis auf die Positionen für die Kräne und das Bedienpult verschwunden sind.

    Soweit also für heute.

    Manfred