DEMAG Dreibein-Hafenkrane (Till Schade)

  • Liebe Freunde des gepflegten Schnitts,

    Ich habe mir im Hafenmuseum den Bogen gegönnt und wie gewohnt auf 1:100 hochgezogen. Ich hab da so meine Probleme mit den Proportionen: das Fahrwerk ist definitiv für Durchfahrten von Loks, auch wenn ich es auf 1:87 (Maßstab H0) hochziehen, zu klein, der Ausleger erscheint mir hingegen zu lang. Ein Original steht ja vor dem Museum. Hab ich da irgendwo einen Denkfehler? Gibt's da Pläne? Till Schade ist eigentlich für hervorragende Bögen bekannt. Andernfalls würde ich das Fahrwerk noch größer ziehen und den Ausleger etwas einkürzen, damit die Proportionen besser zu meinen Kampnagel- und Kruppkranen passen.

    Liebe Grüße Hajo

    beste Grüße vom hänschen

  • Hallo Hajo,

    Ich würde mit einem Zollstock zum Original gehen und mir die Hauptmaße unten einmal abnehmen. Und ein Höhenmaß nehmen, mit dem ich dann über Frontalfotos die wirklichen Maße interpolieren kann. So hab ichs beim Stellwerk Velpe gemacht.

    Damit kannst Du dann den Bogen passend skalieren oder bearbeiten.

    Beste Grüße von Frank

    ... I just sit here and watch the river flow ...

  • Hallo Hajo,

    kann folgende Grafik aus ‚Boer: Alles über ein Schiff und seine Ladung 1961‘ einen Anhaltspunkt liefern?


    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Lieber Klaus,

    dankeschön für Deine Hilfe. Anhaltspunkte habe ich genug. Sowohl die kleinen als auch die großen Kampnägel und die Kruppkräne habe ich schon gebaut. Die Dreibeine haben ja die gleiche Spurweite wie die anderen, aber die Proportionen wollen so gar nicht stimmen..

    Lieber Frank,

    das mit dem Vorortvermessen Ist prinzipiell auch meine Vorgehensweise, jedoch kommt man fotografisch schlecht ran und die Fotos sind halt auch dann bei der Höhe recht verzerrt. Ich befürchte, dass ich wohl meine Kranmodelle als Referenz nehmen muss.

    Am liebsten wäre mir natürlich eine Zeichnung.

    Liebe Grüße Hajo

    beste Grüße vom hänschen

  • Hallo Hajo,

    die Skizze von Klaus enthält ein verlässliches Bezugsmaß: die Spurweite der Bahngleise = 1435mm

    Mit dem Dreisatz sind so beliebig weitere Maße errechenbar.

    Danach würden die Maße A - D im Original (gemäß Skizze Klaus) betragen:

    Maß A = 1,435m

    Maß B ca. 27,5m

    Maß C ca. 4,8m

    Maß D ca. 4,3m

    ...und das Schiff wäre ca. 13m breit.

    Vielleicht ein paar weitere Anhaltspunkte für dich!


    Gruß
    Roland

  • Das Schiff ist ein Cap-San-Schiff mit einer Breite von 21,4 Metern

    ...wenn 21,4m : 1,435m = 14,93 ist, müsste die Skizzen-Spurweite ca. 15 x in die Skizzen-Schiffsbreite passen... Tut sie aber nicht!

    Oder rechne ich mit einer falschen Spurweite???

    Oh, Mist!! Eben betrachte ich mir die weiteren zwei Waggon-Spurweiten daneben und die werden immer breiter....

    So stimmt wohl Hajos Aussage:

    aber die Proportionen wollen so gar nicht stimmen..

    Entschuldigung, wenn ich jetzt für Verwirrung gesorgt habe.
    Trotzdem, die Möglichkeit, aus Skizzen mit den Dreisatz weitere Maße herauszurechnen, funktioniert immer, wenn mindestens ein Originalmaß bekannt ist.

    Gruß
    Roland

  • Wenn ich mir das Bild, auf das Fritz in der Auktion verlinkt hat ansehe und mit der Darstellung der Kräne beim HMV vergleiche, fehlt der Winkel beim hinteren Bein. Die scheinen alle drei identisch zu sein. Dadurch laufen die Beine spitz und enger zusammen, während sich aus dem Bild ein größeres Lichtraumprofil ergibt. Dann passt es für eine Lok ggf. deshalb nicht.

    Viele Grüße, Nils

    Edited once, last by Unterfeuer (June 29, 2026 at 7:20 PM).

  • Die Firma Demag gibt es ja noch, vielleicht kannst Du dort mal nachfragen. Viele Firmen haben ein Firmen- und Produktarchiv.

  • Fuhren denn unter diesen Konstruktionen Züge durch? In meinen Büchern finde ich ein Foto auf dem der Kran zwischen Kaikante und Schiene fährt. Kann es sein, dass für Zugunterfahten ein Bein des Krans mit Knick gebaut wurde?

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Ich meine mich erinnern zu können, dass es diesen sogenannten "HB-Kran" sowohl mit 3 schrägen Beinen wie auch mit einem "abgeknickten" Bein gab.

    Zur Zeit im Bau:

    CAP ARCONA, Peter Brandt, HMV

  • Also das Dreibein am Hafenmuseum steht auf den Krangleisen der anderen Krane und darunter die Hafenbahngleise. Die Ausführung mit "gehobenem Beinchen" diente wohl als Ersatz für ältere Halbportalkrane. Da war, durch die hallenseitig hochgesetzte Führungsschiene, mehr Platz für Durchfahrten, entweder 2 Gleise oder Gleis und Straße. Dieser war wohl Bremer Standard, def andere war zwar seltener als Platzhirsch Kampnagel, aber doch auch in Hamburg vertreten..

    Liebe Grüße Hajo

    beste Grüße vom hänschen

  • Ich weiß nicht was dich an den Proportionen stört. In der von Klaus eingestellten Zeichnung ist das Verhältnis Auslegerlänge zu Fahrgestellhöhe ungefähr 3.2. In deinem Foto ist das fast identisch.

    Ist natürlich unschön, daß dein Krangestell nicht groß genug für die Eisenbahn ist. Die Enttäuschung kann ich nachvollziehen.

    Gruß

    Bernhard

    Ewig währt am längsten.

    Edited once, last by Bernhard (July 2, 2026 at 12:59 AM).

  • Gibt es am Hafenmuseum einen Dreibeinkran? Wir reden vom Bremer Kai in Hamburg? Soweit ich weiß, hat sich keiner dieser Krane erhalten. Stimmt das?

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Ich habe die oben gepostete Grafik nochmal in anderen Dimensionen gefunden. Die Durchfahrtshöhe entspricht bestimmt eher der Wirklichkeit.

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

    Edited once, last by Klaus (June 30, 2026 at 1:18 PM).

  • Ich habe leider kein Bild explizit von diesem Kran, aber einige Bilder wo er zu sehen ist


    Vielleicht hilft es ja

    Beste Grüße

    Eike

    „Grass wächst nicht schneller, wenn man daran zieh“ Jean Piaget

    Aktuelle Projekte:
    Schreiber; Marksburg
    PaperShipwright; MV Wedel

  • Alles klar, vielen Dank. Bei Google-Maps sind drei Dreibein-Krane am Bremer Kai zu erkennen. Sie ragen über die Schienen und lassen damit natürlich Bahnunterfahrten zu (ist das korrekt ausgedrückt?)

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Ich habe die oben gepostete Grafik nochmal in anderen Dimensionen gefunden.

    Das scheint mir aber ein Vierbeiner zu sein, bei dem alle Beine den“Knick“ aufweisen.

    Ist denn klar, welches konkrete Vorbild der Dreibeiner des HMV hat? Gab es verschiedene Dreibeiner mit und ohne Durchfahrt für die Bahn?

    Viele Grüße, Nils

  • Moin,

    die Kräne an der Bremer Kaie haben einen anderen Ausleger als im HMV Modell. Ich denke aber, das der Unterbau identisch sein wird. Drei augenscheinlich baugleiche Kräne standen bis 2012 auch noch auf dem Auguste Victoria Kai. Kurz darauf wurde der Kai platt gemacht und die Kräne offenbar verschrottet. Auf Satellitenbildern von Juli 2013 ist der Abriss der ersten Hallen zu sehen und von den Kränen fehlt da bereits jede Spur. Seitdem ist auf einem sehr kleinen Teilstück des Kais ein Liebherr Werk entstanden, der Rest liegt seit >10 Jahren brach...

    Auf dieser Seite ist der letzte Zustand 2012 recht gut dokumentiert, inklusive einiger Bilder von den Kränen:

    Kuhwerder Häfen

    Dort gibt es auch eine gute Seitenansicht, die ich mal genutzt habe um das Längenverhältnis schräges Bein <-> Ausleger zu bestimmen. Beim Original ist der Ausleger etwa 3,5 mal länger als das Bein, beim HMV Modell nur etwa 2,7 mal. Man muss bedenken, das es ein anderer Auslegertyp ist, der wahrscheinlich auch eine andere Länge hatte. Aber zu lang dürften die HMV Proportionen auf jeden Fall nicht sein.

    Auch hier liegen Schienen unterm Kran, man konnte also auf jeden Fall drunter durch fahren, auch wenn die Beine nicht abgewinkelt waren.

    Aber zum Schluss mal ne blöde Frage:
    Hast du bedacht, das die Schienen im Boden eingelassen sind und die Kräne noch Radsätze haben, durch die sie etwas höher sitzen? Die fehlen auf deinem Foto nämlich noch...

    Mfg
    Johannes

  • Lieber Johannes,

    besten Dank für den link! Vor Jahren hatte ich schon mal Kontakt zu Christian Terstegge, der mir damals nicht nur die Genehmigung gab, sein Foto von Schuppen 73 verwenden zu dürfen, sondern auch prompt kostenfrei hochaufgelöste Dateien schickte, damit mein Hintergrund auch richtig gut werden sollte. Die Bilder hatte ich echt schon vergessen, sind aber eine echte Fundgrube, über die ich mich sehr freue.

    Zu Deiner Frage: (blöde Fragen gibts nicht...) na klar habe ich das alles bedacht und berücksichtigt. Ich werde einfach die "Stummelbeine" verlängern und gut isses. Damit passt das auch zu den anderen Kranen.

    Schuppen 73 (Hintergrundgebäude vom Foto von Herrn Christian Terstegge) und davor sollen mal die Dreibeine


    ....und das Ganze bei Nacht


    Krangalerie (Krupp, Eigenbau mit Wippspitze von Kibri) und den kleinen Kampnagel (mkb-Modellbau)


    Kruppkran und die großen Kampnagelkrane (kompletter Selbstbau) vor dem Heringskühlhaus und der CAP SAN DIEGO

    Nochmals ein herzliches Dankeschön für die Erinnerung.

    beste Grüße vom hänschen

  • Moin,

    Die DEMAG - Kräne waren die ersten modernen Kräne nach dem Krieg und ersetzten die alten mit den Gitterauslegern.

    Die HHB, eine Bahntochter fuhr Normalspur.

    Da die Kräne unterfahrbar waren, waren die Durchfahrtsmaße genormt. Wie alle Durchfahrtsmaße für Brücken, Tunnel usw. Die Güterwagen durften diese Maße nicht überschreiten. Das prüft der Wagenmeister.

    Das Buch -Mit Walter Hollnagel durch Hamburg - ,EK- Verlag, zeigt die Kräne in Sicht des Schienenverlaufs. Aus der Ansicht ergibt sich: in der Mitte das Gleis, ca 1,60m und die beiden Seitenabstände zu den Kranschienen mindestens 2m, ergibt eine Schienespurbreite von 5,6m für den Kran. Die Kranbeine verlaufen gerade nach oben und bilden die Drehplattform mit der Führerkabine.Nach meinem Eindruck war das landseitige Standbein stärker geneigt als die wasserseitigen. Kann aber genausogut an der Perspektive liegen. Die Höhe zwischen Drehkranz und oberster Seilrolle ist etwas geringer als die Länge der Kranbeine. Dazwischen befindet sich noch der Kranschaft an dem sich die Beine treffen. Der könnte nach den Fotos ca 2m hoch sein. Die Gesamtlänge des Krans ist schwer zu schätzen. Die Länge des Kranauslegers übersteigt die Gesamtlänge des Kräne um 1/5. Der Ausleger hat 5 Querstreben. Die Beine sind mittelgrau, darüber ein dunkleres grau, Ausleger sehr helles grau. Lt Farbfoto, Titelseite des Buches.

    Die landseitigen Kräne waren in der Regel zur landseitigen Entladung der Schiffe zuständig. Der Ausleger durfte eine bestimmte Neigung nicht überschreiten.

    Wasserseitig kam das Schiffsgeschirr zum Einsatz bzw ein Schwimmkran. Es gab solche Kräne auch für leichtere Güter.

    Eine vorsichtige Einschätzung der Höhenmaße: Kranbeine 10m, Schaftbereicht 2m, Oberer Kranteil 9m. Kranausleger mindestens 25m. Werden auch gebraucht um ein 20m breites Schiff zu entladen oder anders rum.

    Ich hoffe, Du kannst mit den Proportionen arbeiten, mit deinem Modell vergleichen.

    Die genauen Durchfahrtsmaße im internet.

    Es könnte sein, dass ich noch ein Foto von do einem Kran hab.

    Erstmal gutes Gelingen, Johannes

  • Nochma Moi Ha-Jo,

    Die Fotos sind im Hafenmuseum gemacht, Mai 24. Die Original-Ausleger sind irgendwann ersetzt worden.

    Die DEMAG-Kräne wurden Anfang der 50iger am Auguste-Victoria-Kai aufgestellt. Die Kranlaufbreite beträgt wie bei allen anderen Kränen im Hafen 6m.

    In 2 Eisenbahnschriften hab ich noch Bilder gefunden. Die Neigung der Beine war gleich.

    Ein Foto, ModellEisenBahner - Spezial, Bahn &Hafen, zeigt sehr schön die himmelwärtsragenden, zierlichen Ausleger. Kann gut sein, dass sie länger als 25m waren.

    Johannes

  • Moin,

    der Züricher Hafenkran war ursprünglich ein Hafenkran aus Rostock, gebaut von Takraf/VEB Kranbau Eberswalde. Den gibt es auch als Kartonmodell vom MDK Verlag.

    Beste Grüße

    Uwe

  • Nach meinem Eindruck war das landseitige Standbein stärker geneigt als die wasserseitigen.

    Nee, sieht nur so aus. Ich habe das mal zu Papier gebracht:

    Falls der Drehkranz rund 10m hoch ist, passt ein Güterzug bequem drunter her.
    Falls der Drehkranz deutlich niedriger sein muss, müsste das landseitige Bein abgeknickt werden.

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Nach meinem Eindruck war das landseitige Standbein stärker geneigt als die wasserseitigen.

    Nee, sieht nur so aus. Ich habe das mal zu Papier gebracht:

    ???

    Gemäß deiner Skizze ist das landseitige Standbein ca. 10° stärker geneigt als die beiden seeseitigen.


    Gruß
    Roland

  • Gemäß deiner Skizze ist das landseitige Standbein ca. 10° stärker geneigt als die beiden seeseitigen.

    Eben nicht!
    Zur Verklarung habe ich die Skizze mit blauen Linien versehen.
    Zwei Beine stehen seeseitig, ein Bein steht landseitig.
    Alle drei Beine sind gleich lang, haben dieselbe Neigung und eine Winkel von je 120° zueinander.
    Daher meine ergänzte Skizze noch mal anbei.

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • In "Ansicht" sind die Winkel rot und grün messbar unterschiedlich. Allein darauf war mein Bezug.


    Gruß
    Roland

  • Moin in die Runde

    Mein Eindruck, die Winkel der Kranbeine könnten unterschiedlich sein, war nur ein Eindruck, wie ich auf anderen Fotos sehen konnte. Und meine Fotos von der Landseite u der Wasserseite zeigen gleiche Winkel und Manfred hat das auch noch mal schön gezeigt.

    Auch die Spurweite, 6m, ist klar. Also 6cm bei Ha-Jo's Modell. Und die Ausleger sehen auch auf den alten Fotos ungewöhnlich lang aus. Das kann aber auch daran liegen, dass sie im Vergleich zu den Gitterauslegern unglaublich schlank gebaut waren. Das lag lt. den Eisenbahnjournalen an der vollgeschweißten Konstruktion. Die erste für den Hamburger Hafen.

    Wenn die Modelle auf eine Spurbreite von 6cm kommen und die Durchfahrt immer noch zu schmal ist gibt es 3 Gründe: 1. die Beine sind zu kurz. 2. der Kranschaft, eine längliche runde Konstruktion auf der oben der Drehkranz sitzt, ist im Durchmesser zu klein und 3. die Abwicklung des Anschlusses der Kranbeine an den Schaft ist falsch und der Winkel stimmt nicht. Das würde bedeuten, dass die Beine doch etwas zu kurz sind und 4. Alle 3 Gründe können zusammen vorliegen. 8|

    Das lässt sich ja alles am Model klären und eventuell korrigieren. Vielleicht zeigt Ha-Jo mal den Kran und berichtet was er herausgefunden hat.

    Grüße in die Runde, Johannes

  • Hat eigentlich jemand die "Rollschuhe" für den Kran auf dem Zettel ? Ich könnte mir vorstellen das die Teile locker nochmal 80 bis 100 cm hoch sind (grob geschätzt) dann kommt das Teil gut noch 1 m höher ind das mit den Waggons und der Durchfahrthöhe könnte dann vielleicht passen.

    Ich bin gespannt auf das gebaute Modell.

    Viele Grüße


    Wolfgang