Fregatte Brandenburg F123

  • Moin zusammen,


    da das Projekt Fregatte 126 eingestellt wurde - was ja aufgrund der Beschaffung von MEKO-Fregatten ganz vernünftig erscheint - möchte ich gern mein eigenes Fregattenprojekt starten :).

    Irgendwie muss ja der Deutschen Marine geholfen werden;).

    Meine Wahl fiel auf die Fregatte Brandenburg, da die Schiffe der Klasse F123 für mich immer noch sehr schön "schiffig" aussehen, was man von moderneren Einheiten meines Erachtens nach nicht mehr ohne weiteres behaupten kann.

    Über die F123er möchte ich an dieser Stelle nichts mehr schreiben, da genügend Infos und Bilder im Netz zu finden sind.

    Als Kartonbaubogen habe ich nur den Bogen von WHV gefunden, der eigentlich nicht so schlecht erscheint und bestimmt "aufgepimpt" werden kann.

    Die Farbe der Teile ist allerdings ein Problem - mit dem bei der Marine gebräuchlichen RAL7000 fehgrau hat diese nichts zu tun;(.

    Gott sei Dank gibt es fehgrau bei Revell! Das beutet aber, dass nicht nur die Schnittkanten zu färben sind, sondern der ganze Dampfer! Mal sehen, wie mir das gelingt:S.

    Eine Streichprobe mit dem Revell-fehgrau zeigte auf alle Fälle schon mal, dass die Revellfarbe zu dunkel erscheint - nächste Bild:

    Hier bestätigt sich die alte Weisheit, dass Originalfarben an Modellen zu dunkel erscheinen. Ich werde also etwas weiß hinzugeben müssen.

    Um einer Aufwölbung des Modells am Bug und Heck zuvorzukommen, plante ich gleich, die Grundplatte auf eine stabile Holzunterlage zu kleben.

    Da kam mir die Idee, dieser Holzunterlage gleich die Form des Unterwasserschiffes zu geben. Das Unterwasserschiff wäre damit der Ständer meines Modells:).

    Also habe ich mir Spantenriß und Seitenansicht besorgt und diese auf 1:250 gebracht.

    Als Holz habe ich ein entsprechend dickes Abachi-Brettchen gewählt, das sich leicht mit Raspel und Feile bearbeiten lässt.

    Hierauf wurde eine Kopie der Grundplatte geklebt und schon mal die Form ausgesägt - folgende Bilder:

    Als nächste muß nun das Unterwasserschiff in Form gebracht werden, hierzu dienen Spanntschablonen aus Karton.

    Dazu bald mehr.

    Grüße

    Heinrich

  • Moin, moin Heinrich,

    teste mal RAL 7001 oder ähnlich.....ist etwas heller und damit ggf. "maßstabsgerecht". Verwende ich gerade bei meinen Binnenminensuchbooten für die Reling.

    Die Farbe vom Bogen finde ich nicht völlig verkehrt......das Revell-Grau ist deutlich zu dunkel und m.E. auch zu blaustichig.


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat! Es lebe der Zentralfriedhof.......

  • Moin Heinrich,

    wie ich dich kenne, erwartet uns ein lesenswerter Baubericht mit viel Recheche, Hintergrundinformation und hervorragendem Modellbau. Hast du die Zeitschrift ‚Schiffprofile‘ zum Original? Die 123er hatte ich bisher noch nie im Fokus meines Interesses. Ich freue mich und bin gespannt.

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Moin Heinrich,

    ich melde mich dann auch mal an. Aus zwei Gründen: die Bundesmarine ist voll in meinem Focus, ausserdem liegt die Erstausgabe des Bogens auch noch in meinem Vorrat. Gutes Gelingen.

    Günter

    Auf der Werft: EGV Ffm

    Meine letzten fertigen Modelle:

    F. Baden-Württemberg, MiSuBo Paderborn und Passau, F 213 Scharnhorst, ZKrz Helgoland, S.M.S Nassau, F216 Scheer, MS Wappen v Hamburg, S 13, S 100, P 6059 Jaguar,
    KWdGr mit UWS, A 63 Main, S72 Puma, WFS Planet, St. Lorenz Nürnberg; HMCS Agassiz; PzKanBt Natter; Hermes; SMS Breslau; MS Clement; MS Iserlohn; Dio Kleine Werft; W4,W8,W21,W22; P 6148 Löwe; A 52 Oste; MS Finnmarken; LKr Nürnberg; MS Mellum; Z 1; Tender Donau; Grumman Albatross

  • Moin zusammen


    und wie oben angekündigt nun zur Formgebung des Unterwasserschiffes, was ja eigentlich der Ständer meiner Fregatte werden soll.

    Deswegen tritt hier der Kartonbau etwas in den Hintergrund.

    Trotzdem habe ich mit dem Spantgerüst aus dem Modellbaubogen schon mal angefangen, um immer mal mit dem Unterwasserschiff Maß nehmen zu können.

    Wie das nächste Bild zeigt, passt bis hierher noch alles gut:

    Um nun aus dem eckigen Unterwasserschiff etwas Rundes machen zu können, habe ich am Mittelträger und der Grundplatte auch schon ein paar Spanten in größerem Abstand eingefügt - nächstes Bild:

    Diese habe ich allerdings nur mit der Grundplatte verklebt. M. E. nach kommt die Wölbung bei Kartonschiffen dadurch zustande, das Klebstoff zwischen Spanten und Mittelträger, den Mittelträger verzieht und mithin verkürzt, so dass sich das ganze an den Enden nach oben wölbt. Auf jeden Fall liegt meine bisherige Konstruktion noch schön flach auf.

    Um nun einen einigermaßen geschmeidigen Übergang der Rundungen des Überwasserschiffes mit denen des Unterwasserschiffes zu erreichen habe ich mein Spantgerüst auf dem Unterwasserschiff mit Stecknadeln fixiert und das ganze mal fest in einen Schraubstock (!) gespannt - folgerndes Bild:

    Nun wurde im Bereich der Spannten ganz vorsichtig mit der Furniersäge in Verlängerung der Schräge der Spanten in das Holz eingeschnitten. Danach wurde wieder ausgespannt, das Spantgerüst abgenommen und die Endpunkte der Sägeeinschnitte am Boden des Unterwasserschiffes mit Bleistift in mehr oder weniger eleganter Linie verbunden. Das sah dann so aus:

    Auf der anderen Seite habe ich nicht eingeschnitten sondern symmetrisch Maß genommen um die Linie zu erhalten.

    Nun ging es mit Raspel und Feile ans Eingemachte, wobei ich keine negativ-Pappspanten - wie ursprünglich geplant - benutze. Das Unterwasserschiff ist im Maßstab 1/250 nicht sehr hoch und ich habe einfach Freihand gearbeitet - es ist ja nur der Ständer! Auf die Maßstabsgerechte Kimmung am Schiffsboden habe ich auch verzichtet, da das Unterwasserschiff noch irgendwie auf zwei Säulen stehen soll. Da ist ein flacher Boden besser.

    Nach dem Feilen und Schleifen wurde zweimal mit Porenfüller gestrichen, gespachtelt und anschließend der Feinschliff gemacht - folgende Bilder:

    Auf der Längslinie habe ich gleich noch zwei Gewindebuchsen eingebaut, um später mein Schiff gut befestigen zu können.

    In der Zwischenzeit hatte ich mir noch einen zweiten Baubogen der Brandenburg bestellt, da ich immer gern ein Backup habe, falls ich mich mal "verschnipsele". Der kam dann auch ziemlich flott und ordentlich in einer starken Kiste (!) verpackt. Als ich diese öffnete, erlebte ich mein "graues Wunder" ! Der nun vor mir liegende Bogen zeigt die Fregatte in einem ziemlich gut nachempfunden fehgrau - viel heller als in meinem bisherigen Bogen - nächstes Bild:

    Auch das basaltgrau der Decks ist viel besser. Zuerst dachte ich, mein alter Bogen sei vielleicht eine "Raubkopie", wobei ich den Bogen ordentlich gekauft und mit dem üblichen Preis bezahlt habe. Das habe ich aber verworfen, da in der Anleitung ein Hinweis auf die extra beiliegenden Flaggen zu finden ist. Im neuen Bogen sind die Flaggen nicht separat gedruckt. Wahrscheinlich gibt es wirklich verschiedene Auflagen des gleichen Modells mit nicht identischen Farben.

    Ich bin jedenfalls mit dem neuen Bogen sehr zufrieden und mein fehgrau-Problem ist auch gelöst.

    Als nächstes folgt nun der Anbau des Ruders, der beiden Schraubenwellen, der Stabilisatoren und der Schlingerleisten am Unterwasserschiff.

    Dazu später mehr.

    Viele Grüße

    Heinrich

  • Hallo Hajo,

    es liegt vielleicht an der mäßigen Farbqualität meiner geposteten Bilder. Da kommt der Unterschied der beiden grau-Töne nicht so gut rüber. Mein "alter" Bogen hat einen deutlichen Stich ins grüne. Auf dem "neuen" Bogen sieht das grau deutlich besser und auch heller aus.

    Das sollten wir bei Gelegenheit mal live in Augenschein nehmen. Vielleicht passt es ja mal irgendwo.

    Meine LÜTJENS hat auch das grau des "neuen" Bogens.

    Ich selbst habe auch schon ein paar Eimerchen fehgrau an der Steuerbord Aufbauwand und am Turm Bravo der MÖLDERS in Wilhelmshaven verrollt :).

    Grüße

    Heinrich

  • Moin, moin Heinrich,

    alles klar :thumbup: !

    Die gezeigten Farben unterliegen ja auch dem Kameralicht, dem Objektiv und dann dem Bildschirm bei mir......insofern ist die Hauptsache, dass du mit dem Druck zufrieden bist :). Die Bogenvariante mit dem Grünstich kenne ich.....ich glaube, das war die Erstausgabe.

    Gruß von der Ostsee

    HaJo

    Exercitatio artem parat! Es lebe der Zentralfriedhof.......

  • Moin zusammen

    und ein update zu meiner BRANDENBURG:

    Wie angekündigt waren nun die Anbauteile am Unterwasserschiff zu bauen. Diese hätte man auch aus Karton machen können. Da praktisch alle Teile aus dem Rumpf hervorstehen, habe ich mich allerdings für den stabileren Werkstoff Holz für die Schlingerleisten, die Stabilisatoren und das Ruder entschieden. Die Schraubenwellen sind aus Messing, wobei die beiden Wellenböcke wieder aus Holz gefertigt wurden - folgendes Bild:

    Bei den beiden Propellern bestehen die Naben ebenfalls aus Holz, das allerdings mit Karton, auf dem ich vorher die Position der Blätter markiert hatte, umwickelt wurde.

    Die Propellerblätter habe ich aus einer Heckansicht kopiert, mit Karton verstärkt, ausgeschnitten und mit Sekundenkleber an den Naben befestigt. Das folgende Bild zeigt einen der beiden Propeller auf einem Zahnstocher zum Trocknen aufgespießt:

    Nach der Montage und Farbgebung sah das ganze nun so aus:

    Im Anschluß machte ich mir schon mal Gedanken, wie das Unterwasserschiff später in der Vitrine aufgeständert wird. Da ich keine Schiffsmodelle auf gedrehten Messingsäulen o. ä. mag, kam ich auf die Idee, die Grundplatte der Vitrine wie ein Trockendock aussehen zu lassen und fertigte schon mal die unter dem Rumpf befindlichen Kielblöcke. Das sind i. d. Regel massive Quader aus Stahl oder Beton auf denen das enorme Gewicht eines Schiffes im Dock ruht.

    Bei mir genügte eine Kieferholzleiste, in die ich in regelmäßigen Abständen Nute fräste - nächstes Bild:

    Die Nuten wurden schwarz gestrichen und der Rest rostbraun. Auf die einzelnen Blöcke wurden dann noch schwarze Kartonrechtecke aufgeklebt, die die Unterlagen darstellen - nächstes Bild:

    Nun konnten die Einzelteile schon zusammengeschraubt werden, wobei die gegenwärtige Sperrholz-Grundplatte später durch den Vitrinenboden, der einem Dockboden gleichen soll, ausgetauscht wird -folgendes Bild:

    Wie man im folgenden Bild sehen kann, hängen die Propeller und das Ruder frei über dem Dockboden. Das gilt auch für den Sonardom am Bug der Fregatte:

    Nun war Hochzeit! D. h. mein bisher gebautes Spantgerüst wurde auf das Unterwasserschiff mit Holzleim geklebt.

    Damit alles schön flach aufliegt, habe ich das Spantgerüst mit kleinen Palinen-Näpfchen, die nun allerdings mit Bleischrot gefüllt waren, beschwert:

    Danach konnte endlich der Kartonbau gestartet werden, d. h. die restlichen Spannten wurden auf der Grundplatte und dem Mittelträger befestigt.

    Wie man sieht, strakt bisher alles noch ganz gut:

    Die Nagelprobe kommt allerdings erst noch mit dem Anbringen der Außenhaut.

    Zunächst geht es aber mit der Montage der Decks weiter.

    Davon später mehr.

    Beste Grüße

    Heinrich

  • Sehr gute Baufortschritte. Die Propeller und das Unterwasserschiff sind sehr gelungen. Eine Präsentation im Dock macht was her. Auf derselben Spur bin ich bei meinem aktuellen Modell auch. Es ist interessant zu sehen, wie Du die Idee umsetzt.

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Hallo zusammen,

    und weiter geht es mit dem Baubericht zur Fregatte BRANDENBURG:

    Nach Bauanleitung wäre als nächstes der Bau des achteren Zwischendecks an der Reihe. Da ich aber noch nicht alle Spanten mit dem Mittelträger verklebt hatte und auch noch die eine oder andere Verstärkung einbauen wollte, habe ich mit den Abschnitten 39 und 40 (Torpedoausstoßrohre nebst Plattformen) weitergemacht. Wobei mir die Konstruktion der Torpedorohre mit den Klappenantrieben nicht gefiel. Nach Baubogen sind die Antriebe mittig auf bzw. unter den Rohren angebracht. Das stimmt jedoch mit Fotos vom Original nicht überein. Die Antriebe sitzen seitlich versetzt neben den Klappenscharnieren, was ja auch logisch ist. Mit wenig Karton ließ sich das jedoch leicht umsetzen, wie auf den folgenden Bildern zu sehen ist:

    Die Plattformen werden jeweils zwischen zwei Spanten eingeklebt und stoßen auch an den Mittelträger. Deshalb sollte die korrekte Platzierung kein Problem sein. Hier bin ich allerdings eines Besseren belehrt worden. Aufgrund sehr kleiner Winkelfehler und minimaler Verschiebungen beim Verkleben war das ganze bei genauerer Betrachtung irgendwie windschief. Ich habe die Plattformen deshalb wieder von den Spanten getrennt und damit begonnen, in Fortführung der seitlichen Bugverstärkungen, die der Baubogen vorsieht. Zwischen alle Spanten in Höhe des Helidecks zusätzliche Verstärkungen aus stärkerem Karton einzubauen – folgende Bilder:

    So wurde gewährleistet, dass alle Spannten schön senkrecht und winklig ausgerichtet bleiben. Das galt dann auch für die Plattformen mit den Torpedorohren – nächstes Bild:

    Als nächstes war das achtere Zwischendeck an der Reihe, wobei mir sofort auffiel, das das Deck im Baubogen fehgrau ist. Obwohl ich keine Bilder vom Originaldeck vorliegen habe, kommt mir fehgrau als Farbe für ein begehbares Deck reichlich unrealistisch vor. Also habe ich den entsprechenden Bogen (aus der grünstichigen Auflage) auf meinen Drucker gelegt und eine schwarz-weiß-Kopie gezogen. Da die Kopie noch etwas zu hell war, wurde dunkler eingestellt – und fertig war mein Zwischendeck in basaltgrau – folgendes Bild:

    Der Anbau der verschiedenen Ausrüstungsgegenstände, wie Poller, Spill und Stützen war dann kein Problem mehr. Zusätzlich habe ich noch zwei Trommeln zum Aufwickeln der Festmacherleinen spendiert – gemäß Foto vom Original – nächstes Bild:

    Da ich die Reling aus Fotoätzteilen herstellen will, waren noch drei Klüsen zu fertigen. Für diese habe ich Kartonstreifen um ein kleines Werkzeug (zwei zusammengelötete Drahtstückchen - 1 mm Durchmesser) gewickelt. Nach dem Abstreifen wurden diese mit Sekundenkleber getränkt und später gemäß Heck schräg angeschliffen und eingefärbt – nächste Bilder:

    Es fehlt wahrscheinlich noch ein Fahrstand für das Spill, wobei ich keine Idee habe, wo dieser aufgestellt ist. Vielleicht kann mir einer der Marine-Profis aus dem Forum einen Tipp geben. Bilder habe ich bisher nicht gefunden.

    Darüber hinaus werde ich noch einen Niedergang ergänzen, der vom Zwischendeck zu einer Luke im Helideck führt.

    Dazu später mehr.

    Viele Grüße

    Heinrich