• Hallo zusammen

    Hiermit möchte ich meinen ersten Baubericht beginnen:

    Die Grosse Jacht von WAK Maßstab 1:100

    Es handelt sich vom Schiffstyp um eine Staatsyacht, vergleichbar mit der Niederländischen Statenjacht aus dem 17. Jahrhundert. Nur ebe nicht aus Holland sondern Brandenburg.

    Der Bogen von WAK ist auf den ersten Blick spitzenmäßig, hoch detailliert und mit sehr guter Bildbauanleitung.

    Da ich über keinerlei Erfahrungen mit dem Erstellen etc. von Bauberichten verfüge, bitte ich um Nachsicht, wenn das eine oder andere nicht optimal läuft. Das Titelbild des Bogens habe ich zum besseren Verständnis angehängt, ich hoffe es gibt kein Copyright-Problem!


    Erste Schritte:

    Wie üblich Längs- und Querspanten:


    Weil die Niedergänge offen sind, erhalten einige Spanten die sichtbaren Planken.

    Edited once, last by Deichfrosch: Ein Beitrag von Deichfrosch mit diesem Beitrag zusammengefügt. (May 27, 2026 at 12:39 AM).

  • Moin,

    zum Schiff und seiner Rekonstruktion gibt einiges zu sagen. Die Frage ist, ob du beim Modellbau einige Anpassungen vornehmen möchtest (die den Fachleuten positiv auffallen) oder ob dir der Bau rein nach Bogen ausreicht (was schwer genug ist).

    Neuralgische Punkte sind die Steuerung (kein Kolderstock sondern eine Pinne die durch ein Zwischendeck unter dem Boden der großen Kajüte geführt wird), die Schwertwinden (gab es zu der Zeit noch nicht) und weitere Details die ich nachgucken müsste. In der Zeitschrift DAS LOGBUCH waren alle fraglichen Punkte der Rekonstruktion aufgeführt und begründet.

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Hallo Klaus,

    Erstmal vielen Dank für Deine Hinweise, die ein sofortiges nochmaliges Überdenken erforderlich machen!

    Recht hast Du, der Kolderstock ist zumindest mal fragwürdig. Das Logbuch kenne ich nicht, aber ich habe das Buch "Die Niederländische Jacht im 17.Jahrhundert" von Werner Jaeger, in dem es sogar ein eigenes kurzes Kapitel über die Grosse Jacht gibt. Die echte Quellenlage ist mau, das Gemälde von Verschuier aus 1684, dass die Grosse Jacht zeigt, ist in dem Modell mit Rumpfaußenseite und Takelage sehr genau umgesetzt. Vergleichbare Informationen über die Gestaltung des Decks existieren m.E. nicht. Also kann man es nur so machen wie es plausibel erscheint. Da ein holländischer Schiffbaumeister (Peckelhering) das Schiff gebaut hat, ist davon auszugehen, dass er es "holländisch" gebaut hat. Und auf holländischen Statenjachten gab es keinen Kolderstock sondern eben die von Dir genannte Pinne unter dem Pavillondeck, die üblicherweise vorne in einer senkrecht nach oben gezogenen eisernen Verlängerung endete. Das hat der Konstrukteur wohl (fäschlicherweise) als Kolderstock um-interpretiert. Ein Pinne wäre sicher die richtigere Wahl zumal ein Kolderstock für ein Schiff dieser Größe auch einfach keinen Sinn macht.

    Aber: da der Konstrukteur keine unter dem Pavillondeck durchgehende Pinne vorgesehen hat, hat er den Abstand (Höhendifferenz) zwischen dem Pavillondeck und dem Hauptdeck nicht ausreichend groß gemacht. Decksbalken müssen da ja auch noch drunter. Außerdem hat er einen schönen Abschluss des Decks vor dem Absatz reingezeichnet, der natürlich weg müsste. Und das Loch für den Kolderstock muss weg. Das bedeutet erhebliche Änderungen gegenüber dem Originalbogen und da dachte ich mir sträflicherweise, pfeif drauf und mach den Kolderstock. Merkt eh kein Mensch. Ja schiete, dass ich damit auffliege, bevor ich es überhaupt gebaut habe, hätte ich im Leben nicht erwartet. Aber das passiert eben, wenn man sich in einem Forum mit Leuten, die sich auskennen, bewegt. Ich denk nochmal drüber nach.

    Zweiter Punkt, Winschen für die Fallen der Seitenschwerter. Winschen dafür gibt es meiner Vermutung nach so ca. ab 1880. Der Bogen sieht eine zweifach geschorene Talje vor, deren Ende an einer Klampe innen am Schanzkleid belegt wird. Ist aus meiner Sicht plausibel.

  • Moin Herr Deichfrosch,

    na, wenn Du den „Jäger“ hast – um dessen Besitz ich Dich beneide – hast Du ja alles an möglichen Informationen zu den Staatenjachten und besonders zur GROSSEN JACHT beisammen.

    Meine Informationen beziehen sich auf den Bauplan von Rolf Hoeckel zur GROSSEN JACHT. Ich vermute, das WAK-Modell basiert darauf. Im Nachbarforum hat jemand das Modell meisterlich gebaut, war aber verschlossen gegenüber sachlichen Hinweisen zum Original (Thema Kolderstock). Das ist nicht schlimm, dem Modellbauer soll ja sein Werk gefallen und er kann entscheiden, was er wie baut. Meist ist dann das „gefällt mir eben besser so“ entscheidender als historisch/technische Richtigkeit.

    Der große Unterscheid zwischen Pinne und Kolderstock besteht im größeren Ruderausschlag der Pinne bei einem schratgetakelten Schiff. Herr Hoeckel hat seinen Plan 1940, vermutlich in Shanghai, gezeichnet. Als Vorlage hatte er wahrscheinlich eine Zeichnung von Jakobus Storck aus der er die Pinne mit rechwinkeligen Abschluss als Pinne interpretierte (die Zeichnung von Storck wurde 2018 als Fälschung aus dem 19. Jahrhundert entlarvt. Die Zeichnung ist im „Jäger“ auf Seite 96).

    Die Schwertwinden von Hoeckelplan zeigt der Bogen dann wohl nicht. Taljen - wie Du sie beschreibst – sollen richtig sein.

    Ja, ein Umbau zur Pinnensteuerung erfordert einen Eingriff in den Bausatz. Ein Anmalen des Modells könnte dann hilfreich sein, oder eben Neukonstruktionen der vorhandenen Teile durch Scans und Computerbearbeitung.

    DAS LOGBUCH ist die Quartalszeitschrift vom Arbeitskreis historischer Schiffbau e.V. der einmal eine hervorragende Adresse für solche Themen war. Horst Menzel, ein anerkannter Fachmann für niederländischen Schiffbau, hat in den Heften 1991/3 und 2002/3 sehr leidenschaftlich mit den Hoeckel-Entwurf auseinandergesetzt.

    Viel Spaß und Erfolg bei Deinem Modellbau. Ich habe das Gefühl, das könnte hier interessant werden :thumbsup:

    Viele Grüße

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

    Edited once, last by Klaus: Rechtschreibung und Gramatik! (May 29, 2026 at 12:43 PM).

  • Moin zusammen

    Ich habe mich, insbesondere nach den weiteren Hinweisen von Klaus, in die Recherche vertieft und das Ergebnis ist ganz simpel: Statenjachten wurden nie mit einem Kolderstock gesteuert. Kann man sich auch nicht schön reden. Ist einfach falsch. Ende.

    Also, was tun? Die Grosse Jach muss eine Pinnensteuerung kriegen, und zwar mit einer Pinne unterhalb des Pavillondecks.

    Also erstmal das Loch für den Kolderstock im Pavillondeck verschließen:

    Netterweise istcim Bogen jeweils ein Stück aller Verschiedenen Farben vorhanden. Daraus kann man ein paar Decksplanken machen.


    Die Decks werden alle in dem Bogen kernig aufgedoppelt, dann wird mir der Abstand zwischen den Decks aber zu mager. Daher habe ich hie nicht aufgedoppelt sondern versucht, durch eine Beschichtung mit UHU-hart die erforderliche Stabilität zu kriegen. Ergebnis: Katastrophe!

    UHU-hart zieht sich beim Trocknen zusammen. Das Deck hat sich total verzogen!

  • Weiter geht's:

    Die Pinne soll also unter dem Pavillondeck verlaufen. Das bedeutet, dass am vorderen Ende des Pavillondecks kein geschlossenes Schott sein kann sondern der Zwischenraum offen bleiben muss bis auf einen abschließenden Decksbalken. Dahet wird ein Teil des darunter liegenden Decks sichtbar werden. Diesen sichtbaren Teil gibt es aber im Bogen nicht, er muss also neu erstellt werden. Das ist wiederum dank der Reservestücke im Bogen kein großes Problem. Lediglich den Plankenanschluss zu machen ist etwas fummelig.

    Nun muss der neue Unterbau gemacht werden und der Spant um den über das Deck hinausgehenden Teil gekürzt werden.

    Danach kann das nun verlängerte Deck aufgeklebt werden. Aus dem vom Spant abgeschnittene Überstand wird der Decksbalken gemacht, der das Pavillondeck nach vorne abschließt. Der Decksbalken wurde mit Cyanacrylat-Kleber gehärtet (Sekundenkleber schrumpft nicht!) und dann solide aufgeklebt.

    Nun wurde die Pinne an den Längsspant geklebt ( die Pinne geht bei dem Modell nicht durch bis zum Ruderblatt, das wäre mir zu aufwändig gewesen. Sie schaut nur vorne raus). Die Pinne ist aus Messingdraht. Nach meiner Recherche war sie üblicherweise ein am Ende nach oben gebogener geschmiedeter Eisenstab, der mit dem Ruderblatt verbunden war. In das Pavillondeck habe ich gleich noch den Bügel für die Großschot eingebaut weil man später sehr schlecht rankommt. Danach wurde das Pavillondeck aufgeklebt. Bei der Gelegenheit wurde noch gleich der Rahmen und die Treppenstufen des Niedergangen eingeklebt.

    Damit war der Umbau von Kolderstock auf Pinne beendet, die Pinne musste nur noch etwas nachgebogen werden.

    Nächster Schritt: Aufkleben des aufgedoppelten Vor-/Hauptdeckes. Am besten hat man sechs Hände dafür.

  • Moin Deichfrosch (hast Du auch einen Namen?)...

    Das schaut alles sehr sauber verarbeitet und gut recherchiert aus.

    Baust Du mit den Laser-Spantensatz? Schaut ganz schön dick aus.

    Gruß, Renee

    Im Wald boten sich mir zwei Wege dar.

    Ich nahm den, der weniger betreten war!

  • Hallo Renee,

    Sorry, ich bitte meine Unhöflichkeit zu entschuldigen: Henner

    Ja, ich verwende die Laser-Teile. Die Spanten sind aus sehr dicker Pappe, was das Aufdoppeln deutlich erleichtert. Allerdings würde ich mir eher die Bordwand-Verzierung und die Schanzkleid-Abdeckungen als Laserteil wünschen als die Spanten. Spanten kriegt man immer auch so hin, bei der Verzierung bin ich da noch nicht so im Klaren, wie ich das mache.

    Es gibt die Bordwände mit bereits aufgedruckter Verzierung, aber das sieht echt flau aus. Vielleicht fange ich endlich damit an, selbst zu lasern. Das wäre auf jeden Fall ein Anlass, auch wenn es vielleicht nicht das optimale Übungsstück ist.

    Schönen Gruß

    Henner

  • Hi Henner...

    Ich steh ja nicht so auf Lasercut, wie man in meinen Bauberichten sieht.

    Aber die Verzierungen könntest Du mal mit Konturen-Farbe versuchen. Gibt's auch in Gold.

    Ich hab da recht gute Erfahrung mit gemacht.

    Im Wald boten sich mir zwei Wege dar.

    Ich nahm den, der weniger betreten war!

  • Moin Henner,

    das gefällt mir sehr, dass Du meinen Einwurf so konstruktiv aufgenommen hast. Der bisherige Umbau ist gut gelungen, der Rest wird auch was Gutes werden. Am Ende wirst Du stolz und zufrieden sein wenn Du Dein Modell siehst, die Version mit dem Kolderstock hätte Dir unter Garantie immer aufgestossen.

    Zu den Verzierungen: Reinhard Vorschlag der Konturfarbe ist gut. Ich würde es wie der Konditor beim Verzieren der Torten machen: aus Pergamentpapier ein kleines Spritztütchen mit sehr spitzem Ausgang drehen und darin die Farbe füllen.

    Viel Erfolg weiterhin

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Hallo zusammen,

    Reinhards Vorschlag habe ich aufgegriffen und umgehend Konturfarbe bestellt. Habe es auch gleich mal ausprobiert und festgestellt: so einfach ist das auch nicht! Aber das Auftupfen mit einem Zahnstocher scheint bei den sehr komplizierten Verzierungen ganz gut zu funktionieren! Geduld ist Trumpf!

    @Reinhard: Vielen Dank für den super Tipp! Wäre ich im Leben nicht drauf gekommen!

    Weiter geht's:

    Die Beplankung erfolgt in drei Lagen: erst werden die Spanten mit Papierstreifen verbunden, dann kommt die Unter-Beplankung und sm Ende die finale zweite Beplankung. Klingt nicht so kompliziert, erfordert aber sehr genaues arbeiten, sonst wird das Ganze unrettbar schief (die schlechte Erfahrung hatte ich schon mal).

    Erstmal müssen die Kanten der Spanten entsprechend geschliffen werden, das die Kontur strakt. Dann die Papierstreifen genau auf Mitte der Spanten anpassen und möglichst genau immer wechselweise links-rechts aufkleben. Sie dürfen möglichst nicht überlappen, die Geradheit des Rumpfes muss dabei immer kontrolliert werden.


    Ich habe den jeweiligen Papierstreifen nicht auf einmal komplett festgeklebt, sondern erst im Kielbereich fixiert und dann den Rumpf nachkontrolliert. Wenn dann alles gepasst hat, habe ich den Streifen fertig angebracht.

    Nach dem Aufkleben der Papierstreifen ist aus dem Gerippe schon mal ein Rumpf geworden. Und, jetzt kann man das Ganze schon auf den Ständer stellen. Der Rumpf ist auch schon verblüffend steif!

    Jetzt kommt die erste Beplankung. Auf den Papierstreifen sind Markierungen aufgedruckt, die Position der Planken wiedergeben. Auf dem Bild ist eine Seite der ersten Beplankung fertig ausgeschnitten. Die Planken dürfen nicht flächig aufgeklebt werden, sonst strakt der Rumpf nicht und die Planken kriegen Knicke. Sieht katastrophal aus.

    So richtig perfekt habe ich die erste Beplankung nicht hingekriegt, am Heck ist doch ein leichter Knick entstanden. Dürfte aber bei der zweiten Beplankung noch ausgleichbar sein, also halte ich das nicht für ein Problem.

    Edited once, last by Deichfrosch: Ein Beitrag von Deichfrosch mit diesem Beitrag zusammengefügt. (June 8, 2026 at 11:56 PM).

  • Jetzt kommt der Pavillon an die Reihe. Der Bogen beinhaltet sogar einen Teppich für den Boden, sowie eine Sitzbank am Heck, also müssen die Fenster ausgeschnitten werden, damit man vielleicht was davon sieht.

    Ich habe aus einem abgebrochenen Bohrer einen Stempel mit 1,5 x 1,5 mm geschliffen, um die Fensterflächen auszustechen. Die Schnittfläche habe ich schräg geschliffen, dadurch schneidet der Stempel ganz gut. Das Papier habe ich vor dem Ausstechen mit Sekundenkleber gehärtet, sonst würde es abreißen.

    Der restliche Zusammenbau des Pabillon ist nicht allzu kompliziert, allerdings machen sich jetzt schon kleine Ungenauigkeiten sehr hässlich bemerkbar!


    Jetzt noch die restlichen Planken der ersten Beplankung, und das Ganze sieht schon aus wie eine Statenjacht!

    Bis zum nächsten Mal

    Henner


    Und bevor ich's vergesse:

    Klaus: Du hast völlig recht, selbst wenn es niemandem sonst auffallen würde, ich würde mich jedes Mal ärgern, wenn ich draufschaue. Man soll nichts machen, von dem man weiß dass es falsch ist! Danke für Dein klares Wort. Manchmal braucht man sowas!

    Edited 2 times, last by Deichfrosch: Ein Beitrag von Deichfrosch mit diesem Beitrag zusammengefügt. (June 9, 2026 at 12:34 AM).

  • Deine zweite Beplankung schaut schon recht vielversprechend aus.

    Und die Konturenfarbe konnte ich sehr gut bei meiner Wasa einsetzen.

    Gruß, Renee

    Im Wald boten sich mir zwei Wege dar.

    Ich nahm den, der weniger betreten war!

  • Moin Henner,

    den Puristen rollen sich jetzt die Zehennägel auf: Spachtel die zweite Beplankung! Im Baumarkt gibt es feinen Wandspachtel in der Tube der sich unkompliziert auf Karton auftragen und schleifen lässt. Den Spachtel sieht hinterher niemand mehr, die Dellen – und sind sie noch so klein – jeder.

    Viel Erfolg beim Weiterbau Deiner jetzt schon besonderen Jacht

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Das ist das geniale an so einem Forum: man kriegt viele Tipps aus der Praxis. Resultat: der Rumpf wurde gespachtelt und schon einmal grob vorgeschliffen. Und schon zeigt sich, dass doch mehr Dellen drin sind als die erste Beplankung hoffen ließ.

    Danke für die Hilfe!

    Schönen Gruß, Henner

  • Die Empfehlungen zum Nacharbeiten und Glätten des Rumpfes habe ich aufgegriffen. Der Rumpf wurde also drei mal gespachtelt und geschliffen, das Resultat ist eindeutig. Es waren etliche Beulen und Knicke vorhanden, die nach und nach verschwanden. Nachteilig: die Markierungen für die Planken verschwinden unter dem Spachtel. Ist aber kein Problem.

    An den dunklen Stellen scheinen die Spantenknicke und Kanten der Planken durch. Sieht auf dem Bild nicht so aus, aber tatsächlich ist es jetzt schön glatt.

    Lesson learned: Den Rumpf auf jeden Fall spachteln und schleifen. Aber nicht erst nach der ersten Plankenlage sondern GLEICH nach dem Aufbringen der Unterlage auf den Spanten. Das Glätten der ersten Plankenlage ist mühsam, weil die Planken zwischen den Spanten hohl liegen und der Spachtel an den Kanten immer wieder einreißt.

    Dann ging es an die abschließende Beplankung.

    Zuerst muss die Goldverzierung auf dem oberen Teil nachgearbeitet werden. Dabei habe ich die Empfehlung von Renee umgesetzt und goldene Konturfarbe aufgetupft. Am Ende habe ich einen 00-er Pinsel genommen, das ging am besten. Dabei bin ich aber definitiv an die Grenzen meiner Augen und Feinmotorik gekommen!

    Auf dem Bild eine Seite vor, die andere Seite nach dem Nach-Vergolden.

    Dann wurden die weiteren Planken grob ausgeschnitten und zum genauen Ausschneiden auf schwarzen Karton aufgeklebt. Schwarzen Karton, um das Kantenfärben zu vereinfachen. Hat sich im Endergebnis nicht gelohnt!

    Dann die oberen Beplankungsteile ebenfalls aufgedoppelt und alles auf Maß geschnitten und alle Kanten eingefärbt. Am Ende war die gesamte Beplankung fertig zum Aufkleben.

    Zum Beplanken habe ich oben begonnen und dann immer zwei Planken je Seite aufgeklebt. Der Rumpf ist unglaublich steif, ein Verziehen scheint mir absolut nicht mehr möglich!

    Soweit bislang, wenn der Rumpf fertig beplankt ist, melde ich mich wieder.

    Bis dahin fröhliches Schnippeln

    Henner

  • Die Verzierungen schauen schon toll aus.

    Auch die Beplankung bisher. Aber es scheint auf dem letzten Foto die erste Rumpfplanke etwas hinten kurz zu sein.

    Kann aber auch täuschen...

    Gruß, Renee

    Im Wald boten sich mir zwei Wege dar.

    Ich nahm den, der weniger betreten war!

  • So, die Beplankung ist drauf. Jedenfalls größtenteils: Rumpfaußenseite. Weitere Zwischenbilder habe ich nicht gemacht, lohnte nicht.

    Die am Heck zu kurze Planke, die auch Renee aufgefallen ist, war ein super-dämlicher Fehler meinerseits! Wie zu sehen war, habe ich beim Ausschneiden der Planken die Nummern als Fähnchen drangelassen und erst nach dem Aufkleben der Planke abgeschnitten, um eine Verwechslung zu vermeiden. Und dann habe ich trotzdem da die zweite Planke vor der ersten aufgeklebt und zu spät gemerkt. Wie gesagt, superdämlich! Zum Glück kommt da aber später ein Teil der Heckverzierung drüber.

    Das Aufplanken ging an sich unproblematisch, es hat sich nur herausgestellt, dass die Planken minimal zu breit sind. Da ich immer versuche, auf der Linie zu schneiden, war dadurch am Ende für die Schlussplanken nicht genug Platz und ich musste sie relativ schmal auf Pass schneiden. Weiterhin sind die Planken auch etwas zu lang, was aber naturgemäß kein Problem ist.

    Etwas schwierger ist der Umstand, dass die Planken-Längskanten aufgrund der Rumpfkrümmung eigentlich etwas schräg angeschnitten werden müssten, damit der Spalt zwischen den Planken nicht so groß wird. Ist auch in der Anleitung so beschrieben, habe ich aber nicht ausreichend hingekriegt.

    Die Planken wurden zu der Zeit des Schiffes mit pech-getränkten Hanfseilen kalfatert, daher habe ich die Kanten schwarz gefärbt. Durch die jetzt sehr breiten Spalten zwischen den Planken sieht das vielleicht etwas übertrieben aus. Ich überlege noch, ob ich da noch was mit Farbe machen werde.

    Die Verblendungen für den Kiel und die Steven wurden wieder wie die anderen Teile der Beplankung grob ausgeschnitten, aufgedoppelt und dann genau auf der Linie geschnitten.

    Das Anpassen der Enden, auch mit der Verblendung des Kiels, des Vorstevens und des Achterstevens hat ganz gut geklappt. Die Passgenauigkeit der Teile ist absolut super!

    Und noch das Heck:

    Insgesamt muss ich sagen, dass ich von der Passgenauigkeit der Beplankung schwer beeindruckt bin. Die Ungänzen liegen definitiv an mir und nicht an dem Bogen! WAK hat da eine super Arbeit abgeliefert! Und beim Aufplanken hat sich gezeigt, dass das Spachteln und Schleifen absolut richtig war und enorm geholfen hat. Nochmal danke für den Tipp!!!

    So, nun geht es an die Beplankung der Innenseite und danach an das Ruderblatt.

    Bis denne

    Henner

  • Moin Henner,

    der Rumpf ist Dir bestens gelungen! Kompliment. Anstatt mit schwarzer Farbe wäre ein dunkler Grauton als Kalfaterung dezenter gewesen. Der Rumpf wirkt jetzt auf den Fotos ein wenig wie geklinkert. Das tut der tollen Bauqualität aber keinen Abbruch.

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Jetzt ist es noch früh genug über die spätere Präsentation nachzudenken. Wenn das Modell auf zwei Sockeln auf einer Grundplatte stehen soll, ist es jetzt noch früh genug von unten zwei Löcher in den Kiel zu bohren.

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Ja, tatsächlich wollte ich die Jacht nicht auf dem Bauständer belassen. Der ist wie der Name schon sagt, gut für den Bau, sieht aber schon recht provisorisch aus. Zwei Holzsäulen drechseln und das Ganze auf ein kantengefrästes schönes Holzbrett montieren ist sicherlich die bessere Wahl. Ich schaue mir das morgen mal näher an.

    Wie geplant, ging es an die Innenbeplankung. Erst wurde die Bordwand noch mit Streifen etwas aufgedoppelt, und danach die Innenbeplankung eingeklebt.

    Die Innenbeplankung ist eigentlich auf jeder Seite nur aus einem Teil, ich habe sie aber vor dem Übergang zum Hauptdeck getrennt weil die Ungenauigkeiten meines Baues da deutlich durchschlagen und es kaum einteilig zu montieren war. Ich habe daher erst das hintere Teil angepasst und eingebaut und dann das vordere Teil an den Kanonenluken ausgerichtet und eingepasst.

    Dann noch die stirnseitigen Verblendungen der Steven und des Kieles montiert und damit ist die Beplankung soweit abgeschlossen.

    Danach ging es an das Ruderblatt. Es wird aus einigen Teilen zusammengesetzt und ist, dem Vorbild durchaus entsprechend nicht gerade ein Meisterwerk der Hydrodynamik.

    Probleme gab es dabei nicht, lediglich die Teile der Scharniere waren etwas fummelig. Leider beim Ausschneiden der Kantenverblendung mit dem Messer abgerutscht und verschnitten. Da das Teil aber zu breit ist und nach dem Aufkleben auf Breite geschnitten wird, hat sich der Fehler nicht ausgewirkt. Nach dem Zusammembau des Rudernlattes habe ich noch ein wenig Kantenfärberei betrieben und Oberflächenfehler behoben.

    Am Ende am Achtersteven die Gegenstücke der Scharniere montiert und das Ruderblatt angeklebt.

    So, wieder ein Schritt fertig. Ich denke, es geht jetzt an die Decksausrüstung.

    Bis dahin

    Henner

  • Hallo zusammen,

    Seit dem letzten Post ist einiges an Zeit vergangen. Nicht dass ich wirklich weiter gekommen wäre, im Gegenteil! Die Geißel der Menschheit hatte mich abgehalten: die Steuererklärung.

    Aber nun geht es in kleinen Schritten weiter: die Relingauflage wurde montiert.

    Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber das war das bislang schwierigste Teil. Am Übergang an der Deckstufe ist sie geteilt und geht dann ebefalls erhöht weiter. Und dieser Übergang ist, seiner Zeit angemessen, natürlich verziert. Genau gesagt beginnt bzw. endet sie in einer Verrundung, die dann auch noch schräg ist.

    Die Schräge kann man von vorne besser sehen:

    Laut Anleitung werden die Teile gedoppelt, was ich natürlich auch gemacht habe. Der Zusammenbau war vorsichtig gesagt herausfordernd. Dann habe es ich auf der zweiten Seite ohne Aufdoppeln probiert. Ging erst noch schlechter. Mit Sekundenkleber und zwei Pinzetten hat es dann leidlich geklappt. Die Montage auf den Reling war dann eher unkompliziert.

    Dann geht es jetzt weiter mit der Decksausrüstung. Das Oberlicht rückt näher. Schwitz!

    Bis dahin

    Henner

  • So, die Decksausrüstung!

    Es geht los mit der Ankerbeting mit den Kranbalken, dem Bratspill, dem Kombüsenkamin, der Mastbeting, zwei Relingspollern und der Deckpumpe. Erstmal alle Teile auf den Bögen zusammensuchen und in Gruppen zusammengestellt, am Ende fehlt doch immer mal was.

    Angefangen habe ich mit dem Bratspill. Soweit nicht weiter schwierig. Nur das Vorritzen ist hier immer etwas tricky, weil Ungenauigkeiten hier sofort eine Asymmetrie der Spillwelle zur Folge hat. Aber, man kann ja am Schluss die beste Seite nach oben drehen.

    Danach habe ich die Mastbeting gebaut. Und hier zeigte sich, dass die Umsetzung im Bogen nicht ganz dem Vorbild entsprechen kann. Das ist mir aber natürlich erst aufgefallen, als ich sie schon zusammengesetzt hatte.

    Ich habe nochmal nachgesehen, was daran eigentlich belegt wird, und dabei stellte sich auch heraus, dass auch die Takelanleitung für das laufende Gut hier nicht ganz korrekt ist. Das Piek- und das Klaufall der Gaffel werden hier belegt, und zwar wie Recherche bei Jaeger und Mondfeld ergab, an den beiden Knechten, die die Säulen der Beting bilden. Fußblöcke unter Nagelbänken kamen erst etwa 100 Jahre später auf, das Kreuz (also das als Nagelbank genutzte Querholz der Beting) hätte diese Belastung wohl nicht aufnehmen können. Daher wurde in den Knechten Scheiben als Umlenkung eingesetzt und die Fallen wurden direkt an den Knechthäuptern belegt. Da die Knechte bis zum Schiffsboden durchgingen und da verkeilt waren, konnten die eine Menge an vertikaler Last aufnehmen.

    Ich habe dann noch ein wenig weiter recherchiert wie das nun genau aussehen soll und bin fündig geworden. Auf dem in der Ostsee gefundenen weitgehend intakten Wrack einer holländischen Fleute (genannt "Gost Ship") von so ca. 1650 kann man genau so eine Mastbeting mit Umlenkrollen in den Knechten perfekt erhalten sehen! Das scheint also die historisch korrekte Bauweise in dieser Zeit zu sein.

    Wer es mal sehen will, "Eriksson Rönnby Ghost Ship" googeln. Die Bilder sind leider mit Copyright, daher habe ich sie hier vorsichtshalber nicht eingestellt.

    Ich habe dann erstmal die anderen Teile gemacht, während ich mir überlegt habe, wie ich die Schlitze in die Knechte reinkriege. Dann habe ich noch "Zuganker" für die Mastbeting ins Deck eingeklebt, um die Last etwas zu verteilen.

    Die Schlitze habe ich dann mit 1mm vorgebohrt und mit spitzem Messer erweitert. Ergebnis: Geht so, aber man kann die Gaffelfallen durchkriegen und belegen und das ist die Hauptsache.

    Die Pumpe und der Rest waren wiederum nicht weiter schwierig. Damit konnte nach dem Kantenfärben alles soweit montiert werden.

    Jetzt muss noch der Deckel des Kabelluks gemacht werden und dann arbeite ich mich weiter nach achtern vor. Die kleinen Dramen dazwischen (Ankerspill falsch herum aufgeklebt und dann ganz vorsichtig wieder abgetrennt etc.) erspare ich Euch!

    Bis dahin

    Henner

  • Das ist eine sehr clevere Nachuntersuchung zur Beting! Die aktuellen Funde konnten zu Mondfeld und Jaeger natürlich nicht kennen. Umso schlauer, mal zu gucken was sich seit dem Erscheinen der Bücher für neue Kenntnisse ergeben haben. Deine Belegnägel gefallen mir auch gut. Viele Modellbauer wählen an der Stelle eine viel dicke Ausführung. Und die Spake an Steuerbord blockiert vorbildlich den Vorlauf des Spills. Ein weiteres, sehr schönes Detail.

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Als nächstes war das Oberlicht dran (wie gesagt, es geht jetzt schrittweise nach achtern). Seinem Zweck entsprechend hat es viele Fenster und das heißt noch mehr Sprossen!

    Ich habe die Fenster wieder erstmal innen "grob" ausgestochen und dann das Ganze von hinten mit Sekundenkleber gehärtet. Danach habe ich die Sprossen nochmal mit spitzem Messer nachgeschnitten.

    Vergleichbar die Fensterrahmen: Erstmal das Innere ausgestochen, gehärtet und dann an den Außenkanten mit der Schere ausgeschnitten. Die Verrundung an der Oberkante habe ich dann mit einem kleinen Fingernagelkneifer herausgeknabbert. Ich schneide immer wenn möglich mit Schere, ich kriege da einfach genauere und bessere Schnitte hin als mit dem Messer. Auf dem Bild ist der erste Fensterrahmen fertig ausgeschnitten, 9 fehlen noch.

    Das Aufkleben der Rahmen auf die Fenster ging ohne Schwierigkeiten, da die dünnen Teile dank Sekundenkleber-Tränkung recht stabil waren und ich sie ohne Gefahr der Beschädigung gut mit der Pinzette fassen konnte. Das Kantenfärben ist dann allerdings etwas mühsamer, weil die gehärteten Kanten sehr schlecht Farbe annehmen. Danach das Dach und die Umfassung ausgeschnitten und aufgedoppelt. Die fertige Außenwand habe ich für das Abkanten zur Probe mal von innen geritzt und nicht wie ich es sonst immer mache, auf der Seite die weggebogen wird, hier also außen. Man kriegt dadurch nicht dieses hässliche Bild der aufgetrennten Kante, aber man muss einen richtigen Keil rausschneiden. Bei dünnerem Karton wohl nicht möglich, also keine super Idee.

    Danach das Ganze auf Position geklebt und danach die Umfassung montiert.

    Dann habe ich in das Schanzkleid schon mal kleine Löcher reingestochen, in die die Ösen für die Takelung der Kanonen kommen. Sieht man aber kaum, ich hoffe sie sind groß genug für den dünnen Draht!

    Klaus: Vielen Dank für Deinen Kommentar! Die genannten Autoren haben ja tatsächlich Unmengen an Wissen zusammengetragen, aber wenn man dann Fotos von einem Original-Schiff der Zeit sieht, kriegt das Ganze doch noch eine ganz andere Aussagekraft. Da sind tatsächlich mal Seeleute gestanden und haben die Leinen durchgeholt. Ich finde den Gedanken beeindruckend!

    Henner

  • Jetzt beginnt der Bau des gold-verzierten Hecks: es geht los mit den Erkern des Pavillons. Die Grundform wird aus Karton gekantet und gebogen, ein Fensterbrett und ein oberer Abschluss des Fensters dienen als Spanten für die Form der Erker. Funktioniert ganz gut, allerdings müssen diese Spanten zwingend verstärkt werden, weil man sonst alles krumm und schief biegt. Vorher die Fenster ausstechen wie gehabt. Das Schindeldach geht ohne Probleme, man muss nur die Schindel vorkrümmen.

    Hier der erste Erker im Rohbau und die Teile für den zweiten, eine weitere Schindelreihe ist ausgeschnitten. Die Spanten sind die Teile 89 b und 89 c:

    Nach dem Rohbau geht es an die vergoldeten Verzierungen. Ich habe damit weitergemacht, bevor ich den zweiten Erker begonnen habe.

    Die Verzierungen sind so ein Ding für sich: sie sind in dem Bogen natürlich aus Karton und somit naturgemäß flach. Wenn man in eine Barockkirche geht (also zu der Grossen Jacht zeitgenössisch), sieht man jede Menge verschnörkelte und vergoldete Verzierungen, und die sind allesamt NICHT flach! Sondern plastisch ausgeformt! Also sollten die Verzierungen beim Modell der Grossen Jacht ebenfalls plastisch und nicht flach sein!

    Zu experimentieren habe ich das Blatt eingescannt und einen 1:1 Ausdruck gemacht.

    Ich habe dann verschiedene Kleber mit verschiedenen Materialien angedickt und geschaut, ob sich damit was modellieren lässt. Holzschleifstaub hat immer auch faserige Spänchen dabei, geht nicht. Stärke ist erst krümelig, löst sich dann und gibt mit KittyFix eine ganz gut verarbeitbare Masse, die relativ transparent auftrocknet. Damit habe ich dann weitergearbeitet und die Teile vor dem Ausschneiden durch vorsichtiges Auftupfen (die Teile sind ja nur 1-2 mm breit!) in plastische Form aufgebaut.

    Danach die Teile mit der Goldfarbe (nochmals Danke an Renee für den Tipp mit der goldenen Konturfarbe, das Zeug ist genial!) vergoldet. Sieht ganz passabel aus, die übergeschmierten Ränder werden noch abgeschnitten.

    Nach dem Ausschneiden mit Cuttermesser auf den Erker geklebt. Das halten geht mit Pinzette nicht gut, die ist zu grob. Besser ist dafür eine Furniernadel. Die hat einen dicken Kopf, den man gut halten kann und ist so spitz, dass man nichts kaputt macht. Lösen des aufgeklebten Teils einfach durch Drehen der Nadel. Geht gut. Und so siehen die Erker nach der ganzen Prozedur aus. Links habe den unteren Abschluss des Erkers (keine Ahnung, wie das heißt) nicht plastisch geformt sondern nur nachvergoldet. Werde ich vermutlich noch machen, mal sehen.

    Und dann den Erker auf die Pavillon-Außenseite aufkleben:

    Die Erker haben unerwartet viel Zeit gebraucht, liegt aber an dem Probieren für die Verzierungen. Und ein wenig weiterprobieren muss ich noch, optimal ist es noch nicht. Vielleicht hat jemand noch eine gute Idee oder Erfahrungen?

    Bis dahin

    Henner

  • Ich wüsste nicht, wie man die Erker noch besser machen könnte!

    Hast Du die Fenster mit Klarsichtfolie hinterlegt? Oder sind sie glaslos geblieben?


    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Vielen Dank für die aufmunternden Sätze und die likes!

    Klaus: offengestanden sind die Fenster leer. Da ich noch keine gute Lösung für eine Verglasung wusste, habe ich auch das Dach des Pavillons auch noch nicht geschlossen. Bislang erschien mir so ein mehr oder weniger durchsichtiges Plastikstück so, als wären in dem Schiff 70er-Jahre Glasbausteine verbaut worden. Aber ich habe heute in dem Baubericht der Binnenminensucher gelesen, dass die Trennfolie von Kirschpralinen offenbar sehr geeignet ist. Ich muss gleich mal sehen, dass ich so eine Schachtel kaufe.


    Bis demnächst

    Henner

  • Kleine Öffnungen können auch gut mit einer Haut aus klar trocknendem Weißleim verschlossen werden. Da das Weißleimhäutchen nicht ganz gleichmäßig dick trocknet ergibt sich ein netter Butzenscheiben-Effekt. Da Weißleim Wasser als Lösungsmittel enthält, ist es wahrscheinlich notwendig die Fensterrahmen vorher mit Klarlack oder dünnflüssigem Cyanoacrylat-Kleber zu imprägnieren. Am Besten an einem Abfallstück testen.

    Viel Erfolg

    Bernhard

    Ewig währt am längsten.

  • Moin!

    Meine Erfahrung mit solchen Kleinteilen ist, daß sie immer erstaunlich lange dauern.

    Viele Einzelteile, die so klein auch nicht schnelle zu handhaben sind. Und noch läger dauern, wenn sie extra schön sein sollen.

    Grüße

    Hanns.G

    Hänschen klein ging allein in die weite Welt hinein...das e-bike wartet schon.

  • Hanns hat 100-prozentig Recht: die Kleinteile dauern. Daher habe ich mich ein Weilchen nicht gemeldet, ich habe mich auf die Herdtellung der ganzen Zierteile konzentriert.

    Erstmal habe ich das mit der Fensterverglasung ausprobiert. Das mit dem Leim habe ich nicht hingekriegt, ich muss das nochmal in Ruhe testen. Hstte aber jetzt nicht die Geduld dazu. Die Sichtfensterfolie aus den Briefumschlägen wurde daher das Mittel der Wahl. Vielen Dank für die beiden Ratschläge.

    Also, die Kleinteile:

    Angefangen habe ich mit der Heckgirlande, die aus mehreren Schichten aufgebaut wird.

    Das Vergolden der Teile ist recht fummelig daher bin ich dann dazu übergegangen die Teile vor dem Ausschneiden/Ausstechen zu vergolden.

    Vor dem Vergolden müssen die Teile natürlich wie die Verzierungen der Erker noch plastisch geformt werden. Das ganzen Andicken des Leimes habe ich irgendwann gelassen, es geht auch ohne. Vor allemm kann man das Kittyfix in eine Kanülenflasche abfüllen und damit dann die Formen modellieren. Diese Kanülenflaschen gibt es in Amazonien im Fünferpack für kleines Geld, sie machen die Arbeit echt leichter, nur angedickter Leim geht damit nicht. Also ab jetzt Kittyfix pur!

    Das werden die Figuren und Zierleisten an der Vorderseite des Pavillon. Die mit dem Leim hergestellte Form wird erst nach dem Vergolden deutlich, weil der Leim transparent trocknet und unsichtbar wird. Beim Auftragen kann man aber gut sehen, was man tut weil da der Leim noch weiß ist. Wenn die gewünschte Form noch mehreren Aufträgen erreicht ist, können die Teile ausgestochen und wie gehabt aufgedoppelt werden, um den Effekt noch mehr zu verstärken:

    Hier hat sich dann herausgestellt, dass die Verzierungen der Heckbalken alle gleich sind und nicht die Hälfte spiegelbildlich zur ersten Hälfte. Ist aber kein Problem, nur etwas mehr Arbeit beim endgültigen Vergolden. Dann wurde begonnen, rin Teil nach dem anderen anzubringen. Hierbei wurde auch das Pavillondach geschlossen.

    Danach die Randleisten des Pavillondaches und die Türen. Die Türen habe ich offen gelassen, damit man ein wenig reinschauen kann. Es muss ja einen Sinn haben, dass im Pavillon ein Teppich liegt und das Heck eine Sitzbank hat .

    Damit kann nun das Pavillondach drauf. Weiter geht es mit der Heckverzierung. Erstmal die große Heckgirlande und das Wappen sowie die Verzierungen der Heckbalken.

    Dann die Randverzierungen und die beiden Damen. Das Anbringen der Randverzierungen wsr ein sehr aufwändiges Gefummel, weil sie so erstmal nicht passten und nachgearbeitet und angepasst werden mussten. Vielleicht erinnert Ihr Euch, bei der Beplankung hatte ich hier gepfuscht, das rächte sich hier!


    Nach der Heckverzierung ging es wieder nach vorne: Die Rumpfseiten erhalten einen vergoldeten Streifen, der genau eingepasst werden muss. Die runden Luken der Kanonen werden mit einem vergoldeten Ring versehen.

    So, das ist der aktuelle Stand. Am Heck fehlt noch die Laterne und der Flaggenstock. Im Hintergrund liegen schon die Seitenschwerter bereit. Es geht also langsam wieder in Richtung Deck, und dann wird es mit der Takelung der Kanonen richtig spannend!

    Bis dahin

    Henner

  • Moin Henner,

    einfach genial, die Ausführung der erhabenen Verzierungen. Ich konnte mir bisher noch nicht richtig vorstellen wie das klappen kann.

    Jetzt ist der Groschen gefallen (altchinesische Bezeichnung von "Aha"). Das hilft mir schon mächtig weiter mit meinem Projekt.:thumbup:

    Beste Grüße

    Ernst

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    „Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.“ Sokrates, griechischer Philosoph (469-399 v. Chr.) 🥸

  • Leider habe ich nur 2 Daumen,

    Ein sehr schöner Heckspiegel:thumbsup: Gratulation zu diesem wunderschönen Modell.

    Gruß Herbert

    Die letzten Arbeiten: Neben vielen anderen Schiffs- Flug- und Fahrzeugmodellen Scandlinesfähre BERLIN, Fährschiffe Mecklenburg-Vorpommern, Knudshoved, Kronprinz Frederik, Estonia, Bereisungsschiff EMS, Fähren Deutschlan, Flugboot Do 24

    In Arbeit: ?