Gouvernementschiff "Komet" (1911) in 1/250 konstruiert von Michael Bauer (2012)

  • Teile 51-2 (Ladewinden) (2x24 + 2 = 52 Teile)

    Die erste Teilgruppe, die mit Recht mikroskopisch genannt werden kann.

     

     

    Zahlreiche Scheiben sind auf z.T. zwei Achsen zu fädeln und dann noch mit etlichen Teilen an allen Seiten zu ergänzen. Da die Teilgruppe überwiegend schwarz ist, sieht man von der ganzen Herrlichkeit nur wenig.

    Alle Scheiben müssen vor dem Ausstechen durchnadelt werden, außerdem ist es ratsam zu probieren, ob der gewählte Draht glatt durchgeht.

    Ich habe mich an der oberen Achse orientiert (sehr dünner Stahldraht) und folgende Reihenfolge eingehalten:

    1) Trommel G/H fertigstellen und auffädeln


    2) An der linken Seite auf die Scheibe G die Scheibe F ankleben (die Anleitung zeigt das nicht und schweigt sich auch aus, aber vom gesamten Platz her müsste das richtig sein)

    3) An der rechten Seite die Wange D auffädeln und mit G verkleben. Der Draht muss noch gut 2mm überstehen, damit er später die Trommel O/P/Q aufnehmen kann

    4) Die zweite Achse durch die Wange D fädeln (eine höllische Arbeit), sie darf allenfalls minimal überstehen, denn auf sie soll nur noch die Scheibe K gesteckt werden, die kann aber auch direkt auf die Wange D geklebt werden

    5) Die Scheibe E mit ihren beiden Löchern auf beide Achsen fädeln und mit F verkleben (ebenfalls höllisch). Die obere Achse darf 2,5mm überstehen, die untere nur die Stärke verdoppelten Kartons.

    6) Die Wange C auf die beiden Achsen schieben (einmal mehr: höllisch)


    Bilder (haha):
     

    Wie man sieht, habe ich hier später als oben beschrieben versucht, die zweite Achse einzubringen - das war sehr anstrengend.

    Hat man das geschafft und es sieht nicht nach abstrakter Kunst en miniature aus, dann wird es leichter:

    7) Das Ganze auf die vorbereitete Grundplatte A/B kleben (Sekundenkleber)

     

  • Teile 51-2 (Ladewinden) Fortsetzung

    8) Die Kästen L herstellen (sauber rillen lassen sich die winzigen Teile nicht, sie in 3-4 Teile zu zerschneiden, ist aber auch eine eher kühne Idee. Alternativ könnte man je die Wange mit der grauen Kreismarkierung auf einen passend dicken Karton kleben, das Ganze ausschneiden und färben.

    9) Die Kästen L mit Sekundenkleber aufkleben

    Hier sieht man oben links die fertigen Kästen L der ersten Winde. Die Scheiben M sind auch schon aufgeklebt. Oben rechts der Bremshebel, dessen Kopf noch rot zu pönen ist. Dieser ist tatsächlich aus dem Bogen geschnitten. Bei der zweiten Winde gelang dies nicht mehr, es wurde dann ein Laserrelingrest passend zugeschnitten und gebogen - was übrigens besser aussieht). Unten die Pleulstangen N, die etwas dicker aus dem Bogen geschnitten wurden (von vier Exemplaren habe ich nur eines an einer Stelle durchtrennt und nur ein weiteres ist auf Nimmerwiedersehen weggehopst.

    10) Die Scheiben M auf die grauen Markierungen auf L kleben (eigentlich sollte das vor dem Anbringen von L geschehen, aber ich hatte große Probleme, bei diesem winzigen schwarzen Blob zu erkennen, wo welche Seite ist).

    11) Die Pleuelstangen N aufkleben

    12) Die Trommeln O/P/Q auf die obere Achse schieben und verkleben.

    13) Den Bremshebel R einkleben - weder der Taxt noch die Skizze haben m ir den Platz genau klargemacht

    Und so sieht die erste fertige Winde aus:

     

     



    Wie heißt es doch so schön bei der Polizei: "Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen!"

    Denn in der Tat, dieses kleine Schwarze aussagekräftig abzulichten, war mir nicht gegeben.


    Teile 53-54 (Ladeluken) (4x2 = 8 Teile)

    Es ist darauf zu achten, an welcher Seite die Scharniere der Lukendeckel anzuschlagen sind.

       


       

    Winde und Luken im Bugbereich (darf man das bei der Position noch sagen? Eine Back ist ja nicht da) angebracht, hier sehe ich keine große Gefahr, dass sie wieder abgerissen werden.

  • Moin Zaphod,

    Du hast die Winde nicht nur sehr sauber gebaut, sondern auch sauber beschrieben! Es mach Freude, Deinen detaillierten Bericht zu verfolgen!

    Gruß

    Lars

  • Ich lerne gerade, dass Michael Bauers Baubeschreibungen noch zu toppen sind. Super, es macht Spaß Dir zu folgen.

    Beste Grüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Hallo,


    vielen Dank für die netten Worte, ich bemühe mich immer, mein Vorgehen gut zu dokumenteiren.


    Teil 57 (Ankerwinde) (43+ 3 = 46 Teile)

    Wer die Ladewinden einigermaßen hinbekommen hat, bekommt hier seinen Fortgeschrittenenkurs in Mikrochirurgie.

    Hier z.B. die Bremsfeststellräder X und das Handrad W im VErgleich zu einer Stecknadelspitze. Erstere konnte ich tatsächlich noch aussticheln, letzteres wird durch das kleinste Lasercuthandrad, das ish auf Leger habe, ersetzt.

    Eine ganze Seite Anleitung mit vier Skizzen soll helfen, die knapp 50 Teile zusammenzubringen.

    Hier der Text und die Skizze zum ersten Schritt:

    Im ersten Schritt werden die Bodenplatte vorbereitet (Hallelujah, gut sicht- und handhabbare Teile) und die Teile B bis H auf eine erste Achse (0,1mm Stahldraht, der verbiegt nicht) geschoben. Wenn ich die Skizzen richtig deute, entsteht eine Art Schichttorte, d.h. mit Ausnahme der Scheiben H (ganz innen) werden alle anderen Teile direkt aneinandergeklebt. Erfreulich, denn das erhöht die Stabilität. Aber Obacht! Die Hebel an den Scheiben H zeigen zum Bug, die an den Scheiben C zum Heck. Außerdem muss hier exakt auf die Ausrichtung der Teile zueinander geachtet werden.

    Es entstehen zwei Teilgruppen auf Draht, die auf dem Draht verschiebbar sein sollten, denn schließlich müssen sie später so ausgerichtet werden können, dass sie exakt auf den großen Markierungen der Bodenplatte zu platzieren sind.

    Hier das Ergebnis:

    Die größeren Durchbrüche auf C bekam ich noch ausgestichelt, die winzig kleinen wurden überstrichen.


    Im zweiten Schritt entstehen die Teile auf der zweiten Achse – hier wird es kniffelig, weil diese z.T. auch mit der ersten verbunden werden müssen.

    Also zweite Achse von einer Seite durch das vorderste Loch in B und das außerhalb der Scheibe H befindliche Loch (ich weiß, das klingt absurd) fädeln. DANN die drei neuen Teile I-J-I auffädeln (In J zeigt die Öse mit dem Loch für die dritte Achse nach vorne). Diese Teile haben jeweils Abstand zueinander.

    Hier die beiden Teile I und das Teil J:

    Alles verbunden:


    Bei mir hat das Auffädeln bei den beiden außen leigenden Löchern in B nicht geklappt, wie befürchtet, wurden dabei die vorgebohrten Löcher so stark beansprucht, dass sie aufrissen.

    Die beiden Lager O, durch die die dritte Achse geht, kann man m.E. auch nachträglich noch anschließen. Deswegen wurde jetzt das so weit fertige Konstrukt auf die Bodenplatte geklebt.
    VErwendet wurde Sekundenkleber, der zuerst nur auf die beiden Unterseiten von B getupft wurde. Das saubere Ausrichten war -schwarz in schwarz- nicht ganz ohne.Anschließend wurden die beiden Teile "I" auf ihre Markierungen geklebt. Das gestaltete sich kniffelig und an einer Seite verbanden sich I und J, so dass I nach der korrekten Ausrichtug von J nicht mehr korrekt zu montieren war - aber das bleibt faktisch unsichtbar, ein Vorteil von schwarz in schwarz.

    Die aufgeklebten Komponenten, die Bilder 2 und 3 zeigen, dass sich die eine Seitenwange B trotz Sekundenklebers wieder gelöst hatte, das ließ sich aber ohne weiteres beheben.

     

     

    Vor dem Ablängen der Drähte graut mir schon jetzt. Ich verfüge über keine Spezialzangen, die da dicht genug rankommen und mit einer Schwre kann ich dem Stahldraht wohl nicht beikommen.

    Welche Werkzeuge verwendet Ihr bei solchen Operationen?

  • Parallel dazu ist der Pumpenschwengel herzustellen. Mit Geduld und ruhiger Hand lassen sich hier auch die Durchbrüche in L ausstechen.



    Fast fertig:

     

    Geschafft:


    Daneben die beiden Teile X und eines der Lager O

    Ebenso parallel sind die Trommeln M/N herzustellen. Im Gegensatz zu den Ladewinden sind diese innen hohl. Der Bogen sieht hier Weiß als Farbe vor, Gustav hat sie innen rot gefärbt, dem bin ich gefolgt.

    Jetzt müssen die überstehenden Drähte der ersten beiden Achsen abgekniffen werden. Zuerst alles auf eine Seite ziehen und mit Sekundenkleber sichern, das macht aus vier Kniffen schonmal zwei:

    Edited once, last by Zaphod (June 13, 2026 at 9:58 PM).

  • Moin Zaphod

    Einfach genial wie du selbst komplizierteste Bauphasen mit einer großen Sorgfalt dokumentierst.

    Das nimmt solchen Anfängern wie mir etwas an Sorgen (jedenfalls ein bisschen:cool:). :thumbsup:

    Beste Grüße

    Ernst

    ________________________________________________________________________________________________________________________

    „Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.“ Sokrates, griechischer Philosoph (469-399 v. Chr.) 🥸

  • Hallo Zaphod

    Zum kürzen von Stahldraht verwende ich einen Dremel mit schmaler Schleifscheibe.

    Gruß Peter

    Papier ist geduldig, ich werde es auch noch lernen

    Nein ,nein, ich bin nicht stur. Nur Meinungsstabil!

  • Vielen Dank für die netten Worte und die Tipps zum Abkneifen !

    Die Ankerwinde ist abgeschlossen, bis zuletzt eine schweißtreibende Angelegenheit.

    Die Trommeln außen werden aufgesetzt:

     

    Und auch das auf dem ersten Bild sichtbare winzige Handrad sowie die beiden Bremsfeststellräder X sind an Ort und Stelle - und faktisch unsichtbar.
    Auf dem zweiten BIld sichtbar: der bereit liegende Bremshebel Y.

    Hier kann man das Handrad tatsächlich erkennen:



    Auch die Dampfzylinder und die Pleuelstangen sind -mehr oder weniger- an Ort und Stelle, letztgenannte ebenfalls faktisch unsichtbar.

    So soll das aussehen, die Pleuelstangen muss man übrigens zwischen dem Scheibengewirr durchfädeln, ein nahezu unmögliches Unterfangen.
     

    Zum Schluss kommt dann der Pumpenschwengel drauf, ganz gleichmäßig ist mir das Ausstechen der Rechtecke bei den Handgriffen nicht gelungen:

     

    Edited 3 times, last by Zaphod (July 10, 2026 at 2:58 PM).

  • Die Teile 58-65 sind Kleinteile auf der Back und am Heck. Fast alle sehr filigran und definitiv etwas für die Endmontage.

    Da ich nach der Ankerwinde ein sichtbares Teil brauchte, bin ich direkt zum Ruderhaus (70) gesprungen:

    Hier die lange Wand des Ruderhauses:


    Was ist zu beachten?

    Auf jeden Fall auch oben ein Profil einziehen, außerdem habe ich die kleine Zwischenwand 70c (rechts im Bild) seitlich mit je einer Lasche zur Verbindung mit mit 70a versehen:

    Hier diese Wand aus der Nähe:
     

    Und eingesetzt:
     

    Deckel drauf:


    Wie das Bild zeigt, habe ich die Fenster der Front und die von beiden Seiten sichtbaren vordersten Fenster an den Seiten ausgestochen und verglast. Zumindest bei meinem Exemplar war der Rückseitendruck erheblich verrutscht, z.T. blieb da die halbe Scheibe stehen, während der Rahmen weg war:

     
    Hier sieht man bei der Brückenfront den recht breiten weißen Streifen, der auf der Rückseite bleibt.

    Die Markierungen für die Steigeisen wurden übermalt und 3D-Steigeisen angebracht:


  • Moin,

    Ich hätte eine Bitte: Kannst Du mal probieren, die Ankerwinde noch mal mit ganz viel Licht zu fotographieren und zu posten? Was ich sehen kann, ist spektakulär, aber viele Details gehen leider durch die dunkle Farbe verloren.

    Schönen Gruß und absoluten Respekt

    Henner

  • Jetzt kommen die Kleinteile 66-69 an Ort und Stelle.

    Das eigentliche Steuerrad (66) durch ein Laserteil ersetzen;

     



    Im letzten Bild sieht man das aus einem gezogenen Gussast gebogene Sprachrohr 68.

    Hier das Ensemble der Instrumente an seinem Platz:

    Teil 67(Kompaß)

    Die Ausgleichskugeln zuerst mit Sekundenkleber anbringen. (Die fehlende Markierung auf dem Kompasskopf erschwert dies ungemein) und anschließend sehr vorsichtig durch aufgetropften Weißleim runden und anschließend rot bzw. grün streichen.

    Den knallgelben Kopf in Bronze anlegen.

    Der Kompaß in Arbeit:

     

    Größenvergleich:


    Teil 69 (Maschinentelegrafen)

    69b auf keinen Fall rückseitig verkleben, das winzige Teil bekommt man nicht präzise ausgerichtet (schon gar nicht hier, wo drei Felder geknickt und aufeinander geklebt werden sollen). Beide Teile separat aussticheln und mit Weißleim verkleben. Das hat gut funktioniert.


    Die fertig vorbereiteten Teile:
     

  • Vor der Montage des Ruderhauses unbedingt probeanpassen. Seitlich ist es m.E. knapp 2mm zu breit, jedenfalls verschwindet der auf dem Bootsdeck vorhandene Balken, der das Ruderhaus umgibt, nahezu vollständig. Auch seitlich der Gräting, die direkt vor dem Ruderhaus liegt, war reichlich Luft. Die unschönen beigen Stellen wurden braun übermalt.

    Jetzt konnten die Kleinteile 66-69 an Ort und Stelle kommen:

     

     



    Das Sprachrohr stand noch etwas schräg, das wurde korrigiert.

    Und die Front:
     

    Auf dem zweiten Bild sieht man schon die selbstgestalteten Lager für das Kabel (?)

    Gewonnen wurden diese Teile aus Blöcken der "Chanzy", die nach dem Verdoppeln so geköpft wurden, dass ein halbrundes Lager entstand:

    Alle sechs Lager:
     

    Das Kabel führte in das Maschinenhausoberlicht 75. Ich werde hier an der richtigen Stelle von 75a ein Loch vorbohren und das mit etwas Überlänge erstellte Kabel (Stahldraht) dort einführen und dann in die Lager kleben.

    Jetzt stellt sich die Frage: Welche Farbe für das Kabel?

    Schwarz erscheint mir wie gesagt zu aufdringlich. Ich könnte die Farbe des Decks nehmen, aber das erscheint mir wiederum unrealistisch.

    Was meint ihr?


  • Was meint ihr?

    Moin, handelt es sich bei dem 'Kabel' um das Steuerkabel für die Kraftübertragung von Steuerrad auf das Ruder?

    Dann würde ich grau wählen

    Farbengrüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Hallo Dirk,


    wenn ich das wüßte. Es kommt aus einem Oberlicht raus und geht seitlich in den Aufbau mit dem Steuer rein.


    Allerdings habe ich mittlerweile zu deme gelb-orange der Aufbauten gegriffen.


    VG


    Zaphod

  • Nun zum Kabel oder Sprachrohr:

    Das große Oberlicht 75 ist teilmontiert, in der Ecke, in der der Draht eingeführt werden wird, kann man auch schon den Kartonblock erkennen, der zur Stabilisierung der Wand neben dem Draht eingeklebt wurde.

    Und hier der montierte Draht, das Ganze ging besser, als ich es erwartet hätte und macht sich m.E. optisch gut.
     

    Wie man sieht, ist hier auch schon das Ruderhausdeck aufgeklebt. Dieses wurde im vorderen Bereich von der Rückseite her noch farblich passend angelegt:

     

    Der Anblick von vorne (die Bootslager 92 und die Niedergänge 71 sind auch schon an Bord, bei diesem musste ich darauf achten, dass sie beim in Position schieben nicht mit dem plastischen Handlauf kollidierten:


    Hier die Niedergänge in der Entstehung, ganz gerade wird das nie:

     

    An Ort und Stelle:

     

  • Teile 72-73 (Schornstein) (3+ 22 = 24 Teile)

    Sehr störend ist hier die fehlende Markierung für die Abspannfäden. Entsprechende Nadelpunkte müssen selbst gesetzt werden, so dass zwischen ihnen jeweils 5,5mm Abstand sind


    Das umlaufende Band ist erheblich zu lang (ca. 5mm), aber besser als zu kurz:

    Schornstein und Krempe wurden mit Laschen zusammengeholt. Hier der Schornstein im Rohbau:
     

    Den Schornstein stumpf auf das Deck zu kleben, erschien mir viel zu instabil. Daher habe ich von einer Kopie eine Bodenplatte in dreifacher Kartonstärke hergestellt. Diese musste auf 89% verkleinert werden, damit sie passte.

    Der Schornstein deckt die Markierung auf Deck nur knapp ab:


    Die Dampfpfeifen wurden mit Drahtkern plastisch gestaltet und mit Abstandhaltern versehen. Das einzige Foto von der Komet zeigt, dass ein deutlicher Abstand gegeben war.

         

    Hier nochmal das BIld von Hajo:



    Auf diesem ist Übrigens m.E. nicht nur der Abstand der Dampfpfeifen zum Schornstein gut zu erkennen, sondern auch, dass die oberen Maststagen sich nicht verjüngen - im Gegensatz zu den entsprechenden Teilen am Modell.

  • Die montierten Dampfpfeifen:

      

     

    Ich bin derzeit dabei, das Bootsdeck auszustatten, soweit das aus meiner Sicht sinnvoll ist, d.h. nur eine geringe Gefahr besteht, dass Teile wieder abgerissen werden.

    Das betrifft die Teilnummern 76 bis 92, darunter auch die 18 z.T. sehr filigranen Lüfter, also eine Arbeit, die einige Zeit in Anspruch nimmt.

  • Quote

    "Hier die Niedergänge in der Entstehung, ganz gerade wird das nie:"

    Danke für diese Aussage Zaphod!!!!! und ich dachte bisher, dass es mir nur so ergeht!

    Deine Niedergänge, das Rohr und der Schornstein sind wieder überzeugend umgesetzt.

    Gruß

    Lars

  • Hallo Lars,


    vielen Dank für die lobenden Worte ! Die Dampfpfeifen am Schornstein finde ich tatsächlich optisch ganz gut gelungen. Leider habe ich beim Zusammenbau des Schornsteins noch gedacht, dass die direkt auf den Schornsteinmantel kommen und daher die Naht hinten nicht sauber geschlossen - leider nicht mehr zu ändern.

    VG

    Zaphod

  • Hi Zaphod,

    wenn das Modell fertig ist und alles getakelt ist, fällt das im Gesamtbild gar nicht auf.


    Viele Grüße


    Wolfgang

  • Teil 74 (Reling des Oberdecks, Relingkante des Bootsdecks)

    Die umrahmenden Streifen des Bootsdecks jetzt schon anbringen, die Reling des Oberdecks jedoch später.

    Hier haben mich die fehlenden schwarzen Begrenzungslinien fast in den Wahnsinn getrieben, das Ergebnis bei den Längsstreifen war schlecht, auch zahlreiche nachbessernde Schnitte halfen da nicht viel. Dabei hätten die Begrenzungslinien zumindest unten durchaus sein dürfen, man kann die Teile ja mit der bedruckten Seite zum Schiff anbringen, dann wird diese unsichtbar.


     

    Hinten geht es noch, obwohl ich den vorgegebenen Überstand von 0,5mm nicht präzise einhalten konnte.


    Aber die Seitenteile:

     

    Nach vielem Nachschneiden:
       

    Montiert:
     

    Damit muss ich leben, schön ist es nicht geworden, dabei habe ich zwei verschiedene Methoden der Ausschneidens probiert:
    A) Mit einer Klinge vorsichtig ziehen, der Nachteil: wenn man einmal die vorgegebene Linie verliert, wirds übel
    B) Mit Martor 680 in winzigen Einzelstichen herausgearbeitet, der Nachteil: man bekommte keine schön geschwungene Linie hin.

    Edited 3 times, last by Zaphod (August 2, 2026 at 5:30 PM).

  • Da wirkte die dazwischengeschobene Maschinenkanone (Teil 61) fast wie eine Erholung.

    Teil 61 (Maschinenkanone) (13+3 = 16 Teile)

    Das eigentliche Geschütz wurde nur für Übungen und im Ernstfall aufgesetzt. Man kann also auch ohne weiteres nur den Sockel 61a-61d montieren.

    Hier kommt einmal mehr die gute Idee, entsprechende Teile auf dünnem Karton zu drucken, zum Tragen

    Dieses BIld zeigt oben die auf dünnem Karton gedruckten Teile, unten den Sockel bereit zum Zusammenbau.

    Teil 61m allerdings lässt sich m.E. nicht mehr aus gerolltem Papier herstellen, ich habe stattdessen gezogenen Gussast verwendet, der auch für die Handradwelle Verwendung fand. Das Handrad ist ein Laserteil.


    Den Geschützblock schrittweise an den Rahmen 61j kleben:

    Teil 61j sauber zu knicken ist m.E. grenzwertig, das Zerlegen in drei Teile ist zu überlegen.

    Hier sieht man auch schon den eigentlichen Lauf (gezogener Gussast) und den Mantel (oranger Zylinder). Der Gussast wird von hinten in den Mantel eingeschoben und verklebt, so dass der gewünschte Überstand entsteht.

    HIer wesentliche Geschützkomponenten vor der Montage:


    Hinten ist der winzige Zylinder 61k montiert, vorne liegt der Lauf, hinten die Schulterstütze bereit und davor das BRett, auf dem Reservemunition stand. Allerdings gilt es noch die Höhenverstellschraube 61g und den Abzug 61h anzubringen.

    Auf dem Sockel:


    Das Geschütz fällt detlich höher aus, als bei anderen Verlagen, das dürfte realistischer sein:

    Fast fertig:
     
    Die Höhenverstellschraube 61g war leider wieder abgefallen (linkes BIld)

    Edited once, last by Zaphod (July 10, 2026 at 3:00 PM).

  • Moin, moin Zaphod,

    die Streifen sind doch gut geworden :thumbup:.......da guckt doch später niemand mit der Lupenbrille über das Modell......

    Ich schneide mir solche schmalen Streifen in benötigter Höhe immer mit einer Schlagschere aus entsprechendem Karton und länge dann wie benötigt ab. Auch der dann hochkantige Streifen läßt sich dann - ggf. ganz leicht anfeuchten - in die leicht geschwungene Form bringen. Das mache ich auch mit den Schandeckeln über den Schanzkleidstützen. Da stören dann auch keine Begrenzungslinien, weil es die nicht gibt.

    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat! Es lebe der Zentralfriedhof.......

  • Parallel dazu heißt die Parole: Lüfter, Lüfter, Lüfter:

    Zuerst sieben Stück Nr. 78:

    Die Sockel lassen sich gut auf einem Stück Draht mit passendem Durchmesser fertigen:

    Bei den aus zwei Teilen bestehenden Köpfen genau darauf achten, welches hier welches Teil ist. Am besten immer erst alle Teile "b" ausschneiden, formen und verkleben und danach "c"

    Teile "b" aufgeklebt und "c" geschlossen:

    Ich hätte die Klebenaht bei den Kopfteilen unten gehalten. Zwar ergibt sich so nur eine winzige Klebefläche, aber dafür bekommt man eine unsichtbare Naht und muss nicht ständig an diesem winzigen Steg entlang ausstechen, wo ein kleinster Wackler genügt, um aus einem zwei Teile zu machen.

    Teile "c" aufgesetzt:


    Jetzt müssen noch eventuell gebliebene winzige Öffnungen an den Nähten geschlossen und das Ganze zuerst außen mit gelb/orange und innen mit Rot überstrichen werden, bevor abschließend der Lüfterrand mit einer Pinzette in Form gebogen wird.

    Nach einigem Überlegen habe ich aus Abfallkarton dünne Streifen geschnitten und die Bänder auf den Lüftern erhaben gestaltet. Das ging besser als erwartet und sieht gut aus, so dass beschlossen wurde auch die weißen Lüfter nachzurüsten.


     


    Die Nr. 79-83 folgen demselben Konstruktionsprinzip.

     


    Vorsicht bei der 80, die kommen auf ein Oberlicht und haben daher auch unten eine geschwungene Kante, hier kann man oben und unten leicht verwechseln, nachdem man 80a gerollt hat.

    Immerhin, 81-83 sind nur noch 5 Stück.

    Edited once, last by Zaphod (June 29, 2026 at 7:27 PM).

  • Hallo Zaphod,

    die Kleinteile bei Michael Bauer schrecken auf den ersten Blick (wie auch bei Jabietz). Wenn man ruhig an die Sache herangeht, zeigt sich aber, daß es durchaus baubar ist. Du hast Dich prima durch die Kleinteilorgie geschlagen.

    LG

    Kurt

    Wer zufrieden ist, kann niemals wirklich zugrunde gerichtet werden.
    Laotse

  • Die Beiboote baue ich immer gerne nebenher, statt alle auf einmal. Hier die Jolle 94:


    Den Heckspiegel der Stabilität halber habe ich verdoppelt, das war aber keine gute Idee, so ließ er sich schlecht anpassen.

    Das Steuerruder AUF KEINEN FALL rückseitig verdoppeln, NIEMALS kommt das zur Deckung. Beide Teile ausschneiden, Kanten der Pinne färben und zusammenkleben.

    Hier sieht man die beiden ausgeschnittenen Ruderhälften

    Der Heckspiegel benötigt allerdings m.E. einen gelben Rand oben, damit dieser umlaufend vorhanden ist:


    Der Bootsboden wurde erst nach dem Schließen des Rumpfes und dem Einkleben der Duchten von hinten eingeschoben und verklebt. Dieses wahnsinnige Manöver funktionierte tatsächlich. Ein vorheriges Einkleben hätte m.E. die Rumpfschalen indiskutabel weit aufgesperrt.

    Den Rahmen 94e sehr vorsichtig nach und nach anbringen. Sauberes Ausrichten ist hier das A und O - da ist bei den folgenden Booten noch Luft nach oben.


    Den Kiel unten finde ich merkwürdig, muss der nicht eine durchgehende Linie mit dem Kiel vorne bilden? Laut Anleitung soll er auch noch quer aufgeklebt werden, das kann ich mir nicht vorstellen.
     
    Das rechte Bild zeigt auch,dass es nicht gelang, den Rahmen 94e gleichmäßig aufzubringen.

    Die vier Ruder auseinanderschneiden, es wäre schön, wenn sie auch einzeln mitgeliefert würden, das erleichterte die Prozedur erheblich.

     

    Edited once, last by Zaphod (July 4, 2026 at 6:52 PM).

  • Teil 95 (Pinasse) (12+ 4 = 16 Teile)



    An diesem Boot bin ich gescheitert, was mich ärgert.

    Denn einige Abschnitte sind mir m.E. gut gelungen, z.B. das Dollbord, dem ich die Einschnitte für die Riemen und auf der Rückseite die Schwarzfärbung rund um diese Einschnitte verpasst habe.

     

    Doch der Reihe nach: Das Problem war von Anfang an die Hecksektion, auch wenn ich das Ausmaß des Murkses erst später bemerkt habe. Welche Form hat das Heck????

    Die Anleitung formuliert hier wie bei den anderen Booten wenig hilfreich „Nach dem Durchtrocknen die Schale vorsichtig zu einem Boot formen.“

    Immerhin gibt der Kiel „l“ mit dem Ruder hintendran einen leichten Schwung vor, den der Rumpf hinten einnehmen muss.

    In welcher Höhe der Spiegel „k“ anzusetzen ist, ob er oben mit dem Dollbord fluchten soll, ob er über dieses hinausragt, ober er unterhalb endet – es findet sich kein Hinweis und mein Spiegel musste dann auch vor allem im unteren Bereich massiv beschnitten werden, weil er hier seitlich deutlich über die Rumpfschale hinausragte.

    Vor dem Trimmen:

     

    Übrigens habe ich das Ruder gleich vom Kiel getrennt, ich halte es für nahezu unmöglich in die winzige Öffnung die Antriebswelle und die Schiffsschraube hineinzufummeln.


    Am Ende sah das alles schief aus, das Ruder passte überhaupt gar nicht mehr dran, es fehlten 2-3mm an Länge, ein grauenvoller Anblick:
     

  • Demgegenüber waren die Probleme beim Rumpf einigermaßen zu bewältigen:

    Schon bei der hinteren Ducht „d“ stellt sich die Frage, ob diese exakt mit dem Ende der Rumpfschale fluchten soll und das ist m.E. auch der Grund, warum man das Bodenbrett „b“ NIEMALS vor den Duchten einkleben kann, denn dieses ist deutlich kürzer als die Rumpfschale, so dass seine Längsausrichtung vollkommen unklar bleibt. Einziger Anhaltspunkt: Die auf „b“ vorhandene Markierung für den Motorkasten „i/j“, diese darf nicht durch einen der Querbalken der hinteren Ducht „d“ verdeckt werden.

    Wie bei Boot 94 gelang es mir nicht, die Duchten so tief einzusetzen, dass über ihnen 1mm Raum blieb. Ich zweifele mittlerweile daran, dass die Konstruktion dieses hergibt, für den optischen Gesamteindruck ist es aber bedeutungslos.

    Die Scheuerleiste „e“ muss vorne selbstverständlich in zwei Teile geteilt werden, wodurch sie weiter nach vorne rutscht. Das Aufsetzen des Dollbords ist fummelig, aber machbar. Sehr eingeschränkt ist die Handhabung des Bootes, nachdem dies geschehen ist. Ständig knickt man das dünne Dollbord beim Anfassen nach innen, ich würde dieses Teil in Zukunft so spät wie möglich anbringen. Außerdem ragten die Dollborde hinten gut 2-3mm über die Rumpfschale hinaus – konstruktionsbedingter Fehler oder Folge von Fehlern meinerseits? Ich kann es nicht sagen.

    Dollbord bei der Montage:

     

    Das Brett „h“ hat unten an den Ecken kleine Einschnitte, diese sind aber viel zu klein für die Stufen, die an dieser Stelle bestehen und müssen dementsprechend geändert werden:
     

    Das eingesetzte Brett:

    Die beigegeben drei Schraubenblätter lassen sich m.E. nicht verarbeiten, dafür sind sie zu klein. Die Vorstellung, diese Teile, die sich m.E. mit keinem Instrument greifen lassen, in einem sinnvollen Abstand und Winkel zueinander rund um eine hauchdünne Achse zu kleben, ist m.E. schlicht absurd. Es wurde eine auf 90% verkleinerte Schraube eines Beiboots der „Colombo“ von Dom Bumagi verwendet (85% wären wohl besser gewesen).

    Der Kiel bei der Montage:

     

    Schraube und Achse:



    Schraube montiert - Anblick abscheulich:

     


    Das muss erstmal verdaut werden, im Moment ist die Motivation zum Weiterbau weg.

  • Hallo Zaphot,

    wenn ich so kritisch zu meinen Machwerken wäre, müßte ich alle wegwerfen.

    Du solltest stolz sein

    l.G:Günther

  • Moin Zaphot,

    so ist uns allen schon mal gegangen. Schlaf eine Nacht drüber und versuch dann etwas anderes, z. B. die Propellerblätter aus Folie anfertigen... Nur ein Vorschlag. :rolleyes:

    Ansonsten: Aufstehen, Krone wieder aufsetzen und weitermachen.

    Viele Grüße

    Christian

    Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden. (Franz Kafka zugeschrieben)

  • Teil 93, 113 (Davits und Blöcke)

    Die Davits -wie auch ihre untere Hälfte 58- waren rund und verjüngten sich nach oben. Entweder man begnügt sich mit den Teilen aus dem Bogen als Annäherung, oder man versucht eine dreidimensionale Gestaltung. Für die unteren Abschnitte (58) lassen sich passende Polysterolröhrchen finden, bei den oberen habe ich etwas Neues probiert: Die Davits wurden zur Handhabung mit einer Überlänge unten ausgeschnitten und dann wurde auf beiden Seiten vorsichtig Weißleim aufgetropft, bis sich ein einigermaßen rundes Profil gebildet hatte (zwei Schichten pro Seite).


    Hier die längeren Davits 93b für die Brandungsboote:


     

     

    Fertige Davits 93b, der Überstand zum Handhaben ist abgeschnitten, an die Stelle der winzigen schwarzen Markierung kam noch ein kleines Rad, Davits hatten hier oft Umlenkrollen:


    Einmal ein Boot probehalber in seine Lager gelegt und ein Davit probehalber montiert:

     

    Kann das stimmen? Der Davit erhebt sich nur gering über die Kante des Beiboots, das korrekt in seinem Lager eingerastet ist.

    Ein Bildausschnitt vom Original (Es gibt kaum Fotos von der Komet, aber wenn man unter ihrem zweiten Namen "Una" sucht, bekommt man einige brauchbare Bilder), dieses Bild zeigt aber noch die Komet:


    Nein, NIE UND NIMMER KOMMT DAS HIN, man sehe, wie hoch sich der Davit über das Beiboot erhebt, da würde noch ein zweites hinpassen. Auch die Davits am vorderen Beiboot sind wesentlich höher.

    Zu viel abgeschnitten? - Nein, ein Anlegen an einer Kopie zeigt: genau diese Länge ist bogenseitig vorgesehen, damit sind die Davids locker 3mm zu kurz, da passt ja auch kein Block mehr dazwischen.

    Super, einige Stunden Arbeit für die Rundablage.


    Ach so und noch eine Kleinigkeit:

    Die 37mm Kanone, die dem Bogen beigegeben ist, ist sehr wahrscheinlich ein vollkommen falsches Modell.
    Man kann im Netz eine Nahaufnahme der Besatzung um das Geschütz gruppiert finden, das ist eine fünfläufige Hotchkiss 37mm ohne Schulterstütze und in einem Museum in Sydney steht dieses Geschütz mit dem Vermerk, dass es von der Komet stammt:

    https://artilleryhistory.org/artillery_register_new/nsw/gun_garden_island_37mm_hotchkiss_gun.html

    Also weglassen oder scratch bauen und die Bauzeit für das beigegebene Geschütz in den Schornstein schreiben.

  • Hallo,


    es ist etwas weiter gegangen, vor allem wurde die Davits in realistischer Länge erstellt:


    Die zu kurzen Exemplare wurden mit Polysterolröhrchen verlängert:

     

    Dann wurde eine Scheibe der Laufrolle am Davit angeklebt und nach deren Durchtrocknen zwei kurze Stücke gezogener Gussast:



    Anschließend folgte die zweite Scheibe und abschließend dann ein Block mit Haken (von der "Chanzy") untendran. Kleber der Wahl: Sekundenkleber.


    Endergebnisse:

     

    Optisch durchaus OK, aber der Versuch ein sich verjüngendes Rundprofil durch Auftropfen zu erzielen, wird nicht wiederholt werden. Lieber wieder Polysterolrörchen zuschleifen und biegen.