Gouvernementschiff "Komet" (1911) in 1/250 konstruiert von Michael Bauer (2012)

  • Die "Komet" ist eines der Schiffe, das viele von uns liegen haben und bauen wollen (wenn man den Kommentaren in den vorliegenden Bauberichten folgt) und das doch eher selten gebaut wird.

    Ein Blick in den Bogen gibt einem eine Ahnung, warum.

    Für das nur 30cm lange Schiff ist eine Vielzahl an Details vorgesehen, ich habe versucht, die Markierungen am Rand des Decks zu zählen und bin allein an Backbord auf 35 gekommen. Die Skizzen legen den Eigenbau der Reling nahe und zeigen Relingabschnitte, deren Teiler zugleich die Stützen für das nächsthöhere Deck sind, in die Winden ist eine Vielzahl winzigster Teile eingeflossen und auch die filigranen Masten und die Bäume mit ihrer Betakelung sind nicht von schlechten Eltern.

    Doch das fertige Schiff ist von einer betörenden Eleganz (und das viele Weiß hält das Kantenfärben in Grenzen)

    Also wird die "Komet" (oder "Comet"?) das Sommerprojekt 2026.

    Vor Beginn des Baus wurde vor allem der "Errata"-Bogen studiert und ehrlich gesagt, da wurde ich bleich. Offensichtlich war ursprünglich ein solides Versenken des vorderen Mastes in einem Ausschnitt im MIttelträger (und des hinteren Mastes in den Aufbauten) vorgesehen, jetzt aber heißt es:

    "Kürzen Sie beide Masten (Bogen 6) unten entlang der 1. Linie in der Farbfläche. Dies war das Stück, das als Mastfuß unter Deck dienen sollte.
    Versteifen Sie auf jeden Fall die Masten mit Draht. Lassen Sie diesen unten ca. 1cm herausragen. Stechen Sie mit einer Nadel durch die Decks ein Loch mit dem Durchmesser des Drahtes und kleben Sie dann die fertigen Masten ein. Damit erreichen Sie eine höhere Festigkeit der Mastbefestigung."

    Diese Vorgehensweise halte ich für nicht sinnvoll, denn jetzt müsste man den Draht, der unten aus dem Mast herausragen soll, links oder rechts am Mittelträger, der genau hier verläuft, vorbeiquetschen. Außerdem sticht der Draht ins Leere, wo soll er im Rumpf eine Klebefläche finden?

    Dementsprechend war eine der ersten Handlungen die Wiederherstellung des Einschnitts im Mittelträger:

     

    Das wirkt noch zu schräg:

    So müsste es hinkommen, wenn man mit der Silhouette vergleicht:

     


    Ausführung:


    Hier haben wir einen Schacht mit dem Fall des Mastes (6mm Tiefe, d.h. über die Stringerebene hinaus). Dieser erhielt an seinem Fuß an beiden Seiten eine kleine Plattform mit Konsole, auf der der Mast dann aufruhen kann.

      

    Beim Bau des Mastes wird es dann darauf ankommen, diesem unten die richtige Überlänge zu geben.

  • Der ohne Laschen aufzusetzende Mittelträger wird zuerst von nichts gehalten. Da es sich bei den Spanten empfiehlt, diese zuerst anzuhalten und ggf. an der Längsseite etwas zu kürzen (in der Höhe kamen alle hin), wurden zur sofortigen Stabilisierung sechs Winkel eingesetzt.

     



    Das Deck besteht aus zwei Lagen (15 und 16), diese sind m.E. unbedingt vor der Montage auf dem Spantengerüst miteinander zu verbinden. Der leichte Schwung des Decks lässt sich auch mit dem Verbund noch problemlos bewerkstelligen.

    Die Kante des Decks 15 weist -wie schon erwähnt- eine Vielzahl von winzigen Markierungen auf. Vor allem soll hier wohl später die Reling aufruhen, d.h. diese muss entweder unten offen sein, wie bei Modellen aus Polen üblich, oder man muss die ganzen Kleinteile auf den unteren Zug der Reling kleben. Das ruft alles sehr nach einer stabilen Ätzteil-Reling.

    Außerdem könnten einige der Markierungen für Takelfäden sein. Das will noch genau geprüft sein, denn wenn hier durchnadelt werden soll, dann geht dies nur vor der Montage des Decks.
    Nach Durchsicht der Skizzen und einiger Bauberichte, habe ich hier zögerlich zwei Nadelpunkte vorne und vier hinten gesetzt. Falls sie nicht gebraucht werden, ist das optisch unauffällig.

    Am Bug müssen vier Löcher für die Ankerketten gestochen werden und die Abteilungen, in die die Ankerketten gehen, geschwärzt werden, um Blitzer zu vermeiden.

     


    Die Stringer sollen erst nach dem Aufsetzen des Decks eingeschoben werden. Schon Proben zeigten, dass sie nur schwer gleichzeitig in die 12 Schlitze zu bringen sind, wenn man das Deck noch nicht aufgeklebt und somit viel besseren Zugang zu ihnen hat. Deswegen wurden die Spanten 17 und 18 (die für das Deck ca. 1mm zu breit sind und gekürzt werden müssen) gleich mit montiert und mit Papp-Ecken stabilisiert.

        


      
    Das Aufschieben der Stringer blieb mühsam, immer wenn man es an einem Ende geschafft hatte, schob sich der Stringer am anderen wieder raus, aber am Ende gelang es. Gesichert wurde mit Uhu.

    Edited once, last by Zaphod (May 16, 2026 at 11:34 AM).

  • Moin Zaphod,

    ein tolles Projekt, eines der schönsten Modelle die ich kenne. Elegante Linie und reichlich Details. Das dies ein Projekt für den Sommer werden soll hoffe ich, befürchte aber eine längere Beschäftigungsphase. Drücke dir die Daumen und kann dir aber versichern: das Ding ist baubar. Die Exemplare von Michael Bauer und auch Ulli und Peter haben es bewiesen.

    Liebe Grüße
    Robi

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.

    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

    I´m a Billiever, #17, Go Buffalo

  • Ich freue mich sehr auf diesen Baubericht, Zaphod.


    Gruß
    Roland

  • Moin, moin Zaphod,

    tolles Modell :thumbup:.... das Original in der Heimat gebaut.

    Bremer Vulkan (Bremen-Vegesack), Bau-Nr. 543 aus dem Jahr 1911.

    Quelle: Werftgeschichte Bremer Vulkan, Schiffschronik, Bremen 1955

    Nachtrag: Harald Steinhage machte mich darauf aufmerksam, dass die oben beschriebene "Ablieferung" nach dem WK I mit einem Mehr an Hintergrund verbunden ist. Deshalb hier der Link zu Wiki.....da steht`s dann alles genau. Naja......das Obige war wohl der etwas "geschönte" Wissensstand von 1955....

    In der Werftchronik wird die KOMET ja auch mit "C" geschrieben......ggf. nach damaliger Rechtschreibung zur Zeit ihres Baus......


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat! Es lebe der Zentralfriedhof.......

    Edited 2 times, last by Hans-Joachim Möllenberg (May 16, 2026 at 2:26 PM).

  • Moin Zaphod,

    ich kann die Aussagen von Robi nur bestätigen, vor allem bezüglich der Detailtiefe, und wünsche Dir viel Freude und Erfolg beim beim Bau der Komet.

    Ich habe die Komet selbst vor einigen Jahren gebaut, den Baubericht leider nicht im Forum finden können. Ersatzweise füge ich zwei Bilder des fertigen Schiffes bei, in der Hoffnung, damit deine Vorfreude auf das fertige Modell noch etwas steigern zu können.


          


    Viele Grüße

    Gustav

    Semper vigilans

  • Ersatzweise füge ich zwei Bilder des fertigen Schiffes bei

    Glückwunsch zu diesem schönen Modell.:thumbup:

    Jetzt habe ich auch Blut geleckt und schon einmal Platz genommen. 8o

    Beste Grüße

    Ernst

  • Hallo,


    danke für die vielen netten und interessierten Rückmeldungen !

    Die Masten und die Takelage sind für mich hier die großen Herausforderungen.

    Gustav: Deinen Baubericht habe ich schon als Lesezeichen gesetzt, da finden sich viele gute Tipps!


    VG


    Zaphod

  • Hallo Zaphod,

    auch ich habe dieses Modell vor ein paar Jahren gebaut und muß sagen, das der Bau eine reine Freude war. Trotz der Kleinteilschlacht ist das Modell durchaus baubar und die Freude über das wirklich schmucke Schiff wird groß sein.

    Ich halte die Bögen von Michael Bauer für vorbildlich. Leider stellt sein Verlag den Betrieb ein, man sollte sich daher bevorraten.

    LG

    Kurt

    Wer zufrieden ist, kann niemals wirklich zugrunde gerichtet werden.
    Laotse

  • Hallo,


    das Verlegen des aufgedoppelten Decks ist keine große Sache, auf exakte Ausrichtung ist natürlich zu achten.

    Die Einfassungen der Ankerklüsen wurden vor der Montage des Decks aufgeklebt, so kann problemlos der erforderliche Druck ausgeübt werden.

    Im Vordergrund die vorbereitete Bordwand.


    Der Blick von der Seite - die Kante der Grundplatte wurde rot gefärbt, um Blitzer zu vermeiden.


    Auf den Bordwänden gibt es mittig jeweils ein winziges schwarzes Rechteck, das mir schon bei anderen Schiffen dieser Epoche aufgefallen ist. Offensichtlich eine kleine mittels Schieber zu öffnende Klappe. Schienen sind aufgedruckt, desgleichen ein Strich, der das Kabel, an dem die Klappe hochgezogen wurde, simuliert. Die Klappe selber aber ist nicht vorhanden. Hier sollte man sich entscheiden: Wird die Klappe geschlossen dargestellt, dann sollte das schwarze Rechteck überklebt oder übermalt werden.

     

    Das zweite Bild zeigt das ausgestochene Rechteck. Im unteren Bereich ist noch rot zu färben.

    Die Bördwände bestehen aus je zwei Teilen, einen unteren, der bis zu den Stringern reicht und einen schmalen oberen. Dieser ragt nach der Montage rundum etwas über das Deck hinaus, wa dem Original entspricht. Direkt hinter dieser Überstand ist später die Reling zu kleben.
    Zwischen den beiden Ebenen der Bordwände dienen die dünnen Papierstreifen 21 und 22 als Klebelaschen – die Frage ist nur: Sollen sie mittig auf die Stringer geklebt werden oder so dass sie ganz ober- bzw. unterhalb der Stringer zur Wirkung kommen?

     
    Im HIntergrund der Rumpf mit dem aufgeklebten Streifen, leider schlecht zu erkennen. Die Bordwand muss noch weiter vorgeformt werden.

    Montiert wurde wie in der Anleitung vorgegeben von der Mitte her. Diese Technik ist mir nicht geheuer, wenn etwas nicht hinkommt, hat man das Malheur.
    Aber hier bestand kein Grund zur Sorge, die Bördwände sond fantastisch passgenau und erlauben ein exzellentes Ergebnis.


    Von der Mitte zuerst nach vorne

     

    Vorsicht beim Anpressen an den geschwungenen Spant, dieser darf sich nicht durchdrücken.



    Wie das letzte Bild zeigt, schließt die Bordwand vorne perfekt ab. Die Makros zeigen auch, dass sie mir minimal nach oben gerutscht ist,

  • Dann ging es nach hinten.


    Vor diesem Abschnitt hatte ich besonderen Respekt. Die Bordwand muss exakt mittig auf dem Papierstreifen zu liegen kommen.


    Hier das Ergebnis in einem späteren Stadium der Montage, die zweite Bordwand kommt hinzu. Trotz der anspruchsvollen Rumpfform achtern gelang es an Backbord die Außenhaut ohne jedes Durchdrücken von Spanten anzubringen.


    Der entscheidende Bereich des Fotos ist leider verschattet, im Knick wanderte mir die Bordwand etwas nach oben, aber das bleibt so gut wie unsichtbar und wenn damit das durchdrückfreie Anpassen erkauft wurde, war es ein guter Tausch.

    Die zweite Bordwand musste etwas zur MItte gezogen werden, damit sie sich glatt an die erste anschmiegte:


    Sieht soweit brauchbar aus:


    Ist man so weit, werden im Anschluss die oberen Streifen der Bordwände (Teile 24 und 25) aufgesetzt. Auch hier muss in der Mitte begonnen werden, um den schwarzen Punkt, der wohl die Aufnahme des Kabels des oben erwähnten Schiebers darstellt, exakt ausrichten zu können.

    Die Fotostrecke zeigt, dass dabei die Knackpunkte achtern und am Bug liegen, wo diese Streifen und die unteren Hälfte der Bordwand den Winkel zueinander wechseln.

     


     



    Wie man sieght, gelingt der Übergang mittig ausgezeichnet, achtern und vor allem am Bug aber gibt es leichte Spalten, die optisch aber wenig auffallen.

    Außerdem sollen hier noch die Teile 31 und 32 als Scheuerleisten aufgeklebt werden.

  • Der Heckspiegel (23) wird erst zum Schluss angebracht, dies schien mir ratsam, falls an ihm etwas zu trimmen wäre, dem war aber nicht der Fall.

    Der Sitz ist ausgezeichnet:

     




    Der Blick von "innen", man sieht besonders am Bug den Überstand der Bordwand klar:

     

    Vorne musste allerdings Teil 24 um gut einen mm gekürzt werden, sonst hätte es eine Überlappung gegeben:


    Das Foto zeigt es klar, die Kreismarkierung für den Bugspriet ist nicht mehr gleichmäßig rund.

    Mittig ist der Überstand gering, zum Heck hin steigt er etwas an:

     


  • Damit stand das Gallion (Teile 28-30) an.

    Die äußere Verkleidung des Gallion (29) bereitete mir einiges Kopfzerbrechen.

    A) Es ragt deutlich über die Spitze des Rumpfes hinaus und wenn es auch oben mit Teil 30 geschlossen wird, hieße das, dass es unten offen bleibt – entspricht das der Realität?

    B) Es wird auf die Außenhaut geklebt. Das ergibt einen deutlichen Übergang zu dieser, der beim Original nicht gegeben war und m.E. optisch unschön wirkt.

    C) Wenn ich die Skizzen richtig deute, schließt das obere Galliondeck (30) nicht bündig mit der Oberkante von 20 ab, sondern wird leicht eingepasst. Aber wie tief? Außerdem scheint mir, als ob man Teil 30 zur Stabilisierung von 29 gerne verdoppeln dürfte.

    Die Verkleidung 29 in originaler Länge und dazu das obere Galliondeck 30 - zwischen beiden Teilen ergibt sich kein klarer Ansatzpunkt für die Verbindung.



    Dementsprechend wurde bei Bau wie folgt verfahren:

    Zuerst wurde das untere Galliondeck (28) eingesetzt:




    Auf dieses wurde mittig ein Pappklotz geklebt:

     

    Auf diesen wurde dann das verdoppelte obere Galliondeck (30) geklebt:
     

    Die Verkleidung (29) war stark gekürzt worden, so dass ihre hintere Kante im Bereich der Wölbung des Bugs auf die Außenhaut stößt und nicht mehr so aufträgt. Außerdem wurde 29 hier mit Schmirgelpapier (220er) dünner geschliffen.

    Abschließend wurde 29 um das obere Galliondeck geklebt, gleichzeitig ruht es auf der Oberkante der Bordwand auf:

     

    Unten wurde 29 geschlossen:




    In Summe ein hervorragend konstruierter Rumpf.


  • Hallo Zaphod, hallo Gustav,

    das ist ein wirklich schönes und detailliertes, sehr sauber gebautes Modell.

    Ich glaube, den Bogen werde ich mir auch besorgen und versuchen, es Euch gleich zu tun.

    Eine Frage an Gustav:

    Wie hast Du diese herrliche Wasseroberfläche hinbekommen? :D?(

    Liebe Grüße

    Christoph

  • Hallo Christoph,


    der Rumpf ging glatt von der Hand.

    Hier noch einige Bilder des fertigen Rumpfes. Die Teile 26 (Überwasserabschnitt des Ruders) und 27 (Kiel (?) am Bug) werden später angebracht.

     

     

    Bei der Sleipner habe ich ein 1mm Halbrundprofil als Scheuerleiste aufgeklebt, hier wirkt es -abgesehen vom Farbunterschied- vielleicht etwas klobig.

    Was meint ihr?

       

  • Und noch eine Frage:


    Die Deckshäuser 33 und 34 haben aufgedruckte Handläufe aus Messing. Gustav hat die Handläufe aus 0,1mm Kupferdraht nachgebildet. Das habe ich auch probiert, wobei es große Schwierigkeiten bereitet, die gerundeten Abschnitte an den Stirnseiten in die richtige Form zu bringen – auch mit einer Lehre kam ich hier nicht wirklich weiter.
    Beim Draht kommt noch hinzu, dass seine Enden durch das Abkneifen unschön werden und durch Auftropfen von Weißleim und Überstreichen in Form gebracht werden müssen.

    So stellte sich die Frage, ob stattdessen zu passend gefärbten Kartonstreifen gegriffen werden sollte.

     

    Hier die Variante mit Draht, man sieht wie schwierig sich die Biegung herstellen lässt.

    Hier die Gegenüberstellung:

     
    Kartonstreifen ____________________________________Draht


    Worauf soll die Wahl fallen?

  • Moin Zaphot,

    das 1mm Halbrundprofil erscheint als Scheuerleiste tatsächlich etwas klobig, hier wäre meines Erachtens weniger mehr.

    Bei den Deckshäusern würde ich den Kartonstreifen favorisieren!

    Viele Grüße

    Lars

  • Hi Zaphot,

    auch ich würde die Kartonstreifen wählen.

    Extrem überzeugende Bauausführung, so ganz nebenbei!

    Günter

    Auf der Werft: EGV Ffm; Fregatte Brandenburg

    Meine letzten fertigen Modelle:

    S.M.S Nassau, F216 Scheer, MS Wappen v Hamburg, S 13, S 100, P 6059 Jaguar,
    KWdGr mit UWS, A 63 Main, S72 Puma, WFS Planet, St. Lorenz Nürnberg; HMCS Agassiz; PzKanBt Natter; Hermes; SMS Breslau; MS Clement; MS Iserlohn; Dio Kleine Werft; W4,W8,W21,W22; P 6148 Löwe; A 52 Oste; MS Finnmarken; LKr Nürnberg; MS Mellum; Z 1; Tender Donau; Grumman Albatross; Fairey Gannet; BiMiSuBo Freya und Amazone

  • Moin Zaphod

    Das Halbrundprofil ist ziemlich wuchtig und passt nicht in der Farbe, hier sollte der Bogen genommen werden. Bei den Handläufen bin ich zwiegespalten, Draht und Karton sind viel zu dick. Ich handle da eher nach der Devise weniger ist mehr. Irgendwie macht es das filigrane der Konstruktion zunichte. Ansonsten könntest dunoch die superfeine Reling vom Passatverlag zerschneiden und daraus die Handläufe machen. Dann kannst du sogar die Füßchen mit kleinsten Bohrungen in der Wand versenken, da kommt kein Kleber hin,nur von innen.

    My 2Cents
    Robi

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.

    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

    I´m a Billiever, #17, Go Buffalo

  • Hallo,

    vielen Dank für die Tipps und Kommentare !

    Das Halbprofil ist zu dick, das geht nicht. Ich konnte leider noch kein kleineres finden, falls jemand weiß, wo, ich wäre für jeden Hinweis dankbar.

    Damit bin ich bei den Fäden. Diese in Weißleim tränken und dann noch bemalen, meine Versuche sahen immer unterwältigend aus.

    Tatsächlich hatte ich schon einen dünnen Relingrest rausgesucht und bronze angestrichen. Aber die Aussicht auf das präzise Löcherbohren - nicht so erhebend, dennoch, das werde ich auf jeden Fall noch probieren.

    Der Draht erscheint mir jetzt auch zu dick.

    Also versenkte Relingstücke oder aufgeklebte Streifen werden es werden.

    Ich melde mich

    VG

    Zaphod

  • Moin Zaphod,

    das Halbrundprofil als Scheuerleiste ist m. E. zu groß und wirkt im Verhältnis zu den anderen Bauteilen zu dominant. Ein feiner Kartonstreifen könnte angemessener sein.

    Bei den Handläufen überzeugen mich beide Lösungen nicht so richtig, ein Versuch mit mit dem von Dieter vorgeschlagenen Faden könnte da nicht schaden. Ansonsten wäre mir die Variante mit dem Draht etwas sympathischer. Makroaufnahmen können schon etwas Erschrecken hervorrufen, für das nackte Auge dürfte der Anblick zufriedenstellender sein.


    Moin Christoph,

    Wie hast Du diese herrliche Wasseroberfläche hinbekommen?

    ich möchte Zaphods Baubericht nicht unnötig zergliedern und verweise deshalb diesbezüglich auf den Beitrag #119 in meinem Baubericht. Den Weg zum Baubericht findest Du in Stephans (Blackbox) Beitrag #8.


    Viele Grüße

    Gustav

    Semper vigilans

  • Hallo Zaphod,

    für die Handläufe würde ich Dir einen mit Weißleim versteiften und geglätteten Nähfaden vorschlagen. Ansonsten gefiele mir der Kartonstreifen besser.

    Beii der Scheuerleiste ist das Evergreen Prfil eindeutig zu massiv.

    LG

    Kurt

    Wer zufrieden ist, kann niemals wirklich zugrunde gerichtet werden.
    Laotse

  • Aus eigener bitterer Erfahrung:
    Diese Art von Handläufen hat einen Durchmesser von grob 5 bis maximalst 10 cm, das ergibt 0.2 - 0.4 mm. Für diese Stärke kann man aus einem alten Stromkabel einen Litzendraht ausfädeln und weiß oder bronze anmalen, das ergibt dann ungefähr die richtige Stärke. Der ist auch weich genug, um ihn ohne Vorbiegen anzupassen. Es ginge auch 0,4 mm Neusilberdraht, den muß man aber vorbiegen, Resultat wahrscheinlich siehe oben.
    Dickerer Draht oder Karton ergibt dicke Prügel.

  • Letztenendes habe ich Robis Vorschlag probiert, da der Relingrest schon vorbereitet war, ging es hauptsächlich um das möglichst exakte Positionieren der Löcher.

    Verklebt wurde mit Weißleim, immer zuerst zwei bis drei Zapfen verkleben und trocknen lassen, dann lässt sich eine ganze Reihe weiter einsetzen, ohne dass sie wieder herausrutschen und anschließend verkleben.

    Das saubere Ausrichten ist dabei das A und O.

    Einige Bilder von den ersten Abschnitten:

     

     

    Edited once, last by Zaphod (May 26, 2026 at 4:34 PM).

  • Für die Griffstangen oder auch Fußpeerde nehme ich immer 0,3 mm Messingdraht (von Albion), der sich mit ewas Geduld auch gut in die Form biegen läßt......

        

    Die fehlenden Abstände zur jeweiligen "Wand" dahinter gehen beim Betrachten m.E. im "Rauschen" unter......


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat! Es lebe der Zentralfriedhof.......

  • Kleiner Trick von Glueme: der hatte immer Papierstreifen zwischen Bordwand und Draht zwischengelegt um die gleichen Abstände zu erhalten

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.

    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.

    I´m a Billiever, #17, Go Buffalo

  • Mittlerweile sind die beiden Deckshäuser abgeschlossen.

    Und die 33 hat auch schon ihren Platz auf dem Deck gefunden:

     

    Die 34 bekam noch 10 Steigeisen spendiert (Reserve von der "Wiesbaden"), die aufgedruckten Steigeisen wurden übermalt.

     


     

    Edited once, last by Zaphod (June 1, 2026 at 6:22 PM).

  • Ein Wort noch zum Deckshaus 33. Gustav hatte in seinem Baubericht darauf hingewiesen, dass die Profile etwas klein geraten sind. Ich habe beim Ausschneiden versucht, außen an der Markierung zu schneiden, aber bei 33 erwiesen sich die Profile trotzdem als deutlich zu klein:

    Was tun? Normalerweise vergrößere ich die Profile, aber wie eine Trockenprobe zeigt, stimmt die Größe, es wurde sogar die "Dicke" der Aufbauwand mit einberechnet:

     

    Wie die Bilder außerdem zeigen, stimmt die Decksvorzeichnung nicht ganz mit den Konturen des Profils überein. Die vier runden Ecken (schönes Paradoxon) sind auf dem Deck Winkel.

    Jedenfalls musste also die Aufbauwand gekürzt werden. HInten wurden knapp 2mm rausgenommen, danach kam es hin.

    Was bei der Aufbauwand noch auffiel: Der recht dicke Karton reagiert etwas unwillig auf das Rillen:

     

    Es wäre m.E. besser gewesen, hier gar nicht zu rillen.

    Edited once, last by Zaphod (June 1, 2026 at 6:23 PM).

  • Die Handläufe sind Dir wirklich gut gelungen! Ich glaube, wenn man sie plastisch darstellen möchte, ist das so die beste Lösung.

    Eine Frage bleibt mir aber: Warum hast Du die Fenster nicht ausgeschnitten? Wären das nicht ein noch besserer Effekt gewesen?

    Zur Zeit im Bau:

    CAP ARCONA, Peter Brandt, HMV

  • Zurück zur Montage der Teilgruppen auf dem Deck.


    Bevor das hintere Deckshaus aufgeklebt wird, scheint es ratsam, den Schornsteinsockel (35) zu erstellen und zu montieren:

     

    Ein Blick auf die Anleitung zum eigentlichen Schornstein zeigt, dieser weist drei Dampfrohre auf:

    Die können nicht einfach mit dem oberen Deck enden, sondern müssen auch auf der jetzt zu bearbeitenden Ebene vorhanden gewesen sein.

    Aus Draht wurden drei passende Stücke gebogen und bemalt:


    Mit Uhu angeklebt:

     



    Wie das letzte Bild zeigt, hat das hintere Rohr oben einen kleinen Kragen erhalten. Ich kann mir nicht gut vorstellen, dass diese Rohre einfach so durchs Deck geschoben wurden und werde dementsprechend an den Übergängen kleine Verkleidungen anbringen.

  • Hallo Helmut,

    bei Bullaugen und Fenstern lasse ich die aufgedruckte Version, wenn der Druck gut ist. Fenster verglase ich nur in offenen Bereichen, d.h. wo man sie von beiden Seiten sieht.

    VG

    Zaphod

  • Es ging weiter und es entstanden Fragen.


    Vor allem eine: Das obere Deck (Teile 49 und 50) weist eine schwarze Linie mit kleinen Querstrichen auf:



     

    Ich würde das für ein Kabel oder eine Leitung halten, die ggf. auf kleinen Böcken aufliegt. Jedenfalls wirkt es auf mich schwarz und zweidimensional unbefriedigend.

    Weiß jemand von euch was das war und wie es in natura aussah?

    Edited 3 times, last by Zaphod (June 19, 2026 at 3:33 PM).

  • Wo ich schon einmal beim oberen Deck bin.

    Hier hätte ich es als hilfreich empfunden, wenn die Bauanleitung darauf hinweisen würde, dass die Unterseite mit der bedruckten Seite nach OBEN mit der Oberseite verklebt wird.

    DIe Unterseite nach oben zeigend:

    Wie man sieht, weist die Kante zahlreiche Markierungen für Davids, Taue etc. auf. Hier muss m.E. vor der Montage genau geklärt werden, wo später Fäden durchführen, damit an diesen Stellen durchnadelt werden kann. Die Fäden zwischen die beiden Schichten des Decks zu kleben, halte ich allerdings für keine gute Idee.

    Leider werden im vorderen Bereich der unteren Hälfte alle diese Markierungen von der Oberseite überdeckt, hier habe ich leicht durchnadelt, um Anhaltspunkte für die Stützen zu bekommen.

     

    Vorne die untere Hälfte mit der Unterseite nach oben, man sieht die kleinen Nadelpunkte.

    Ganz hinten befindet sich auf dem Deck die Markierung für den achteren Mast. Zu meiner großen Erleichterung führt dieser IN das Deckshaus 34 hinein. Den Mast stumpf auf das Deck zu kleben - das kann m.E. nicht stabil genug werden. Also wurde hier das Loch ausgestochen und dann nach Auflage des Decks eine Kreismarkierung auf 34 angebracht (eigentlich zwei, die erste saß nicht richtig). Dieser Kreis muss vor dem Aufkleben des Decks vorsichtig ausgestochen werden, dann kann der hintere Mast später hier durchgeführt werden.

    Zwei Steigeisen sind schon wieder flöten.

     

    Und nicht erschrecken: der massive Überstand der Unterseite im hinteren Bereich des Decks ist gewollt.

    Allerdings sollte m.E. die Kante der Oberseite passend eingefärbt werden.


    Vorne kommen drei Grätings auf das Deck. Die Bilder der Anleitung suggerieren, dass deren Kanten mit der Außenkante des Decks abschließen sollen, das ist FALSCH!
    Überhaupt sollteman diese drei Grätings erst zusammen mit dem Ruderhaus 70 anbringen. Vor allem die beiden an den Ecken MÜSSEN an den Außenrändern Platz zum Aufkleben der vorderen Wand 70d lassen. Ich hatte das nicht ausreichend berücksichtigt und musste eine Grätig wieder abpulen - machbar, aber ebenso stressig wie unnötig.
    Und auch die lange Gräting in der Mitte lässt sich am saubersten anbringen, wenn sie NACH der Montage des Ruderhauses angebracht wird.

    Edited 2 times, last by Zaphod (June 19, 2026 at 3:34 PM).

  • Die vorhergehenden Bilder zeigen alle das montierte Deckshaus 34. Hier ergab sich beim Auflegen auf das Hauptdeck an einer Seite eine gut 2cm lange Stelle, an der man 34 mit deutlicher Kraft auf das Hauptdeck pressen musste, um einen Spalt zu vermeiden.

    Zum Glück arbeitet der Junior im Möbelhandel und hat mal Holzproben mitnehmen dürfen. Die folgenden Bilder zeigen keine experimentelle Radarmatraze, sondern das Beschwerungsgewicht:

     

    Ja, Karton hält ordentlich was aus!

    Und der Spalt ist weg.


    Beim Schornsteinsockel wurden die kleinen Kragen komplettiert, dann konnten auch die weiteren Teile in diesem Bereich angebracht werden.

     

    Leider erwiesen sich die Röhren 40 als knapp 1mm zu niedrig. Beim Auflegen ergab sich ein Spalt. Diese Teile mussten daher demontiert und durch längere ersetzt werden.

    Die zwei winzigen Häuser, die einen Niedergang verdecken:


    Sie erhielten oben und unten einen Boden eingezogen, um mehr Klebfläche zu erreichen. Gewonnen wurden diese aus verdoppelten Kopien.

    Eine Klebelasche muss man hier selber hinzufügen.

    M.E. wird jeder, der so ein anspruchsvolles Modell wie die Komet baut, alle Schotten aufdoppeln wollen, daher wäre es besser gewesen, wenn die Klebelinie mittig durch das aufgedruckte Schott verliefe, so würde sie unsichtbar.

    Hier einmal die ganzen Teile in diesem Bereich:

  • Ist man bis Teil 41 gekommen, schließen sich zahlreiche Kleinteile an, die fast alle am Decksrand stehen (Poller, Lüfter etc., Teile 42-48)

    Diese jetzt schon zu montieren war mir nicht geheuer, wie schnell hat man das ein Teil auf NImmerwiedersehen abgerissen. Aber gebaut werden sollten sie jetzt schon, sonst erreicht man bald den Punkt, an dem man bei der Komet nur noch winzige Kleinteile baut.

    Im Bild: Vier winzige Poller (43), zwei Sorten Knechte (klein und mikroskopisch, Teile 44 und 45), Schwanenhalslüfter in mini (46, keine Reserve, also Obacht!) und in sichtbar (47). Bei letztgenannten könnte man auch gebogenen Draht nehmen.



    Die -wenn ich richtig gezählt habe am Ende 32- normalen Lüfter sind auf dünnerem Papier ausgeführt und haben sehr dünne Begrenzungslinien. Soweit sie weiß sind, kann das Ausschneiden nur bei optimalen Lichtverhältnissen und mit angehaltenem Atem erfolgen:

     

     


     

    Damit am Ende das Rot der Innenseite an den Nähten nicht durchschlägt, muss vorsichtig übermalt werden. Die eingezeichnete horizontale Line stellte beim Original ein Band dar, da könnte man probieren, einen dünnen Kartonstreifen rumzukleben.

    Edited once, last by Zaphod (June 7, 2026 at 9:37 PM).

  • Die Lüfter 42 gehören zu einer ganzen Reihe von Kleinteilen, die an die äußere Kante des Decks geklebt werden, Poller (43), Knechte (44 und 45) und gebogene Lüfter (46, 47):

     


    Kurioserweise gibt es bei den größeren Lüftern zwei Ersatzteile, bei den kleinen jedoch keine. Bei den großen kann man überlegen, sie durch Draht zu ersetzen oder seitlich Weißleim aufzutropfen, bis sie rundlich sind.



    Die Teile 48 sind dann noch 10 Davitstützen.

    Für die Montage dieser Teile gibt es ein extra Anleitungsblatt, allerdings ohne Teilnummern:

     


    Alle diese Teile sollte man m.E. erst in der Endmontage anbringen. Vielfach stehen sie recht exponiert, so dass ein versehentlichen Abreißen eine ernst zu nehmende Gefahr ist. Außerdem würden sie bei nicht 100% perfekter Ausrichtung schnell mit der Reling kollidieren.

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  • Das Bootsdeck 49/50 wurde zur Montage vorbereitet.

    Die Ausschnitte für die NIedergänge passen exakt:

    Eine Lüftermarkierung wurde ausgestochen, um die saubere Ausrichtung des Bootsdecks bei der Anbringung kontrollieren zu können:

     

    Die schwarze Linie wurde übermalt (hier nach der ersten Farbschicht):

    Hier schweben mir Böcke mit einer halbkreisförmigen Vertiefung vor, auf die dann ein Draht geklebt wird. Aber in schwarz? Eher nicht.

    Das montierte Deck, beschweren war angesichts des Decksschwungs nicht ganz einfach:

     


     

    Bis zu den Aufbauten auf dem Bootsdeck folgt jetzt eine erste große Kleinteileorgie, darunter viele Teile, die m.E. erst später angebracht werden sollten.

    Highlights sind hier die Winden 51/52 mit je 26 überwiegend mikroskopischen Teilen und die Ankerwinde (eine ganze Seite in der Anleitung), die das Ganze noch mal eine eine andere Dimension versetzt.

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