RoRo- Schiff "Hurst Point", 1/250, Eigenkonstruktion

  • Moin zusammen,


    einige von euch haben mich ja in Bremen bereits ein Spantengerüst ausschneiden gesehen, daher weiß ich, dass es Leute gibt, die heiß auf diesen BB sind. Die Point-Klasse basiert auf dem Entwurf RoRo 2700 der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft und umfasst 6 Einheiten. 4 wurden 2002/ 2003 in Flensburg gebaut, zwei weitere bei Harland & Wolff. Die „Anvil Point“ war dann auch das letzte Schiff, das auf der traditionsreichen Werft in Belfast gebaut wurde. Auftraggeber war die britische A.W.S.R. Shipping (firmiert jetzt als Foreland Shipping Limited), die vom Ministry of Defence den Auftrag erhalten hatten

    Kombinierte RoRo-Containerschiffe zu bauen und für 25 Jahre fürs MoD bereit zu halten, da dieses in den 90ern unter dem Mangel an kurzfristiger Chartertonnage zu leiden hatten. Bei Fahrten fürs MoD sind diese rein Britisch besetzt, in Friedenszeiten/ wenn diese nicht benötigt werden, agieren die Schiffe mit multinationaler Besatzung auf den zivilen Chartermarkt.


    Hier einmal kurz die wichtigsten Daten: Länge über alles: 193 m, Breite 26 m, Tiefgang max. 7,4 m, Tragfähigkeit 13 300 tdw, 2606 Spurmeter, Unterkünfte für 12 Passagiere, 2 Hauptmotoren MaK 7M 43 mit zusammen 12 600 kW.


    Für weitere Informationen zu diesem Schiff verweise ich auf Wikipedia. Dort ist auch eine Verlinkung zu einer Broschüre der Werft mit Zeichnungen zu diesem Schiffstyp zu finden.


    Ich baue hier das erste Schiff dieser Serie, die "Hurst Point". Aktuell ist eine Veröffentlichung nicht vorgesehen, da ich auf meine Anfragen per Mail keine Rückmeldung erhalten habe und mir am Telefon gesagt wurde, ich solle eine Mail schreiben. Und ohne Genehmigung werde ich den Bogen nicht weiter geben können (Ich verweise auf diese kürzlich erfolgte Diskussion: Lizenz für Firmenlogos).


    Los geht es mit dem Spantengerüst. Der Spantenabstand beträgt 2 cm. Das Hauptdeck bildet die Grundplatte. Um eine hohe Torsionssteifigkeit zu erhalten, wir der Längsspant durch zwei Stützen abgefangen. Zusätzlich habe ich einen Stringer in Höhe der Wasserlinie eingezogen. Dieser ist alternativ auch Teil einer potentiellen Bodenplatte für eine mögliche Wasserlinienversion. Hier die ersten Bilder:






    Viele Grüße

    Cariño

  • Wow...

    Ein optisch durchaus ansprechendes Schiff. :thumbup:

    Und das Spantengerüst schaut schonmal sehr gut aus :thumbsup:

    Gruß, Renee

    Im Wald boten sich mir zwei Wege dar.

    Ich nahm den, der weniger betreten war!

  • Moin in die Runde,


    zuerst einmal vielen Dank für die ganzen Daumen, die sich in der kurzen Zeit schon eingefunden haben. Und auch vielen lieben Dank an Renee für deine lobenden Worte.


    Hier geht es jetzt mit der Außenhaut weiter. Während ich das das Verfahren nach Neubert für das Überwasserschiff genommen habe, habe ich für die Unterwasserhaut nach der Butterbrotmethode abgewickelt. Dazu habe ich Proberumpf gebaut, der jetzt hier in der Ecke rum oxidiert. Die eingescannten Bauteile habe ich dann in CorelDraw durchgezeichnet und nach dem Probebau eingezeichnet.


    Hier der Proberumpf:



    Die Außenhaut besteht aus zwei Bögen fürs ÜWS und dreieinhalb Bögen fürs UWS:



    Zuerst die Laschen auf Höhe der Wasserlinie, Oben ist die Verdopplung fürs Deck ausreichend als Klebekante:




    Die einzelnen Segmente der Außenhaut forme ich gründlich vor, bis die sich von selbst ans Gerüst schmiegen.



    Zuerst klebe ich die Segmente achtern und am "Flensburger Knick" an. Ddas Mittelsegment habe ich mit etwas Zugabe gezeichnet, um eventuelle Ungenauigkeiten aus dem Bau ausgleichen zu können.



    Und hier das Tagewerk:



    Viele Grüße
    Cariño

  • Moin Hajo,

    da warst Du schneller als ich. Damit man als Nichtflensburger eine konkrete Idee von Renkes Rumpfkonstruktion haben kann braucht man "nur" den EGV- Rumpf anzusehen. Renke hatte dazu auf den "Flensburg-Knick" hingewiesen. Die strömungsgünstige Konstruktion soll sich übrigens eine ostasiatische Werft unter den Nagel gerissen haben.

    Gruß

    Ralph

  • Moin zusammen,



    vielen Dank für die ganze anspornenden Kommentare.

    Weiter geht es mit dem Unterwasserschiff. Das beplanke ich von achtern nach vorne. Wie immer gilt es gut vorzuformen. Eigene Klebelaschen sehe ich nicht vor, ich verbinde die Segmente mittels Butterbrotpapier, das ist dünner. Hier zeigt sich auch, dass ich mit der Butterbrotmethode noch nicht so vertraut bin. Hier und da sind die Segmente 0,5 zu groß und ragen etwas rüber. Aber abschneiden ist ja bekanntlich leichter als dran kleben, daher wird das schon werden. Hier zwei Bilder:





    Viele Grüße

    Cariño

  • Moin Renke,

    ich verbinde die Segmente mittels Butterbrotpapier

    ich hätte noch einen Tipp für Dich, solange Du noch nicht mit dem Butterbrotpapier verheiratet bist. Ich verwende Seidenpapier, das ist deutlich flexibler! Reißfestes - oder zumindest nahezu - findest Du in Schuhkartons bei Neukauf. :cool:


    Beste Grüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Moin Dirk,

    Moin Renke,

    ich hätte noch einen Tipp für Dich, solange Du noch nicht mit dem Butterbrotpapier verheiratet bist. Ich verwende Seidenpapier, das ist deutlich flexibler! Reißfestes - oder zumindest nahezu - findest Du in Schuhkartons bei Neukauf. :cool:


    Beste Grüße aus Hannover, Dirk

    vielen Dank für den Hinweis. Seidenpapier werde ich beim nächsten Mal gerne ausprobieren. Wobei ich mit meinem Papier auch noch keine Probleme hinsichtlich Reißfestigkeit oder mangelnde Flexibilität hatte.


    Viele Grüße


    Cariño

  • Moin zusammen,


    es geht weiter.

    Moin Renke,

    was ist das für eine UWS-Farbe? warst Du letzte Woche etwa im Vatikan? und hast Dich anstecken lassen? ;) :D ;) :D

    Na denn

    R.

    Ahoi Ralph,

    du kennst meine Schiffe, da wäre ich etwas enttäuscht gewesen, hättest du nichts gesagt. Kurz zur Einordnung, sonst habe ich immer Tonpapier genommen, wobei die Farbtonauswahl durch das Angebot beschränkt ist und ich dann irgendwas hübsches genommen habe. Zumal die anderen Schiffe manchmal nicht komplett vorbildgetreu sind. Hier bei diesem Schiff kommt nun erstmals alles aus meinem Drucker und ich könnte dir das Foto vom Original verlinken, welches ich als Farbquelle genutzt habe. Aber das würde dich ja nicht zufrieden stellen und tatsächlich hat die UWS- Farbe auch eine tiefere Ebene und da lagst du mit deiner Einschätzung schon nicht ganz verkehrt. Wie einigen bekannt ist, sind alle Krankenhäuser in dieser altprotestantischen Stadt seit Monatsanfang in katholischer Hand. Eine Institution, die hier oben über Jahrhunderte ausgestorben war. Und um dieses Vorgang zu symbolisieren, ist mein Unterbau ebenfalls in den Farben des Vatikans gehalten. Aber keine Sorge, ich habe mich nicht anstecken lassen und auch keine Absichten zu diesem Verein zu wechseln.



    Nun aber zurück zum Modell. Der Rumpf ist inzwischen geschlossen. Dazu habe ich mich Stück für Stück nach vorne durch gearbeitet und festgestellt, dass das Ergebnis für das erste Mal, dass ich die Butterbrotpapiermethode benutzt habe, schon akzeptabel ist. Zum Glück waren ein Teil der Segmente an einigen Stellen nur zu groß und nicht zu klein. Wegschneiden geht besser als dranschneiden. Beim Bugstrahlruder habe ich zuerst das Steuerbordsegment der Außenhaut vorgeformt und angebracht. Danach das Rohr durchgeschoben und den Propeller in die Mitte gepackt. Abschließend habe ich auch die Backbordseite geschlossen. Parallel dazu habe ich mit den beiden Verstellpropellern angefangen. Die kleinen Sortierkästchen sind schon eine echte Bereicherung auf meinem Arbeitsplatz.







    Viele Grüße

    Cariño

  • Moin Renke,

    schicker Rumpf, als Modell richtig elegant, könnte eine Kollegin der Finnjet sein.

    Ja, Johannes V.`s Kästen sorgen für Übersicht am Arbeitsplatz. Ne gute Idee.

    Thema Farbe: ich hoffe, daß sich konkret diese auf keinen Fall durchsetzt ( Es gibt dazu einen nicht druckreifen Spruch).

    Bis bald

    R.

    p.S: und daß da eine positive Zusage kommt, daß das Schiff als Modell herausgebracht werden darf !! wäre doch klasse!

  • Ahoi,

    zuerst einmal vielen Dank für die ganzen Daumen und den Beitrag von Ralph.

    ...

    schicker Rumpf, als Modell richtig elegant, könnte eine Kollegin der Finnjet sein.

    .....

    p.S: und daß da eine positive Zusage kommt, daß das Schiff als Modell herausgebracht werden darf !! wäre doch klasse!

    Tja, die Hoffnung, das von der Reederei noch was kommt, habe ich schon fast aufgegeben. Selbst auf das Angebot im Gegenzug zusätzlich noch eine einfache Wasserlinienversion in 1/500 für die Besatzung/ als Werbemodell für deren Verwendung zu konstruieren, gab es keine Reaktion. Sonst muss ich die auf Finnlinesoptik umändern. FSG NB# 719, indienstgestellt als "Longestone" und Nummer fünf dieser Serie, war ja eine Zeit als "Finnmerchant" unterwegs, fährt jetzt aber in Charter für die Niederländische Marine.


    Hier geht es erst einmal weiter mit den Propellern und den beiden Rudern. Zuerst die Wellenleitung gefertigt, dann in die Wellenhose gesteckt und das ganze aufgebockt. Und daran dann die beiden Verstellpropeller. Mit dem Farbverlauf der Propeller bin ich gut zufrieden.




    Die Ruder sind auf Höhe der Propellerwelle mit einer Costa-Birne ausgestattet, um Energie einzusparen. Um die Außenhaut für den Bock zur Lagerung der Ruderblätter abzuwickeln, habe ich ein Modell in 1/50 genutzt. Nach dem Einscannen das ganze entsprechend verkleinern und die Linienführung ist viel feiner und eventuelle Fehler entsprechend mit verkleinert. Viel Spaß beim Betrachten






    Viele Grüße

    Cariño