Alte Schifferbörse Duisburg, Versuch einer Rekonstruktion als 1:87 Modell.

  • Vor etwas mehr als 2 Jahren, trat auf der Modellbauausstellung im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt Herr Dr. Dennis Beckmann auf mich zu und fragte mich, ob es nicht möglich wäre ein Modell der Alten Schifferbörse Duisburg zu fertigen. Leider musste ich ihn auf einen sehr späten Zeitpunkt von 2 Jahren vertrösten, da mir auf Grund umfangreicher Baumaßnahmen an meinem alten Haus und zusätzlich viel Arbeit in meiner Rockband keine Zeit blieb.

    Endlich habe ich nun Zeit, mich um die Erstellung der alten Schifferbörse zu kümmern, was aber nicht bedeutet das es mir gelingt dieses sehr aufwendig gebaute Gebäude als Modell zu erstellen. Das teilte ich auch Herrn Beckmann mit.

    Kommen wir nun zur alten Schifferbörse Duisburg.

    Im September 1899 begann man mit dem Bau des prunkvollen Gebäudes und im Oktober 1901 wurde es eingeweiht. Im Oktober 1944 erhielt es starke Kriegsschäden und wurde nach Kriegsende durch einen Brand völlig zerstört.

    Leider gibt es nur wenige alte Fotos des Gebäudes, die auch so fotografiert sind, das sie zur Feststellung der Gebäudegröße nicht taugen,

    Ich kann keine alten Fotos des Gebäudes hier einstellen, da mir das untersagt ist, diese können aber unter Alte Schifferbörse Duisburg eingesehen werden.

    So bleibt es mir nur Fotos von meinen Zeichnungen zu zeigen, die ich aufwendig auf einem alten Zeichenbrett von Hand in Tusche erstellte,

      

      


    Um die Gebäudegröße ersichtlich zu machen, klebte ich die Front und eine Seite zusammen, das ergab eine Größe von 32 mal 22 cm, zu dem aber noch zwei Anbauten von je 25 mal 12 cm hinzu kommen, die zum Rhein und zur Straßenseite an der Seite des Gebäudes angebaut sind.

    In der Zwischenzeit mussten nach zahlreichen Handzeichnungen die Maße immer wieder verändert werden, da sich aus den alten Fotos immer wieder andere Maße ergaben und die Zeichnungen letztendlich ein vernünftiges Bild ergeben müssen. So habe ich über 2 Monate mit den Zeichnungen verbracht und es dürften auch nicht die letzten Zeichnungen gewesen sein,

  • Hallo Renee, ich hoffe es geht dir gut und freue mich von dir zu hören.

    Wolfgang: Ich weiß das diese Arbeit viel Schweiß und Tränen kostet und so ist mir auch bewusst das es ein langer Weg wird und ein Jahr ist schnell um wenn keine vernünftigen Vorlagen vorhanden sind.

  • Nach vielen Zeichnungen die ich wieder verworfen habe bin ich zu dem Entschluss gekommen den Anbau auf der Rheinseite nach den letzten Zeichnungen als Probebau zu fertigen, denn es ist mir noch nicht klar wie das Dach der beiden Anbauten aussehen wird.

    Der Anbau hat einen Turm, auf den ich aber erst einmal verzichten werde.

    Hier nun der Probebau, bei dem zu erkennen ist das der Giebel zu flach ist.

      

    Die Schieferung des Daches wurde handgezeichnet und ist nach mehreren Versuchen immer noch nicht so wie ich sie haben möchte.

    der vorspringende Steinsockel erscheint mir mit einer Stärke von 2,5 mm zu dick.

      

    Die Größe des Gebäudes habe ich an den Menschen, die vor dem Gebäudesockel stehen festgemacht und die Personengröße mit 1.75 Metern berechnet. Somit kann ich an der Sockelgröße die weiteren Maße festlegen.

     

    Die Fenster sind farbig auf Folie gezeichnet.

    Anhand dieses Versuchsmodelles kann ich jetzt dazu übergehen, das Originalmodell zu bauen, von dessen Bau ich ausgiebig berichten werde.

  • Der Probebau hat gezeigt, das er doch sehr wichtig war und es noch viele Probleme zu bewältigen gibt. So hat der Anbau Rheinseite 16 Gefache, aber der Anbau Straßenseite

    19 Gefache. Hier muß ich so vermitteln, das die Gefache der Anbauten nicht zu groß oder zu klein werden.

    Ich verkleinere das Maß des Anbaus Rheinseite um 21mm, so das die Gefache nicht zu groß sind. Das führt aber dazu, das die Seitenwände des Hauptgebäudes geändert werden müssen, sprich 21mm kürzer sein müssen und auch der Anbau Straßenseite muß 21mm kürzer sein, also alles neu zeichnen.

    Unterdessen sind aus Duisburg neue Postkartenfotos eingetroffen die neue Erkenntnisse bringen. der Anbau Rheinseite ist auf allen Fotos nicht komplett und nur sehr klein zu sehen. bei seiner Vergrößerung ergab sich für mich eine kleeblattartige Gefachverzierung über den Fenstern, aber auf den neuen Fotos zeigt sich eine Rautenverziehrung.

      

    Den Rheinseitenanbau zeichne ich neu, einmal als Grundfläche, einmal als Fachwerkvorsatz und einmal die getönten Fenster.

      


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  • Großartige Arbeit.

    Wahrscheinlich hat man früher mal die Türen überarbeitet und daher die "Muster" geändert.

    In den Jahrzenten bzw Jahrhunderten wurde wohl einiges umgebaut oder renoviert.

    Viele Grüße

    Wolfgang

  • Hallo Rainer!

    Da hast Du mal wieder ein richtig schönes Projekt begonnen! :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: Die Fenster sind klasse gestaltet! Das gefällt mir sehr! Sie erinnern mich an den Art Deco Stil.

    Mit besten Grüßen aus Hagen

    Christoph


    "Der Mensch ist nur da in der vollen Bedeutung des Wortes Mensch wo er spielt und er spielt nur da, wo er Mensch ist."
    Friederich Schiller

    :!: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es den "Hohenhof" in Hagen als Kartonmodell geben soll :!:

  • Die neuen Bauteile wurden fertig gestellt. Jedes Bauteil besteht aus 3 Teilen, die Grundwand, die Balkenkonstruktion und eine 2mm starke Verstärkung aus Finnpappe, die hinten auf die Grundwand geklebt wird damit das Modell eine hohe Festigkeit bekommt. Foto 2 zeigt die fertig zusammengebauten Einzelteile.

      

    Hier die Bauteile für das Erdgeschoß, dazu gehören 2 unterschiedlich vorspringende, umlaufende Balkenflächen, die je 2,5 mm über die Hauswand oben vorspringen.

    Für die Folienfenster habe ich Folien Kleber gekauft, mit dem sich die Fenster endlich sehr gut und fest einkleben lassen.

    Die Front und Seitenwände werden zusammengeklebt und unten, innen auf die Klebelaschen, klebe ich eine Innen offene Grundplatte aus 2,5mm Finnpappe.

    An die linke Seitenwand wird noch der fertig gestellt Anbau des Treppenaufgangs geklebt.

     

  • Die Balkensetzung in der Giebelspitze war auf den alten Postkartenfotos nicht zu erkennen, darum hatte ich einige Entwürfe erarbeitet. Inzwischen waren erneut alte Fotos aus Duisburg eingetroffen und auf einem farblichen Foto konnte man nun die Balkensetzung erahnen.

    Hier die Entwürfe. der Entwurf oben links war für mich der wahrscheinlichste.

    Die Giebelspitze ist fertig gestellt, einige Probleme machten die zwei 2,5 mm Balkenvorsprünge unter der Giebelspitze.

    Auf dem letzten Foto sieht man die Balkenvorsprünge auf dem Erdgeschoß und unter der Giebelspitze.

      

    Es geht an die Dachunterkonstruktion, die ich wie immer bei meinen Modellen aus 2,5mm Finnpappe herstelle.

    Zuerst muss ich die Rückwand Des Anbaus anfertigen, der die höhe und die schrägen des Daches festlegt, dann kann ich die ersten Dachplatten unter den Klebelaschen ankleben.

    Die an der Rückwand zu sehenden Anklebungen rechts und links am Giebel können erst nach der Anklebung der ersten Dachplatten angebracht werden.

      

    Es geht an die Dachschrägen die rechts und links von der hinteren Dachseite schräg nach unten zur Vorderkannte laufen.

    Zuletzt kommen die seitlichen Giebelplatten an die Reihe.

  • Kommen wir kurz zur Dachunterkonstruktion aus Finnpappe.

    Schon am Anfang meiner Basteltätigkeit stellte ich fest das größere Flächen aus 160 Gramm Papier recht instabil sind, und ich begann sie mit Finnpappe zu hinterkleben.

    Bei den Dächern kebte ich die Finnpappe unter die Klebelaschen und klebte die Dächer dann auf die Finnpappe, was die Anbringung der Dächer sehr erleichterte und die Dächer sehr stabil machte,

    Bei der Eigenkonstruktion des Daches erleichtert diese Vorgehensweise den komplizierten Dachbau sehr. Allerdings müssen die einzelnen Bauteile sehr genau gearbeitet werden. Dabei hilft mir ein kleiner Balsaholzhobel und ein Stück Holzleiste auf das ich mit Doppelklebeband 60er Schleifpapier geklebt habe. mit diesen Hilfsmitteln kann ich die einzelnen Finnpappbauteile sehr genau bearbeiten.

  • Bei der Gegenüberstellung der Neuanfertigung zum Probebau, sieht man die Neuanfertigung ergibt ein besseres Bild.

      

    Der neue Anbau ist 1cm höher und 1,5cm schmäler geworden.

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  • Die Schieferdeckung des Gebäudes muß gezeichnet werden. Glücklicherweise kann ich die Form und die Schräge der Schieferung an einem der alten Fotos sehen und übernehmen. Um alle Dachflächen abdecken zu können, zeichne ich sie auf Din A3 Papier, hierbei gerate ich an den Rand der Verzeifelung, denn ich muß des öfteren von vorne anfangen. Diese Arbeit nimmt eine Woche in Anspruch denn beim Zeichnen der Linien verliert oft der Tuschestift die Farbe und beim Nachzeichnen wird der Strich zu dick, was meistens nach 2 bis 3 Stunden passiert. Auch der Blick der Augen versagt zuweilen und der Abstand der Striche wird zu groß, aber letztendlich habe ich es doch geschafft.

    Die Verschieferung habe ich auf weißes Papier gezeichnet und dann auf graues Papier kopiert.

    Foto 2 zeigt die Firstabdeckung von links nach rechts in weiß, dann auf graues Tonerpapier und rechts aufgeklebt.

      

    Vor dem Aufkleben der Schieferung baue ich das Unterteil des Turmes der auf dem Dach sitzt, denn der wird später in die Schieferung eingeklebt.

    Die Ecken des Turmunterbaues erhalten Steinoptik.

    Die Schieferdachflächen werden aufgeklebt.

      

  • Es geht an den Turm, der seine Aussichtplattform bekommt und unter die Plattforn kommen 8 Balkenstützen. Hier die Zeichnungen und der Aufbau.

      

      

    Die nächste Etage des Turmes wird gezeichnet und ich fertige die Bauteile in braun, entscheide mich dann aber um auf weiß, was auch dem Original entspricht.

      

  • Jetzt wird es schwierig, die Kuppel des Turmes ist besonders. Hier der Bau des Kuppel Unterteils

      

    Die Anpassung der Kuppelfläche in weiß und dann übertragen auf altkupferfarbig.

      

    Kuppelunterteil mit Unterbau und die Stützen die den Überstand tragen.

     

      

  • Ich weiß ja nicht...

    Aber für mich sieht die Schieferabdeckung am Giebel komisch aus.

    Während sie auf dem restlichen Dach von oben nach unten verläuft, scheint sie dort eher quer zu sein.

    Gruß, Renee

    Im Wald boten sich mir zwei Wege dar.

    Ich nahm den, der weniger betreten war!