Lotsenschoner Elbe 4 'Groden', Michael Bauer, 1:250, 2026

  • Moin in die Runde,

    Im Threat 'An welchem Modell baust Du' habe ich schon angedeutet, dass ich zu diesem Modell einen kleinen Baubericht schreiben würde. Ich hatte den Baubeginn wirklich lange vor mir hergeschoben, weil ich vor dem Detaillierungsgrad des Modells doch einige Manschetten hatte. Nach dem Studium des Bauberichts von Gustav (danke für den guten Bericht) und einem intensiven Studium der Bauanleitung und dem Gefühl diese verstanden zu haben, habe ich die Groden dann doch endlich angeschnitten.


    In einem anderen Threat ging es um das Thema Bauanleitungen und wie sie aufgebaut sein sollten. Da habe ich die Anleitungen von Michael angesprochen und hervorgehoben. Hier könnt ihr selbst einmal hineinschauen und euch ein Bild machen. Nach dem Titelblatt


    und einigen allgemeinen Anregungen, die teilweise sogar bis in die Details hineinreichen


    sind in diesem Fall sogar detaillierte Beschreibungen und Abbildungen zur Takelage enthalten. Insgesamt ergänzen sich Beschreibungen und Abbildungen sehr gut, weil sie sich genau an die Nummerierung halten. Außerdem gibt es farbige Hervorhebungen, die der weiteren Erläuterung dienen.


    Es geht sogar bis hin zur Empfehlung, welche Garnfarbe und -stärke verwendet werden sollte. Daran werde ich mich soweit möglich halten, denn die Vorschläge sind völlig plausibel.


    Teile - Masten und Segel - sind auf dünnerem Papier gedruckt. Dies ist sicherlich für den Bau sehr hilfreich, denn es handelt sich dabei um sehr schlanke (Masten) und dünne (Segel, Flaggen) Bauteile.


    Nachdem ich die Bodeplatte und Spanten verdoppelt und ausgeschnitten habe, habe ich sie so schnell verarbeitet und mit dem Deck überdeckt, dass ich vorher kein Foto mehr machen konnte. Decksprung und Balkenbucht lassen sich wunderbar bauen ....


    Bei diesem Modell lohnt es sich, zumindest zu Anfang, doch den Cent zum Größenvegleich heranzuholen. Das charaktaristische Heck lässt sich bereits gut erkennen. Der genaue Betrachter sieht eine leicht Verdrehung zwischen Bodenplatte und Deck - mein Fehler und in diesem Stadium nicht mehr zu reparieren. Der Kleber hatte schon zu sehr angezogen. Ich plane, dies bei der Montage der Bordwände mit in Betracht zu nehmen.


    Spanten und Deck passen (Trotzdem)prima zusammen und werden unter Belastung zur Durchtrocknung freigegeben. .... und sind auch danach perfekt (bis auf...). Es folgen nun die Bordwände aber....erstmal


    Pausengrüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Moin Dirk,


    dann könnte ich zum nächsten Stammtisch mit dem Lotsenschoner ELBE 2 anlegen. Das wäre ein interessanter Vergleich!


    Bin auf Deine Umsetzung gespannt!


    Viele Grüße

    Lars

  • Moin in die Runde,

    Vielen Dank für euer Interesse und die Anerkennung durch die vielen Daumen. @ Lars: Ich hoffe, dass ich die 'Groden' rechtzeitig zum Stammtisch fertig bekomme. Es gibt viel zu tun.


    Die Bordwände sind dankenswerterweise am Heck miteinander verbunden. Dadurch entfällt schon mal eine heikle Naht. Am Bug werden sie gegen einen Steven geklebt, so dass ich hier hoffentlich die oben angesprochene Verdrehung von Deck und Bodenplatte ausgleichen kann.


    War das ausschneiden der Bordwände eher ein Kinderspiel, muss ich für die Verstärungen der Klüsen doch mal das Centstück bemühen, um zu zeigen wie klein dieses Teil ist. Aber das kennt ihr ja alle aus eigener Anschauung.


    Nun also die Bordwände von achtern stramm über das Spantengerüst ziehen und am Steven verkleben. Es entsteht achtern kein Spalt, weder am Deck noch an der Bodenplatte. Die Passform am Heck ist also sehr gut und die Backbordseite schließt prima am Steven an.


    Achtern wird das Ruderblatt angeklebt. Der Ruderschaft auf dem Deck erweckt den Eindruck, als wäre er durchgesteckt. Eine schöne Konstruktion.


    Auch die Steuerbordseite, hier etwas im Schatten, passt gut an den Steven. Mein ausgleichender Ansatz scheint funktioniert zu haben. Rund um das Deck wird nun eine Verstärkung geklebt. Dadurch ergibt sich eine prima Klebekante für das Schanzkleid.


    Auch das Schanzkleid ist achtern 'aus einem Stück' und wird von dort zum Bug hin gegen die Deckverstärkung geklebt. Schon bei der Anprobe entsteht das Gefühl, dass hier doch noch ein Problem mit der 'Verdrehung' auf mich zukommen wird.


    Und tatsächlich: Eine Lücke - eine entsetzliche Lücke ;) . Wenn ich das Schanzkleid am Heck betrachte, sieht es so aus, als hätte ich das Schanzkleid ein wenig weiter nach vorn rücken können, aber zu spät. Da an den anderen Stellen alles so wunderbar gelungen ist, werde ich steuerbords ein Stück einsetzen. Mit Bugspriet und dessen Stagen wird genügend 'Material' über diese kleine Reparaturstelle hinwegtäuschen. Aber....


    zunächst gibt es ein perfektes Foto von der Backbordseite, das sehr schön den eleganten Rumpf in Szene setzt.


    Minipausengrüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • So! Minipause zuende. Der Rumpf muss schnell noch 'fertig' werden.


    Der Schandeckel deckt das Schanzkleid nach oben sauber ab. Am Bug dient die hier nun gewollte Lücke der Aufnahme des Bugspriets.


    Warum der Schandeckel in Höhe der beiden Beiboote unterbrochen ist, ist mir ein Rätsel. Diese wurden doch sicher oft ausgesetzt. Eigentlich würde ich dort eher eine Verstärkung erwarten... Außerdem scheint er mir auch unter dieser Vorgabe recht weit vorne zu enden.


    Das gilt für beide Seiten. Inzwischen habe ich den Lückenbüßer am Steven eingefügt.


    Achtern wie bisher immer gehabt: alles aus einem Stück. Damit ist der Rohbau des Rumpfes fertig und die Werftmannschaft setzt sich für eine Erholungsphase ins Rheinland ab.


    Beste Grüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Wie es so einer Werftbelegschaft eben geht: sie kann nicht rasten und ruh'n. Die Produktionsmittel in den Koffer, die geistige Hardware im Kopf und die Finger geschmeidig gehalten konnten weitere Schritte in Richtung Fertigstellung selbst im Rheinland geschafft werden. Die Decksausstattung habe ich nicht Schritt für Schritt dokumentiert. Sie ist, wie bei Michael üblich, sehr detailliert und/aber es macht Spaß das fertige Bauteil auf dem Deck platziert zu sehen. Es gibt nur die beiden Fotos vom möblierten Deck (is ja auch nicht so groß, oder). Den Schandeckel vor den Beibooten habe ich nach achtern verlängert. Den Lüfter habe ich aus angepönten PU-Stäbern gefertigt.


    Zwei Besonderheiten möchte ich dennoch bemerken:

    1. Die Ankerwinde ist eine sehr filigrane Konstruktion. Dank der guten Anleitung lässt sie sich mit der nötigen Geduld auch prima bauen. Aber ich habe 2-3 Teil weggelassen, die ich nicht hinbekommen habe. Die kette aus Kupferdraht nach MB Bauart


    2. Für die Fock ist eine Travellerschiene vorgesehen (zwischen Loch für den Mastfuß und dem vorderen Niedergang). Dass erleichtert auf einem kuttergetakelten Schiff die Bedienung der Vorsegel. Die Fock braucht dann nämlich während der Wende nicht an den Schoten bedient zu werden. Mit Innen- und Außenklüver hat die Mannschaft auch so genug zu tun. Aber das setzt voraus, dass die Travellerschiene im angemessenen Bogen um den 'Hals' des Segels gebaut ist. Damit ist das Segel vorne-unten befestigt. Das ist von Michael nicht so gezeichnet worden; da ist die 'Kurve' genau anders herum und die Schot könnte bei der Wende nicht selbstständig auf die neue Leeseite rutschen. Daher habe ich das geändert. Nun kann die Fock als Selbstwendefock gefahren werden.


    Wie damals üblich hatten die kuttergetakelten Schiffe (das heißt mehr als ein Vorsegel) einen Butspriet, der noch mittels eines enormen - ja wie heißt das nun eigentlich - Sprietbaumes(?) noch verlängert wurde. Dieser Baum konnte beim Manövrieren in engen Gewässern und beim Anlegen nach achtern eingezogen werden. (hier nicht dargestellt bzw. umgesetzt) Auf jeden Fall müssen Bugspriet und Baum mittels Vorgeschirr abgespannt werden, da die beiden Klüver eine starke Zugkraft nach leeseits-oben ausüben. Diese Zugkräfte werden in den Beschlag am Steven eingeleitet. Über die Kette wurden/werden auch Zugkräfte aus dem stehenden Gut der Masten eingeleitet. Die Masten werden dadurch nach vorne abgespannt. (Der 'Preußen' wurde die Zerstörung des Bugspriets zum Verhängnis, als sie im Kanal mit einem Dampfer kollidierte. Ein Großteil der Takelage kollabierte und das Schiff ging verloren) Ich habe hier allerdings für ausreichende Festigkeit gesorgt.


    Während der Decksmöblierung und dem Bau anderer Bauteile habe ich angefangen die Wanten mit den Webleinen zu bauen. Michael hat dafür zwei Schablonen gezeichnet: eine für den Großmast, eine für den Schonermast. Diese waren jeweils größer gehalten als auf dem Foto. Ich hatte Sorge um meinen Bestand an Takelgarn und habe die Schablonen so umgebaut, das ich mit einer Konstruktion alle vier Wanten gleichzeitig spannen konnte.


    Hier lassen sich die beiden Ebenen gut erkennen (ja genau, das Foto ist nicht unscharf an der Stelle) Die Wanten werden in Höhenrichtung (soll heißen von oben nach unten) gespannt. Dann die Webleinen rundherum geschlagen und mittels eines Klebers (ich verwende Weißleim) verklebt. Dadurch ergibt sich eine sehr stabile Konstruktion zum Abspannen der Masten. Die Webleinen sind aus dünnerem Garn als die Wanten.


    Ich habe einen kleinen Spleen. Ich baue die Masten gerne aus dem Bogen. Bei diesem Modell sind sie ( die Masten) auf dünnerem Papier gedruckt. Macht Sinn, weil sie enorm schlank gehalten sind. Aus 160er ließen sie sich nicht drehen. Als Seele habe ich PU-Stäbe unterschiedlicher Durchmesser hineingedreht. Und zu Versteifung (weil die 'Seelen' gestoßen sind und damit knickgefährdet) habe ich die Masten mehrfach mit Einlassgrund gestrichen. Daher der Glanz. Bei einfachen Auftrag bleibt die Oberfläche matt.


    Ich hätte nicht geglaubt, dass ich die Ringe für die Führung des Segels am Mast so perfekt hinbekomme. Die Erklärung von Michael war bestechend einfach und hat zu einem guten Ergebnis geführt. Den Masttopp habe ich mit den entsprechenden Beschlägen (schwarzes Seidenpapier) versehen und an den vorgesehenen Stellen habe ich die 'Blöcke' geklebt. Ich habe es nicht geschafft drei unterschiedliche Blockgrößen zu bauen, wie Michael es vorgeschlagen hat. Dadurch werden meine Takelhotspots sicher etwas dicker werden. Tel a´Viv würde der Franzose sagen.


    Den Mast durch die Ringe am Vorliek des Segels fädeln und dieses dann am Mast fixieren. Manöver lassen sich mit dem Modell so leider nicht fahren, aber Kompromisse musste ich eben eingehen. Man kann nicht alles haben. Die Schot verhindert das Drehen des Segels und die Fallen halten Klau (vorne am..) und Gaffelbaum in der Höhe. Die Anordnung des laufenden Guts - das sind die sich bewegenden Teile der Takelage - ist auf einem detaillierten Takelplan in der Bauanleitung festgehalten. Ich habe allerdings eine ganze Weile gebraucht, bis ich Nummern und Buchstaben in der richtigen Konstellation zusammenbringen konnte. Kleine Tipp von mir: während dieser Zeit kein Hörbuch hören!!!


    Nach meinem Empfinden und meiner bisherigen Bauweise hätte ich zuerst die Masten abgespannt und dann die Segel gebaut. Aber das ist nicht Michael Bauers Vorgehensweise. Ich habe ihm letztlich vertraut, weil er mich bisher wunderbar durch den Bau geleitet hat mit seiner Anleitung - und weil Gustav in seinem Bericht auch so vorgegangen ist.


    Also habe ich auch zuerst die Masten mit den Segeln gebaut. Die Abspannung der Masten muss halt noch warten. Und ich muss sagen es war eine große Erleichterung bei der Anbringung der Segel, dass ich nicht auch noch um die Wanten herum fummeln musse.


    So weit so gut. Das Schonersegel ist montiert. Somit ist ein weiterer wichtiger Schritt zur die Fertigstellung abgeschlossen.


    Sonntägliche Feierabendgrüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Moin Dirk,

    als Fan dieser schönen Schoner schaue ich dir gerne zu :)

    Zu deiner Frage: auf dem Bugspriet liegt der Klüverbaum auf. Die 'Travellerschiene' nennt sich hier 'Leuwagen' . Michael hat ihn mit dem Bogen nach innen richtig gezeichnet. So ist - hoffentlich bald wieder - auch auf No 5 ELBE im Gebrauch. Hier siehst du es auch:

    GRODEN - Steuerbord Längsschnitt

    Vielleicht lohnt sich die Korrektur noch?


    Viele Grüße

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Ich bedanke mich bei allen begleitenden Daumen und freue mich über die große Aufmerksamkeit.

    Michael hat ihn mit dem Bogen nach innen richtig gezeichnet

    Dank an Klaus. Du hast recht! ich hatte einen Denkfehler. Bei der Wende geht die Fock über die Schiffsmitte und die Schot muss dabei entlastet sein, sonst rutscht der Block nicht, weil er unter Spannung stünde. Frage jedoch: Welches Teil ist der Leuwagen? Der Block der in der Wende hin- und herschwingt oder der Bügel auf dem der Block rutscht, den ich bisher als Travellerschiene bezeichnet habe?


    Neugierige Grüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • 'Leuwagen' oder auch 'Leitwagen'. Wobei in Hamburg ein Leuwagen auch ein Wagen mit Putzutensilien meinen kann :). Kommt dann darauf an, in welchem Zusammenhang das Wort verwendet wird :cool:

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Ich stimme Fiete zu. Ich habe als hamburger Buttje gelernt, dass ein Feudel (Putzlappen für den Boden) auch als Leuwagen bezeichnet wird. Wobei 'Eule' einen Handfeger bezeichnete. Meine KI waren damals meine Großeltern ;)


    Wie auch immer, ich schreibe demnächst mal wieder auf diesem Kanal. Thema: noch mehr Takelage!


    Putzige Grüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Moin in die Runde,

    die Herstellung des Schonersegels hat für mich sehr gut geklappt. Darum bin ich beim Großsegel genauso vorgegangen. Kupferdraht um einen Zahnstocher spiralförmig aufwickeln. Durch Trennen mittels (extra-)Cutter in Ringe teilen und mit dem Schlitz über das Vorliek des Segels schieben und verkleben. Den Gaffelbaum ganz, den Großbaum nur am Hals und am Schothorn des Segels befestigen. Blöcke an den Bäumen und am Mast sowie Topstenge nach Vorlage ankleben. Den Mast durch die Ringe fädeln und am Lümmelbeschlag (hier stößt der Baum an den Mast) und dem Gaffelklau festkleben. Dann den Mast in die vorgesehene Öffnung des Decks kleben und senkrecht mit etwas stärkerem Fall als beim Schonermast nach achtern aushärten lassen. Nun das laufende Gut vervollständigen und fertig. (?) Nein. am Großbaum ist etwas anders.


    Hier gibt es ein Topsegel. Als Segler, der nur mit topgetakelten (keine Gaffel) Booten vertraut ist, ist es ein Rätsel wie die Mannschaft vom Deck aus ein Topsegel setzen und im Bedarfsfall auch wieder wegbergen kann - dies natürlich eher im Fall zunehmenden Windes. Ich hoffe, ich baue nicht wieder einen Fehler ein wie mit dem Leuwagen. Mein Ergebnis:


    Das Topsegel ist an einer Topsegelrah angeschlagen. Diese ist mit einem Fall und einem Niederholer versehen. Mit dem Fall wird die Topsegelrah (zusammen mit dem Segel natürlich) bis zur Spitze der Topstenge gezogen und dabei mit dem Niederholer am Umhertrudeln gehindert. Ist das Segel ganz oben - das Fall wird nun belegt -, wird es mittels des Niederholers gesetzt (aufgespannt). Dabei wird das Schothorn nach achtern gegen den Gaffelbaum dichtgeholt. Das Topsegel wird nun mit der Schot des Großsegels mit bedient. Beim Bergen des Segels wird in umgekehrter Reihenfolge vorgegangen. Ich hoffe, es so weit richtig zusammengefasst zu haben.


    Nun fehlt beim Bogen von Michael die Topsegelrah. Also habe ich sie ergänzt und das Topsegel so montiert, wie es mir nun richtig erschien.


    Ihr seht hier nun die Fotos


    Ich habe mit dem Topsegelfall die Topsegelrah bis an die Spitze der Topstenge gezogen und das Fall 'belegt'.


    Von Lee kann man den Niederholer sehen, der zum Schothorn des Topsegel am Ende der Gaffel führt.


    Der Niederholer läuft nur einseitig und ist deswegen von Luv aus nicht sichtbar.


    In einigen Seglerforen wird beschrieben, dass eine zusätzliche Reffleine gefahren wird, damit keine Windtaschen entstehen, wenn das Segel geborgen wird. Das konnte ich hier nicht darstellen. Sorry.


    Jetzt muss ich mich auch erstmal vom vielen (Be-)Schreiben erholen und hoffe Euch nicht zu sehr in Anspruch genommen zu haben.


    Beste Grüße aus Hannover, Dirk

  • Moin Dirk,


    mit Deiner ausführlichen Beschreibung lässt sich die Funktion auch für einen Nicht-Segler sehr gut nachvollziehen!

    Mir gefällt Deine GRODEN samt Baubericht ausgesprochen gut! :)


    Viele Grüße

    Lars

  • Vielen Dank für die schnellen Daumen und die lobenden Worte. Beide sind ein großer Ansporn, meinen Baubericht weiterzuführen.


    Auf dem letzten Foto ist bereits zu sehen, dass ich die Wanten schon an den Masten befestigt habe. Die Überlängen am unteren Ende werde ich durch die Ösen fädeln, die ich schon in den Nagelbrettern am Schanzkleid eingeklebt habe.


    Ich habe ehrlichen Respekt vor der Redewendung: Dreemol afschneeden un jümmers to kort. Darum sind meine Enden immer viel zu lang und ich habe oft Schwierigkeiten, dann am Modell das richtige Maß zu finden. Zirkel und feine Schere sind eine Hilfe, jedoch...


    In diesem Fall kam erschwerend hinzu, dass mein Takelgarn zu rau war und ich es darum schwer durch die Ösen ziehen konnte. Die Öffnungen waren einfach zu klein. Dabei riss ich 2-3 dieser Ösen wieder aus der Verankerung und musste dann notoperieren.


    Dazu legte ich eine Schlinge um die Mastspitze und habe leichte Spannung auf den Faden gegeben. Nun konnte ich in Ruhe die Öse und die Wanten erneut verkleben. Das bedeutete jedoch enorme Wartezeiten bis zum jeweilig ausreichenden Trocknungsgrad des Klebers. Auch hier habe ich ein Annäherungsproblem: Sekundenkleber. Ich habe noch keinen Weg gefunden, damit zu arbeiten.


    Letztlich sind jedoch alle Überlängen verschwunden. Hier ist gerade ein Giertau der Schonergaffel in Arbeit. Und es fehlten noch Signal- und Flaggenleine sowie die Vorsegel und deren laufendes Gut.


    Leider hatte ich in der Bauanleitung den Hinweis übersehen, vor der Montage der Stagen diese mit den Vorlieken der Segel zu verkleben und dann erst zwischen Schonermast und Klüver bzw. Klüverbaum zu spannen. Das führte dazu, dass ich zwei der Stagen noch einmal spannen musste.


    Die Schoten habe ich dann nach Michaels Empfehlung eingebaut, wobei jedoch die Belegpunkte (Klampen am inneren Schanzkleid) meiner Fingerfertigkeit zum Opfer fielen und ich die Schoten ohne die Klampen befestigen musste. Sieht zum Glück keine Mensch.


    Von achtern wirkt das Modell ganz wunderbar. Deutlich erkennbar, dass die Crew die Dirk des Großbaums auf der Leeseite ruhig ein wenig dichter hätte holen können.


    Mit den Flaggen und Wimpeln habe ich mich an Michaels Vorschlag gehalten. Die offizielle Behördenflagge der Hamburger Hafenbehörden und einen roten Wimpel am Großmasttop.


    Auch von vorne macht das Modell eine gute Figur.


    Ein kleines Resümee?! Klasse!

    Ich habe den Bau lange vor mir hergeschoben. Jetzt bin ich recht glücklich, es so zusammengebracht zu haben: durch langsames Arbeiten, einen frischen Cutter (zwischendurch eine neue Klinge) eine gute Lupenbrille (ohne ging es fast gar nicht) und 'Ruhe bewahren', wenn etwas nicht gleich klappt (oft angewendet). Michaels Konstruktion in Verbindung mit einer sehr detaillierten Bauanleitung kann ich nur Jedem empfehlen, der sich gerne mit Details auseinandersetzt.


    Zufriedene Grüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Moin, moin Dirk,


    das ist ein wirklich klasse Modell geworden.......gerade die Takelage bei der Modellgröße ist eine ziemliche Herausforderung. Gratulation :thumbup: !

    ....durch langsames Arbeiten, einen frischen Cutter (zwischendurch eine neue Klinge) eine gute Lupenbrille (ohne ging es fast gar nicht) und 'Ruhe bewahren', wenn etwas nicht gleich klappt (oft angewendet).

    Genau so geht es! Das ist alles das, was ich früher nicht so beachtet habe........aber es sind Grundvoraussetzungen für "sehr ordentliche" Modelle und die damit verbundene Befriedigung für das eigene Tun. Ich finde es sehr gut, dass du das oben nochmal deutlich beschrieben hast.


    Gruß von der Ostsee

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Das waren - bzw. sind - schon schöne Schiffe. CUXHAVEN und ELBE sind ja erhalten und geben ein reales Bild der kernigen Schoner die einst für eines der härtesten Seengebiete der Welt gebaut wurden.

    Dein Modell ist sehr schön geworden. Hast Du den Leuwagen nochmal gedreht oder ihn gelassen? Herzlichen Glückwunsch jedenfalls zum neuen Zulauf Deiner schon reichen Flotte.

    Viele Grüße

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Hallo Dirk!

    Das ist ein sehr schöner Segler! :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

    Mit besten Grüßen aus Hagen

    Christoph



    "Der Mensch ist nur da in der vollen Bedeutung des Wortes Mensch wo er spielt und er spielt nur da, wo er Mensch ist."
    Friederich Schiller


    :!: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es den "Hohenhof" in Hagen als Kartonmodell geben soll :!:

  • Guten Abend Dirk!

    Gratulation zu deiner Entscheidung bei diesem kleinen Segler "alles zu geben" :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

    Danke für deinen lehrreichen Baubericht und deine dafür aufgewendete Zeit.

    Als Nichtsegler kann ich die Takelage so wenigstens im Prinzip verstehen (nach mehrmaligem Lesen), vielleicht auch irgendwann mal bauen :cool: .


    Herzliche Glückwunschgrüße

    Johannes