Dampfer Cap Frio (1899) der Hambug-Süd, 1:250

  • Klasse, sehr schön.

    Ich betrachte auch einen siegreichen Krieg an sich immer als Übel, welches die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß. (Otto von Bismarck)

  • Der Mast ist ein besonderer Hingucker gworden.

    Ulrich

                                                                                   Artikel 1 GG:

    Die Würde des Menschen ist unantastbar.

    Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt


  • Hier zeige ich Euch noch ein Foto aus einer anderen Perspektive, weil’s so schön ist:

    Ich habe jetzt das Sonnensegel über dem Brückendeck aufgeklebt.

    Und ich habe, wie auf dem Schiffsplakat, die eingerollten Hilfssegel an den Vorstagen angeschlagen. Ich nehme mal an, es handelt ich hier um die Genua und das Fock-Segel. Unterlagen zur Besegelung habe ich leider nicht. Und auf dem Gemälde, das Hans-Joachim am 27. Februar gepostet hat, sieht man nur die Fock.

      

  • Ich bin eh Fan von Eigenkonstruktionen. Hier passt alles schön für sich zusammen. Die Linienstärken sind für meinen Geschmackk zu stark, im Gesamtbild passt aber alles - wie geschrieben zusammen. Ein an Details und liebevoller Umsetzung reiches Schiffsmodell. :thumbsup:

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Hallo erstmal,

    das ist ein zauberhaft schöner Dampfer.

    Gruß

    Michel

    Ich betrachte auch einen siegreichen Krieg an sich immer als Übel, welches die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß. (Otto von Bismarck)

  • Hallo Ihr Lieben,

    ganz herzlichen Dank für die vielen netten Worte zu meinem Modell.

    Als nächstes habe ich jetzt die Wandten geknüpft. Dabei habe ich bei den äußeren Längst-Wandten jeweils einen Draht eingezogen, den ich vorher mit einem Edding-Stift schwarz gefärbt habe. Ich bin mal gespannt, ob und wie das zur Festigkeit beiträgt.

    Viele Grüße,

    Frank

  • Welches Garn verwendest Du?

    Hallo Helmut,

    als Takelgarn nehme ich das Bastelgarn, dass früher bei den Revell Plastik-Modellpackungen beigelegt wurde. Davon habe ich noch ein paar „Spulen“. Wenn man dieses Garn anfeuchtet und dann gestreckt wieder trocknen lässt, dann gehen die blöden Knicke von der Wicklung raus und man hat einen schönen geraden Faden.

  • Bei meinen vielen Recherchen zu dem Schiff habe ich in einem Online Archiv diesen interessanten Zeitungsartikel mit Foto aus dem Jahr 1902 von De Puerto Nuevo a Ex Ciudad Deportiva gefunden, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:

    Hier der Link: https://atlasarchivo.com.ar/?page=archivo&id=7204

    Und das ist die deutsche Übersetzung des Artikels (ChatGPT sei Dank):


    Die „Cap-Frio“

    Das Schiff mit der größten Tonnage, das in unsere Docks eingelaufen ist

    Am Montag lief dieser schöne Dampfer der Hamburg-Südamerikanischen Gesellschaft in unseren Hafen ein – das Schiff mit der größten Tonnage, das bisher in unseren Docks vor Anker gegangen ist, und zugleich das luxuriöseste. Es hat eine Verdrängung von 9.800 Tonnen und misst 410 Fuß Länge, 48 Fuß Breite und 29 Fuß Tiefgang. Die Maschine leistet 5.130 Nenn-PS und arbeitet mit vierfacher Expansion.

    Seine Kabinen für die Rückreise nach Europa sind bereits seit einem Monat vollständig ausgebucht, und sein Kapitän, Kommodore J. G. von Holten, der seit 30 Jahren im Dienst der Gesellschaft steht, verspricht sich eine außergewöhnliche Reise angesichts der Qualität der Personen, die er befördern wird.

    Dieser schwimmende Palast wird künftig die Linie Buenos Aires – Hamburg bedienen und dabei spanische Häfen anlaufen; er ist außerdem so gebaut, dass er auch Flüsse hinauffahren kann.

    Die Einfahrt der „Cap-Frio“ war in unserer maritimen Welt eine große Neuheit, und eine zahlreiche Menschenmenge versammelte sich entlang Dock Nummer 3, um sie zu beobachten.

    Foto aus „Caras y Caretas“.

  • Nachdem ich das Rigg vervollständigt habe, habe ich als letzten Schritt noch die Flaggen gesetzt.

    Beim vorderen Mast habe ich mich nun doch für die Reichspost-Flagge (Gösch der Postschiffe) entschieden, das kommt der deutschen Plakat-Version am nächsten.

    Die Signalflaggen habe ich ebenfalls von dem Plakat übernommen. Leider konnte ich den Flaggen-Code bisher nicht übersetzen.

    Den roten Wimpel mit weißem Kreis gibt es im Internationalen Flaggenalphabet nicht. Deshalb dachte ich zuerst, dass sich hier vielleicht um eine Signatur des Plakatmalers (Muhlmeister & Johler, Hamburg) handelt, denn ich habe den gleichen Flaggencode durch Zufall auch auf dem Plakat des Schnelldampfers Deutschland der HAPAG entdeckt, das ebenfalls bei mir zu Hause hängt.

    Bei weiter Recherche habe ich dann aber herausgefunden, dass es sich hier wohl um den „Universal Code of Signals for the Mercantile Marine of All Nations(auch als „Marryat’s Code of Signals“ bekannt) handelt, der zur Signalisierung und Erkennung von Handelsschiffen u.a. von Deutschland bis 1901 eingesetzt wurde.

    Reeder, die an dem Signalsystem teilnehmen wollten, mussten der Marryat-Organisation beitreten und erhielten dann auch die umfangreichen Code-Bücher.

    Bei Wikipedia habe ich erfahren, dass ein Schiff mit dem zuoberst gesetzten Flaggen und Wimpeln seine Herkunft signalisieren und mit den unteren eine Zielhafen-Angabe machen konnte.

    Bei den Dampfern Cap Frio und Deutschland könnte auf den in den Plakaten gezeigten Szenen der Herkunftshafen durchaus identisch sein – das wäre ganz klar Hamburg. Doch die Zielhäfen würden sich sicher unterscheiden, hat doch die Deutschland als Gastlandflagge die Fahne der USA gesetzt und die Cap Frio fuhr ja bekanntlich nach Südamerika. Das passt also nun gar nicht zu dem identischen Signalflaggen-Code auf beiden Schiffen. Aber vielleicht kannte der Plakatmaler die Bedeutung des Codes gar nicht. Oder da wird etwas ganz anderes signalisiert.

    Bei Wikimedia habe ich eine digitalisierte Version eines Marryat Code-Buchs gefunden, aber leider bin ich da noch nicht viel weitergekommen. Vielleicht hat ja jemand von Euch hier auf dem Forum die Lust, Zeit und Muße, den Signal-Code zu knacken. Ich würde mich freuen. Hier ist der Link:

    https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:The_universal_code_of_signals_for_the_mercantile_marine_of_all_nations_(IA_TheUniversalCodeOfSignals).pdf

    Viele Grüße,

    Frank

    Edited 2 times, last by nolting (March 16, 2026 at 10:00 AM).

  • Hallo Ihr Lieben,

    Vielen Dank für die vielen „Likes“.

    Auf dem Foto unten habe ich mein Modell mal neben das Plakat gehalten und aus etwa dem gleichen Winkel fotografiert.

    Interessanterweise ist der Schornstein auf dem Plakat wesentlich höher, als er in Wirklichkeit ist. (Anmerkung: die Schornsteinhöhe im Modell entspricht die des original-Dampfers, siehe #10).

    Mit diesem optischen Trick hat der Künstler den Dampfer auf dem Plakat fürs Auge verschönert und nochmal attraktiver gemacht. Ist ja irre, das war mir bis dahin nicht bewusst. Kein Wunder also, dass das bezaubernd schöne Gemälde der Cap Frio zu einem der bekanntesten historischen Schiffsplakaten der Welt wurde.

    Mein Modell habe ich auch noch mal ein paar Fotos von der original Cap Frio gegenübergestellt. Es ist gar nicht so einfach, aus der Hand und ohne Stativ die gleiche Perspektive zu finden.

    Ach, und nochmal der Hinweis: Bei meiner Cap Frio handelt es sich nur um ein Semi-Scale (sehr vorbildähnliches) Modell.

    Und hier noch eine Gegenüberstellung.

    Viele Grüße,

    Frank

  • Das mittlere Bildpaar zeigt für mich im Vergleich die deutlichste Übereinstimmung, Frank.

    Ein sehr ansprechendes Bauergebnis!


    Gruß
    Roland

  • Moin, moin Frank,

    bin auch schwer begeistert :thumbup: !

    Einiger dieser schönen Schiffsplakate hängen auch in meinem Haus.......das große des Schnelldampfers DEUTSCHLAND in meinem Bastelzimmer.....


    Gruß von der Ostsee

    HaJo

    Exercitatio artem parat! Es lebe der Zentralfriedhof.......

  • Herzlichen Dank!

    Auf dem Foto der gestrandeten Cap Frio sieht man im Hintergrund ein Kriegsschiff mit 3 Schornsteinen, das hier offenbar zur Hilfe gekommen ist. Um welches Schiff es sich handelt, konnte ich leider nicht herausfinden, aber es sieht dem kleinen Kreuzer S.M.S Emden in Tropenbemalung sehr ähnlich.

    Hier könnte man zusammen mit dem zugehörigen HMV Bastelbogen und meiner Cap Frio ein spannendes Diorama bauen…

  • Ein sehr, sehr schönes Projekt und ein tolles Schiffsmodell. Schade, dass der Bau und der schöne Bericht nun zu Ende ist.

    Auf die schnelle würde ich Deinen Kreuzer als einen der Städte-Klasse ansehen. Sowas auf deine Art semi-scale nachzubauen, wäre sicher auch reizvoll.

    Viele Grüße

    Klaus

    »Gib jedem Schiffsmodell die Chance, das schönste deines Lebens zu werden!»

  • Hallo,

    bei dem Kreuzer müsste man sich die verschiedenen Klassen näher ansehen. Ich empfehle als Referenzwerk "The Kaiser´s Cruisers" von Dodson und Nottelmann.

    Direkt vor dem vordersten Schornstein ist die Kommandobrücke, bei der "Emden" war die weiter nach vorn gerückt und auch die Perspektive des Fotos beeinflusst das nicht.

    Das käme nur für die Bremen-Klasse hin, von den Lebensläufen her müsste es die "Bremen" selber sein.

    Ja, Wikipedia bestätigt das:

    Die Bremen kam am 16. März 1908 in Port-au-Prince, Haiti, an, wo Bürgerkriegsunruhen die deutschen Staatsangehörigen im Land bedrohten. Die haitianische Regierung ging zwar gegen den Aufstand vor, aber die Bremen brachte siebenundfünfzig Deutsche nach Kingston. Als Nächstes ging sie vom 30. Mai bis 9. Juni nach Philadelphia und war damit das erste deutsche Kriegsschiff, das die Stadt besuchte. Vom 10. bis 19. Juni besuchte sie New York und kehrte danach nach Südamerika zurück, wo sie Ende August den Dampfer Cap Frio der Hamburg Süd (HSDG), der in der Bucht vor Bahía Blanca auf Grund gelaufen war, unterstützte. Die Bremen und der Dampfer König Wilhelm des Norddeutschen Lloyd (NDL) nahmen die Passagiere und Besatzung auf.

    Tja, von der Kreuzer-Klasse gibt es noch kein Modell, aber nachdem hier gezeigt wurde, wie Konstruieren geht ...

    VG

    Zaphod

  • Solche Arbeitspferde der Seefahrt besaßen schon einen besonderen maritimen Charm. Wenn dann noch ein sehr fein gebautes Modell dazukommt, macht das Kartonbauen besondern Spaßßund natürlich auch das Zuschauen wie so ein Schiffsmodell entsteht. Die Gegenüberstellung von Photos aus der Zeit und dem Modell runden die ganze Sache ab. Danke für den Bericht.

    Ulrich

                                                                                   Artikel 1 GG:

    Die Würde des Menschen ist unantastbar.

    Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt


  • Hallo Zaphod,

    Super! Danke! Du hattest den richtigen Riecher und hast den wertvollen Hinweis in der Geschichte des Kleinen Kreuzers S.M.S. Bremen gefunden, der also höchstwahrscheinlich auf dem Foto der havarierten Cap Frio zu sehen ist.

    Aber bitte erwarte nicht von mir einen Bastelbogen für diese Kreuzer-Klasse zu erstellen. Kriegsschiffe sind nicht mein Ding.

    Viele Grüße,

    Frank

  • Auch ich bin von diesem Modell begeistert.

    Glückwunsch dem Konstrukteur, dem Erbauer, dem Fotografen und, und und ...

    Günter

    Auf der Werft: EGV Ffm

    Meine letzten fertigen Modelle:

    F. Baden-Württemberg, MiSuBo Paderborn und Passau, F 213 Scharnhorst, ZKrz Helgoland, S.M.S Nassau, F216 Scheer, MS Wappen von Hamburg, S 13, S 100, P 6059 Jaguar,
    KWdGr mit UWS, A 63 Main, S72 Puma, WFS Planet, Kirche St. Lorenz Nürnberg; HMCS Agassiz; PzKanBt Natter; Schlepper Hermes; SMS Breslau; MS Clement; MS Iserlohn; Dio Kleine Werft; W4,W8,W21,W22; P 6148 Löwe; A 52 Oste; MS Finnmarken; LKr Nürnberg; MS Mellum; Z 1; Tender Donau