Schiffssegment eines Küstenmotorschiffes 1:250, Kartonmodellbogen aus Ostfriesland

  • Neues Jahr, neuer Baubericht!


    Kaum ist der Bauplatz geräumt, liegen schon die nächsten Werkstücke auf dem Helgen parat. Aus meinem ersten Bau in 2026 entsteht aus 109 Teilen das Schiffssegment eines Küstenmotorschiffes im Maßstab 1:250. Im Original 10 m lang und 19,5 m breit.

    Der neue, erst seit November 2025 erhältliche Bogen, stammt aus der Feder von Renke „Cariño“ Kramer und ist derzeit für 4 € als Download bei Johannes Gründling erhältlich (Kartonmodell Gründling - Downloadmodelle).

    Das Segment wird später entweder als Ladegut, im Dock, auf einer Überführungsfahrt oder einfach nur als Anschauungsstück zum Einsatz kommen. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind unbegrenzt...


  • Moin Lars,


    da freue ich mich aber sehr den ersten Baubericht einer meiner Modelle hier im Forum zu sehen. Ich wünsche dir viel Erfolg und Spaß beim Bau. Auf deine Umsetzung bin ich gespannt. Gestaltungsmöglichkeiten gibt es in der Tat viele. Hier zum Beispiel ein paar Eindrücke, die ich so ähnlich bei der Konstruktion im Kopf hatte:


    Neues von den Werften im Emsrevier - Seite 120 - Forum Schiff



    Neues von den Werften im Emsrevier - Seite 126 - Forum Schiff


    Viele Grüße

    Cariño

  • Moin Lars,


    da bist Du mir zuvor gekommen, aber da ich im Moment eher schienengebunden denke und baue, freue ich mich und wünsche viel Erfolg! Du hast völlig Recht: Mit dem Modell kann man einiges machen. Ich hatte mir sie als Ladegut für die BOA BARGE von David vorgestellt.

  • Moin zusammen! Danke für Eure Resonanz! Oha, wenn jetzt so viele Leute drauf schauen, kann ich mir ja kaum was zusammenpfuschen :rolleyes:

    Also, weiter im Segmentbau:


    Die Bilder zeigen die weiteren Schritte. Nach dem Verdoppeln der großen Laderaumplatten entstehen die beiden Querspanten. Ob es wirklich nötig war, die unteren Öffnungen auszusticheln sei mal dahin gestellt, der dunkle Druck wirkt natürlich deutlich sauberer.

    Um eine möglichst parallele Verbindung der beiden Querspanten-Hälften zu erreichen, wurde die Grundplatte nur lose eingelegt und die Träger daran ausgerichtet. Ein sinnvolle Unterstützung ist ein rechtwinkliger Anschlag, hier der Holzblock, bzw. die geraden Flächen der Mastertools.

    Vor dem Verkleben des Laderaumbodens und der Wände habe ich, entgegen der Empfehlung der Bauanleitung, lediglich einige Längsspanten gesetzt, um den richtigen Abstand der Querspanten zu dem Laderaumboden und den Wänden zu markieren. Alle weiteren Längsspanten lassen sich m. E. im Anschluss leichter ausrichten, sowie besser verkleben.

                     


                     

  • Beschweren möchte ich mich keinesfalls (der Bau macht richtig Spaß!!) das Segment hingegen schon.

    Beschwert und gut gestützt kann alles durchtrocknen.


         


    So erkennt man langsam, was es wird... Auch hier eine kleine Abweichung zur Anleitungsempfehlung. Aus Stabilitätsgründen habe ich im Vorfeld das Hauptdeck verklebt. Erst jetzt werde ich alle Längsspanten einsetzen.

         

  • Hi Lars,


    Hast Du die Nacht durchgearbeitet ?


    Sieht gut aus !


    Gruß aus Osnabrück

    ... I just sit here and watch the river flow ...

  • Nein Frank, ich habe wahrscheinlich auch etwas geschlafen :sleeping: aber scheinbar handelt es sich hier um Cariño´s Schnellbaubogen :D das Modell eignet sich hervorragend für den "Bau zwischendurch", wenn es einfach mal unkompliziert schnell fertig werden soll... und ja, das Segment ist im Maßstab 1:250 (für einen anderen Maßstab sind meine Werkzeuge auf der Werft auch nicht ausgelegt) ;)


    Die Längsspanten sitzen, die Bordwand kann aufgezogen werden. Um die Rundungen ungefähr vorzuformen hab ich mir auf der Rückseite ein paar Hilfslinien angezeichnet.

                


    Man bannig knapp ist die Länge der Bordwand bemessen. Aber auch das Teil passt präzise. Ein ganz minimaler Überstand zum Hauptdeck (ca. 0,5 mm) ist gegeben.

    Die Bordwand wurde mit UHU Alleskleber befestigt, wieder beschwert, gestützt und kann nun bis morgen aushärten. Zum Abschluss wird noch die Süllwand mit Stützen und Süll installiert.

              




         

  • Moin,

    Aber macht es Sinn gepönte Bordwände als Segmente zu bauen?

    Die müssten doch eigentlich nach oxidiertem Stahl aussehen.

    was die Farbgebung der Bordwände angeht, liegt Stephan richtig.

    Schaut Euch doch mal die Bilder an, die Cariño im zweiten Beitrag verlinkt hat. Die Außenwände sind da auch schon gepönt. Und selbst wenn nicht: Es sieht als Modell so interessanter aus als eine braune Einheitsfarbe.

    Und wems garnicht gefällt: Es ist eine PDF mit Vektorgrafik, also auch für Anfänger mit (zB) Inkscape in wenigen Clicks einfärbbar ;)


    Mfg

    Johannes

  • Moin Lars,


    ich bin begeistert von deiner Umsetzung. Die ca. 0,5 mm Überstand zum Hauptdeck sind fest eingeplant, um das kleine Süll vom Hauptdeck darzustellen. Auf Frachtschiffen ist dieses am Übergang Hauptdeck - Außenhaut angebracht, um z.B. das Herunterrollen von Gegenständen zu erschweren. Bei der Seatrout ist die Kante auch so vorgesehen. Und damit sich kein Stausee bildet, sind in regelmäßigen Abständen Speigatten als Ablass eingelassen. Diese müssen wir beim Bunkern immer mit Stöpseln verschließen, damit eventuell austretender Kraftstoff nicht ins Wasser fließt.


    Was die Farbgebung anbelangt, da war Johannes schon etwas schneller mit der Richtigstellung. Gerne möchte ich aber noch den technischen Hintergrund erläutern. Zum ordentlichen Aushärten der Farbe ist die richtige Luftfeuchtigkeit und das richtige Temperaturband notwendig. Wenn man sich nun die Werften in der Ems Dollart Region anschaut, sei es nun Royal Bodewes in Hoogezand oder Ferus Smit mit Standorten in Westerbroek und Leer - nur um ein paar zu nennen -, so fällt auf, dass die alle über einen offenen Querhelgen als Bauplatz verfügen. Witterungsschutz ist nicht vorhanden. Daher werden die Segemente in der Vorfertigung in temperierten Hallen gepönt, was den zussätzlichen Vorteil bietet, dass hier das Segment noch gedreht werden kann und der Farbauftrag von allen Seiten möglich ist. Diese Segmente werden dann nur noch auf dem Helgen zusammen geschweißt. Wenn das Segment dann erst einmal auf den Pallen steht, kommt man an die entsprechenden Stellen nicht mehr ran. Bei den Dockungen im späteren Schiffsleben füht dieses Problem dazu, dass an einigen Stellen der Schiffsanstrich nicht erneuert wird, da es zu aufwändig wäre alle Pallen umzustellen.


    Und wie von Johannes ebenfalls erwähnt, erwirbt man eine PDF- Datei mit einer Vektorgrafik eines Modelles für den privaten Gebrauch. Was man damit in seinem Kämmerlein damit macht, ist der eigenen Kreativität überlassen. Ich habe bewusst die Vektorgrafik nicht in eine Bitmap oder Pixelgrafik geändert. So kann jeder relativ einfach z.B. das Modell seinen individuellen Farbansprüchen anpassen, da z.B. dieses Segment in 8 verschiedenen Kombinationen zu veröffentlichen den Aufwand nicht rechtfertigt.


    Viele Grüße

    Cariño

  • Jetzt ist mir "unsere Crew" bei allen Antworten zuvor gekommen, besten Dank!!


    Dann lehne ich mich jetzt einfach komfortabel zurück, packe hier die letzten Bilder rein, drücke auf "Antworten" und schneide den nächsten Bogen an :D


    Das fertige Segment und abschließend noch ein Größenvergleich mit BUGSIER 17.

               


         


    Ist jetzt eigentlich noch ein Fazit nötig? Im Grunde habe ich ja schon alles geschrieben und beschrieben. Das Modell ist ein Muss für jeden, der am Schiffbau (auch unterhalb der Wasserlinie!) interessiert ist. Es macht Spaß, in relativ überschaubarer Zeit ein tolles und absolut passgenaues Anschauungsstück aus dem Bereich der Schiffskonstruktion zu bekommen. Die weiteren Verwendungsmöglichkeiten des Modells sind unbegrenzt! Ideen hätte ich genug, an einem vernünftigen Diorama scheitert es (noch) ;)


    Danke für Euer Interesse!

    Lars

  • Lars G.

    Added the Label Completed
  • Moinsen Moritz;

    feines Schaustück; kleine Anmerkung, Anregung. Diese Segmente, wo auch immer sie hergestellt werden - sie müssen bewegt werden. Angehoben, justiert, verschweißt. Sinnvollerweise werden dann wohl - in meiner Phantasie - entsprechende "Ösen" innerhalb des Segments an 4 oder nach Grösse mehrere, an die innere Wand angebraten. Denn irgendwo muss der Kranführer ja auch seinen Haken und die entsprechenden Seile einschäkeln können .. nur als Idee, so etwas nachzustellen - kleine Teile, beleben aber ungemein?

    Gruss

    kartonskipper, der auf entsprechende sachdienliche Hinweise hofft .. .ich habe aber auch immer was zu meckern ... :D

  • Moin,

    wer noch mehr vorgepönte Schiffssegmente sehen will: auf Juh-Tjub unter dem Begriff "Flensburger Schffbaugesellschaft" sind einige Videos, die zeigen, daß riesen Schiffselemente bis auf die zu verschweißenden Nähte vorgepönt sind. Damit jeder sich das bildhaft vorstellen kann!

    Gruß

    Ralph

  • Moin Lars,


    gefällt mir sehr gut :thumbup: (und das sage ich nicht nur als verkaufsfördernde Maßnahme, ich hatte auch schon überlegt das Ding mal anzuschneiden :D)


    Und um deine indirekte Frage zu beantworten:

    Ob es wirklich nötig war, die unteren Öffnungen auszusticheln sei mal dahin gestellt, der dunkle Druck wirkt natürlich deutlich sauberer.

    Ich finde es hat sich gelohnt ;)

    Mfg
    Johannes

  • Moin Lars,


    ich bin von deiner Umsetzung begeistert. Es freut mich, dass alles geklappt hat. Der erste Baubericht von einem meiner Modelle hier im Forum, und dann gleich so ein schön sauber bebautes Modell. Besser hätte ich es mir nicht träumen können. Zeigt es mir doch, dass sich der Aufwand aus einer Skizze einen Modellbogen zu erstellen gelohnt hat.



    Moinsen Moritz;

    feines Schaustück; kleine Anmerkung, Anregung. Diese Segmente, wo auch immer sie hergestellt werden - sie müssen bewegt werden. Angehoben, justiert, verschweißt. Sinnvollerweise werden dann wohl - in meiner Phantasie - entsprechende "Ösen" innerhalb des Segments an 4 oder nach Grösse mehrere, an die innere Wand angebraten. Denn irgendwo muss der Kranführer ja auch seinen Haken und die entsprechenden Seile einschäkeln können .. nur als Idee, so etwas nachzustellen - kleine Teile, beleben aber ungemein?

    Gruss

    kartonskipper, der auf entsprechende sachdienliche Hinweise hofft .. .ich habe aber auch immer was zu meckern ... :D

    Zu dem Einwand von kartonskipper, an Anschlagpunkte habe ich tatsächlich nicht gedacht. Die entsprechenden Augen werden ja immer nur angebraten, bis das Segment in Position ist, und dann wieder abgebrannt. Ich habe etwas recherchiert. Wenn die Vorbildsegmente mittels Schwimmkran angehoben werden, sind i.d.R 4 Trossen angeschlagen. Anschlagspunkte befinden sich dann in den 4 Ecken der Tankdecke (auch als Laderaumboden bekannt) auf Höhe der Spanten. Die Augen sind grob gepeilt ca 200 * 200 bis 300 *300 groß und ca 60 dick (alle Maße in mm). Auf unseren Maßstab umgerechnet wäre das ein Bauteil von ca. 1*1 mm MIT Bohrung. Viel Spaß beim Ausschneiden. Alternativ kann man die Bügel vom Handlauf, die sich manchmal an den beiden Enden von LC- oder Ätz- Reling befinden, als Auge nehmen.


    Viele Grüße

    Cariño

  • Auf unseren Maßstab umgerechnet wäre das ein Bauteil von ca. 1*1 mm MIT Bohrung. Viel Spaß beim Ausschneiden. Alternativ kann man die Bügel vom Handlauf, die sich manchmal an den beiden Enden von LC- oder Ätz- Reling befinden, als Auge nehmen.

    Ich habe auch ein paar Standardteile mit Ösen. Am besten dürfte das hier passen, die Ösen haben eine Größe von ca. 1,5x1 mm:

    Ösen mit Grundplatte; 2x2 mm
    Ösen mit Grundplatte, 22 Stück
    kartonmodell-gruendling.de

  • An diese Ösen hatte ich kurzzeitig auch gedacht ...

    Gruss

    kartonskipper, der einen Vorrat angeschafft hat; läßt sich auch prima als Anlenkpunkte für Abspannungen einsetzen - je nach Maßstab!

  • ja ja, ich mach ja schon!! :P


    Also, die genannten Ösen wären stimmig, "verlieren" sich aber aufgrund der geringen Größe in der Weite des Laderaumes. Hier fand ich die "Stützen" optisch ansprechender. Und jetzt ist auch der erste Rost am Modell ;)

    (Stützen natürlich auch bei Johannes erhältlich: Kartonmodell Gründling - Stützen mit Öse; 2 mm )


    Wie wäre das: