Sud Aviation Vautour von Inwald (C´est fini, mon Ami)

  • Ich muß gestehen, so langsam komme ich auf den Inwald-Trip.
    Diese Vautour ist an vielen Stellen anders als alles, was ich je in den Fingern hatte, aber schon ziemlich cool.

    Wenn man erstmal nachvollziehen kann, wie der Mann tickt - oder getickt hat - ist das Modell echt großartig.
    Naja, ich denke immer noch, dass das Spantengerüst der Mittelsektion ziemlich daneben ist. Vielleicht mache ich mich irgendwann ein zweites Mal dran und versuche, das blöde Ding in das richtige Maß zu bringen. Oder Moritz macht es, hehe...
    Durch die Teile-Bezeichnungen blicke ich mittlerweile ganz gut durch und verstehe, dass sie in dieser Form der Bauanleitung ganz hilfreich sind.

    Die Bauanleitung ist im Vergleich zu Zeichnungen von sagen wir: Grzelczak oder Slowik wie der Unterschied zwischen den Informationen eines Navigationsgerätes und einer Straßenkarte. Bei letzterer kann man immer schauen: Ääääh...wo bin ich gerade??? Und ggf. einen neuen Kurs suchen.
    Diese Bauanleitung ist zwar durchaus hilfreich, aber man kann sich nur darauf verlassen, dass das alles schon irgendwie so stimmen wird. An der nächsten Möglichkeit links abbiegen.

    Nee, ehrlich eine Dreiseitenansicht des gesamten Vogels fehlt mir sehr. Und auch vielleicht noch solche der Triebwerke.

    Na, okay, da Triebwerke und Flügel angebracht das Handling des ganzen Apparats doch sehr erschweren habe ich mich zwischenzeitlich mal an den Unterrumpf gemacht, vulgo: Bombenschachtklappen, damit das mal vom Tisch ist.
    Der Witz ist: die Dinger sind nicht zu kurz, wie oben mal geschrieben. Da kommen nämlich zwischen die beiden Abschnitte der Bombenschachtklappen und der Fahrwerksklappen drei schmale Streifen. Und jetzt, so höre, oh Volk, sind die Dinger zu lang. Hehe...
    Naja, Geschnitze.
    Aber es sieht ganz ordentlich aus und die Delle im Unterrumpf ist auch ziemlich weg,

    Jetzt geht´s mit den Triebwerken weiter. Da blicke ich auch noch nicht recht durch. WO ist eine Übersichtszeichnung, wenn man sie braucht?

  • Hallo Till,

    dass sind die Beschreibungen von Dir, die ich so mag, kritische Würdigung mit einem ordentlichen Schuss Humor.

    Bin jetzt sehr gespannt auf die Triebwerke, die ohne Übersichtszeichnung zu bauen sind.

    VG

    Zaphod

  • WO ist eine Übersichtszeichnung, wenn man sie braucht?

    Also wirklich mein Lieber: für ein Loch vorne, ein Loch hinten und etwas Zauberei dazwischen braucht man als alter Haudegen doch keine Übersichtszeichnung!

    Oder macht da doch deine Affinität zu Kolbenschleudern den Unterschied? :D *binschonweg*

    Aber mal im Ernst, der Vogel schreit ja richtig "50er Jahre", deine Erhebung in die dritte Dimension ist unterhaltsam wie eh und je und die kleinen Klippen umschiffst Du gewohnt launig! Durchhalten Chico - du klebst das schon!

    In principio erat glutinis
    Gründungsmitglied der HobbyModel-Gang und Luft46-Gang
    Den Kartonbauer in seinem Lauf, hält weder Bogen- noch Klebermangel auf!

  • Sehr schön!

    Und grad wegen des etwas anderen Aufbaus spannend! Und sehr hilfreich für zukünftige "Geierbastler".

    Ich gucke mal ins schlaue Vautourbuch ob da was hilfreiches an Bildern drin ist ...

    Ja, ich mach mich auch mal dran, aber erst die Saiun (dieser Sternmotor macht meschugge) und die Su-22 fertig machen. Auch dank dem Plastikmodellbau hab ich einfach zuviel offenen Baustellen, um so ein Modell auch noch anzuschneiden. Evtl beim Winterbasteln. 🤔 Auch wenn man da im Normalfall vor lauter Sabbeln nix schafft...

    Und nun weiter mit dem Baubericht! Wir wollen mehr Power! Gib uns Triebwerke!

    Beste Grüße von der Weser

    Moritz

    Im Bau:

    mal schauen, was als nächstes...

    Fertig:

    -Morane-Saulnier "Vichy in Indochina" 1:33

    -Nautilus DSM

    -Eule 1:1

    -Tokyo 1:550

  • dass sind die Beschreibungen von Dir, die ich so mag, kritische Würdigung mit einem ordentlichen Schuss Humor.

    Bin jetzt sehr gespannt auf die Triebwerke, die ohne Übersichtszeichnung zu bauen sind.

    Thanks a lot, Buddy.

    Naja, wie oben schon gesagt. Irgendwie komme ich schon nach Kötzschenbroda, auch wenn ich nicht weiß, auf welchen Irrwegen und wann ich ankomme.

    Is das Kunst, oder kann das wech?

  • Also wirklich mein Lieber: für ein Loch vorne, ein Loch hinten und etwas Zauberei dazwischen braucht man als alter Haudegen doch keine Übersichtszeichnung!

    Oder macht da doch deine Affinität zu Kolbenschleudern den Unterschied? :D *binschonweg*

    Naja, Chico, du hast da was nicht mitbekommen...:
    Wenn das so einfach wäre. Das Loch vorne, das hinten und die Zauberei dazwischen, hast du im Bild vom Rumpf gesehen.
    Ahaaaaber... dieses Gerät hat ZWEI Triebwerke, und die haben jeweils zwei Löcher!!! Das sind also mit denen im Rumpf insgesamt SECHS! Und das ist schon etwas überfordernd. Du weißt ja, ich bin nicht so der intellektuelle Typ. Wenn eine Bauanleitung nicht mit "Bello läuft. Da läuft Bello." anfängt und zwischendrin nicht der Hinweis steht, dass man Alleskleber nicht trinken sollte, gerate ich in nervöse Unruhe.
    Und... ja klar. Die Affinität zu Kolbenschleudern macht definitiv einen Unterschied, ich bin solche Simpel-Modelle die Düsen haben, einfach nicht gewohnt.

    Is das Kunst, oder kann das wech?

  • Sehr schön!

    Und grad wegen des etwas anderen Aufbaus spannend! Und sehr hilfreich für zukünftige "Geierbastler".

    Ich gucke mal ins schlaue Vautourbuch ob da was hilfreiches an Bildern drin ist ...

    Ja, ich mach mich auch mal dran, aber erst die Saiun (dieser Sternmotor macht meschugge) und die Su-22 fertig machen. Auch dank dem Plastikmodellbau hab ich einfach zuviel offenen Baustellen, um so ein Modell auch noch anzuschneiden. Evtl beim Winterbasteln. 🤔 Auch wenn man da im Normalfall vor lauter Sabbeln nix schafft...

    Und nun weiter mit dem Baubericht! Wir wollen mehr Power! Gib uns Triebwerke!

    Tja, Inwald ist zweifellos ein sehr guter Konstrukteur. Ob ich seine Arbeit mag, kann ich echt nicht sagen. Mit den Sachen von Emil Zarkov werde ich auch einfach nicht warm.

    Ja, mach dich mal dran. Ich verspreche auch, parallel ein Spantengerüst für die Mittelsektion nochmal zu schnitzen. Je mehr ich drüber nachdenke, desto wahrscheinlicher dünkt es mich, dass Inwald hier einen Vergößerungs- oder Verkleinerungsfehler gemacht hat. Die zu kurze Inneneinrichtung des Bombenschachts hatte ich ja erwähnt, auch, dass die Spanten immer größere Diffenz zu den Stößen der Außenhaut haben. Aber mir ist noch eingefallen, dass ich mich gewundert hatte, dass die farbigen Teile B-CF-8b/8c, die auf den Spant B-CF-(a geklebt werden sollen (Hinten mit 7a, b und c dasselbe Spielchen) gut vier mm kleiner im Durchmesser sind, als die eigentlichen Spanten. Was stimmte da nun von der Größe?
    Bei meiner Schnitzerei, das Ding OHNE die Hauptspanten B-CF-1 und B-CF-2a/2B zu bauen, schienen B-CF-8b/8c und 7b/C das richtige Maß zu haben.
    Wenn man sämtliche Spanten des Mittelsegments um 5-8% verkleinert, könnte es sein, dass alles ganz paradiesisch passt - inklusive der doofen Aufnahmen für die Flügelspanten.
    Würde mich wirklich interessieren, ob das die Lösung aller Probleme ist.

    Und... naja... Power...? Im Moment sitzen wir zu dritt am Jahresabschluß und am Anschreiben der säumigen Kund*innen, die teilweise zu bescheuert sind, Rechnungs- und Kundennummer auf die Überweisung zu schreiben.
    Hat so´n bisschen die geistigen Anforderungen eines Inwald-Modells.
    Aber ich geb´ euch schon noch (Spiel-) Trieb (Hechelhechel)-Werke.

    Is das Kunst, oder kann das wech?

  • Nur mal so als Beispiel, wie irre Inwald hier konstruiert hat...

    Das Ende der Turbine soll an die Tragfläche geklebt werden, und dann das ganze Triebwerk von vorne draufgeschoben - wobei dieser Zöppel oben auf dem Spantengedöns vorne in den Schlitz in der Tragflächenvorderkante gehört..
    Mannomann! Jeder andere hätte den Bastler angewiesen, die Triebwerksgondel fertig zu machen, unter den Flügel zu nageln und dann die beiden Abdeckbleche, die Turbine mit Flügel verbinden, draufzukleben.
    Aber nööö...!
    Warum einfach, wenn´s auch umständlich geht?

    Der Knabe ist/war irgendwie ein Verrückter. Beeindruckend.
    Ich bin mal gespannt, ob das so funktioniert... Probegebaut hat er diesen Vogel unter Garantie. (Aber wahrscheinlich hat sein Lebensabschnittspartner wochenlang am Küchentisch gesessen während das Essen kalt wurde. "Jaja... ich komm´ gleich. Nur noch eine Minute...")

  • Der Mann ist/war echt abgedreht...!
    Je mehr ich an diesem Vogel rumschraube, desto faszinierender wird für mich seine völlige Hingabe an den Kartonmodellbau. Vieles an diesem Modell ist wirklich komplex und manche Dinge sind komplizierter als notwendig gewesen wäre. Aber das Ding ist irgendwie sein Trip. Man kann die Vautour nur so bauen, wie Inwald sich das vorgestellt hat und sich auf diesem Trip am eigenen verzagten Händchen halten lassen (und hoffen, dass alles gut geht, hehe...). Da, wie gesagt, praktisch alle Übersichtszeichnungen fehlen, gleicht der Bau eben der freundlichen Stimme aus dem Navi, oder einem Puzzle, bei dem man den Deckel des Kartons nicht kennt.

    Die Kehlbleche bestehen aus jeweils zwei Streifen, die zusammengeklebt werden müssen. "Das funzt doch nie...!" denkt man.
    Doch, geht.

    Ich denke ja, ein Streifen gerundet und mit Einschnitten versehen, hätte es auch getan, aber was soll´s

    Wenn die dann mal glücklich zusammen sind, werden sie innen in die Triebwerksgondel eingeklebt,

  • Sodann kann man sich endlich den Spanten im Inneren der Gondel zuwenden.
    Dazu gehört dann auch noch der hübsche, später sichtbare Bau der Turbine und der Aufnahme des Hilsfahrwerks.

    Wenn das alles passt - und es passt großartig - dann kann das ganze Gerät in die Gondel eingeklebt werden.
    Wobei...: Mein inneres Spantengerüst ist wirklich noch ungeklebt und ist nur dort festgetackert, wo der sichtbare Part an der Außenhaut der Gondel festgemacht werden muß.

    Das komplette Ding dann mit der Tragfläche zu verbinden ist easy. Allerdings scheint es mir sinnvoller, NICHT , wie Inwald das angibt, die Düse an der hinteren Kante der Tragfläche anzubringen und DANN den vorderen Teil an Tragfläche und die Düse anzubringen.
    Die Klebeflächen am vorderen Teil sind sehr üppig und anders herum geht es auch - vorausgesetzt man richtet den ganzen Schmonzes mitsamt der Düse beim Kleben richtig aus.

    Allerdings scheint mir das Triebwerk etwas schief nach innen zu stehen. Ich habe schon den Schlitz an der Vorderkante der Tragfläche mit brachialer Gewalt um ein paar Millimeter nach außen hin erweitert aber ganz parallel zur Längsachse des Fliegers scheint es immer noch nicht zu sein.
    Naja, was soll´s... Entweder ist es ein Fehler von Inwald, oder das war im Original auch so. Vielleicht täusche ich mich auch und viel ist es eh nicht.

  • Das zweite Triebwerk ging flotter als das erste. Jetzt wußte ich ja auch, wie es geht, hehe...

    Nochmal zwei Beispiele, wie akribisch Inwald hier konstruiert hat. Dieses winzige Teil in der Mitte ist der Konus im Lufteinlass der Triebwerke. Das Ding hat einen Durchmesser von 7mm und 14 dieser Blütenblätter. Zum Vergleich: Der vergleichbare Konus der Beagle-Triebwerke hatte einen Durchmesser von 27mm und 5 Blütenblätter.

    Tja, und die restlichen Teile sind die drei, aus denen das Kehlblech innen zwischen Tragfläche und Triebwerk zusammengesetzt wird. DREI!!! UNd das ist nur eins der insgesamt vier Kehlbleche.
    Irgendwie übertreibt der Bursche manchmal.

    Ist okay, wenn er da Konstruktionshöhenflüge veranstaltet, aber einen wissenschaftlichen Nährwert hat´s eigentlich nicht. Die Motorgondel-Tragflächen-Verbindung bei bspw. der A20 war erheblich schwieriger und da hat ein Bauteil ausgereicht - und sieht trotzdem perfekt aus.

  • Aber anyway...
    Das zweite Triebwerk ist am Flügel und mal locker zusammengesteckt sieht es allmählich wie ein Flugzeug aus.
    Und ein elegantes!

    Was fehlt jetzt noch?
    Da eine Dreiseitenansicht fehlt, gehe ich erinfach mal davon aus, dass die Tragflächen waagerecht ausgerichtet sind. (@ Moritz: wenn du in deinem schlauen Geier-Buch in dieser Frage Klarheit schaffen kannst...). Auf jeden Fall Tragflächen mitsamt Kehlblechen anbringen. Letztere sind gottlob simpler.

    Höhenleitwerk ist bereits vorbereitet und eine schnelle Angelegenheit.

    Dann die recht komplexen Fahrwerke und Hilfsfahrwerke und deren Klappen.

    Und dann noch das Cockpit tiefziehen.

    Dann geht dieser Inwald-Trip hier zuende.

    Aber erstmal geht´s jetzt in den Garten Eier verstecken. Die Kids freuen sich schon. Ich find´s ja eher grenzwertig bei diesen Temperaturen, aber was macht man nicht alles an diesen christlichen Festen.
    Ich wünsche euch allen schöne Feiertage und jede Menge interessanter Modelle auf euren Schneidematten im nächsten Jahr.

    Till

  • Die Hauptfahrwerke sind eine hübsche Konstruktion. Das vordere ist um einiges komplizierter, als das hintere. Deshalb habe ich mit dem hinteren angefangen, hehe...

    Zuerst sollen die Bremstrommeln auf den Achsen angebracht werden, erst ganz am Ende die Räder.
    Macht auch Sinn, denke ich. Bei einem Dreibein-Fahrwerk fällt es nicht auf, wenn der Vogel ein paar Millimeter vorne tiefer oder höher steht, oder wenn die Tragflächen auf der einen Seite minimal nach oben stehen.
    Hier müssen aber alle Räder des Tandemfahrwerks den Boden berühren und später noch die seitlichen Hilfsfahrwerke in den Triebwerksgondeln. Und da man die Räder nie ganz exakt zentriert hinbekommt (ich zumindest nicht), läßt sich die ganze Chose vermutlich hervorragend justieren, in den man die Räder auf den Achsen verdreht.

    Schön ist, dass es für alle Fahrwerke Zwei-Seiten-Ansichten gibt. Sonst wüßte man dem Fummelkram nur anhand der Fotos vermutlich nicht, was wohin kommt.

  • Aaaargh...! Leider habe ich vergessen, Fotos vom Werden des vorderen Fahrwerks zu machen. Erst, als es drin war, dachte ich dran. Na, egal, ich werde das Ding da jetzt nicht wieder raustrennen.

    Der Zusammenbau war nicht so ganz einfach. Zum einen ist mir nicht klar, wofür da die gleichen Kästen im Fahrwerksschacht stecken, wie hinten (Rote Pfeile). Hinten kommt die Achse des Gelenks zum Einklappen rein, aber vorne schlicht nix. Allerdings, es gibt Abdeckteilke für diese Kästen, also scheint das wohl original zu sein.
    Dann... dieses dreieckige Dingsda, was wohl der Einzugsmechanismus ist, ist höllisch schwer zusammenzufummeln. Man braucht zwei Paar Hände dafür. Am oberen Ende soll man einen Zahnstocher in das Teil UCF-2a/b einkleben. Nachbauer sollten diesen Zahnstocher nicht einkleben, sondern drehbar lassen (blauer Pfeil). Dann die beiden Stengel UCF-13a daran festkleben, und wenn das fest geworden ist, kann man die ganze Geschichte im richtigen Winkel auf UCF-3a/b/c festkleben.

    Alles in allem passt dieses Fahrwerk nicht so richtig. Das sollte eigentlich senkrecht aus dem Rumof stehen, aber wie auch immer ich das angehalten habe, es stand schräg nach hinten.

    Egal, das Ding entspricht jetzt nicht den Passflächen, auf die es drauf soll, aber... so what.

    Auf jeden Fall sieht es eingebaut stimmig aus. Nach Fotos sollte die Schnauze wohl noch etwas mehr nach oben zeigen, aber vielleicht täusche ich mich auch.

  • Neben dem Schreiben allerletzter Rechnungen für 2025 MUSSTE das jetzt einfach noch sein.

    Locker eingesteckt sah es schon verdammt großartig aus.
    Also habe ich es gleich festgepinnt. Die Flächen liegen praktisch waagerecht, als gehe ich davon aus, dass das beim Original auch so ist.
    Alle 6 Schlappen stehen auf dem Boden und die rechte Fläche ist ein oder zwei mm höher als die andere. Sieht keine Sau, und da jetzt einen halben Millimeter vom rechten Hilfsfahrwerksbein abzusäbeln, das tu´ ich mir echt nicht an.
    Die hintere untere Finne scheint auch in einem Abstand zum Boden zu liegen, wie auf Fotos zu sehen. Keine Ahnung, wie das Ding heißt. Chris klärte mich ja auf, dass die beiden seitlichen unteren Finnen bei der Crusader "Dorsal Fins" heißen, also wird das hier wohl eine "Anal Fin" sein.

    Ziemlich beeindruckend, Inwalds Perfektion.

    So, Folks, das reicht jetzt aber auch für dieses Jahr. Die 70 Bilder voll... passt doch.


    Ich wünsche euch allen einen entspannten Jahreswechsel.

  • Tja, bei den Klappen für die Fahrgestellschächte hat Inwald offenbar etwas die Lust verloren. Da sind ein paar kleine Macken drin.
    Zuerst mal: die Verstärkungen, die in die Klappen des Hilfsfahrwerks kommen, sind von den Rahmen her zu üppig; die Rahmen der Verstärkungen sind gut 3mm stark, die Rahmen der Innenverkleidungen nur 2mm. An der großen Klappe fehlt der Mittelsteg. Es ist aus den Fotos nicht wirklich klar ersichtlich, wie das zusammengebaut werden soll. Ich habe die Verstärkungen einfach weggelassen. Sieht auch so cool aus.
    Dann Fahrwerks und Bombenschachtklappen bekommen noch so einen Kasten innen rein.
    Ich denke, ich werde die Innenteile einfach verstärken und die Abkantungen Abkantungen sein lassen.
    Sieht auch so cool aus, hehe...

    Ja, so...
    fehlt mir noch ein so´n Grenzschicht-Dingsda an der linken Tragfläche, die Zusatztanks und die Cockpit-Haube.
    Dann bin ich durch mit dem Vogel.

  • Hallo Till,

    macht ordentlich was her, der Vogel !

    VG

    Zaphod

    Jupp. Und vor allem, was dich begeistern wird, ist, dass die Farbflächen - also sandbraun und dunkelblau - so hyperexakt sind, dass sie dir an einigen Stellen verständlich machen, wie sie Teile zusammengehören. Die Rumpflinien sind eh hyperexakt.

    Is das Kunst, oder kann das wech?

  • Well, jetzt habe ich alle Klappen dran.
    Dabei ist mir aufgefallen, dass die Hauptfahrwerke zu breit sind, verdammte Sauzucht!
    Aber ich nehme das jetzt nicht noch mal auseinander; das gibt nur Ärger. Das bleibt jetzt so,
    Nachbauer sollten die Hauptfahrwerksteile UCF-11 und die entsprechende Achse beim UCR deutlich kürzen.
    Die Schlappen dürfen maximal 24mm Breite haben.
    Mist!

    Bleiben noch Cockpit und Zusatztanks.

  • Die Cockpit-Haube...
    Also, irgendwie habe ich nur MIst gemacht heute, aber der vierte Versuch war dann perfekt.
    Ich hab zuerstmal geschaut, ob ich bereits einen Model hatte, der passte, und siehe da: die Cockpithaube der Ouragan war absolut identisch. Ulkig.
    Vermutlich die französische Haube Nummer drei, die sich aus Kostenersparnisgründen noch auf zig weiteren französischen Fliegern befunden hat.

    An der Frontverglasung gibt es lustigerweise einen der ganz wenigen Farbfehler an diesem Modell...
    Wenn man die Haube soweit zurück setzen würde, dass es passt, läge der hintere Rand der Verglasung weit über dem Rückenwulst. Ich klebe das so an, dass es von der Form her passt und versuche den Farbfehler zu kaschieren.

  • Letzte Baustelle, die Zusatztanks. Konventionell, haben wir alle schon x Mal gemacht. Alle Spanten sind etwas klein, also großzügig aussschneiden.
    Die Passgenauigkeit ist ebenso cool, wie (fast) alles andere.
    Und die beiden winzigen allerletzten Teile dieses Vogels: die kleinen Flansche an den Pylonen, die die Zusatztanks halten.
    BTW: Ich hatte noch nie, never ever, so gut an die Tragflächen passende Pylone. Das ist ja immer etwas fummelig für die Kontrukteure, die Pylone so hinzubekommen, dass sie wirklich dem Profil der Tragflächen entsprechen.

  • Jahaaaa, und das Resumee
    (ihr sollt ja nicht dumm sterben, hehe...)

    Also... kurz: So ein Modell hatte ich echt noch nicht in den Fingern...
    die Jungs (Mädels gibt´s ja wohl nicht bei den Flugzeugmodellen) haben ja alle irgendwie so ihre Konstruktionssprache und entweder man mag sie oder eben nicht. Ganz subjektiv und individuell.
    Ein Modell vom Meister zusammenzunageln...haaach... das hat so ein bisschen was von in-eine-warme-Badewanne-steigen. Slowik und Sajdak sind Leute, die lassen mich regelmäßig vor Begeisterung quieken, und bei Sachen von Fuscek habe ich die Tendenz, loszurennen und mich irgendwo in weit entfernt in den Strassengraben zu werfen.
    Ob ich Inwalds Arbeit hier mag, kann ich gar nicht sagen. Die Begeisterung, mit der er konstruiert (hat), ist faszinierend. Diese Vautour ist wirklich in gewisser Weise ein Meilenstein im Kartonmodellbau. Mit welcher Akribie Inwald diverse konstruktive Lösungen gesucht - und gefunden - hat, ist einfach einzigartig (Hey, mit Vorbehalt, werte Gemeinde. Ich habe schon zwei oder drei Kartonmodelle gebaut, aber mein Horizont ist bei dieser Masse an Modellen doch eher begrenzt).
    Man kann die Vautour halt wirklich nur so zusammenbauen, wie er sich das gedacht hat.
    Und die ungewöhnlichen Lösungen, die Inwald anbietet, müssen teilweise in ihrer Komplexität so nachgebaut werden oder gar nicht.
    Allein schon diese Kehlbleche an den Außenseiten der Triebwerke: man muß das halt aus diesen drei Teilen zusammensetzen um ein Kehlblech von 1x2cm zu bekommen. Dabei sind viele Details m.E. unnötig. Diese Kehlbleche machen andere Konstrukteure aus einem Stück und es funzt auch. Aber... es entspricht halt nicht der Akribie von Inwald, hehe...
    Bei anderen Teilen hat Inwald sich m.E. zu wenig Gedanken gemacht. Die Tragflächen und Höhenruder sind von der Konstruktion her sehr wabbelig. Warum da bei den Tragflächen kein hochkant stehender Spant angedacht wurde, sondern ein flacher, ist schlicht unverständlich. Den Aberwitz dieser Sache erkannte ja Zaphod schon ganz am Anfang. Okay, Inwald hat hier keine Pappe vorgesehen, sondern ein Holzstück - Lutschereis-Stiehl oder so - aber wenn man das Spantengerüst der Mittelsektion nur ein winziges bisschen verdreht einbaut, wird man die Tragflächen nie wie im Original ausrichten können. Beim Höhenleitwerk hätte es ein T-förmiger Spant hervorragend getan, der den rechten Winkel zwischen Höhen- und Seitenruder sicherstellt (okay, DAS kann man beim Bau eigenmächtig einbauen).
    Es sollten aber auf jeden Fall Kopien der formgebenden Tragflächenspanten B-WR 3 und B-WL 3 auf den Rumpf geklebt werden. Dann hat die ganze Geschichte zumindest etwas me3hr Stabilität.

    Die Grundhaltung von Inwald - ich hab´ das jetzt nun mal so konstruiert, also BAU das auch so, du Kasper! - zieht sich auch durch die eigentlich hervorragende Bauanleitung. Der ganze Bauprozess wird ausführlich in Fotos dargestellt und hier und da noch mit zusätzlichen guten Hilfen in Textform aufgemoppt - wo Spanten abngeschliffen werden müssen, wie man die Cockpit-Haube aus Kunststoff hinbekommt und so weiter. Ziemlich cool.
    Etwas blöd ist, dass einige Fotos etwas verschwommen sind und die relevanten Detail nur schlecht erkannt werden können. Aber vielleicht liegt´s auch an meinem Ausdruck.
    Dreiseiten-Ansichten fehlen - bis auf die der Fahrwerke - völlig und so kann man sich halt nur an den gewissermaßen digitalen Informationen langhangeln ohne einen analogen Überblick zu haben. Meist kommt dann beim Weiterbau die große Erleuchtung - Ach... SOOOOO gehört das alles zusammen!!!! - aber wenn man irgendwo einen kleinen Fehler gemacht hat, bekommt man die Auswirkungen erst sehr viel später zu spüren.
    (Am Spant vorn im Mittelsegment gibts einen kleinen Schlitz, der scheinbar keinerlei wissenschaftlichen Nährwert hat... bis man dann Monate später das vordere Fahrwerk in Angriff nimmt und feststellt, dass ein Teil davon in eben genau diesen Schlitz gehört. Dann kann man nur hoffen, dass man B-CF 8a absolut perfekt ausgerichtet eingebaut hatte... Ansonsten steht das vordere Fahrwerk schief. Wenn´s eine Übersichtszeichnung gäbe, wäre einem das vorher klar gewesen.).
    Okay, ist ja ein Downloadmodell, insofern ist es einfach, den ganzen Salat neu auszudrucken und von vorne anzufangen. Aber ehrlich, da muß man schon echt perfektionistisch drauf sein.
    Etwas blöde ist auch, dass bei einigen Teilen gut noch die Bezeichnungen der Teile hingepasst hätten, die dazu gehören. Im Bild nochmal das Spantengerüst des Mittelrumpfs... hier hätten z.b. noch die Bezeichnungen der Spanten aufgedruckt werden können, die da reingeschoben oder sonstwie drangeklebt werden. Da hätte sich das ständige Studieren der Bauanleitung erübrigt ("Klar... sooo hat der Mann sich das gedacht...!").

    Aber richtige Fehler gibt es bei diesem großartigen Modell eigentlich nicht - außer diversen Labberigkeiten, hehe.... Abgesehen vielleicht vom Spantengerüst des Mittelrumpfes. Ich glaube immer noch, dass die ganzen weißen Spanten hier ein paar Prozent zu groß sind. Aber ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen. Ansonsten bin ich gespannt, ob andere Bastler mit einem leicht verkeinerten Satz Spanten weniger Blindflug als ich erleben.

    Beteffs der Grafik ist anzumerken, dass Inwald hier ebenso akribisch gearbeitet hat, wie bei der Gesamtkonstruktion, absolut passgenau alles.
    Blöd ist in meinen Augen, dass man den Apparat mit Bombenschacht und Fahrwerksschächten bauen MUSS. (Es gibt ja auch Leute, die hängen ihre Modelle an die Decke und denen gehen Fahrwerke am Arsch vorbei. (Hey, Zaphod... :D )). Naja, und da bolzt einem dann wieder dieses - vermutlich - fehlerhafte Spantenteil in der Mitte dazwischen.
    Schade ist beim Ausdruck mit dem Drucker, dass Schwarz keine extra Farbe ist, was dazu führt, dass winzige Passmarkierungen nur schlecht erkennbar sind. Aber vielleicht erzielt da jemand mit einem wirklich guten Drucker bessere Ergebnisse als ich (meiner ist ein Canon TS 705).
    Naja, und die Vautour in Tarnfarben und mit israelischen Markierungen... kann man drüber streiten. Ganz subjektiv hätte sie mir in silbergrau mir französischen Kokarden besser gefallen.

    Summa Summarum: wer sich richtig auf den Inwald-Trip begeben und den Gedankengängen eines wirklich außergewöhnlichen Konstrukteurs folgen mag (sklavisch folgen, meine ich...), wird jede Menge Spaß haben und hat irgendwann ein richtig tolles Modell im Regal stehen.
    Glückwunsche an alle, die sich diesen Vogel damals auch runtergeladen haben.

    Okay, auf zu neuen Ufern. Der Woppler wird nachts in die Kissen heulen, Oldiemike wird sich freuen.
    Und echt... diese Kiste ist sowas von grottenhäßlich, dass man Zahnschmerzen bekommt.
    Das wird echt ein Kontrastprogramm zur supereleganten Vautour.
    Hehe...

  • Ahhhhhhhhhhhhhhhh Till !!!


    Diese phantastischen Gesamtwürdigungen Deiner fertigen Modelle, was hab ich die vermisst. Immer direkt, nie mäkelig oder gar verärgert, dabei klar den Finger in alle konstruktionstechnischen Wunden gelegt und auf der anderen Seite alle gelungenen Konstruktionsaspekte herzlich gewürdigt.

    Und auf jeden Fall kommt der Humor nicht zu kurz.

    Du hast Deinen Beruf verfehlt - ein Berichtszeugnis von Studienrat Gummikuh, das wäre für mich als Schüler immer das Highlight des Schuljahres gewesen.

    Die Vautour sieht fertig klasse aus, wenn man die anderen Kisten daneben sieht - eine Generation. Farblich spitze, nur der graue Rücken - was erlauben israelische Luftwaffe?


    Dein Neuer - hm - die Teilnummer, die eher als Safe-Kombination durchgeht, weist auf den nächsten Inwald hin. Aber grottenhässlich? Da scheiden Toryu und Ginga -hey der hat eine Ginga rausgebracht- aus. Kate, Ki-21, B-17, Spit, He-70, MIG-21- nee alle nicht grottenhässlich, die Judy -wie, die hat er auch gemacht???!!!- alles andere als ugly, auch die IL-14 hat Charme. OK die Savoia Marchetti 84 kommt dem schon näher, aber ist das Dein aktuelles Beuteschema?

    Also mach es nicht so spannend, bau weiter, damit man was erkennt !

    VG

    Zaphod

  • Hey, Super-Schürbler,
    Herzlichen Dank.
    Am Anfang eines Bauberichts bekomme ich bei sowas vermutlich wieder so hören: Sabbel nicht, du Kasper! Bau endlich weiter...!

    Naja, außer Spieleentwickler habe ich ja auch noch Lehraufträge in diesem Bereich - wie buchstabiert man "Würfel" unfallfrei? Müssen Stichspiele immer mit Verletzungen einher gehen? Sollten Brettspiele aus nachhaltiger Waldwirtschaft produziert werden?
    Und so weiter. Ich hoffe, meine Studies würdigen mein Gelaber ebenso, wie du, hehe...

    Der graue Rücken irritiert mich auch, immer wenn ich dieses Gerät anschaue. Keine Ahnung, was der Nutzen davon sein soll.

    Nee, von Inwald habe ich erstmal genug. Das war mir doch zuviel Blindflug jetzt. Aber über kurz oder lang muß nochmal ein Projekt von ihm auf meine Schneideplatte. Der Man ist/war auf seine Art einfach phantastisch.

    Nee, mit deinen Verdächtigungen liegst du überall falsch. Die Kiste ist WIRKLICH hässlich...

    Ich mache ein Ratespiel draus.

    Liebe Grüße

    Till

    Is das Kunst, oder kann das wech?

  • Hallo Till,

    mein Fehler, ich dachte, das Bild in Deinem letzten Post sei schon der Neue, aber das ist ja nochmal die Vautour.

    Pfuh, grottenhässliche Flieger, so in der Art "hängt in der Luft wie Backsteine es nicht tun"

    Mein Hirn käst

    VG

    Zaphod

  • Gummikuh January 8, 2026 at 12:13 PM

    Changed the title of the thread from “Sud Aviation Vautour von Inwald” to “Sud Aviation Vautour von Inwald (C´est fini, mon Ami)”.
  • So ein schönes Flugzeug...nicht...

    Aber trotzdem irgendwie doch schön!

    Und sehr gut gebaut!

    Gefällt mir sehr und macht Lust den Bogen selbst anzuschneiden.

    Beste Grüße von der Weser

    Moritz

    Im Bau:

    mal schauen, was als nächstes...

    Fertig:

    -Morane-Saulnier "Vichy in Indochina" 1:33

    -Nautilus DSM

    -Eule 1:1

    -Tokyo 1:550

  • So ein schönes Flugzeug...nicht...

    Aber trotzdem irgendwie doch schön!

    Und sehr gut gebaut!

    Gefällt mir sehr und macht Lust den Bogen selbst anzuschneiden.

    Moin, Moritz,
    echt? findest du die Kiste häßlich?

    Ja, wenn du das Modell auch anscheiden würdest, wäre das toll. So im Nachhinein denke ich, hätte ich an einigen Stellen bessere Ergebnisse erzielen können.

    Liebe Grüße

    Till

    Is das Kunst, oder kann das wech?

  • Wie so vieles, was die Franzosen so in die Luft gebracht haben, ist der Geier schön-häßlich.

    Ich mag die Vautour wahrscheinlich genau deshalb so.

    Hätte aber lieber die 3-Farb-Tarnung.

    Beste Grüße von der Weser

    Moritz

    Im Bau:

    mal schauen, was als nächstes...

    Fertig:

    -Morane-Saulnier "Vichy in Indochina" 1:33

    -Nautilus DSM

    -Eule 1:1

    -Tokyo 1:550

  • Wolfgang Pesek January 8, 2026 at 3:39 PM

    Added the label Completed
  • Noch ein Nachsatz:
    Etwas zum Druck zu sagen, erübrigt sich ja. Wie gesagt, möglicherweise erzielt man mit einem anderen Drucker als mit meinem Canon TS bessere Ergebnisse.
    Ebenso erübrigt es sich, etwas über den Karton des Originals zu sagen. Is ja Download.
    Ich benutze Clariefontaine 160g und 210g. Das ist zum Basteln hervorragend geeignet. Der Karton ist ziemlich matt, etwas rauh und läßt sich mit Wasser unheimlich gut runden.
    Etwas blöde ist, dass er Klebeflecken um´s Verrecken nicht wieder loslassen will.

    Is das Kunst, oder kann das wech?