17. KBW - Bn2t und Anhänger der Wilanów-Bahn / Modelik / 1:25

  • Hallo allerseits

    Normalerweise packe ich immer den ganzen Bogentitel in den Titel des Threads, dieser hier lautet aber "Pociąg wąskotorowy kolei wilanowskiej z przelomu XIX/XX wieku", zu deutsch "Schmalspurzug der Wilanów-Bahn aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert". Also ganz spannend, aber der Lesbarkeit nicht gerade zuträglich. Und was ich jetzt eigentlich genau baue, kann man daraus auch nicht herauslesen, es sei denn vielleich, man ist gerade experte der Geschichte Warschaus.

    Aber ein ganzer Schmalspurzug ist wirklich im Bogen:

    - Dampflokomotive Bn2t, hergestellt von "Max Orenstein" in Schlachtensee im Jahr 1894

    - 2 Stück Winter-Personenwagen, mit Heizung und Beleuchtung (also beim Vorbild), hergestellt von "Orenstein & Koppel" in Schlachtensee im Jahr 1895

    - 2 Stück Güterwagen 5,7t (ein gedeckter und ein Kohlewagen), hergestellt in der Fabrik "Władysław Gostyński" in Warschau im Jahr 1904

    Naja, der soll es auf jeden Fall werden. Mit der Bogenwal tat ich mich etwas schwer. Ich habe, wenn überhaupt, nur ein sehr oberflächliches Interesse am Thema des Wettbewerbs. Hier habe ich dann aber doch etwas gefunden, was etwas Begeisterung in mir Wecken konnte. Erstmal finde ich die Zeitperiode (Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert) sehr spannend, dann dürfte das Fertige Modell ein toller Anblick sein, knuffig, knallbunt und mit ca. 1m Länge, und der Detaillierungsgrad erscheint mir genau richtig für mich, nicht zu viel, nicht zu wenig.

    Im Bogen habe ich etwas über 1700 Teile gezählt. Wenn ich mal grob überschlage, was ich sonst so pro Woche an Teilen schaffe, reicht die Zeit vorne und hinten nicht. Aber das schöne ist, ich kann einfach mal mit der Lok anfangen und dann schauen, ob die Zeit noch für die Wagen reicht, und wenn ja, wie viele.

    Der Bogen ist grösstenteils von Jan Kołodziej (hui?) konstruiert, bei der Lok hat Adrian Wandtke (pfui?) mitgewirkt. Ich bin ja mal gespannt was da auf mich zukommt. Die Anleitung wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas mager, die Modellfotos im Inneren stimmen mich aber positiv. Zusätzlich zu den skizzen, sind noch 1,5 Seiten Polnischer Textanleitung dabei.

    Der Bogen selbst besteht aus 15 Stück A3-Bögen mit Teilen. "Moderne Computergrafik mit frischer Farbgebung" würde es wohl ganz gut treffen :D

    Hier eine Übersicht über die Bögen:

    ...

  • ... und der Rest der 15 Seiten:

    Das zweitletze Bild zeigt die Teile der Lok, wenn ich das richtig interpetiere. Diesen Teilen werde ich mich also als erstes widmen.

    Mehr als das kann ich auch gar noch nicht zeigen. Jetzt werde ich mich erstmal für die Messe Friedrichshafen nächste Woche vorbereiten, den Bogen richtig anschneiden kann ich vermutlich erst danach.

    LG Lorenz

  • Es war einmal vor sehr langer Zeit...

    ... ein frischer Bogen, angeschnitten voller Eifer. Einige Tage basteln im Höhenflug, Fortschritt mit ungeahntem Tempo. Das (unter anderem) hat dann vermutlich zum plötzlichen Überdruss geführt und ich mochte der Schneidematte einige Monate lang gar keine Beachtung mehr schenken.

    Langsam aber sicher kommt jetzt aber wieder Bastellust auf, und ich muss erstmal schauen, wo ich hier verblieben bin. Es folgt also eine Bestandsaufnahme, bevor es dann hier in regelmässigeren Schritten weiter geht.
    Bis zum Wettbewerbsende bleiben noch rund zweieinhalb Monate. Das ist sportlich, aber ich hoffe, dass ich bis dahin etwas vorzeigbares hinkriege.

    Angefangen hatte ich noch vor Friedrichshafen, Ende Oktober 2025:

    Schon bei den ersten Teilen des Bogens stimmt etwas nicht; die Ober- und Unterseite der Grundplatte sind nicht deckungsgleich. Anhand des 1:1 Seitenrisses in der Anleitung und der Länge der Längsträger bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die kürzere der beiden Platten die richtige ist. Die zwei losen Streifen in Bild zwei sind das, was zu viel war.

    Nächste Passprobleme gab es beim Wassertank. Bei der konkaven Oberseite war die Abwicklung zu kurz, weshalb ich mir die aus Restkarton selber bemalt und zugeschnitten habe. Das wird nacher durch den Dampfkessel verdeckt, muss also nicht perfekt sein.

    Die 4 Räder sind im vergleich zu anderen Modellen nicht aufwändig, es hat aber dennoch gereicht, um mich für die Tage auf der Messe in Friedrichshafen zu beschäftigen.

    Das letzte was ich mir hinterlassen hatte, ist ein Haufen Einzelteile, die auf den Zusammenbau warten.

    In naher Zukunft wird also daraus das Getriebe (?) entstehen, zuerst muss ich mich aber noch ernstlich mit dem Thema Nieten auseinandersetzen. Neues Lochwerkzeug ist angeschafft, womit ich jetzt einige Möglichkeiten habe, passende Kreise herzustellen. Vom Ergebnis wird berichtet.

    LG, Lorenz

  • Hallo zusammen

    Was die Nieten betrifft, hatte ich erwartet, dass ich zumindest ein paar Methoden ausprobieren werden muss. Zu meiner Überraschung hat dann aber gleich das erste Werkzeug genau zum gewünschten Ergebnis geführt. Das Korneisen, gibt den ausgestanzten Kreisen eine leichte Rundung, die Papieroptik bleibt aber trotzdem erhalten.

    Die Metallkernleiterplatte, die Robert aus Wien kürzlich als Unterlage empfohlen hat, liegt bei mir natürlich nicht einfach so rum. Also bin ich ein bisschen durch die Wohnung gestreift, dann war bei mir eine IKEA-Schneidunterlage aus der Küche verschwunden :D
    Einen Ticken härter könnte die Unterlage noch sein, aber so funktioniert es. Kantenfärben ist leider immer noch nötig, bei den einzelnen Nieten kann man das aber vergessen. Also habe ich mit einem kleinen Pinsel nachretuschiert, nachdem die Nieten angeklebt waren.

    Als nächstes ging es an den Teileberg vom letzten Mal. Fast alles davon wird für die Dampfzylinder verwendet. Auch wieder mit Nieten bestückt.

    Ich glaube ich habe bisher noch nie so viele Teile zu so etwas kompakten verklebt, macht also durchaus Spass gerade :)

    Liebe Grüsse
    Lorenz

  • Hallo Harald

    Ich hatte mir extra das Standard-Sortiment "Bunt" und "Grautöne" vom Boesner-Tonpapier besorgt, aber den exakten Farbton trifft man wohl nie, nichtmal bei Schwarz.
    Andererseits sind die Nieten mit dem Originaldruck, wie ich es jetzt mache, nur beim richtigen Licht und geringem Abstand überhaupt sichtbar, was irgendwie auch schade ist...

    Die Lok mache ich jetzt mal so fertig, um zu sehen wie der Effekt am Schluss tatsächlich ist. Bei den Anhängern werde ich vermutlich mal das Tonpapier ausprobieren.

    Oder meinst du, gleich alles auf Tonpapier auszudrucken? Wäre auch eine Option, aber geht mir persönlich zu weit. Ich möchte die Bögen auch verbauen, wenn ich sie schon kaufe :D

    LG, Lorenz

  • Und weiter gehts!

    Eine der perspektivischen Skizzen in der Anleitung gilt den Bremsklötzen, da bot es sich an, die als nächstes zu bauen:

    Mit den zusätzlichen Wagen werden dann doch einige Achsen zusammenkommen, deshalb habe ich eine Lehre gebastelt. Ausserdem war das ein guter Vorwand, meine frisch erworbene CorelDraw-Lizenz zu testen :)

    Beim lesen von anderen Bauberichten hatte ich schon mitbekommen, dass die Räder "verdreht" auf die Achse müssen. In der Textanleitung steht es dann auch noch einmal: die rechten Räder müssen im Verhältnis zu den Linken Rädern 90° im Uhrzeigersinn gedreht werden.

    Beide Räder darf man auf der Lehre aber noch nicht verkleben, die Achse muss ja noch durchs Chassis (das habe ich zum Glück noch früh genug gemerkt :D), aber es hilft beim Ablängen und senkrechten Verkleben im ersten Rad.

    Dann habe ich mich mit dem Thema beschäftigt, vor dem ich am meisten Respekt hatte, und zwar das ganze Antriebsgestänge. Die Anleitung ist hier ziemlich knapp, und zu allem Übel ist wohl auch bei der Teilenummerierung irgendetwas nicht richtig. Da der Verlag aber schon mehrere Bn2t-Loks publiziert hat, konnte ich bei den moderneren Anleitungen dort etwas abschauen (via AGK und Super-Hobby). Die Ausführung ist zwar nirgendwo ganz gleich, nach viel Puzzelei habe ich dann aber doch irgendwie alle Teile untergebracht.

    Na, ob das ganze technisch so funktionieren würde? Es sieht auf jeden Fall schick aus und mein Wissen über Dampflokantriebe ist von 0 auf eine solide 3/10 gestiegen :D

    Die rechte Seite ist damit montiert, jetzt muss das ganze noch einmal auf der linken Seite wiederholt werden. Der zweite Durchgang dürfte deutlich schneller gehen.

    LG, Lorenz

  • Moin Lorenz,

    Es sieht auf jeden Fall schick aus und mein Wissen über Dampflokantriebe ist von 0 auf eine solide 3/10 gestiegen :D

    Falls du dein Wissen noch weiter steigern willst, kann ich dir den "Leitfaden für den Dampflokomotivdienst" von Leopold Niederstrasser nur wärmstens empfehlen. Dort wird so ziemlich alles erklärt, was ein Dampflokführer alles wissen muss(te). Von der Benennung der Teile bis hin zur Funktionsweise und den physikalischen Hintergründen. Das ganze noch untermalt mit etlichen Zeichnungen.

    Mfg
    Johannes

  • Vielen Dank euch :thumbsup:

    Hast Du das Ganze beweglich gebaut?

    Nein, hier ist alles fest verklebt. Es beweglich zu machen, wäre sicher möglich (hast Du ja bewiesen :thumbup:), aber das war hier nicht mein Ziel. Ausschliessen möchte ich es für die Zukunft aber nicht.

    ... "Leitfaden für den Dampflokomotivdienst" von Leopold Niederstrasser ...

    Danke für den Tipp! Gehört zur Public Domain, ich habe es mir also gerade auf meinen E-Reader gezogen.

    LG, Lorenz

  • Auch von mir vielen Dank für den Link, Lorenz.

    Der liest sich genauso spannend wie Omas Kochbücher und transportiert sehr viel Wissen.


    Gruß
    Roland

  • Jo, das war mal was richtig Gutes für die technikaffinen Ahnungslosen (mich inbegriffen).

    Bis jetzt hatte meine Vorkenntnisse in dieser Technik nur diesen Stand: "Wat iss ne Dampfmaschin, stellen wir uns mal janz dumm".

    Oder, die Dampfmaschinen-Lokführerprüfung von Kurt Lauterbach: "Was machen Sie wenn sie losfahren wollen? Ich tu ne Brikett rein und fahr los. Nun, und wenn sie schneller fahren wollen? Na, dann tu ich noch eine rein. Ha, und wenn sie rückwärts fahren wollen? Jaaa, dann dreh ich die Brikett einfach römm". :cool:

    Ich musste mich wirklich zurückhalten. Innerhalb kürzester Zeit zog mich das Buch richtig in den Bann und die Zeit verflog.

    So werden (wurden) Fachbücher geschrieben. Eine Menge von Wissen anschaulich vermittelt.:thumbup:

    Beste Grüße

    Ernst