17. KBW - Rangierlokomotive ЧМЭ3; Verlag "Modeller" No. 2-2012; Maßstab 1:87

  • Hallo zusammen,


    rechtzeitig zu diesem generalstabsmäßig angebahnten Wettbewerb :D bin ich irgendwie ordentlich in Eisenbahnlaune geraten und hab' nochmal einen Ministapel Bögen nachgeordert 8o


    Und eigentlich wollte ich so eine vorsowjetische russische Western-Dampflok bauen :cool:



    ...aber die Dinger sind so dermaßen durchdetailliert, daß man theoretisch auch einen Strohhalm reinstecken und sie auf 1:25 aufpusten könnte ;(


    Daher bin ich zu der Erkenntnis gelangt, daß ich erstmal "klein" anfange (Schwierigkeitsgrad 4, anstelle von 5, hauptsache gesund :whistling: ), um so ein Bisschen ein Gefühl für Maßstab, Konstrukteur und Schwierigkeitsgrad zu kriegen. Und rein zufällig hab' ich die klassische sowjetische Rangierlok gleich auch noch mitbestellt, aus dem selben Verlag und ebenfalls in 1:87, aber nicht so ein krankes Teilemonster, wie die Dampfloks 8|



    Diese Lok ist mir im Original in Russland und Weissrussland begegnet und es gibt zu dem Thema auch einen ziemlich ausführlichen Wikipedia-Artikel :thumbup:



    Sie als Papiermodell umzusetzen ist daher ziemlich naheliegend. Die im Bogen vorliegende Variante ist ein Exemplar der ukrainischen Staatsbahnen.


    Gleich zu Anfang ist mir aufgefallen, daß das Teil FR-21 nur sechs mal im Bogen vorhanden ist, obwohl acht Exemplare benötigt werden :pinch: :thumbdown: Also hab' ich die sechs Teile auf meinen sehr schlechten Kopierer gelegt und das Ergebnis davon rückseitig auf eine leicht abgeschälte schwarze Orlik-Pappe geklebt, um dann aus den halbgaren Kopien irgendwie die benötigten Teile zu zaubern :wacko:



    Da mein Kopierer echt mies ist, war das alles nur so zur halben Zufriedenheit :| Nachdem meine Reserven an schwarzem Orlik-Karton aufgebraucht waren, hab' ich mal den Verlag über die Wayback-Machine ausfindig gemacht, weil mir schon bekannt war, daß er gar nicht mehr real existiert :huh: Dort habe ich dann das hier ausfindig gemacht: FR-21_CHME3.pdf :thumbup: Das ist natürlich ein Segen, da die Teile sehr knifflig sind. Aber dank dem Ersatzteilbogen kann ich das jetzt so oft bauen, bis es gut ist. Nur die zwei Tage Rumstümperei mit halbgaren Kopien hätte ich mir schenken können :cursing:


    Das nächste Thema, das bei dieser und den anderen Modeller-Loks zu bewältigen ist, sind die Geländer/Handläufe, von denen ich dachte, daß man sie löten muss :pinch: ;( Aber irgend so'n Russe hat in einem sehr verrufenen Forum geschrieben, daß man diese Teile auch mit Sekundenkleber kleben, sich so die Lötwissenschaft sparen und den Schwierigkeitsgrad massiv runterdrehen kann ?( Da wird man natürlich gleich ein Bißchen hellhörig und muß das doch mal ausprobieren 8o



    Die Drähte werden in Position gebracht, das durchgehende Geländer oben ist mit Weißleim auf der (imaginären) kopierten Schablone fixiert und die senkrechte Strebe wird vor dem Kleben mit einer Klemmpinzette fixiert. Dann kommt da ein Tropfen flüssiger Sekundenkleber drauf und man lässt die Geschichte ein Bisschen Einwirken/Trocknen :cool: Ergebnis: Es hält tatsächlich :thumbsup: Die Stabilität ist zwar nicht vom anderen Stern, aber ausreichend, um ein Geländer nach Schablone zu kleben. Wenn das Teil dann irgendwas zwischen 10 und 12 Klebepunkte hat, steigert sich die Gesamtfestigkeit ja auch nochmal und dann wird ja auch noch mit irgendeiner Revellfarbe drübergemalt... Ich glaube, das ist praktikabel und weit einfacher, als der Crashkurs in angewandter Lötereiwissenschaft ;( 8| :wacko:


    Nach diesen ganzen Vorarbeiten und Grundlagenstudien hab' ich jetzt mal mit der Grundplatte angefangen, die zunächst noch mit ein Bisschen Gewicht zur Schneidematte druckgetrocknet wird:



    Die ganze Logik hinter der Konstruktion ist irgendwie sehr angenehm, bis jetzt macht das echt Spaß :thumbsup:


    Gruß,


    Daniel.

  • Hallo zusammen,


    die urlaubsbedingte Bastel-Zwangspause zur absoluten Unzeit (von wegen Abwesenheit vom kollektiven "Eisenbahn-Wahn" und so ;( ) ist erfolgreich überstanden 8| Somit kann es mit der angestauten Bastelwut wieder munter seinen Lauf nehmen 8o


    Zunächst ging es an die Seitenteile des Grundrahmens, die aus insgesamt zweimal 27 Teilen bestehen und etwas monoton zum Basteln sind. Dafür sieht der Bereich aber besser aus, als die Realität, wo besagtes Areal weit weniger plastisch wirkt, als es beim Modell der Fall ist. Siehe dazu meine Originalfotografien weiter oben!



    So als reine Vorsichtsmaßnahme hab' ich in die Seitenflanken nochmal eine Schicht 0,5 Millimeter Pappe reingeklebt, man weiß ja nie, wozu das später noch gut 'is :cool:


    Bei den vorderen und hinteren Endteilen ist alles ein Bisschen knapp konstruiert und es geht ziemlich eng zu, auch weil die beiden Hohlkörper FR24 und FR25 ziemlich an der Grenze zum Übermaß konstruiert sind. Bei ersterem der beiden Teile ist auch noch eine Seite weiß gelassen, die eigentlich schwarz zu sein hat. Das kann man aber problemlos nachfärben.



    Schlussendlich passt aber alles ziemlich gut :thumbup: Und aus lauter Freude über den Spaß beim Basteln hab' ich mir noch das ultimative Hardcore-Fanboy-Utensil aus der Wayback-Machine gezimmert :D



    Die Endteile mit den Treppenstufen waren vom Schwierigkeitsgrad her ganz schön heftig 8| Aber ich wußte ja, worauf ich mich hier einlasse...



    Einen hab' ich noch auf der Fotofestplatte gefunden:



    Hier wird der Nachtzug Moskwa-Riga (lettische Waggons, wie ich heute lernen durfte :thumbup: ) von einer ЧМЭ3-Rangierlok entweder zum oder vom Gleis hin- oder wegrangiert. Das weiß ich nicht mehr genau, das Bild datiert aus dem Jahr 2019, von meinem Besuch im Eisenbahnmuseum am Rigaer Bahnhof in Moskau. Seitdem war ich auch nicht mehr dort, bedingt durch diverse weltpolitische Ereignisse, die sich seitdem ereignet haben und bis jetzt einfach nicht mehr enden wollen :cursing: :cursing: :cursing:


    Christian Lorenz Ich war ursprünglich der Meinung, daß ich einen entfernten Verwandten deiner Lok in 1:87 baue. Das stimmt jedoch überhaupt nicht, ich baue tatsächlich die gleiche Rangierlok, die jedoch in der Ukraine (und diversen anderen ehemaligen Sowjetstaaten auch) die Bezeichnung "ЧМЭ3" führt, anstelle von "S200" oder "T669.0". Hier ist noch ein Typenschild, hab' ich auch noch auf der Platte gefunden :cool:



    Gruß,


    Daniel.

  • Du musst schon ein wenig mehr Acht geben

    16, 24, 32... Such dir was aus, ist alles noch ein Bisschen mehr Acht :P


    Ich hab' mal experimentiermäßig ein Stahldraht-Sekundenklebergeländer nach Schablone geklebt:



    Das ist der zweite Versuch :pinch: Der Lerneffekt war, daß man den Sekundenkleber behutsam per Zahnstocher aufträgt, sonst ist alles schön bombenfest mit der Schablone verbacken ;(


    Fazit: Jeder Handgriff muss sitzen, kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort :D


    Jetzt bleibt noch auszuprobieren, wie das dann mit Revellfarbe rüberkommt 8|


    Gruß,


    Daniel.

  • Moin Stephan,


    mit der Schablone bin ich zufrieden. Die ist kopiert, auf Graukarton aufgetragen und unter den Klebestellen sind vorab die Luftlöcher geschnitten worden. Dann ging es halt drum, ein Gefühl für den Umgang mit dem Sekundenkleber-Teufelszeug zu kriegen, von wegen...

    Zu viel ist aber immer zu viel ^^

    ...und so :D


    Das hab' ich mir so in dem bösen russischen Forum mit den ganzen Raubkopien drin abgeschaut :whistling:


    Jetzt muss ich damit ein Bisschen Üben, weil so eine Bautechnik für mich Neuland ist. Aber wenn's praktikabel ist, muss man halt nicht Löten und es geht mal wieder mit ganz wenig Werkzeug von der Hand 8o


    Gruß,


    Daniel.

  • Hallo zusammen,


    in die Geländerthematik hab' ich mich weiter reingegoogelt, ich brauche erstmal eine Grundierung und die korrekte Revell-Emailfarbe, bevor es weitergehen kann 8|


    Dann bau' ich eben ein Papiermodell :cool: Als Nächstes hab' ich mir dann die Kabine vorgeknöpft. Alles ist sehr gut konstruiert, es wurde sogar daran gedacht, wie die Papierschichten genau übereinander liegen sollen, damit die Nahtstellen gut aussehen :thumbup: Aus genau diesem Grund habe ich vorne und hinten auf Risiko gespielt und eine dünnere Folie verbaut ;( Für die Seitenscheiben habe ich dann wieder stabiler es Material gewählt, weil das später elegant in der Wand verschwindet :whistling:



    Ich habe mich dazu entschlossen, diese beiden Kabinenhälften zu kleben und sie dann separat einzurichten, bevor alles zusammen auf die Platte kommt. Hier noch die ersten "Möbel":



    Gruß,


    Daniel.

  • Hallo,


    weiter ging es mit dem Fitzelkram für den Fahrstand 8o



    Die roten und schwarzen Hebelchen sind mit gefärbtem Zigarettenpapier verkleidete Kupferdrähte, die ich dann mit Sekundenkleber am Bauteil fixiert habe.


    Im nächsten Schritt wurde diese Hälfte der Kabine schon mal auf die Platte geklebt:



    Als kleine Orientierungshilfe konnte ich im russischen Wikipedia noch ein Bild des Fahrstandes ausfindig machen :thumbup:


    Jetzt die andere Seite...

  • ...bei der etwas weniger Details zu verarbeiten sind:



    Bevor alles zusammengefügt wird, habe ich noch die Sitze auf die Bodenplatte geklebt:



    Danach wurden die Kabinenhälften zusammengesetzt, was super passgenau von der Hand geht :thumbup:



    Zu guter Letzt noch der Blick von oben:



    Ich habe alle Hebel nochmal nach Augenmaß mit der Schere gekürzt, die Proportionen haben mir nicht so ganz gefallen :huh:


    Gruß,


    Daniel.

  • Wanni Danke für die Blumen :thumbsup: Aber man soll den Tag nie vor dem Abend loben, erst recht nicht im Kartonmodellbau :pinch: :whistling:


    Als Nächstes wird der Motor gebaut. Die Lokomotive wird von hochinnovativen rechtwinkligen Dreiecken aus Graukarton angetrieben :D



    Mit denen hab' ich versucht, noch ein Bisschen Längsstabilität zusätzlich zu erzeugen. Die Querspanten sind alle nochmal aufgedoppelt, man weiß ja nie, wozu das später noch...


    Und dann musste ich mal an der kurzen Seite probehalber ein Stück Außenhaut anlegen, um die Höhe der Spantenkonstruktion gegenzuprüfen.:



    Ergebnis: Oben steht eine Papierlage über ?( Um im Geiste wieder Ruhe zu haben, muss ich die kurze Seite erstmal mitsamt Dach anprobieren, um zu eruieren, ob das am Ende alles so oginool 'is 8| Kann aber auch gut sein, daß das so gewollt ist, man weiß ja nie... Und die zusätzliche "Stufe" nach innen durch die Papierschicht ist ja theoretisch dem Anbringen des Daches auch eher förderlicher Natur 8o


    In welchem von den Schränken hab' ich jetzt noch gleich den Schraubenzieher vergessen ?( Zum Glück ist die Front noch nicht dran, dann wäre die Sucherei ein Fass ohne Boden :D


    Gruß,


    Daniel.

  • Hallo zusammen,


    hinten war das Dach noch recht einfach anzubringen, vorne hab' ich dann die riesige Verkleidung Stück für Stück angefertigt und die Rückseite des Daches gefärbt:



    Von innen hab' ich noch Pappplatten eingefügt, damit das Modell stabil wird. Dann das, schon jetzt auffällig große ;( , Dach vorgeformt und die Seitenteile angeklebt, nachdem sie schon eine gute Portion Klarlack bekommen hatten:



    Das große Dach war mir von Anfang an nicht geheuer. Vorformen in angefeuchtetem Zustand ging ziemlich gut von der Hand, aber beim Versuch, von einer zur anderen Seite festzukleben, gab's dann Spantendurchdrückerei und Knicke, die ich nicht mehr verhindern oder kaschieren konnte ;( Ich habe dann oben noch Montagelöcher geschnitten, um Ausbeularbeiten vorzunehmen, und die schlimmsten Stellen mit Acrylfarbe überstrichen :pinch: :thumbdown:



    Aber Farbe Mischen :?: Forget it :cursing: :cursing: :cursing: Deshalb baue ich keine Plastikmodelle 8| Und auch dieses Papiermodell baue ich nicht weiter, mit den Farbunterschieden am Dach brauche ich mich in einem Wettbewerb nicht blicken lassen :wacko:


    Eigentlich sollte man das Dach fragmentieren und in mehreren kleinen Etappen kleben. Es gibt sogar deutlich sichtbare "Sollschnittstellen", über die man, völlig der Logik des Modells folgend, dünne graue Streifen kleben könnte. Aber leider gibt's in diesem Bogen keine Ersatz-Farbfläche, mit der man an sowas arbeiten könnte und ich hab' mich dann doch, wider besseren Wissens, verunsichern lassen :thumbdown:


    Schade.


    Ich kriege in den nächsten Tagen noch ein paar Zetka-Modelle, dann entscheide ich, was die nächste Baustelle wird 8o


    Wanni Ich bitte um Ihr obligatorisches Triumphgeheule :love:


    Gruß,


    Daniel.

  • Hallo Daniel,


    das ist aber schade.

    Ich bin ja selbst schon an so einem Dach gescheitert und kann die Situation hier gut nachvollziehen.


    Viele Grüße

    Dieter

  • didibuch Ist jetzt auch kein Weltuntergang. Ich hab' ein Gefühl dafür gekriegt, was Eisenbahn in 1:87 an handwerklichen Herausforderungen mit sich bringt, eine abenteuerliche Improvisationstechnik für den Geländerbau erfolgreich erprobt und den individuellen Stil des Konstrukteurs ein Bisschen verstanden.

    Das waren meine Minimalziele, die hab' ich erreicht. Ein hübsches fertiges Modell wäre auch schön gewesen, ist aber nicht...


    Weiter geht's, der Stapel ist noch dick und wird auch nicht dünner :D :D :D


    Gruß,


    Daniel.

  • Hallo Daniel,


    wenn du nichts gesagt hättest, hätte ich gedacht das das so sein muss. Für mich sieht das normal aus.


    Wäre schön wenn du weiter bauen würdest. Vielleicht später das ganze Dach nochmal überstreichen.


    Gruß Christian


    PS hatte mich gefreut einen kleine Version von meiner Lok zu sehen.

  • macht es doch wie beim Bolzen: 3 Ecken ein Elfer, soll heissen: 3x Tonne und Wanni sucht das nächste Modell aus?

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.


    I´m a Billiever, #17, Go Buffalo

  • 3x Tonne und Wanni sucht das nächste Modell aus?

    Und nachdem ich mich mit Pacynski über den Sommer gequält hab', muss ich dann Wandtke bauen :pinch: ;( :wacko: :thumbdown:


    Ich werf' jetzt nix mehr in die Tonne, VÄRRSPROCHÄNN 8|



    hatte mich gefreut einen kleine Version von meiner Lok zu sehen.

    Für diesen Wettbewerb ist hier definitiv Schluß, ich hab' schon wieder ganz andere Hirngespinste am Rumspuken 8o :thumbup: Aber Slawomir/Olaf haben das Modell diese Woche im "Angebot der Woche", da hab' ich mir Ersatz besorgt. Und beim nächsten Anlauf wird das vordere Dach dann in kleineren Segmenten aufgetragen. Ansonsten hat der Bogen ja nix furchteinflößendes :thumbsup: Mit den Geländern muß man halt solange Probieren, bis es gut ist. Aber das hat ja mit der Papiersubstanz nix zu tun, glücklicherweise.


    Gruß,


    Daniel.