Vorgeschichte
Nach der Fertigstellung meines Lenkwaffenzerstörers LÜTJENS war ich auf der Suche nach einem Modell, dass man nicht so oft sieht und andererseits auch mit vertretbarem Zeitaufwand zu bauen ist. Da mein Herz nun mal für Schiffe schlägt, habe ich mich bei der Raumschifffraktion umgesehen und bin auf ein free download der russischen Mondrakete N1 gestoßen (http://www.currell.net/models/mod_free.htm). Der download ergibt Modelle im Maßstab 1:144 oder 1:96, was allerdings nicht zu meiner restlichen Flotte von See-Schiffen passt, die ja alle im Maßstab 1:250 gebaut wurden. Da mich gerade der Größenvergleich zwischen verschiedenen Modellen im gleichen Maßstab reizt, entschloss ich mich kurzerhand die N1 auch in 1:250 zu bauen, d. h. der download wurde auf 58% verkleinert.
Aber – wie komme ich von der N1 zur Sojus?
Nachdem ich einige Zeit an der ersten Stufe gebaut hatte (Bericht folgt noch), kam mir die Idee, später den oberen verdeckten Teil der Rakete mit Sojus Mondschiff, Mondlandefahrzeug, usw. auch zu bauen, was ja in 1:250 eine Herausforderung darstellen würde. Um schon mal die Machbarkeit zu proben, entschloss ich mich zunächst einmal eine Sojus in 1:250 zu bauen. Davon gibt es zahlreiche Versionen als free download (https://axm61.wordpress.com/20…upgrades-and-paper-model/) in 1:100. Das Mondschiff sah geringfügig anders aus, aber die gewählte Version Sojus MS stellt eine gute Grundlage dar.
Zum Original (Auszug aus der download Datei):
Die neue aufgerüstete Sojus MS-01 wurde am 7. Juli 2016 um 1:36 UTC vom Kosmodrom Baikonur erfolgreich auf ihre Jungfernfahrt gestartet.
Die modernisierte Sojus-MS („Modernisierte Systeme“) verfügt über verbesserte Navigations-, Kommunikations- und Rendezvoussysteme. Die meisten Upgrades ersetzen veraltetes elektronisches Zubehör, verbessern die Sicherheit der Besatzung und geben Piloten und Mission Control mehr Flexibilität beim Fliegen des Schiffes. Die meisten der neuen Systeme wurden bereits auf unbemannten Progress-Frachtschiffen flugerprobt.
Zu den weiteren Upgrades gehören neue Mikrometeoroid-Trümmerpaneele auf dem Orbitalmodul und neue Solarpaneele mit mehr Leistung.
Der Bau der Sojus MS:
Zunächst einmal musste der in 1:100 zur Verfügung stehende download auf 40% verkleinert werden. Das klingt zunächst nicht dramatisch, aber wenn man sieht, was da aus dem Drucker kommt (Bild 1), dann bekommt man doch Respekt vor der Aufgabe.
Bild 1: Der Baubogen der Sojus in 1:250
Immerhin schaffte es mein Drucker alle Teile sauber abzubilden und auch die Farben waren OK. Ich druckte auf normales 80g-Papier um der Verkleinerung Rechnung zu tragen. Wie sich herausstellte, war das die richtige Entscheidung, denn alle Teile ließen sich gut ausschneiden und passten auch hervorragend zusammen. Die im Bogen gezeichneten Klebelaschen ließ ich beim Bau weg, da das stumpfe Verkleben mit verdünntem Holzleim ausreichende Festigkeit ergab. Nur bei den zylindrischen und konischen Teilen hinterklebte ich an der Naht winzige Laschen, was das Zusammenfügen der beiden Enden wesentlich erleichterte.
Begonnen habe ich mit der Orbitalsektion, deren Grundkörper allein schon aus 6 Teilen besteht (Bild 2).
Bild 2: Die Orbitalsektion im Aufbau
Wie man erkennt, habe ich zur Aussteifung Ringscheiben-förmige Verstärkungen eingesetzt. Diese sind im Baubogen nicht vorhanden, sorgen jedoch für eine exakte runde Form der Sektion. Das Loch in der Mitte nimmt später ein aus Karton gewickeltes Röhrchen (Durchmesser 2 mm) auf, das gewissermaßen als Rückgrat der Sojus dient und in dessen Bohrung (0,5 mm) später der Haltedraht eingesteckt werden kann.
Nach Fertigstellung des Grundkörpers der Orbitalstation (Bild 3) folgte die Abstiegs- und Gerätesektion (Bild 4).
Bild 3: Die Orbitalsektion mit eingefärbten Kanten und Beschriftung
Bild 4: Orbitalsektion (links) und Abstiegs-/Gerätesektion (rechts)
Nach Fertigstellung des zentralen Stützröhrchens (Bild 5) wurde dieses in die beiden Bauteile eingeschoben und das Ganze verklebt (Bild 6).
Bild 5: Wicklung des zentralen Stützröhrchens
Bild 6: Die Sojus nach der „Hochzeit“ des Orbitalmodules und des Abstiegs-/Gerätemodules.
Fortsetzung folgt.
Heinrich