Moin zusammen,
meinen Filius und mich verbindet unter anderem auch unser Interesse an der Seefahrt, auch wenn das von uns nur eingeschränkt ausgelebt werden kann. Bei mir hatte sich der damalige Wunsch Kapitän zu werden, bereits mit 8 Jahren erledigt: damals machte sich eine erhebliche Kurzsichtigkeit bemerkbar. Ich habe also einen anderen Berufsweg eingeschlagen, der mir aber auch sehr viel Freude gemacht hat. Später landete ich dann in den Heizräumen der Traditionsschiffe STETTIN und BUSSARD. Dort machte dann auch Freddy mit, als er alt genug war und er absolvierte schließlich auch noch sein Schülerpraktikum auf der BUGSIER 18. Und eigentlich wollte er nach dem Abitur eine Maschinenlaufbahn beginnen. Doch während der Oberstufe versetzte sein damaliger Schulleiter diesem Berufswunsch den „Todesstoß“ mit der Bemerkung: „Willst Du wirklich alle Deine Talente auf so einem ollen Dampfer verkümmern lassen?!“ Kommentar Freddy: „Da macht einem dieser Mensch in 15 Sekunden die ganze Lebensplanung zunichte…“ Naja, nun ist er ein guter Lehrer geworden…
Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sowohl Freddy als auch ich weiterhin Interesse an Seefahrt und Marine haben; gelegentlich tauschen wir uns dann auch darüber aus. Und so bekam ich von ihm während unseres diesjährigen Urlaubes an der Schlei die Nachricht, dass die letzten Schnellboote der Deutschen Marine auf dem Weg in den Hochofen seien. Es handelte sich um sieben Boote der Klasse 143 a, die bereits in den Jahren 2014 bis 2016 außer Dienst gestellt wurden. Nun sollte es per Schwergutfrachter in die Türkei zum Abwracken gehen. Ob man eines der Boote auch als Kartonmodell bauen könnte? In meiner Vitrine steht bereits seit längerem ein Boot der Klasse 143, die BUSSARD (natürlich…
) Aber ein 143 a? Da erinnerte ich mich, dass beim KvJ vor einiger Zeit ein Bausatz der Klasse 143 a erschienen war. Hm, und welches Boot nimmt man? Weil mir bei meinen Wanderungen in Norwegen immer wieder Wiesel - ausgesprochen neugierig - über den Weg gelaufen sind, lag es nahe, diesen Namen zu wählen. Kurze Rückfrage bei Andreas, doch, es ist jeder Name möglich. Also wurde zugeschlagen und kurze Zeit später lag der Bausatz bei mir auf dem Tisch.
Ein paar Angaben zum Boot selbst:
Die Boote der Klasse 143 a waren 56,6 m lang, 7,8 m breit und hatten einen Tiefgang von maximal 2,6 m. Sie verdrängten 391 t und hatten eine Besatzung von 36 Mann. Vier MTU Dieselmaschinen mit einer Leistung von zusammen 18.000 PS ( 13.239 kW) brachten die Boote auf eine Geschwindigkeit von bis zu 42 kn (78 km/h). Bewaffnet waren die Boote mit vier Startern für MM38 Exocet Seezielflugkörper, einem 76 mm Oto Melara Geschütz sowie einem RAM Nahbereichsabwehrsystem.
Die S 79 WIESEL stellte am 12. Juli 1984 in Dienst und wurde am 14. Dezember 2015 außer Dienst gestellt.
Na gut, genug der Vorrede, gehen wir es an. Der Heiermann liegt bereit…
…die Kiellegung kann erfolgen:
Weiter ging es dann mit dem Spantengerüst, das nun erstmal ordentlich durchtrocknen darf.
Bis demnächst in diesem Theater, beste Grüße aus dem halbhohen Norden
Fiete