Disney Castle Orlando - Design: Alan Rose

  • Liebe Leute, wie versprochen, geht's weiter mit meiner Obsession "Disney-Schlösser"! Mittlerweile werdet Ihr ja mitbekommen haben, daß die Ludwig-II.-Schlösser nun ins Weltkulturerbe aufgenommen worden sind (*jubel*), und ich finde, daß die Disney-Schlösser letzten Endes demselben Geist entsprechen, wenn sie auch mit weniger Aufwand und zu einem anderen Zweck gebaut wurden. Das Anaheim-Schloß von Robert Nava hat mich derart begeistert, daß ich nächtelang das www duchgeblättert habe, um ein Pendant zu finden, bzw. das Orlando-Schloß, das 16 Jahre später, also 1971 im größeren Disney-World eröffnet wurde. Und genau diese Suche hat mich auf dieses Forum gebracht, denn einer der Kollegen hier hat den 1982er Bausatz bereits vorgestellt.


    Ein Problem hatte ich allerdings mit der Sache, denn das - wirklich wunderbare! - Robert-Nava-Schloß hat den Maßstab 1:56 (ungefähr), und das Alan-Rose-Schloß etwas weniger als die Hälfte davon, vermutlich ca. 1:120. Sowas kann ich einfach nicht durchgehen lassen, und so mußte ich einige schlaflose Nächte erleiden in der Überlegung, was nun zu tun sei. Ganz einfach: das Alan-Rose-Schloß muß wachsen, also habe ich mich entschieden, den Original-Bausatz einzuscannen und alle Teile entsprechend zu skalieren. Das nächste Problem: Der Original-Bausatz ist eher, na sagen wir: einfach gemacht. Auf mehr als das Doppelte aufgeblasen würde das ganze dann wirklich sehr grob aussehen. Also werde ich vieles verändern müssen im Sinne von: detaillierter bauen. Auf der anderen Seite möchte ich den eher hingetupften, impressionistischen Stil von Alan Rose nicht verändern. Die Reduzierung auf drei Farben (grau, blau, braun) und die von Hand aquarellierten Oberflächen haben einen ganz eigenen Charme, und sie geben trotz der vermeintlichen Einfachheit tatsächlich alle Details authentisch wieder! Damit stecke ich in der Quadratur des Kreises: Einerseits alles detaillierter machen, andererseits den flüchtigen Charakter des Originals beibehalten.


    Fangen wir an:


    Der originale Heftbogen, den ich für viel zu viel Geld bei amazon gekauft habe (um hinterher festzustellten, daß es den für'n Appel und'n Ei dutzendfach bei ebay gibt...).



    Vorn und hinten je vier Seiten Anleitungen, dazwischen die ganzen Teile.


    Sieht ein bißchen aus wie guten alten Schnittmusterbogen von Burda...


    Das ist wirklich echter Golddruck! :cool: Den kann ich allerdings - natürlich - nicht einscannen und ausdrucken...


    Im Netz findet man eine "originale" Bauzeichnung des Schlosses (die m. E. aber auch eher dekorativen Charakter hat). Wie auch immer: anscheinend hat Alan Rose nach genau dieser Grafik gearbeitet, denn alle Maße stimmen auffällig zwischen dieser Zeichnung und dem Bausatz überein, so daß ich mich - zwecks Überarbeitung - immer an dieser Zeichnung orientieren werde.


    Sieht chaotisch aus, aber alle Farbflächen sind für mich Templates, die die Rastermaße für die jeweiligen Partien darstellen. So kann ich immer schnell kontrollieren, ob meine Veränderungen passen bzw. auf welche Maße ich die Einzelteile skalieren oder dehnen/stauchen muß.


    "Fun Fact": Alan Rose hat sich den gesamten Sockel des Schlosses gespart! Sein Modell fängt erst ab der Bodenkante des Eingangs an, aber der Sockel, der im Burggraben steht, gehört natürlich zwingend zur Proportionalität des Gesamtbaus und ich werde ich deswegen dazuerfinden - müssen. Insgesamt muß ich den gesamten Bausatz mit 2,113 : 1 skalieren. Es war nicht ganz leicht, die Originalmaße der Schlösser zu recherchieren, da manche Angaben von der Wasser-Oberfläche ausgehen, andere von der Bodenkante, manche die "Antennen" mitzählen, andere nicht... Schlußendlich habe ich aber schlüssige Vergleichsmaße hinbekommen, und dieses Modell wird eine beachtliche Höhe von ziemlich genau 100 cm haben!


    Während ich bei dem Anaheim-Schloß den Fokus auf die Fotoätzteile gelegt habe, muß ich hier "umdenken". Ätzteile wären für den bereits angesprochenen, eher impressionistischen Stil viel zu akkurat und zu "fein". Und während ich beim Anaheim-Schloß einfach nur den glatt-weißen Karton verwendet habe, den ich ganz allgemein für Drucksachen nehme, möchte ich bei diesem Projekt das Augenmerk auf das Papier legen. Ich habe mich für den Hersteller Gmund entschieden, der supermatte, edel strukturierte Papiere in wunderbaren Farben anbietet. Ich habe lange geschwankt, zumal die Originalfarben schwer auf den Fotos zu erkennen sind. Mittlerweile ist auch dieses Schloß - wie alle Disney-Schlösser - pink, türkis & gold angepinselt, 1971 hatte es aber einen matten "hellen" Ton, der je nach Fotomaterial und Beleuchtung zwischen altweiß, hellgrau und creme zu changieren scheint. Das gezeigte Gmund-Papier habe ich bei diversen Beleuchtungen auf mich wirken lassen, und es scheint mir dem Farbton "hell" am nächsten zu kommen, ohne, daß man tatsächlich sagen kann, ob und welche "Farbe" es eigentlich hat. Ich benutze dieses Material in 120 und 240 g, je nach Einsatzzweck. Und ein Tip: Wenn man die Großbogen (100 x 70 cm) bestellt, bekommt man (praktisch) die gleiche Materialmenge wie bei A4-Größe, aber für den halben Preis! Und man kann selber entscheiden, ob und wann man A3 schneidet.


    Und hier noch ein Sneak Preview: Ich werde erst in Jahren soweit sein, aber ich konnt's einfach nicht lassen auszuprobieren, wie die Bekrönungen aussehen werden! Wie schon gesagt, die originalen Goldpartien kann ich nicht verwenden, und außerdem ist deren Design wirklich hammer-grob! Aus verschiedenen Quellen und mit eigenem grafischen Geschick habe ich nun die Bekrönung so entworfen, daß sie zum "gescribbelten" Design paßt, aber für meinen Maßstab trotzdem detailreich genug ist. Auf Goldpapier gedruckt und ausgeschnitten, doppelseitig zusammengeklebt, fertig. Ich muß sowas immer schon mal ausprobiert haben, um zu wissen, worauf ich hinarbeite!


    Ich bin jetzt schon ca. zwei Monate am Bauen, aber stecke noch relativ am Anfang, daher sind schon ein paar Dinge auf den Fotos zu erkennen. Ich sag' Bescheid, wenn "Echtzeit" erreicht ist ^^ Seid Ihr dabei?

  • Ach du meine Güte, wieder ein Großprojekt mit viel Hintergrund Vorbereitungen, Respekt.

    Ich wünsche dir alles Gute für dieses Vorhaben und bin natürlich gespannt dabei.


    Viele Grüße Andreas

  • Hallo Jean B.,


    das wird ein spannendes Projekt, Deine Vorüberlegungen unterstreichen schon mit wie viel Akuratesse Du zu Werke gehst.


    VG


    Zaphod

  • Andreas: Danke! Ja, ich mag's immer gerne ein bißchen extrem. Bei diesem Projekt denke ich dann einfach: Bei Alan Rose wurde das wahrscheinlich nur so klein, weil der Verlag gesagt hat, mehr als 9 Dollar können wir für so'n Bogen nicht nehmen, und für den Preis gibt's eben nur 40 Seiten im kleinen Format, basta. Und dann denke ich, wenn Mr. Rose so hätte machen können, wie er bestimmt wollte, dann wäre es auch so groß und so aufwendig geworden. Ja, ich bin gerne Nerd.


    Zaphod: Du weißt ja, YOLO - you only live once! Ich würd' mich ärgern, wenn ich dann hinterher sagen müßte "hätt'ste mal..."


    Also, ich mach' gleich weiter:


    Ich beginne den Bau mit den Türmen als einzelne Komponenten, und anschließend mit dem Eingangsbereich als Ausgangspunkt für den Gesamtbau. Hier stellt sich schon die erste Herausforderung: Die Uhr über dem Eingangstor bildet einen ersten dramatischen Höhepunkt sowohl im Cinderella-Film als auch im Schloßbau. Dementsprechend möchte ich sie inszenieren, aber wie? Der originale Entwurf, hier zu sehen, ist mir doch ein bißchen zu grob, aber ich möchte eben auch nicht den Charakter des Schlosses völlig verändern.


    Also ein schönes Foto im Netz gesucht, das die Uhr frontal zeigt, gut aufgelöst und mit beiden Zeigern maximal "aufgefächert".


    Dieses Foto wird nun in eine Bitmap umgewandelt, um den aquarellierten, farblich reduzierten Stil des Bausatzes zu imitieren.


    Weitere Einzelschritte sind erforderlich, um verschiedene Layers dieses Designs zu erstellen, denn ich möchte die römischen Ziffern - originalgetreu - in gold ausführen, und der Außenkranz soll blau sein.


    Insgesamt ergibt sich eine ziemlich "bunte Reihe" an notwendigen Einzelschritten bzw. -entwürfen.


    Schlußendlich wird das Design auf Overhead-Folie ausgedruckt. Die Originalziffern mußte ich farblos machen, ....


    ...damit ich die Ziffern, die zuvor mit goldbedampfter Thermofolie vergoldet wurden, dahinter placieren kann. Warum dahinter? Damit die Zeiger auf der Oberfläche mattschwarz erhalten bleiben und somit eine Tiefe vermitteln, die verloren gegangen wäre, wenn ich die Folie mit den Goldziffern zuoberst auflegen würde.


    So sieht das ganze dann fertig gebaut aus. Die Front habe ich aus 2 mm starker Graupappe gebaut.


    Und als kleines Gadget habe ich die Uhr mit selbstleuchtender Folie hinterlegt, so daß sie im dunkeln "magisch" leuchtet :cool:

  • Danke für die exakte Beschreibung deiner Vorgehensweise. Ein großartiges Ergebnis.


    Verblüffte Grüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Zaphod: ...ja, nicht wahr :D


    Dirk: Danke, jederzeit gerne wieder! Wenn Fragen sind, bitte immer gerne stellen!


    Der Turm Nr. 3 (Süd-West) ist der komplizierteste. Die Dachkonstruktion allein ist hilarious. Ein Grund, das Teil erst einmal so zu bauen, wie's vorgesehen war, um überhaupt eine Vorstellung von der Konstruktion zu bekommen. Natürlich als Ausdruck vom Scan, der Originalbogen bleibt erhalten.


    Dahinter das Modell meines überarbeiteten Turms. Nicht nur 2,1mal so groß, sondern nun auch schon mit dem charakteristischen ausgestellten Sockel, der dem Bausatz von Alan Rose völlig fehlt.


    Rechts mein erster Entwurf des neuen Sockels, aber die Verteilung der Steine ist doch sehr unbefriedigend. Links die endgültige Ausführung. Die Steine einzeln herauszukopieren und so auf einen Kegelstumpf anzuordnen, daß es nett aussieht, war eine entsetzliche Arbeit. Ich hab's nicht so mit Geometrie und auch Design am Bildschirm habe ich mir nur so selbst angeeignet...


    Der endgültige Turm (links) ist auch noch ein bißchen höher geworden als der erste Entwurf (rechts). Hier kann man recht gut den Unterschied im Papier sehen, das Muster nur auf weißem Druckerpapier, das endgültige Teil auf dem vorgestellten Gmund-Papier.


    Hier noch mal Zwischenstufen: Eine Herausforderung war es, den ganzen Aufbau zu konzipieren. Der Grundriß, der Quadrat und Kreis vereint, die kleinen eingeschnittenen Ecktürme, die Rückwand...


    Ich war dann selbst erstaunt, wie gut es letztendlich alles paßt! (Nicht, daß es gut gepaßt hätte...).


    Die Konsolen an allen Bauteilen hatte Mr. Rose nur aufgemalt bzw. flächig angelegt. Ich habe sie 'rauskopiert bzw. die Konstruktion so verändert, daß sie nun wirklich plastisch zwischen Turmschaft und Trommel vermitteln.


    Alle Turmteile werden mit Graupappe horizontal ausgesteift. Das sorgt - bei allen Grundformen - für gleichmäßige und stabile Ergebnisse. Zudem stecken alle Turmkomponenten auf einem 2mm-Holzstab, durchgehend von unten bis oben. Das hilft beim Zentrieren der einzelnen Bauteile.


    Hier dann ein Dachteil. Eine meiner wichtigsten Erweiterungen des Ur-Bausatzes besteht darin, die Dachhauben zweiteilig, also mit der charakteristischen Schweifung, auszuführen. Aus Gründen der Kleinheit und Begrenztheit hatte Mr. Rose alle Dachhauben nur einteilig, also mit nur einem Winkel, ausgeführt. In der von mir hergestellten Größe hätte das merkwürdig ausgesehen. Die Schwierigkeit: Das bestehende Dachdesign läßt sich natürlich nicht auf neue und vor allem unterschiedliche Radien der neuen Teile adaptieren. Ich mußte also das bestehende Design in eine neu erstellte Grafik umsetzen. Das Blau konnte ich aus einem einfarbig blauen Bauteil herauskopieren, die leicht gekrümmten, hand-verwackelten schwarzen Linien mußte ich mit recht aufwendigen grafischen Tools nachempfinden. Da es einige - flächige - Dächer gibt, deren Originaldesign ich beibehalte(n kann), müssen beide Ausführungen möglichst perfekt bzw. ununterscheidbar zueinanderpassen.


    Hier ein Originaldesign einer Dachfläche, die ich aber auf einen neu berechneten Ausschnitt umgesetzt habe.

  • Unfassbar, was du dir für eine Mühe machst! Großartig!

    Nächste Projekte: Hamburger Michel, Konstantinsbogen Rom, Marcellus-Theater in Rom, Notre Dame de Paris (alle von Schreiber)

  • Hallo Jean B.,


    die Arbeit mit der Steintextur hat sich ausgezahlt, gerade im unteren Bereich sahen die Steine des alten Turms nicht überzeugend aus.


    Profilscheiben aus stabiler Pappe sind hier das A und O der Stabilität. Die Zentrierung mittels Holzstab ist eine gute Idee.


    Ich versuche mir gerade die Dimension des fertigen Schlosses vorzustellen, das wird eine ganz schöne Nummer!


    VG


    Zaphod

  • Oktavian: Ja, das ist bei mir im Modellbau meistens so. Ich stelle mir vor, wie etwas sein sollte, und dann überlege ich tage- und nächtelang, wie ich das erreichen könnte. Da kommen dann oft größere Absurditäten bei 'raus, aber ich denke immer, das muß dann eben so sein...


    Zaphod: Ich stoße mit Geometrie und räumlichem Vorstellungsvermögen schnell an meine Grenzen. Vielleicht baue ich auch solche Luft-, ähh: Pappschlösser deswegen, um diese Fähigkeiten zu trainieren ;) Das Originalschloß ist 56 m hoch, und bei einem Maßstab von 1:56 bin ich gespannt, wie akkurat ich baue und wie hoch das fertige Objekt dann tatsächlich werden wird...


    Das Dach von Turm Nr. 3 hat eine wirklich ausgefallene Form, die mich einige schlaflose Nächste gekostet hat, sie zu konstruieren...


    Den Konus lasse ich von einem praktischen online-Programm berechnen. Aber dann müssen an den richtigen Stellen die geraden Flanken angefügt werden, das - selbst entworfene - Muster muß natürlich ebenso angepaßt werden, und dann müssen die Ausschnitte der runden kleinen Ecktürme auf die Neigung der Fläche umgesetzt werden. Dazu muß dann zum Schluß die hintere Satteldachpartie an die Tütenform angpaßt werden. Ich möchte sowas nicht nochmal machen.


    Dies ist der "Musterturm" in Originalgröße.


    ...und hier - links - der endgültige Turm. Ein paar größere Ritzen konnte ich nicht vermeiden, die mußten dann mit Ponal verfüllt werden.


    Hier noch einmal die Originalgröße und meine Transformation. Das ist natürlich nicht nur 2,1-fach größer, sondern der Sockelteil erhöht das ganze Schloß zusätzlich.


    Hier der (vorerst) fertige Eingangsbereich. Der hinzugefügte Sockel führt natürlich dazu, daß der Eingang jetzt etwas unvermittelt in der Luft hängt. Ich habe mich dazu entschlossen, dieses Modell als "reines" Schloß-Modell zu betrachten, also die Umgebungs- und Anbauten "auszublenden". In der Mitte einer der beiden Eingangstürme in der endgültigen Ausführung, rechts das Versuchsmodell dazu. Die Türme haben runde, achteckige und quadratische Grundrisse, und zu jeder Form habe ich einen "Testturm" gebaut. Meine Veränderungen bestehen in der Hinzufügung des ausgestellten Sockels, der plastischen Ausgestaltung der umlaufenden Konsolen, der Hinzufügung des schmalen Einzugs über dem unteren Dach, der Zweiteilung der Dachhaube zwecks "Schweifung" und der Aufhellung zu dunkler Partien, damit das Schloß überwiegend "weiß/hell" wirkt.


    Hier noch einmal, wie ich die Unterseiten der Türme ausführe: Ein exakt passender Teller aus 2mm-Graupappe wird mit drei Schrauben als "Griffe" versehen und mit Kleber eingesetzt. Mithilfe der Schrauben kann der Teller vor/beim Abbinden exakt auf die richtige Ebene gezogen/austariert werden.


    Die umlaufenden Flaps werden aufgeklebt. Zum Schluß wird der überstehende Holzstab abgeschlifen, die Schrauben entfernt, die entstanden Wulste der Löcher verschliffen und dann noch eine runde Papierscheibe innerhalb der Flaps geklebt, damit alles völlig glatt ist.


    Hier wird die obere Partie des (einzigen) quadratischen Turms gebaut. Eine weitere Verbesserung meinerseits besteht darin, daß die Zinnen bzw. alle vergleichbaren Partien von mir Innenseiten bekommen.


    Ich benutze so allerlei Hilfsmittel, um ein Verziehen der Bauteile beim Kleben wenigstens weitgehend zu verhindern. Mittlerweile arbeite ich je nach Anforderung mit Uhu, Ponal Express, Ponal Gel, Pritt-Stift, Sprühkleber und Neschen-Klebevlies.

  • Hier noch - retrospektiv - die Eingangshalle. Die originale Grafik habe ich auf die anfangs gezeigte "Originalgrafik" der Schloßansicht projiziert und festgestellt, daß sie im vorliegenden Modell etwas zu kurz geraten ist. Ich habe den "offenen" Balkonteil gestreckt, um den originalen Proportionen näherzukommen. Das untere Mauerstück ist eine Ergänzung, und die Grafik wurde etwas im Kontrast geschärft, um die Fernwirkung zu verbessern. Anschließend habe ich das ganze auf 2 mm Graupappe aufgezogen und dieselbe Grafik gespiegelt auf die Rückseite aufgezogen. Zu diesem Zeitpunkt wußte ich noch nichts von "Finnpappe", davon habe ich erst hier im Forum erfahren...


    Ich arbeite auch gerne mit Lego, durch das passende Format habe ich einen Moment lang überlegt, diesen Legosockel tatsächlich zu verbauen. Schlußendlich habe ich dann aber doch einen Kartonsockel gebaut...


    Der Eingangsbau nimmt insgesamt Form an.


    Schon beim Bau hatte ich mich gefragt, warum die Stufe in die seitlich angedeuteten Spitzbogen ragt. Ich habe mir - leider - nichts weiter dabei gedacht. Später, bei ausführlichem Studium der Architektur, habe ich dann festgestellt, daß Mr. Rose hier offensichtlich etwas zuviel Fantasie hatte. In der Eingangshalle befindet sich keine Stufe. Dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr...


    Hier habe ich - nach der Uhr über dem Eingang - einen weiteren "Hybriden" umgesetzt: Waren im ersten Disney-Schloß in Anaheim auf der Rückfront nur zwei gemalte Szenen aus dem Dornröschen-Film in Spitzbogenform angebracht, wurde diese Idee im zweiten Schloß, dem vorliegenden, erweitert. Wir finden hier in der zentralen Halle, die sich über fast die ganze Süd-Nord-Achse zieht, gleich fünf großformatige Spitzbogenfelder, die mit Szenen aus Cinderella gefüllt sind, und zwar in einem aufwendigen Gold-Glasmosaik ausgeführt. Die Kontinuität dieser Idee finde ich wunderschön, und die Ausführung ist wirklich phänomenal! Die Tierkreis-Uhr und dieses Goldmosaik sind für mich die pittoresken Highlights, die ich - entgegen der hingetupften übrigen Optik - gerne detailliert, wenn auch in Maßen stilisiert umsetzen möchte. Die Mosaikwand habe ich im Netz tatsächlich nur in einem einzigen Foto vollständig wiedergegeben gefunden. Der Fotograf hat sich die Mühe gemacht, aus mehreren Einzelfotos ein stimmiges Panorama in guter Auflösung herzustellen, und das habe ich in die bestehenden Bauteile eingefügt. Hier sehen wir die originale Hallenkonstruktion von Alan Rose, vergrößert und um das Mosaik ergänzt.


    Zum Zeitpunkt dieses Baus habe ich mich mit der inneren Architektur des Schlosses, mindestens der großen Halle, noch überhaupt nicht beschäftigt. Dies sollte sich als großer Fehler, mindestens als sehr voreilig erweisen.


    Die ganze Halle muß natürlich angehoben werden, da ich - wie bereits beschrieben - den fehlenden Sockel ergänze. Hier sehen wir die Unterkonstruktion (wiederum von unten), die den Hallenboden tragen wird.


    Ich bin schon wieder "unchronologisch" und zeige hier schon die Grundplatte, deren Bau ich noch gar nicht präsentiert habe... Sorry, das hole ich im nächsten Post nach. Hier habe ich die Hallen-Unterkonstruktion bereits auf die Platte geklebt, und um die Oberfläche zu schonen, lege ich die Deckfolie des Klebevlieses auf und beschwere den ganzen Bau ordentlich, damit der Boden plan wird.


    Das ist das Problem, wenn man diese Bilderstrecken erst in zeitlichem Abstand sichtet, man verliert die ursprüngliche Reihenfolge ^^ Aber irgendwann habe ich den Rückstand in den Posts aufgeholt, und dann werde ich den Bau in Echtzeit präsentieren.

  • Weiter im Text:


    Die Grundplatte: 10 mm starke MDF-Platte, 60 x 84 cm groß, also A1.

    Diese Platte wird vollfächig mit Neschen-Klebevlies bezogen, zweigeteilt, weil das Vlies nur 40 cm breit ist. Dieses Vlies ist besser geeignet als z. B. doppelseitiges d-c-fix, weil es viel dünner ist und speziell zum Kaschieren von Papier entwickelt wurde. Es klebt blasenfrei und ist extrem dünn, aber natürlich einseitig mit Schutzpapier bedeckt. Der Stoß quer in der Plattenmitte ist sehr wichtig fürs Beziehen: Selbst bei kleineren Formaten sollte so vorgegangen werden.


    Die Grafik für die Grundplatte habe ich aus einem Originalfoto entwickelt: Im Netz gibt's Fotos "von oben", und ein recht nettes dieser Art habe ich in InkScape als Bitmap vektorisiert, mit 6 Farben. Dabei wird das Foto in sechs einzelne bzw. übereinanderliegende jeweils monochrome Farbschichten umgewandelt. Der Witz dabei: obwohl das Foto diffus-bunt ist, kamen bei der Vektorisierung ziemlich exakt die Farben des Schloß-Bausatzes zustande, also hell, grau, blau und braun. Ich mußte also gar nichts weiter modulieren, damit die Basisgrafik zum einen einen stilisierten Effekt aufweist und zum anderen in genau den gleichen Farben gehalten ist wie das Schloß selbst!


    Jetzt wird das Grafikpapier - Hahnemühle Fine-Art-Print, extrem matt! - ganz exakt auf die Platte positioniert, und wenn dies perfekt geschehen ist, an einer Schmalseite fixiert.


    Das Papier wird zurückgeschlagen, und die Schutzfolie auf der entfernten Hälfte abgezogen.


    Mithilfe der abgezogenen Schutzfolie und eines Rakels wird die Grafik nun von der Mitte zum Ende/nach außen hin angestrichen. Durch die vorherige exakte Positionierung paßt alles perfekt!


    Das schlimmste ist damit schon vorbei! Jetzt die Befestigung an der Schmalseite abnehmen, und den vorher beschriebenen Prozeß für die andere Hälfte vornehmen.


    Baumwollhandschuhe schützen die empfindliche Oberfläche des Drucks.


    Natürlich habe ich einen selbst erstellten Grundriß in die Grafik einkopiert, so daß ich alle Bauteile exakt positionieren kann.

  • Was für ein Aufwand!!!

    Ich bestreiche meine Grundplatten immer mit Buchbinderleim und klebe den Grundplattenbogen drauf und gut ist. Ok, an solche großen Formate würde ich mich nie ran wagen....

    Größte Bewunderung!!👌👍

    Nächste Projekte: Hamburger Michel, Konstantinsbogen Rom, Marcellus-Theater in Rom, Notre Dame de Paris (alle von Schreiber)

  • Wie hast Du die Größe der Grafik ermitteln können ? Wie konntest Du dich an der Größe der Gebäudeteile orientieren ?


    Viele Grüße

    Wolfgang

  • Oktavian: Ja, mit Buchbinderleim habe ich auch ganz gerne gearbeitet, allerdings war mein Vorrat eingetrocknet. Außerdem arbeite ich - besonders bei großen Formaten - gerne "trocken", mit BB-Leim ist das immer alles ein ziemliches Geschlumpse. Und, ganz ehrlich: "naß" würde ich mich an ein solches Format auch nicht wagen...


    Wolfgang: Insgesamt war alles eine ziemliche Rechnerei. Wie schon gesagt, ich habe den Maßstab meines vorhergehenden Schlosses von Robert Nava auch nur "deduktiv" ermitteln können. Wenn man dann alle üblichen Quellen heranzieht und vergleicht, also Wikipedia, US-Fanseiten, google-earth-top-shots, kann man einigermaßen gut einen "relativen" oder gar "annähernd sicheren" Maßstab ermitteln. Ich orientiere mich - der Einheitlichkeit halber - an der Höhe der Bauwerke, denn die stellt den eigentlichen Maß-"Stab" dar, Breite und Tiefe sind weniger kennzeichnend für ein solches Gebäude.


    Die für mich wichtigste Orientierung stellt die quasi-historische Bauzeichnung der Frontansicht dar:


    In InkScape läßt sich das in jedem Maßstab speichern, so daß man beim Abnehmen der Maße immer das echte mm-Maß zum Bauen parat hat. Die farbigen Flächen sind nicht direkt auf meine deliranten Zustände beim Bauen zurückzuführen, sondern stellen jeweils ein Rastermaß dar, das immer wieder als Grundlage für das Design von Einzelteilen dient.


    Zusammen mit originalen Fotos läßt sich ein ziemlich gutes Gefühl dafür entwickeln, wie die Proportionen gestaltet sein müssen. In der Tat stimmen die - übertragenen - Maße der Grafik mit den Fotos immer wieder erstaunlich exakt überein.


    Hier ein Beispiel für einen Top-Shot, der für die Analyse der Anordnung der Bauteile unerläßlich ist! Hier konnte ich auch erst erfassen, wie die ganze Struktur des Schlosses gestaltet ist. Es handelt sich - erstaunlicherweise - nicht um eine willkürliche Ansammlung von Komponenten, sondern um eine ziemlich ausgereifte Komposition.


    Einen solchen Top-Shot habe ich nun wieder auf meinen gewünschten Maßstab von 1:56 gebracht, und dann meine berechneten bzw. bereits gebauten Komponenten darauf arrangiert. Das geht natürlich alles immer nur annähernd, aber doch mit einer - für mich selbst immer wieder - erstaunlichen Exaktheit!


    Das Foto alleine reicht natürlich noch nicht, sowohl der Grundriß des Bausatzes (oben) wie auch diverse Fundstücke aus dem www dienen immer wieder als Referenzen.


    Hier die Anordnung meiner berechneten/gebauten Komponenten, die dann natürlich mittig auf dem Maß der Grundplatte arrangiert werden.


    Obwohl der Bausatz von Alan Rose grob erscheint - ich nenne es lieber impressionistisch - kann man an einem solchen Detail gut erkennen, daß er sich an der gleichen Ansichtsgrafik orientiert haben muß wie ich: Hier sieht man ein Bauteil, daß ich aus dem Original - mittels Umrechnung - auf den Maßstab 1:56 gebracht habe. Die pinke Fläche darüber ist die von mir völlig neu berechnete Dachfläche, nur anhand meiner Ansichts- und Flächenanalysen. Die Kongruenz ist - wie ich finde - absolut erstaunlich! Das ist nur EIN Beispiel, diesen Effekt stelle ich immer wieder fest! Das erleichtert mir in vielen Fällen die Adaption der Originalteile in die von mir neu berechneten: meistens reicht ein bloßes Ausschneiden und geringfügiges Anpassen (Strecken, Stauchen, Skalieren) der einzelnen Teile. Eher selten muß ich ich Flächen völlig neu gestalten bzw. aus kleineren Stücken zusammensetzen.

  • Erst als ich den gesamten Eingangsbereich schon fertig hatte, habe ich beim Studium der Fotos entdeckt, daß die Eingangshalle von innen ganz anders aussehen muß.


    Schon beim Bauen hatte ich mich gewundert, daß a) eine Stufe in der Halle ist, die am Ende der Halle wieder runtergeht, und daß diese Stufe in die seitlich angedeuteten Bögen ragt. Das ist natürlich völliger Unsinn, ich weiß nicht, wie Mr. Rose darauf gekommen ist, und warum b) er eine Stufe dazuerfunden hat, die auch konstruktiv überhaupt keinen Sinn ergibt. Eigentlich dachte ich "kann man jetzt nix mehr machen...", dann dachte ich "wollnwa ma sehn". Ich habe also aus dem fertig gebauten Teil mit Skalpell und Pinzetten alles herausgerissen, was nicht reingehört, und einen eigenen Entwurf für das Innenleben gemacht.


    Die Seiten haben authentische Türen bekommen, ich habe eine Spitzbogendecke eingezogen (die allerdings - zugegeben - auch nicht authentisch ist), und der Boden ist jetzt plan und geht eben in die große Halle über.


    Es war die Hölle, das zu machen, aber hinterher ist man dann doch erleichtert.


    Und dann kommt schon der nächste Terror! Man mißt und mißt und zum Schluß ist alles Mist! Ich habe mich mit dem Grundriß der Eingangshalle irgendwie vertan, und jetzt stimmt die Grafik nicht mit dem Bauteil überein, und das mittig frontal!


    Nun ja, dem Ingeniör ist nichts zu schwör! Der abgerissene Eingang hat mir sowieso nicht so gut gefallen, und so habe ich jetzt den Kunstgriff unternommen, einfach ein halbes Brückensegment anzusetzen. Dies schließt exakt mit der Vorderkante der Grundplatte ab, so daß man - bzw. irgendeiner meiner Erben - praktisch eine komplette weitere Grundplatte davor setzen könnte, die dann den ganzen Eingangsbereich inklusive der vorderen Hälfte des Brückensegments trägt.


    Es sieht so tatsächlich viel einladender aus.


    Wie man sehen kann, hat die Platte mittlerweile ein umlaufendendes Leinenband als Kantenschutz bekommen, erhältlich von Neschen in mehreren Farben (und sauteuer, zugegeben).

  • Jetzt werden die Türme auf die Grundplatte geklebt.


    Das geht - ausnahmsweise mal - weitgehend problemlos, denn die exakten Positionen habe ich auf der Grafik markiert.

    Und ich freue mich natürlich, daß so kleine Teile wie dieser Appendix des rückwärtigen Fußbodens, der praktisch nur aus schiefen Winkeln und einer minimalen Aussparung auf 1/3 Höhe zum ausgestellten Sockel besteht, dann tatsächlich auf den Zehntelmillimeter genau paßt!


    Hier geht's dann mit der zentralen Halle los. Dies ist das Prunkstück des ganzen Schlosses, ausgestattet mit einer gigantischen Wand mit Gold-Glasmosaiken, die Szenen aus dem Cinderella-Märchen darstellen. Es gibt - nach meiner Recherche - tatsächlich im Netz nur ein einziges Foto eines Enthusiasten, der dieses Panorama aus mehreren Einzelfotos in guter Auflösung professionell zusammengesetzt hat. Allerdings mußte ich das Foto dann trotzdem in diverse Einzelteile zerlegen und nachbearbeiten, da die Abstände der Felder voneinander abgewichen sind und die Umrandungen oben abgeschnitten waren, so daß ich sie ergänzen mußte. Ferner hatte ich mir die Aufgabe gestellt, wirklich nur die Motivfelder als "Highlight" naturalistisch und farbig als Foto darzustellen, die Umgebung aber gemäß dem übrigen Entwurf zu abstrahieren und schwarzweiß zu machen. Eine Vorläuferversion der Halle hatte ich bereits gebaut, ehe ich in meinen Recherchen entdeckt habe, daß Alan Rose hier - wahrscheinlich mangels Fotos - doch sehr frei in der Interpretation war. Also wurde diese erste Halle ins Altpapier gegeben und alles-alles-alles neu geplant. Für mich keine einfache Aufgabe, denn mit Geometrie hab' ich's nicht so, und die Länge der Seitenwände und des Bodens geht über ca. 40 cm (knapp A3), hat unzählige Versprünge und Bezüge zu anderen Teilen, natürlich alles mit Papier beklebt, und erforderte wochenlange Planungsarbeiten.


    Hier noch einmal die Grafik vor dem Tapezieren.


    Der echte Knaller bestand dann darin, die Halle - und dazu den gesamten rückwärtigen Bereich - mit Architektur zu füllen! Denn eigentlich ist das rückseitige Innenleben der Höhepunkt des ganzen Schloßbaus. Allein die Planung des ganzen hat mich viele Nerven gekostet, denn es gibt zwar unzählige Fotos, aber kaum welche von innen, und wenn, dann sehr dunkel, oder mit Fischaugen-Effekt, oder aus zu weiter Entfernung. Um aus diesen ganzen Einzelinformationen ein schlüssiges Gesamtkonzept zusammenzusetzen, daß dann einigermaßen in das grundsätzliche Raster paßt. Die Zwischenwände habe ich aus 2mm-Finnpappe gebaut, beidseitig mit 120er Papier (bedruckt) tapeziert. Die Details der Säulen händisch mit Skalpell auszuschneiden, war - sagen wir mal - aufwendig.


    Hier nimmt schon alles Formen an...

    Vor allem der hintere Bereich, vorne im Foto, war in der Planung einfach irre! Ein komplettes Neudesign meinerseits war allerdings erforderlich, weil Alan Rose sogar eine hintere Staffelung zuviel (!) eingebaut hatte. Dazu dann auch wieder diverse Stufen hoch und 'runter, die es überhaupt nicht gibt.

  • Das ist ja der Wahnsinn.... :thumbsup:

    Ist ja komplett from scratch..


    Sieht grossartig aus.


    Kann man die Halle später noch sehen ?


    Viele Grüße


    Wolfgang

  • Zaphod: Danke! Was mich dieses Schloß bis jetzt schon an Verzweiflung gekostet hat, kann ich gar nicht beschreiben! Aber wie das so ist: das Schloß fordert von mir gebaut zu werden, ich kann da nichts machen...


    Wolfgang: Das ist wie bei meinem Automodellbau, eigentlich möchte ich gar nicht from scratch bauen, mir liegt die Interpretation des Vorhandenen viel mehr. Aber - eins gibt das andere! Man will's ja auch schön haben, und schon muß man dies, und dann das, und dann noch das... Ja, die Halle kann man noch sehen, siehe Fotos unten. Natürlich nicht mehr in der Totalen, aber das ist im wirklichen Leben ja auch nicht der Fall.


    So sieht's dann von oben aus...


    Ein Detail von außen/hinten.


    Und so blickt man dann von außen ins Innere.





    Jetzt geht's mit den Außenmauern weiter, die ich - Segment für Segment - im Uhrzeigersinn erstelle. Allerdings werden sie noch nicht fixiert, denn ich werde sie höchstwahrscheinlich gemeinsam mit den Dachplatten einsetzen müssen.


    Hier ein erster Test mit Papier, ob es überhaupt auch nur einigermaßen hinkommt, aber ich bin - erstmal - recht zufrieden. Doch bis dahin wird's noch ein bißchen dauern...

  • Und weiter:


    Dieses südöstliche Mauerelement ist eines der bisherigen Highlights des Baus - auch im negativen Sinn. Die endlosen Verschränkungen verschiedener Ebenen, kombiniert mit Winkeln, Radien, Ausschnitten, Versprüngen etc. zu konzipieren hat mich an die Grenzen meines räumlichen Vorstellungsvermögens gebracht - und darüber hinaus.


    Natürlich mache ich immer Teststücke, um den Winkeln und Bezügen ganz praktisch näherzukommen.


    Bei diesem "Vorsatzstück" mußte ich ohnehin meine Fantasie spielen lassen, weil die unteren Mauerteile eigentlich etwas ausgestellt sein müßten, ich mir dies aber grundsätzlich gespart habe. So mußte nun der untere Teil dieses breiten Risalits nach hinten abgeschrägt werden, um einen Anschluß herzustellen.


    Die beiden Seitenstücke haben wahrscheinlich am längsten Planungs- und Probierzeit verschlungen.


    Hier das fertige von mir entworfene Mittelstück.


    Zum Vergleich links das original Bauteil.


    Die westlichen Mauersegmente.


    Und die östlichen.


    Alle Mauersegmente haben hintere Stützpfeiler bekommen. Damit stehen sie einigermaßen senkrecht, und die Oberkanten dienen gleichzeitig als Auflagepunkte für die Dachplatten, die wohl den nächsten Bauabschnitt darstellen.


    Jetzt bin ich mit meinem Baubericht - endlich - in "Echtzeit" angekommen. :)

  • Das Problem bei der Abwicklung hast Du doch hervorragend gelöst.


    Das wird ja ein ganz schöner "Brocken" :thumbsup:

    Viele Grüße


    Wolfgang

  • Wolfgang: ...ja, brauche immer die Herausforderung, irgendwas neues zu machen, bei dem ich nicht weiß, ob's klappt :cool: Das ganze wird tatsächlich ziemlich gewaltig! Ich hoffe, daß ich das Schloß, wenn's irgendwann mal fertig wird, überhaupt heile die Treppe herunterbekomme...


    Es geht weiter mit den Dachplatten. Die verlaufen über drei Ebenen, erstrecken sich mit insgesamt sechs Teilen über ca. 53 x 54 cm, sollen eben sein, stabil und natürlich den akademisch erstellten Grundrissen auf allen drei Ebenen entsprechen. So 'ne Art Quadratur des Kreises... Ich arbeite mit drei bzw. vier Grundrissen: Dem originalen Foto, einem Bauplan aus dem www, dem Grundriß von Alan Rose und meinen bisher gesammelten InkScape-Modulen. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie gut all diese Grundlagen aus völlig verschiedenen Quellen letztendlich übereinanderpassen!


    Für mich ist es immer wichtig, die geometrischen Bezüge herauszufinden, das gibt dem ganzen Bau die notwendige Struktur. Die rückwärtigen Bauten z. B. entsprechen in ihrer Anlage einem halben Zehneck, dessen (voller) Mittelpunkt wiederum dem Mittelpunkt des ganzen Schloßbaus entspricht. Als ich die abgewinkelten hinteren (hier: unten) Außenmauern entworfen habe, war mir das noch gar nicht klar, und ich habe die seitlich abgeschrägten Elemente mit 144,2 ° entworfen. Der jeweilige Winkel eines Zehnecks beträgt 144,0 °! Not that bad :D


    So sehen die beiden Teilen der hinteren Dachplatten im Entwurf aus. Leider muß ich zwei Hälften machen, da das gesamte Teil ca. 43 cm breit ist und somit definitiv das A3-Format sprengt. Das komplette Teil ist auch zu tief, um es diagonal auf A3 zu bekommen.


    Den Ausschnitt für den runden NW-Turm mache ich mit meinem japanischen Kreisschneider. Da dieser materialschonend arbeitet und dementsprechend keinen Dorn hat, ist die feste Positionierung auf Karton immer etwas schwierig. Jetzt füge ich in die Grafiken einen zentrierten Mittelkreis ein, stanze diesen mit einem Locheisen aus und kann so den Auflageteller des Geräts sicher positionieren.


    Um die Platten einzufügen, waren tatsächlich einige, aber nur wenige und minimale Anpassungen ans bestehende Modell notwendig.


    Alan Rose hatte die Dachplatten blau angelegt, aber das ist mir zuviel Konkurrenz für die blauen Turmhauben. Außerdem handelt es sich auch in der Realität nur um einen grauen Belag, nicht um eine irgendwie gestaltete Fläche. Für meine Grafik habe ich die originale blaue Fläche genommen, auf "farbenblind" gefiltert und mit der von mir entworfenen Form ausgeschnitten.


    Hintere Stützelemente sorgen für maximale Festigkeit und bilden gleich die Auflagefläche für die nächste Dachebene.


    Die - leiderleider - unvermeidliche Mittelnaht, aber immerhin ist sie mir wirklich maximal exakt und sauber gelungen.


    Die Grafiken habe ich wieder auf 120er Papier gedruckt und auf 2mm-Finnpappe mit Klebevlies aufgezogen. Damit erspare ich mir den mühseligen Umgang mit Kleber und die daraus resultierende Notwendigkeit, auf der Rückseite ebenfalls kaschieren zu müssen. Mit der Rückseite zu beginnen war deswegen notwendig, weil ich im Augenblick nur hier bereits "feste" Elemente habe, an die ich andocken kann. Es wird schwierig genug, die Grundrisse auf allen Ebenen und über die ganze Fläche so zu arrangieren, daß zum Schluß alles perfekt paßt...

  • Zaphod: Danke! Ist schon gut wie man mit sowas gezwungen wird, alle verschlafenen Geometriestunden der Klippschule nachzuholen...


    Syrrenholt: Danke! Sehe ich auf Deinem Profilbild auch einen Schloß-Grundriß?


    Jetzt mache ich erst einmal die Teile, die ich schon vor langer Zeit entworfen und ausgedruckt habe. Ich mag es nicht, wenn soviel aufläuft, und so gibt's jetzt erstmal die nördliche Balustrade. Da ich im Matheunterricht nie aufgepaßt habe, haben mich die trichterförmigen Sockel unter den runden Balkons vor eine gewisse Herausforderung gestellt: konisch, abgeschnitten, und dann noch über einen 144°-Winkel gezogen! Ich habe im Netz ein Hobby-Programm gefunden, daß Konusse (oder Konüsse?) auf Knopfdruck berechnet und gleich als .svg-Datei auswirft, sehr hilfreich! Allerdings mußte ich dann noch etwas rummachen, um aus dem vollen Konus den gewünschten Abschnitt zu erhalten. Mein Rechenweg wäre von meinem alten Mathelehrer wahrscheinlich mit 6 bewertet worden, aber geklappt hat's doch!


    Das ganze war notwendig, weil Alan Rose diese runden Sockel überhaupt nicht gemacht hat, sondern nur einfache Winkel als Silhouette unter die Balkons gesetzt hat, die zudem auch nicht weit genug über die Fläche hinausgestanden haben. Was tut man nicht alles...


    Zusätzlich mache ich natürlich auch gleich Rück- bzw. Innenseiten, damit's schön wird. Das Design der Balustrade habe ich übrigens auch selbst gemacht: Das Originalmuster war nicht schlecht, hatte aber einen entscheidenden "Webfehler". Ich habe dann ein Originalfoto genommen, es in eine Bitmap umgewandelt, um einen stilisierten Effekt zu erreichen, und habe das Design auf s/w gesetzt und mit Elementen aus der aquarellierten Originalgrafik kombiniert (obere und untere Leiste). Dadurch fügt sich das ganze recht harmonisch in das Gesamtbild ein und sieht trotzdem akkurater aus.


    Weiter geht's mit den östlichen Mauerelementen, hier das südöstliche bzw. der aufgesetzte Mittelrisalit. Links das Musterstück, mit dem ich die von mir entworfene Form erst einmal in der Konstruktion getestet habe, rechts das fertige Element.

  • @Otto: Danke! Tja, eigentlich wollte ich den Bogen ja nur "straight" bauen, ohne irgendwelche Veränderungen. Dann wollte ich den Maßstab an mein voriges Schloß anpassen, d. h. den aktuellen Bogen auf 2,11 skalieren, und dann ergaben sich aus dieser Vergrößerung notwendige Ergänzungen bzw. Detaillierungen, damit es wieder gut aussieht. Und dann wird's immer komplizierter, denn die Größe erfordert eine entsprechende Statik, und dann ist man auch schon im "Lebenswerk" drin. Für ein Kartonmodell, daß auf dem Dachboden landen wird (mangels Platz in der Wohnung)... Wahnsinn, aber notwendig! :D


    Im Augenblick kann ich nicht ausdrucken, und so nutze ich die Zeit für on-screen-Entwürfe:


    Die Dachplatten der ersten Etage sind noch nicht fertig, aber ich komme mangels Ausdrucken dort augenblicklich nicht weiter. So wende ich mich gleich dem nächsten Schritt zu, dem zentralen Hauptgebäude, an das sich dann praktisch alle anderen Komponenten terrassenartig anschließen. Hier wieder der fortgeschrittene und entsprechend wirr aussehende Zwischenstand. Die Herausforderung besteht darin, daß alle - noch so winzigen! - Komponenten über mehrere Zwischenschritte mit unzähligen anderen Komponenten verbunden sind bzw. ein Raster ergeben müssen. Damit wird der Entwurf zum Schachspiel: man muß immer mindestens zwanzig Züge vorausdenken! Und man kann eben nicht "nur" das eine Gebäude planen, sondern muß - anhand der Grund- und Aufrisse - auch gleich alle anderen Ausgreifungen mitdenken. Das alles muß dann aber wieder auf die schon physisch vorhandenen Komponenten abgestimmt werden, bei denen es - trotz aller Akkuratesse - natürlich doch ein, zwei Millimeter Abweichungen zu den errechneten Maßen gibt...


    Hier ein paar Beispiele: die südöstliche Fassade des Haupthauses im Original (rechts) und meine Umsetzung dazu, die natürlich nach einem dreidimensional ausgefertigten Balkon schreit. Damit müssen alle dafür notwendigen Teile erst einmal geschaffen werden und so konstruiert, daß ich es dann auch umsetzen kann.


    Die südwestliche Fassade, links im Original, rechts meine Umsetzung: Fensterbank, rautierte Fensterscheiben, bossierte Umfassung.


    Der westliche Fenstererker: Der Halbsockel ist bei Alan Rose nur als Front ausgeführt, ich benötige natürlich einen dreiseitig geschlossenen Korpus. Die Proportionen mußte ich leider verändern, an irgendeinem Punkt stimmen Vorlage und Fotos/Aufrisse dann doch nicht mehr überein, und es muß passend gemacht werden, was nicht paßt...


    In Mathematik habe ich immer zwischen sechs und sieben gestanden, und somit ist auch Geometrie ein Buch mit sieben Siegeln für mich! Umso größer die Herausforderung, die notwendigerweise neu zu schaffenden seitlichen Zwickel zu konstruieren, mit drei Seiten, die - aufgrund der Grundfläche (oberer Pfeil) alle spitzwinklig zueinander stehen - nur in welchem Winkel? Irgendwie bekomme ich's dann doch hin, aber es kostet mich Nerven...

  • Nachdem die Außenmauern alle eingebaut sind, wird nun die Westfassade vervollständigt.


    Sicherheitshalber werden für die Vorbauten Dummys aus einfachem Papier gemacht, mit denen ich erst einmal die Paßgenauigkeit teste - und, ob ich überhaupt alles richtig konstruiert habe. Die Verschneidungen der Dachschrägen mit den runden und eckigen Türmen, den freien Winkeln, den Überständen und den Konsolen sind doch ein bißchen tricky...


    Hier nun die "echte" Version.


    Die Dachflächen drucke ich auf dieselbe Papierqualität, aber in hellblauer Ausführung. Das läßt das gedruckte Blau etwas leuchtender erscheinen, als wenn ich die Dächer auf das helle Papier drucken würde, das ansonsten für das gesamte Schloß verwendet wird.

    Fertig!


    So sieht's dann im ganzen aus.



    Und noch ein kleines Schmankerl: Nachdem ich nun doch immer mehr Details in den Bau einfüge, habe ich das originale Wappen aus einem Foto kopiert (ganz oben) und mittels Umwandlung in Bitmaps dem Look des Modells angenähert.


    Hier noch die alte Version des Bausatzes...


    ...und hier die neue "echte" Ausführung.

  • Die doppelten Querbögen in der großen Halle sind ja schon lange fertig und sehr schön - aber da geht noch was: Ich werde die Längsteilung ebenfalls mit Bögen ausführen.


    Gesagt - getan.


    Und nicht vergessen: Too much is never enough! Also gehören in die nun entstandenen Kassetten auch noch die Kreuzgewölbe.


    Hier sind übrigens die westlichen Dachplatten zu sehen, die schon fertig eingesetzt sind.


    Hier noch mal das Gewölbe im Detail. Viel Materialeinsatz, viel Arbeit, aber...


    ...hat sich gelohnt, oder?


    Das Licht von oben fällt natürlich weg, sobald der Deckel drauf ist.


    Trotzdem bleibt - auch bei Unterleuchtung mit Stableuchte - ein geradezu verwirrend märchenhafter Eindruck!


  • Sieht großartig aus.

    Das ist wahrscheinlich megastabil bei so viel Kreuzgewölben und eingesetztem Material :thumbup:

  • Marco: Beleuchtung! Elektrik!!! Hach, damit steh ich auf Kriegsfuß... Mein Großvater war Elektriker, aber der Funke ist nie auf mich übergesprungen (ein Wortspiel :cool: ). Ich habe ernsthaft überlegt, so eine OLED-Folie mit der Deckenplatte einzuziehen, eigentlich die einzig mögliche elegante Lösung. Aber dann habe ich gesehen, was alles passieren kann, wenn man diese Folien schneidet, und was man alles tun muß, damit's dann zum Schluß funktioniert...! Aber: Ich verspreche, die große Halle wird nicht unbeleuchtet bleiben ;)


    Zaphod: Danke! Unendlich viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt, und darauf kommt's ja beim Hobby immer nur an!


    @O'Brian: Ja, stabil ist es! Darauf achte ich bei (all) meinen Disney-Schlössern immer. Eigentlich ist es ja völlig egal: Ich bin während des Baus vorsichtig, und wenn's fertig ist, bleibt sowieso nur der Platz auf dem Dachboden, wo's nie wieder jemand sieht. Und trotzdem habe ich ein besseres Gefühl, wenn alles den Eindruck erweckt, für die Ewigkeit zu sein. Deswegen steife ich ja auch alle Wände und Böden mit 2mm-Pappe aus.


    @Otto: Das freut mich auch, danke! Es ist alles mühsam, aber wem erzähle ich das! Wie schon berichtet, Kartonbau ist eigentlich gar nicht meine "Heimat", aber ein Mann muß tun, was ein Mann tun muß, nicht wahr?


    @Reinhard: Vielen Dank! Gut, das man vorher nie weiß, was alles auf einen zukommt! Eigentlich sollte das ja ein ganz einfacher Bau werden, ohne große Komplikationen. Aber: You only live once :D


    Klaus: Dankeschön! Hier veröffentlichen zu können, ist durchaus Antrieb für mich, trotz aller Katastrophen weiterzumachen!


    Dieter: Vielen Dank! So ganz langsam vollende ich jetzt auch den gesamten Unterbau, und dann wird's richtig dramatisch, wenn's in die Höhe geht...!


    Nachdem die kleineren nördlichen und westlichen Dachplatten bereits eingesetzt sind, wird's nach nur neun Wochen Planung Zeit, die letzte, größte östliche Dachplatte anzugehen. Los geht's mit 2mm-Finnpappe.


    Der sauberen und einfachen Arbeit halber wird die zukünftige Oberseite mit Neschen-Klebevlies ausgerüstet.


    Das ist die Grafik für die Unterseite, die an den Außenrändern kleiner gestaltet ist als die Oberseite, die - wegen der Zinnen-Auskragungen - weiter über die Mauern hinaussteht.


    Dieser einfache Druck wird mit Hilfe eines Kleberollers (fantastische Erfindung!) auf die Unterseite der Finnpappe fixiert.


    Die mitgedruckten Markierungen werden mit einem 14,5er Locheisen ausgestanzt, damit der Kreisschneider sicher positioniert werden kann.


    Vorteil dieses japanischen Kreisschneiders: er hat keinen Mitteldorn. Nachteil: er hat keinen Mitteldorn. Dadurch verrutscht er leicht und das Ergebnis wird schnell unbrauchbar.


    Ein für mich unverzichtbares Werkzeug!


    Nachdem unterseitig alles exakt ausgeschnitten wurde, kann die Druckgrafik wieder entfernt werden.


    Hier die Oberseite mit dem Klebevlies.


    Der in Geometrie erfahrene Modellbauer ahnte es schon: mit den über Eck angeordneten Kreisausschnitten läßt sich die Dachplatte nicht mehr einsetzen, jedenfalls nicht, wenn alles andere schon steht und man kaum noch Möglichkeiten zum Verkanten hat. Also muß die Platte auseinandergeschnitte werden, was nicht sooo schlimm ist, weil oben ja eine einteilige Papierdecke aufgebracht wird.


    ...es geht gleich weiter...

  • Ich habe diese Dachfläche circa neun Wochen lang angepaßt und bearbeitet... und - ganz klar - es paßt nie wirklich exakt! Umso wichtiger, nun einfach zum - vorläufigen - Finale zu kommen. Dies ist der endgültige Ausdruck auf Gmund-Papier, was jetzt nicht paßt, muß passend gemacht werden. Der Ausdruck wurde so exakt wie irgend möglich placiert, kräftig festgehalten, eine Ecke der Schutzfolie des Klebevlieses angeritzt und abgezogen, so daß eine Ecke des Ausdrucks unverrückbar fest aufgeklebt wird. Dann können peu à peu alle anderen Areale fixiert werden.


    Kennt noch jemand die Raumschiff-Enterprise-Zeichentrickserie aus den 70ern? Mr Spock hatte da drei Arme - eine, wie ich finde, durchaus sinnvolle Ergänzung menschlicher Physis. Den Ausdruck halten, die Schutzfolie abziehen, nebenbei fotografieren und dann noch alles feststreichen, da hat man zu tun...


    Aber - halb so wild, das letzte komplizierte Plateau ist nun "drin", nicht fehlerfrei und nicht problemlos, aber es ist wie es ist. Die mittlere Platte über dem großen Saal kommt als letzes, ist dann aber tatsächlich problemlos, schon weil diese Fläche völlig unter den Aufbauten verschwindet und dort auch keine Bauteile exakt positioniert werden müssen.


    And now for something completely different: Wie schon mehrfach gesagt, eigentlich wollte ich den ganzen Bau "einfach" halten. Nun sind mittlerweile doch schon so viele Details dazugekommen, daß mir die Eingangsfront nun doch ein bißchen zu flach vorkommt.


    Der Balkon soll dreidimensional werden, also muß ich wieder allen Mut zusammenehmen und eine - für mich wenigstens - reichlich komplizierte Geometrie entwerfen, die sowohl dem Original nahekommt, als auch irgendwie modellbauerisch handhabbar ist. Nach einigem Schädelrauchen ist ein brauchbares Objekt herausgekommen.


    Die farbigen Flächen werden dann nur noch (haha) mit Mustern gefüllt, auf das gute Papier gedruckt, gerillt, geschnitten...


    ...und nach nur wenigen Minuten (gröl!) ist der Balkon fertig!


    Und natürlich hat der Balkon auch Innenseiten, schon alleine der Stabilität wegen, aber auch, weil ich natürlich das originale Design der Platte überdecken will.


    Das Maßwerk der Balkons und Brüstungen ist eine der wenigen Sachen, die ich - nach reiflicher Überlegung - durch ein adaptiertes Foto (per Bitmap) ersetzt habe. Die Umsetzung durch Alan Rose war ehrenwert, weist aber doch eklatante Schwächen auf, so daß ich nur (?) hier mit dem Design aus Originalfotos arbeite.


    Tja, und so sieht's dann jetzt aus!


    (und gleich noch ein Post...)

  • Das Wappen hatte ich Euch ja schon für die rückwärtige/nördliche Brüstung präsentiert, hier kommt es noch einmal zum Einsatz. Insgesamt bin ich mit disesem Detail doch recht zufrieden.


    Aliens? Ja, ich weiß, falsches Comic-Universum, aber ich habe letztens noch eine weitere Baustelle eröffnet, indem ich nach langwierigen Versuchen begonnen habe, meine guten alten Schlümpfe zu entlacken und neu zu bemalen - Luxusschlümpfe sozusagen. Dies ist der erste, und der fühlt sich offenbar wohl im Cinderella-Schloß.


    Hier zum Vergleich ein Foto des Balkons aus der Erbauungszeit um 1971.