Seeunfall PIDDER LYNG/ SRK RUHR STAHL am 08. Januar 1968 am Dagebüller Deich

  • Ich habe über den Bau der Autofähre PIDDER LYNG, des SRK RUHR STAHL und über die Konstruktion vom Schwimmkran MAGNUS berichtet. Dies drei Schiffe werden für das Diorama benötigt. Eine Besonderheit dabei ist der Schwimmkran. Gehoben wurden die Fähre und der SRK vom Schwimmkran MAGNUS II. Nur durch umfangreiche Recherchen, Vergleichsrechnungen und die freundliche Unterstützung eines Harms Prokuristen, konnte ich feststellen, das der MII aus einem MULUS Transportponton zu einem Schwimmkran umgebaut wurde. Er hatte nur eine spärliche Ausrüstung an Deck und musste geschleppt werden. Die Übereinstimmung der Fernsehbilder von damals mit den Fotos im Prospekt Harms Bergung Hamburg, bestätigen die Recherche. Ich habe nun also noch einen Schwimmkran gebaut, der 70 x 25m misst. Die Länge entspricht in 1:250 der Höhe eines DIN A4 Blattes. Bei der Ausstattung des Decks kann ich aber glücklicherweise auf den MAGNUS zurückgreifen. Ich kann euch jetzt schon einmal die 3 "Teilnehmer" des Dioramas präsentieren. Wenn der Schwimmkran ausgestattet ist, geht es darum, die Größe des Dioramas festzulegen, und zu entscheiden was alles dargestellt werden soll. Darüber werde ich nächstes Mal berichten.


    Viele Grüße aus Heide von Volker

  • " MAGNUS " als Hansa Beschreibung 1964


    Moin Zusammen;


    die Hefte der Hansa wurden in den 50ger bis 70ger Jahren als Abtl. Schiffbau herausgebracht. Es ist ans und für ich eine gekürzte Jahresausgabe. Also von ca, 2500 auf 1.500 Seiten.


    Man trifft auch Schätze im Schiffbau und versteht was die Werft angetrieben hatte.

    Der Schwimmkran " MAGNUS " wurde als Beschreibung. mit Zeichnung veröffentlicht.

    Das kam 1964 . 1963 wurde ein Querschnitt der von A &R veröffentlicht.


    An sich für Kartonmodellbauer und Sammler ein Schatzkiste.


    Auch sind Neubauten der Flender Werft veröffentlicht die man keines Blickes gewürdigt hat. Kabelleger und mehr; und zu guterletzt HDW Kiel eine Draufsicht der Werft 1964/ 64.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Ich bin nun nach längerer, krankheitsbedingter Abwesenheit wieder am Bautisch. Welch ein Glück. Ich kann etwas berichten über die Ausstattung des Schwimmkrandecks und euch die Technik beschreiben, wie ich die Trossen an dem Hebearm angebracht habe. Die Bilder zeigen folgendes: 130: Schnitt durch MAGNUS II, um die Maße für die Längen der Trossen zu ermitteln. Die unterschiedlichen Längen ergeben sich aus Originalsituation(Bild 138). 132: Hebearm fixiert, obere Umlenkrolle erhöht. 133: 2x 6 Trossen auf Länge geschnitten. 134: Trossen auf die Umlenkrolle mit Haken angeklebt. 135: Das Gesamte wird nun an der oberen Umlenkrolle befestigt. 136: Wieder wird alles fixiert, um den Hebearm um 180 Grad drehen zu können.137 + 139: Jetzt werden die rückseitigen Trossen befestigt. 141: Fertig!!


    Weiter geht es mit der Decksausstattung. Beste grüße von Volker

  • Für die Decksausstattung kann ich auf meinen Entwurf des MAGNUS Schwimmkrans zurück greifen. Der Hebearm bekommt bewegliche Umlenkrollen. Das Deck selber ist sparsam, nur mit dem notwenigsten ausgerüstet. Poller, Winden zum aufwickeln von Trossen, Mannlöcher, Winden zum Heben des Arms und des Hakens, und eine Reling, dargestellt durch ein Seil an Pfosten befestigt. So soll es einmal aussehen. Auf dem Bild seht ihr einen Anfang davon. Zum Teil fertig gestellt, zum Teil noch 2 dimensional.

    Grüße von Volker


  • Na denn aber es fehlt der Niedergag zu den Räumen de Besatzung. Sie wurde komplett unter Deck untergebracht.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Jetzt werden die rückseitigen Trossen befestigt. 141: Fertig!!

    Das klingt sehr leichtfüßig! Toll mit welcher Akkribi Du die Arbeitsschritte beschreibst. Es kommt ein tolles Ergebnis dabei heraus.


    Ich bin weiter gespannt!


    Beste Grüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Ich habe an Deck 8 Mannlöcher, in Form vom 1 x 1m großen Öffnungen, versehen mit Verschlußrädern, angebracht. Einige davon führen wohl zu den Mannschaftsräumen. Die Decksausstattung ist nun abgeschlossen. Vorlage dafür ist eine Luftaufnahme, die 5 Schwimmkräne beim Heben eines Saugbaggers zeigt. Die Decksausrüstung dieser sog. Maluskräne, ist auf das Geringste reduziert.Um die Fähre richtig anhängen zu können, musste ich folgendermaßen vorgehen: Abstand der StB-Seite der Fähre zum Kran festlegen. Hebearm ankleben und stützen.Fähre Auf eine Erhöhung stellen. Sie soll ja später in der Luft hängen. Das Unterwasserschiff wird der Länge nach in 3 gleiche Teile geteilt, und an den entsprechenden Punkten die vorbereiteten Trossen mit Fixo Gum befestigt: waagerechtes austarieren.Es werden Trossenenden mit einer Öse gefertigt, die in die Haken eingehängt, und an die Trossen am Bootskörper angeklebt werden.

    Damit die Fähre beim Transport nicht in Schwingungen gerät, wird Heck und Bug der Fähre am Schw-Kran mittels Trosse befestigt. Nun hängt alles vorschriftsmäßig.

    Zum Abschluss und zum Größenvergleich noch ein Treffen von Magnus II (groß) und Magnus I. Nun sind alle Schiffe für das Diorama fertiggestellt und sogar das Tochterboot der RUHR-STAHL heißt jetzt TÜNNES. Es folgt nun der Modellbau für die Örtlichkeit mit all seinen Details. Ich verschwinde jetzt erst einmal zu einer Anschlußheilbehandlung. Ihr müsst euch also mit der weiteren Entwicklung etwas gedulden.


    Beste Grüße von Volker

  • Ich bin endlich wieder zu Hause!! ich hatte nun Zeit über die notwendigen Maße des Dioramabrettes nachzudenken. Herausgekommen sind 40x 90 cm. So kann ich auch die hinter dem Deich liegenden Häuser darstellen. Auch habe ich endlich ein Deichprofil der 1960/70iger Jahre gefunden, und konnte nun die Spanten für den Deich herstellen. Ich kann euch 2 Bilder zeigen, die die Situation einigermaßen erkennen lassen. Bei dem ganzen rumgetüttel, fiel mir ein, dass es vielleicht schöner aussieht, wenn ich das Diorama perspektivisch aufbaue: vorne breiter, hinten etwas schmaler. Mal schauen, was am Ende dabei herauskommt.

    Grüße von der Nordseeküste von Volker


  • Entschieden habe ich mich für einen verjüngenden Zuschnitt der Dioramaplatte. 85cm lang, vorne 45 und hinten 35cm. Ich habe sie 2x mit Bootslack lackiert, damit sie keine Feuchtigkeit aufnehmen und sich nicht verbiegen kann. Den Raum zwischen den Deichspanten habe ich terrassenartig mit Wellpappe aufgebaut. Später wird mit Molto Fill, der mit feinem Sand(dadurch erhoffe ich mir einen besseren Verbund der Spachtelmasse) versetzt wird, auf die entgültige Form aufgespachtelt. Das Finish erhält der Deichkörper durch eine Lage feinen Vlies, der wiederum mit Molto Fill abgespachtelt, sodaß sich eine glatte Oberfläche ergibt. Eine Deichtreppe landseitig wurde schon geliefert und angebaut. Für die Wasserfläche habe ich zur Probe ein Tempotaschentuch mit dünnem Tapetenkleister auf das Holz aufgetragen. Zu meinem Erstaunen und meiner Freude ergab sich eine leichte Wellenstruktur, wie ich sie mir gewünscht hatte. Da das auflaufende Nordseewasser wegen des Schlickbodens immer irgendwie grau-braun-schwarz erscheint, habe ich eine Mischung hergestellt aus den Farben grün, braun silbergrau, schwarz. Auf dem Foto ist es die oberste Farbe. Der matt glänzende Effekt wurde durch den Auftrag von seidenmatten Acryllack erreicht. Die glänzenden Flächen sind das Ergebnis von Modellwasser der Firma Busch. Ich finde den seidenmatten Acryllack besser, und werde damit die Wasserfläche versiegeln. Soweit erst einmal.

    Grüße von Volker

  • Moin Volker,

    es ist auch mal eine schöne Variante, wenn ein Zulieferer die Treppe mal vorbeibringt, wenn der Deich noch nicht fertig ist. (Spaß)


    Ich bin gespannt wie das in "natura" aussieht, nächste Woche.


    Neugierige Grüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • So, es ist viel passiert bis zu diesem Zeitpunkt. Wenn alles gut geht, kann man das Diorama am 01. Nov. in Büsum auf der Kartonbauausstellung im Museum am Meer besichtigen. Aber der Reihe nach. Das Aufspachteln des Deichprofil mit Moltofill, den ich mit feinem Sand versetzt hatte, hat gut geklappt. Einmal noch geschliffen und dann eine dünne Ausgleichsmasse zum Abschluss, ergab ein gutes Deichprofil. Die Deichfläche habe ich mit grüner Farbe bemalt, um einen farblichen Untergrund für das Bestreuen mit Modellgras zu schaffen. Nach umfangreichen Nacharbeiten hab ich tatsächlich eine schöne Grasfläche geschaffen. Das Perspektivenbild am Ende der Platte ist an die Örtlichkeit angelehnt. Die Häuser hinter dem Deich und das Abschlussbild habe ich in Grautönen gehalten, um zu verdeutlichen, dass das Wesentliche sich vor dem Deich abspielt. Die Fußwege sind mit feinem, lehmfreien Sand bestreut. In die Kuhle am Deichfuß, die der Sturm ausgespült hat, habe ich Kies in Kittifix geklebt. Für die Wasserfläche wurden Tempotaschentücher satt mit verdünntem Tapetenkleister eingerieben. Fast automatisch ergab sich eine leicht Wellenstruktur. Morgen, wenn alles getrocknet ist, wird das Meer aufgemalt und mit seidenmatten Lack übergestrichen. Und dann geht es nach Büsum!!!!

    Grüße von Volker


    Für Nils: deine Deichkonstruktion hat mir sehr gut gefallen. Erfordert sie doch ein großes Maß an Genauigkeit. Sehr gute Art der Konstruktion.


  • Hallo Renee, ich pflichte Dir ganz und gar bei!

    Hallo Volker : sehr beeindruckende Arbeit!

    Mit besten Grüßen aus Hagen

    Christoph



    "Der Mensch ist nur da in der vollen Bedeutung des Wortes Mensch wo er spielt und er spielt nur da, wo er Mensch ist."
    Friederich Schiller


    :!: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es den "Hohenhof" in Hagen als Kartonmodell geben soll :!:

  • Christoph und Renee,

    danke für eure Anerkennung des Modells. Auf de Büsumer Ausstellung wurde es eingehend betrachtet. Trotz eines umfangreichen Besucherstromes konnte ich die Uferfußböschung des Deiches anschütten. Bilder folgen, wenn ich die Schafherde au8fgestellt habe.

    Bis dahin alles Gute wünscht Volker

  • Nun ist das Diorama fertig, bis auf 3 Kleinigkeiten. Es fehlen noch PKW's vom Passat-Verlag, die Binnendeichs aufgestellt werden sollen und ein Treibselsaum, wie er sich nach einem Hochwasser ergibt. Das Heckwasser des Schleppers muss noch verbessert werden und dann kommt die Anfertigung der Plexiglasabdeckung. Beim Bauen fällt einem immer irgendetwas ein: der Kran braucht ja einen Schlepper, weil er selber antriebslos(das ist ja doppeldeutig) ist. Zum Glück fand ich in dem Harms-Prospekt eine Maßstabsgetreue Abbildung des bei der Reederei Harms eingesetzten Schlepper ARGUS. Ich brauchte ihn nicht ganz neu zu bauen hatte ich doch den Flensburger Museumsschlepper BUGSIER 9. Den habe ich um 5m verkürzt, einen Aufbau nach Bildvorlage hergestellt und mit allem Notwendigen des Schleppers ARGUS versehen. Es ist ein schönes Modell geworden. Als weitere Belebung des D. habe ich einen Festmacher hinzugefügt, der die Leinenverbindung zwischen Schlepper und Kran herstellen soll.Zu der Wasserfläche soll ich noch folgendes sagen: Ich habe Taschentücher als Unterlage verwandt, und diese mit dünnem Tapetenkleister mittels breitem Pinsel aufgeklebt. Damit die dabei entstehenden Wellen immer eine selbe Ausrichtung haben, muss man vorher die Ausrichtung der Papierfasern feststellen: Taschentuch zwischen beide Hände nehmen und langsam zerreißen. Dabei erkennt man den Verlauf der Papierfasern. Lage des Taschentuches merken und alle gleichermaßen aufkleben.


    Ich danke allen die sich mit erhobenem Daumen und schönen Texten für mein Diorama begeistert haben. Danke!!


  • Die Materialien für das D. habe ich meinem Garten entnommen und entsprechen gesiebt weiter verarbeitet. Geklebt habe ich die Wasserbausteine in Kittifix, und anschließend zart mit Tapetenkleister übertupft. Es ergibt eine gute Stabilität. Für den Kran habe ich im Wasser eine Fläche ausgehoben, damit er nicht auf, sondern im Wasser liegt. Ebenso für den Schlepper. Die Figuren und die Schafe sind Peiserfiguren 1 : 220, handbemalt. Das hat direkt ein wenig Spaß gemacht. Nur das Verteilen auf dem D. war sehr schwer. All dies Entscheidungen sie zu positionieren, und der Streit beim Schiffspersonal, wer wo hin wollte und dem Anderen seinen Platz nicht gegönnt hat. Aber schließlich hat alles geklappt und ich finde, die Figuren beleben das D. auf eine ganz besondere Art. So jetzt gibt es nichts mehr zu erzählen, nur noch Bilder anzuschauen. Nächstes Jahr bin ich wieder im Internationalen Schifffahrtsmuseum in Hamburg. Da wird man es bestaunen können.

    Viele Grüße von Volker

  • Moin Volker,


    ich erkenne die Anordnung der Schafe wieder :thumbsup:


    Es ist ein tolles Ding geworden und der knuffige Schlepper hats echt in sich!


    Begeisterte Grüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Danke für all eure anerkennenden Worte. Es ist wie der Applaus für den Schauspieler. Nun lese ich, wie sehr sich die Monatelange Arbeit gelohnt hat. Nochmals herzlichen Dank.

    Beste Grüße von Volker

  • Ahoi Volker,


    gerade habe ich eine Reportage über die damalige Strandung gesehen:


    Unsere Geschichte: Als die Winter noch kalt waren - hier anschauen
    Die Winter im Norden hatten es früher noch in sich: Schlittschuhlaufen auf der Alster, Schneezauber im Harz und auch auf den Inseln klirrende Kälte. 'Unsere…
    www.ardmediathek.de


    Ab Minute 34:00 gehts los.


    Viel spannende Freude beim Anschauen.



    Gruß

    Jo

  • Danke für den Hinweis auf den Filmbeitrag! Für mich spannend, weil ich die Ruhr-Stahl auch als RC-Modell im Maßstab 1:25 besitze, und mir so die Vollrumpf-Perspektive des Kreuzers sehr vertraut ist.

    Aber nach dem Ansehen des Filmes die Frage an Volker: warum hast Du die Strandungsszene in den Sommer verlegt? Hätten die Eisschollen und Schneeflächen am Deich nicht gereizt?
    Mit herzlichem Gruß, Ulrich

  • Hallo Ulrich, die aufnahmen der damaligen Bergungssituation zeigen, dass am Deich weder Eisschollen noch Schnee war. Deswegen sieht die Situation so aus wie ich sie dargestellt habe. Du hast aber in sofern Recht mit Kritik, dass das Gras auf dem Deich, im Winter sicherlich nicht so grün ausgesehen hat. Man mag mir diesen Mangel verzeihen.

    Gruß Volker

  • Hallo Volker, meine Frage war nicht als Kritik gemeint. Und so hast Du auf dem grünen Deich ja auch die schöne Schafherde unterbringen können!

    Mit herzlichem Gruß, Ulrich

  • ich wollte den Begriff "Kritik" nicht überbewerten. Alles gut! Ja die Schafe. 60 St. Preiserfiguren. 7 davon sind schwarze Schafe geworden.

    Klebegrüße von Volker

  • Ein glaubhaftes Arangement. Sieht klasse aus.


    Wintergrüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun