Marcel Bloch MB.152C1 / Wydawnictwo WIR / 1:50

  • Hallöchen,

    Ich starte hier mal einen Baubericht.

    Die 1:50-Flieger von Marek Pacinsky eignen sich wunderbar als Zwischendurchmodelle, finde ich. Deshalb habe ich die 4 Stück, die ich schon gebaut habe, wenig bis gar nicht dokumentiert. Die gröbsten Lernerfahrungen habe ich hinter mir, so werden es mittlerweile keine totalen Bananen mehr. Die Kniffe der Modelle kenne ich so langsam, also kann ich dazu ein bisschen was erläutern. Ausserdem ist es höchste Zeit, dass der Name Pacinsky in diesem Forum mal etwas reingewaschen wird (ich hoffe der Schuss geht nicht nach hinten los :D)

    Ausgesucht habe ich mir einen kleinen Franzosen, hauptsächlich wegen der Bemalung, da wurde ich in Mannheim etwas angefixt. Spanten werden gleich auf 0.5mm Finnpappe verstärkt.

    Die Druckqualität bei den WIR-Modellen scheint mir ein bisschen willkürlich zu sein. Manche sind leicht glänzender Digitaldruck (?), andere wiederum scheinbar Offsetdruck.

    Bei diesem Modell glänzt es vor sich hin. Das ist zwar im Endprodukt ganz schick, aber besonders bei Falzen und Schnittkanten bröselt es leider gerne ein bisschen. Dafür ist der Druck ziemlich Robust, was Begrapschen und Feuchtigkeit betrifft. Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden und nehme es, wie es kommt.

    Den Anfang mach der Rumpf rund um's Cockpit. Eine Inneneinrichtung ist zwar nicht vorgesehen, aber die Option wird einem gelassen, was ich ganz nett finde.

    Was auffällt, sind wie gesagt die Schnittkanten, wo die Farbe sich gerne mal verabschiedet. Mit Aquarellfarben kann es ein bisschen versteckt werden, den Glanzgrad kriegt man aber natürlich so nicht hin. Also nicht zu genau gucken.

    Der Rumpf wird nach hinten Segment für Segment verlängert. Die Modelle dieses Verlags sind alle als "Spant-auf-Spant" konstruiert.

    Nach ein paar Fehlschlägen, Spalten und Absätzen in Rümpfen bin ich jetzt bei folgender Baureihenfolge angekommen:

    - Rumpfsegment runden und mit Klebestreifen schliessen

    - Hinteren Spant (meist nach zurechtschleifen) einkleben

    - Vorderen Spant an die Rückseite des vorherigen Segments kleben (auch hier vorher zurechtgeschliffen)

    - Segment über diesen Spant verkleben

    Das hat bei diesem Modell ganz gut geklappt, weil man so fast schon eine Klebelasche hat, und kann in aller Ruhe trocken anpassen kann.

    Weiter in Brienz:

    Das Leitwerk wird vorbereitet, und zusammengesteckt. Bei den Vorderkanten der Flügelprofile bricht die Farbe auch schnell, das macht aber der Aquarellkasten fast komplett unsichtbar.

    Die Kehlbleche bereiten mir immer Kopfzerbrechen. Mein Vorstellungsvermögen reicht einfach nicht aus um sie gut vorzuformen. Und die zweidimensionalen Seiten- und Grundrisse der Anleitung helfen da nur wenig. Also gehe ich anders vor.

    Das Papier bei diesem Bogen löst sich leider schnell in Schichten auf, besonders bei engen Rundungen. Das hat aber den grossen Vorteil, dass man die Papierstärke ohne viel Mühe quasi frei wählen kann. Danach können die Kehlbleche mit nur wenig Vorformen am Werkstück eingepasst werden. Vom Ergebnis war ich doch positiv überrascht. Es ist trotz gefühlter Murkserei doch ganz sauber geworden. Für die Zukunft möchte ich es aber anders machen. Vielleicht eine Kopie wie oben anpassen, damit ich eine Vorlage zum vorformen habe.

    Für das Spantengerüst der Flügel hat es noch gereicht, dann war Brienz auch schon vorbei.

    Soweit der Aktuelle Stand.

    Liebe Grüsse

    Lorenz

  • Es geht weiter mit den Flügeln

    Der Teilehaufen, der sich da vor einem offenbart, verursacht erstmal Kopfkratzen. Nach etwas probieren und hinhalten wird dann klar, dass ein Flügel jeweils aus den drei grössten Teilen besteht, die Streifen sind Klebelaschen für die Verbindungen. Dadurch ergibt sich dann die Ausbeulung in der Tragfläche, in der das eingefahrene Fahrwerk Platz finden würde. Hier, wie bei diesen Modellen üblich, nicht mit ausgebildetem Fahrwerkschacht.

    Das ganze passt wunderbar um das Spantengerüst, so wird alles verklebt und unter die Kabine gesetzt.

    Nun möchte ich mich dem Cockpit zuwenden. Die (undurchsichtige) Kanzel des fliegers wäre laut Teilenummern schon lange verbaut. Irgendwie hat es mich aber doch gejuckt, das Ding zu verglasen. Besonders weil die Haubenform auch ohne Tiefziehen annehmlich aussehen dürfte.

    Im Bogen ist, wie gesagt, keine Inneneinrichtung mit dabei, so ganz ohne wäre doof, auch mit umfärben der weissen Flächen. Erst wollte ich etwas ganz rudimentär improvisieren, dann kam mir aber die Idee, mal auf ecardmodels zu schauen. Einen kurzen E-Shopping-Ausflug später konnte ich mir dann das passende Cockpit (auch von Marek Pacinsky) von 1:33 auf 1:50 runterskalieren.

    Ein kurzer vergleich der beiden Bögen zeigt: es handelt sich wirklich um exakt die gleiche Grundkonstruktion, nur dass beim 1:50-Modell vieles, innen und aussen, stark vereinfacht wurde.

    Aber auch das Cockpit in 1:33 ist nicht übermässig detailliert, perfekt zum skalieren.

    Jetzt geht es also darum, das ganze (eigentlich viel zu spät) Irgendwie in das Modell reinzuoperieren. To be continued...

    Liebe Grüsse

    Lorenz

  • Hallo nochmal

    So, der Pilot kann einsteigen.

    Ich hatte alles im Inneren auf 80g-Papier ausgedruckt, das hat aufgrund der Grösse auch gereicht. Die Innenhaut musste ich noch zuschneiden und das Armaturenbrett konnte ich nur noch mit Knicken einbauen. Ansonsten merkt man der Konstruktion eigentlich nicht an, dass sie runterskaliert wurde. Schön ist das ganze bei genauerer Betrachtung nicht mehr, war doch schon ein ziemliches Gewurstel und Gekleister. Aber es muss ja zum Glück nur als Hintergrundkulisse dienen.

    Die kleinsten Details wie Schubhebel und Pedale habe ich weggelassen, Steuerknüppel und Zieloptik lagen noch drin.

    Der Spalt zwischen dem Hinteren Teil der Kanzel und dem Rumpf ist in echt auch noch sichtbar, wird hier aber durch die dunklen Schatten ziemlich hervorgehoben. Die Spanten darunter hatte ich zwar schon verkleinert, es hätte aber offensichtlich noch ein paar Zehntel mehr vertragen.

    Jetzt geht es an den Grund für die ganze Inneneinrichtung, die Verglasung wird nochmal spannend

    Liebe Grüsse

    Lorenz

  • Es geht langsam weiter, dieses "Zwischendurchmodell" hat es dann doch in sich. Ist natürlich auch selbsverschuldet :D

    Die Verglasung habe ich aus irgendeinem Folienrest hergestellt. Die Folie kann man mit Hitze ganz gut in Form bringen. Weil die Scheibe klein genug ist, reichte die Flamme einer Kerze.

    zwei Fehlversuche später (im Bild), war dann das Ergebnis (nicht im Bild) gut genug.

    Zur Abwechslung habe ich noch Cowling und Probeller gebaut, dann alles montiert. Neu dazugekommen sind auch die Kehlbleche zwischen Rumpf und Flügel.

    Es sei angemerkt, dass die Kehlbleche zeitlich vor dem Motor angebracht werden. Die Cowling passt zuerst wunderbar über das Modell. Die Kehlbleche verstärken den Rumpf aber in der Höhe, sodass ich erstmal mit der Rasierklinge wieder Platz machen musste. Das sieht man in Bild Nr. 25, mittig an der Flügelvorderkante.

    Was jetzt noch kommt, befindet sich fast alles auf der Unterseite des Modells. Unter der Cowling fehlte noch der Lufteinlass/Auspuff. Die Flügel kriegen einen Radiator und zwei Beulen für die Maschinengewehre. Am Leitwerk komme ich mit den Verstrebungen an meine Grenzen. Ich sag mal es hat einen Grund, dass ich nur eine Seite zeige :D

    Die "Fahrwerkschächte" sehen aktuell noch etwas doof aus, jetzt geht es aber an das Fahrwerk selber, was die schwarzen Flatschen hoffentlich noch etwas verschleiern wird.

    Schritt 1 zum Fahrwerk, Reifen schleifen.

    bis demnächst

    Liebe Grüsse

    Lorenz

  • Hallöchen

    Es hat etwas länger gedauert, als geplant, aber das Modell konnte ich jetzt fertig bauen.

    Das Fahrwerk besteht aus etwas mehr Teilen, als ich es von dieser Art von Modellen bisher gewohnt war. Zur stabilisierung habe ich 0,4mm, bzw. 0,2mm Kupferdraht verwendet.

    Einfach nur verklebt, würde das ganze nicht das Gewicht des Flugzeugs halten. Jeweils ein Tröpfchen Sekundenkleber an den Kontaktpunkten stabilisiert alles zwar, es ist aber immernoch mit Vorsicht zu behandeln.

    Was dann noch fehlte war Kleinkram wie die Bewaffnung, Antennen und... ja was ist das eigentlich vor der Cockpithaube für ein Rohr? Eine Pitotröhre ist ja schon am Flügel, also wird es teil der Zieloptik sein?

    Auf jeden Fall war es das damit. Ein paar Fotos zum Abschluss:

    Die Cowling, bzw der Motor ist auch beim Vorbild um 3° nach links geknickt, um dem Drehmoment entgegenzuwirken.

    Alle "Röhren" sind aus Papier mit einem Kern aus Draht gerollt. Die sahen wegen des empfindlichen Drucks und auch wegen meiner Fähigkeiten allesamt sehr durchgekaut aus. Mit einem Lackstift bemalt, fällt das ganze aber zum Glück nicht mehr auf.

    Schlussfazit:

    Also ein kompletter Fehlschlag ist der Bogen nicht. Es war alles passgenau, bis auf die Cowling, wie im vorherigen Beitrag beschrieben. Allerdings vermute ich, dass der Bogen auf einem 1:33 Modell basiert, und zur Vereinfachung einfach Dinge wie Fahrwerkschacht, Ruder und Motor entfernt wurden. Andere Kleinteile sind dann wieder so klein, dass sie etwas aus der Reihe tanzen. Irgendwie will sich so kein richtig stimmiges Gesamtbild ergeben - zumindest beim Bau.

    Dieser Umstand, und vor allem die eigenwille Druckqualität haben dem Bauspass für mich einen Dämpfer verpasst, da mochte ich andere 1:50-Pacinsky-Modelle bisher lieber. Trotzdem bin ich ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Das Cockpit war ein interessanter Versuch, und die "Verglasung" wertet das ganze schön auf, finde ich.

    Es wird auf jeden Fall nicht mein letzter 1:50-Flieger gewesen sein, nach diesen wechselhaften Details habe ich aber irgendwie Lust auf "was richtiges" in 1:33 bekommen. Mal schauen wohin die Reise noch so führt.

    Jetzt nochmal danke für die Aufmerksamkeit und die vielen Daumen!

    Liebe Grüsse

    Lorenz

  • Hallo Lorenz,

    die Bloch ist Dir sehr schön gelungen und macht optisch ordentlich was her!

    Ehrfurchtgebietend wirken auf mich die langen Bordkanonen.

    Was Du ansprichst, ist in der Tat die Zieloptik, die ins Cockpit hineinreicht. Der Pilot musste sich dann vorbeugen und da durchlinsen, sicherlich im Luftkampf gegen andere Jäger keine besonders leicht zu haltende Pose.

    Was mich immer gewundert hat: Wieso macht man sich die Mühe einer Tarnbemalung, wenn man einen Flieger vorne und hinten dann derart knallbunt anstreicht?

    VG

    Zaphod

  • Hey, Lorenz,

    also, mit dem Ergebnis brauchst du dich wirklich nicht verstecken. Ich finde die Mühle sehr ansprechend.
    und hübsch gebaut sowieso.

    Viele Grüße

    Till

    Is das Kunst, oder kann das wech?

  • Was mich immer gewundert hat: Wieso macht man sich die Mühe einer Tarnbemalung, wenn man einen Flieger vorne und hinten dann derart knallbunt anstreicht?

    Hey, Zaphod,

    siehste mal, das fand ich auch immer seltsam. Da kann man die ganze Kiste auch gleich grellpink lackieren.

    Is das Kunst, oder kann das wech?

  • Habt iht schonmal versucht aus dem Cockpit heraus Freund und Feind zu unterscheiden? :)
    Dann wisst ihr warum das so bunt ist ;)
    Diverse Simulatoren und FPV Fliegerei untermauern das. Es ist sauschwer :D

  • Wolfgang Pesek August 26, 2025 at 7:41 AM

    Added the label Completed
  • Hallo,

    diese auffällige Bemalung wurde der restlichen französischen Luftwaffe nach der Niederlage gegen das Deutsche Reich 1940 als Kennung befohlen! Das sogenannte Vichy-Frankreich durfte nach wie vor eine kleine Luftwaffe behalten, aber diese Flugzeuge mussten durch die gelb-rote Streifenkennung als freundliche Flugzeuge gekennzeichnet werden!

    Herzlich, Martin