Das Mausoleum von Halikarnassos (Eigenbau, 1:160)

  • Liebe Freunde,


    heute am Pfingstsonntag habe ich endlich etwas Zeit, euch an meinem Projekt teilhaben zu lassen, das ich in den letzten 5-6 Wochen produziert habe und mit dem ich dann doch schneller fertig geworden bin, als ich dachte:


    Das Mausoleum von Halikarnassos.

    Dieses war ja, wie ihr vielleicht wisst, eines der Sieben Weltwunder der Antike, 368-350 v. Chr. für den Satrapen (Kleinkönig) Mausolos und seine Frau (und Schwester) Artemisia im neugebauten Zentrum seiner Residenzstadt Halikarnassos (heute der bekannte Badeort Bodrum in der Türkei) errichtet.

    Die ausführenden Künstler sollen nach Strabon und Vitruv Bryaxis aus Karien (Nordseite), Leochares von Athen (Westseite), Timotheos (Südseite) und Skopas von Paros (Ostseite) gewesen und es soll von vollendeter Schönheit gewesen sein. Der Bautyp "Mausoleum" (= prunkvolles Grabmal) hat sogar seinen Namen davon bekommen.


    Nach Teilzerstörungen durch mehrere Erdbeben im Mittelalter stand es dann noch recht lange und wurde erst um 1530 endgültig zerstört, als die Malteserritter ihre dortige Burg ("Petrum" --> Bodrum) aus seinen Steinen errichteten..... ;( Heute liegen in Bodrum am originalen Ort nur noch diverse Säulen- und Mauerstücke, die keinerlei Eindruck davon geben, wie das Bauwerk ausgesehen hat. Die wichtigsten Teile befinden sich in British Museum in London: viele Platten eines großartigen Amazonenkampf-Frieses (es gab auch ein Kentaurenkampf und ein Wagenlenker-Relief), Teile von Löwen, eine Hälfte eines großartigen riesigen Pferdes (von der bekrönenden Quadriga [= Vierer-Pferdegespann], sowie die beiden einzigen, halbwegs erhaltenen (d. h. aus zahllosen Stücken wieder zusammengebauten) Statuen eines Mannes und einer Frau, genannt "Mausolos und Artemisa" (die Benennung stimmt aber natürlich nicht).


    Es gibt kein brauchbares Kartonmodell von diesem legendären Bau, was mich letztlich dazu motivierte, dieses Modell zu versuchen zu realisieren.


    Soweit, so gut, nun aber zu den Problemen:

    Selbst die gewieftesten Archäologen wissen nicht, wie das Mausoleum ausgesehen hat, denn es gibt keinerlei Darstellungen davon, keinen Plan, keine Zeichnung und keine Münzdarstellung. Nur Beschreibungen der o. g. antiken Historiker. Letztlich gibt es Dutzende von Mausoleums-Varianten.


    Deshalb entschloss ich mich, zu versuchen es zu bauen, wie es meiner Meinung nach ausgesehen hat. Möglichst exakt nach den historischen Angaben und auf halbwegs neuster Erkenntnis - insofern also fast schon etwas wissenschaftlich Neues, das es hier gibt! :P


    Das ist die heutige Fundstätte in Bodrum, die sieht echt deprimierend aus: :thumbdown:

    (Quelle: Wikimedia Commons, FollowingHadrian)


    Und das ist eine Zusammenstellung der oben erwähnten Fragmente:

    (Quelle: Pinterest)


    Und das hier ist die bekannteste Rekonstruktionsvariante, die zumeist gezeigt wird (nach Fritz Krischen aus den 1950er Jahren): Ein riesiger Sockel, dann eine ionische Säulenhalle, dann eine Pyramide als Dach und ganz oben drauf die erwähnte Quadriga:

    (Quelle: Wikimedia Commons; Nevit Dilmen talk).


    So, das war's dann erst mal für heute. Morgen vielleicht mehr.


    Viele Grüße

    Stefan

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  • So, jetzt kann es weitergehen.


    Meine Rekonstruktion basiert versuchsweise auf neuesten, oder zumindest neueren Erkenntnissen.


    Interessant (aber leider wenig bekannt) ist, dass ein englischer Forscher vor 25 Jahren rausgefunden hat, dass das Gebäude doch etwas anders aussah als man bisher immer angenommen hatte:

    - es war insgesamt 7 m niedriger (man hatte die Höhenangabe bei Plinius falsch gelesen)

    - der Unterbau ("Podium") war ein gutes Stück niedriger, als bisher immer gedacht (also nicht so turmartig hoch), so dass die Bauteile unterhalb der Säulenhalle gleich hoch waren, wie alles darüber.

    - Über der Pyramide befand sich eine sog. "Meta", also eine oben etwas zulaufende Spitze, ähnlich wie ein Obelisk, auf der dann erst die Quadriga stand (was auch Sinn macht, denn in über 30 m Höhe, perspektivisch verkürzt und teilweise verdeckt durch Halle, Pyramide und Zierfiguren hätte man sie sicher nur schlecht gesehen).


    Hingegen sind die Höhe, Größe und Säulenanzahl der Säulenhalle aufgrund der Säulenordnung (die immer feststeht) und durch Plinius' Angaben bekannt, ebenso die der Pyramide, denn man weiß, dass sie 24 Stufen (für die Regierungsjahre von Mausolos) hoch war.


    Dann streitet man sich über die Bauplastik also die Reliefs und Figuren, für die das Bauwerk ja sehr berühmt war. Wirklich archäologisch nachgewiesen sind aber nur 3 Reliefs (eines davon wohl innen in der Grabkammer) und neben der schon erwähnten Pferde der Quadriga viele wunderschöne Löwenfiguren, deren Reste überall um die Ruine herumlagen und die vielleicht oben am Dachrand standen.

    Etliche Forscher nehmen auch Massen an Figuren an (so auch auf der einen Zeichnung oben), die entweder unten am Sockel (der zurückspringend gewesen wäre, was aber nicht sein kann) gestanden hätten, vor allem aber in der oberen Säulenhalle hinten. Das macht aber keinerlei Sinn, denn das Grabmal war sehr wahrscheinlich nicht zu besuchen oder zu besteigen und man hätte die weit hinten, unter der Kassettendecke stehenden Figuren von weit unten schlichtweg nicht sehen können. Bei mir stehen die Statuen nur vorne, zwischen den Säulen, wo man sie auch von unten gesehen hat. Weniger ist mehr!


    Ich weiß, dass ist jetzt alles sehr viel Fachsimpelei und für manche vielleicht unverständlich. Ich wollte einfach nur mal meine Überlegungen zu diesem legendären Bauwerk darlegen, um euch zu verdeutlichen, dass ich versucht habe, das Ganze so weit wie möglich wissenschaftlich zu machen (nach meinem Dafürhalten natürlich, das muss ja nicht stimmen).


    Der langen Rede kurzer Sinn, das Grabmal sieht dann bei mir so aus:

    Unten also niedriger, oben mit der erwähnten zusätzlichen Spitze.

    Mein "Steinbruch" war eine sehr schöne Zeichnung für eine Publikation, die ich im Netz fand, und die ich zumindest für die groben Steinoberflächen verwendete. Anders als bei dem wunderbaren Schreiber-Modell vom Parthenon in Athen (das ich natürlich auch habe) sind hier die Oberflächen gelblich, was mir sehr gut gefällt, da das dem berühmten Pentelischen Marmor entspricht, der mit der Zeit honiggelb patiniert (man kann das sehr gut z. Z. auf der Akropolis anhand der laufenden Restaurierungsarbeiten sehen, wo die neuen Steine hellweiß sind, die alten aber gelb). Eigentlich habe ich aber alles neu gezeichnet, die Auflösung hatte ja auch gefehlt.


    Und - tataaaaa! - das kam dann dabei heraus: Mein erstes komplett eigenes Modell in 1:160 auf insgesamt 15 DIN A4 Bögen (hoffentlich wird es nicht zu fitzelig werden, ich wollte es wegen des Platzproblems in meiner Wohnung aber nicht größer machen als auf 'ner Grundfläche von DIN A4):



    Das wars für heute, vielleicht gefällt es euch ja.

    Gruß Stefan

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  • Wow! Die alten Baumeister werden sich freuen, dass sich jemand mit ihrem tollen Werk beschäftigt und mit so viel Hingabe nachbaut.

    Ohne den Bau selbst zu kennen, bin ich mir sicher, dass der gesamte Bau exakt geometrischen Gesetzen folgt und diese auf beeindruckende Weise zum Ausdruck gebracht hat.

    Die tiefere Beschäftigung mit der Geometrie der alten heiligen Stätten ist eine ganz faszinierende.

    Ich bin gespannt, wie Dein Werk aussieht, wenn es fertig ist.

    Viel Spaß beim Basteln und wer weiß, vielleicht meldet sich ja einer der alten Baumeister bei Dir. 😉😊

  • Zaphod

    Deichtante

    Ganz lieben Dank für eure wertschätzenden Kommentare!


    Das ABC-Modell kenne ich von Bildern, ich hatte mir den Bogen irgendwo auch mal heruntergeladen. Es zeigt aber das Grabmal in einem reinen Phantasiezustand, der nicht wissenschaftlich ist. Das betrifft die Umgebung als auch das Bauwerk selbst in seinen Abmessungen nach Länge, Breite, Höhe.


    Mal sehen wie es bei mir wird. Ich bin sehr gespannt und werde berichten (dauert aber, bis ich dazu komme) und die einzelnen Schritte kommentieren.

    Viele Grüße Stefan

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  • Hallo Freunde,

    kurz vor der wohlverdienten Sommerpause möchte ich euch nun doch noch kurz an meinem aktuellen Bastelspaß teilnehmen lassen: Die 15 Bögen wurden letzte Woche ausgedruckt (famose Druckleistung in meinem Copy-Shop um die Ecke) und zwar lichtbeständig auf 160er Papier.



    Am Wochenende gings dann los, wenigstens der Unterbau (Podium) sollte werden. Leider horizontal nicht gaaanz exakt passend, von vorne sieht mans aber nicht.


    Was mir gut gefällt, sind die Farben. Die gelbliche Färbung erinnert wie gesagt an existierende antike Bauten, deren Marmor auf diese Weise patiniert. Auch der Untergrund gefällt mir, ebenso das Grau der Krepis:



    Die beiden Reliefs passten überraschend gut an den Ecken zusammen. Sie sind originalgetreu vom echten (!) Mausoleum in Halikarnassos genommen, d. h. von den im British Museum in London existierenden Platten (ist aber zweimal dasselbe, da nur vom unteren Amazonenrelief noch etwas vorhanden ist. Das schmale obere ist dann die Spiegelung des originalen unteren). Am Untergrund habe ich sie beide in dunkles Blau eingefärbt. Angeblich sollen sie in der Antike so ausgesehen haben (so ist im Schreiber-Modell vom Parthenon der berühmte Fries eingefärbt).

    Schön sind m. E. auch die ersten Stufen der (erst angefangenen) umlaufenden Krepis (Stufenunterbau) geworden. Auch die vertiefte Türe sieht schön aus.

    Was evtl. noch zu Schwierigkeiten führen kann: Die Teile sind arg klein, die Stufen sind gerade mal jeweils 3mm vorspringend. Aber ich wollte wegen der Platzprobleme bei mir, es nicht größer machen



    Innen ist dann wie immer die stabilisierende Pizza-Pappe drin:


    So das wars. Jetzt wird das alles eingemottet bis es im kühlen Herbst dann wieder Modellbau-Zeit ist.

    Ich kanns immer noch nicht fassen, dass ich das Selberzeichnen hinbekommen habe.

    Über Feedback und/oder Kritik/anmerkungen freue ich mich


    Liebe Grüße

    Stefan

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  • Lieber Stefan,

    ich bewundere Dein Werk schon jetzt und

    finde es großartig Dir dabei zusehen zu dürfen, wie Du von der Zeichnung bis zum fertigen Modell alles selbst machst und das auch noch von einem Bauwerk, dass nicht mehr existiert, wow!

    Ich könnte es nicht einmotten und bis Herbst warten.😊

  • Deichtante

    Hab' lieben Dank für das Lob und die Wertschätzung. Vorfreude ist die größte Freude.


    Und: Schaun mer mal wie's wird. Die Passungenauigkeit lag immerhin nicht an der falschen Zeichnung, sondern daran, dass ich die Seitenwand 1mm zu hoch eingebaut hatte..... Bei dem Mini-Maßstab muss man wirklich auf den mm genau bauen....

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  • So, jetzt habe ich mein Vorhaben doch gebrochen und weitergebaut. Die Neugierde war einfach zu groß, wie es aussehen würde und ich habe schon mal eine der ionischen Säulen probegebaut.

    Tatsächlich gab's kleine Schwierigkeiten: der untere Profilring sollte in doppelter Lage kommen und wurde dann aber zu dick. Und den Durchmesser muss ich etwas enger machen, damit alles zusammenpasst. Das Kapitell oben ist aber sehr schön. Die Konstruktion habe ich von vier ionischen Säulen im Schreiber-Modell vom Parthenon übernommen. Die untere Platte (Plinthe) soll nach historischen Angaben tatsächlich aus dunkelblauen Stein gewesen sein, die Kapitelle sind dann ebenso wie die Reliefs am Unterbau blau geworden. Ich finde das sieht ausgesprochen schön aus zusammen mit dem leichten Gelbton der Steine.

    Also ich bin sehr zufrieden und freue mich, dann später 36 Stück davon oben auf dem Grabmal aufstellen zu können.... :P


    .

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  • "iRonische Säule" - der ist gut :D Das Projekt ist ja fantastisch! Traumhaftes Sujet, edler Bau, tolle Gestaltung und fundierte und inspirierende Recherche! Als Kind hatte ich zuhause ein winzigkleines Bändchen mit den "Sieben Weltwundern" gefunden, wahrscheinlich aus der Vorkriegszeit. Die dort gezeigten Stiche (wie war das vor Photoshop...?) der Weltwunder haben mich endlos fasziniert! Natürlich habe ich dann als Siebenjähriger alle auswendig gelernt und mit meiner Schulfreundin haben wir uns gegenseitig auf dem Schulhof zu allen Details abgefragt... Ich werd ganz sentimentös, wenn ich das jetzt hier sehe... Weitermachen!

  • Lach. Uuups, das passiert, wenn man nachts zu später Zeit noch etwas schreibt, dazu noch mit Handy und der verfluchten Autokorrektur.... :P

    Danke. Ja, mir gefällts auch!! Und die Sieben Weltwunder hatten mich auch immer schon fasziniert.

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  • Genau diese innere Neugierde meinte ich,als ich schrieb nicht bis Herbst warten zu können.😊

    Sehr schöne Säule. Beachtenswert ist für mich auch die Anzahl der Säulen: 36 in der Quersumme wieder die 9. Ich könnte auch schreiben, die 9 auf der vierten Ebene. Die 4 ist die Zahl der Form, sie drückt sich aus als Quadrat. Passt ja ....

    Alles Liebe

  • Klasse 👍

    Viele Grüße


    „Wenn irgendwer auf meiner Beerdigung ein langes Gesicht zieht rede ich nie wieder mit ihm.“


    Zitat Stanley Laurel

  • Na, ihr hattet recht. Ich konnte es doch nicht aushalten und habe weitergemacht und den Stufenunterbau fertiggestellt und das umlaufende Gesims am Podium.....


    Ich muss euch allerdings beichten, dass dieses hier schon Mausoleum No. 2 ist. Das erste landete vor drei Tagen im Müll, da die Gehrungen an der Krepis überhaupt nicht hinhauten, ich die Stufen wieder abmachen wollte und dann alles riss. Ein Trauerspiel....


    Nun also das Ganze nocheinmal. Man muss bei diesem Minimaßstab extrem genau bauen, selbst für meine Verhältnisse. Beim umlaufenden Gesims passte dann leider gar nichts mehr, da ich die Gehrungen falsch gezeichnet hatte und stets 2-3 mm fehlten. Das konnte ich dann immerhin durch Einfügung von Teilen aus den doppelten Ausdrucken verbessern. Na ja, ich gebe zu, konstruktiv ist noch etwas Luft nach oben bei mir. Die Optik gefällt mir jedoch nach wie vor sehr gut.




    Vor die drei großen Stufen kamen dann noch jeweils drei kleine, da man sonst nicht hätte hochgehen können. Alles wohl unhistorisch, da man ja wohl wie gesagt nicht in oder auf das Grabmal gehen konnte, ebenso wie wohl die Türe. Die Eintiefung gefällt mir besonders gut.

    Sieht doch richtig echt aus, oder? ;)


    Fortsetzung folgt.

    Liebe Grüße

    Stefan

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  • Heute ging's dann trotz Hitze doch noch ein klein wenig weiter:


    Zuerst innere Stützen in Form eines Andreaskreuzes in 2 mm Pappe kamen rein (ein Stützzylinder war vorgesehen, aber der erwies sich als zu schwach).


       


    Dann "Deckel drauf" (und nicht "Deckel auf, heiß Wasser drauf" :D)


    Also ich bin sehr zufrieden bisher.


    Gute Nacht.

    Stefan

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  • Heute "säulte" es ganz kräftig: Die Cella des oberen Pteron (Säulenhalle) kam schon gestern mit dazu (mir gefällt der obere Mäander sehr gut!!), jetzt aber die ersten fünf Säulen.

    Ich finde sie mit ihrer Blaufärbung extrem schön. Stehen noch etwas schief und schepp, aber das wird sich später mit dem Architravbalken ausrichten lassen. Dazwischen ein Papier-Dummy für die späteren Marmorstatuen (Größenvergleich).

    Ich denke, das Ganze könnte etwas werden......



    Viele Grüße

    Stefan

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  • Liebe Freunde,

    ich war diese Woche doch sehr fleißig (trotz der Hitze!). 23 der 36 Säulen stehen jetzt, aber seht selbst (sehr schön ist auch die Ecksäule geworden):



    Hm, eigentlich wollte ich mir ja das Ding für die dunkle Herbstzeit aufheben...🤔 🤭

    Freue mich über Fragen / Kritik / Anregungen von euch.


    Liebe Grüße Stefan

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  • So, und weiter gehts.


    Ich war diese Woche dann sehr sehr fleißig und habe die Säulen alle fertiggestellt......


    ....Und dann auch schon alle vier Architravbalken aufgebracht. Jetzt steht alles halbwegs gerade und sieht gut aus. Ich bin von Mal zu mal begeisterter von dem Ding und dass es mir gelungen ist, es selbst zu konstruieren. Und die Farbgebung mit Hellgelb und Blau finde ich sehr, sehr schön....


    Die Gehrungen haben alle gepasst, jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass sie nicht zu füllig geraten sind, denn im nächsten Schritt kommen dann ja an den Vorderseiten die großen Abschlussprofile mit dem oberen Geison dran....


    (Blau ist zwar tatsächlich meine Lieblingsfarbe, aber es sieht auf den Bildern nur so aus, als sei meine ganze Wohnung in Blautöne gehüllt).


    Freu' mich auf eure Anregungen oder Kommentare

    Liebe Grüße

    Stefan

    Nächste Projekte: Hamburger Michel, Konstantinsbogen Rom, Marcellus-Theater in Rom, Notre Dame de Paris (alle von Schreiber)

  • Toll! Die Farben finde ich auch sehr gut gewählt und ich staune, was im Papiermodellbau alles möglich ist. Wirklich große Klasse.

    Lieben Gruß

    Sylvia

  • Deichtante

    Danke für deine Wertschätzung!! 😊

    Die Farben waren keine sehr große Sache: Die Mauerwerks-/Steinfarbe war durch die Rekonstruktionszeichnung , die ich im Netz fand, vorgegeben. (Noch etwas Archäologisches am Rande: Die Steinstruktur schmaler und breiterer Steine ist tatsächlich dieselbe, die auch Thomas Newton, der erste Ausgräber des Grabmals um 1860 in seinen Rekonstruktionszeichnungen angegeben hattte. Man kann annehmen, dass er noch mehr Steinmaterial, evtl. sogar im Mauerwerksverband dort vorgefunden hatte, als es heute gibt. So könnte meine Mauerstruktur tatsächlich vielleicht sogar die originale sein. Das wäre toll). Die blaue Farbe soll an den Reliefs ursprünglich gewesen sein und eben auch an den Plinthen der Säulen (= Grundplatten). An den Kapitellen der Säulen habe ich es dann sinngemäß ergänzt. Nach Zeichnungen von Newton gab es aber auch noch Rottöne, damit war ich wohl leider etwas zu sparsam, das kommt bei mir nur am Mäander oben in der Säulenhalle vor. Zeig ich euch dann....

    Liebe Grüße Stefan

    Nächste Projekte: Hamburger Michel, Konstantinsbogen Rom, Marcellus-Theater in Rom, Notre Dame de Paris (alle von Schreiber)

  • Kannst nix gegen sagen!

    Bislang prächtig gelöst, Stefan!

    Schön, dass man die Farbe noch nachvollziehen konnte und es nicht so vollgekleistert hat wie Knossos!

    Da wissen selbst Experten nicht, wie es ausgesehen hat...


    Gruß

    Klaus

    Wir bleiben immer Kinder, und,
    so klug wir auch sein mögen, wir behalten immer die Lust,
    mit scharfen Messern und spitzen Scheren zu spielen.

    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)


    Meine Modelle auf ecard: https://ecardmodels.com/vendors/hvc

  • Liebe Freunde,


    die letzten beiden Tage war ich sehr fleißig und es ging mit der Säulenhalle weiter, bzw. diese kam zum Abschluss.

    Die großen Hauptgesimse kamen auf allen vier Seiten ran und das hat auch im Westlichen gut geklappt. Weil alles so klein ist, musste ich aber an zwei Seiten je einen mm dazufriemeln, damit die ungeliebten Gehrungen alle passten. Im elektronischen Bogen muss ich das dann für zukünftig vielleicht noch abändern.

    Trotzden sah es am Ende aber sehr prächtig aus mit dem oberen Geison, das ich (mal wieder ) in Blau gemacht habe, sowie mit winzigen goldenen Löwenköpfen als Wasserspeiern dazwischen (sind in Resten erhalten). Wie gesagt winzig, aber sehr effektvoll:



    Dann kam ringsherum die sehr schöne Kassettendecke zwischen Säulen und Cella hinein. Jeweils eine große Kassette pro Säulenjoch, das weiß man, dass es so war. Das sieht, wenn man jetzt von unten in das Modell hineinsieht, ganz wunderbar aus und so ähnlich muss es auch am originalen Mausoleum gewesen sein:




    Dann musste ich nach getaner Arbeit erst einmal in der Cella aufräumen 😄 ....



    ..... Und die vier oder fünf Stützpfeiler für die Decke des Mausoleums kamen hinein (2 mm Graupappe):



    Und danach hieß es dann wieder: "Deckel drauf......" - hier schon mit der Unterkonstruktion für die Meta (der Buddha kommt wieder weg, keine Sorge....):



    Das ist der Stand jetzt, Samstagabend.

    Eigentlich wollte ich euch schon die dazugehörige Pyramide auf dem Dach präsentieren, aber beim Zusammenbauen erwies es sich, dass die Teile zwar alle gut passten, aber die Linienzeichnung viel zu unscharf war und mit der exzellenten Zeichnung der Teile darunter einfach nicht mithalten kann.😟


    Außerdem: Die Stufenpyramide mit vier glatten Kanten zu machen, sieht einfach nicht so dolle aus. Und ich weiß gerade nicht mehr weiter.

    Jetzt meine Frage an euch: Wisst ihr, wie ich sinnvoll eine 24(!)stufige Pyramide mit Kantenlänge und Höhe von je 3 mm sinnvoll in Karton hinbekommen kann, so dass die danach auch nach was aussieht und nicht nach innen durchhängt??


    Bin gerade etwas ratlos. Vielleicht habt ihr ja eine Idee....

    Liebe Grüße Stefan


    P.S: Jetzt komme ich unfreiwillig doch noch zu meiner Bastel-Sommerpause

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  • Da könnte tatsächlich eine meiner Blüten praktisch als Unterbau dienen, auf die Du dann Deine Stufen kleben kannst. Wenn Du mir die Maße gibst, könnte ich Dir die notwendige Zeichnung erstellen. Auf dem nachfolgenden Foto zeige ich Dir eine entsprechende Blüte, ist zwar mit Muster, aber das kannst Du Dir weg denken.

    Wenn Du die Blütenblätter halbierst hast Du eine quadratische Grundfläche.

  • Ich habe noch eine wesentlich einfachere Idee, die Du selbst zeichnen kannst:

    Wenn Du einen Kreis zeichnest und den 6 Mal gleichmäßig unterteilst, hast Du es es schon fast geschafft:

    So geht die gleichmäßige Unterteilung. Wie groß auch immer Du den Kreis zeichnest, behalte den Zirkel in der Spannweite, setze irgendwo auf dem Kreis mit der Spitze an und markiere dann die erste Unterteilung.

    Dann setze die Spitze auf die Markierung und zeichne genauso die nächste Markierung.

    Das ganze wiederholst Du, bis Du 6 kleine Striche auf dem Kreis hast.

    Jetzt nimmst Du Dir ein Lineal und verbindest die Markierungen, wie in den nachfolgenden Bildern:

    Super, gleich hast Du Deine Unterkonstruktion. Du hast jetzt 6 Rauten. Da eine Pyramide aber nur 4 Seiten hat, kannst Du nun den Stern zunächst aus dem Kreis ausschneiden und dann aus dem Stern eine Raute raus.

    Okay, nun faltest Du eine Raute in eine Richtung- das wird Deine Klebelasche und die anderen Rauten faltest Du in die andere Richtung. Wenn Du das zusammen klebst, hast Du etwas in der Hand was fast so aussieht, wie meine Blüte. Die Spitzen der Rauten kannst Du etwas abschneiden, den Rest als Klebelasche nutzen und dann kannst Du die Pyramide aufkleben.

    Viel Erfolg...

    Von wegen Sommerpause ;)

    Liebe Grüße

    Sylvia

  • Uff..... Ich glaube das war jetzt irgendwie zu hoch für mich.... Oh Mann, du hast dir so viel Mühe gemacht, das hab ich doch gar nicht verdient.


    Also Ich benötige eine Pyramide, die oben flach ist, die Seitenlängen sind etwas unterschiedlich und es sollte eine Stufenpyramide werden, aus 24 einzelnen Stufen. Im Grunde genommen das, was auf dem ersten Bild hier in Theead dargestellt ist.


    Trotzdem aber erst mal danke

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  • Lieber Stefan, eine Pyramide hat niemals unterschiedliche Seitenlängen. Dann ist es etwas Pyramiden ähnliches. Da Du eine Fläche oben brauchst bin ich überzeugt davon, dass es sich bei dem Bau um einen Oktaeder handelt, der nach oben geöffnet ist. Als Innenfläche hat er ein Quadrat und nach oben hin läuft er spitz zu, kann aber auch geöffnet sein und so eine Fläche ergeben.

    Also, was kannst Du nun tun?

    Die Pyramide basteln, wie ich es Dir gezeigt habe. Fang einfach an, Du wirst merken, dass es gar nicht schwer ist. Oben kannst Du dann sauber die Spitze abschneiden . Dann hast Du eine perfekt quadratische Öffnung.

    Ich glaube die 24 Stufen würde ich aufzeichnen, weil es sonst einfach viel zu klein wird.

    Aber wie dem auch sei, wenn es für Dich keine Lösung ist, bin ich sehr gespannt, wie Du die Aufgabe löst.

  • Wäre es nicht eine Möglichkeit aus 3 mm starkem Karton einfach 24 Teile zu schneiden, bei denen sich Länge und Breite immer weiter verkleinern?
    Diese dann aufeinander kleben und mit dem 24 Teil den Deckel drauf.
    Damit es nicht zu schwer und massiv wird, könnte man das Ganze nur als Rahmen machen, nur das oberste Teil als Platte.

    Wenn das mit der Pappe nicht so passt (wegen der Farbe) würde ich das erste(untere) Teil etwas dünner nehmen(2,5 mm) und die Teile mit den entsprechenden
    gedruckten Teile bekleben, die dann alle noch die Stufenkannte bekommen und umgeklappt werden.

    ich weiss nicht, ob das so verständlich war?

  • Wäre es nicht eine Möglichkeit aus 3 mm starkem Karton einfach 24 Teile zu schneiden, bei denen sich Länge und Breite immer weiter verkleinern?

    Hallo hbauers

    Danke, für den Vorschlag. Ja, genau, das wäre jetzt über Nacht auch so mein Gedanke gewesen. Immer mit einer Aufklebefläche von viell. 3-5mm, so dass sie innen hohl ist, in der Archäologie nennt man das Kraggwölbe, nur auf rechteckigem Grundriss... Und dann außen mit der Modelloptik bekleben, das wäre jetzt mein Gedanke .... Ist aber noch sauviel Arbeit, die ich gerade etwas scheue.....

    Das andere Problem ist, dass in der Horizontalen die Abstände auf der längsseute 2,975 und auf der Brritseite 3,125 mm (!) betragen, also winzige Unterschiede, damit man genau in der Mitte an dem Podest rauskommt, wo später dann die Quadriga draufkommt. Knifflig, sag ich nur....

    Liebe Grüße Stefan

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  • Danke für die Inspiration. Ich habe 10 Minuten gebraucht. Das ganze in Rechner, damit die Skalierung genauer wird und dann kannst Du auch sehen, dass die Stufen nach oben hin kleiner werden.

    Du hast Dir einen Bau ausgesucht, der aus dem Kreis heraus konstruiert ist. Das ist das große Geheimnis der Heiligen Geometrie. Auch ich habe durch Dein Herausforderung wieder etwas gelernt und dafür danke ich Dir von Herzen....

  • Hallo Sylvia,

    Hm, ich weiß nicht, ob ich mich richtig ausgedrückt hatte. Eine Pyramide (besser: ein pyramidales, leicht rechteckiges Dach) mit horizontal dargestllten Stufen, genau das hatte ich schob ganz gut hinbekommen mit dem Satz des Pythagoras usw.

    Ich war aber unzufrieden über die Optik, da diese zu flau und zu unscharf war, dann aber auch über die Tatsache, dass ich das als echte Pyramide konstruiert hatte. In der historischen Realität war das Grabmalsdach eine Stufenpyramide mit echten Stufen, statt vier glatter Kanten.


    Darüber bin ich abgestorben und überlege jetzt nur, ob ich echt viermal ein 24stufiges Kraggewölbe bauen soll, wie es hbauers vorgeschlagen hat.


    So sieht es jetzt bei mir aus. Das baue ich aber noch nicht drauf. Ich brüte noch...



    Liebe Grüße Stefan

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  • Das sieht doch super aus. Ist aber auch ohne Stufen, oder?

    Kannst Du so etwas nicht auch als " Unterlage" nehmen also etwas kleiner als die notwendige Grundfläche und daran dann die Stufen aufkleben, wie so eine Art Fächer?

    Ist jetzt nur so in den Raum gesponnen.

    Auf jeden Fall drücke ich Dir die Daumen, dass Du einen tollen Anschluss hinbekommst. Ich zeige demnächst auf welche Idee, Du mich gebracht hast. 😊

    Lieben Gruß

  • Liebe Deichtante

    Oooh, danke für dein Lob! Das ehrt mich. Ja, das ist die glatte Variante.

    Ich denke, ich werde morgen die beiden Pyramidenbögen nochmal ausdrucken lassen. Die Stufenlinien, die zu flau sind, habe ich gestern nachgezeichnet (die Grundlage für alles war ja eine Rekozeichnung aus dem Netz, die ich für das Modell hier nur leicht retuschiert und dann groß gezogen habe. Alle anderen Teile hatte ich feiner neugezeichnet, das sah man eben dann auch....)

    Ja, das Aufkleben wäre definitiv die Idee. Ich fürchte aber, daß die sich Stufen mit je einer Höhe von 2 mm und einer oberen Kantenlänge von 3 mm sehr schlecht falzen und danach noch aufkleben lassen werden, ohne dass das Gsnze zu unsauber wird. Dann vielleicht eher die Kraggwölbe-Variante aus festeren Kartonteilen, die erst be- und dann zusammengeklebt werden. Trotzdem wäre das ein Gefriemrle, vor dem ich augenblicklich zurückscheue: 4 × 24 = 96 Stufen im Miniformat ohne Garantie auf Erfolg am Ende... hmmmm 🤔 😔 🥴

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  • Guten Morgen, Freunde!

    So könnte es mit den Stufen gehen, aber ich weiß nicht ob es die Mühe wert ist....🤔



    Liebe Grüße Stefan

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  • Moin Stefan,


    ich würde die Stufen als "Deckelvariante" ausbauen.

    Jede Stufe wird als Deckel auf die darunter liegende aufgebaut. Die unterste bekommt natürlich einen Boden.

    Dann, je nach Größe, ein Spantengerüst einsetzen (rot gezeichnet). Bei großen Teilen ruhig mehrere Spanten einbauen,

    nicht nur diagonal, sondern auch mit quadratischen( Abb. links). Bei kleinen Teilen reicht vielleicht ein Spant.

    Die Spanten kannst du vereinfachen, wenn du statt einem Kreuzaufbau nur Streifen zu einem Ring formst (Abb. rechts).

    Bei der Spantenhöhe musst du natürlich immer die Kartonstärke mit berücksichtigen.

    Bei 24 Stufen würde es sonst stark aufbauen und eine Beule ergeben.



    Ich hoffe, meine Ausführung ist verständlich. Ich wünsche viele Erfolg, du schaffst das schon!


    Gruß

    Klaus

    Wir bleiben immer Kinder, und,
    so klug wir auch sein mögen, wir behalten immer die Lust,
    mit scharfen Messern und spitzen Scheren zu spielen.

    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)


    Meine Modelle auf ecard: https://ecardmodels.com/vendors/hvc

  • Hallo fretsche

    Danke für den Tipp!!

    Ich denke drüber nach, war ja auch alles verständlich. Es önnte nur evtl. zu papier- bzw. ausdruckeintensiv sein. Ich zahle im Copyshop für diese exzellenten lichtbeständigen (!) Ausdrucke auf 160er Papier je 91 Cent...

    Nächste Projekte: Hamburger Michel, Konstantinsbogen Rom, Marcellus-Theater in Rom, Notre Dame de Paris (alle von Schreiber)

  • Vielleicht ist eine Sommerpause doch eine gute Idee. Alles weg packen, komplett loslassen und ab in die Natur.

    So öffnest Du eine unsichtbare Tür und irgendwann, wenn Du null damit rechnest, kommt DIE Idee.

    Bei mir klappt dieses Vorgehen immer...

  • Hallo Freunde,


    ich konnte es einfach nicht lassen und habe mit dem Modell weitergemacht.


    Ich entschied mich dann final doch gegen eine gebaute Stufenpyramide. 4 x 24 Stufen hinfriemeln und passgenau auf Gehrung zu schneiden, war mir einfach zu viel. Ich hab am Ende aber dann doch 3 Ausdrucke machen müssen, bis mir die (stark verminderte) Breite der Kanten und deren (aufgehellte) Farbigkeit gefallen hat. Jetzt hält sich so in etwa alles die Waage zwischen klarer Erkennbarkeit der Stufen und doch nicht zu klobig im Vergleich zum Rest des Bauwerks.

    Mit dem Aufbringen des Daches gewann das Bauwerk nun aber seine finalen Proportionen und ich muss sagen, ich bin sehr beeindruckt, dass meine neuen Proportionen doch in sich stimmig erscheinen (wie dies in der klassischen Antike eigentlich auch immer gefordert wurde) und das Grabmal nun nicht mehr aussieht wie ein 50er Jahre-Wohnhochhaus, wie auf früheren Rekonstruktionszeichnungen.

    Aber sehr selbst, wie findet ihr's?



    Ganz oben drauf ist jetzt aber auch schon diese sogenannte "Meta", also der konisch zulaufende Steinsockel, auf dem dann final oben erst die Quadriga kommt. Ich finde, es passt alles sehr gut zusammen und macht auch Sinn, denn so ein bedeutendes Standbild kann nicht oben einfach platt aufsitzen, sondern sollte schon irgendwie erhöht sein:



    Ja und dann hab' ich in der Zwischenzeit natürlich auch schon unten weitergemacht. Die Architektur ist nun fertig und es beginnt der Dekor. Und das sind im Säulengeschoss die Statuen. Der ersten 8 stehen schon und ich finde, sie sind ganz schön geworden. Jede 2 cm hoch (die erhaltenen bzw. aus Fragmenten zusammengesetzten originalen Statuen des Mausoleums sind je ca. 3 m hoch und das ergeben im Maßstab 1:160 ca. 2 cm). Die Figürchen hab ich alle auf Pinterest gefunden, stark runterverkleinert und farbig bearbeitet, bis sie alles steingrau/marmorartig waren. Männer- und Frauenstatuen wechseln sich ab. Seitlich sind auf allen vier Mausoleumsseiten aber auch Gruppen angeordnet (man fand Plinthen mit vier Statuenfüßen drin, also es gab eindeutig auch Gruppen). Ich habe mir auch ein imaginäres Thema für diese Gruppenfiguren ausgedacht: Liebespaare. Das Mausoleum soll ja auch das Denkmal einer großen Liebe gewesen sein. Artemisa stellte den Bau nach Mausollos' Tod fertig, starb aber auch schon zwei Jahre nach dem König, sodass die Künstler es von sich aus weiterbauten. Und um es ein bißchen "neckischer" zu machen, wechseln sich die Liebespaare auf den vier Seiten ab: An der Vorseite sind es homosexuelle Paare (also zwei Männer und zwei Frauen - man war im alten Griechenland bekanntlich tolerant.... 8o) auf der Rückseite dann zwei heterosexuelle (Mann-Frau), an der Nordseite sind es dann "Götterlieben", d. h. Liebschaften des Göttervaters Zeus. Einmal als Adler mit Ganymed und einmal als Schwan verwandelt mit Leda. Auf der Südseite sind es dann Liebschaften der Satyrn (Begleiter des Weingottes Dionysos). Ich hoffe, es gefällt euch?



    Soweit für heute.

    Liebe Grüße Stefan

    Nächste Projekte: Hamburger Michel, Konstantinsbogen Rom, Marcellus-Theater in Rom, Notre Dame de Paris (alle von Schreiber)

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