Sammelbaubericht, einzelne Modelle zum AGK Buch-Pellerin

  • Hallihallo


    Viel später, als gewollt, aber jetzt habe ich auch noch zu berichten. Ganz fertig bin ich noch nicht, aber die letzten Teile sollten vor Abfahrt nach Mannheim noch zu schaffen sein.


    Zum Modell: ich habe den Bogen der Bastille in Paris ausgesucht, im Zustand von 1789. Im Sommer des selben Jahres wurde sie im "Sturm auf die Bastille" zerstört, woraufhin die französische Revolution folgte.


    Der Bogen hält sich nur sehr grob ans Vorbild. Wenn man die Skizze auf dem Bogen mit Zeichnungen vom Vorbild vergleicht, fallen sofort grobe Unterschiede auf.

    Quelle Bild 2: wikimedia.org

    Quelle Bild 3: wikimedia.org


    Die Markantesten Abweichungen zum Vorbild: Das Modell hat keine runden Türme. Der Hauptkörper des Modells hat einen rechteckigen Grundriss. Und das Modell hat keinen Innenhof.


    Den Bogen habe ich in A3, auf 200g/m2 Papier ausdrucken lassen. Damit der Bogen auf selbigem im ganzen Platz hat, habe ich ihn auf 80% seiner originalen Grösse geschrumpft, dank den abfotografierten Linealen ist das gut nachweisbar.

    Das habe ich im Vorfeld mit Dieter Nievergelt so besprochen. Da die Proportionen die gleichen bleiben und die originalen Abmessungen errechnet werden können, ist das kein Problem.


    Also zum Bau. Die letzten Tage habe ich mit dem Hauptteil des Modells zugebracht. Den Anfang machen die vier Seitenwände und das "Dach".


    Die Wände werden verklebt, dann soll das Dach drauf. Zum einfacheren Zusammenbauen und für die Stabilität, habe ich dem Dach noch einen Unterboden aus Graupappe spendiert.

    Die Dame im Copyshop die Bögen versehentlich zuerst Schwarz-Weiss ausgedruckt, also konnte ich einfach aus diesen Fehldrucken einen "Spant" machen. Sehr zuvorkommend.


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    Die seitlichen Türme gaben doch einiges zu tun, dahingehend hatte ich das Modell deutlich unterschätzt. Es werden vier 3/4-Türme und vier halbe Türme vorbereitet.


    Bis dahin ist noch alles recht passgenau, beim befestigen der Türme am "Rumpf" wird es dann aber unschön. Die Auskragung der Burgmauer ist zu gross für die Rücksprünge in den Türmen.

    Um die klaffenden Löcher zu kompensieren, habe ich mir erlaubt, die weissen Innenseite der Burgzinnen einzufärben.


    Jetzt erstmal für morgen meine sieben Sachen Packen, dann geht es weiter.


    Bis dahin, Liebe Grüsse

    Lorenz

  • Und gleich weiter. Das Modell ist jetzt fertig, auf den allerletzten Drücker :S


    Die Bastille braucht noch einen Zugang, sonst wird das nichts mit dem Stürmen. Der Bogen bietet dafür Rampe, Brücke, und Tor.


    Dazwischen liegen aber noch zwei Reihen von Zugbrücken. Auf obiger Modellzeichnung werden die von Seilen/Ketten gehalten, ich habe mir also die Freiheit genommen, die auch im Modell darzustellen.


    Für die Halterungen werden gedoppelte Teile vorgesehen, erfahrenen Modellbauern wird auffallen, dass mit der Anzahl der gespiegelten Teile etwas nicht ganz stimmt :D

    Eines davon habe ich also verkehrt herum auf sein Gegenstück geklebt und passend eingefärbt.


    Die Brücke zum Haupttor wollte ich nicht ganz runterlassen, nicht dass in Mannheim noch eine Revolution startet. Damit die Seile trotzdem unter Spannung stehen, habe ich sie unter Last mit Sekundenkleber aushärten lassen.


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    Das Modell ist von einer weiteren Schutzmauer umgeben. Die habe ich mit 1mm Graukarton verstärkt, einerseits, für die Stabilität, andererseits, damit die Rückseite nicht strahlend weiss leuchtet.


    Damit nicht nur lauter Einzelteile bleiben, wurde das ganze auf 2mm Graukarton als Grundplatte geklebt.

    Auf Färben der Grundplatte und Mauerinnenseite verzichte ich. Einerseits aus Zeitgründen, andererseits würde das meiner Meinung nach aber auch die Vorgaben übersteigen. So ist doch der Zweck des Baus hauptsächlich zu Dokumentationszwecken.


    Und damit ist das Modell fertig!


    Drei Teile wurde nicht verwendet. Vom Konstrukteur sind zwei Stützen vorgesehen, die Innen unter die Decke der Festung geklebt werden sollen. Durch die Verstärkung der Decke, ist das bei mir nicht nötig.

    Das dritte Teil wäre ein Innenboden für das Eingangstor. Man hätte hier den innenliegenden Torbogen ausschneiden können, der ist im Modell nur eine schwarze Fläche. Den Zweck des Teils habe ich aber zu spät verstanden, so bleibt der Boden leider unbenutzt.

    Da das äussere Tor aber so oder so verschlossen bleibt, dieses Detail also kaum sichtbar wäre, ist das nur ein kleiner Wermutstropfen.


    Die Passgenauigkeit des Bogens ist - bis auf die oben erwähnte Stellen - besser, als ich erwartet hatte. Kleine Ungenauigkeiten gibt es zwar hier und da, die können aber mit etwas Drücken und Ziehen überbrückt werden. Ich finde das Modell hat durchaus seinen Charme.


    Zum Abschluss noch die Gesamtansichten:



    in diesem Sinne, bis später :)


    Liebe Grüsse

    Lorenz

  • Moin,

    bei der Abgabe der fertigen Modelle beim Treffen in Mannheim habe ich mir aus dem Fundus der noch zu bauenden Modelle noch zwei Schätzchen ausgewählt:
    Hier jeweils ein kurzer Baubericht und das Ergebnis:

    Nr. 4 (unserer Bauten) Imagerie d´Épinal Nr 824 Villa aux environs de Palerme (Sizile)

    Hier zunächst der Bogen, auszudrucken auf A3

    der Bogen besteht aus Grundplatte für Gebäude mit kleinem Garten, dem eigentlichen Gebäude mit Dachaufbau und Vorbauten, sowie Details zum Aufbau eines kleinen Dioramas mit Brunnen, Zaunanlage und einigen Figuren. Die Brunnen sind (unnötigerweise mit Rückseite zu versehen, bei den Figuren fehlen die Bauteile für eine rückseitige Beklebung. Hier wäre sie aber sinnvoll.

    Für den Aufbau gibt es kleine Kommentare direkt an den Bauteilen und einen Aufstellungsplan
    Die Passgenauigkeit ist gut, einzig bei der Zaunanlage fehlten an meiner Aufstellung 2mm an der Länge, um genau die Markierung zu besetzen.

    Der Bau ist unspektakulär, deshalb hier nur mein Ergebnis:
        

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  • ...und geht gleich weiter:


    Nr 5 (unserer Bauten) Imagerie d´Épinal Nr 893: Palais de la Reine a Madagascar


    Zunächst wieder der Bogen (auszudrucken auch auf A3) und der Aufstellungsplan

         


    Eine hochgestellte Terrasse, in die die Sockel der 4 Türme und der Zwischenwände eingestellt werden, bildet die Grundlage. Eine Bodenplatte sieht der Bogen nicht vor.

    Dächer der Türme und das Hauptdach, Haupttreppe und Mauer an der Terrasse - fertig.

    Die Dach-Gauben sind nur aufgemalt

    Die Dächer der Türme haben - entgegen dem Bild nur 4 Seiten.


    Trotz aller Einfachheit bietet der Bau einige Hürden - mit heutigen Mitteln kein Problem, aber die Aufgabe ist ja, das Modell aus dem Bogen zu bauen.


    Erste Hürde: die Konstruktion der Türme:

    Kann mal einer bei den dicken Linien sagen wo hier zu schneiden ist (rote Pfeile)? Und was soll der Überstand der Säule gegenüber dem Sockel?

    Auch fehlen die Markierungen für das "Falten im Tal --x---x--" wie auf allen Bögen sonst (blaue Pfeile).

    Die Seitenlängen am Hauptdach passen "so ungefähr"


    Das Dach soll dann später auf einer Deckplatte aufgeklebt werden - diese bildet aber gleichzeitig den Aufstellungsplan ;( sieht doch "serbsch" aus.


    zum Bau:
    zunächst Bau und Aufstellung der 4 Säulen und Einfügen der Zwischenwände.
    Die Decknplatte der Säulen zwingen sie in eine einigermaßen quadratische Form.
    Freiwillig ergab sich nur ein 4Eck mit unterschiedlichen Kantenlängen.

    Wie man sieht, habe ich die Wände mit Karton verstärkt und eine zusätzliche Bodenplatte eingebaut.
    Anders hätte ich die Türme nicht in ihre Sollposition zwingen können.


    Die Dachplatte habe ich neu erstellt und eingefärbt - mit Farbstift - kein Druckereinsatz!!
    zugegeben das gelb hätte etwas dezenter sein können. Die 2 zu kurzen Dachseiten habe ich unten mit Bordmitteln verlängert.


    Die Turmdächer haben gut gepasst. :D

    Mauer auf der Terrasse und die Seitenwände der Treppe habe ich rückseitig eingefärbt, zum Schluss kam das Ganze dann noch auf eine spendierte Bodenplatte.

         
    Nicht ganz so imposant wie auf dem Bild, aber ganz nett.

    Habe fertig.
    Nächste Woche geht das Paket mit beiden Modellen auf die Reise zum AGK.

    Gruß
    Peter

  • Moin,

    ein letztes Modell habe ich auf Anfrage des AGK kurz vor Torschluss noch gebaut und abgegeben:

    Moulin a Vent Bogen Nr 169


    Da die Aktion und damit dieser Sammelbaubericht eigentlich beim Mannheimer Treffen beendet war, hier nur das Ergebnis meiner Bemühungen:
           

    Begonnen wird der Bau mit den beiden Ringen für den Rundsockel. Aufgrund des einseitigen Drucks sind die Markierungen für die Montage der beiden Sockelteile auf Zwischenpodest und Mühlenterrasse übereinandergelegt.

    Für jeden Sockel gibt es nach unten Klebelaschen. Für die Verbindung zur nächsten Ebene sind Stecklaschen vorgesehen, die durch Schlitze geschoben, dann umgebogen und verklebt werden.

    Der Hintergrund für den oberen Sockel und die Zaunanlagen ist schwarz hinterlegt.

    Um das Modell filigraner erscheinen zu lassen, kann man diese Flächen heraussticheln.

    Da die Rückseiten dann weiß durchscheinen habe ich sie farbig hinterlegt (mittels Faber Aquarellstiften)


    Die Nebengebäude werden auf der Mühlenterrasse ausgerichtet und mittels Klebelaschen fixiert.

    Einseitig ergibt sich dann ein Ausschnitt, in den der Mühlenturm später eingeschoben wird.


    Der Mühlenturm besteht aus 4 schrägen Seitenteilen mit angeformtem Mühlenkopf.

    In diesen Kopf wird schräg ein 3x3mm Holzstab eingeschoben, in dem dann die Mühlenflügel stirnseitig mittels Stecknadel fixiert werden. Auch für die Mühlenflügel gibt es keine bedruckte Rückseite – da sie jedoch auf der Mühlenrückseite montiert werden zeigt die unbedruckte Seite nach vorn. Ich habe sie daher wieder farbig angelegt.


    Die Treppen zwischen den Ebenen sind nur als „Rutsche“ konstruiert. Sie sind ein wenig kurz und muten sehr steil an. Der Übergang zwischen Treppengeländer und Zaun an der Mühlenterrasse passt nicht.

    Alle übrigen Teile sind passgenau und gut zu montieren. Das Fixieren des Mühlenturms an den Dächern der Seitengebäude ist schwierig. Ich habe in die Bodenplatte der Mühlenterrasse eine Montageöffnung geschnitten um die Mühlenwände von innen an die Dachflächen drücken zu können.


    Die ganze Einheit wurde von mir auf eine zusätzliche Bodenplatte fixiert, die Figuren frei positioniert.
    ... und das Ganze in freier Natur:
        

    Ich wünsche dem AGK viel Erfolg beim Erstellen des Pellerin Buches.
    Tolle Bögen, tolle Modelle - sicher ein interessantes Werk.

    Gruß
    Peter