Die peruanische "Huascar" im Bauzustand von ca. 1879 - Maßstab 1/250, konstruiert von David Hathaway

  • Die "Huascar" hatte ich mir 2004 kurz nach deren Erscheinen zugelegt.


    Lange Zeit haben mich die Wanten davon abgehalten, die "Huascar" anzugehen, doch seit es bei der "Lavoisier" mit selbstgemachten Wanten gut geklappt hat, war dieses Hindernis im Kopf besiegt.


    Zum Schiff und seinen Bauzuständen

    Die erste Entscheidung, die zu treffen ist, ist die Wahl des Bauzustands. Vieles in der Anleitung („as built“ (100er Teile), „current state“ (200er Teile)) suggeriert, dass man die Wahl zwischen zwei Bauzuständen hat, dies ist aber unzutreffend, es sind drei, die sich jeweils massiv voneinander unterscheiden.

    In Dienst gestellt wurde die Huascar 1866. In diesem Zustand wies sie eine volle Betakelung auf. Jörg hat diese Variantebei "Die Kartonmodellbauer" ganz hervorragend umngesetzt.

    In die Zeit zwischen 1877 und 1879 fallen die Gefechte der Huascar. Zu dieser Zeit -ob 1877 ist mir nicht ganz klar- hatte sich ihr Erscheinungsbild dramatisch verändert. Der vordere Mast war entfernt worden, der hintere sämtlicher Rahen entkleidet. Dafür aber war auf dem Achterdeck ein kurzer Mast errichtet worden.

    Das Titelbild zeigt diesen Bauzustand (dieser ist auch mit Abstand am leichtesten zu erstellen), allerdings wurde hier der Mast auf dem Achterdeck vergessen.



    Später erhielt die restaurierte Huascar wieder zwei Masten, um das Erscheinungsbild von der Zeit der Indienststellung zu kopieren. Die diversen Änderungen am Rumpf bzw. den Aufbauten und der Armierung wurden aber weitestgehend beibehalten.


    Ich habe mich für den mittleren Bauzustand enzschieden, den ersten traue ich mir nicht zu, der letzte ist mir zu viel Misch-Masch.


    Es beginnt wie immer mit dem Rumpf. Dieser ist nicht ohne, vorne an der Wasserlinie und an der Deckshöhe ist die Außenhaut in unterschiedliche Richtungen geschwungen, hinten stark eingezogen - die Bordwände werden herausfordernd.

    Zuerst aber zur Grundplattte:

       

    Vorne und hinten stehen schmale Streifen über. Diese sollen gerillt und nach oben gebogen werden, um als Klebelaschen für die Außenhaut zu dienen. M.E, instabil und vor allem viel zu dick, vorne ließe sich die Außenhaut dann nicht mehr optisch ansprechend schließen - also: weg damit. Hinten kommen später stattdessen lieber handgeschnitzte Laschen aus dünnem Papier hin.

    Im Mittelträger ist der Einschnitt für den Mast vorzunehmen. Wie das Foto zeigt, ist der Ausschnitt mehr als üppig bemessen. Es empfiehlt sich den Einschnitt anzupassen und mit Konsolen gestützte kleine Plattformen am Ende des Einschnitts anzubringen, auf denen später der Mast ruhen kann.

       


    Die Kanten der Grundplatte rot färben, um Blitzern vorzubeugen:

    Beim Mittelträger wird an den Laschen zunächst Karton stehen gelassen, so lässt er sich leichter sauber knicken.


    Der montierte MIttelträger

  • Die Spanten bereiten keine Probleme, trotzdem immer 2mm höher ausschneiden und einpassen, wenn alles 100% exakt ist, den Überstand wegschneiden, wenn nicht diesen nutzen, um einen exakt auf der Höhe des Mittelträgers endenden Spant zu erzielen.

    Die Aussteifungen 15 und 16 von ihren Klebelaschen befreien, ich habe nachher handgeschnitzte Laschen aufgesetzt, das ergibt eine saubere Kante.

     

    Teil 17 sollte zur Stabilisierung unter die Enden von 15 und 16 geklebt werden, ließ sich bei mir aber nur schwer aufschieben und stabil war es auch so schon genug, daher entfiel es.

    Das Hauptdeck (Teil 118) muss vorbereitet werden

    A) das Loch für den Mast ist auszustechen

    B) die Löcher für Takelfäden sollten vorsichtig vorgebohrt werden

  • Bevor das Deck verlegt wird, sollte man sich mit dem Geschützturm befassen, wenn dieser drehbar gelagert werden soll.

    Denn der massive Turm soll durch einen kurzen Zapfen drehbar gemacht werden, eine höchst unzuverlässige Lösung. Falls ein drehbarer Turm gewünscht wird, sollte mit der Scheibenmethode vorgegangen werden:

    1) „blast plate“ 145 auf das Deck kleben

    2) Nach dem Durchtrocknen mit einem Zirkel einen Kreis von ca. 1cm Durchmesser schlagen und die so entstandene Scheibe ausstechen

    3) Die Scheibe auf dünnes Papier kleben, nach dem Trocknen ausschneiden

    4) Den Mittelpunkt des Turms durchnadeln

    5) Durch dieses Loch eine dünne Nadel führen, von unten die Scheibe auffädeln und beides verkleben

    6) Eine etwas größere Scheibe (ca. 1,2cm Durchmesser) ausstechen

    7) Im Mittelträger im Bereich des Turms einen 1mm tiefen und 1,4cm langen Ausschnitt wegnehmen

     


    8) Den Turm (noch ohne Innenleben) auf das Hauptdeck setzen, so dass die Scheibe durch den Ausschnitt im Hauptdeck geht. Wieder einen dünnen Draht durch das loch in der Turmmitte fädeln und darauf die 1,2cm Scheibe auffädeln

    9) Den Turm durch Aufkleben der größeren Scheibe von unten sichern


    10) Deck probehalber aufsetzen: Der Ausschnitt im Mittelträger muss lang genug sein, um die größere Scheibe glatt aufzunehmen


    Dann kann das Deck verklebt werden. Das im vorausgehenden BIld zu sehende Geschütz wurde erst später eingeklebt. Da man von oben einen guten Blick in den Turm hat, bekam es ein paar Details verpasst.

  • Vom Hauptdeck wurden an Bug und Heck die Kebelaschen entfernt, hier fährt man m.E. mit unterklebten Laschen aus Papier besser.

    Das höher gelegene Deck am Bug diente dazu, die Hochseefähigkeit herzustellen. Es bekommt eigene Spanten und sollte innen geschwärzt werden, weil die Ankerketten durch Löcher in der Aufbauwand 121 und in den Bordwänden geführt werden.

    Einige Winkel erhöhen die Auflagefläche des Decks (hier noch vor dem Beschneiden):


    Vorne ist dann die Wand 121 und hinten die Wände 23 und 24 vorzubereiten und zu montieren:

    Die Löcher für die Ankerketten und die schmalen Schlitze wurden ausgestochen.


    Blick von oben, hinten sind die Wände 23 und 24 montiert, vorne die Spanten und beim Geschützturm die inneren Wnde und die beiden Geschütze


    Weitere Ansichten:

        


    Es folgen Aufbauwand 121 und Deck 22 am Bug:

      

  • Wie man sieht, musste vorne etwas gearbeitet werden, bevor alles passte:


    Damit rückte die Montage der Außenhaut näher, doch vorher waren noch die erwähnten zahlreichen Klebelaschen anzubringen:


    Und dann kam der Moment der Wahrheit. Montiert wurde vom Heck ausgehend, vorne kann man bei leichten Passungenauigkeiten eher schummeln.

    Die Bordwände:


    Backbord achtern ging es los:

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    Sitzt die Bordwand am Heck, ist der Mittelabschnitt kein Problem:

    Der Blick von der anderen Seite - steht etwas über?

    Ein kleines Bisschen, aber unten ist der Abschluss 100% glatt und jetzt das Deck mit einer Nadel leicht hochbiegen, damit der kaum sichtbare Überstand verschwindet? Da droht die Verschlimmbesserung.

    Die Kante am Heck nicht 100% sauber, aber da kommt später noch die Wand 33 und vor allem die Abdeckleiste 34 hin.

    Der Streifen, der den oberen Teil der Bordwand bildet, wurde nicht mit dem unteren verbunden, sondern nach diesem angeklebt. Das ging sehr gut, praktisch kein Spalt:

    Auf der anderen Seite beim Andrücken leider ein Malheur:

    Edited 2 times, last by Zaphod (March 5, 2025 at 6:36 PM).

  • Nachdem beide Bordwände bis zum Bug geführt waren, wurde es spannend. Hier musste der Übergang zur Wand 121 exakt stimmen und dann blieb die Frage, ob die Bordwände vorne gut schließen.

    Vor dem letzten Schritt:


    Backbord musste beim Übergang zu 121 etwas gearbeitet werden:


    Der schöne Schwung des Rumpfes wird ebenso deutlich wie selbst verschuldete Schmierereien:

    Die Bordwände stehen oben über - das muss so sein:

    Der Spalt zwischen Bordwand und Wand 121 wird noch geschlossen.


    Vorne schließt es nachzu perfekt, eine Bordwand stand einen mm-Bruchteil über, da wurde getrimmt und übergestrichen.

    Auch oben musste eine kleine Lücke geschlossen und übergestrichen werden. Da war zuerst eine kleine Überlappung, von der ich zuviel weggenommen habe:


    Am Ende alles zu:

    Und die Leiste 35 aufgeklebt:

    (Der weiße Strich ist das erhabene Schott)


    So weit ging das alles gut, die Konstruktion ist ausgezeichnet, leider liegt mein Rumpf nicht ganz plan auf, weil die BB-Bordwand hinten einen halben mm zu tief angesetzt wurde, mal sehen, was da noch geht.

    Jetzt folgen erste Kleinteile am Heck, dort noch eine große Aufbauwand und dann das Deck auf dem die Huascar 3 Kommandanten verloren hat.

    Gleichzeitig wurde am Geschützturm gebaut und erste Aufbauten (wenn man das so nennen kann) vorbereitet.

    Edited 2 times, last by Zaphod (February 21, 2025 at 6:41 PM).

  • Nach der Montage der Bordwände geht es am Heck weiter, hier standen die beiden Aufbauwände 23 und 24, aber dazu kommen noch etliche andere Teile.

    Der Bauzustand vor dem Weiterbau:

    Man kann schon die auf das Deck geklebten Laschen für die Wand 33 sehen.

    Bevor nun am Heck Deck (30) und Aufbauwand (33) montiert werden konnten, galt es hier verschiedene Kleinteile zu erstellen. Dies sind zwei Stützen (25), das Steuerrad (27), zwei winzige Lüfter (28) und die Heckgeschütz (29).

    Die Stützen 25 und die Schiffsglocke 26 - letztere ist so winzig, dass sie später montiert werden sollte.


    Die vordere Stütze 25 ließ sich oben nicht glatt einpassen, hier standen 23 und 24 zu nahe beieinander.

    Wie das Bild zeigt wurden jetzt auch schon Oberlichte und NIedergänge montiert.


    Beim Steuerrad wurde zu gelaserten Teilen gegriffen und da die beiden Löcher für das Steuerseil auf den Deck aufgedruckt waren, wurden diese ausgestochen, ein dünner Faden am Steuerrad angebracht und das Ganze dann montiert.


     

    Die Teile des Bogens Die zwei schwarzen Punkte sind die Löcher für das Steuerseil


     

    Während der Montage Fertig, daneben die Lüfter 28 und links das Geschütz 29


    Das Steuerseil hinzugefügt

    Das montierte Ensemble:

     

    Ich bezweifele, dass diese Lüfter viel brachten.

  • Das Geschütz (29):

     

    Das Geschützrohr wird natürlich geöffnet, daher muss es auch innen schwarz werden.

    Die Ummantelung des Rohrs wurde abgeschnitten und separat aufgebracht, so vermeidet man eine "Stufe" (auch wenns keiner mehr sieht)

    Das Brett zwischen den Wangen des Geschützes ist übrigens schmaler als bei den Geschützen 177 und damit leider auch ca. 1mm zu schmal. Das Rohr passt nicht in den Zwischenraum.

    Das Geschütz wurde zuerst als Ganzes mit Sekundenkleber montiert, es zeigte aber etwas zu sehr zu einer Seite der Stückpforte in 33. Dies ließ sich nur durch das Lösen des Rohrs, das dann in passender Position wieder verklebt wurde, beheben.

       

  • Nun soll das Deck 30 aufgeklebt werden, doch leider bleibt seine Ausrichtung unklar. Soll es bündig mit der Vorderkante der Aufbauwände 23/24 abschließen? Oder muss es diese überragen?

    Macht man hier auch nur den geringsten Fehler wird sich die große Aufbauwand 33 nicht sauber anbringen lassen und das Modell nimmt optisch ggf. schweren Schaden.

    Daher fiel die Entscheidung, zuerst die Wand 33 zu montieren und dann als Abschluss der Baustufe das Deck aufzusetzen.


       

    Das ausgeschnittene Deck, noch mit Klebelaschen. In der Mitte das Loch für den Kern des hinteren Mastes. Auch die vier Kreismarkierungen, die die Abspannfäden dieses Masten aufnehmen, wurden durchnadelt.


    Die Wand 33 ist vorbereitet:


    Nun wurden auch die Klebelaschen an 30 entfernt (dies geht bedeutend leichter und sauberer, wenn man den Übergang noch nicht als Blitzerschutz geschwärzt hat) und stattdessen Klebelaschen oben an 33 angebracht.

    Deck ohne Klebelaschen.


    Die Wand 33 ließ sich dann leichter anbringen, als gedacht:


    Die Wand 33 ist montiert, wie sich zeigt, steht sie vorne leicht über, d.h. das Deck muss auch vorstehen.

    Die Montage von Klebelaschen oben hat begonnen:

       


    Außerdem zu sehen: Das Geschützrohr wurde wieder entfernt.


    Hinten wird eine große Laschen aus einer Kopie verwendet:

    Alles zur Montage des Decks bereit:

  • Das aufgesetzte Deck, zwar sind viele Stellen mit Kleber zu bestreichen, doch das klappte wider Erwarten gut:

    Frisch aufgesetzt, links muss das Deck noch etwas nach vorne geschoben werden

    Viel sieht man von Ruder, Lüftern und Geschütz nicht mehr:


    Mit Blitz:

     


    Oben und unten werden die Streifen 34 an die Wand 33 geklebt, diese überdecken auch alle etwaigen kleinen Lücken etc.:

  • Der Turm war im Rohbau schon montiert worden, um seine Drehbarkeit zu gewährleisten.

    HIer die Teile:

    Trickreich sind die Schlitze der Belüftung. Diese wurden mit Sekundenkleber stabilisiert. Eine einfachere Lösung wäre wahrscheinlich das Einsetzen von Draht in den aufgeklebten Rahmen.

     

    Die Teile links sollen wohl Planen zur Abdeckung darstellen.

     

    Die Luken beinhalteten eigentlich auch Sehschlitze, sie müssten einen entsprechenden konischen Unterbau erhalten, der auch auf einem Foto vom Original erkennbar ist.

     

    Den Innenraum schwärzen (er war sicherlich weiß, aber dann sähe man alles und müsste noch mehr supern) und für den Bereich um für die Ausschnitte der Geschützrohre dicken Karton hinterkleben, um die Dicke der Turmwandung zu simulieren.

    Jetzt kamen noch die beiden Geschütze und das Turmdach hinzu. Da im Dach ausgedehnte Belüftungsschlitze vorhanden waren, wurden die Geschützrohre etwas gesupert.

      

    Die Schlitze geben einen guten Einblick, damit sie nicht mit den "Spanten" kollidieren musste der Querspant nach hinten versetzt werden.

  • Höhenrichtung:

     


    Turm zu:


    Außen lief eine Leiste um, die auf den Turm aufgedruckt ist. Das hier schon gezeigte Foto vom Original von 1879 zeigt hier nichts dergleichen. Ich habe die Leiste trotzdem installiert und zwar folgendermaßen: Auf die aufgedruckten Punkte wurde jeweils vorsichtig etwas Weißleim aufgebracht (2-3x wiederholen, damit hier eine erhabene Stelle entsteht). Dann wurde der schwarze Vordruck überstrichen. Abschließend wurde ein schmaler Kartonstreifen, den ich bronze gefärbt habe, aufgeklebt.


    Die aufgetropften und gefärbten Punkte:

    Die Leiste, aus dem Lasercut der Hafentorpedoboote:

     


    Leiste montiert:

       


    Und eine letzte Nahaufnahme:

    Edited once, last by Zaphod (March 5, 2025 at 5:59 PM).

  • Kommandoturm und Brücke, Kombüsenschlot und Positionslichter (150-154, 72, 73)

    Seit gut zwei Wochen arbeite ich nun parallel an verschiedenen Teilgruppen der "Aufbauten" und bin dabei nun auf ein Problem gestoßen:

    Wie sah die „Huascar“ gegen Ende der 1870er Jahre wirklich aus? Diese Frage hat mich ständig beschäftigt und gerade bei dieser Baugruppe ist sie akut.

    Das Foto, das sie beschädigt nach der Seeschlacht bei Angamos 1879 zeigt, lässt m.E. klar erkennen, dass es zu dieser Zeit nur den Kommandoturm (150) gab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die anderen Teile so sauber und restlos weggeschossen wurden, dass man nichts mehr von ihnen sehen kann.

    Darüber hinaus halte ich diese Teile für zu fest mit dem Schiff verbunden, als das man sie im Vorfeld von Kampfhandlungen abmontiert hat -allerdings würde das Sinn machen, denn die Stützen der Brücke hätten dem Geschütz bei extremen Feuerpositionen im Weg gestanden

    Also müsste das alles weggelassen werden, was einen reichlich kargen Eindruck machen würde.

    Die Teilgruppe selber böte manch schöne Gelegenheit zum Supern:


    Der Niedergang 154 zum Beispiel:

       

    Und wo waren dann die Positionslichter?


    Eine Reling für die Brücke:

    Der eigentliche Panzerstand demgegenüber karg:

    Immerhin kann man die Sehschlitze ausstechen und das Foto suggeriert m.E. eine deutlich erhabene Luke.


    Was würdet ihr machen?

  • Schanzen (36, 137, 69) (36 + 70 = 106 Teile)

    Weiter im Text. Die Huascar hatte Reling nur auf der Back und auf dem achteren Aufbau. Mittschiffs dagegen gab es achtern feste Schanzen und weiter vorne Schanzen, die aus klappbaren Segmenten bestanden, die das Schussfeld für den Turm freigaben.

    Die Schanzen 36 schließen sich direkt an den hinteren Aufbau an. Sie sehen zwei Durchbrüche vor. Der hintere ist für die Kanonen (Teil 177), die Funktion des vorderen ist unbekannt, bei einem anderen Baubericht wurden sie deswegen auch geschlossen gelassen und die Markierung innen überdeckt.

    Es gibt ein weiteres Foto aus dem Jahr 1879, das die Huascar nach ihrer Aufbringung durch die Chilenen zeigt. Leider habe ich dieses erst beachtet, nachdem ich diese Teile gebaut hatte. Auf diesem Foto sieht man, dass es zwei Öffnungen gab, die jeweils mit zwei Flügeln, die sich nach außen öffneten, geschlossen wurden.

    Da hatte ich schon die vordere Öffnung geschlossen dargestellt und zu diesem Zweck eine passende Luke aus einem Stück eingesetzt.

        

    Die Teile selber sind von der Konstruktion her m.E. sehr gelungen.

    Die klappbaren Schanzen 137 wurden in ihre einzelnen je 12 Segmente zerlegt und mit je zwei Konsolen versehen. Der Bogen sieht für die Konsolen nur eine Schablone vor, was ich nicht nachvollziehen kann. Außerdem kann man auf dem anderen Foto von 1879 klar erkennen, dass diese Konsolen innen „offen“ waren, d.h. einen Rahmen in Form eines Dreiecks bildeten. Nachdem ich zuerst einen Versuch mit zu großen Dreiecken gemacht hatte, verfiel ich auf die Konsolen des Fallreeps (Teil 89 – es gibt übrigens nur eines, obwohl zwei benötigt würden). Diese wurden kopiert, auf Karton geklebt, ausgestochen und weiß gefärbt.

    Hier das Foto, die Konsolen sind eingekreist:


    Die zu großen Konsolen:

       

    Die schmalere Variante:


    Montiert werden diese Baugruppen erst später. Man kommt immer gut an sie heran, deswegen ging es zuerst an die Teile, die mehr in der MItte des Hauptdecks stehen.

    Edited once, last by Zaphod (March 6, 2025 at 3:21 PM).

  • Oberlichte und Niedergänge (39-44, 149) (23 + 3 = 26 Teile)

    Teil 38 gibt es in den älteren Versionen nicht

    Keine Hexerei sind die verschiedenen Oberlichte und NIedergänge:

     


    Die Niedergänge 149 erhielten eine umlaufende Kante, soweit diese nicht mit angrenzenden Teilen kollidierte. Optisch fand ich das nicht so überzeugend, daher wurde der Versuch bei den Oberlichten nicht wiederholt.

    Im Bau:

     


    Hier die schon montierten achteren 4 Oberlichte und zwei Niedergänge:

     

    Edited once, last by Zaphod (March 6, 2025 at 3:21 PM).

  • Schornstein (156, 57, 158, 159) (21 + 8 = 29 Teile)

    Teil 55 gibt es in den älteren Versionen nicht, es gibt 255, die Gatling Gun, die später in den Mastkorb kommt


    Hier die Teile:


    Bei dieser Baugruppe sind leider einige Konstruktionsfehler unterlaufen.

    Schon ein Bild der Bodenplatte 156 und des Streifens 156b (Teil 156a gibt es nicht) zeigt, dass dieser Streifen nie und nimmer um die Bodenplatte passt. Er ist an den Schmalseiten viel zu schmal.

    Die Ärgernisse setzen sich beim Schornstein fort. KEINE der in die Segmente 57b, 56e und 57j einzuklebenden Scheiben passt auch nur annährend. Sie sind alle bedeutend zu klein und mussten in einem zeitaufwändigen try-and-error-Prozess auf 105% (57a), 104% (57d) sowie 106% (57i) gebracht werden.

    So sah es vorher aus

    Und so nach Korrekturen.

    Außerdem stellt sich die Frage, warum die Scheiben 57a und 57d nur einmal vorhanden sind. So werden die unteren beiden Segmente des Schornsteins an einer Seite nur stumpf mit dem folgenden Teil verbunden, eine höchst instabile Konstruktion.


    Der Kragen "57f" ist knapp 2mm zu lang, er wurde mit einer unterklebten Lasche zusammengeholt.

    Das von Bug aus aufgenommene Foto vom Original zeigt zudem, dass 1879 zumindest vor dem Schornstein kein Dampfrohr vorhanden war, Teil 57h wurde entsprechend geändert.

    Das von der Seite gemachte Foto lässt m.E. hinter dem Schornstein ein Dampfrohr erkennen.


    Doch damit nicht genug, über Platzierung von Scheibe 57h* (der Stern verweist eigentlich auf Teile, die verdoppelt werden sollen, macht also bei einem Teil IN einem Verdopplungsfeld keinen Sinn) kann man nur rätseln.

    Und bei den Dampfrohren zeigt sich, dass dieses Modell noch zu den frühen PSW-Modellen zählt, als der gewählte Karton nicht optimal war. Das Runden gelingt nur sehr mühsam, sehr schnell stellen sich auch bei sorgsamem Vorgehen Längsknicke ein und Anfeuchten darf man dieser Karton nur sehr dezent, sonst löst er sich umgehen in seine Bestandteile auf, von der Farbe ganz zu schweigen.

     

    Hier im Vordergrund der erste Versuch - zu viel angefeuchtet.

    Edited once, last by Zaphod (March 8, 2025 at 10:43 PM).

  • Hat man all diese Klippen umschifft, müssen nur noch die verschiedenen Segmente des Schornsteins aufeinandergeklebt werden.

     

    Der schwarze Kreis in Teil 57h sollte ausgestochen werden.

    Abschließend sind oben noch die vier Abspannfäden einzukleben, die Schornsteinkante weist hierfür sehr hilfreiche winzige Strichmarkierungen auf:

     

    Edited once, last by Zaphod (March 11, 2025 at 6:07 PM).

  • Es hat ein bisschen gedauert, aber man kommt bei der Huascar nach dem Schornstein schnell in die Kleinteile.

    Der gesetzte Schornstein:

     

    Klassische Kleinteile sind die vier Niedergänge.

    Die Handläufe sind generisch und tauchen in identischer Form bei vielen Modellen von David Hathaway auf. Insofern muss man sie beim Supern nicht exakt reproduzieren.

    Es wurden Laser-Cut-Niedergänge vom HMV verwendet, die seitlich den Rahmen der Teile aus dem Bogen aufgeklebt bekamen. Dazu wurden die die Stufen andeutende Fläche in einzelne Stufen geschnitten.

     

    Hier sieht man rechts die Rahmen, einmal vorbereitet und einmal aufgeklebt - das ergibt einen schönen 3D-Effekt.


    In der Fertigung, die exakte Ausrichtung der einzelnen Stufen ist eine Herausforderung:

     


    Fertige Niedergänge:

     


  • Die Anker und die dazugehörigen Baugruppen umfassen eine ganze Reihe Teile, als da sind:

    Abdeckungen am Hauptdeck

    Die Ankerwinde

    Ankerkräne

    Die Anker selber

    Die Balken 178 sind auf den Fotos von 1879 nicht mehr auszumachen

    Die Teile 179a stellen die Umrandungen der Löcher auf Deck, in denen die Ankerketten verschwanden dar. Ihr schwarzes Inneres wurde ausgestochen, die Schnittflächen mit Sekundenkleber stabilisiert und dann der äußere Ring ausgestochen:

    Dazu die Abdeckungen:

     

    Auf diesen Fotos ist auch schon die Ankerwinde gut sichtbar.

    Diese konnte (auch?) per Hand bedient werden. Die dazu erforderlichen Spieren befanden sich in Gestellen an der Aufbauwand zur Back.

    Sie kommen besser zur Geltung, wenn man sie einzeln ausschneidet und auf zwei kleine Lager klebt, allerdings wird es etwas eng:

     

    Vorbereitete Lager:

    Während der Montage:

    Bei den Ankerdavids ist zu überlegen, wie ihr Profil im Original war und was für eine Art an Flaschenzug o.ä. an ihnen angebracht war.

    Ich habe sie aus Polysterolröhrchen hergestellt und mit zwei Beschlägen versehen. Der Überstand unten dient der Versenkung im Backdeck, damit sie stabiler werden:

    Wie man sieht, fehlen noch Flaschenzüge etc.

    Der Bogen sieht 4 solcher Kräne vor, aber selbst die Planzeichnung zeigt m.E. nur zwei und zwar in der hinteren Position:

    Auch ein Foto in einem späteren Bauzustand zeigt nur einen solchen Ankerkran:

    Edited once, last by Zaphod (March 29, 2025 at 7:00 AM).

  • Die Anker selber sind m.E. deutlich zu klein und wurden durch Teile der Chanzy ersetzt:

     

     

    Wo befanden sich die Anker in der Ruhestellung und wie waren sie befestigt?

    Das bleibt offen.

    Das einzige Foto, das die Huascar 1879 von der Seite zeigt, ist leider unscharf.

    Man könnte vorne den diagonalen Strich als Ankerschaft deuten und den Querstrich direkt über der Ankerklüse dann als Ankerstock. Das bedeutet, der Anker hing kopfüber und ruhte dann ggf. mit einer seiner Flunken auf dem Backdeck. Demzufolge müsste der Ankerkran auch mit einer Flunke verbunden gewesen sein, was die Frage aufwirft, wie die Verbindung vom Kran zum Anker nach dem Abfieren gekappt wurde.

    Dieses Foto, das ich in den vergangenen Wochen immer wieder betrachtet habe, wirft überhaupt mehr Fragen auf, als es beantwortet, zeigt aber m.E. an einigen Stellen deutliche Abweichungen vom Modell.

    Dies betrifft:

    1) Den Hauptmast mit leichtem Fall.

    A) Der Mast des Modells ist m.E. deutlich zu dünn.

    B) Der Teil des Mastes, der über die Brüstung des Mastkorbs hinausragt, fällt beim Modell zu niedrig aus.

    C) Die sehr dünne Spiere steht vor dem dicken Teil des Masts. Ihre Länge ist nicht genau auszumachen.

    D) Es gibt keine diagonale Spiere nach hinten

    2) Den Mast auf dem Achterdeck - m.E. sind die zwei in diesem Bereich zu sehenden Masten dem hinter der "Huascar" ankernden Schiff zuzuschreiben, die "Huascar" führte diesen Mast zu dieser Zeit also nicht (außer er wurde im Gefecht restlos abgeschossen)

    3) Den Übergang zwischen Rumpf und Schanz im hinteren Bereich. Hier sieht man m.E. deutlich Erhebungen, die an einigen Stellen durchbrochen werden. Waren diese im rechten Winkel zum Rumpf angebrachte Vorsprünge, die welchem Zweck auch immer dienten?

    4) Der Rumpf war nicht schwarz. Man kann hier nur spekulieren, aber da ich gelb für abseitig halte, würde ich auf weiß tippen.

    Jedenfalls bleibt es spannend.

    An Teilen muss ich "nur" noch die Gangways, die zwei Wanten und die 10 großen Davids herstellen, hier werden wohl auch Polysterolröhrchen das Mittel der Wahl sein.

    Dann kommt die Überlegung, in welcher Reihenfolge die Teile am besten montiert werden und welche Superungen (Verzurrungen der Geschütze 177, Taue bei den Davids) noch erfolgen sollten.

    Edited 3 times, last by Zaphod (April 5, 2025 at 6:32 PM).

  • Hallo,

    paralllel zur Arbeit an den Kleinteilen wird es Zeit, die Schanzen anzubringen:

     


     

    Außenbords stellt sich jetzt verschärft die Frage, ob im Übergang von der Schanz zum Rumpf ein vom Rumpf abstehendes Brett anzubringen ist.

    Jetzt kann auch die winzige Schiffsglocke angebracht werden. Die Glocke selber besteht auf einber bemalten Zahnstocherspitze.

    Und wenn man gaanz genau hinsieht, kann man die Ösen erkennen, die zu beiden Seiten der Stückpforten angebracht wurden und die später die Vertäuung der Geschütze 177 aufnehmen werden. Es handelt sich um Köpfe von Saemannschen Relingsabschlussteilen.

     

  • 40-Pfünder (177) (2x8 + 2x 15 Teile)

    Die Teile:

    Die vorbereiteten Wangen, die verbindende Platte wurde wieder zweigeteilt:

     


    Die fertigen Lafetten:

     

    War beim Geschütz 29 die Platte, die die beiden Wangen verbindet zu schmal, ist es hier umgekehrt. Sie ist zu breit, die Rohre fallen durch. Dem muss mit kleinen Zapfen (normale Kartonstärk), die innen auf die Wangen geklebt werden, entgegengewirkt werden.

     

    Die Geschützrohre nähern sich der Vollendung:

    Ein Geschütz fertiggestellt:


    Was bleibt dann noch zu tun:

    Die Vertäuung der Geschütze kann nachgebildet werden. Doch dass kann erst in der Endmontage geschehen, wenn die Kanonen angebracht werden.

    Und außen sollten die zweigeteilten Stückpforten angebracht werden.


  • Mast (68, 185, 187, 255) (21+ 5 = 26 Teile)

    Erst nachdem der Mast gesetzt ist, können die ihn am Fuß einrahmenden Teile 68 angebracht werden. Dies waren wohl ursprünglich Lager für Belegpinnen.

    Die Nummerierung auf dem Verdopplungsfeld mit den Spieren etc. ist fehlerhaft. Bei der Stenge 185b kann man nur raten, welches Teil auf dem Verdopplungsfeld dies sein soll, die Nr. 185b ist es nicht, vermutlich 187h, d.h. vertauschte Teilnummern.

    Den Mast innen mit einem Holzstab vom Durchmesser eines Zahnstochers stabilisieren, das Bild zeigt auch die vorgenommene Anschrägung. Da der Mast einen größeren Druchmesser erhalten musste, konnte auch das Bogenteil nicht verwendet werden.

    Neben dem Mast der fertige Mastkorb und über diesem seine beiden Konsolen. Die Brüstung vom Mastkorb ist deutlich zu lang.


    Vor dem Aufschieben und Verkleben des Mastkorbs am Übergang zu diesem zwei Fäden um den Kern des Mastes knoten und mit Kleber sichern. Diese bilden später nach vorne die noch über den Geschützturm hinauslaufenden Taue. Nach hinten konnte ich keine analogen Taue mit letzter Gewissheit ausmachen, aus Stabilitätsgründen habe ich sie hinzugefügt.


    Der Mastkorb muss leicht schräg platziert werden, um den Fall des Mastes auszugleichen.

    Das obere Teil des Mastes mit einer Kartonhülse umkleben und mit einer selbstgeschnitzten Scheibe abdecken:

    Die Stenge 185b aus einem Draht herstellen, der mit gespaltenem Karton aus dem Verdopplungsfeld umwickelt wird.

    Auf den Mastkorb kommt noch eine Gatling Gun, wobei die Markierungen auf dessen Bodenplatte keinen Sinn ergeben.

     


    Der Sockel der Gatling-Gun 255 soll oben und unten eine Platte erhalten. Für die obere Platte hat er einen viel zu geringen Durchmesser, sie sähe albern aus. Weglassen und gleich die Gabel aufsetzen, die das Geschütz aufnimmt.

    Die fertige Gatling:

    Wie man sieht, befindet sich die Kreismarkierung des Mastkorbbodens viel zu dicht am Mast.


    Nach diesen Vorarbeiten werde ich mich nun nicht länger vor dem Setzen des Mastes drücken können, mit dem die Endmontage eingeläutet wird,

  • Hallo,

    der Mast steht schon seit einiger Zeit an Ort und Stelle:

     

     


    Am Mastfuß fehlen noch zwei Gestelle (Teil 68), ursprünglich wohl für Belegnägel, ob sie nach der Wegnahme der Besegelung noch eine Funktion hatten, kann ich nicht beurteilen.

    Auf jeden Fall erscheinen mir die Teile des Bogens viel zu flach, ich denke hier hatte das Original richtige Balken.

    Dementsprechend wurden die Teile verstärkt und noch oben herausragende Abschnitte ergänzt:


    Die gesetzten Pfosten:

    Die oben abschließenden Teile:


    Und das ganze Ensemble:

     


    Parallel dazu wurden die Wanten gemäß der Schablone des Bausatzes erstellt. Hierzu hatte ich noch die Lehre, die ich beim Bau der "Lavoisier" angefertigt hatte, ein sehr schöner Service des Orel-Verlags.

    Aufgezogene Fäden:

    Noch ist nichts verklebt. Wie man sieht, bevorzuge ich am Rand dickere Fäden. Der fertige "Aufzug" wird dann mit flüssigem Sekundenkleber gehärtet. Das Auftragen ist eine mühselige Angelegenheit, ich verwende die Spitze einer Prickelnadel, die ich in den Kleber tauche, das muss doch komfortabler gehen, aber mir fehlt die zündende Idee.

    Eine wichtige Erkenntnis erlangte ich beim Verkleben: Bei der im Bild sichtbaren Wante laufen die beiden dicken Außenfäden UNTER den Querfäden.

    Das ist eine schlechte Idee

    Bei der zweiten Wante hatte ich es anderes herum gemacht und diese zuerst verklebt. Die Längsfäden ließen sich gut auf die Querfäden drücken und hafteten gut. Benötigte Zeit: Gut 15 Minuten.

    Umgekehrt geht es schlecht, die Querfäden schnellen immer wieder nach oben, Andrücken mit Hilfsmittel geht kaum, weil man diese leicht mit fixiert. Zeit bisher: über 20 Minuten und noch ca. 15 Verbindungsstellen, wo der Kleber nicht haftet, außerdem Kopfschmerzen von dem Einatmen des Sekundenklebers.

    Edited once, last by Zaphod (April 18, 2025 at 9:11 AM).

  • Taue und Wanten werden allerdings erst später gestrafft bzw. montiert.

    Nun ging es an die Geschütze. Bei deren Vertäuung habe ich mich an dem großen Modell eines 42-Pfünders orientiert, das ich vor einigen Jahren gebaut habe. Hier ein paar Bilder von den Tauen:

     



    Die Vertäuung zerfällt in zwei Teile:

    Ein dickes Tau mit Spiel, das an den Enden an der Bordwand verankert ist und dessen Mitte um den Knubbel hinten am Geschützrohr geschlungen wird. Dieses Tau hat soviel Spiel, wie das Geschütz beim Abfeuern zurückrollen dürfen soll.

     


    Um das Geschütz wieder auszurennen, wurde ein System aus zwei Flaschenzügen verwendet. Diese waren ebenfalls an der Bordwand bzw. am Geschütz befestigt.

    Also mussten winzige Flaschenzüge erstellt werden:

     


    Aus einem Flaschenzug kam ein Tau heraus, an dem zum Ausrennen zu ziehen war. In Ruhestellung wurden diese Taue manchmal auf dem Deck aufgerollt.

    So sieht das Ganze dann fertig aus:

     

    Die Flaschenzüge (Kopien von der Chanzy) hätten kleiner ausfallen dürfen, auch das Tau hinten am Geschütz wirkt klobig, weil es mir nicht gelungen ist, einen angemessen großen Knubbel aufzutropfen.

    Aber in Summe gefällt mir das Ergebnis. Gut, dass die "Huascar" nach der Anschaffung ca. 20 Jahre lang ungebaut blieb, früher hätte ich die ganzen Taue gar nicht nachgebildet.

    So ist der aktuelle Stand. Das zweite Geschütz folgt, bevor es dann wohl an Heck und Back gehen muss.

    VG

    Zaphod

  • Es geht langssam voran, eigene Ungeschicklichkeiten und Widrigkeiten der Konstuktion verleiden mir den Spaß an diesem Modell zusehends, früher wäre dass eine Aufgabe für 3-4 Wochen gewesen, jetzt wird es sich 3-4 Monate hinziehen.

    Einige abschließende Bilder der beiden Kanonen:

     


    HIer sieht man den Spalt zweischen Schanz und Rumpf, es wärebesser gewesen, die Schanz an der Außenhaut zu lassen und ihre Rückseite nach der Anbringung der Außenhaut zu ergänzen - konstruktionstechnisch keine gute Lösung.

    Die Stückpforten der Kanonen wurden ergänzt.

    Dann ging es nach vorne, die Ankerketten waren zu verlegen:

    Es wird ganz schön eng, die beste Reihenfolge wäre gewesen:

    1) Achterliche Reling auf der Back

    2) Niedergänge zur Back (so montieren, dass die Handläufe exakt mit der Reling abschließen

    3) Ankerketten legen

    4) Restliche Reling auf der Back

    5) Lüfter

    Die Ankerketten haben mich fast um den Verstand gebracht. Früher hätte ich die elegang in die Löcher unterhalb der Back rieseln lassen und dann das Ganze mit einem Tropfen Kleber gesichtert. Jetzt wollte dies ums Verrecken nicht gelingen. Zuerst waren die Löcher zu klein, nach dem Aufbohren fielen die Ketten immer wieder heraus bzw. blieben an der Nadel haften, mit deren Hilfe der Kleber appliziert wurde.


    Mit kompletter Reling und Lüftern:

     


    Reling und Niedergänge am Heck:

     

    Hier passte irgendwie der Handlauf der Niedergänge überhaupt nicht an die Reling auf dem Achterdeck, auch kam der Niedergang an Steuerbord fast in Kollision mit der Schiffsglocke.

    Auf diesem BIld kann man die große Lücke zwischen Handlauf des Niedergangs und Reling gut erkennen.

  • Dann kamen die Klappen der vorderen Schanz an die Reihe, gemäß Gefechtszustand alle niedergelegt:

     

    Der Geschützturm etwa in der Position, in der er auf den Fotos von 1879 zu sehen ist.

    Hinten kommt man zum Fallreep und damit zu einer Unzahl an Fragen und Ärgernissen.

    Fallreeps (89) (3 + 28 = 31 Teile)

    Wie erwähnt ist (bis auf den David) nur eines vorhanden, das zweite muss aus einem Scan erstellt werden.

    Folgende Fragen werden hier aufgeworfen:

    A) Für die Plattformen der Fallreeps ist zwischen dem Ende der hinteren Schanz und dem Beginn der niederlegbaren Schanz kein passender Abstand gegeben.

    B) Es bleibt unklar, wo das Fallreep untergebracht war, wenn es nicht ausgebracht war. An der Bordwand befestigt? Aber dann konnte es beim Anlegen beschädigt oder gar abgerissen werden. Außerdem käme es in Kollision mit den Davids. Auf Deck liegend? Das nimmt ganz schön viel Platz weg. An eine Schanz gelehnt? Direkt bei den Öffnungen für die Fallreeps gehen die Wanten von der Schanz hoch, da wäre das Fallreep doch wohl im Weg gewesen.

    C) Und der kleine David der Fallreeps? Der kollidiert massiv mit dem Beiboot – das ohnehin beim Abfieren auf die untere Plattform des Fallreeps gekracht wäre. So wie sich die Anleitung das vorstellt, außen an der Schanz, geht es gar nicht: Massive Kollision mit dem Beiboot und schon die Bauskizze zeigt, dass der David deutlich weiter hinten stehen müsste, wenn die von ihm ausgehende Hebevorrichtung senkrecht am hinteren Ende der unteren Plattform des Fallreeps angebracht werden soll. Verschiebt man den David aber weiter nach hinten, kollidiert er noch mehr mit dem hier breiter werdenden Beiboot. Es ist wohl kein Zufall, dass auf dem Titelfoto des Modells auf das Fallreep verzichtet wurde und der David an einer völlig sinnfreien Stelle steht.

    Bauskizze:


    Titelfoto:


    Letztlich wurde folgende Lösung gewählt:

    A) Der achterlichste Abschnitt der niedergelegte Schanz kommt unter das Fallreep. Das ist m.E. einigermaßen plausibel. Vielleicht war es sogar so, dass es gar keine Pforte extra für das Fallreep gab, sondern dass die entsprechende Öffnung durch das Niederlegen des Schanzabschnitts entstand. Dann wäre es auch zwingend, dass zuerst die Schanz niedergelegt wurde und dann das Fallreep ausgebracht.

    Damit hat sich die vorgesehene Stützkonsole für die obere Plattform des Fallreeps erledigt


    B) Das nicht ausgebrachte Fallreep wurde innen an die Schanz im Bereich der Wante gelehnt, alle anderen Positionen sind noch weniger plausibel.

    C) Der David wurde innen an die Schanz am Ende des Bretts, auf das die Wante kommt angeklebt, es empfiehlt sich ihn 2mm zu kürzen, um Kollisionen mit dem Beiboot zu vermeiden.

      

    Schwarz auf schwarz sind die Taue, die vom "Galgen" des Davids herabhängen, kaum sichtbar. Auf dem letzten Bild kann man gut das eingebrachte Fallreep an Backbord erkennen.

  • Wie auf den vorhergehenden Bildern schon zu erkennen, folgen dann die Davids und die Beiboote:

    Davids (90) (10x9 = 90 Teile)

    Aus an der Spitze leicht zugeschliffenen Rundprofilen nachbilden (die großen Davids 1,2mm, die kleinen 0,8mm Durchmesser), mit passenden Beschlägen und Rollen versehen

    Die Rollen wurden als Sandwich gefertigt: Vier Scheiben, zwischen die zwei kurze Abschnutte von gezogenem Gussast geklebt wurden:

     


    David während der Lackierung:


    Fertiger David mit Beschlägen und Rolle:

    Massenproduktion:


    Die Montage der Davids gestaltet sich problemlos, Sekundenkleber (Gel) ist sehr zu empfehlen:


     


    Was sich nicht problemlos gestaltet ist das Anbringen der Beiboote. Der Abstand zwischen den Davids ist so, dass sich keine zwei Klebepunkte auf derselben Ebene an den Booten finden lassen und selbst mit Sekundenkleber dauert es seine Zeit, in der man ein wackelndes Boot sauber in Position halten muss.

    Edited once, last by Zaphod (May 4, 2025 at 8:48 AM).

  • Zu den Beibooten:

    Große Beiboote (83) (4x 6+3 = 36 Teile)

    Die Teile 83d müssten verdoppelt werden, es fehlt ein entsprechendes Symbol

    Serienfertigung:

    Die Teile 83d (Duchten und Rahmen) sind zu breit. Sie lassen sich ganz oben in den Bootsrumpf einpassen, müssten aber etwas tiefer in ihn kommen

    • auf keinen Fall darf man die Teile 83c verdoppeln, wie angegeben. Diese sollen den tiefer liegenden Zwischenboden darstellen und sind viel zu breit geraten, müssen daher gebogen werden (oder per Hand radikal verschlankt werden) außerdem sind die Teile 83c alle einige mm zu kurz


    Die im Päckchen beigegebenen Ruder lassen sich nur schwer auseinanderschneiden, es wäre ein schöner Service, wenn die Ruder noch einmal einzeln auf dem Bogen wären.

    Die Flächen mit den Rudern wurden verdoppelt, dann an den Seiten ausgeschnitten, die entstandenen Kanten mit Sekundenkleber gehärtet und nach dessen Trocknen je zwei Ruder außen ganz abgeschnitten etc.

    Je 5 Ruder pro Boot ist übrigens eine merkwürdige Entscheidung

      


    Ganz zum Schluss wird das Auseinanderschneiden zur HErausforderung.

    Die ersten fertigen Ruder:

    Und das Ergebnis, man sieht, 83d schließt oben gut ab, lässt sich aber nicht etwas tiefer einsetzen:

  • Dinghi (184) (5 +4 = 9 Teile)

    Eine fehlerhafte Konstruktion:

    • die hintere Kante von 184d (Rahmen mit Duchten) ist breiter als der Heckspiegel an 184a, schließt man den Rumpf vor dem Einsetzen von 184d wird das Einsetzen nicht gelingen. Auch so ist 184d etwas zu groß, nur mühsam kann man es auf Kante oben in den Rumpf hineinzwängen
    • der Spalt, der am Heck entsteht, ließe sich durch das Steuerruder schließen, doch beim Dinghi fehlt dieses


     

    Das fertige Dinghi, man sieht, wo 184d hinten überragt

     

  • Und dann das Einhängen der Boote - ein Albtraum. Wie gesagt, die Abstände zwischen den Davids und zwischen den Duchten sind so, dass es bei den großen Botten keine zwei guten Ansatzpunkte gibt. Der geringe Abstand zwischen den Booten erzwingt außerdem bei den hinteren Booten sowieso einen ganz bestimmten Ansatz.

    Am Ende ging es "einen Schritt vor, einen zurück", nicht nur das Anbringen war trotz improvisierter Lehre ein Horror, bei leichten Stupsern fielen die vermeintlich festen Boote ferne wieder ab.

     

    Vorderes Boot an Backbord, man sieht die Lehre.

    Beide Boote an Backbord:

      

    Man sieht wie weit vorne die Verbindung beim achterlichen Beiboot erfolgen muss:


    Vorderes Beiboot an Steuerbord:

     

    Und wenn man nach Backbord blickt - richtig, das hintere Beiboot ist wieder ab

    Irgendwann, nachdem einige ziemlich unfeine Worte recht laut ausgesprochen waren, war es dann geschafft:

     


    Wenn auch nicht sehr elegant:

  • Und noch einmal auf die Back: Anker, Ankerketten und Ankerkräne

    Wie gesagt, in welcher Position sich die Anker befanden, konnte ich keinem Bild vom Original exakt entnehmen, auch waren nie die zwei Ankerkräne pro Seite auszumachen.


    Hier die Lösung:


     

     

    Der Anker mit einer Fluke auf der Back, so dass sein schräg hängender Stock dicht an der Klüse liegt (schwarz auf schwarz sieht man 1A).


    Und dann die Ankerkräne gesetzt:

     

  • Dann waren Wanten und davor die wenigen Fäden der Takelage an der Reihe:

    Hier die Wanten in der Entstehung


    Der fertigen Wanten waren -obwohl nach Schablone erstellt- noch gehörig einzukürzen.


    Der Zustand vor der MOntage der Wanten:

     

     

    Die Abspannfäden des Schornsteins sowie die beiden vom Mast nach vorne führenden Fäden sind im Deck verklebt. Um den Mastfuß herum kann man die Gestelle für die Belegnägel erkennen.


    Und die montierten Wanten:

     


    Uch gebe mir bei diesen immer große Mühe, die querlaufenden Fäden so knapp abzutrennen, dass keine Überstände bleiben und schneide ggf. auch noch einmal nach. Wie aber das letzte Bild zeigt (Wante im Vordergrund, hintere Kante), diesmal nicht präzise genug, winzige Überstände sind zu erkennen.


    Auf die Plattform im Mast kommt die Gatling:

    Der Sockel der Gatling-Gun 255 soll oben und unten eine Platte erhalten. Für die obere Platte hat er einen viel zu geringen Durchmesser, sie sähe albern aus. Weglassen und gleich die Gabel aufsetzen, die das Geschütz aufnimmt.

  • Im Laufe des Baus ergaben sich durch das Studium von Fotos des Originals etliche Teile, die entfielen:

    Das Fallreep hatte ich in einem falschen Winkel konstruiert, lässt sich vielleicht bei einem anderen Modell verwenden.

    Leider habe ich nicht herausbekommen, wo die Positionslichter hinkommen.

  • Und dann war der Bau nach drei Monaten abgeschlossen (früher habe ich in der Zeit ein Dickschiff hinbekommen).

    Verbaut genau 300 Teile aus dem Bogen und 422 hinzugefügte.


    Ein gemischtes Vergnügen, etliche Baustufen waren etwas nervig.


    Wie dem auch sei, einige Bilder der fertigen "Huascar" im Bauzustand von 1879, soweit ich diesen recherchieren konnte: