Verstärken von Spanten

  • Hallo liebe Kartonbauer,

    wenn ich ein Modell auf ca. 0,20mm Papier ausdrucke und diese Seite (z.B. Spanten) auf 0,60mm Karton aufklebe, so dass ich eine Gesamtstärke von ca. 0,80mm erhalte, wie kann ich dies am besten bewerkstelligen? Klebe ich die DIN A4 Seiten direkt aufeinander? Schneide ich die Bauteile vorher grob aus, damit die zu verklebende Flächen nicht zu groß sind (Stichwort Verzug)?

    Welchen Kleber nehme ich: Bei Wasserlöslichem wie Wiccol wellt sich vieleicht das Papier, bei lösemittelhaltigem wie UHU Flinke-Flasche ist die eine Stelle schon trocken, während ich am anderen Ende noch am Kleberauftragen bin, oder vieleicht doch Kontaktkleber wie Pattex?

    Grüße
    Achim

  • Hallo Achim,

    ich denke mal Du wirst ähnlich viele Antworten bekommen wie es hier Mitglieder gibt. Ich variiere zwischen zwei Alternativen.

    - Muss eine (fast) komplette Seite mit Teilen verstärkt werden, so klebe ich zunächst die zu verstärkende Seite auf den Verstärkungskarton. Als Kleber verwende ich hier einen lösungsmittelhaltigen Sprühkleber (Eurolock LOS 350)

    - Müssen nur einzelne Teile verstärkt werden, dann schneide ich die Teile soweit möglich erst grob aus und verklebe sie dann mit einem ebenfalls lösungsmittelhaltigen Kleber (in der Regel UHU-Alleskleber ("Flinke Flasche")).

    Auf keinen Fall würde ich die Teile richtig ausschneiden und dann verstärken. Mit Wicoll habe ich bis jetzt noch nicht gearbeitet und habe daher keine einschlägigen Erfahrungen.

    Schöne Grüsse

    René

    Kartonbau.de ... Mein Forum

  • Hallo René,

    danke für die schnelle Antwort. Mit Sprühkleber habe ich bisher noch nicht gearbeitet; hört sich aber mal gut an. Kann man damit auf dem Schreibtisch arbeiten, oder nebelt man sich damit den ganzen Raum ein?

    Grüße
    Achim

  • Hallo Achim,

    naja, er ist nicht wirklich für geschlossene Räume geeignet, es sei denn Du bist Kleber-Junkie. ;) Ich verarbeite das Ganze immer im Bad bei offenen Fenstern und da reicht mir die Dröhnung schon. Außerdem würde ich ihn auch wegen des unvermeidlichen Sprühnebels, der ebensfalls klebt, nicht am Schreibtisch verarbeiten.

    Wen man die Sicherheitshinweise dummerweise liest, dann stellt man beim Eurolock fest, dass ein damit besprühtes/geklebtes Modell eigentlich Sondermüll ist. :D Also lieber im Garten, auf der Terasse oder bei weit geöffneten Fenstern verarbeiten in einem leicht zu reinigenden Bereich. Der Kleber zieht sehr schnell an.

    Schöne Grüsse

    René

    Kartonbau.de ... Mein Forum

  • Moin, Moin :)

    Rene hat schon richtig beschrieben, wie die Spannten ausgeschnitten werden. Ich denke, dass die meisten Modellbauer so verfahren.

    Ich habe mit Leimähnlichen Kleber Erfahrungen gemacht und ich kann eindeutig sagen, dass für die Verstärkung von Spannten ist die Klebersorte ungeeignet. Ich benutze einen Kleber mit dem man auch Gummistoffe zusammenkleben kann. Aber wie Rene schon erwähnte, nach ca. 10 min ist man auf Droge.

    Schöne Grüße

    Robert

    --------------------------------------------

    Fertig : Zuikaku 1:200
    Im Bau: Me 110,
    geplant : Tirpitz

  • Hallo Martin,

    hab gerade ein paar Testklebungen ausprobiert:

    1. Pattex hat nicht so recht geklappt. Wahrscheinlich lag es an der Spachtel. Stinkt auch ganz gewaltig.

    2. UHU FF mit Aceton (schwarz) klappt ganz gut :D

    3. UHU Stic scheint auch ganz brauchbar zu sein, habe aber irgendwie noch meine Zweifel, weis aber nur nicht warum ?(

    4. Wiccoll wollte ich aus dem bekannten Grund (Wasserbasis) erst gar nicht testen.

    5. Sprühkleber hab ich keinen

    Grüße
    Achim

  • Hallo Achim,

    ich arbeite mit Sprühkleber (Tesa) und besprühe beide Seiten. Wie schon erwähnt, ist das eine Sauerei. Ich hab im Keller eine Absaugung für Airbrush und muß rundum alles mit Zeitung abdecken sonst klebt durch den Sprühnebel der gesamte Arbeitsplatz.

    Vorsicht ist dann nach 5-10 Minuten geboten, der Kleber muß fast trocken sein. Man hat nur einen Versuch, denn dann klebt alles höllisch. Ich lege den Karton (natürlich mit Kleber nach oben) auf eine flache Unterlage, am längsten Rand eine Leiste und dann an diese das Papier angelegt und auf den Karton abgerollt. Wenn man dann alles mit einer Tapetenrolle (Gummi) fest anrollt, kann man nach ein paar Stunden Trockenzeit schneiden.

    Viel Glück,

    René (Harrier)

    Demokratie ist alternativlos!

    An opinion without 3.14 is an onion. You'll understand.

  • Hi Achim!

    Wirklich sehr große Flächen verklebe ich auch mit Sprühkleber - versuche dies jedoch aufgrund der vielen schon beschriebenen Nachteile tunlichst zu vermeiden. Da klebe ich schon lieber die einzelnen grob ausgeschnittenen Teile und dazu verwende ich einen Pritt-Klebestift. Funktioniert hervorragend, trocknet sehr schnell und klebt wie der Teufel. Es gibt kein verziehen oder aufwellen und der Kleber bleibt lange genug klebrig, um das Teil in aller Ruhe positionieren zu können. Kurz andrücken und 5 Minuten später kann schon ausgeschnitten werden. Eine sehr saubere und schnelle Methode.

    Servus vom

    Josef

  • Tach,

    also das mit dem Prit interessiert mich jetzt aber auch brennend, denn vorurteilsbelastet wie ich bin, hielt ich Prit immer für einen Kindergarten-Klebstoff ("Nicht so schlimm, wenn die Kleinen ein Stück abbeißen...") hab ihn aber echt nie fürs Hobby auch nur in Erwägung gezogen.

    Da werden morgen aber gleich "Experimentierreihen" gemacht.

    G&D

    Marc

  • Mit dem Pritt (speziell "Power-Pritt")-Stift hab ich recht gute Erfahrungen gemacht. Komischerweise hat der UHU-Klebestift nicht so toll gehalten. Auf Papier ja, aber auf Karton nicht. Sprich: Wenn's dumm läuft, löst sich die Kartonverstärkung beim schneiden ab.
    Das passiert bei dem Power Pritt lustigerweise nicht. Keine Ahnung, warum, ist halt so.

  • Da fällt mir noch was ein, zum Thema "Wellen des Kartons":

    Wenn's aus welchen Gründen auch immer, eben doch mal vorkommt und sich die Pappe wellt, hilft als "Erste-Hilfe-Maßnahme" ein Bügeleisen und ein Buch.

    Hab ich schon gemacht, klappt prima.

    Das Teil mit dem Bügeleisen (ganz schwach einstellen!!!) vorsichtig bügeln. Am besten von hinten, dann geht die Farbe vom Druck nicht kaputt. Dann sofort in ein dickes Buch legen. Nach ner Weile ist das Ding eben wie eine Glasplatte.

  • Hallo Kollegen!

    Bei Interesse am Pritt Klebestick, es ist dieser:

    [Blocked Image: http://img15.imageshack.us/img15/1792/pritt4te.jpg]

    Das Ding ist wirklich genial und sehr vielseitig verwendbar. Mit einem Zahnstocher entnommen, kann man auch kleinste Teile sehr sauber verkleben und die Haltbarkeit ist auch enorm - meinen habe ich jetzt seit 3 Jahren im Einsatz und er ist immer noch OK!

    Als Basis für allgemeines Wissen über Werkstoffe, Materialien und Verfahren möchte ich übrigens jedem den Katalog von Modulor sehr ans Herz legen - ist downloadbar unter: http://www.modulor.de/index.html

    Servus vom

    Josef

  • Moin zusammen,

    da kann ich ja auch schon was zu sagen :)

    Ich benutze für großflächige Verklebungen UHU Kontaktkleber (Spühkleber). Das ist ne wirklich saubere Sache. Der Kleber wird einseitig auf den Karton aufgetragen, die Papierseite lege ich dann darauf und drücke sie mit einer Gummirolle an. Stinken tut der auch, daher mache ich es auf dem Balkon auf einer Unterlage aus Altpapier. Man hat keine verklebten Finger und es hält wirklich bombenfest. Bei Versuchen mit anderen Klebern löste sich dann manchmal an den Schnittkanten das Papier und du fängst an nachzukleben!

    Bei kleineren Verklebungen nutze ich UHU Flinke Flache schwarz.

    Viele Grüße
    Jörg

  • Hallo an alle Pappköpfe von einem Pappkopf!

    Dies ist meine erste mail.... Ich bin ja sooo aufgeregt! ;)

    Also fürs großflächige Kleben verwende ich am liebsten von der Firma "Marabu" den Kleber "Fixogum". Er ist auf Lösungsmittelbasis und relativ flüssig. Er wird auch oft in der Fotoretouche eingesetzt. Ein großer Vorteil ist, dass man angetrockneten Klebstoff mit dem Finger ohne Spuren zu hinterlassen wegreiben kann. Die Klebeverbindung selbst bleibt sehr flexibel und formbar.
    Zunächst verteile ich auf der Bauteilseite SEHR dünn (Spatel, Papierstück o.ä.) den Klebstoff und lasse ihn trocknen. Dann trage ich auf der zweiten Klebeseite (Karton) ebenfalls dünn Klebstoff auf und lege das Bauteil auf den noch nicht getrockneten Klebstoff des Kartons. Da kann man noch ein wenig korrigieren, aber nicht viel. Liegen beide Teile in der richten Lage aufeinander "rolle" ich die Bauteile mit einem kleinen "Nudelholz" (Stab, Stift o.ä.) zusammen.

    Bis jetzt habe ich mit dieser Methode nur gute Ergebnisse erzielt. Ich würde mich über Feedback von Euch natürlich sehr freuen....

    Check Six!

    blue_plasma

  • Hello blue_plasma!

    Fixogum kenne ich natürlich, habe ich in Tube und Dose als Spezialkleber bei mir rumstehen - aber ist das nicht eigentlich ein wieder lösbarer Kleber?

    Ich verwende den nur, wenn ich die Teile nachher wieder ohne Beschädigung auseinander bekommen möchte (z.B. Schiffsrümpfe auf Glasscheibe, um Verzug zu vermeiden).

    Kann man den wirklich für dauerhafte Verbindungen verwenden? Hält der auch, wenn das verstärkte Teil dann gefalzt werden muß?

    Fragen über Fragen!

    Servus vom

    Josef

  • hallo freunde
    allen Unkenrufen zum trotz, es geht auch mit Weißleim Ponal bzw Wicoll
    Tatsache ist aber, erst mal 2-3Tage trockenen lassen und beschweren aber fest,- habe einen Deckel von einem Schraubenkasten dazwischen gelegt,- zur besseren Druckverteilungsiehe Bild,-
    Mit freundlichen Grüßen

    Nora

    Eisenbahn nur noch Spur N Fährt

    die 0-Anlage ist in etwa fertig und fährt


    außerdem,- gelegentlich ein Kartonmodell,- man gönnt sich ja sonst nichts

    Z.B etliche Auto/Lkw Modelle von 1:100

  • Hallo Josef!

    Ja, prinzipiell ist Fixogum wieder lösbar. Aber ich habe festgestellt (besser: feststellen müssen ;) ), dass bei stark saugenden Untergründen die Haftung so gut ist, dass ein Abziehen nicht mehr vollständig möglich ist.

    Ich denke, es liegt vor allem an dem dünnen Aufbringen des Klebers auf einer Seite. Dadurch, dass der Kleber dort auspolymerisiert, bildet sich eine fest haftende Schicht. Kommt jetzt der frische klebstoff drauf, löst dieser durch das Lös.mittel die trockene Schicht wieder an. Beim Trocknen polymerisieren dann "beide Klebstoffschichten" (alt und neu) wieder durch. Ich verwende das Zeuch auch ganz gerne, für das Kleben des Rahmens auf Flugzeugkanzeln. Hier kann man überstehenden Klebstoff einfach wieder wegreiben. Und Falzen ist eig. auch kein Problem, da Fixogum ja sowieso elastisch ist.

    Hoffe alle Fragen der Fragen beantwortet zu haben :)

    Check Six!

    blue_plasma

  • Uuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!

    Der Wikipedia-Artikel liest sich gerade wie das Todesurteil für meine F-14 von Halinski 8o
    Jetzt stellt sich für mich die Frage ob der Klebstoff brüchig wird mit der Zeit. Ich hab's, wie gesagt, noch nie beobachtet.... ?( Vielleicht könnte da ein Schutzmantel aus Lack helfen.... Hat jemand da schon Erfahrungen dazu gesammelt?

    blue_plasma