Das Geheimnis der BREMEN-Frontwand (Peter Brandt / HMV)

  • Die BREMEN hatte eine sehr markante, gefällige Frontwand des Aufbaus im Stil der "Neuen Sachlichkeit":


    (Foto: Richard Fleischhut in "Mit der Kamera in die Welt")


    Das Problem:


    Die Frontwand der Modells der HMV-BREMEN und der markante Niedergang sind beim Bau ein gewisser Stolperstein.

    Die Textur der Frontwand (Bauteil 63) stimmt scheinbar nicht, so dass die Markierungen für das Niederganghaus (63 a) auf der Frontwand nicht durch das Bauteil überdeckt werden. :(



    Bisher kenne ich zur Beseitigung dieses Makels nur Versuche, diese Markierungen mit weißer Farbe abzudecken. Auch ich habe vor mehr als 20 Jahren bei diesem Modell vor demselben Problem gestanden (Modell der 1. Auflage). Damals war auch das Überpinseln mein Mittel der Wahl, aber schon nach kurzer Zeit konnte man durch den unterschiedlichen Grad des Alterns von Papier und Farbe genau die Ausbesserung erkennen. (Übrigens hat mein damaliges, noch nicht fertiggestelltes Modell einen Umzug nicht überlebt. Inzwischen baue ich die BREMEN ein weiteres Mal)


    Die Lösung:


    Ich habe dieses Mal das Bauteil 63 vor der Montage auf Deck 62 in der Mitte auseinandergeschnitten; die Mitte ist durch kleine Markierungsstriche gekennzeichnet.

    Dann habe ich die beiden Hälften "trocken" gegeneinander geschoben, bis die Markierungen für den großen Niedergang auf der Frontwand mit der entsprechenden Markierung auf dem Deck übereingestimmt haben.

    Hieraus ergab sich, dass eigentlich nicht die Markierungen auf der Frontwand zu weit außen sind, sondern dass die Frontwand insgesamt etwas zu breit ist; bei übereinstimmenden Markierungen überlappen sich die Hälften der Wand (in der Mitte) um etwa 1,5 mm.

    Also habe ich am mittleren Schnitt beide Wandteile etwas eingekürzt und dann die Hälften so aufgeklebt, dass die Markierungen an der Wand mit den Markierungen auf Deck 62 genau übereinstimmen.

    Die Stecklaschen unten an der Frontwand passen nicht mit den Schlitzen im Deck überein; ich habe sie viel schmaler geschnitten und zusätzlich einen gebogenen Papierwinkel als Lasche zur Verbindung Wand/Deck angeklebt.


    Den Schnitt in der Front sieht man selbst dann nicht mehr, falls er etwas breiter ausgefallen ist (wie bei mir). Vorn verdeckt ihn der massive Aufgang und durch die Doppelfrontscheiben des Wintergartens ist der Spalt ebenfalls nicht zu sehen.



    Die "Nagelprobe" kam dann gestern beim Einbau des Decks (Teil 64 c). Und siehe da - das Deck liegt perfekt an der Frontwand an:


      


    (Der Pfeil zeigt auf eine Stelle, an der mir das Skalpell beim Nachschneiden eines Schlitzes ausgerutscht ist. Davon wird später nichts zu sehen sein.)


    Und die Wand steht auch schön senkrecht:


    Hoffe, noch dem einen oder anderen zukünftigen BREMEN-Modellbauer geholfen zu haben. :)

    Fertig: MS WILHELM GUSTLOFF, 1:250



    Aufwachen - es ist 5 vor 33...

  • Moin Helmut,

    die BREMEN ist zwar nicht auf meiner "to do Liste", aber ich finde Deine Herangehensweise wirklich gelungen. Es ist ja einer dieser typischen "Piet-Fehler", die im Zuge eines sorgfältigen Kontrollbaues hätten vermieden werden können...

    Nein, gut gelöst :thumbup:

    Beste Grüße aus dem halbhohen Norden

    Fiete

  • Moin, moin Helmut,


    bestens gelöst :thumbup: .......es ist ja immer sehr wichtig zu analysieren, warum was nicht passt und die Ursache der "Unpässlichkeit" festzustellen. Dann ergeben sich ganz von alleine Lösungswege.


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Moin Helmut,


    danke für diesen wieder einmal sehr hilfreichen Tipp!

    (und gerne mehr von der BREMEN und was noch so dazu kommt... ;) )

  • Moin Helmut,


    fachmännische Mängelanalyse und saubere Fehlerbeseitigung :thumbup: . Um in den Genuss deiner Beschreibung und deines Vorgehens zu kommen kann man dem Fehler fast dankbar sein :).


    Viele Grüße

    Gustav