KüMo Damsterdiep von World of Papership - 1:250, 2024

  • Ich habe mir ein kleines Projektlein auf Helge gelegt. Um meinen Handelshafen Fantasia weiter beleben zu können, muss es ein kleines Schiff sein. Denn:


    Die Kaianlagen sind belegt und an den Dalben wartet die K.D.Fritzen (auf diesem Foto unbemerkt) auf Ladung. Dafür also einen KüMo mit offener Ladeluke. Gefunden habe ich die DAMSTERDIEP, die von WoP als Doppelmodell herausgegeben wurde: 1:100 und eine verkleinerte Version in 1:250. Dazu möchte ich hier ein wenig schreiben, wobei ... Na mal sehen, ob die Arbeit auf der Werft dafür Zeit lässt.


    Natürlich habe ich den Maßstab passend gewählt, was 1:250 erfahrungsgemäß zu ziemlich kleinen Bauteilen führt.


            

    Hinzu kommt, dass die Version 1:250 tatsächlich eine verkleinerte 1:100 ist. Dadurch verschieben sich ein wenig die Verhältnisse. Z.B. bekommen Linien ein andere "Präsenz". Im Gegenschluss kann natürlich der Detaillierungsgrad für erfahrene Werftarbeiter eine schöne Herausforderung sein. Schaun ma mal.


    Außerdem - was mache ich mit den vorgesehenen Verdoppelungen (rote Kringel?) Schon im Normalfall muss ich mir Gedanken machen, ob bei unvorgesehenen Verdoppelungen von den Spanten etwas abgeschnitten werden muss, um das Mehr an Papierstärke auszugleichen. Hier ist es die Verkleinerung um 60%, die aus einem gedoppelten Karton eine echt dicke Schicht entstehen lässt. Mhm!


    Während ich noch so vor mich hinüberlegte, war plötzlich der Wohnbereich der Eignerfamilie fertig. Die Passgenauigkeit der Bauteile ist super.


    Ich habe mich dann entschieden, die Verdoppelung wie vorgesehen auszuführen. Dafür gibt es noch einen weiteren(?) Grund:


                     

    Ich möchte die DAMSTERDIEP mit einer weit geöffneten Ladeluke darstellen. Dafür muss ich massiv in die Spantenkonstruktion eingreifen. Diesen Eingriff muss ich mit den verbleibenden Seitendecks - verdoppelt - etwas kompensieren. Weil auch der Süll der Ladeluke verdoppelt wird, wird sich mittels Verklebung sicher eine ausreichende Stabilität herstellen lassen.


    Die Ladekuke ist gelungen und ausreichend stabil. Es zeigt sich nun, dass durch die Verdoppelung des Decks, die Spanten für die Unterstützung der Lukenabdeckung nicht mehr hoch genug sind. Da muss ich also noch ein wenig nachhelfen. Da sowohl Haupt- als auch Achterdeck verdoppelt sind, stimmt das Verhältnis wenigstens zwischen Ihnen.


    Allerdings ist eine Belastung zwecks planebener Trocknung in diesem Falle unerlässlich.


    Mal sehen, was unter der gewichtigen Auflage (Schaumgummi zur besseren Lastverteilung) hervorkommt.


    Ich werde berichten


    Arbeitsame Grüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Nachdem die GESAMTE Werftbelegschaft trotz Bahnstreik das Wochenende im Rheinland verbracht hat, können nun die Ergebnisse gezeigt werden, die direkt vor der Abreise geschaffen wurden.


    Bevor ich mich um die Ladeluke inkl. Inhalt kümmere, möchte ich das Schiff bis auf Mast und Takelung fertigstellen. Das ist was für die Zukunft, denn.... Nun geht es ersteinmal um die Bordwände!


           

    Es ist gar nicht so einfach, der Reihenfolge nach zu beschreiben. Zunächst: trotz der kleinen Bauteile - auch die Bordwände sind nicht besonders groß - müssen diese 'gestoßen' gebaut werden. Beim 1:100 Modell hat´s halt nicht auf ein DIN A4 Blatt gepasst. Es gibt eine Lasche, die unter das Bugteil geklebt werden soll, denn die Bordwände sollen von vorn nach hinten geklebt werden. Geht also nicht anders!         


    Im Vertrauen auf die bisher festgestellte Passgenauigkeit habe ich am Bug - wie nach Baubeschreibung vorgesehen - begonnen. Sieht recht gut aus.


    Aber ich habe die Heckteile nicht bereits mit den Bugteilen verbunden. Ich hatte Angst, dass es dann am Heck nicht passen würde. Zwar ist dort eine Reserve eingplant - zeichnerisch. Ich habe das Prinzip aber nicht verstanden. Außerdem war an der seitlichen Stoßstelle auch ein Bereich 'Reserve' gekennzeichnet. Darum konnte hier auch während der Montage 'gestoßen' werden, allerdings erst, wenn Bug und Heck eindeutig durch sauberen Abschluss hergestellt sind.


    Das Heck passt ebenfalls. Nur das Ruderblatt, mhm, ist nicht wirklich zufriedenstellend von den Bordwänden umschlossen. Da muss noch nachgearbeitet werden (mein Fehler mit der Reservefläche?)


            

    Schlimmer sieht es am Anschluss Bordwand-Deck aus. Ich habe keine Vorstellung, wie diese Breite der Bordwand an das Deck angeschlossen werden soll, wenn es an der Bodenplatte auch passen soll. Der Überhang ist so deutlich zu erkennen. Er wird nur dadurch etwas verdeckt, dass das Schanzkleid so eine starke Neigung nach Innen hat. Meine weiteren Fotos werden das beim Fokussieren berücksichtigen. Aber:


    Die Länge der Laschen passt auch nicht zueinander. Irgendwie logisch. Also hat die Werft ein Stück eingepasst. Geht so - schlechte Schweißnaht!


          

    Hier noch einmal den Stoß der Back-bordwand und wie ich den Versatz fast unsichtbar machen konnte.


    Gleich geht´s weiter:

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Die Fahrerkabine hätte ich fast geschrieben ;( :rolleyes:


    Das Steuerhaus und die Oberlichter des Machinenraumes wurden ergänzt.


          

    Man sieht, dass das mit der Perspektive und dem Fokussieren schon funktioniert. Die gedruckte blaue Spiegelung in den Fenstern habe ich etwas angegraut, nachdem ich die Diskussion neulich im Forum mitbekommen habe. Sieht recht gut aus und die Eignerfamilie kann nun bereits auf dem Schiffchen wohnen - um Miete zu sparen. :cool:


    Demnächst geht´s weiter


    Fast zufriedene Grüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Moin, moin Dirk,


    ein sehr schönes Modell, das viel zu wenig gebaut wir....


    Ich gucke mir den Bogen gleich mal an, weil ich meine erkannt zu haben, dass das achtere obere blaue Bb.-Schanzleid von vornherein etwas zu kurz ist......aber das kann auf deinem Foto ggf. auch eine Verzerrung sein.


    Man muss immer die vorbereitete Bordwand auf ihre nötige Länge hin entlang des Spantengerüstes kontrollieren. Vorne und achtern (bei den beiden "Streifen") lasse ich ersteinmal immer ein kleines Stück überstehen (also noch nicht abschneiden). Wenn die Bordwand zu kurz sein sollte, kann man die benötigte "Verlängerung" entsprechend passend einfärben und mit iterativer Anpassung die Naht doch noch in die Mitte bekommen. Wenn alles gut von Anfang an passt, schneide ich die Stücken dann zuletzt ab. Aber dadurch hält man sich die Option einer benötigten Verlängerung offen. Wenn zu kurz, kann man auch z.B. wie hier achtern das Spantengerüst außen etwas abschleifen und damit automatisch die Bordwand "verlängern".


    Hier hätte man auch vorne etwas verlängern und einfärben können, in der "Ecke" zum mittig herausguckenden Längsspant fällt das nur wenig auf. Aber so kann man ein fehlendes Millimeterchen nach dem anderen "hereinholen". Wichtig ist eben, eine richtige Längenkontrolle der Bordwände vorzunehmen - ich bin da immer etwas mißtrauisch und messe da viel nach, bevor ich den Kleber bemühe. Vielleicht hääte achtern das obere blaue Schanzkleid noch viel schräger an das Deck angelegt werden müssen........keine Ahnung, da ich das Modell noch nicht gebaut habe.......hätte jetzt aber Lust, dem Ganzen auf den Grund zu gehen.....aber wie immer.....hätte......hätte Fahrradkette......


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • ich bastle ja auch zwischendurch an der Damsterdiep, aber an diese Probleme kann ich mich nicht erinnern . Ich schaue mal nach.

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.


    I´m a Billiever, #17, Go Buffalo

  • ist der Lasercut eigentlich beim Modell dabei? Der ist sehr nützlich

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  • Hallo HaJo, danke für Deine ausführliche Stellungnahme. Ich merke: es geht noch 'vorsichtiger'


    Hallo Robert,

    ich bin sicher, du würdest dich erinnern, wenn du ähnliche Probleme vorgefunden hättest.

    ist der Lasercut eigentlich beim Modell dabei? Der ist sehr nützlich

    Nein ein LC ist nicht dabei. Bei der 1:100 Detaillierung wäre er vielleicht wirklich gut gewesen. Ich baue nun so weiter.


    Gruß aus Hannover, auch an alle erhobenen Daumen, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Moin Dirk,


    was für ein schnuckeliches Modell, das ausgezeichnet zu Deinem Fantasia-Hafen passen wird.

    Übrigens schneide ich bei den Spanten die Seitenlinie grundsätzlich nicht in der Mitte, sondern vollständig ab, dann sitzt die Außenhaut nicht ganz so stramm.
    Ob das in diesem Fall geholfen hätte, weiß ich nicht.

    Beste Grüße

    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Moin! Wie ging es weiter auf der Werft?


    Die Ladeluke wird halb geöffnet gebaut. Dazu verwende ich die Vorlagen aus dem Bogen, aus dem auch ein geöffnetes Segment dargestellt werden kann. Geknickte Quertraversen als Träger für den First einsetzen. Auf dem werden dann die Decksegmente aufgelegt. Für die vereinfachte Be- und Entladung wurde Mitschiffs ein Teil des Firsts abgenommen.


    Von achtern betrachtet....


    Von steuerbords-vorn....


    Die Gesamtsicht von stb-vorn


    Die Unterbringung der nun überzähligen Decksegmente erfolgt auf dem geschlossenen Teil.


          

    Die Ladung besteht aus Versandkisten für Maschinen, die aus dem Hinterland zur Verladung in den Handelshafen Fantasia verschifft werden.


    Die Damsterdiep ist Randvoll beladen. Entgegen dem Bogen habe ich das Arbeitsboot auf dem Kafütendeck platziert.


    Es fehlen noch Mast, Ladebaum und Takelung. Da Ladetätigkeit vorgetäuscht werden soll, wird der Baum aufgetoppt gebaut werden. Dies wird ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen...


    Gruß aus der Werft von Fantasia, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Moin Dirk,

    ein weiteres, wahres Schmuckstück, wunderschön anzuseh'n.

    Beste Grüße,

    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Moin HaJo und Manfred,


    es freut mich, dass meine kleinen Ergänzungen gut bei Euch ankommen. Auch all den Daumenhebern danke für ihre Teilnahme.


    Nun soll auch Mast und Ladegeschirr kurz vorgestellt werden. Ich schreibe hier noch einmal meine Vorgehensweise bei der Herstellung lllaaanger und ddüüünner Zylinder (Ladebaum) und Kegel (Mast):


    Das Rillen der Rückseite ist leider wegen fehlenden Kontrasts nicht gut zu erkennen. Mast und Ladebaum sind bereits fertig geformt und härten aus. Für das Foto mussten Original und Sicherungskopie 'Modell' stehen.

    -

    Ich steche die Eckpunkte der gedruckten Vorlagen durch. Drehe dann die Rückseite nach oben und rille zwischen den Nadelstichen - auch über das Bauteil hinaus - mehrfach leicht quer zur gewünschten Rollrichtung. Damit löse ich die Kartonstruktur und verhindere weitgehend das ungewollte Lösen der Schichten voneinander. Dann schneide ich die Bauteile an den kurzen Seiten frei und rolle nun mit steigender Intensität die Bauteile, bis sie ausreichend weich sind. Dann schneide ich die Langen Seiten frei. Bei sehr dünnen Bauteilen schneide ich die Seiten auf Gärung, damit beim Verkleben der Naht kein Wulst entsteht. Die Anwendung eines Gärungsschnittes habe ich vor einer Weile hier im Forum gelesen und hier zum ersten mal angewendet. Funzt 100%ig. Ich verwende zum Verkleben relativ viel Leim. Nach dem Aushärten gibt er eine Menge Stabilität. Ich bin am Ende immer ein wenig stolz, dass ich diese empfindlichen Bauteil auf diese Weise herstellen kann.


    Der Mast wird gestellt, am Fuß verleimt und hält sich bereits weitgehend senkrecht, wenn ich mit dem Takelgarn - graues Serafil, das ich mit Leim etwas gestärkt habe - den Mast zunächst seitwärts fixiere und dann zum Steven abspanne. Wanten und Vorstag verklebe ich bereits vor dem Aufstellen mit der Mastspitze. Die Umlenkrolle für den Hanger montiere ich, wenn der Mast steht.


    Der Mast steht, der Ladebaum wird vom Hanger gehalten und von den Giertauen in Position gehalten. Der (Lade-)Haken ist seitwärts eingehängt und wird vom Runner auf Spannung gehalten.


             

    Weil die Damsterdiep wasserseitig Maschinen anliefern soll, ist der Ladebaum nach Backbord abgespannt. Dadurch kann das Seeschiff mit seinem eigenen Geschirr laden.


    Seitwärts zur Iserlohn liegend kann das Löschen/Laden endlich losgehen.


                    

    Gut zu erkennen, dass die Iserlohn noch Ölfässer lädt. Als nächstes sind jedoch die Maschinen von der Damsterdiep an der Reihe. Ein buntes Treiben.....


    Die Damsterdiep ist ein sehr schönes und passgenaues Modell, das aus einem 1:100 Bogen heraus verkleinert ist. Beide Maßstäbe können gebaut werden. Im Maßstab 1:250 ist manches eine Herausforderung. Ich habe eine Reihe von Teilen vereinfacht oder weggelassen und so meinen Weg gefunden ein hübsches Modell zu bauen. Diesen Weg sollten ruhig viele Modellbauer suchen und finden - ein lohnenswertes Modell.


    Zufriedene Grüße aus Hannover, Dirk

    Kun dat nich sien as dat mutt - mutt dat sien as dat kun

  • Dirk H.

    Added the Label Completed
  • Moin Dirk,

    herzlichen Glückwunsch zur Fertigstellung, ein richtig feines Modellchen ist Dir da (mal wieder) gelungen.
    Das gilt auch für den Baubericht und die tollen Fotos, besonders die letzten drei sind besonders stimmungsvoll.

    Beste Grüße,

    Manfred

    Es muss nicht alles perfekt sein, was gut tut.

  • Dirk, da ist ja richtig Betrieb in deiner kleinen Szene, Manfred hat es auf den Punkt gebracht- Glückwunsch :thumbsup:

    Grüße von der Ostsee

    Herbert

    Die letzten Arbeiten: Lotsenversetzboot Frya, Antonow AN 10, Saporoshez SAS 966, Werftkran, Bunkerboot, MS Schwerin, MS Vasoula, Fregatte Berlin, FLB 40-3, Forschungsschiff Valdivia, MV Estvard Dana, Trimaran FOB TRIM, L-60 Brigadyr, MS Stralsund, Dampfer Imperator, Tauchboot TRIESTE, Fähre Loch Fyne, MS Stephan Janzen, Seenotkreuzer H. Koepke


    In Arbeit: ?


  • Ja, den Ausführungen von Manfred kann ich mich auch nur anschließen.

    Herzlichen Glückwunsch!

    Dieses Binnenschiff passt gut in jede Hafenszenerie!

    Fertig: MS WILHELM GUSTLOFF, 1:250



    Aufwachen - es ist 5 vor 33...