Kirche des Heiligen Prokop Stříbrnice (Kostel sv. Prokopa Stříbrnice) / Modely-vystřihovanky / 1:150

  • Hallo liebe Gemeinde,


    die letzten paar Monate habe ich gefühlt nur Zwischendurchmodelle gebaut, es bestand langsam aber sicher also der Wunsch nach einem Projekt, das mich wieder etwas länger beschäftigt. Nachdem mich die Unschlüssigkeit kreuz und quer durch alle Sparten getragen hat, bin ich schliesslich bei dieser kleinen, hübschen Dorfkirche in der Tscheschichen Republik gelandet.

    Der Bogen kommt vom Tschechischen Verlag Modely-vystřihovanky, früher auch Dukase. Konstrukteur ist Aleš Cupák.



    Schon das Vorbild gibt optisch echt was her, und das Modell hält sich mit der Detaillierung auch nicht zurück, 340 Teile habe ich gezählt. Die Aufmachung wirkt vielversprechen, ich gespannt, was sich daraus machen lässt.



    Der schön bebilderte Einleitungstext im Umschlag befasst sich ausführlich mit der Geschichte der Region, des Dorfes und der Kirche.

    Im wesentlichen: Die Kirche wurde 1908 fertiggestellt, und ziert seitdem mehr oder weniger unbeschadet den Hügel am Nordöstlichen Rand des Dorfes. Nur die drei Glocken wurden jeweils im ersten und zweiten Weltkrieg beschlagnahmt, befinden sich jetzt also in der dritten Generation. Das Modell zeigt den Zustand der Kirche um 2010, seit 2019 sind renovierungsarbeiten im Gange, mittlerweile evtl. abgeschlossen.



    Der Kirchturm ist rund 33m hoch, im Modell dürften es also ca. 22cm werden. Der Grundriss füllt keine A4-Seite, alles in allem also ein handliches, regalfreundliches Modell.


    So viel mal zur Ankündigung, weiter bin ich auch noch nicht :D


    Bis dann,

    Lorenz

  • Hallo allersteits


    Erste Fortschritte gibt es, ich kann also schon etwas berichten :)


    Den Anfang macht die äussere Schicht des Hauptturms. Die wird verdoppelt, damit die entstehende Stufe höher ist.

    Erst werden die Silhouetten ausgeschnitten, dann verklebt. Die inneren Details werden erst am Schluss aus dem verdoppelten Papier ausgeschnitten, damit eine möglichst saubere Kante entsteht.


    Besagte Kante ist natürlich besonders dick und besonders weiss, da ist färben fast schon Pflicht. Ich habe mich jetzt von Filzstiften abgewendet und habe ganz auf Aquarellfarben gewechselt. Besonders die seichten Pastellfarbtöne kriegt man sonst einfach nicht richtig hin.


    Dann geht es eine Ebene zurück und der eigentliche Hauptturm wird vorbereitet.


    Die Konstruktion der Fenster ist mir neu. Die Läden, bzw. Scheiben werden verstärkt und dann erst umrahmt. Das funktioniert aber gut, und ist robuster, als die mir bekannte Art, wie z.B. bei Ondrej Hejl, siehe im rechten Bild:

    Ein weiterer Vorteil ist, das kein unschöner Absatz am Ende der Rundung entsteht.


    Fenster sind schnell eingeklebt, dann bleiben noch Eingangstür, ein Fenster aus sechs Schichten und die Uhren an der Turmspitze.


    Das runde Fenster wirkt gut und die Uhren können noch mit Zeigern und kleinen Simsen verfeinert werden, was ich natürlich probieren musste. Vor allem bei den Simsen tat ich mich schwer, keine Sauerei mit dem Kleber zu machen, was dann geholfen hat, war den Weissleim zu verdünnen. So kann man Kleinstmengen noch kleiner auftragen :D

    Was mir erst zu spät aufgefallen ist: beim Ausrichten der Runden Teile ist vom Bogen keine Hilfe vorgesehen. Das runde Fenster über der Eingangstür musste ich noch einmal lösen, weil es deutlich verdreht war und die Uhren sind noch schwieriger auszurichten, weil die Achsen durch die Zahlen nicht eindeutig sichtbar werden. Bei letzteren dürfte es aber spätestens nach Verkleben des Turm nicht mehr auffallen.

    Für die Zukunft merke ich mir aber, mir da von Anfang an mit Hilfslinien auf der Rückseite auszuhelfen.


    Und bevor alles geschlossen und verklebt wird noch einmal die Rückseiten.

    Den Hauptturm hätte ich sowieso verstärkt, aber durch das viele rumhantieren war es auch wirklich nötig geworden, eine gewellte Kirche möchte ich nämlich nicht bauen :D


    Das ist der Aktuelle Stand der Dinge. Ich bin von dem Bogen immer noch gleich entzückt, wie von Anfang an, es kann also weitergehen.


    Liebe Grüsse,

    Lorenz

  • Und es ging direkt weiter. Bis jetzt war ja nur Vorgeplänkel, jetzt gibt es auch ein erstes nennenswertes Zwischenergebnis :D


    Der Turm wird geschlossen und dann die Aussenhaut gaaanz vorsichtig Seite für Seite geklebt.


    Falls da Sorgen bezüglich der Passgenauigkeit waren, haben die sich schnell verzogen, alles geht perfekt auf. Und fast noch wichtiger, ganz ohne Kleberunfälle (bis auf vereinzelte Spinnenfäden, die Uhu immer mit sich zieht, aber die lassen sich entfernen).


    Es geht noch weiter mit Kleinteilen am Turm, aber langsam sieht man, wo es hinführt :thumbsup:


    Liebe Grüsse,

    Lorenz

  • Moin Lorenz,


    macht sich doch schon sehr gut; Deine neue Baustelle :thumbsup: :thumbsup:

    So wie Du die Fassade umgesetzt hast, gewinnt das Modell schön an Tiefe, gefällt mir :thumbup:


    Weiter so, ich bin gespannt!


    LG


    Lars

  • Hallo Lars,


    danke! Ich finde auch, die Fassade wirkt sehr gut und ich bin mindestens genau so gespannt auf das Ergebnis :D

    Danke auch an die Daumengeber!


    Der Turm bekam ein paar kleine Säulen spendiert, wie alles in diesem Bogen schön detailliert.

    Das Papier habe ich etwas dünner gemacht, mit dem Ziel, dass die Säulen so eine schönere Rundung bekommen. Statt sie hohl zu bauen, kommt ein Polystyrolstab in die Mitte.


    Dazu kommen kleine Kapitelle und Sockel. Die Löcher in den Kapitellen sind etwas zu klein, dank dem Kunsstoffkern kann ich hier aber den obersten Teil entfernen, damit er gut eingeschoben und verklebt werden kann. Auch die Länge der Säulen kann man so gut anpassen, ohne Gefahr zu laufen, sie dabei zu zerdrücken. Also eigentlich nur Vorteile.


    Eingebaut sind sie dann schnell mit guter Wirkung :thumbsup:


    Liebe Grüsse,

    Lorenz

  • Was auch positiv auffällt: die Farbgebung hört nicht an den schwarzen Linien auf, sondern läuft noch etwas weiter. Bei meiner Kirche muss ich dauernd den Malkasten hervor nehmen, um die weissen Blitzer zu übermalen...


    Alex

  • Und weiter geht's


    Dieter, Peter, Alex und Harald vielen Dank. Euer Zuspruch freut mich riesig :thumbsup:

    Und ja, das "Überlaufen" der Farben auf die Klebeflächen ist eine so einfache, wie sinnvolle Verbesserung. Sieht man aber vor Allem aus Tschechien, wie mir scheint.


    Nächster Schritt ist der Haupteingang, der noch verschönt werden möchte. Die Tür wird umrahmt und überdacht.

    Statt lateinischen Inschriften prangt nur ein "IHS" über den Eingang. Wofür das steht, habe ich aber nicht herausgefunden.


    Das entstandene Stück wird am Turm befestigt und noch mit zwei Säulen bestückt. Die Säulen folgen dem gleichen Muster, wie weiter oben am Turm, deshalb gehe ich da nicht näher drauf ein.


    Fehlte nur noch ein wenig Relief, das in der Anleitung nicht erwähnt wird. Es ist aber ohnehin keine schlechte Idee diese Teile zuletzt zu verkleben, weil Teil 22 noch an das Dach des Eingangs angepasst werden musste.


    Alles verklebt, deshalb hier noch einmal die aktuelle Gesamtansicht:


    Jetzt fehlt nur noch das Turmdach, dann geht es langsam weiter Richtung Seitenschiffe :)


    Liebe Grüsse,

    Lorenz

  • Hallo Lorenz,

    Sieht wieder super sauber aus! :) :thumbup:

    Zu Deiner Anmerkung:

    Statt lateinischen Inschriften prangt nur ein "IHS" über den Eingang. Wofür das steht, habe ich aber nicht herausgefunden.

    IHS ist die Abkürzung für „Jesus“ im Altgriechischen.

    Genauere Erläuterung bei katholisch.de:

    Die ersten drei Buchstaben des griechischen Wortes für Jesus; sie werden auch als Abk. verstanden für "Jesus, Erlöser der Menschen" (lat.: Iesus Hominum Salvator) oder volkstümlich gedeutet als "Jesus, Heiland, Seligmacher" bzw. lat. "In Hoc Salus" ("In ihm ist das Heil") oder "In Hoc Signo[vinces]" ("In diesem Zeichen wirst du siegen"); als Christusmonogramm wird das IHS vor allem von den Jesuiten in ihrem Ordenswappen gebraucht.


    Liebe Grüße

    Peter

  • Hallo Peter,


    Toll, danke für die Erklärung! So wirkt es auch gleich ganz anders. Mein Gedanke war, dass die Abkürzung auf die Gemeinde o.Ä. bezogen ist, was ja ziemlich unangebracht wäre bei einem "Haus Gottes". Bildungslücke erfolgreich geschlossen :D


    Liebe Grüsse,

    Lorenz

  • Und wie angekündigt, zum Abschluss des Turms folgt das Dach


    Beim Dach habe ich die lange Klebelasche entfernt. Wenn man dann die Klinge bei den beiden Kanten noch leicht schräg hält, wird die Naht so fast unsichtbar.


    Der Anbau am Turm war dann etwas Problematischer. Das Dach bleibt flexibel und beim hinhalten wollten die Giebel einfach nicht parallel zur Dachkante verlaufen. Um dem entgegenzuwirken habe ich Verstärkungen aus Finnpappe gebastelt.

    Das Achteck macht das Dach sehr robust und hält es in Form, das Doppelkreuz war für das Innere des Turms gedacht. Es war mir dann aber doch zu unsicher, es einzusetzen. Etwas mehr Spiel mit den Giebeln zu haben, erschien mir sinnvoller.


    Blieb also noch das Dach mit dem Turm zu verkleben. Nach viel drücken, ziehen, lösen, wieder verkleben, übermalen und seufzen habe ich es dann stehen gelassen. Ich nachhinein betrachtet, sehe ich auch warum die Giebel und Dach nicht parallel zu kriegen waren. Das Problem ist nicht der Turm, sondern die "Vorsprünge" am Dach, die nicht ganz vertikal sind.

    Besser wäre also gewesen, das formgebende Achteck vor dem anbringen dieser Vorsprünge einzusetzten. Wenn das Dach noch sehr formbar ist, geschieht dieser Schritt nämlich einfach auf gut Glück.


    Eine Nacht drüber geschlafen, es ist immer noch nicht perfekt, aber akzeptabel.

    Geradheitstest erfolgt mit Hilfe des Computers. Beim drehen eiert die Spitze (sehr) minimal, Aber die Kirche ist schliesslich auch über 100 Jahre alt, da darf sowas sein :D


    Als letztes noch ein kleiner farblicher Akzent in den Ecken unter dem Dach...

    ... und dann ist der Turm auch wirklich fertig. Zierkreuze folgen natürlich erst ganz zum Schluss.


    Liebe Grüsse,

    Lorenz

  • Hallo Lorenz,


    hättest Du es nicht angesprochen und explizit im Bild aufgezeigt, dass die Spitze nicht sauber im Lot ist, wäre es niemandem hier aufgefallen.

    Aber das kennt wohl jeder, dass man selbst sein größter Kritiker ist.


    Mir gefällt der Bau nach wie vor ausnehmend gut! :) :thumbup:


    Liebe Grüße

    Peter

  • Moin, moin Lorenz,

    ....hättest Du es nicht angesprochen und explizit im Bild aufgezeigt, dass die Spitze nicht sauber im Lot ist, wäre es niemandem hier aufgefallen.

    Aber das kennt wohl jeder, dass man selbst sein größter Kritiker ist.

    Das sehe ich ganz genauso! Und, das ganze Konstrukt wie auch der Kartonmodellbau überhaupt ist überwiegend Handarbeit.....und das darf man an der einen oder anderen kleinen Ecke ruhig sehen. Jedes Modell ist somit ein richtiges Einzelstück.


    Sehr sauberer Bau :thumbup: !


    Gruß von der Ostsee

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Danke Peter :)

    hättest Du es nicht angesprochen und explizit im Bild aufgezeigt, dass die Spitze nicht sauber im Lot ist, wäre es niemandem hier aufgefallen.

    Ja, bei der Spitze musste sogar ich suchen, um etwas zu bemängeln, von blossem Auge und bei normaler Betrachtung ist das nicht sichtbar. Aber die Ansichten fand ich trotzdem interessant, auch weil man da die leicht nach innen geneigten Dachkanten sieht. Deshalb habe ich sie dringelassen.

    Ansonsten stimmt es natürlich mit der Selbstkritik, aber mit ein bisschen zeitlichem Abstand verstummt normalerweise auch der gnadenlose innere Kritiker :D


    Liebe Grüsse,

    Lorenz

  • An einer dermassen alten Kirche dürfte das Dach aber auch nicht mehr gerade sein...


    Sieht schön aus, dass es nicht 100% gerade ist, fällt mir nicht einmal auf, wenn ich es weiss.


    Alex

  • Hallo HaJo und Alex, danke euch auch!


    Noch kurz zur Erläuterung: Das mit der Spitze ist nicht mein eigentliches Problem, das hatte ich nur nebenbei erwähnt. Das was tatsächlich sichtbar schief ist, sind die Ränder des Daches:

    Aber dass ich das auch extra hervorheben muss, ist ja eigentlich schon Hinweis genug, dass ich ruhig mal einen Gang zurückschalten darf :D


    Und besonders das hier...

    Und, das ganze Konstrukt wie auch der Kartonmodellbau überhaupt ist überwiegend Handarbeit.....und das darf man an der einen oder anderen kleinen Ecke ruhig sehen. Jedes Modell ist somit ein richtiges Einzelstück.

    ...kann man sich beruhigt zu Herzen nehmen :thumbup:


    Was als nächstes folgt, sind die seitlichen Anbauten rechts und links am Turm.

    Eine gute Handvoll Teile, es dürfte also ein weilchen dauern bis Fortschritte folgen.


    Bis dann, liebe Grüsse,

    Lorenz

  • Hallo zusammen


    Die letzten Wochen ist hier kaum etwas passiert, weil ein Wanderurlaub in Südfrankreich geplant und ausgeführt werden wollte. Das war natürlich sehr schön, jetzt freue ich mich aber doch, dass wieder etwas Ruhe eingekehrt ist und wieder mehr zeit zum kleben bleibt :D


    Die obigen Teile wurden allesamt vorbereitet, nichts kompliziertes eigentlich...


    ...nur bei den Fenstern hat es kurz geholpert. Die Simse sind nämlich in der Abwicklung mit den Scheiben verbunden. Wenn man dann dieses Teil genau nach Falzlinien vorbereitet und auf die Laschen des Rahmens klebt, steht der Sims zu weit vor.


    Damit neben den Fenstern keine unschönen Spalten bleiben, wurde also der Sims gestutzt und stumpf aussen an den Rahmen geklebt. So ist wieder alles schön bündig.

    Das musste ich aber nur bei den zwei Fenstern so machen, die ich schon geritzt hatte. Danach habe ich einfach die Simse etwas kürzer gefalzt.

    Den kleinen aber feinen Trick, die dreieckigen Klebelaschen bei konvexen Kanten nicht vollständig auszuschneiden, habe ich übrigens mal hier im Forum gesehen. Spart Zeit und macht erst noch das Verkleben einfacher. Das war ein sehr alter Thread und der Tipp kam entweder von Benutzer John oder Ricleite. Von ihnen gibt es einige sehr schöne Bauberichte, zwar sehr alt, dadurch aber nicht weniger inspirierend.


    Die Teile wurden dann auf jeden Fall alle verarbeitet, für die Stabilität habe ich noch Rippen aus Finnpappe eingeklebt.


    Nur mal lose hingestellt passt es weiterhin wunderbar.

    Das Verkleben hebe ich mir noch aber noch auf, nicht dass ich mir ausversehen etwas zubaue, was später den Zusammenbau erschwert.


    Es geht weiter Richtung Hauptschiff, als nächstes kommen die ersten seitlichen Stützpfeiler. Dazu aber in Kürze mehr.


    bis dahin, liebe Grüsse

    Lorenz

  • Moin Lorenz...

    Das schaut sehr gut aus. Auch Deine vorgehensweise.

    Bin regelrecht begeistert :thumbsup:

    Gruß, Renee

    Im Wald boten sich mir zwei Wege dar.

    Ich nahm den, der weniger betreten war!

  • Moin Lorenz,


    die letzten beiden Fotos sind :thumbsup: :thumbsup:

    Die kleinen, aber feinen Übergänge der detaillierten Fenster/Simse zum Turm sind Dir hervorragend gelungen :thumbup:

    Der Tipp mit den Klebelaschen, topp... freut mich, dass Du auch in älteren Beiträgen recherchierst :thumbsup:

    Weiter so, ich bin gespannt auf das Kirchenschiff ;)

    Viel Spaß und LG

    Lars