S.M.S. Beowulf HMV 1:250 mit LC-Satz

  • Guten Tag die Herrschaften,


    nach langer Abstinenz, man hat sich beim Geflügel rumgetrieben, nehme ich dann doch mal wieder ein Schiff in Angriff. Nach den (selbstverursachten) schlechten Erfahrungen mit den Bordwänden der Emden (siehe Baubericht), hat es doch ganz schön gedauert, bis ich mich wieder an sowas traue. Es hat sich aber rausgestellt, dass Tragflächenbau auch so einige Tücken bietet :wacko: . Ich habe also lange überlegt, was es denn werden soll und habe ich mich endlich für ein älteres Modell aus der HMV-Flotte, für die S.M.S. Beowulf mit dem LC-Satz entschieden.

    Ich stehe ja auf irgendwie skurrile Formen und dieses "Meerschweinchen", resp. "Eisenschwein" hatte es mir schon lange angetan. Irgendwie auch deshalb, weil im Küstendienst eingesetzt und in dieser Form eigentlich nicht im Kriegseinsatz. Das erst nach kompletter Überholung, Verlängerung des Rumpfes und Anbau eines zweiten Schornsteins ab 1900. Und selbst dann eher als Übungsziel für U-Boote.


    Da für dieses Modell nur eine schriftliche Anleitung vorliegt, habe ich mich zunächst in den tollen, früheren Bauberichten von Lars und Günther versucht, etwas schlau zu machen. Anschließend habe ich das Schiff mal gegoogelt und Bilder vom Original studiert. Dabei fiel mir auf, dass der Rumpf (es gibt nur S/W-Photos oder gemalte Postkarten) möglicherweise gar nicht sooo schwarz war wie im Modell. Dazu habe ich noch verschiedene Steigleitern und Leitern gefunden, die im Modell nicht abgebildet werden. Ich habe aber vor, die mit Standard-LC-Teilen anzufügen. Schau mer mal wie's wird.



    Der erste Schritt ist bei Schiffen wie immer der Bau des Spantengerüstes. Es hat sich herausgestellt (Versuch macht kluch), dass das Verstärken einzelner Teile, auch wenn nicht in der Anleitung vorgesehen, doch von Vorteil ist. Daher habe ich alle Spanten verdoppelt, wie auch die Decks. Ich benütze für großflächige Teile Sprühkleber (dringend darauf achten, dass das einer ist, der nicht durchschlägt). Die aus zwei Teilen bestehende Grundplatte rille ich zunächst mit Kurvenlinealen und klebe sie dann mit wieder lösbarem Kleber (Fixo-Gum) auf eine Glasplatte auf. Das erspart das beschwert über Nacht Stehenlassen.


      


    Beim Ausschneiden des Längsspantes ist darauf zu Achten (wie auch später bei den Spanten), dass alle Auflagen für die Decks wegen der Verstärkung um eine Papierbreite eingekürzt werden, ebenso müssen die Spalten für die Aufnahme der Querspanten verbreitert werden.


      


    Soweit so gut erst mal. Das Ganze sollte dann doch erst mal vernünftig durchtrocknen.


    bis demnächst...

  • Moin Max,

    na, da wünsche ich doch mal gutes Gelingen!

    SMS BEOWULF war seinerzeit mein zweites HMV-Modell überhaupt. Noch ohne Kantenfärben und mit Bretterzaun-Relings. Es passte aber alles perfekt, die Konstruktion war wirklich klasse!

    Was die schwarze Farbe anbelangt, das war das Farbschema kurz nach der Indienststellung. Später wurden diese Schiffe auch grau...

    Beste Grüße aus dem halbhohen Norden

    Fiete

  • Hallo Max,


    da schau ich sehr gern mit zu und lerne. Den Bogen habe ich noch unangeschnitten liegen und erst kürzlich durchgeblättert.


    Gruß

    Michel

    Ich betrachte auch einen siegreichen Krieg an sich immer als Übel, welches die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß. (Otto von Bismarck)

  • Hallo die Herren und Damen, schön, dass ihr dabei seid!


    ...und weiter geht's.

    Ich habe mal alle Decksteile verdoppelt, weil das beim Aufkleben der "Gebäudeteile" doch deutlich mehr Stabilität gibt. Die Klebelaschen für die Bordwände habe ich komplett abgeschnitten. Einerseits wegen der konsequent verglasten Bullaugen, andererseits, weil die versteiften Ränder als Klebefläche locker ausreichen.

    Vor dem Einbau der Decks müssen noch die Teile für den hinteren Geschützturm ausgeschnitten und vorbereitet werden, sowie einige Kleinteile des Hauptdecks. Auch die runde Oberfläche des Geschützturms habe ich verdoppelt. Das hat zur Folge, dass auch die Drehscheiben für die Kanonen entsprechend angepasst werden müssen.

     


    Die Schottangeln und die Griffe habe ich aus schmalen Streifen aufgesetzt. Die Kanten der Aufsatzteile wie Schotts und so weiter habe ich im schwarzen Bereich mit einem dunklen Grau gefärbt, Weiss sieht nicht gut aus, und schwarz verschwindet im Untergrund. Die selbe Farbe habe ich auch für die Ränder der Bullaugen benutzt. Vorformen der Wand nicht vergessen.


     


    Dann mal das Achterdeck montieren. Dabei muss genau auf das Durchführen der Spanten für die Aufbauten geachtet werden.


      


    Um den Bogen herum wird stumpf verklebt, geht gut, wenn man die Wand vorsichtig von vorne in eine vorher mit einem Zahnstocher gelegte Klebenaht schiebt.



    Vor der Montage des "Deckels" muss jetzt das Hauptdeck angesetzt werden. Darauf sind vorher die Drehscheibe für den Bugkran (verdoppelt) und zwei kleine Grätings (19 c,d), die nehme ich aus dem LC-Satz, anzubringen. Längen- und Breitenmäßig sitzt alles wie angegossen, schon mal ein Vorteil für den Bau der Bordwände.



    Als letzter Arbeitsschritt in diesem Kapitel wird der hintere Geschützsockel nach oben verschlossen. Dabei nochmal prüfen, ob die Dreheinrichtung sich auch dreht. Danach geht nix mehr. Der Deckel muss zum Hauptdeck zu leicht nach oben gerundet werden. Das geht durchaus auch mit dem verdoppelten Teil gut.



    Soweit passt bisher Alles sehr schön. Im nächsten Kapitel geht's an die Bordwände, man hat da nicht nur gute Erfahrungen und wiederholt im Geiste schon mal das Mantra "gut vorformen, ommmm..." Aber man kann sich auch noch etwas Zeit lassen, da ja erst mal alle Bulaugen ausgestanzt und verglast werden müssen...


    Bis dann...

  • Moin, moin Max,


    das sieht ja schonmal sehr gut aus :thumbup: !

    Habe mal in meine HMV (mil)-Kiste geguckt.....SMS BEOWULF liegt da auch......sogar noch mit dem alten Ätzsatz. Nun gut, ich sehe ja jetzt, wie`s bei dir läuft.


    Das teilweise "überpönen" der markanten weißen "Farbstrukturen" mit einem abtönenden Grauton hatte ich mir für das Torpedoboot B 98 überlegt......das würde dem Auge glaube ich gut tun. Das Teil würde ich auch gerne noch bauen.......aber ersteinmal wünsche ich weiterhin gutes Gelingen!


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Schönen, guten Tag,

    ....SMS BEOWULF liegt da auch......sogar noch mit dem alten Ätzsatz

    Neid! Ja mei, die Tragik des späten Einstiegs bei den Schiffsmodellen. Ich muss mich halt mit dem LC-Satz begnügen.


    Bordwände! Das ist ja immer wieder so ein hauts-hin-oder-nicht-Spiel. Das vorherige Ausstechen und Verglasen aller Bullaugen und das Aufsetzen verschiedener Anbauteile machts nicht unbedingt leichter. Das Vorformen ist dann eben an manchen Stellen schwierig bzw. Die "Gläser" fallen bei zuviel Bewegung wieder raus und müssen wieder eingesetzt werden. Naja, erst mal Vorbereiten der in diesem Fall zweiteiligen Bordwände.



    Es gibt zwei Größen von Bullaugen, 1,2 mm und 0,5 mm. Erstere lassen sich mit dem Screwpull, letztere mit einer Lochpfeife ausstechen. Verglast wurde wieder mit der Zwischenfolie von Niederegger (Ich habe gehört, die stellen die Trüffelproduktion ein! Wenn ich das nächste mal rauf komme, kleb ich mich am Haupthaus fest :cursing: ). Dabei habe ich zumeist einzeln verglast, nur wenige Streifen gesetzt, weil die Bordwand doch ganz schöne Schwingungen und Bögen aufweist, und das dann nicht hält.

    Die Anbauteile, Luken, Ankerklüsen usw. habe ich alle verdoppelt und, wie beschrieben, die Kanten grau gefärbt. An den Steigleitern kann man ebenfalls schon das Grau sehen, bin noch am Überlegen, ob ich das noch etwas dunkler mache, bevor ich die Steigleitern setze.


      


    Im linken Bild kann man sehen, dass das Bullauge an der Verbindungsnaht der zwei Bordwandteile auch im Verbindungsstück ausgestanzt werden muss.

    Nachdem die Teile zusammengefügt wurden, habe ich sie vorsichtig über einer runden Kante langsam in Form gebracht. Anschließend habe ich die Backbordseite als erste, von der Verbindungslinie an der Wand des hinteren Geschützstandes (Heckbatterie) ausgehend, zunächst nach hinten verklebt. Dann, nachdem hinten mit dem Mittelspant alles gepasst hat, nach vorne weitergetastet. Dabei habe ich festgestellt, dass die Krümmung an der Bordwand und die angezeichnete am Vordersteven nicht genau aufeinanderpassen. Zur Korrektur dieses Problems gibt es aber zwei Streifen, die am Ende über den Vordersteven von beiden Seiten geklebt werden.



    Nachdem die Backbordseite gut geklappt hat, habe ich anlog die Steuerbordseite bearbeitet und die ist glücklicherweise sehr passgenau an die richtigen Stellen geflutscht.



    Der Überstand am Heck hat ebenfalls sehr gut gepasst, ich habe die Innenschanz bereits vor der Bordwandmontage an die Wände angesetzt. Ich habe bisher leider keine Abbildungen dazu gefunden, denke mir aber, dass da eigentlich Schanzkleidstützen fehlen. Ich überlege, ob ich solche aus einem Stück Restkarton fertige und im weiteren Verlauf einbaue.

    Nachdem die Bordwände dran sind, müssen an der Wasserlinie die Verstärkungsstreifen (verdoppelt) und der Bugsteven eingebaut werden. Ich habe die weißen Anzeichnungen alle mal schwarz zugemalt, sieht einfach besser aus.


      


      


    Soweit bin ich sehr zufrieden, das Ganze ging diesmal ohne größere Dings und Dongs, Beulen und ähnliche Unbill ab. Etwaig noch auftauchende Blitzer werden im Weiteren auch noch beseitigt.



    Im Bugbereich fehlen noch die Ankerlager. Dazu im nächsten Kapitel.


    Bis dahin...

  • ... prima.....passt doch alles bisher gut zusammen :thumbup: !...

    Das finde ich auch!

    Schon mal ein Tipp vorab: Die Rohre der Geschütze waren nicht weiß, das ist von einem Museumsmodell "abgekupfert". Ich hatte seinerzeit Liane Strüver darauf angesprochen, weil auf zeitgenössischen Aufnahmen die Rohre eben nicht weiß sind. Und sie erzählte mir dann, wie es dazu gekommen ist.

    Weiterhin viel Vergnügen mit dem Untersatz...

    Beste Grüße

    Fiete

  • Schönen guten Tag,


    Ja, Danke Hajo, bisher muss man sagen, ist das Ganze sehr passgenau, wenn's nicht passt liegt der Fehler hier eher beim Bastler :D . Das ist ja nun nicht immer so.


    Danke Fiete für den Tipp! Ich hab auch gleich mal versucht, mir (mit den bescheidenen Mitteln, die am Alpenrand so zur Verfügung stehen) Informationen zu besorgen, was Farben und Formen angeht. Das ist allerdings, zumindest was die Erscheinungsform dieses Schiffes angeht, naja, sagen wir mal, variabel. Ich habe diverse Lithographien gefunden, die allerdings so gut wie alle ein eher weißes bis hellgraues Schiff zeigen, mit zwei roten Streifen am Schornstein. Da sind die Geschützrohre auch eher weiß. Im Forum Marine Archiv habe ich Bilder von einem Modell mit brünierten Rohren gefunden und schwarzem Bugkran, sonst sehr ähnlich dem HMV Modell. Photos in S/W zeigen sehr oft, wenn es noch die Version mit einem Schornstein ist, sehr helle Rohre, im Grauwert ähnlich dem des gesamten Geschützes, könnten also auch gelb gewesen sein, allerdings gibt es auch Darstellungen mit komplett weißen Geschützen. Schlussendlich habe ich noch eine Abbildung in Maritime Quest gefunden, bei der, selbst im S/W-Photo, die Farbgebung doch erkennbar sehr der des HMV- Modells ähnelt. Das ist auch das einzige Bild vom Original, in dem der Rumpf wirklich schwarz wirkt und der Bauzustand dem des Modells am Nächsten kommt. Bei manchen anderen Bildern hat man so das Gefühl, dass möglicherweise auch eine Verwechslung mit den Schwesterschiffen z.B. mit der Siegfried vorliegen könnte (z. B. weil da oft nur eine Ankerklüse zu sehen ist, die Beowulf hatte aber zwei je Seite). Wie auch immer: So richtig klar bin ich mir immer noch nicht! Das Photo bei Maritime Quest zeigt mit Namensangabe ein Schiff, das dem vorliegenden Modell am ähnlichsten sieht.

    Welche Farbe wäre denn Deiner Meinung nach am sinnvollsten? Und, wenn wir grade schon dabei sind, hatte das Schiff Schanzkleidstützen am Achterdeck? Für Deine Einschätzung wäre ich sehr dankbar!


    Dann mal weiter im Text:


    Die Ankerlager müssen eingebaut werden. Aus früheren Bauberichten weiß man, dass da nicht immer alle zur Verfügung stehenden Teile Verwendung gefunden haben ;) . Das senkrechte Teil muss nach Ausprobieren des Sitzes an der richtigen Stelle erst mal an beiden Seiten längenmäßig angepasst werden. Die Klebemarkierungen habe ich nach Einbau schwarz gefärbt. Die verlaufen auch irgendwie seltsam...


     


    Aber auch hier passt eigentlich alles sehr gut.




    Die Ankerauflager habe ich bisher noch nicht eingebaut, im LC-Satz sind keine enthalten und die aus dem Bogen sind dann doch mit gezeichneter Gitterstruktur nicht so schön. Mal sehen, vielleicht findet man da was geeignetes in einem Leitersatz oder so.

    Der nächste Schritt in der Anleitung ist der Bau der Basis für die Bugkanonen. Hier gibt es erst mal ein Spantengerüst für Stabilität untendrunter. Ich habe trotzdem den "Deckel" verdoppelt und die Dreheinrichtungen entsprechend angepasst.


     


    Die beiden seitlichen Luken habe ich ausgestichelt und mit einem Gitter aus dem Standard LC-Satz "Grätings hinterklebt. Auch auf der Wand, an die sie gehören, habe ich eine entsprechende Öffnung hergestellt. Dann das Ganze noch vorformen und Kanten färben.



    Es erfolgt der Einbau der Spanten, wegen Verdoppelung des Deckels entsprechend eingekürzt. Wegen der leichten Schräglage ist das Beachten der Zeichen für Vorne hier nicht unwichtig. Dann schön vorsichtig die Wand angesetzt.



    Und zum Schluss den Deckel. Dabei nicht die kleine (verdoppelte) Stufe vergessen, die mittig auf der Hinterseite anzubringen ist.



    Das nächste Kapitel widmet sich der Schanzverkleidung des Hauptdecks mit doch einer erklecklichen Menge an Kleinteilen. Das Ganze geht in eher kleinen Schritten vorwärts, aber dafür ist bisher alles so wie's sein soll.


    Schönen Gruß aus dem doch eher winterlichen Süden.




  • Moin Max,

    es gibt in der Tat die meisten Aufnahmen dieser Klasse in grau. Dass es gelegentlich weiß zu sein scheint, liegt an der Belichtung/Reproduktion.

    Ich habe mal meine BEOWULF abgelichtet, da kannst Du sehen, zu welcher Farbe ich gegriffen habe...

    Was Schanzkleidstützen anbelangt, da gehe ich davon aus, dass welche vorhanden waren. Die meisten Aufnahmen der Schiffe sind nun mal von außen gemacht worden, insofern gibt es kaum Aufnahmen von der Innenseite der Schanzkleider... Hinsichtlich Anzahl, Ausrichtung usw. bist Du also auf's Raten angewiesen...

    Beste Grüße aus dem halbhohen Norden

    Fiete

  • Guten Abend,


    Danke erst mal an alle Daumenheber, das muss zwischendurch mal wieder gesagt werden.

    Und Danke Fiete für die Info.


    Wie gesagt, als Nächstes Schanz.

    Das sind dann doch eine ganze Reihe Teile. Die Rundungen auf den vier seitlichen Kästen sehen erst mal schwierig aus, v.a. wegen der stumpfen Verklebung mit der Außenwand, es hat sich aber gezeigt, dass auch hier alles sehr gut passt. Daher geht's ganz gut. Die Vorderteile der Außenwände an den vorderen Kästen gehen leicht konkav nach unten. Da gehört später ein Verkleidungsteil zwischen der Schanz des unteren Brückendecks und dem vorderen Geschützstand drauf. Daher möglichst genau schneiden. Hier kommt man (mal wieder) an einen der Nachteile einer rein textlichen Anleitung: Einfach mal auf der nächsten Skizze nachschauen, wie das später zusammenpassen soll, ist nicht. Und in gelesen kann man sich's nicht so toll merken. Naja, manchmal hilft da ein früherer Baubericht :thumbsup: .



    Zuerst ist mit Teil 24 der Unterbau für die Brücke zu bauen. Die Faltung des Teils ergibt sich eigentlich aus der Anzeichnung auf dem Deck. Die beiden aufzusetzenden Luken sind wieder verdoppelt.



    Anschließend arbeitet man sich schön langsam, Kiste mit halbrundem Deckel, Schanzkleid, Kiste usw. sozusagen um das Deck herum. Ich habe die Schanzteile für die Geschützstände nach Verdoppelung mit ihrer Innenseite nur innen gerillt. Das verhindert, dass das Papier außen an der Rillung reißt, was unschöne, weiße Flächen gibt. Das letzte Teil der Schanz am hinteren Teil des Hauptdecks wird der Bodenmarkierung entsprechend gefaltet, ebenfalls nur innen gerillt und dann im letzten Abschnitt an der Kante zur Gräting 19c/d entsprechend gekürzt.


      


      


    Hab ich schon gesagt, dass das Grau an der Steigleiter noch dunkler werden muss?



    Das Ganze dauert, aber da doch wieder alles sehr gut passt, ist das reiner Bastelspaß. Im Folgenden kommen dann wieder die etwas fitzeligeren Teile mit Verglasung und anderen Zusatzspielen. Davor aber noch die unteren Abstützungen für die Geschützstände.


    Bis dann...

  • Guten Abend,


    Bevor eine neue Baugruppe in Angriff genommen werden kann, müssen noch die Erkerstützen 35a und die unteren Turmwölbungen 23g verbaut werden. Von Ersteren sind vier Ersatzteile im Bogen vorhanden. Nach Verdoppeln habe ich die angezeichneten Löcher mit dem Screwpull ausgestanzt.



    In eingebaut sieht das dann so aus:


      


    Dann ist das vordere, untere Brückendeck zu fertigen. Nachdem man die beiden Decksteile sauber aufeinander geklebt hat, empfiehlt es sich etwaige minimale Überstände vom unteren Teil abzuschneiden, so dass eine klare umlaufende Kante entsteht. Die eignet sich einfach als Klebestelle besser. Daran wird nach sorgfältiger Vorformung das Schanzkleid mit dem unteren Rand angeklebt.


      


    Zum Kantenfärben verwende ich die Mischung aus zwei verschiedenen Aquarellstiften, die ich mit einem dünnen Pinsel auftrage.

    Das Brückenhaus, muss erst mal verglast werden, wobei die Tür, die auf der Verbindungsnaht angebracht werden muss, eine gewisse Herausforderung darstellt. Die Verbindungsplatte muss den selben Ausschnitt bekommen, wie die Tür, sonst ist das Fenster wieder zu.


      


    Die beiden Stützen aus dem Bogen habe ich der Stabilität halber durch zwei im Durchmesser gleiche, in Wagenfarbe bemalte Drahtstücke ersetzt. Nach der Rundung der Ecken (sowas gibt's) des Brückenhauses, wird dieses zusammengesetzt und auf das Deck montiert, indem der teils umlaufende Überstand unten an die Kante des Decks geklebt wird.



    Nachdem die beiden Stützen auf die Kreuzmarkierungen auf dem Hauptdeck gesetzt wurden und das Brückenhaus einen formgebenden Deckel bekommen hat, der später als Klebefläche für das obere Brückendeck dient, wird das Ganze an Bord montiert.



    Die beiden Abdeckungen für die entstandene Lücke zwischen vorderen Geschütztürmen und Brückendeck werden als Erstes stumpf am Turm angeklebt, das breite Teil nach außen zur Schanz und dann gut nach oben vorgeformt. Dann rutscht die Wölbung des Brückendecks, als zweites montiert, wie angegossen an die richtige Stelle.


    Soweit für Heute, die Familie ruft nach Nahrung, man begibt sich also Richtung Küche...

  • Guten Morgen,


    zu den hier gestellten Fragen möchte ich gerne etwas scheiben:


    Das HMV-Modell ist nach einem Modellbauplan der BEOWULF konstruiert worden. Der Plan folgt dem Werftmodell welches im Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven in der Dauerausstellung stand. Anfang der 1980er-Jahre hat sich der Zeichner die Vitrine öffnen lassen und das Modell händisch vermessen und gezeichnet. Nur durch diese Arbeit können wir uns an Modellen dieses schönen Schiffes erfreuen. Der sehr gute Modellbaplan wurde damals vom DSM verkauft, heute ist er noch über den Sieversverlag in Glückstadt zu bekommen.


    Das Werftmodell der AG-Weser zeigt im Geschmack solcher Modelle die Geschützrohre in silber (es gibt übrigens im Deutschen Museum in München noch das Werftmodell von FRITHJOF mit ebenfalls hellen Rohren). Ankerketten, Relingstützen oder Poller werden auf solchen Modellen ebenfalls gerne realitätsfern in Silber oder Bronze dargestellt. Das Silber gibt der HMV-Bogen heraldisch korrekt mit Weiß wider. Welche Farbe die stählernen Rohre in Wirklichkeit hatten, konnte mir der erwähnte Planzeichner damals, als ich das Schiff als Modell gebaut habe, leider auch nicht sagen. Ich habe die Rohre meines Modells wie die Geschützhauben Ockergelb gemalt, so wie Fiete es zeigt.


    Ab Mitte der 1890er wurden die KüPas im damaligen vorgeschreibenen sog. 96er-Blaugrau gestrichen. Zur Kennung der Zugehörigkeit im Geschwader folgten dann die Ringe am Schornstein. Die KüPas wurden zeitweise aus der Not heraus sogar als Linienschiffe geführt und als solche im Etat behandelt. Daher wurden sie um 1900 herum verlängert um einen größeren Aktionsradius zu bekommen (der Bauzustand ist schnell zu erkennen an den zwei Schornsteinen). Es gibt eine künstlerische Darstellung die BEOWULF im hellen Tropenanstrich zeigt. Das ist reine Phantasie die zu vernchlässigen ist. Zur Zeit des Boxeraufstandes wurde erwogen, die KüPas nach China zu senden. Allein an der geringen Reichweite der Schiffe scheitete die Idee: es hätte viel zu oft nachgebunkert werden müssen. Die Schiffe waren halt nur zur Küstenverteidigung konzipiert und blieben in der Heimat. Die Farbgebung des HMV-Bogens folgt dem Modell. Auch das weiße Kartenhaus und das weiße Lüfterhaus sind auf dem Modell zu sehen (was ja seltsam wirkt da alle anderen Aufbauten Ocker sind)


    Das halbhohe Schanzkeid ums Achterdeck hatte keine Stützen. Die erfoderliche Stehhöhe eines Mannes wurde mit einer aufgesetzten Reling erzielt. Achtung: Der HMV-Lasercutsatz zeigt eine viel zu hohe Reling an der Stelle. Die Situation des Achterdecks lässt sich hier ansehen:


    The Dreadnought Project


    Die Pläne zeigen HAGEN nach dem Umbau. Bug und Heck blieben vom Umbau jedoch ausgeschlossen. BEOWULF lässt sich - wie Max richtig sagt – an den beidseitigen doppelten Ankerklüsen erkennen. Ferne hatte BEOWULF bis zum Schluß die Buganker auf Schweinsrücken gelagert. Spätere Schiffe fuhren einen Hallanker in der Klüse (wie z.B. HAGEN). Das erste Schiff SIEGFRIED ist leicht an den andersartigen Masten und der hohen Lüftergruppe über der Brücke zu erkennen.


    Ich hoffe, etwas helfen zu können und wünsche nach viel Süaß mit dem wirklich schönen Bogen zu meinem Lieblingsschiff :)


    Viele Grüße,

    Klaus

    »Das muss das Boot ab können!»

    Edited once, last by Klaus ().

  • Nur so ein Gedanke......

    Die Geschützrohre werden ja beim Schießen recht heiß und normale Farbe verbrennt dann und wird "angeschwärzt".

    Vielleicht hat man damals die etwas hitzefestere silberne "Ofenrohrfarbe" (Silberbronze) für die Rohre verwendet. Heute gibt`s auch hitzefeste Farbe in zumindest schwarz oder anthrazit. Z.B. hatten die Zerstörer der Kriegsmarine anfangs auch silberbronzefarbene Schornsteinkappen.


    Gruß

    HaJo

  • Bei den Panzerkanonenbooten der WESPE-Klasse rieb man am Anfang der Dienstzeit das große Geschützrohr mit Essig ein um es rosten zu lassen. Der Rost bildete eine Schutzschicht die mit Firnis gesichert wurde. Die Rohre erscheinen damit in einem Rotton. Ob man vielleicht bei den KüPas ähnlich vorging und die Stahlrohre irgendwie behandelte? Bei der gleichaltrigen BRANDENBURG-Klasse wurden die Geschützrohre doch auch mit Farbe lackiert?


    Die drei 20,3 Mantelringkanonen waren bei den KüPas übrigens nicht in Panzertürmen aufgestellt. Sie lagen auf Drehscheibenlafetten die mit Barbettpanzern umschlossen waren. Darüber waren sie mit Panzerhauben abgedeckt. Hauben und Geschütze waren verbunden sodass sie Drehbewegungen synchron mitmachen konnten.

    »Das muss das Boot ab können!»

    Edited 2 times, last by Klaus: Ich habe meine Aussage zu den Lafetten korrigiert. ().

  • Guten Abend,


    ich bin geplättet! Das ist ja nicht der erste Baubericht über dieses schöne Schiff und trotzdem gibt's eine derartige Interessenskundgebung. Schön! Danke Klaus für Deine ausführlichen Darstellungen und die Planzeichnungen. Irgendwie ist mir immer noch nicht ganz klar, welche Farbe die Rohre dann kriegen sollen, die Diskussion ist ja noch nicht so richtig beendet. Das mit der Hitze und der diesbezüglichen Farbveränderung (Hajo) erscheint mir durchaus plausibel, ich würde dann eher für brünierte Rohre plädieren, eine derartige Beschichtung ist nach meiner Erfahrung doch hitzebeständig. Allerdings scheint es ja durchaus auch hitzebeständige Lacke zu geben (ab wann eigentlich?), da die Geschützrohre der grauen Schiffe aus späteren Jahren ja ebenfalls grau sind. Das mit dem Rost als Patina ist durchaus auch vorstellbar, ließe sich auch durchaus mit Airbrushacryl umsetzen, allerdings stellt sich dann die Frage eines umfassenderen "Weatherings", wie man das aus dem Plastikmodellbau kennt. Ich denke das ist bei Karton und in diesem Maßstab eher nicht wirklich zielführend.

    Zum zweiten Problem muss ich leider sagen, dass ich mal wieder etwas voreilig weitergebaut habe, will sagen das Achterdeck hat jetzt Schanzkleidstützen. Das sieht tatsächlich gar nicht mal schlecht aus, auch wenn's falsch ist. Das mit der Reling da oben drauf widerspricht eigentlich der Tatsache, dass da ein hölzerner Handlauf am Achterdeck vorgesehen ist (im Modell). Auf dem Backdeck habe ich das Gefühl, da fehlt eigentlich eine Reling, auf Photos des Schiffes ist allerdings keine zu sehen, auch wenn da ein Haufen Seeleute auf dem Deck rumsteht. Bei Bildern der Schwesternschiffe ist da eine Reling mit einem Durchzug zu sehen. Wenn sicher wäre, dass die da hingehört, sowas haben wir da.

    Und dann noch eine Frage, die auf die Herkunft des Stellers schließen läßt: Unter Schweinsrücken stellt sich der weit von der See entfernt wohnende Bergbewohner was knusprig Gebratenes mit Kruste, dunkler Biersauce und Knödeln vor. Wie, bitte, sieht sowas aus, wenn man darauf Anker lagern kann? Ich frage nur, weil ich das dann evtl. bauen könnte.

    Danke nochmal für die ausführlichen Zuschriften!


    Fortsetzung im Baubericht gibt's später, Da müssen noch Kleinigkeiten erledigt werden.


    Schönen Gruß,


    Max

  • Ich würde auf ockergelbe Rohre tippen.

    Das war doch gewissermaßen die "Paradefarbe" in Friedenszeiten.

    Im Bau: MS WILHELM GUSTLOFF, 1:250



    Aufwachen - es ist 5 vor 33...

  • Es freut mich, dass meine Schreibarbeit gefallen findet :thumbsup:


    Die Back war mit einer Reling umschlossen. Die Durchzüge waren Ketten sodass die Konstruktion beim Einsatz der Kanonen umgelegt werden konnte (so wie die Lüfter abgezogen und die Niedergangskappen abgebaut wurden). Ich poste eine Ausschnittsvergrößerung die die Reling und auch den "Schweinsrücken" zeigt. Der "Schweinsrücken" ist die waagerechte Ablagefläche des Ankers. Also das, was der Bogen auch zeigt. Die späteren KuPas fuhren ihren Buganker seitlich im Rumpf in Klüsen. Der Fotoausschnitt zeigt auch schön eine Ankerboje mit Zubehör (das hat das HMV-Modell nicht). Die senkrechten hellen Stangen gehören zum Sonnensegelgestell (fehlt bei HMV, ist aber auch nicht nötig da die Dinger nur temporär aufgestellt waren). Die Reling um die Back liegt meines Wissens nur dem Lasercutsatz bei. Das Foto stammt aus meiner Sammlung.



    Zu weiteren Details empfehle ich das Modell von Ulrich Sundermann:


    Mitglieder - ihre Schiffe - SMS BEOWULF, Küstenpanzerschiff der Siegfried-Klasse - Arbeitskreis historischer Schiffbau e.V.


    Warum er einzelne Bauteile in grau zeigt, weiß ich nicht. Das Modell folgt aber dem besagten Bauplan und zeigt auch am Heck die kleine erhöhte Plattform (das müsste bei den Plänen der HAGEN beim Dreadnoughtproject auch zu sehen sein). Ich nehme an, die Plattform diente zur Bedienung des Hecktorpedorohrs oder dem Ausbringen des Schraubenschutzes. Auf dem Modell ist auch schön die Schienenbahn zum seitlichen Ascheauswurf an Deck zu sehen. An die erhöhte Schiene hinter dem Schornstein wurden die aufgekurbelten Ascheeimer der Kesselanlagen gehangen um die Asche beidseites mittels der Auswurfschächte in der See zu entsorgen. Diese kompliziert zu bauende Anlage fehlt dem HMV-Bogen ebenfalls, ist aber ein markantes und reizvolles Detail.


    Wenn ich das Modell nochmal bauen würde, würde ich die Geschützrohre wieder ocker färben. Es stimmt aber schon, dass auf Originalfotos die Rohre heller erscheinen. So sieht mein Modell aus:


    Küstenpanzerschiff »S.M.S. Beowulf« als Diorama - Unsere Beiträge - VTH neue Medien GmbH
    In der neuen MODELLWERFT-Ausgabe 08/2021 zeigt Klaus Lingenauber im ersten Teil seines Berichtes Schritt für Schritt, wie sein Diorama mit dem Modell des auf…
    www.vth.de


    Viele Grüße und einen schönen Abend,

    Klaus

    »Das muss das Boot ab können!»

  • Servus die Herren,


    Vielen Dank Klaus, für die weiteren Infos, damit kann ich wirklich was anfangen!


    Ja dann mal weiter im Bau: Zunächst, ich hatte es oben schon erwähnt, habe ich zwischendrin die (fehlerhaften) Schanzkleidstützen am Achterdeck gebaut. Die lassen sich ohne größere Zerstörungen leider nicht mehr entfernen. Naja, wird's halt kein Scale-Bau. Ein Gutes haben die Dinger aber, sie drücken die letzten etwaigen Beulen aus dem Schanzkleid. Wenn dann später, so wie im Bogen vorgesehen, da ein Handlauf drauf ist, dann sieht man davon eh nicht mehr viel.


      


    Man hat dann, damit sich's lohnt gleich noch einen Bock geschossen und zwar mir den Grätings. Damit's gut aussieht, habe ich zunächst die Flächen für alle Grätings (Teile 41-43) grau bemalt, damit nix durchblitzt und dann die Dinger aus dem LC-Satz drauf gepappt. Irgendwie und aus Jux und Dollerei habe ich dann mal den Bogen durchgesehen (zu spät :cursing: ), um festzustellen, dass da so schmale Kisten drunter zu bauen sind. Jaja, read that f... Manual!! Also eine Rasierklinge geschnappt und gaaanz vorsichtig die LC-Teile wieder abgelöst. Ging gar nicht mal so schlecht, zumindest ohne die Grätings zu zerstören. Danach dann kleine Fehlstellen mit Farbe ausgebessert, die Kistchen gebaut, innen ebenfalls grau bemalt, die Druckgrätings entfernt und das Ganze eingebaut. Grade noch mal so...


      


    Ich habe dann allerdings bei mir beschlossen, der Anleitung doch eher der Reihenfolge nach zu folgen, weiteres vorausgaloppieren zu unterlassen und wie das Eichhorn, mühsam eben...


    Also zurück zum Plan, danach ist als nächstes der Panzerstand zu bauen. Ich habe das Wandteil innen braun gefärbt und die Sehschlitze ausgeschnitten. Das untere Formteil eingebaut, und langsam die Wände darum herum geformt. Das obere Formteil habe ich weggelassen, da sonst die Sehschlitze wieder zu wären. Dann noch den Verdoppelten Deckel drauf und an Bord gebracht.


      



    Auf dem letzten Bild sieht man auch sehr schön, dass die Abdeckungen zwischen Brückendeck und Turm sehr gut passen.


    Soweit so gut, im nächsten Kapitel geht es dann um das obere Brückendeck und die Positionslampen...

  • Herrlich, die vielen Rundungen, oder? Kaum ein rechter Winkel, nur Bögen und Schwünge. Natürlich hatte alles seinen Grund, aber die damaligen Konstrukteure bauten schon sehr im damaligen Zeitgeist.


    Ich mag die BEOWULF :thumbsup:

    »Das muss das Boot ab können!»

    Edited 3 times, last by Klaus ().

  • Schönen guten Tag,

    Ich mag die BEOWULF :thumbsup:

    Yepp! Geht mir genauso. Wieder der Spruch mit .."als die Schiffe noch Schnörkel hatten". Und so ein bisschen Ingenieursarchitektur des 19. Jhd.s, neudeutsch "Steampunk" ist auch dabei. Hat eben tatsächlich Stil und täuscht durch diese Ästhetik ein bisschen darüber hinweg, wofür das Schiff eigentlich gebaut war. Hat so ein bisschen was romantisches (literarisch eher "Schwarze Romantik).


    Weiter geht's mit dem oberen Brückendeck. Da sind zunächst die Positionslampen zu bauen. Man kann die jetzt einfach bemalen und aus dem Bogen bauen, man kann aber auch an den richtigen Stellen verglasen, mit Transparentfarbe die Gläser behandeln und den Karton spalten, weil die Biegung mit Glas sonst nicht hinhaut. Sieht im Macro ein bisschen Dings aus, aber in Original...


        


    Im dritten Bild sieht man die bereits soweit fertiggestellte Brücke, verdoppelt und mit den Stützen zum Einbau. die Stützen habe ich aus Draht gefertigt, weil die Papierenen aus dem Bogen für meinen Geschmack zu instabil sind. Auf den beiden Brückendecks gibt es an den Schanzkleidern Handläufe. Die wären auch im Bogen enthalten oder aus Standard-LC-Teilen zu gewinnen. Die sind mir aber zu zweidimensional, da das einfach Papierstreifen sind. Ich habe also 0,5mm Kupferlitze, die mit brauner Ummantelung 1mm stark ist, flach aufgeschnitten und den Kupferdraht entfernt (Ich hab sowas schon mal beim "Geflügel" als Einfassung für Sitze gemacht). Das dadurch entstehende, nach unten offene Kunststoffrohr lässt sich, auf jeweilige Länge gebracht wunderbar auf die Kante des Schanzkleides stecken. Das Ganze bekommt dadurch doch eine wesentlich plastischere Wirkung.


      


    Mit den eingebauten Positionsleuchten sieht das dann so aus:


      


    Auf der Unterseite des Decks mussten vor dem Einbau an Bord noch die Fehlstellen abgedeckt werden, die durch die nicht eingebauten Papierstützen entstanden. Ich habe einfach die Bereiche aus den Stützenteilen aus dem Bogen ausgeschnitten und eingesetzt. Dann die acht Drahtstützen auf dem unteren Brückendeck montiert und zum Schluss das obere Brückendeck aufgesetzt. Weil man da später schlechter dran kommt, habe ich die Handläufe auf dem unteren Brückendeck schon zuvor angebaut.


       


    Die Handläufe in dieser Form sind möglicherweise für die Montage auf LC-Reling etwas starr. Es entsteht aber beim Entfernen des Kupferdrahtes ein etwas schmälerer Span, der sich deutlich leichter biegen lässt. Damit sollte es gehen, wenn's soweit ist.


    Im Weiteren ist erst mal wieder der Glaser gefragt...


    Bis dann...

  • Servus,


    An dieser Stelle der Anleitung angekommen wird jetzt der Bau von Leitern und Niedergängen angeregt. Die nehme ich aus dem LC-Satz, wobei die Wangen mit Handläufen jeweils angebaut werden müssen.


    Das ist jetzt kein Hexenwerk, aber es kostet doch ganz schön Zeit. Zuerst die Stufen einzeln nach oben klappen, dann die Seitenteile draufklappen und ankleben, danach das fertige Treppenteil aus dem Rahmen trennen und im gelben Bogen die Wangen ankleben. Zieht sich. An Bord gebracht sieht das dann so aus:


      


    Dann müssen noch zwei Niedergänge am hinteren Ende des Hauptdecks angebracht werden sowie zwei kleine Leitern vom vorderen Geschützturm zum Backdeck.



    Und bevor der angekündigte Glaser zum Einsatz kommt, wird in der Reihenfolge der Anleitung noch das (Anker-) Spill gebaut. Das stellt sich als kleine Orgie an runden Scheiben dar, die aufeinandergeschichtet mit zwei kleinen Röhrchen das Spill bilden hier empfiehlt es sich durchaus, auch die Scheiben zu verdoppeln, für die das in der Anleitung nicht gefordert ist. Der obere Streifen ist im Bogen etwas zu lang und muss entsprechend zu den Scheiben, an die er angebaut wird, eingekürzt werden.



    Und schon sind wieder ein paar Stunden rum, und man sieht's fast nicht. Das setzt sich in den nächsten Bauphasen mit durchaus zeitraubender Kleinteilfertigung fort.


    Bis dann...

  • Guten Tag!


    Die letzten Tage waren eher nicht dazu angetan, im Bau eines Schiffes weiter zu kommen. Man ersäuft hierzulande im Schnee (siehe Photo), was bedeutet, dass man eher mit Großgerät zu Gange ist, als mit Pinzetten.



    Ja mei, und schwer und nass ist der Scheiß auch noch...


    Dennoch ist im Kleinteilebau ein bisschen was geschehen. Es waren diverse Lüfterhäuschen, die berühmte Kartoffelkiste und einige verglaste Teile zu bauen. Beim Verglasen habe ich die kompletten Fenster ausgeschnitten, mit Folie hinterlegt und dann aus gezogenen Gussästen die angezeichneten Sprossenfenster wieder hergestellt. Es empfiehlt sich die Fenster vor dem Ausschneiden zu rillen und zu falten, danach ist das mit der Folie wesentlich schwieriger. Die Innenseiten der Lichtschächte und die Flächen auf Deck, an die sie platziert werden, habe ich grau bemalt, um Blitzer zu vermeiden und Raumtiefe zu simulieren. Bei den beiden Lüfterhäuschen (eins gelb, eins weiß) habe ich versucht etwas mehr Dreidimensionalität hinzukriegen, indem ich die senkrechten Lüfterschlitze eingeschnitten und mit einer Nadel nach außen geformt habe. ist allerdings in der Größe schwer zu sehen.


      


    Dazu kamen dann noch die Sockelteile für den Schornstein. An Bord gebracht sieht das dann so aus:



    Es folgen noch einige Kleinteile um das Hauptdeck zu vervollständigen, dann geht es an das hintere Brückendeck und Peildeck...


    Bis dahin...

  • Und weiter geht's: Kleinteile...



    Den Lüfterunterbau ohne Deckel habe ich mal vorsichtshalber innen gelb gestrichen, das Kartenhaus innen grau. Die Aschewinde ist nicht ganz einfach zu bauen, sind bei der Größe schon einige Rundungen. Am besten den oberen schmalen Bogen verschließen und dann die vorgerundeten Seitenteile dransetzen. Ich habe vor, die Schienenbahn zum Ascheauswurf (klingt irgendwie unschön), so wie von Klaus dargestellt (Danke nochmal dafür!), noch zu bauen, die Teile dafür muss ich allerdings noch fertigen. An Bord gebracht sieht das dann so aus:


      


    Bei dem kleinen Lüfterhäuschen auf dem Backdeck bin ich nochmal außerhalb des Plans, das wäre eigentlich erst Nr.71, bietet sich aber irgendwie an, gleich mit gebaut zu werden.


    Im Anschluss daran ist man beim hinteren Brückendeck angekommen und dafür muss der erste Mast gefertigt werden. Man kann jetzt verschiedene Versuche unternehmen, die vorgesehene Papierhülle mit Draht oder ähnlichem in Verstärkungsabsicht zu füllen. Das hat einerseits den Nachteil, dass der Mast dann nicht wirklich konisch wird und andererseits, dass sich in der achteren Ansicht eine unschöne Klebenaht fast nicht vermeiden lässt. Daher gehe ich bei solchen doch eher zierlichen Durchmessern dazu über, den Mast gleich komplett aus Holz zu fertigen. Geht wie folgt: Man spanne einen Schaschlickspieß möglichst aus Buche o.Ä. (auf keinen Fall aus Bambus!) in den Akkuschrauber ein und behandele ihn mit Schleifpapier verschiedener Körnung so, dass die gewünschte konische Form entsteht, Das dauert etwas und die Benützung eines Handschuhs ist anzuraten, gibt sonst heiße Finger.



    Man kann mit dem vorher ausgeschnittenen und gerundeten Teil aus dem Bogen immer mal wieder nachmessen, ob's schon passt. Danach dann in der richtigen Farbe anmalen (Tamiya XF-59) und im oberen Bereich mit zwei dünnen Takelgarnstücken umkleben. Erste Anprobe an Bord:



    Für das hintere Brückendeck müssen Unter- und Oberteil zusammengeklebt werden und im hinteren, nach achtern überstehenden Bereich ein Stützgerüst auf die Unterseite gesetzt werden. Dann sind noch die Öffnungen für den Mast und den Niedergang auszuschneiden. Danach werden die beiden seitlichen Schanzkleider angesetzt, bzw. (nur Rundungen) entlang den Auslegern angeformt. Die Stützen, um das Ganze an Bord anzubringen, habe ich, der Stabilität halber, wieder aus Draht gefertigt. Die freie Fläche auf der Unterseite des Decks wird mit dem Stützenteil 55b ohne die Stützen abgedeckt.



    Ich habe die Handläufe wieder aus 1mm Drahtmantel gebaut. Als nächstes werden die Stützen an Bord gebracht, die Klebertropfen, in die sie versenkt werden, verschwinden beim Trocknen.



    Zum Schluss wird das Deck aufgesetzt, dabei darauf achten, dass das Gerüst auf der hinteren Unterseite genau am Kartenhaus anschließt. Die jeweils oben mit einem Klebertropfen versehenen Stützen werden nach dem Aufsetzen einzeln ausgerichtet. Sollen ja nicht schief stehen.



    Das wär's dann mal wieder. Ich lasse die Relingteile immer bis zum Schluss weg, weil die doch sehr empfindlich sind, und beim Weiterbau beschädigt werden können.


    Bis demnächst...

  • Hallo Max,

    ich bin beeindruckt mit welcher Schnelligkeit und vor allem Genauigkeit du arbeitest.

    Das ginge bei mir nicht so. Dennoch reizt mich dein Bericht dazu meinen Bogen anzuschneiden. Doch noch sagt mir, der Rest meines Modellbauverstandes, tue es nicht, es sind schon vier Schiffe angefangen! Aber zusehen darf ich. ;)


    Gruß

    Michel

    Ich betrachte auch einen siegreichen Krieg an sich immer als Übel, welches die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß. (Otto von Bismarck)

  • Hallo Michel,


    Danke für die Blumen, man wurschtelt sich so durch! Allerdings baue ich auch immer nur ein Modell gleichzeitig und fange nur was Neues an, wenn das Vorherige fertig ist. Ich hab's früher in der Arbeit gehasst, wenn immer siebzehn Sachen gleichzeitig gemacht werden mussten, hundert Baustellen offen und nix fertig. Irgendwie wurde das ein oder andere dabei angefangen und nie fertiggestellt, aber nebenbei wieder neue Gruben aufgerissen. Fand ich immer sehr unbefriedigend... ?( . Jetzt, wo ich nix mehr muss, lass ich solche Sachen lieber bleiben :D .


    So, in der Anleitung geht es mit den Handläufen weiter und sogenannten Deckleisten (58). Ich habe ja schon gesagt, dass ich die Handläufe aus Drahtmantel herstelle. Anfänglich hatte ich da immer noch was aus alten Telefonleitungen, oder anderen 3x1,0 Leitungen übrig. Netterweise ist da ja immer neben diversen anderen Farben ein brauner Draht dabei. Ich arbeite mit zwei verschiedenen Schnittmodellen, einem dickeren, das man auf die Schanzkleider oder Ähnliches aufstecken kann und einem dünneren, das sich für filigranere Untergründe (Reling und so) eignet. Ich habe mal heckseits begonnen, da kommt später noch eine im LC-Satz nicht enthaltene, einzügige Reling dazu ( hallo Klaus, ich bin sehr dankbar für Tipp's damit's echter aussieht :thumbup: ).



    Das Ganze deckt auch ein bisschen die fehlerhaften Schanzkleidstützen ab, und sieht soweit ganz gut aus. Dann geht es Teil für Teil weiter bis zu den vorderen Geschütztürmen und auf der anderen Seite zurück. Ich habe mich zuerst gewundert, dass auf die halbrunden Schanzen (Teile 26-28) auch Handläufe kommen, aber nachdem das auf allen Bildern von Modellen dieses Schiffes so war, hab ich auch welche hingebaut.


      


    Bis man da durch ist, ist das eine ganz schöne Messerei und dann richtige Winkel an den Verbindungen schneiden. Lohnt sich aber, für meinen Geschmack sieht das ganz gut aus. Mal noch eine Ansicht von oben, damit man das Gebastel im Ganzen sieht.



    Die Deckleisten, die den Spalt zwischen Schanzteilen und Bordwänden abdecken sollen, hab ich noch zurückgestellt, a) weil da bei mir kein Spalt ist :whistling: , b) weil ich mir noch überlegen will, ob das nicht irgendwie Probleme mit den daselbst anzubringenden Ascheschütten (112) gibt, die dann da drübermontiert werden müssten.


    Aber, da kann man sich ruhig noch Zeit lassen, jetzt gibt es dann erst mal wieder Kleinteile und das mit der von Klaus angesprochenen Ascheentsorgung lässt mir auch keine Ruhe...


    Bis dann...

  • Guten Tag,


    dem Plan zufolge ist als nächstes das Peildeck zu bauen nebst seinen Stützen. Da ich Relingteile immer erst anbaue, wenn durch weitere Werftmaßnahmen nichts mehr kaputt gehen kann, ist das eigentlich nur eine aus mehreren unterschiedlich großen runden Scheiben zusammengesetzte Plattform, die auf vier Säulen steht, die die vier Träger des hinteren Brückendecks fortsetzen. Ich habe die Stützen wieder aus im Durchmesser entsprechendem Draht geschnitten und eingefärbt, der Stabilität wegen. Die Stützen werden genau auf die unteren Träger gesetzt, dann das Peildeck darauf und mit einer kleinen Leiter nach achtern vervollständigt.


      


    Der Mast hat beim Durchschieben seine Plattform etwas gesprengt, das lässt sich aber mit dem Anbringen der Reling später wieder begradigen. Soweit dieser Bauschritt.


    Und dann hat ja so ein bisserl an mir genagt, dass es da ein doch hübsches Detail gibt, das aber im Bogen nicht enthalten ist. Die Ascheabwurfanlage. Ich habe mir das Ganze auf den zur Verfügung stehenden Bildern (Merci Klaus) noch mal angesehen und mal überlegt, wie man sowas zum Bogen passend bauen kann. Glücklicherweise habe ich aus alten LC-Sätzen zu Victoria Louise und Emden noch Einiges vom etwas stärkeren und steiferen, gelben Papier übrig. Daraus habe ich die Teile für den T-Träger geschnitten, und den dann nach mehrmaligem Messen so, wie auf den Bildern gesehen, angefertigt. Zwei Trägerelemente links und rechts sind aus 0,3 mm Draht gebogen und die Befestigungslaschen wieder aus dem LC-Papier. In Fertig und an Bord montiert sieht das dann so aus:


      


    Ich habe vor dieser Maßnahme vorsichtshalber einen Davit ausgeschnitten und an dieser Stelle ausprobiert, ob die Anlage drunter passt oder damit ins Gehege gerät. Sollte aber passen. Ascheauswurfeimer werde ich nicht dranhängen, ich fürchte das ist dann doch bissel fitzelig :rolleyes: . Auf den Bildern sind dann auch noch, wohl aus einem Ätzsatz stammende Drahtüberbauten über den Niedergängen unter den Grätings zu sehen. Ich bin mir noch etwas unsicher, weil ich nicht weiß, ob die Dinger immer da standen oder nur im geöffneten Zustand der Grätings. Baubar wären die....


    Naja, mal überlegen...


    Bis dann

  • Hallo Max,


    die Rohrgestelle über den Niedergängen trugen Segeltuchüberzüge und schützen damit die offenen Luken darunter. Die Rohrgestelle waren – wie Sonnensegelstützen – nur bei Bedarf aufgesetzt. Deine Niedergänge sind mit den Grätings geschlossen gezeigt. Daher würde ich die Sachen lassen wie sie sind. Bei meinem Modell habe ich die Niedergänge offen und mit Treppen ausgebaut gezeigt. Dafür habe ich vorm Aufsetzten des Oberdecks kleine dunkle Kästen unter die ausgeschnittenen Niedergangsöffnungen geklebt. Die Rohrgestelle habe ich aus Draht selber gebaut. Im LC-Satz liegen sie nicht bei.


    Hinter dem Aufgang zur hinteren Brücke fehlt übrigens noch ein weiterer Niedergang. Das Werftmodell im DSM zeigt das Detail, der Modellbauplan und der HMV-Bogen nicht. Wenn Du also noch eine Gräting und etwas ockerfarbenes Papier übrig hast, kannst Du Deinem Modell ein weiteres Alleinstellungsmerkmal spendieren... :cool:


    Die Schiene zum Ascheauswurf ist Dir gut gelungen! :thumbsup: Sie hat sogar eine Profilform. Es war schlau, vorher eine Probe mit den angehaltenen Bootsdavits zu machen.


    Ich muss nochmal nachgucken, ich meine, die »Davits« sind in diesem Fall »Bakuhnen« (oder »Barkuhnen«?). Sie werden mit Boot zur Seite ausgeschwenkt um die Distanz zwischen Deckkante und Wasserfläche vor dem Panzergürtel zu überwinden. Weiß jemand wie die Dinger heißen?


    Viele Grüße,

    Klaus

    »Das muss das Boot ab können!»

  • Ja, ich denke, dass die Segeltuchabdeckungen über den Niedergängen eher etwas für die Hafen- und Reedeliegezeiten waren. Da blieben die Luken der Niedergänge gerne offen, um die miefigen Decks besser durchlüften zu können - die damaligen Lüftungsanlagen waren bei weitem noch nicht so ausgefeilt wie heute. Und damit es möglichst nicht reinregnet, kamen die Segeltuchhutzen mit entsprechenden Gestellen darüber.


    Bei einem anständigen Seeklarmachen gehören die Luken zum Herstellen des Seeverschlusszustandes geschlossen und die Hutzen samt Gestellen abgebaut.


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Guten Abend,


    Danke Klaus und Hajo für die weiteren Informationen. Ich hatte schon daran gedacht, eine der Grätings wieder zu öffnen, aber das zieht dann doch einen Rattenschwanz an weiteren Maßnahmen. Man müsste eine innen schwarze Kiste mit Niedergang bauen, die sich in den Rahmen der Öffnung versenken ließe, davor wäre möglicherweise einiges an Spanten im Untergrund irgendwie zu modifizieren, damit das rein passt, und und und... ich glaube ich lasse das...obwohl die Rohrgestänge schon schön aussehen...Rundungen und so... :rolleyes:


    Den Niedergang unter dem hinteren Brückendeck hingegen werde ich definitiv bauen.


    Je nun, weiter geht es mit einigen Kleinteilen, die auf dem Achterdeck und am Bug anzubringen sind.



    Das Spill ist einigermaßen aufwändig zu bauen, ich habe fast alle Scheiben noch mal verdoppelt.



    An Bord sehen die Teile dann so aus. Die Pollersockel verschwinden erst mal unter dem Schanzkleid, man nimmt sie erst wieder wahr, wenn die Poller drauf stehen. Diese habe ich etwas modifiziert gebaut. Die Röhrchen, aus Papier gebaut, sind so ziemlich die Grenze dessen, was ich in rund hinkriege. Und weil da immer so eine Naht entsteht, die manchmal ordentlich meistens geht so aussieht, schneide ich die Dinger aus brüniertem Draht in gleicher Dicke. Die oberen Kappen und die Sockel habe ich jeweils verdoppelt.


        


    Nach dem Zusammenbau habe ich die Dinger mit Semi Gloss Black bemalt. An Bord sehen die dann so aus:


      


    Auf dem letzten Bild ist auch das Kleinteil "Klüsen" zu sehen, das am Bug anzubringen war.


    Die nächsten Punkte des Bauplanes sehen dann Anker, Ankerkran und senkrechte Backspieren vor. Diese Dinge schiebe ich noch raus, bis ich sozusagen nur noch an der Außenhaut arbeiten muss. Es sind im Weiteren noch einige eher diffizile Teile, wie Scheinwerfer und Maschinengewehre zu bauen, bei beiden werde ich ein bisschen modifizieren, weil ich einerseits nicht verglaste Scheinwerfer nicht mag und andererseits Maschinengewehre mit eckigen Rohren.


    Bis dahin...

  • Guckt mal: Hier im Forum gibt es Fotos vom vorbildgebenden Wertmodell in Bremerhaven:



    Vielleicht helfen die Bilder beim Modellbau weiter?


    Viele Grüße,

    Klaus

    »Das muss das Boot ab können!»

  • Guten Tag!


    Ja, Hajo, eckige Munition...hm...Frage wären da die Flugeigenschaften, mal bei den Finnen nachfragen, die schmeißen, soviel ich weiß, mit Handys (kommt dem Ganzen schon durchaus nahe) oder Gummistiefeln. Und das auch noch wettbewerbsmäßig :D .


    Danke Klaus, für die erneute Unterstützung mit Bildern. Vor Allem bei den Torpedonetzauslegern und den Netzlagern wird das eine große Hilfe sein.


    Jetzt also Scheinwerfer. Ich habe mir erst mal schon gebaute z.B. bei der Emden angesehen und dabei festgestellt, dass die doch noch etwas größer waren. Trotzdem werde ich die Dinger verglast und mit "Innenleben", d.h. mit Alufolie ausgeschlagen und mit Leuchtmittel (kleiner Strassstein) bauen. Zuerst sind mal die Gläser zu rillen, ich mache das mit einer Radiernadel und schneide danach die Gläser mit dem Screwpunch aus. Die Rahmen sind ebenfalls mit dem Screwpunch hergestellt, der obere, der auf das Glas geklebt wird etwas kleiner, der untere, der die Basis am Scheinwerferrohr bildet etwas größer (den gibt es im Bogen nicht).

    Das wären dann mal die Teile:


      


    Nach dem Zusammenbau der Scheinwerfer braucht es noch das Stativ zum Schwenken und die eigentliche Plattform für das vordere Brückendeck:


       


    Die Stützen bestehen wie immer aus Draht. Das Gestell habe ich aus dem LC-Satz genommen. Die Alufolie wird mit Metallkleber in die Röhre und die Rückwand des Scheinwerfers geklebt, da hält was Anderes nicht. Dann mal das Ganze an Bord bringen, zunächst die Stützen:



    Nach dem Ausrichten mit kleinen Klebepunkten versehen und dann die Plattform aufsetzen. Dabei müssen die äußeren Stützen nochmal nachjustiert werden.



    Im Anschluss daran den Scheinwerfer montieren und einen Niedergang aus dem LC-Satz an die Plattform bauen.



    Der zweite Scheinwerfer kommt achtern auf das hintere Brückendeck:



    Ja, und dann hatte Klaus ja noch angemerkt, das unter dem hinteren Brückendeck noch ein Niedergang fehlt, der im Bogen nicht vorhanden ist. Ich hab mal bisschen gemessen, was da so hinpassen könnte, zwischen Niedergang und Kartenhaus, in der Breite wohl genau wie die anderen Grätings auf dem Hauptdeck. Ich habe dann einen Rahmen aus gelbem Restpapier (von Victoria Louise übrig) innen grau bemalt und ein passendes Stück Gräting aus einem StandardC-Satz zusammengebaut und an der angegebenen Stelle eingesetzt. Sieht dann so aus:



    Und das war's schon wieder. Das Kleinteilebauen kostet ganz schön Zeit, und irgendwie sieht man den Fortschritt am Modell gar nicht so richtig, aber mit den Modifikationen sieht's dann doch bei genauem Hinsehen ganz gut aus. Im nächsten Kapitel gibt's dann die Maschinengewehre, ich hab mich für eine nichteckige Variante entschieden :whistling: ...


    Bis dann...

  • Hallo Max,

    die Scheinwerfer sehen wunderbar aus, aber nicht nur die.


    Gruß

    Michel

    Ich betrachte auch einen siegreichen Krieg an sich immer als Übel, welches die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß. (Otto von Bismarck)

  • Guten Abend!


    Danke Michel, freut mich wenn's gefällt! Auch mal wieder ein Dank an alle Daumenheber, es ist schön, wenn so viele dabei sind, motiviert ungemein!


    In der Abendsession sind dann tatsächlich als erstes die Maschinengewehre entstanden. Ich gehe mal, der Form nach davon aus, dass es sich beim vorliegenden Modell um den Typ 08 handelt, der vor dem ersten Weltkrieg eingesetzt wurde. Wie ich möglicherweise schon erwähnt habe, finde ich eckige Rohre (außer vielleicht die sechseckigen beim "Custer-Colt" Navy 1851) eher nicht so schön. Daher habe ich aus Alurohr (0,1mm) Rohre geschnitten, die Gewehrteile aus dem Bogen verdreifacht und die Rohre vorne unten eingesetzt. Danach noch mit Gun Metal (x-10 von Tamiya) bemalen und auf die Dreibeinlafetten aus dem LC-Satz aufsetzen. Die Basis für die Lafette habe ich verdoppelt. Nachdem dann alle auf Deck zu verbauenden Teile incl. der Plattform nebst ihrer LC-Stützen vor mir lagen, wurde mir die Bedeutung des zum Bug zeigenden Ausschnittes in der Plattform klar. Da gehört ein Lüfterrohr rein, das auf dem davor befindlichen Lüfterhäuschen sitzt. Also, in diesem speziellen Fall wird mal wieder von der Anleitung abgewichen und der Lüfter (Baunr. 87) gebaut. Ich habe mich dafür entschieden, die Lüfter innen alle gelb wie außen zu bemalen, das Werksmodell zeigt die zwar in rot, aber ich habe die Diskussion schon mal bei der Victoria Louise gehabt und glaube inzwischen an das etwas dezentere Gelb auf Kriegsschiffen (obwohl...der rote Baron und so...).


       



    Dann mal die Teile für die Gewehre:


       


    Und dann das Ganze an Bord:



    Und mit Gewehren:


      


    Nachdem der Abschnitt dann fertig eingebaut war, kam man doch ein bisschen ins Grübeln, wo bei dieser Anlage im Modell wohl der Schütze gestanden haben mag. Auch wenn da später eine Reling hinkommt ist das entweder sehr eng und oder wegen Rückstoß eher sturzgefährdet. Bei näherer Recherche hat sich ergeben, dass das 08 auf einer Lafette mit längerer und daher flacherer Stütze nach hinten montiert war, bei der auf dieser Stütze ein Sitz für den Schützen montiert war. das ist hier möglicherweise dem Maßstab zum Opfer gefallen. Daher sieht das ein bisschen wie Uzi auf Dreibein aus. Naja, auf die Entfernung und wenn man's nicht weiß...


    Bevor dann mal wieder größere Teile, wie Mast und Schornstein gebaut werden können, müssen noch Steuerräder und Kompasse gefitzelt werden. Bei den Kompassen habe ich dann endgültig meine Papierrohrdurchmessergrenze weit überschritten.


    Bis dahin...

  • Guten Tag,


    Also Kompasse, Steuerräder u.Ä.

    Bei diesen Teilen sind, auch wenn man ein bissel was aus dem LC-Satz nimmt (die Steuerräder nämlich), manche Sachen schon ernsthaft an der Grenze der Darstellbarkeit. Ich habe dann einige extrem kleine Rollen durch Drahtstücke ersetzt und später festgestellt, dass ich das eher öfter hätte tun sollen. Bei den Kompassen braucht man sehr schmale Ringe (c). Um das hinzukriegen habe ich das Papier gespaltet, was sich als Nachteil herausgestellt hat, weil oben ein Deckel drauf muss. Selbst ohne Druck hat das zu Faltenbildung an unguter Stelle geführt. Man sieht das zwar nur in den Macroaufnahmen, aber man weiß es ja und das ist unschön :cursing: . Erst mal Teile und das erste so entstandene Machwerk:



    Davon gibt es dann zwei. Die kleinsten Scheiben b sind mit dem 1,2mm Screwpunch ausgestanzt. Kantenfärben geht da eigentlich nur am fertigen Objekt.



    So sieht das dann an Bord aus. Der nächste Schritt ist die Steueranlage. Da gab es mal, ich weiß nicht mehr in welchem Baubericht, die Idee, dass die Steuerräder aus dem LC-Satz etwas zu dünn sein könnten. Und ja, sie wirken schon sehr filigran. In dem Maßstab allerdings und, wie im Bogen vorgesehen, verdoppelt ausgestichelt, habe ich dann doch den Eindruck, auch wenn das Aussticheln wirklich extrem genau gehen sollte, dass das dann wieder zu dick wäre. Letztlich Geschmackssache. Doppelt so dick wie die LC-Teile, also in dem Fall bissel stärkeres Papier, wäre m.E. ideal.



    Beim Bugsteuerrad ist noch alles im grünen Bereich, wobei das Steuerrad im Durchmesser für die Höhe der Steuersäule einen Ticken zu groß ist. Bei der Anlage auf dem hinteren Brückendeck mit drei Rädern hintereinander wird es mit den Höhen der Säulen dann eher schwierig. Die runde Säule Richtung Bug steht auf einem kleinen Podest und damit höher als die beiden eh schon niedrigeren Dreiecke für die hinteren Räder (die damit endgültig zu groß für ihre Aufhängungen sind). Die Verbindungsachse zwischen dem ersten und dem mittleren Steuerrad hängt entweder schief nach unten oder müsste entsprechend gebogen werden, was aber nur mit Draht und bei der Größenordnung eher unmöglich ist. Sieht nicht ganz zufriedenstellend aus.


      


    Bei den beiden Tochterkompassen habe ich die unteren Papierröllchenchen ;( durch Draht ersetzt, im 1mm Durchmesserbereich geht sowas nur ohne Riesennaht, wenn man den Karton spaltet und das hält in der Größe nicht. Also zumindest bei mir.


    Während der Arbeit an diesen Microteilen habe ich dann doch immer wieder hin und her überlegt, ob ich die Maschinengewehre noch mal entfernen soll, und weiter vorne auf der Plattform anbringen, mit verlängertem hinteren Holm der Lafette mit Sitz drauf. Wäre meines Erachtens nach schlüssiger. Mal sehen...


    Bis dann...

  • Moin, moin Max,


    Draht....mmhh.....ich würde es nächstesmal mit Evergreen-Rundprofilen versuchen. Die gibt`s in allerlei Durchmessern und lassen sich einfacher/besser verarbeiten als Draht......und pönen ist sowieso nötig.....ansonsten :thumbup: !


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!