Frühe DGzRS-Fahrzeuge / 1:250 / verschiedene Verlage, Eigenkonstruktionen

  • Hallo Modellbaugemeinde !


    Seit einiger Zeit befasse ich mich DGzRS-Einheiten vergangener Jahre. Den Anfang mache ich mit einem Ruderrettungsboot, das ich nach angegebenen Maßen und Fotos gezeichnet habe. Ein Plan stand mir leider nicht zur Verfügung.


    Quelle: Arbeitskreis historischer Schiffbau


    Obwohl ich schon zig verschiedene Rettungsboote gebaut habe, war dieses mal eine Neukonstruktion der Rumpfschale fällig. Ich habe sie nach dem Dreiecksverfahren geometrisch konstruiert. Um die Konstruktion besser überprüfen zu können habe ich das 3,6 cm lange Schiffchen um 100% aufgeblasen.


      


      


    Der Pferdeanhänger, auf dem das Boot ruht, hat einen Kippmechanismus, sodass das Boot zu Wasser rutschen kann. Gezogen wird das Gespann vom Rettungsschuppen ans Ufer von 6 Pferden.


    Ich hoffe euch interessiert mein neues Thema.


    Henning

  • Servus Henning,


    und ob das Thema interessiert!

    Besonders, da in der vergangenen Donaumonarchie eine solche Einrichtung in der Adria nicht vorhanden war.


    Liebe Grüße


    Wiwo

    "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"

    Fritz Grünbaum, 1934

  • Hallo Henning


    Ich freue mich sehr über diese Erweiterung deiner DGzRS Flotte und bin gespannt.


    Liebe Grüße

    robi

    Jean Luc Picard ( USS Enterprise): Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten bleibt immer gleich, nur die Bevölkerung wächst.


    Andere haben Flugzeugträger, wir haben die Gorch Fock.


    I´m a Billiever, #17, Go Buffalo

  • Das ist schon mal ein bildschöner Auftakt, Henning :thumbup:


    Und natürlich das Boot SPIEKEROOG…

    Im Bau: MS WILHELM GUSTLOFF, 1:250



    Aufwachen - es ist 5 vor 33...

  • Finde ich eigentlich nicht, Henning.

    Dein Modell sieht richtig gut aus

    Im Bau: MS WILHELM GUSTLOFF, 1:250



    Aufwachen - es ist 5 vor 33...

  • Nach dem Ruderrettungsboot habe ich aus dem DSM-Bogen die RICKMER BOCK gebaut. 1994 habe ich das Modell schon einmal aus einer verkleinerten Fotokopie gebaut. Jetzt habe ich den Bogen durchgezeichnet. Die Signaturen und die Farben sind dadurch deutlich besser geworden.


      


      


    Am Ponton ist noch Platz ! Es wird also weitergehen.

  • sehr schön. ich bin gespannt wie es weitergeht, habe aber schon eine Ahnung.

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  • Die RUHR STAHL baue ich aus dem 1:100 Schreiber-Bogen der THEODOR HEUSS. Auch diesen habe ich mit kleinen Veränderungen durchgezeichnet und neu ausgedruckt. Auch in 1: 250 ist es ein Vergnügen, die Konstruktion von Hubert Siegmund zu basteln. Die kleinen Doppelkreuzpoller habe ich aus einem Fliegengitter herausgeschnitten.


      

  • Moin zusammen,

    die RUHR STAHL war zu Schülerzeiten sozusagen mein erster Kontakt mit der DGzRS. Mitte der 60er Jahre bekam ich das Buch "Ein Schiff versinkt im Sand" von Fritz Otto Busch geschenkt. Darin ging es um die Strandung der ONDO auf dem Großen Vogelsand, und dabei war auch die RUHR STAHL beteiligt. Schön, dass Du sie baust, Henning

    Beste Grüße aus HH

    Fiete

  • Die RUHR-STAHL (mit Bindestrich! :) ) gehört auch zu meinen Erinnerungen aus der Kindheit. Das Wrack der ONDO war (und es ist bei besonderen Bedingungen auch heute noch) auf dem Großen Vogelsand bei Fahrten von Cuxhaven nach Helgoland zu sehen. Damals waren die dramatischen Rettungsfahrten der RUHR-STAHL unter Vormann Rolf Hoffmann ständiges Gesprächsthema nicht nur an der Küste.


    Das Tochterboot TÜNNES ist erhalten geblieben und war, in privater Eigeninitiative restauriert, auf der diesjährigen Intermodellbau in Dortmund ausgestellt.







    Im Bau: MS WILHELM GUSTLOFF, 1:250



    Aufwachen - es ist 5 vor 33...

  • Wo wir schon beim Kleingedruckten bzw. bei den Satzzeichen sind: Bei Wikipedia steht, dass die RUHR-STAHL bei Schweers in Bardenfleet gebaut wurde. Ich glaube das nicht. Ich glaube, dass sie bei Abeking & Rasmussen gebaut wurde. Bei den Kreuzern von Schweers war die Farbkante zwischen dem weißen Aufbau und dem orangenem (später rotem) Turm am achteren Ende heruntergezogen (siehe auch THEODOR HEUSS, H.H. Meier, HAMBURG und ARWED EMMINGHAUS). Bei den Kreuzern von Abeking & Rasmussen ( RUHR-STAHL, GEORG BREUSING und ADOLPH BERMPOHL) verlief die Farbkante gerade.

  • Moin Henning,

    damit hast Du sicherlich Recht. In einer Liste mit den von Schweers abgelieferten Einheiten ist RUHR-STAHL nicht verzeichnet.
    Beste Grüße
    Fiete

  • Moin Zusammen;


    da muss ich Euch enttäuschen.


    Nach der Liste wurde die wurde 1957 die " THEODOR HEUSS " und Tochterboot " TEDJE " Bau-Nr.: 6320 und Bau Nr. 6332 gebaut.


    1958 wurden die " RUHR-STAHL " und Tochterboot " TÜNNES " gebaut,

    Bau-Nr.: 6337 und Bau Nr. 6342 gebaut.


    Ich habe noch nicht in die Bauliste der HANSA und SI geschaut.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Hallo Henning,

    die RUHR-STAHL aus einem Modell der THEODOR HEUSS (um)zubauen - das habe ich vor mehr als 15 Jahren auch einmal gemacht. Allerdings im Maßstab 1:25, mit dem alten Graupner-Bausatz eines RC-fähigen Modells aus den 1960er Jahre (noch mit Styroporrumpf!)

    Ich erinnere mich noch an die auffälligsten Unterschiede: das Schanzkleid der RUHR-STAHL ist deutlich länger, die Reling ist im Heckbereich anders angeordnet, die gekrümmten Lüfter am Rand des Wal-Decks sind anders angeordnet, die Poller am Bug (Nähe Schanzkleid) stehen nicht direkt auf dem Deck, sondern sind (wie in Mitte und am Heck) auf einem Tragegestell befestigt. Und die Positionslichter am Steuerstand liegen tiefer als bei der THEODOR HEUSS.

    Mit herzlichem Gruß, Ulrich

  • Auf welcher Werft denn, Arne? Schweers?

    Im Bau: MS WILHELM GUSTLOFF, 1:250



    Aufwachen - es ist 5 vor 33...

  • Moin Zusammen;


    Auf welcher Werft denn, Arne? Schweers?

    ja, es ist die Schweers Liste von 1952 bis 2002. In der Schiffahrt international habe ich noch nichts passendes gefunden. Bei der HANSA nuss ich heute Abend schauen. Zur Bibliothek komme ich erst in der kommenden Woche.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Hallo Zusammen,


    da muss ich leider widersprechen. Die Seenotrettungskreuzer THEODOR HEUSS (Baunummer 6320, Taufdatum 12.02.1957), die RUHR-STAHL (Baunummer 6337, Taufdatum 15.04.1958) und die H. H. MEIER (Baunummer 6353, Taufdatum 11.03.1960, jetzt als THEODOR HEUSS in München) sowie der Nachbau BRUNO GREGORETTI (Baunummer 6415, Kiellegung 20.11.1970, Indienststellung 1972 bei der italienischen Küstenwache, Taufdatum habe ich nicht) sind bei der Schweers-Werft gebaut worden.


    Die Farbkante ist ein schönes Thema, ich beschäftige mich schon sehr lange damit (schon aus Zeiten, wo wikipedia noch nicht mal ein Wort war... :)).


    Die THEODOR HEUSS ist ursprünglich auch mit einer geraden Farbkante in Dienst gegangen, das ist auf alten Aufnahmen ja zu sehen. Und auch der ursprüngliche Schreiber-Bogen des Kreuzers gibt die erste Farbgeung richtig wieder. Der Aufbau der RUHR-STAHL und der Nachfolger bis zur HAMBURG ist ca. 40cm länger als der der THEODOR HEUSS, wobei die Rückwand an gleicher Stelle steht (die Veränderung der Länge bezieht sich auf die Seite). Das wiederum liegt daran, dass der Innenraum der Kreuzer um ca. 25cm erhöht wurde, somit das Brückendeck dementsprechend höher gekommen ist und der Bogen des Aufbaus entsprechend angepasst wurde. Die Gesamthöhe des Aufbaus hat sich aber nicht verändert. Da auch die Fenster entsprechend höhergesetzt wurden, sind die Unterschiede THEODOR HEUSS - RUHR-STAHL gravierend. Am ähnlichsten zueinander sind die RUHR-STAHL und die H. H. MEIER, wenn man sich die Regenrinne (Farbtrennung orange - weiß) mal wegdenkt.


    Der farbliche Bogen bei der THEODOR HEUSS beruht darauf, dass der damalige Vormann Wilhelm Eilers (wohl auch gelernter Maler nach Aussage eines Vormannskollegen) der Meinung war, das Farbschema noch etwas verbessern zu können. Er hat dann von Hand (die Regenrinnen der THEODOPR HEUSS waren noch mehrere Einzelstücke) den Bogen in orange nach achtern bis auf das Deck heruntergezogen. Und ab der H. H. MEIER und der HAMBURG haben die Werften die Regenrinnen dementsprechend angepasst, was bei der RUHR-STAHL noch nicht in dem Ausmaß vollzogen wurde.


    Was den Seenotrettungskreuzer HAMBURG betrifft, der ist bei Abeking & Rasmussen unter der Baunummer 5468 gebaut und zusammen mit der H. H. MEIER am 11.03.1960 an der Strandlust in Vegesack getauft worden (im Jahrbuch 1960 der DGzRS gibt es einen Bericht mit Bild). Bei diesem Kreuzer kann man einen deutlichen Werftunterschied erkennen: die Fenster des Aufbaus laufen fast gerade nach achtern, während sie bei den Schweers-Bauten fast in gleicher Linie mit dem Deck nach achtern laufen. Auch die Regenrinne läuft demzufolge noch ganz anders.



    Auf diesem Bild sind bis auf die RUHR-STAHL alle deutschen Kreuzer der 23,2-Meter-Klasse zu sehen. Das Bild stammt von meinem ehemaligen, leider schon verstorbenen Kollegen Kurt Drewes, dessen Archiv ich übernehmen durfte. Die THEODOR HEUSS war auf dem Weg zur Werfthalle nach Bremen mit einem Zwischenstopp in Bremerhaven. Links die H. H. MEIER, in der Mitte die THEODOR HEUSS und rechts die HAMBURG.


    Trotz der ganzen Zeit, die ich mich damit jetzt schon beschäftige, finde ich immer noch neue Sachen, gerade auch bei diesem Typ.


    Fakt ist aber auch, dass bei wikipedia nicht alles stimmt. Es steht zum Beispiel geschieben, dass die Schweers-Werft auch einen 26,6-Meter-Kreuzer für Italien gebaut hat. Das stimmt nicht. Die CP 307 MICHELE FIORILLO (26,6m) ist bei der Pellegrino-Werft 1968 in Neapel gebaut worden, das Tochterboot stammt von Abeking & Rasmussen.


    Ich hoffe, das meine Ausführung nicht zu langatmig ist. Mein Wissen beruht auf meinem Archiv (Jahrbücher, Literatur, etc.) und dem Archiv der DGzRS.



    Hier noch ein Bild, ebenfalls von Kurt Drewes, auf Amrum aufgenommen, die RUHR-STAHL zum Anfang der siebziger Jahre am Liegeplatz.



    Und nocheinmal die H. H. MEIER (links) und die THEODOR HEUSS (Kurt Drewes).



    Und zum Schuß noch ein Bild von mir aus 2012 an der Warnow. Die HAMBURG war dort in Privatbesitz. Das Tochterboot in der Wanne ist nicht die Original MICHEL, sondern das ehemalige Beiboot des Feuerschiffes BORKUMRIFF. Das Boot wurde bereits 1955 bei Fassmer gebaut.

    Viele Grüße aus Laboe


    Dirk

  • …und auf dem Foto von Kurt Drewes (RUHR-STAHL auf Amrum) sieht man, dass der Kreuzer schon die geschlossenen Pollerpodeste hatte; anders als bei der Indienststellung:



    (Ausschnitt eines Foto in der Zeitschrift „Ozeaneum“)

    Im Bau: MS WILHELM GUSTLOFF, 1:250



    Aufwachen - es ist 5 vor 33...

  • Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen! Über manche dieser Fragen habe ich mir ja auch bei meiner Umrüstung von THEODOR HEUSS" zu "RUHR-STAHL" den Kopf zerbrochen - wobei ich jetzt gelernt habe, dass diese Umrüstung, wenn man die geringsfügig veränderten Maße des Kabineaufbaus auch noch mitbedenkt, streng genommen gar nicht möglich ist.

    Ganz alte Fotos der RUHR-STAHL zeigen übrigens, das die Frontscheibe des Kabinenaufbaus ursprünglich eckig war, rechts und links gerahmt von zwei Rundfenstern mit Schleuderscheiben. Das wurde dann später geändert und so den Schwesterschiffen angeglichen.

    Mit herzlichem Gruß, Ulrich

  • Die Pollersockel war nicht geschlossen, nur nach der Umrüstung nicht mehr ganz offen....🙂.


    Und die THEODOR HEUSS hatte nur eine Schleuderscheibe, erst in der Mitte, nach dem Umbau ist diese dann nach Stb. zum Innenfahrstand gewechselt worden. In der Mitte hat sie dann wie auch RUHR-STAHL und H. H. MEIER ein Bulleye zum Öffnen bekommen. Nur die HAMBURG hat bis heute eine eckige Mittelscheibe, die irgendwann zum Öffnen umgerüstet wurde.

  • Die Diskussion um Details von Rettungskreuzern aus den 50-ger Jahren erinnert mich an die ersten internationalen Treffen im DSM in Bremerhaven: Da saßen zu später Stunde im verqualmten Museumscafé 6 alte Männer mit hochroten Köpfen am Tisch und stritten darüber, welcher Vierling bei welchem Einsatz auf welcher Hütte stand. Unter 70-jährigen sei erklärt, dass es sich dabei um Geschütze auf bestimmten Aufbauteilen von Zerstörern der Kriegsmarine gehandelt hat.


    Wenn Ulrich hier schon seine großmaßstäblichen Modelle zeigt, dann tu ich das auch. Die H.H. MEIER ist auch nach dem Schreiber-Bogen der THEODOR HEUSS ca. 1985 gebaut. Sie ist leider nie fertig geworden.


      


    Mit der RUHR-STAHL bin ich bis auf die LC-Teile fertig. Korrigiert habe ich das verlängerte Bugschanzkleid.


      


    Am Ponton ist immer noch Platz !


  • Helmut, ich glaube, du hast uns das falsche Bild eingestellt. So wie ich es sehe, sind die Pollersockel auf dem Bild fachwerkartig.

    Das ist eindeutig die RUHR-STAHL, Henning, wohl mit der ersten Version der Pollersockel.

    Im Bau: MS WILHELM GUSTLOFF, 1:250



    Aufwachen - es ist 5 vor 33...

  • Über die Pollersockel brauchen wir nun wirklicht nicht zu streiten, Helmut. Die sind so klein, dass ich die Öffnungen in 1:250 nicht einmal grafisch darstellen könnte.