Vigilant 1:250 2023 - Britischer Zollkreuzer von Michael Bauer

  • Hallo in die Runde,


    nachdem ich während des Baus der Santa Inés meine handwerklichen Fähigkeiten auch dank Hilfe aus dem Forum weiter verbessern konnte, möchte ich nun erst einmal wieder ein kleineres Modell bauen, ohne dabei Abstriche bei der Detailliertheit der Vorlage machen zu wollen. Ich bin bei der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk diverse Verlage abgeklappert und dabei auf den "Customs Cruiser VIGILANT" von Michael Bauer gestoßen. Bauberichte, die ich im Forum fand, deuten die Komplexität des Bogens an. Außerdem steht auf dem Titelblatt zum Thema Schwierigkeitsgrad `Mittel Schwierig´ :thumbup: . Und ich habe schon den Puffer Starlight gebaut :!: . Also los:


    So ein kleines Ding ist ja schnell seziert


    Bei einigen Fotos konnte ich nicht auf das Centstück verzichten, obwohl ja jeder im Forum weiß wie detailliert Michael konstruiert. Die gedoppelten Spanten++ passten hervorragend zusammen und ergaben ein stabiles Gerüst für das Deck und die Bordwände. und schwupps:      

    Der Bug und das Heck passten sehr gut


    Eine prima Idee ist der schräge Schnitt an den Scheuerleisten und diesen dann `golden´einzufärben. Das gibt ein schönes Bild für diesen Rumpf. Außerdem verdeckt die Scheuerleiste hervorragend die Klebenaht zwischen Bordwand, Deck und Schanzkleid. - Übrigens: die Baubeschreibung des Bogens ist sehr üppig und mit Bildern und Text hervorragend gelungen. Chapeaux!


    Hier ist nix schief geklebt, sondern beim schräg schneiden ist die Klinge etwas abgerutscht. Das ließ sich mit meinen Mitteln nicht mehr korrigieren.


    Ich habe bei diesem Modell erstmals seit langen die verglasten Öffnungen nicht ausgeschnitten. Für die Minibullaugen in der Bordwand fehlt mir die passende Stanze und die Fenster der Aufbauten sind seitens des Drucks bereits mit einer schönen Farbtiefe versehen.


    Das Heck ist fast perfeckt. Die Blitzer konnten meinem Kantenfärbedrang nicht lange standhalten.


    Die Schanzkleidstützen habe ich mittels "Schanzkleidnegativ" (links auf dem Foto) aus Ätzsatztakelage der Santa Inés geschnitten.


    Im Detail sieht es ganz hervorragend aus. Auch mal besonders hervorzuheben: die Markierungen für die Stützen, Takelage, Davits etc. sind akribisch(?) aufgedruckt und(!) auf den Skizzen in der Baubeschreibung noch einmal zugeordnet! Der Gräting des Ruderquadranten wurde liebevoll gelöchert.


    Der Bogen gibt so einiges her. Z.B. lassen sich die Kassetten der Aufbauten wunderbar herausarbeiten, weil dies vom Kostrukteur bereits vorgesehen ist. :thumbup: Ich könnte mit meinem fehlenden Scanner und Tintenstrahdrucker dies nicht selbst herstellen.


    Für den Schornsteisockel blieb nicht ausreichend Platz. Es bestand gefahr, dass sich dies nach hinten fortpflanzt. Da ich mich nicht traute das Kartenhaus noch einmal zu entfernen, habe ich den Maschinenraumaufbau vorn gekürzt. Sieht man fast gar nicht.


    Nun muss doch der Eurocent mal her: Dampfrohr und Pfeife. Uh lala. Nachdem es dann eingebaut war, sieht es nun klasse aus.


    Hier ein kleiner Überblick zum bisherigen Stand. Schnittig. :thumbsup:


    Dies ist nun erstmal der Zwischenstand. Ich hoffe Ihr hattet Spaß beim Betrachten und lesen.


    Gruß aus Hannover, Dirk

    Dreemol afsneeden und - jümmers noch to kort

  • Moin in die Runde,


    Danke für die Daumen und das gefällige Betrachten meines kleinen Berichts. Zum Thema `schnittig´ möchte ich gerne noch das folgende Foto nachreichen.


    Sehr gut zu sehen: das schöne Heck und die typische Neigung des Schornsteins. Dazu später noch einen Satz


               
    Mein erster selbstgebauter Aufgang - hier zum Brückendeck.


    Die `Möblierung´der Vigilant (Bedeutet übrigens Aufmerksamkeit) schreitet langsam fort. Ich stoße bei diesem Detaillierungsgrad an meine Grenzen, merke aber, dass - wenn ich mir genügend Zeit lasse - die Ergebnisse immer besser werden. Der Kompass ist etwas merkwürdig geworden ;) . Übrigens helfen die Skizzen im Baubericht sehr gut weiter. Bloß: immer vorher anschauen und nicht denken, alles ginge von alleine.


    Das Gräting habe ich dem Druck folgend in regelmäßigen Reihen genadelt.


    Nach achtern gerichtet ist eine Sitzbank mit Windschutz vorgesehen. Muss eine schöne Zeit gewesen sein, auf dem Schiff Dienst getan zu haben. Die Armlehnen waren in der Realität sicher besser gefertigt als bei mir ;)


    Der Bogen enthält - bei mir `enthielt´- zwei Schablonen für die Fadenreling des Brückendecks und einige Taljen für die Rettungsboote und die Ankerkräne (Teile Nr 75).


    Hier die halbfertigen Taljen die rückseitig noch mit den zweiten Teilen der Blöcke versehen werden müssen.


    Weil die Schablonen sehr genau sind (waren), wurde dies meine beste Fadenreling bisher. Auch die Taljen passen gut an die entsprechenden Stellen. Meine bisherigen - mit 1 mm gestanztem schwarzen Karton gefertigt - wären bei der Vigilant deutlich zu grob, auch weil ich mit sehr dünnem Takelgarn gearbeitet habe: Ultra Threat 70


    ;( Das sollten eigentlich die Lager für die Rettungsboote werden - doch wenn ein Schnitt daneben geht :(


    Nach dem oben abgebildetem Disaster habe ich die Lager aus Draht gebogen. Ich habe ihn wohl ein wenig zu dünn gewählt. Die Davits habe ich direkt aus Draht gebogen. Ich habe einen Davit aus dem gedoppelten Karton ausgestanzt und den Draht in dieser `Form´gebogen. Das Ergebnis scheint mir passabel. Der Durchmesser des Drahtes ist besser gewählt und macht richtig was her. Ich muss an der Wahl meiner "Ersatzmaterialien" noch etwas feilen.


    Die nächsten drei Fotos zeigen den Status vor Aufstellung der Masten und der Takelung


    Ankerwinde, -kräne und -ketten. Ich habe die Ketten von der Klüse zum Ankerschaft ergänzt. Ich frage mich, ob das richtig ist, dass ich die so über das Schanzkleid gehängt habe.


    Michael Bauer hat mich in der Bauanleitung der `Groden´, Lotsenschoner 4Elbe, auf eine elegante Methode zur Fertigung einer Ankerkette gebracht:

    Dünnen Kupferdraht eng verdrillen, mit einem leichten Hammer platt klopfen, schwarz anpönen und montieren.

    Meine nächsten Modelle werden so ausgestattet werden. (Die Lösung, die Manfred kürzlich präsentiert hat :thumbsup: - selbst schnitzen aus einer Bleistiftmine - werde ich nicht verfolgen :cool: )


    Brückendeck - mit Ablagebrett für die Seekarte, Dampfpfeife, Lüfter, Ofenrohr :thumbup:


    Die Rettungsboote auf dem etwas schwindsüchtigen Lager und die wohlgeformten Davits mit Taljen.


    Bei den Giertauen bin ich dem Takelvorschlag des Bogens gefolgt, frage mich aber, ob diese Anordnung dem Praxistest standhalten würde.


    So, nun muss die Vigilant zum Takelkran, um die sehr schlanken und hohen Masten zu stellen und zu takeln....


    Gruß aus Hannover, Dirk

    Dreemol afsneeden und - jümmers noch to kort

  • Hallo Dirk,


    prima Fortschritte und gekonnt ins Bild gesetzt.


    Deine Fremdmaterialien sind m.E. gut gewählt, die Davids wirken rund einfach viel besser. Hut ab vor Deiner Geduldsarbeit bei den Grätings achtern !


    Den Namen würde ich sogar mit "Wachsam" übersetzen, das Wort kommt ja aus dem Lateinischen (Vigiles = Wachen).


    VG


    Zaphod

  • Moin Zaphod,


    Du hast Recht :thumbsup: Wachsam ist richtig - in diesem Sinne: danke für Deinen Kommentar :D


    Gruß aus Hannover, Dirk

    Dreemol afsneeden und - jümmers noch to kort

  • Moin in die Runde,

    @Jochen: danke für DeinLob.

    Und allen Daumen sei auch herzlich gedankt. Es ist ein gutes Gefühl, wenn andere dem Bauberichtfolgen.


    Nun wollte ich eigentlich einige Phasen wärend des Takelns beschreiben und fotografisch ans Publikum bringen. Ich hatte zwei Hände bzw. deren Fingespitzen voll Leim, der Faden blieb regelmäßig an der Pinzette und nicht am Schiff kleben und ich war viel zu angespannt um ans Fotografieren zu denken.


    Aber, die Vigilant hat alle Handgriffe gut über standen und mein "Abbildung Ähnlich"-Foto zeigt, dass es sogar zufriedenstellend geworden ist:


                              

    Ein bisschen vergrößern - hier noch etwas besser.


    Die Masten habe ich aus dem Bogen gebaut und nicht mit Draht o.ä. verstärkt. Ich bin immer ganz erleichtert, wenn ich meine mir selbst gesteckte Aufgabe auch tatsächlich geschafft habe.


    Ich habe bisher fast ausschließlich mit Nähgarn aus Baumwolle (Planetengarn 50 ;) ) getakelt; grau, damit es nicht so dominant wirkt. Bei dem für die Vigilant gewähltem, dünnen Garn Ultra Threat 70 musste ich mich darauf einstellen, dass der (Perlon?)Faden keinen Leim aufnimmt und dadurch die Haftung erst spät nach dem Trocknen eintrat. Das hat alles etwas langwieriger gemacht, aber das Ergebnis führte zu einem schönen Modell.


    Ich habe mich immer noch nicht an den Sekundenkleber herangewagt, weil ich mich noch nicht schlau gemacht habe, wie ich den händeln kann bzw. muss. Mein Sortiment von "dünnflüssig" (läuft in alle Richtungen) bis "gel" (kommt nicht aus der besch.... Dosierflasche[zu hart zum feinen Dosieren]) hat mich bisher immer zur Verzweiflung gebracht. Darum verwende ich ihn, den Sekundenkleber noch nicht. Für mein nächstes Modell werde ich ein Recherche starten. Schaun ma mal.


    Hier ein Komplettbild. Die übrigen Bilder werde ich in der Galerie zeigen.


    ;) Aber ein Rätsel bleibt: Ankerlicht und beide Anker noch an Deck. ;) Ich wollte die eine Kette ins `Wasser´hängen; das wäre aber schade um den mühevoll ausgestanzen Anker gewesen, der in der trüben Brühe der Themsemündung unsichtbar hätte bleiben müssen :thumbup:


    Zusammenfassend möchte ich Michael Bauer für seine detailreche Konstruktion danken. Sie hat mich in meiner "Karriere" voran gebracht. Eine tolle Baubeschreibung, die auch noch reichlich mit 3D-Skizzen bereichert ist, macht das Bauen zum Vergnügen.


    Wer möchte schaut sich die Bilder in der Galerie an. Es lohnt sich, ich schaue mein Modell täglich in meinem Diorama an:


    Zoll kontrolliert Gowerian


    Gruß aus Hannover, Dirk

    Dreemol afsneeden und - jümmers noch to kort

  • DiHau

    Added the Label Completed
  • Moin, moin Dirk,


    den Zollkreuzer hast du gut hinbekommen :thumbup: ! Da steckt schon eine enorme Fingerfertigkeit drin......Geduld und Ruhe sind gefordert.


    Das Sekundenkleber-Gel (Pattex) greife ich von der Spitze des Dosierfläschchens (die Dosierpumpe mit viel Gefühl handhaben) immer mit einer Zirkelspitze (etc.) ab und platziere den Klebstoff damit. Fadenende hinein.....ggf. mit der Schneide einer alten Skalpellklinge ganz kurz andrücken. Die extrem dünne Schneide klebt dabei (meistens ^^ ) nicht fest, solange der Klebstoff noch nicht angezogen hat. Wenn fest, das andere Fadenende platzieren, wobei ich den Faden etwas länger lasse und nach dem Trocknen des zweiten Part abschneide (entspr. kleine Schere oder auch scharfes Skalpell) oder dann weiterführe. Das Garn ist ja zumeist beim Runden um Laufrollen (Kräne etc.) sehr widerspenstig......deshalb setze ich in beide Richtungen an der Laufrolle neu an.


    Gruß von der Ostsee

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Moin HaJo


    Danke für Deine positive Beurteilung. Ich danke Dir auch für die Tipps bzgl Sekundenkleber. Ich sammle jetzt ein wenig und dann werde ich es sicher auch angehen.


    gruß aus Hannover, Dirk

    Dreemol afsneeden und - jümmers noch to kort