Baubericht über Schlepper Zwarte Zee vom scaldismodelclub.nl, jsc-Verlag, Maßstab 1:250

  • Nun ein neues Schleppermodel: Die Zwarte Zee der Reederei L. Smit & Co Internationale Sleepdienst Maatschappij. Es gibt eine deutsche Bauanleitung, die von einigen Bildern unterstützt wird. Der Karton ist 0,3mm stark, also um die Hälfte schwerer und fester, als man es gewohnt ist. Es hat aber den Vorteil ein stabiles Model zu erhalten. Auch gibt es keine Abdrücke der Spanten beim Anbau der Bordwände. Ich habe mir zusätzlich die Lasercutsätze für das Spantengerüst und die übrige Schiffsausrüstung bestellt. Das Spantengerüst läßt sich so auf einfachste Weise zusammenbauen, ist stabil und passgenau. Das Spantengerüst habe ich mit Ankerbausteinen zum Aushärten beschwert. Es folgt das achterliche Deck. Wieder beschwert. Vor dem Anbau des Bachdecks mußt du die Wand Bt 42 mit Bt 43 - 45 anbauen. Ich arbeite wieder ohne Laschen. Stattdessen habe ich die Decks kopiert, und die Konturen der Decksaufbauten auf Karton verdoppelt. Sie werden dann an die entsprechenden Stellen geklebt, um den Decksaufbauten gleich die richtige Position zu geben. Ein Verfahren, das sich bei mir bewährt und eingebürgert hat.

    Anbau der Schiffswände: Auf die Benutzung von Seidenpapier habe ich verzichtet. Die Speigatten habe ich ausgeschnitten, wobei merkwürdigerweise unter dem Backdeck noch 2 Speigatten vorhanden sind, aus denen aber nie Seewasser ablaufen könnte(?). Diese habe ich geschlossen gelassen. Ich habe jetzt zuerst das achterliche Schanzkleid innen und außen zusammengefügt, und es dann an den vorderen Bootswandteil geklebt. Dies ist notwendig, weil du das innere Schanzkleid wegen des überstehenden Backdecks, später nicht mehr ohne Fummelarbeit vernünftig ankleben könntest. Du klebst jetzt das vordere Bootswandteil stumpf an den Steven, dann an das Backdeck, die Bodenplatte und die Spanten. Das Schanzkleid wird noch nicht angeklebt. Der Anbau der vorderen Bordwände geht recht einfach vonstatten. Die achterliche Bordwand hat eine Reserve in der Länge. Die wird nicht abgeschnitten! Bei mir passte die StB-Seite perfekt. Auf Bb habe ich ein Stück gekürzt, um es einzupassen. Das war aber ein Fehler! Besser man nimmt die Kontur der Längsspante aus der Bordwand heraus, weil sich sonst nämlich Bb und Stb- Seiten nicht schließen. Achtern wird ja der Deckel, Bt 91, aufgeklebt. Hier muß in dem gesamten Umfeld sehr genau gearbeitet werden, weil kein mm übrig ist. Ich habe dort ein wenig nacharbeiten müssen, was ich anschließend mit einer Bemalung dieser Partie auszugleichen versucht habe. Das vordere Schanzkleid habe ich genau in der Mitte geteilt, und dann Bb und Stb getrennt voneinander, am Steven beginnend, auf das Deck geklebt. Es ergibt sich insgesamt von den Bordwänden und dem Schanzkleid ein gutes Bild. Nach dem Anbringen einiger Dekorationsteile an Bug und Heck, kamen die Maler und haben die Wasserlinie ausgebessert.

    Nun geht es wieder in die Werft. Bis zur nächsten Meldung dauert es ein wenig.

    Grüße von Volker

  • Hallo Volker,


  • Nun geht es weiter! Euch wünsch ich aber zuerst einmal eine gemütliche Adventszeit.

    Ich habe mich nun, entgegen aller Nummerierungen dazu entschlossen zuerst die Ausrüstung des Hauptdecks fertig zu stellen. Es hat sich hierbei heraus gestellt, dass die hier vorhandene Kartonstärke von 0,3 mm hinderlich ist bei der Herstellung der Kleinteile! Die Formung von Röhren im DM von1 mm ist fast gar nicht möglich. Ich habe diese Röhren aus Zigarettenpapier hergestellt, und anschließend eingefärbt. Es lohnt sich bei diesem Model einen großen Vorrat an hellgrauer Farbe anzulegen, da die Lasercut-Teile alle ungefärbt sind(man könnte es als einen Mangel bezeichnen). Man braucht diesen Farbton ständig und ausschließlich, da das ganze Schiff grau angestrichen ist. Zu den Lasercut-Teile ist noch anzumerken, dass sie viel zu weich sind. Ein schwieriges Handling ergibt sich daraus. Meine Empfehlung: vor der Verarbeitung mit Einlaßgrund(kommt aus der Holzbearbeitung) einstreichen. Das macht die Sache härter. Die Stützen der beiden Wasserbombenträger zwischen Bt 163 - 165 und 158 - 161habe ich aus 1mm dickem Draht gefertigt, dem ich einen schrägen Fuß verpasst habe, damit er schief steht. Bei den Lichtluken am Bt 165 muß man etwas rätseln wie die zusammengesetzt werden sollen, aber nach langer Rätselzeit kommt einem die Erleuchtung.

    Ein kleiner Nachtrag zum vorherigen Beitrag: Bei der Wand, Bt 41, hat man die Alternative, die Tür für die Schlepptrossen zu öffnen oder auch nicht.

    Auf dem Bauplan, der eine Seitenansicht und eine Draufsicht des Schiffes zeigt, gibt es m E bis jetzt 2 Ungereimtheiten: Draufsicht, Bt 93 muß 99 heißen und die Abdeckung des Schanzkleides auf der Back heißt 103 und nicht 204. So, das wäre es erst einmal wieder. Nun heißt es warten.

  • Moin Volker,

    gibt es bei dem Problem Kartonstärke auch die Möglichkeit Schichten voneinander zu trennen. Beim Karton vom Passat-Verlag hat sich die Methode bewehrt. Aber vielleicht sollte ich auch mal Zigarettenpapier besorgen und das mal ausprobieren.

    Für den Grauton: verwendest Du einen Tuschkasten?

    Die Fotos vom Hauptdeck geben einen schönen Ausblick auf das fertige Schiff. Sauber! ich bin gespannt und hab das Thema mal abonniert


    Lieber Gruß aus Hannover, Dirk

    Dreemol afsneeden und - jümmers noch to kort

  • An Klebbär: Es freut mich zu wissen, das du auch ohne Lasche arbeitest.

    Zuerst einmal die Antwort an Dirk: 1. Die Schichten lösen sich beim Aufdrehen, -wickeln manchmal selbstständig ab. Das ist dann hilfreich, und die verbleibende Kartonstärke ist ausreichend zur Konstruktion. 2. Den passenden Grauton habe ich aus Acrylfarbe Grau und Weiß gemischt und bewahre diese Mischung in einem 30g Schraubglas auf.

    So, nun geht es weiter mit den Aufbauten: Unter das Deck(Bt 106 + 107) habe ich die Kontur der Aufbauten 104 + 105 zum besseren Einpassen des Decks an das Aufbauteil geklebt. Du mußt aber darauf achten diese Kontur im Umfang um die Kartonstärke kleiner zu schneiden. Aus dem Aufbauteil Nr. 105 musste ich i. d. L. 1mm herausnehmen, damit es passt. Das habe ich am Ende gemacht, wo das Podest für die Kanone angebracht wird. Das mag bei anderen Kartonbauern aber durchaus anders sein.

    Das Steuer(Ruder-)haus(Bt 115) mit seinen vielen Fenstern gehört zur zivilen Ausstattung des Schleppers. Nur wenn du das Schiff zivil bauen willst, ist es sinnvoll, die Fensterflächen durch Transparentpapier zu ersetzen(ansonsten nur die hinteren 4 Fenster). Dann brauchst du auch die Kanonen und die Wasserbomben nicht zu bauen, und das ist eine kleine Alternative für den Schlepper. Das Ruderhaus wird nämlich später von einer Splitterschutzhülle umgeben, und du siehst von den Fenstern nichts mehr(Foto). Ebenso kannst du dann auf das Gerüst für die Persening verzichten: die passt dann nämlich nicht mehr. Ich habe mich entschieden die Splitterschutzhülle der Länge nach zu teilen, sodass man beide Möglichkeiten sehen kann.

    Bei den Lasercutteilen muß man wissen, dass sie nicht eingefärbt sind. Bei den Maschinentelegrafen und den Lüftungsklappen ist es kaum möglich, die Farbgebung selber nachzuholen. Deswegen habe ich sie aus dem Bogen ausgeschnitten. Bei den Lüftungsklappen bin ich nicht der komplizierten Bauweise des Bogen gefolgt, sondern habe die Fenster ausgeschnitten, den Innenraum schwarz gefärbt und dann die Lüftungsklappen nach Wunsch offen oder geschlossen angebracht(Foto).

    Als Verbesserung an den Aufbauten, habe ich unter den Türen Trittstufen angebracht, damit das Eintreten in die Aufbauten erleichtert wird.

    Noch etwas zu der Farbechtheit des Bogens: Wasch dir deine Hände, bevor du den Karton rollst oder an der Oberfläche reiben möchtest. Du reibst die Farbe ab, oder beschmutzt sie. Das wäre ja suboptimal. Auch ist die Verwendung von Aceton zum Kleberlösen nur mit einer Verfärbung des Drucks möglich. Siehe die Fläche des Peildecks. Ich musste das Geländer noch mal abnehmen, um es richtig anzubauen(Aceton) nun behaupte ich, ich habe den Schlepper altern lassen.

    Viel Zeit muss ich verwenden um zu wissen wo die Bauteile hingehören, und wo sie auf dem Bogen zu finden sind. Es ist schon etwas aufwändiger ein Modell ohne ausführliche Bauzeichnungen zu erstellen. Aber der Passat-Verlag sagt ja beispielsweise, dass sind dann Modelle für Fortgeschrittene. Dann schreiten wir also fort in die Kartonwerft. Bis zum Nächsten Mal. Gruß Volker

  • Nun kommt die Ankerwinde! Man glaubt es kaum, aber wieder einmal ist die fertiggestellte Winde um 0,6 mm breiter als das dazugehörige Podest. Ich habe es bei ungefähr 20 Schiffen noch nicht einmal erlebt, das die beiden Dinge perfekt zusammen passen. Was haben sich die Konstrukteure dabei nur gedacht? Nun, sei es wie es ist. Dank einer guten Bauzeichnung mit übersichtlicher Nummerierung, ist doch eine annehmbare Ankerwinde entstanden. Die erforderlichen Wellen habe ich aus 0,5mm starkem Messingdraht hergestellt. Die durch abkneifen entstandenen Spitzen habe ich mit dem Dremel geglättet.

    Die Back- und Steuerbordlichter habe ich meine kleinen Enkel anfertigen lassen. Meine Finger sind dafür viel zu dick. Der Lüfter vervollständigt das Bild auf der Back. Bis auf den Mast ist dort nun alles fertig!

    Jetzt soll es an die Rettungsboote gehen. Die entsprechenden Teile habe ich schon mal zurecht gelegt. Zuerst dachte ich, Bt 213 sind Raketen(Kriegsschiff); aber nein, dass sind die Davits, und der dünne Strich an der Seite bezeichnet den Biegungsgrad für die Davits. Das muss man erst einmal realisieren.

    Beste Klebegrüße von Volker

    Ich dachte, so seien die Handläufe richtig angebaut. Aber es ist falsch. Alle vorhandenen Handläufe gehören an die Niedergänge zum Steuerhausdeck. Die Handläufe für den Niedergang zum Peildeck sind an dem dazu gehörigen Geländer angebracht. Ich finde so sieht es aber auch gut aus.

    Bereitstellung Rettungsboote!