Tupolew TU-104 Li-Wilhemshavener M 1:50

  • Liebe Modellbaufreunde,


    dieser Tage habe ich bei mir einen Kellerfund gemacht: 4 Bogen DIN A2 des russischen Düsenverkehrsflugzeug TU-104. Leider fehlt die Bauanleitung und ich konnte somit die Auflagenstärke nicht einordnen.

    Erstmals erschienen ist sie im Lehrmittelinstitut 11/56. Da mein Exemplar noch keine Bestellnummer im Titelkasten hat gehe ich mal von 1959-1961 aus.

    Wie ihr ja in meinem Avatar sehen könnt, bin ich auch ein Fan der Flugzeugfraktion aber nur im Maßstab 1:50 :thumbup:


    Mich reizt dieses Modell aus 2 Gründen: Ich habe noch nie eine TU 104 als Modell in diesem Maßstab gebaut gesehen - weder auf Messen noch in den diversen Foren - auch hier nicht.


    Der 2. Grund ist die Passgenauigkeit des Modells. Allein das Mittelteil des Rumpfes ist länger als ein DIN A 3 Bogen lang ist und somit ist meine Verwunderung sehr groß als ich den Nachdruck vom Möwe-Verlag mir anschaute und ich gesehen habe, dass der Mittelteil vom Rumpf auf einen DIN A3 Bogen passte. Warscheinlich hat man dort ein Maßstabswunder vollbracht als die TU-104 als Möwe Modell erschien. ?(


    Der Konstrukteur scheint derselbe zu sein, der Seinerzeit die Gannet und die Hustler konstruiert hat.


    Nun ein paar Bilder der 4 Bogen.


    Das Nächstemal schreibe ich dann etwas zu den Daten des Vorbildes und des Modelles


    Gruß Werner



           

  • Hallo Werner,sehr interessant! Die TU-104 gabs auch als Kranich-Modell in 1:50 in Metallfolie.Habe ich auch in meinem Fundus und werde ich sicher auch mal bauen....


    Viele Grüsse!

    Steffen

  • Moin Werner,

    dieser Bogen befindet sich auch in meiner LI-Sammlung. Deine Anmerkung mit dem Möwe-Modell finde ich interessant. Die scheinen es mit Dem Maßstab nicht ganz so eng zu sehen. Diese Erfahrung habe ich mit der Otto Hahn gemacht.

    Gruß

    Jochen

  • Werner in der Fliegerfraktion - welch eine Seltenheit. Ich hatte die Tu mal gebaut - war wohl in 61 oder 62 des letzten Jahrtausends. War ein Riese. Wo das Ding verblieb weiss ich nicht mehr.


    Günter

    Auf der Werft: WFS Planet; n.n.-Schiffsmodell in 1:250


    Meine letzten Modelle:

    Z 51; Sven Johannsen, U-Boot W. Bauer; Fregatte Lübeck; LUB Natter; Nordstjernen;
    HANSEATIC; U 2540; Vorpostenboot V 1102; BuPo Bayreuth; S.M.S. Frankfurt; Munitionstransporter Westerwald; FD Nürnberg; Fregatte Baden-Württemberg, MiSuBo Paderborn und Passau, F 213 Scharnhorst, ZKrz Helgoland, S.M.S Nassau, F216 Scheer, MS Wappen von Hamburg, S 13, S 100, P 6059 Jaguar,

    KWdGr mit UWS, Tender A 63 Main, S72 Puma

  • Hallo Werner,


    die Tu-104 habe ich 1981 in einem kleine Schreibwarengeschäft in Bad Reichenhall gefunden - ein Adrenalinschub pur. :D

    Auch hier hat die Bauanleitung leider gefehlt, aber das war kein Problem, das Modell ist im Aufbau so klar, dass es auch ohne geht.

    Quote

    Der 2. Grund ist die Passgenauigkeit des Modells. Allein das Mittelteil des Rumpfes ist länger als ein DIN A 3 Bogen lang ist

    Das Mittelteil war allerdings anstrengend, weil man mit der Hand bei der Verbindunglasche nicht dagegen drücken konnte. Ich glaube, ich habe damals dann einen Besenstiel genommen - wie gesagt, echte Schwerarbeit. Die nächste Herausforderung waren dann die Spanten, die auf einen Zylinder aufgesteckt und dann am Stück eingeschoben werden. Aber zuletzt hat es geklappt.


    Das Modell ist schön groß und auch schön. Ich wünsche Dir viel Spass beim Bauen und freue mich auf einen Baubericht.


    Servus, Woody

  • Hallo Werner,

    entschuldige, wenn ich mich einmische.

    Die Tupolev ist seinerzeit von Heinz Baer konstruiert worden, Erscheinungsdatum: November 1956.

    Heinz Baer hat insgesamt 39 Modelle konstruiert, in der Tat auch Gannet und Hustler.

    Außerdem hat er die VW-Bullis, IL 28, Cutlass, Crusader,..., von 1956 bis 1960 gezeichnet, Kontrollbauer: G.Neubert. Phantom, Viggen, Mirage folgten dann in den Jahren 1969 und 1970.


    Schön, dass Du das Modell der Tu 104 baust.

    Viele Grüße

    Klaus

  • Hallo Woody,


    danke für den Tip und auch dafür, dass man die TU 104 auch ohne Bauanleitung hinbekommt. Auf dem Bogen ist ja die Risszeichnung und ja ich hoffe das Mittelstück sauber hinzubekommen.(Besenstiel wird wohl dran glauben :D )


    Danke Klaus für die Info.....habs mir fast gedacht, da in meinen Unterlagen noch ein B? steht. War Heiz Baer nicht mal in BRV vor vielen Jahren oder verwechsle ich den Konstrukteur?


    Gruß Werner...


    demnächst gehts weiter

  • Hallo Werner,

    ja, im ersten Heft des AGK kannten wir (Jürgen Quetting und ich) Heinz Baer noch nicht. Wir haben erst etwas später über seine Ehefrau die Informationen über sein Schaffen erhalten. (Er hatte später bis in die 70er Jahre bei Ford in Köln gearbeitet und war dort für die Planung und Gestaltung von Armaturenbretter verantwortlich. Ich meine auch, dass ich damals in Bremerhaven darüber berichtet hatte.


    Wolfgang Eckhardt war der andere Konstrukteur, der sich um etwa 2002 als der Konstrukteur der "Gorch Fock" geoutet hatte.


    Hier ein kleiner Auszug aus meinem damaligen Vortrag im Jahr 2004:

    " „Die K-Kreuzer haben unsere Werkstudenten gemacht.“ Dies war kurz und knapp die Antwort von Gerhardt Neubert, die ich vor gut 10 Jahren auf meine Fragen erhalten habe, wer in der Zeit von1953 bis 1958 welche Schiffs- und Flugzeugmodelle konstruiert hatte.

    Der Name eines der beiden Konstrukteure wurde von mir mit „W.Eggert“ in die ersten WHV-Listen eingetragen. Neben den K-Kreuzern konnten die „Noratlas“, die „Meerkatze“, „Carl Kämpf“, die „Christina“, der Rumpf der „Forrestal“ den beiden Konstrukteuren zugeordnet werden. Vermutungen, welche Konstruktionen sie sonst noch gemacht haben könnten, hatte ich viele. Es fehlten mir nur die Beweise.

    Der spannendste Moment für mich ereignete sich dann vor zwei Jahren auf unserem 14. Internationalen Kartonmodellbautreffen hier in Bremerhaven. Wie man heute so schön sagt, „outete“ sich Wolfgang Eckhardt als ein Konstrukteur aus den Anfängen des Lehrmittelinstituts Wilhelmshaven.


    Zwei Werkstudenten: Wolfgang Eckhardt und sein Freund Immo Richter – das ist des Rätsels Lösung. "


    Kurz und knapp aus den Anfängen des LI: Heinz Baer für Flugzeuge, Wolfgang Eckhardt/Immo Richter für Schiffe, Gerhardt Neubert für beides!


    Viele Grüße

    Klaus





  • Zuerst mal vielen Dank für die Informationen von Klaus, aber ich habe mir das auch so gedacht.


    Jetzt gehts mal weiter mit der TU 104 und ich möchte noch was zum Vorbild sagen:

    1956 galt das sowietische Großraum-Verkehrs-Flugzeug bei seinem ersten Auftreten in London und Zürich zu einer Sensation.

    Der 38 m lange Riese wurde von der Fachwelt ehrlich bestaunt.

    Das Modell hat 12 Ringe wobei der längste fast 43cm beträgt. Rund um das Modell ist ein roter Zierstreifen. Die Negative V - Stellung der Flächen, die durch einen zugespitzten stabilen Kastenholm gehalten werden, wird durch die Aufteilung der Tragfächen in zwei Teile erreicht. Das Seitenleitwerk ist im Modell fast 12cm hoch .


    Aber genug der Worte es geht los:




    Gruß Werner

  • Bei der TU-104 bin ich jetzt bei Teil 8 angekommen.


    Hier nochmal ein paar Bilder Rumpfringe.




    für das Mittelstück Nr. 8 ist ein umfangreiches Spantengerüst notwendig







    hier nochmal von rechts nach links Bauteil 1-6 im Hintergrund der Spant für Bauteil 8


    Gruß

    Werner

  • Nun habe ich noch ein paar Bilder vom Bauteil 8 und bei den letzten beiden Bilder muß ich an Woody denken, denn ich habe tatsächlich einen Besenstiel genommen um exakt zu runden :thumbsup: oder habt ihr bessere Ideen ?(


    Gruß Werner




          




  • Hallo Werner,


    das Runden geht ja noch, aber warte mal ab, bis Du die Längsnaht verkleben musst. ;)

    Von dem Spass, den es danach macht, den "Spanten-Zylinder-Mega-Klopper" in die Röhre einzuführen, will ich noch gar nicht reden ... :rolleyes:


    Ich drücke Dir die Daumen.


    Servus, Woody

  • ....und weiter gehts...


    ja Woody der Spass kommt noch aber Not macht erfinderisch und so habe ich dieses Teil ganz eng um den Besenstiel gewickelt und über Tag+Nacht stehen lassen.


    Aber seht selbst


          



    Gruß Werner

  • Nun habe ich die Kabelbinder entfernt und heraus kam das:


    :thumbup:


           




    ich denke das passt soweit und ich kann mit den Laschen anfangen:



        




    Gruß Werner

  • Quote

    und so habe ich dieses Teil ganz eng um den Besenstiel gewickelt und über Tag+Nacht stehen lassen.

    Kartonmodell-Bondage mit Kabelbindern ... jetzt wird's wirklich hart! :D


    Servus, Woody

  • Nun hab ich das sehr lange Mittelstück an der Klebenaht gut verbinden können und die Mittellasche hat ganz gut gepasst, naja zum Glück ist sie unten und man wird sie erst sehen wenn der Flieger an der Decke hängt.

    Aber jetzt heißt es ersmal schwitzen und hoffen dass die Spanten passen. Diese Arbeit ist wie das beplanken von Schiffen ;( ;(



    der Anfang ist gemacht



    weiter geht's



    Es ist vollbracht und passt auch noch ...horridoh :D :thumbsup:


    gleich gehts weiter......

  • die nächsten Bilder zeigen dann das komplette Mittelstück - jetzt noch 42 cm lang. Wenn dann die beiden Laschen vorne und hinten eingefügt sind mißt es fast 43 cm


         


    Bei den letzten beiden Bildern habe ich dann die Schraffur ausgeschnitten und man konnte sehen ob dann der Tragflächenholm genau passt und er es passt.


    Gruß Werner

  • ... weiter geht es mit dem Baubericht


    man kann sehen wo mal der Tragflächenholm eingefügt wird und man sieht die untere Naht . Ich wollte aber nicht mit Silberfarbe eingreifen, denn so schlecht sieht das nicht aus



    hier mal die Oberseite des Rumpfes und das gefällt doch ? oder :thumbup:


           



    hier dann das letzte Bild mit dem Auschnitt der Tragfläche .



    Die nächste Arbeit wird sein, vorne und hinten die Klebelaschen einzuleimen und soweit man drankommt das Spantengerüst verkleben.


    Dann Tschüss bis bald


    Werner ^^

  • Hallo Bastelgemeinde und Fliegerenthusiasten,


    der Erste Teil ist geschafft: Ich habe jetzt von Teil 1-14 alle Rumpfteile fertig und somit kann der Rumpf zusammengesteckt werden.


    Ich war immer wieder überrascht wie gut die Teile ineinader passen. So zwischendurch hab ich das immer mal probiert. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Konstrukteur.


    Teil 15 ist die Pilotenkanzel und 16 ist der "Ausguck" nach vorne und unten und dann geht es schon mit den Heckleitwerken weiter.


    Hier noch die Bilder und dann Tschüss für heute


    Werner


         

  • * nachdem ja nun alle Teile des Rumpfes vorbereitet sind wird nun alles zusammengefügt.


    ich werden dann ein Bild einstellen wie das aussehen wird, aber erst bei Tageslicht im Freien.


    Hier nur soviel : 2 Bilder vom Cockpit der TU 104 mit der "verglasten" Frontscheibe ^^


    Scheint aber alles zu passen


       


    Gruß Werner

  • Die Tu-104 ist ein Derivat vom Bomber Tu-16. Hier ein interessanter Bericht zum Entwurf der Tu-104.


    Leimhaftungsgesetz

    (1) Wer Leime oder andere klebende Stoffe oder Bindemittel in Umlauf oder zur Anwendung bringt und sie dabei an seinen Fingern verteilt, der haftet.

    (2) Wer nichthaftenden Leim oder andere nichtklebende Stoffe oder Nichtbindemittel in Umlauf oder zur Anwendung bringt, der kann dafür in Haft genommen werden.

    (3) Der Hersteller von Leim oder anderen klebenden Stoffen oder Bindemitteln haftet für die Haftung.

  • Danke Rene ,


    sehr interessant, vor allem die Vergleiche zu den britischen und amerikanischen Konkurrenten in dieser Zeit


    Gruß Werner

  • * hier nun die Bilder des zusammengesetzten Rumpfes.

    Etwas störend sind die unterschiedlichen Silberfarben, aber das kommt warscheinlich daher, dass beim Abliefern der gedruckten Bogen unterschiedliche Chargen vermischt wurden. Auf den Fotos sind die Unterschiede deutlicher zu sehen als im Originalmodell.


     


    und hier der Rumpf in seiner vollen Pracht:


     



    Gruß Werner

  • * danach habe ich mit dem Höhenleitwerk begonnen und das passte auch ganz gut


     


    Der Spant für das Seitenleitwerk habe ich dann auch gleich mit eingeklebt



    demnächst geht es dann an die Tragflächen, aber das dauert noch ein bißchen.


    Vielen Dank auch an Peter und Karl, die mir mit einen Kopie der Bauanleitung ausgeholfen haben. Ich denke gerade an die beiden Triebwerke, welche doch recht trickreich in die Tragflächen verbaut werden müssen 8o


    Gruß bis bald euer :thumbsup:

    Werner

  • Hallo Freunde,


    bevor ich mit den nächsten Teile fortfahre ,möchte ich euch noch die Bauanleitung vorstellen. Dankenswerter Weise habe ich sie heute in meiner Post vorgefunden.

    Lieber Peter und Karl nochmals besten Dank !!!


    Ihr seht am Titelblatt noch keine Bestellnummer - also noch so richtig alt :cool:


    Das zweite Bild zeigt die Innenseite 2 mit den Originaldaten der TU 104


                 



    bis dann


    Werner :thumbsup:

  • * Kommen wir nun zum Seitenleitwerk.


    wie ihr seht ist das Seitenleitwerk auch angeklebt und es passt ganz gut. Naja vielleicht hätte man es ein bißchen besser machen können, aber mit gefällts und es gibt dem Flieger schon die fertige Heckpartie :thumbup: :thumbup:


    Hier die Bilder:


         



    Gruß Werner

  • * jetzt kommen wir zu einem schwierigen Teil: Nämlich die Tragflächen.


    Hier scheiden sich die Geister, denn es gibt eine polnische und eine deutsche Variante:


    Die polnische Variante habe ich erst viel später kennengelent, als ich die Fluzeugkonstruktionen der polnischen Konstrukteure näher betrachtet habe. Sie verwenden einen mehrfach verstärkten flachen Spant, welcher durch den Rumpf gezogen wird und dann mehrere Profile trägt. Für mich war das völlig neu.


    Denn ich baue seit den 59er/60er Jahre außschließlich Wilhelmshavener Flugzeuge in 1:50 und die haben immer einen sogenannten Kastenspant. Das ist ein feststehender Körper. Um diesen Körper wird dann die Tragfläche "angeschmiegt"; vorn und hinten mit einem Profilstück ausgerichtet und fertig. Damit hatte ich noch nie Probleme.


    Ich bin mal gespannt was für Überraschungen mir die TU 104 in diesem Teil beschert.


    Hier mal 2 Bilder von diesem "Kastenbauteil"


                           



    Gruß Werner

  • Hallo Werner,

    Ich bin mal gespannt was für Überraschungen mir die TU 104 in diesem Teil beschert.

    Klare Antwort: Keine!


    Das ganze Modell hat sich damals sehr gut bauen lassen; auch die Triebwerksaufhängungen waren ziemlich problemlos. Du must beim Kastenholm nur sehr gut aufpassen, dass der sich beim Zusammenbauen nicht verzieht. Das ist mit der negative V-Stellung und der Art der Abwicklung des Holms ein bißchen "tricky", aber machbar.


    Servus, Woody

  • * so langsam nehmen die beiden Tragflächenholme Formen an:


         



    und so sieht dann ein fertig verleimter Holm aus:


    Hier der Linke Tragflächenholm:




    Gruß Werner