Junkers Ju 52 - Mischbauweise

  • Moin zusammen,



    eigentlich ist die "Spirit of St.Louis" schuld, genauer gesagt, der dortige Stern-Zerknalltreibling.


    Bei der Suche nach den Feinheiten dieses Triebwerkes fiel mir ne Schachtel mit der Aufschrift "BMW 132 - Ju 52 mit Teilen" in die Hand.


    Aufräumen hilft, dachte ich, und so machte ich die Schachtel auf und -"oh echt jetzt?".


    Bei einer Tasse Tee beschloss ich, weiterzusuchen, und im Lager dann die Überraschung - es fanden sich reichlich zugeschnittene Teile eines

    lange aufgegebenen Projektes, die Tante Ju in Wellkarton zu bauen. Das ist mir ja einmal gelungen auf der Basis der GELI-Ju, und den Vogel hab ich dann auch nach einer langen Karriere an einen alten Ju-Flieger weitergegeben.

    Später dann hab ichs nochmal angegangen, und Motoren, Räder und viele Kleinteile schon mal neu aufgebaut.


    Übrigens war die GELI-Ju ziemlich gut, der alte Meister Wittrich hat da ordentlich abgeliefert. Inzwischen hab ich die GPM-Ju erworben, und wollte mit Hilfe dieses gigantischen Bogens was Neues machen.


    Das ist dann im Lauf der Zeit liegengeblieben. Rümpfe hab ich gebaut, zwei sind noch besschädigt erhalten, aber inzwischen sind die Ansprüche halt gestiegen.


    Von einem Kollegen bekam ich irgendwann dann eine uralte Vacu-Ju in 1/32 vermacht, die ziemlich rott war, aber bis auf

    kleine Detailfehler das richtige "Muster" des heiligen Wellblechs aufwies.


    Und ebenfalls ruhte dieses Wrack so runde 12 Jahre....


    Also, was tun?

    Lust an dem Gefliege hab ich schon. Das Vacu-Monstrum ist unbrauchbar, die Innereien eine Katastrophe.

    Der uralte Tiefzieh-Kunststoff ist mindestens 20 Jahre alt und spröde, ja regelrecht bröselig.


    Die Kartonbauten sind zu grob, also folgende Idee:


    Warum nicht mal probieren, die fragile Vacu-Haut auf eine Karton-Ju zu ziehen?


    Also mal sehen...


    Gruß

    Hadu

  • Moin zusammen,


    bevor es ans Vermessen und Schneiden geht, steht erst mal die Frage:


    "Was für ne Ju solls denn werden???"


    Gute Frage, bei sovielen Bauten von Junkers und den Lizenznehmern.


    Also mal ein paar Grundbedingungen zusammenfassen:


    - Die Ju muss diese herrlichen tropfenförmigen Radverkleidungen haben!


    Damit fallen fast alle militärischen Versionen und die Schwimmer-Ju weg. Die "Haut" allerdings ist eine g7e mit Frachtklappe.


    - Die Ju darf keine D-AQUI sein!


    Mal abgesehen davon, daß ich die Lufthansa seit der Connie-Pleite und der geizigen Ausmusterung der Parade-Ju aus meinem modellbauerischen Vokabular gestrichen habe, will ich die üblichen Klischee-Vögel nicht bauen.


    -Die Ju soll schwarze Nase und Seitenmotoren haben!


    Damit ist nur ein Teil der zivilen Vögel, frühe WL-Kisten und diverse Nachkriegsmaschinen drin.

    Französische Militärversionen fallen damit auch weg.


    -Die Ju soll das übliche Motorenschema beibehalten!


    Also, das ist interessant. Schwedische Jus waren in der Auswahl, aber die Schweden haben ihre Ju damals regelrecht

    nach Kundenwunsch umbauen lassen.

    Die Seitenmotoren waren ja üblicherweise um 6Grad nach aussen gedreht. Die Schweden wollten sie aber grade in Flugrichtung haben.

    Dazu andere Motoren in voller Naca-Verkleidung mit Verstellprops und Spreizklappen.

    War wirkungsvoll, das machte die Ju um 60 km schneller und sparsamer!

    Aber das macht den Charme des Erscheinungsbildes kaputt.


    Ebenso die anderen Motor-Versionen für Südafrika, die British Airways und die Italiener usw. Nö.


    Blätter... Such... Surf... AHA!


    Folgende Versionen kommen in Frage:


    1. Postflugzeug (jaja, ist DLH) auf der Südamerika-Linie.

    Wie bitte?

    Es gab speziell umgebaute Jus, die von Böblingen aus nach Spanien und von dort aus nach Bathurst in Westafrika, genauer Gambia

    mit Post flogen.

    Die Post wurde dort auf Dornier-Wale umgeladen und mit den Katapultschiffen über den Südatlantik gekarrt.

    Daß der Afrikaflug -teils übers Meer, teils über den Dschungel ein hartes Brot war, braucht man wohl nicht erwähnen.

    Es gab Notlandungen, Abstürze und Verluste, so hats da auch ne Ju 90 zerlegt!


    Bemalung? Ja fein, passt! Die protzigen Namen diverser WK1-Fliegerhelden in dicken Lettern auf der Seite entfallen.

    Die passende Afrika-Ju hatte den liebenswerten Namen "Zephyr" klein an der Nase stehen, die Kennung war D-2526, später dann D-AGAV.

    Eine schöne Arbeitstante.


    2. Eine portugisische Post/Fracht-JU auf der Afrikalinie nach Mozambique.


    In voller schwarz-silberner Schönheit mit Puschen an den Füssen, Frachttür und der sehr schönen Landesfahne auf den Rudern.

    Dazu waren die noch bis in die späten 50er Jahre in Betrieb, liebevoll gepflegt und sehr schick.

    Standen sogar ab und zu in Madrid und Le Bourget.

    Ob das Lizenzbauten waren, weiss ich noch nicht.


    3. Eine südmerikanische Ju


    Hier stehen die Maschinen der brasilianischen Condor, der Chilenen und Argentinier auf dem Zettel.

    Alle waren deutsche Bauten und glänzten im schwarz-silbernen Kleid, es gab welche mit Puschen und sie flogen noch lange

    in die 50er hinein.


    4. Transporter/Bomber der Legion Condor


    Sehr aufwendige und attraktive "Tarn"bemalung in 3 Farben und weithin leuchtenden Kennungen. Dazu Puschen und schwarze Nase.

    Optisch sehr ansprechend, aber dann muss da der Topf unterm Bauch und die Bombenschächte nachgerüstet werden.

    Und ich mag Franco nicht.


    5. Weitere Kandidaten


    Nachrichten-Ju der Luftwaffe mit Pushen, schwarzen Nasen und schwarzer Unterseite.


    Vorkriegs-Ju in dreifarb-Tarnung als Bomber


    Frühe Sanitäts-Ju Westfeldzug


    Finnische Passagier-Ju


    Chinesische Bomber-Ju


    Spanische Passagier-Ju (sehr schön mit breiten rot-gelb-roten Streifen).


    Görings knallrote Ju (siehe Schreiber-Metallfolienmodell) - sieht schön aus, aber Herrn Meiers Kiste? Nö.


    ...och nöö...



    Soweit mal die Überlegungen.


    Gruß

    Hadu

  • Moin zusammen,


    aaaalso,


    die portugiesische Ju hab ich als Farbfoto von 1954 gefunden.


    Nur scheint da der Mittelmotor eine andere Cowling zu haben, ebenso wie die wunderschöne Dänin, die hat dazu auch Dreiblattprops.


    Die ungarische Ju sehe ich nur von der Einstiegsseite, d.h. wie und ob die Frachttüren hatte - keine Ahnung.


    Die Nachrichten-Ju in dreifarb ist schon schwer schick. Der Innenraum vollgestopft mit Funktechnik. Übrigens genauso wie die Übungsmaschinen für BoFu und die Blindfunktrainer, die kurzzeitig in den NL und Russland "aushelfen" mussten.

    Nach Kreta waren ja viele Jus Schrott. Dann die dauernden Einsätze als Luftversorgung. Beim Kessel von Demjansk klappte das sogar, wie es in Stalingrad ausging, ist ja bekannt.


    Die "Böblinger" Post-Jus hatten ähnlich einiger VIP-Vögel eine Frachtluke, die entweder hinter der Luke noch ein Fenster hatte, oder wie die D-AHIT Fenster in der Luke. Immerhin konnte die Ju 3,5 Tonnen schleppen.

    Wobei die abgedeckten mittleren Fenster darauf hinweisen, daß da noch ein zusätzlicher Tank eingebaut wurde, die Strecken im Afrikabetrieb waren ja sehr lang ohne jegliche Infrastruktur.


    Gruß

    Hadu


    P.S. ..so als Gag am Rande. Die zivilen deutschen Jus hatten schon arg schräge Kennungen. Es gab WIRKLICH eine D-ANAL, eine D-ABBA (später auch bei Airberlin) und auch eine D-AHIT (würg) ....

    Vielleicht kommt der Tag, an dem mehr Leute checken, dass Idiotie nicht links oder rechts ist, sondern in erster Linie daher rührt, dass jemand ein Idiot ist! (M. Tegge)




    www.modell-und-geschichte.jimdo.com


    Mitglied der Luft'46-Gang

  • Moin zusammen,


    so, heute war der Tag der Wahrheit, ich hab sozusagen "Maß genommen".


    Als Grundlage nehme ich die sehr gute GPM-Ju in 1/33.


    Die Literatur zur Ju ist reichlich vorhanden, aber nicht wirklich befriedigend.

    Letztendlich hab ich auf die Pläne aus der Reihe "Vom Original zum Modell" genommen, da sich die Bemassungen fein

    ablesen lassen.


    Der Vergleich zur 1/32er Vacu-Ju ist sehr spannend.

    Grob gesagt, die GPM ist in 1/32 bis 1/33, der Vacu ist 1/32, aber einige Punkte stimmen nicht gaz, aber das ist machbar.


    Der Vergleich der Fenster und die -ich staune immernoch- völlig passenden Spanten der GPM machen mir also das Innenleben

    des Rumpfes leicht. Die Genauigkeiten hier sind schon bemerkenswert - die Ju von GELI hab ich auch danebengelegt - passt ebenfalls

    ziemlich gut.


    Die Höhen- und Seitenruder stimmen hier nicht überein, aber passen beim Vacu auch nicht.

    Ich hab vom Seitenruder einen Abguss gemacht, der angepasst jetzt stimmig ist., da beim Vacu die Teile sehr spröde sind.


    Also kann da was draus werden...


    Gruß

    Hadu

  • Moin zusammen,


    mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, oder ne Ju 52 ist ein hartes Brot.


    Zunächst gab es wenige Baufortschritte. Ich habe erst mal den Bereich der Kanzel nach GPM bearbeitet.


    Man sieht ja arg viel durch das schöne Gewächshaus als Kanzeldach, also Fotos vergleichen und feststellen, daß

    die Zivil-Ju schon etwas netter ausgestattet war als die militärische.

    Zumindest hatten die Sitze wenigstens Polster, der Militär-Piloteur saß ja auf dem Fallschirm oder blankem Blech. AUA.


    Teilweise war der Boden auch gewellblecht. Zwischen dem Cockpit und dem Fracht-/Passagierraum war so eine Art doppeltes Schott

    mit einer engen zweiflügligen Tür. Die lass ich schonmal zu.


    Das Navi- und Funkschapp dahinter lag sozusagen in der "Öffentlichkeit".


    Vor dem weiteren Bau steht erst mal die Recherche...


    Welche Jus flogen nach Afrika? Viele.


    Bekannt sind mit "Wind-Namen" (später auf Do-Wale übertragen) eben die


    -Zephyr mit Kennung D-AGAV

    -Mistral mit D-APOK


    Und damit gehts mit den Details los. Welche Version waren das? Eine g3e oder g4e? Eine umgebaute frühe ge?

    Wäre einfach. Es ist bekannt, daß die Afrika/Südamerika-Jus individuell umgestrickt wurden, so

    bekamen sie eine weitere Tür Steuerbords auf Höhe des Hauptholms der Tragfläche.

    Keine Frachtklappe. Oder doch?


    - Auspuff Mittelmotor

    Bei den früheren Jus waren die Auspuffsammler INNEN im Rumpf geführt, und kamen weiter hinten unterm Cockpit wieder raus.

    Doch die Afrika-Jus zeigen offen aussen liegende Rohre, die sogar verlängert waren und über die Fläche zielten.


    -Frachtklappe

    Eigentlich nur ein Feature der Luftwaffe, aber einige Fotos zeigen zivile Jus mit Frachtklappe + Fenster.

    Dazu kommt die Frage nach der Dachladeluke, die bei der einmotrigen Ju ja serienmässig war.


    -Spornrad oder Schleifsporn

    Die frühen Jus hatten einen Schleifsporn, was an sich nicht ungewöhnlich war. Serienmässig kam das doch leisere

    Spornrad ab 1936, aber wurde als Export-/Luxusteil auch früher verbaut oder nachgerüstet.


    -Antenne, Peilrahmen und Windgenerator

    Frühe Jus hatten keinen Peilrahmen, wurde aber für Langstrecke gefordert. Ebenso war der Antennenmast in der Mitte hinter dem

    Cockpit.

    Der Windgenerator kam erst bei der LuWa. Aber bei diversen Zivilen war er auch dran.


    -Fenster

    Bei diesen speziellen Jus waren einige Fenster abgedeckt. Mal an BBord das hinterm Cockpit (um den Navi nicht zu blenden?),

    dann in den Fensterreihen mittig.
    Es gibt zwei Fotos, die zeigen Angestellte, die bei der Betankung auf dem Dach der Ju rumklettern und einen Tankschlauch reinhalten.

    Also muss da ein Zusatztank sitzen, bei den geflogenen Strecken über See und Dschungel absolut nowendig.

    Wohl deshalb waren mittig auch zwei Fenster geschlossen.

    Aber in der Literatur gibts keine Hinweise, ausser bei anderen Typen (Condor z.B.) .


    Boah, wat komplifiziert!


    Gruß

    Hadu

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    Mitglied der Luft'46-Gang

  • Oh schön, eine Dornier-Merkur.


    Nein, kannte ich noch nicht, danke!


    Gruß

    Hadu

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    Mitglied der Luft'46-Gang

  • Moin zusammen,


    naja, ein bisserl hab ich doch gemacht. Die Sitze, die Instrumententafel und ein wenig mehr Cockpit.


    Bei den Sitzen kam das weltberühmte und einzigartige Bonbonpapier von den dunklen Storck-Riesen zum Einsatz.

    Besser kann man gebrauchtes Leder nicht darstellen.


    Bei den Instrumenten hab ich einfach das Ganze komplett von GPM übernommen, gelocht, mit Klarsichtfolie hinterlegt

    und auf das Doppel geklebt.

    Tatsächlich sieht man das Ding nachher kaum, denn -fehlt bei GPM- über das Ganze ist beim Original eine Art Ablage drüber, die als Blendschutz dient.

    Und da die Tafel senkrecht steht, kann man sie beim fertigen Flieger kaum sehen.


    Gruß

    Hadu

  • Moinzusammen,


    tja, das Cockpit wird so langsam.


    Irgendwie nett finde ich das Kopfweh-Kissen am Durchgang zur Kabine. Dabei ist es schwierig, hier Anhand

    von Originalfotos Vergleichsmaterial zu finden.

    Es gibt auch einige Darstellungen mit einem kleinen Behälter oder Tank noch drüber, aber hier finde ich keinerlei

    Material.


    Eigentlich ist es erschreckend, daß es bei so einem völlig präsenten und tausendfach abgelichteten Muster so wenig

    vom Innenleben gibt.


    Ich fand allein von der Instrumententafel 8 verschiedene Ausführungen, weder bei Farbe noch Ausstattung ist hier

    irgendwas "Serienmässig", dazu hat jeder Nutzer wohl noch selbst rumgebaut.

    Daher bleibe ich hier bei der halbwegs nachvollziehbaren Grundausstattung. GPM hat da wirklich gut recherchiert.


    Aber jetzt zu den ersten Stellproben. Die Kiste wird immer mehr "kartonhaltig"...und es passt wirklich gut zusammen.


    Gruß

    Hadu

  • Moin zusammen,


    wer kennt sie? Townend-Ring oder NACA-Haube?


    Bei den Sternmotor-Zerknalltreiblingen erfolgt die Kühlung zumeist dadurch, daß die Zylinder frei im Luftstrom umfächelt werden.

    Dazu dienen auch diese feinen Kühlrippen an den Gehäusen. Gummikuh-Fahrer wissen, um was es geht.


    Die Ju (und viele andere Flieger der Epoche) haben den Pratt&Whitney Hornet-Motor, sehr zuverlässig und langlebig benutzt.

    Dieser Motor wurde weltweit in Lizenz in grosser Zahl nachgebaut.

    Der Lizenzbau hiess dann in Deutschland BMW 132, und war auf metrische Masse und Werkzeug umgeändert, "metrisiert" nannte man das.


    Die im Fahrtwind liegenden Zylinder wurden zwar gekühlt, aber bildeten auch ein gewaltiges Hindernis und erhöhten den Luftwiderstand immens!

    Als noch heute geniale Lösung wurden zwei Variationen eines Rings um die Zylinder gefunden. Der schmale und unkomplizierte Townend-Ring fand seinen Platz am Mittelmotor, die Seitenmotoren bekamen die NACA-Haube, die den Motor ganz umschloss. Bei der Ju blieb der nach hinten offen (bei anderen Maschinen gabs regelbare Spaltklappen).

    Diese damals revolutionären Neuheiten brachten bis zu 20% Spritersparnis, bzw. Geschwindigkeitszuwachs!


    "Ich hab da mal was vorbereitet!"


    ...na, bekannt, oder? Beim Vacu-Modell waren die Motoren als Weissmetallgüsse dabei, aber waren doch grobe Klötze. Also habe ich die schon vor Jahren neugemacht, und eingelagert. Das kommt mir jetzt zu nutze, und ich hab die Motoren nochmal aufgewertet und

    entsprechend bearbeitet.


    Als Antrieb habe ich schwere Mabuchi-Motoren ausgesucht, denn die Propeller sind sehr schwer - ebenfalls aus Weissmetall.


    Die Props sind auch eine Besonderheit der Ju, denn die inneren Enden der Props sind steiler und verbreiteter, um den Zylindern kraftvoll Kühlung zuzufächeln.

    Jetzt noch verkabeln und in die neugemachten Ringe setzen.


    Die Räder noch...


    Es gab zweierlei Pneus auf der Ju. Die einen waren normal schmale Conti-Reifen mit Längsprofil für befestigte Plätze, die anderen Ballonreifen ohne Profil für Gras- und Sandpisten. Letztere wurden es natürlich.

    Die Felgen waren mit Blechscheiben als Staubschutz verkleidet.

    Die schönen Stromlinienhauben kommen noch.


    Das Spornrad löste schnell den bei kleineren Maschinen üblichen Schleifsporn -ab 36 serienmässig- ab, doch der wurde von den meisten Kunden gleich abbestellt und Spornrad gewählt.



    Gruß

    Hadu

  • Der Lizenzbau hiess dann in Deutschland BMW 132, und war auf metrische Masse und Werkzeug umgeändert, "metrisiert" nannte man das.

    Hadu, Dein Detailwissen ist enorm.


    Da wird aus einem Ami-Motor ein bayrischer Sternmotor-Neuntopf-Zerknalltreibling.


    LG

    René


    Leimhaftungsgesetz

    (1) Wer Leime oder andere klebende Stoffe oder Bindemittel in Umlauf oder zur Anwendung bringt und sie dabei an seinen Fingern verteilt, der haftet.

    (2) Wer nichthaftenden Leim oder andere nichtklebende Stoffe oder Nichtbindemittel in Umlauf oder zur Anwendung bringt, der kann dafür in Haft genommen werden.

    (3) Der Hersteller von Leim oder anderen klebenden Stoffen oder Bindemitteln haftet für die Haftung.

  • Moin zusammen,


    ja René, ich finde es herrlich, für ein Modell ordentlich zu recherchieren.


    Selbst, wenns hinterher ein fiktives Vorbild hat, sollte das Objekt selbst stimmen. Das macht einfach Freude, und

    macht den Bau selbst viel netter.


    So bin ich inzwischen bei der Ju immer mehr am Zweifeln, obs eine deutsche Afrika-Ju werden KANN, denn zuviel Umbau an der

    Aussenhaut deutet sich an.

    Da jede Kleinigkeit auf der silbernen Haut sichtbar ist, glaube ich nicht, daß ich das ohne "Narben" schaffe.


    Also kommt die portugiesische Afrika-Ju weiter oben auf die Liste.

    Hier ist es immer wahrscheinlicher, daß die Details zur g3E-Version (Bomber, Transporter) bzw. einer aufgewerteten g4E passen,

    die von der portugiesischen Luftwaffe übernommen wurde.


    Die früher schon erwähnte schwarzbäuchige Nachrichten-Ju bleibt im Spiel.


    In die engere Wahl ist eine der "zwangsrekrutierten" Jus für die Landung auf Kreta mit dreifarb-Tarnung, knallgelben Rudern, Flügelspitzen und Cowlings.

    Ebenso eine der im Westen geflogenen Stabs-Jus und eine der seltenen in Nordnorwegen geflogenen in grau-grünem Kleid.


    Wirklich nett finde ich auch eine der Rot-Kreuz-Jus, die im Lauf der Luftschlacht um England notgewasserten Fliegern BEIDER Seiten halfen, in dem sie im Tiefflug Schlauchboote und Rettungsmittel abwarfen und blieben, bis Flugboote oder Rettungsschiffe kamen,

    um die Herrschaften Badegäste einzusammeln.


    Die Jus waren schneeweiss, bis auf die schwarzen Puschen, Cowlings und Nase bzw. Streifen über die Flächen. Dazu kommen schwarze, zivile Kennungen und grosse rote Kreuze, (hat übrigens nicht davor geholfen, von den Briten angegriffen zu werden, die sich einen Dreck um die Seenot-Konventionen scherten).


    Gruß

    Hadu

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  • Moin zusammen,


    grade haperts etwas mit der verfügbaren Zeit, es ging nur kurz ein bisserl weiter.


    Die Vacu-Aussenhaut ist sehr überarbeitungsbedürftig.


    Um auf die frühe Ju52 g3e-Ausführung zu kommen, muss erst mal die rechte Seite geändert werden.

    Als erstes kommt diese ominöse Tür hinterm Cockpit dran, was schon eine gnadenlose

    Fummelei darstellte, denn Junkers hat natürlich zweierlei Wellblech-Breiten verwendet.


    Junkers hat übrigens sein Wellblech selbst hergestellt, und das in 3 Versionen, die auch fröhlich alle verwendet wurden, und nicht nur bei der 52... Krasserweise hatte selbst die Ju 86 auch noch Wellblech-Höhenruder.


    Und der Uhrenladen ist an die Piloteur-Sitze geschraubt worden, da gehts dann an die Cockpit-Seitenwände. Natürlich in Welle...


    Gruß

    Hadu

  • Moin zusammen,


    die Vacu-Aussenhaut ist ja schon recht weich und spröde, daher ist das Spantengerüst sehr wichtig.

    Und da komme ich an die Grenzen des GPM-Bogens, der hier de facto einen sichtbaren Fehler eingebaut hat.


    Woran liegts? Der Kastenrumpf der Ju ist auf der Oberseite U-förmig abgerudet. Das hat GPM falsch gemacht, hier ist GELI tatsächlich besser.

    Das vorderste Schott zum Cockpit ist 6eckig, d.h. das Dach ist so kantig, daß die Verglasung dann bündig passt. Diese Kanten sind schon beim 2. Schott abgerundet und das Ganze setzt sich schön rund bis zum Heck fort.

    GPM hat diese Kantigkeit bis weit zum hinteren Kabinen-Schott fortgesetzt. Beim Original ist das Rumpfdach abgerundet, wie die Originalpläne und Fotos beweisen.


    Erbsenzählerei? Mag sein, wenn mans weiss, sieht mans. Das liegt natürlich im Auge des Betrachters, und kann jeder so halten, wie man will.


    Für mich ist die Rundung ein "muss", da sie sichtbar ist und die Vacu-Haut auch korrekt gerundet ist. Also mal schnitzen und basteln.


    Gruß

    Hadu


    Quelle: Miertsch, Junkers Ju 52 -Zivilversionen- B&G-Verlag, Bonn 1998

  • Kleines Intermezzo:


    Hamburg damals: Pioniere der Luftpost
    In den 30er Jahren begann die Lufthansa, regelmäßig Briefe von Hamburg nach Südamerika zu fliegen. Kein leichtes Unterfangen, denn die Luftpostflieger mussten…
    www.ndr.de


    ..und als Lesestoff:


    Katapultflug
    …. mit Luftpost verkürzte die Laufzeit von Böblingen nach Südamerika  erheblich Vorgeschichte In den 1920er Jahren beschäftigten sich Konstrukteure,…
    flughafenbb.com

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    Mitglied der Luft'46-Gang

  • Moin zusammen,


    so, jetzt kommt die Hardware, sprich, es wird mit Graupappe gnadenlos geschmiedet, um die Ju stabil zu kriegen.


    Ohne weiter Worte schallt es hämmernd aus der Schmiede...


    Gruß

    Hadu

  • Moin zusammen,


    die Innenstruktur des Rumpfes ist fertig. Massive Graupappenschmiederei, die so gruslig ausschaut, aber

    dem Ganzen ordentlich Stabilität gibt.


    Nach reiflicher Überlegung und mehreren Versuchen, den B-Stand so neu zu verkleiden, daß man keine Nähte sieht, hab ich

    diesen Versuch aufgegeben.

    Also wirds eine militärische Ju, da auf der silbernen Alu-Oberfläche jedes winzige Kratzerchen zu sehen ist...


    Somit unterbreche ich hier eine Weile, denn es stehen grade andere Sachen an, so hat u.a. Mister Lindbergh Sehnsucht nach seiner Ryan.


    Der Baubericht muss wohl zur militärischen Fliegerei umziehen...



    Gruß

    Hadu

  • Somit unterbreche ich hier eine Weile, denn es stehen grade andere Sachen an, so hat u.a. Mister Lindbergh Sehnsucht nach seiner Ryan.

    ... ich bewundere Deine Selbstdiziplin.


    Leimhaftungsgesetz

    (1) Wer Leime oder andere klebende Stoffe oder Bindemittel in Umlauf oder zur Anwendung bringt und sie dabei an seinen Fingern verteilt, der haftet.

    (2) Wer nichthaftenden Leim oder andere nichtklebende Stoffe oder Nichtbindemittel in Umlauf oder zur Anwendung bringt, der kann dafür in Haft genommen werden.

    (3) Der Hersteller von Leim oder anderen klebenden Stoffen oder Bindemitteln haftet für die Haftung.