Schiefer Turm von Pisa / Schreiber-Bogen / 1:160 + 1:300

  • Hallo allerseits


    Nach dem Eiffelturm wollte ich ja eigentlich was ganz anderes probieren. So viel Auswahl habe ich doch mittlerweile im Regal. Also habe ich angefangen zu überlegen: Wird es ein Flugzeug? Ein Auto? Eine Burg, eine Kirche, ein Schloss, ein Lastwagen? Was vom HMV? Von Geli, Oriel, Z-Art, Ondrej Hejl, GMP? Naja, ich weiss nicht genau wie, aber irgendwie wurde es dann wieder ein Turm. Und wieder von Schreiber.


    Aber Obacht! So gleich wie es auf den ersten Blick erscheint, ist das nämlich gar nicht! Wo der Eiffelturm noch ganz im Zeichen von geraden Teilen, geraden Schnitten und geraden Konturen stand, ist beim Schiefen Turm von Pisa praktisch alles Rund... und schief. Sticheln kann man hier zwar nicht viel, die geliebte Fleissarbeit kommt aber mit 205 (x2) ganzen bzw. halben Säulen trotzdem nicht zu kurz.


    Mit dem Massstab 1:160 konnte ich mich aber nicht so ganz anfreunden. Viele Schreiber-Modelle von Wahrzeichen, die schon bei mir im Regal, oder zumindest auf der Wunschliste stehen sind nämlich in 1:300. Genau wie der Eiffelturm. Also habe ich den Bogen gescannt und herunterskaliert. Da ich mir aber nicht sicher bin, ob das wirklich so einfach funktioniert, und ich bei einem Fehlschlag wohl erstmal keine Lust hätte, wieder von Vorne anzufangen, baue ich einfach Original und Mini-Miniatur parallel. Ist ja logisch (Ja? Ja doch, bestimmt).


    In Sachen Bekanntheit steht dieser Turm dem Eiffelturm wohl in nichts nach, da muss ich also kein Wort zu verlieren. Deshalb gleich zum eigentlichen Baubericht.


     

    Ich musste jede Seite in zwei Teilen Scannen, da Schreiber seine Bögen auf Papier etwas grösser als DIN A4 druckt. Die Bilder habe ich dann mit GIMP wieder zusammengefügt und als PDF in 53,33% der Originalgrösse ausgedruckt. Ich hoffe dabei sind keine Fehler entstanden. Stichprobenartig habe ich aber gemessen und nachgerechnet und es scheint erstmal alles zu passen. Papier und Verdoppelungskarton sind bei der Skalierten Version jeweils etwas dünner, das sollte also auch in etwa aufgehen.

    Wie ich hier im Forum gelesen habe, gilt es wohl als Grundsatz, bei kleinerem Massstab die Farbsättigung etwas geringer zu halten. Das hatte ich zwar nicht geplant, mein Drucker hat das aber netterweise gleich für mich übernommen. Sehr zuvorkommend. Die Titelseite habe ich aus Jux und Tollerei auch noch gleich ausgedruckt und nachträglich korrigiert.


    Als einzige Änderung habe ich im skalierten Bogen vor dem Ausdrucken die Sockelbeschriftung angepasst. Heisser Tipp, falls mal jemand eine passende Schriftart sucht, die nicht auf dem PC vorinstalliert ist: Auf dieser Webseite kann man einen Ausschnitt mit der gesuchten Schriftart herunterladen.



    Da dieser Bogen gefühlt zu 50% aus Verstärkungskarton besteht habe ich erstmal 5 (x2) der 11 (x2) Bögen verklebt und trocknen lassen. Das ist jetzt geschehen, also kann ich endlich mit dem Bau beginnen. Ich folge ersmal exakt der Anleitung und werde den Sockel bauen.




    LG, Lorenz

  • So, nach einigen Tagen der Untätigkeit in Sachen Kartonmodellbau (keine Zeit, nicht Zuhause und weitere ähnliche Ausreden) soll es nun weiter gehen.


    Wie angekündigt, wurde mit dem Sockel angefangen.

    Bei der Skalierten Version war ein bisschen Schnitzarbeit angesagt, bis schliesslich alles ineinander gepasst hat. Besonders bei den Spanten. Die Kartonstärke spielt hier eine grössere Rolle, als erwartet. Ansonsten war hier nichts kompliziert.


    Ich habe mir mit Aussicht auf die vielen Scheiben und Ringe in diesem Modell den Kreisschneider von NT-Cutter zugelegt, bin aber noch nicht ganz sicher ob der wirklich so hilfreich ist. Rund wird es auf jeden Fall, und es geht auch viel schneller, als die (Kartonverstärkten) Kreise von Hand zu schneiden. Es ist aber leider nicht ganz einfach, das Messer genau auf die Linie zu setzen und man sieht auch erst nach ein paar cm schneiden, wo der Schnitt ist. So fühlt sich das etwas nach "auf gut Glück" an. Vielleicht wird das aber mit ein bisschen Übung noch besser.


    Dann die ersten nicht mit Karton verstärkten Teile:


    Und die Turmbasis, die erst nach Zusammenbau mit dem Sockel verbunden wird. Ein Streifen bildet den ersten Wandteil des Turms, dann werden nach und nach kleinere Ringe darüber gesteckt und verklebt, dass Stufen entstehen. Warum hier die Turmwand und der innere Boden eine Textur haben, ist mir noch nicht ganz klar. Der restliche Teil des Turms wird nämlich nachher über diesen Sockel gesteckt. Aber mal schauen, vielleicht geht mir da später noch ein Lichtlein auf.

    Wichtig ist es hier, dass die schwarzen Linien und Pfeile auf den Bauteilen alle in die gleiche Richtung zeigen. Besonders bei den oberen Stockwerken muss darauf geachtet werden, weil sonst die vielen Säulen nicht auf der gleichen Flucht liegen.


    Das alles wird dann auf die angeschrägten Spanten geklebt und zu guter Letzt kommt der Deckel drauf.


    Zwei Sachen, die mir hier nicht gefallen: Der Druck bei der Skalierten Version ist besonders beim Grün wirklich traurig. Das kann ich aber noch übermalen, vielleicht werde ich am Ende sogar noch Rasen von den Modellbahnern einsetzten, der dürfte die Modelle optisch ziemlich aufwerten.

    Ausserdem fand ich es wirklich schwierig, den Sockel schön zusammenzubauen. Besonders beim Rasen-"Deckel" hat man beim Verkleben nur einen Versuch und kann von innen auch nicht mehr dagegendrücken um zu korrigieren. Das schreit förmlich nach unschönen Kanten. Aber auch hier kann ich bei Bedarf noch einen Winkel o.Ä. über die Kanten kleben. Mal schauen, wie mir das beim Weiterbauen noch ein Dorn im Auge ist.


    Damit ist der Sockel abgeschlossen, jetzt fängt der eigentliche Turmbau an!


    LG, Lorenz

  • Weiter geht es mit dem inneren Turm, der später noch mit Zwischenböden und Säulen bestückt wird:

    Dieser besteht je aus zwei Teilen, die mit 2 Verbindungsstreifen verbunden werden. Die Streifen werden einseitig befestigt und die Wände grob per Tischkante in Form gebracht, dann zur Röhre verklebt. Der Massstab 1:160 ist von der Grösse her einer Pringels-Dose erstaunlich ähnlich, den Klebestreifen von innen anzudrücken war für meine geübte Pringelsdosen-Hand also kein Problem :cool:. Beim kleineren Modell mussten dann zwei Finger von beiden Seiten ausreichen.


    Der im Durchmesser etwas grössere Sockel vom Erdgeschoss wird im gleichen Stil vorbereitet, vor dem Runden und verkleben aber noch mit halbrunden Säulen verziert.

    Hier halfen Schaschlik-Spiess ⌀3mm bzw. Zahnstocher beim Vorrunden.


    Das ganze wird dann wie vorher zur Röhre verklebt und auf den vorher ausgeschnittenen Pappring befestigt. Der restliche Turm wurde dann von unten dadurch gesteckt und ebenfalls verklebt.


    Bei einer ersten Stell(Steck-)probe mit dem Sockel erweist sich zum Glück alles als überaus passend und schief. Verklebt habe ich die zwei Baugruppen aber noch nicht.


    LG, Lorenz

  • Hallo allerseits


    Huch, da passt man einmal nicht auf, macht ein bisschen dies, ein bisschen das, und plötzlich ist ein fast ein Monat vorbei. Ich war zwar nicht ganz untätig im Kartonmodellbau, aber das lodernde Feuer der Leidenschaft, das ich beim Eiffelturm noch verspürt habe, ist mittlerweile zum gemütlichen Lagerfeuer verkommen. Aber daran ist ja nichts falsches, schliesslich mache ich das letztendlich zu meinem eigenen Vergnügen. Der Hauptgrund für die Lange stille in diesem Thread ist aber, dass momentan die Säulen gedreht werden, was viel Zeit in anspruch nimmt. Aber vorher kam noch ein zwischenboden an den Turm.


    Dafür wurde wieder ein Kartonverstärkter Ring auf einen Weiteren Ring mit den Säulenbögen geklebt. Damit durch das Überlappen keine unschönen Kanten entstehen, habe ich die Klebefläche abgetrennt und mit Restpapier hinterklebt. So ist der Übergang fast nahtlos.


    Das entstandene Teil wird dann über den Turm geschoben und verklebt. Es ist wirklich nicht einfach die Enden der Bögen alle auf die bestehenden Halbsäulen laufen zu lassen. Zum Teil sind die Säulen zu breit geraten, zum Teil minimal versetzt, so entstanden leider ein paar kleine Versätze, die die Kamera schonunslos zu Tage bringt. Der Gesamteindruck beim Betrachten von blossem Auge wurde aber durch diesen ersten Abschluss deutlich aufgewertet, was immer wieder zum weiterbasteln motiviert, wenn ich die Türme da so stehen sehe.


    Als nächstes die Säulen. Ich habe mit dem grösseren Masstab angefangen und mich dazu entschieden, auch hier die Klebelaschen abzutrennen und zu hinterkleben, damit nicht jede Säule eine unschöne Kante hat. Bisher hat sich das noch nicht als Fehler herausgestellt, wenn man den etwas grösseren Arbeitsaufwand ausser Acht lässt.


    Nach vielem Runden und kleben bin ich nun mit den Säulen des grösseren Turms fertig geworden. Zum Vorrunden habe ich wieder einen Schaschlikspiess benutzt, dann einen gestutzten Zahnstocher, der die Teile endgültig in Form bringt. Am Anfang habe ich mich damit noch etwas schwer getan, aber mit der Zeit ging es dann ganz locker von der Hand.

    Als nächstes kommen die Säulen in 1:300 an die Reihe. Hier werde ich vermutlich auf das hinterkleben der Laschen verzichten und die Säulen, wie vom Konstrukteur angedacht, überlappend verkleben. Also hoffentlich keine ganz so lange Pause, bis ich dann mit dem Anbau der Säulen anfangen kann.


    Lieber Gruss und bis dann, Lorenz

  • Hallo ,Lorenz,


    was für eine Unzahl an Säulen!


    Vielleicht kann man die 1/300-Säulen ohne Klebelasche stumpf verkleben?


    VG


    Zaphod

  • Hallo Zaphod

    Vielleicht kann man die 1/300-Säulen ohne Klebelasche stumpf verkleben?

    Gute Idee! Ich habe direkt beides ausprobiert und werde wohl alles stumpf verkleben. Lange dauert beides, aber stumpf gefällt es mir definitiv besser.


    So wie es aussieht werden die kleineren Säulen noch länger dauern, also wird es hier wohl wieder ein weilchen ruhig bleiben.


    LG, Lorenz

  • Hallo Lorenz,

    das ist schon eine ordendliche Fleißarbeit. Wer hätte es gedacht, schief kann so gut aussehen ;)


    Gruß

    Michel

    Ich betrachte auch einen siegreichen Krieg an sich immer als Übel, welches die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß. (Otto von Bismarck)

  • Vielleicht kann man die Säulen auch um Zahnstocher herum kleben? Dürfte stabiler werden als Hohlröhren ...

    Hallo Ulrich


    Zahnstocher sind leider schon zu dick für die kleineren Säulen, ich habe sie bis jetzt um einen kleinen Nagel mit 1mm Durchmesser gewickelt und dann geklebt. Aber ein Draht der nachher einfach am Säulenende eingestutzt wird könnte die Massenproduktion erleichtern, da werde ich vielleicht noch rumprobieren. Stabilität dürfte aber so oder so nicht zum Problem werden, im Verhältnis Gewicht zu Materialstärke sind die Dinger Bombenfest :)


    LG, Lorenz

  • Hallo Lorenz,


    wenn die Säulen einen Kern erhalten sollen, könntest Du schauen ob es Polysterolstäbchen mit genau passendem Durchmesser gibt. Die lassen sich viel leichter mit präzizer Schnittfläche ablängen.


    VG


    Zaphod

  • Hallo allerseits,


    und danke Ulrich und Zaphod für die Idee mit der Füllung bzw. konkret Polystyrol. Ich habe nach ein bisschen Hin und Her die Rundstäbe bestellt und nach etwas Lieferschwierigkeiten sind sie nun vergangenen Freitag endlich eingetroffen. Dank den Versuchen mit Nägeln wusste ich ja schon, dass 1mm der passende Durchmesser ist. Sie lassen sich auch wirklich wunderbar schneiden, das dürfte das Säulen rollen deutlich erleichtern.

    Ein Tütchen Rasen für den Sockel wurde auch gleich bestellt und mitgeliefert. Die Versuche damit hebe ich mir aber für den Schluss auf, da muss ich mich erst noch etwas mehr informieren.


    In der Zwischenzeit habe ich die Zwischenböden der verschiedenen Stockwerke angefangen. Die Bauweise ist ja schon bekannt, wieder viele Kartonringe und Säulenbögen.

    Die Ringe des 1:160-Modells liessen sich super mit dem Kreisschneider ausschneiden, mittlerweile habe ich auch die richtige Technik gefunden und die Kanten werden sauber und genau. Für die Ringe vom kleineren Modell ist das Werkzeug aber leider nicht brauchbar, weil man den Karton nicht mehr fixieren kann und er sich so einfach mitdreht. Also habe ich diese Ringe von Hand ausgeschnitten - mit entsprechendem Unterschied bei den Schnittkanten.


    Dann die Säulenbögen, auch hier habe ich die Überlappende bauweise durch hinterklebte Laschen vermieden. Dann zu Kreisen verklebt und gefalzt, die Unrundheit legt sich nach Verkleben auf die Ringe. Für den richtigen Abstand zum äusseren Rand wird übrigens vor dem Ausschneiden der Ringe ein Kreis auf deren Unterseite gezeichnet. Der Richtige Radius für den Zirkel wird dafür in der Anleitung angegeben.


    Das ist nun auch der Aktuelle Stand, jetzt werden auch noch die Stockwerke des kleineren Modells verklebt, dann geht es hinter die 1:300-Säulen. Ich bleibe gespannt, wie gut der Zusammenbau der Säulen und Zwischenböden funktionieren wird.


    LG, Lorenz

  • Hallo Lorenz,

    das nenne ich mal Fleißarbeit, schaut richtig gut aus.


    Viel Erfolg noch und Gruß

    Michel

    Ich betrachte auch einen siegreichen Krieg an sich immer als Übel, welches die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß. (Otto von Bismarck)

  • Vielen Dank euch für die netten Worte, die Motivation ist gerade wieder ein bisschen gestiegen :D


    Es ist tatsächlich mehr Aufwand als ursprünglich erwartet, ich schiele auch schon regelmässig zum Bücherregal mit den anderen Bögen :rolleyes:

    Beim durchsehen der restlichen Teile habe ich jetzt auch noch 40 ungerollte Säulen gefunden, die ich bisher noch übersehen hatte, die dreherei geht also weiter.

    Die Wille ist aber ungebrochen, ich freue mich auf jeden Fall auf das Endergebnis.


    LG, Lorenz