Torpedoboot Jaguar mit Tarnanstrich

  • Torpedoboot Jaguar mit Tarnanstrich


    Jürgen Rathert hat seine Konstruktion des Torpedobootes Jaguar überarbeitet. das Boot gibt es nun in zwei Varianten, eine in dem typischen grau der Kriegsmarine und eine in Tarnfarbgebung. Das Tarnschema ist aus dem Buch German Naval Camouflage, Band 2, 1942 – 1945, von den Autoren Eric Leon und John Asmussen übernommen worden.


    Das Modell besteht aus 2 Bogen A3 (Bild 1- 2). Der Baubericht zeigt den Kontrollbau des Modells.



    Gruß Rudolf

  • Der Rumpfbau


    Der Rumpf ist auf der bekannten Basis von Querspanten und Mittelspant konstruiert, auf den das Deck aufgeklebt wird. Das Anbringen der Bordwände geschieht allerdings auf besondere Weise. Das Backdeck der Torpedoboote, das man auch als Buckeldeck bezeichnen könnte, hatte einen gerundeten Übergang in die Bordwand. Diesen runden Schergang (Plattengang der Bordwand, die gegen das Deck stößt) hat Jürgen in seine Konstruktion integriert. Daher werden die Bordwände mit dem gut vorgeformten Backdeck verklebt und dann die Baugruppe an den Rumpf angebracht. Ich habe dannach erst den Bug verklebt und dann die Bordwände wechselseitig bis zu Heck hin angebracht. (Bilder 3 – 8) Auf das Hauptdeck wird noch die Klebelasche für die Aufbauten verklebt.





    Gruß Rudolf

  • Hallo @


    ich konnte die Vorversion des Modells bereits im November auf Intermodell in Dortmund sehen.

    Eine gelungene Konstruktion von Jürgen Rathert.

    Gruß


    Willi




    Bitte, bleibt gesund

  • Moin, moin,


    Schiffe mit Tarnanstrich strahlen ja immer ein gewisses mystisches Flair aus.......was mir persönlich immer sehr gut gefällt, da diese Modelle dann "Farbpunkte" in jeder Sammlung von "Grauen" sind. Sehr schön......muss ich wohl haben...... ^^


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Auch wenn die "Grauen" nicht so ganz mein Metier sind - eindruckvolle Modelle!

    Aber wie soll ich mir den "Trananstrich" vorstellen? Ich kenne Tran bisher nur als Nahrungsergänzungsmittel, mit dem man in den 1960er Jahren Kinder beglückt hat ("Lebertran"). Aber als Anstrichfarbe? Das wäre mir neu ...

    Mit herzlichem Gruß, Ulrich

  • ........Aber wie soll ich mir den "Trananstrich" vorstellen? .........

    Möglicherweise sind das die Boote die nicht ganz so schnell sind ( umgangssprachlich also "tranig"). :rolleyes:

    Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.

  • Rudolf

    Changed the title of the thread from “Torpedoboot Jaguar mit Trananstrich” to “Torpedoboot Jaguar mit Tarnanstrich”.
  • Die Aufbauten


    Die hinteren Aufbauten und auch der Brückenaufbau werden erst zusammengesetzt und dann erst mit dem Deck verklebt (Bilder 9 – 10).



    Die Bilder 11 – 14 zeigen das Modell noch ohne Bewaffnung.




    Gruß Rudolf

  • Die Bewaffnung ist an den vorgesehenen Stellen. Es fehlen noch die Masten und die Takelage. Ebenso soll noch eine Standard-Reling angebracht werden.




    Gruß Rudolf

  • Auch wenn es nicht so aussieht, sind die Bilder deckungsgleich.

    Die Konstruktion ist mittlerweile die dritte Version.

    Die erste von 2003 hielt sich sehr an die von Günther Neubert. Die zweite von etwa 2007 entfernte sich dann schon viel weiter und besaß bereits gerundete Schergänge. Beide Versionen für den Möveverlag. Letztendlich empfand ich auch diese als unbefriedigend und begann 2017 mit einer Neukonstruktion, die auch keine gestückeltem Bordwände mehr erhalten sollte, also A3. Die Tarnversion entstand auf Wunsch von Rudolf Voigt. Nach dem gewusst, wie, war die Farbgebung eine Sache von einer Woche.

    Das Modell ist von Rudolf in Etappen gebaut worden und teilweise wurde dabei auch wieder abgerissen. Das Modell ist also im gewissen Sinn immer noch eine Vorversion, denn es bestehen immer noch Möglichkeiten, den Bogen bei kleinen Details zu ändern.

    Das Unbefriedigende bezog sich zunächst auf die Bordwände, wo oft die Spanten trotz größter Mühe fühl- und teilweise auch sichtbar waren.
    Nach dem Austesten einer anderen Bauweise bei den Binnenschiffen für den Möveverlag zitiere ich ich jetzt Kurt Spittler aus dem Nachbarforum.
    Die Bordwand ist (bei den Binnenschiffen) und dadurch auch hier glatt wie ein Kinderpopo.

  • Moin, moin Jürgen,


    ich habe die von dir beschriebene Weiterentwicklung des ursprünglichen Neubert`schen Modells genau verfolgt und mich immer darüber gefreut. Die jetzige Version - ob mit Tarnanstrich (den finde ich persönlich richtig gut) oder in "marinegrau" - ist noch einmal eine sehr schöne Verfeinerung. Der zusätzliche Waffenstand vor der Brücke sowie z.B. die Kästen für die Bereitschaftsmunition (u.a.) sind attraktive Details deiner Weiterentwicklung..... :thumbup:!


    Gruß von der Ostsee

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Eine Frage habe ich noch zu der Tranbemalung ;) :


    In welchem Einsatzraum wurde sie verwendet? Norwegen / Dänemark?

    Fertig: Patrouillenschiff POTSDAM

  • In welchem Einsatzraum wurde sie verwendet? Norwegen / Dänemark?

    Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt.


    Die blauen Decken der Geschützschilde waren Fliegererkennungszeichen bei der Operation Cerberus (Rückholung der Schlachtschiffe SCHARNHORST, GNEISENAU und des schw. Kreuzers PRINZ EUGEN von Brest) im Februar 1942. Dabei übernahm JAGUAR Geleitaufgaben zwischen Cap Gris-Nez und den deutschen Gewässern, erlitt dabei einen Bombennahtreffer und musste in Rotterdam repariert werde. Anschließend begleitete das Torpedoboot am 21.02.1942 die Verlegung der schw. Kreuzer PRINZ EUGEN und ADMIRAL SCHEER nach Norwegen - aus dieser Zeit könnte der Tarnanstrich stammen. Allerdings war JAGUAR bereits im Sommer 1941 in Norwegen eingesetzt.


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Das Vorbild des Tarnmusters war das des Torpedobootes Greif an der Kanalküste um die Jahreswende 1940/41.

    Daraus wäre aber nur wieder ein langweiliger, aber immerhin dreifarbiger, grauer Fisch geworden.
    Diese Meinung hatte wohl auch der Scanner und setzte sich deshalb über alle Einstellungen hinweg. Dessen Farbergebnis hatte Rudolf und mich aber so begeistert, dass wir es übernahmen. Es könnte so aber immer noch gut für Dänemark oder für bestimmte Abschnitte der Kanalküste passen.
    Zur Tarnung selbst: Es kam mehr als einmal vor, dass Tarnungen "Eintagsfliegen" waren. Bei der Unternehmung "Weserübung" ist es teilweise ganz krass, wie Farbe verbraucht wurde. Bei den Dickschiffen, als Beispiel, gibt es da teilweise mehr als zwei Farbvarianten der Gefechtstürme und vieles mehr.

  • Hier nun Bilder vom fertigen Modell.




    Wie schon von Jürgen erwähnt, sind beim Bau noch ein paar Korrekturen vorgenommen worden, sodass es sich beim gezeigten Modell noch um einen Kontrollbau handelt.

    Die graue Version ist ebenfalls fast fertig und wird noch hier gezeigt werden.


    Gruß Rudolf

  • Die graue Version der Jaguar von Jürgen Rathert



    Zum Vergleich, die Konstruktion von G. Neubert (Jade Verlag)


    Die Takelage ist noch nicht angebracht, wird aber noch kommen.



    Hier alle Versionen im Vergleich.


    Meine derzeitige Flotte von Torpedobooten



    Seeadler flaschengrün, Greif, Jaguar, Luchs, Wolf, T6 (Schreiber-Verlag)


    Gruß Rudolf

  • Moin Rudolf,

    die mittlere Variante in Bild 3 im Beitrag #24 gefällt mir am besten, ausgehend von einem Modell, daß für den Möwe?- Verlag aufgelegt werden soll. Es handelt sich um ein Modell in 1:250 .. . Die getarnte Version ist mir viel zu mächtig in der Farbdarstellung; hier täte eine Farbreduktion um mindestens 30 Prozent gut und entsprechend eingearbeitete Verläufe ? Ansonsten gefällt der Ansatz und die Idee, sich mit diesen Einheiten mal konstrukionstechnisch und auch modellbauerisch zu beschäftigen. Originalfotos wären als Anregung hilfreich
    Gruß

    kartonskipper

  • Zur Tarnung

    Von keinem Schiff der KM gibt es über dessen gesamten Lebenslauf eine Fotoreihe der verwendeten Tarnmuster, weder in Schwarz-weiß, geschweige denn in Farbe.

    Die Farben der verwendeten Agfa-Filme und Bilder sähen heute, selbst nach 60-Jahren im Tresor unter Lichtausschluss, völlig anders aus. Das gilt auch für die auf alliierter Seite verwendeten Kodakfilme. Im Nachbarforum habe ich geschrieben, dass die Tarnung für den Modellbauer farblich interessant sein und die Wahrscheinlichkeit bestehen sollte, dass es so hätte sein können. So könnte es immerhin noch nach Dänemark oder zu Teilen der Kanalküste passen.

    Das Buch "German Naval CAMOUFLAGE", was sicherlich auch nur eine Auswahl der von der KM verwendeten Tarnschemata anbietet, ist wohl mit Abstand das Beste, was z. Zt. auf dem Markt vorhanden ist.

  • Moin Jürgen,

    es geht mir nicht um die Farben insgesamt; auch nicht um die Richtigkeit der Töne; man hat damals schon bei der Flotte genommen, was der Tarnung dienen konnte, wenn vorhanden - Nachschub aus Deutschland um der Anweisung, RAL-Farben nach Dienstvorschrift nachzukommen, damit die Flotillenhengste ihren Nachweis und ihre Daseinsberechtigung pflegen konnten - vergessen wir mal.
    Ähnlichkeiten finden wir heute im Behördenalltag, wenn Anträge auf Papier verlangt werden, obwohl kaum noch einer ein Faxgerät für die Übermittlung in seinem Besitz hat.
    Was das Buch German Naval Camouflage angeht, der Co-Autor aus Dänemark, John Asmussen, ist ein guter Freund seit vielen Jahren von mir. Die Zeichnungen von Eric Leon und die Umsetzung sind beispielhaft.
    Mein Anliegen ist, deswegen auch meine Zeilen hier - es muss in der Anmutung stimmen, es muss nicht immer richtig sein; und in diesem Falle erschlagen die Druckfarben das Modell und dessen Konturen. Wir reden hier von der Umsetzung von Farben in den Maßstab 1:250 - wir sollten versuchen, es bei eigener Reduktion der Betrachtung visuell in Augenschein zu nehmen .. könnte schwierig werden. Gut, ich überzeichne hier; was ich ausdrücken möchte, seit Jahren werben die Modellbahnhersteller damit, dass ihre Modelle genau dem originalen RAL-Ton entsprechen ... hä, ich kaufe doch keinen Waggon in 1:1 sondern in 1:87 und da soll der gleiche Eindruck wie im Original farblich entstehen .. ich hoffe jetzt ist angekommen, auf welchem Pferd ich herum reite ..

    Gruß

    kartonskipper

  • Moin, moin Jürgen,


    in dem obigen (#27) Farbvergleich gefällt mir die untere Farbvariante am besten (kann das sein, dass die Bezeichnungen Farbsättigung 30% und 50% vertauscht sind?).

    Es ist ja so, dass beim Modellbau - ausgehend von der Originalfarbe z.B. gem. RAL - die Farbe entsprechend dem immer kleiner werdenden Maßstab auch entsprechend aufzuhellen ist. Habe aus dem Plastikmodellbau irgendwie noch im Hinterkopf, dass z.B. im Maßstab 1:72 die Farbe um 10% aufzuhellen ist, damit sie "original" und harmonisch zur Modellgröße wirkt. Das ist das, was Wilfried meint. Hinzu kommt, dass Schiffsfarbe ja sehr schnell durch Sonne und Salzwasser ausbleicht und dadurch verwaschener wirkt.


    Insofern gefällt mir die aufgehellte Farbvariante bestens. Ich finde es übrigens ausgemacht produktiv, dass wir uns hier darüber austauschen können :thumbup:! Es ensteht aus meiner Sicht eine sehr attraktive Farbvariante des Torpedobootes.


    Gruß von der Ostsee

    HaJo

    Exercitatio artem parat!