Am Ende doch aus Papier und fliegen soll es auch: Ergänzender Baubericht zum MRB ❤️: Flugmodell Guillow Fly Boy

  • Jaaaaa…. :thumbsup:


    Meine Kariere als Flugmodell-Bauer ist schon einige Jahrzehnte her, öh, und da ich im MRB ❤️

    die Granville Gee Be R1 als Flugmodell baue, und am Ende auch ein Flugvideo stehen soll, ist es ratsam, nochmals zurück zu den Anfängen zu gehen und mal einen Flieger als Test zu bauen und vor allem zu fliegen. Wie gesagt: is alles schon Jahrzente her ….


    Wie hat alles angefangen:


    Nun, hier im Forum gibt s einen gaaaanz schlimmen Zündler, einen Brandstifter, gegen den Nero ein Waisenknabe ist.

    Die Rede ist von Master René PI, aka, Renato Pinoso, aka Ronny <the Kindler> Pine, aka Der Burschi aus Ö, oder kurz : DER BRANDMEISTER.


    Hier:

    wurde der arme Wanni verführt, wurde Rückfällig, wurde aus der Bahn geworfen.


    Denn, schon in frühester Jugend war der kleine Wanni vom Flugmodell-Virus befallen:


    Hier der Foto Beweis


    Wanni Anfang der 1970ziger mit seiner Graupner Dandy.


    Soll ich jetzt dem Zündler ewige Feindschaft androhen, ihn mit Flüchen überschütten ….? :cursing:


    … oder soll ich ihn herzen, liebkosen und ihm ewig Dankbarkeit schwören …? :love:


    Ich habe mich noch nicht entschieden :wacko:


    P.S.:

    Das gesamte Forum wartet immer noch auf den Baubeginn der im obigen Trööht vorgestellten Kyushu J7 Shinden

  • Guillow Fly-Boy


    Ich war nun auf der Suche nach einem einfach zu bauenden, aber sehr gut fliegendem Modell.

    Zuerst hatte ich die Keil-Kraft Gipsy im Visier:


    Keil Kraft Gipsy
    Buy Balsa Wood Model Aircraft Kits and Model Supplies Made In The UK. Over 200 models to choose from.
    www.vintagemodelcompany.com


    ein Modell mit etwas über einem Meter Spannweite und eine sehr erfolgreiche Konstruktion aus den späten 1940ziger Jahren, seit 2014 wieder aufgelegt und natürlich in Laser-Cut.


    Ich habe mir dann doch zuerst ein einfaches? Flugmodell von Guillow zugelegt, welches für meine Experimente im bauen und fliegen herhalten muss, die Guillow Fly-Boy



        


        



    Das Modell wird in der Kastenrahmen-Bauweise erstellt, ist eigentlich auch gross genug (Spannweitte 533 mm), so dass es gut fliegen müsste.

    Die wenigen Rumpf-Leitwerksteile sind auf 2mm starken Balsaholz gestanzt, die Rippen der Flügel sind auf 1mm starken Balsa gelasert.

  • Baubrett


    Doch bevor es los geht, brauchen wir ein Baubrett. Da die Modelle direkt auf dem Plan gebaut werden, wobei die Teile mit Stecknadeln fixiert werden, brauchen wir eine Oberfläche, die weich genug, aber trotzdem stabil ist (Stahl- und Glasplatten scheiden aus).


    Aufgrund eines anderen Projekts (ich werde bei Zeiten berichten) habe ich DinA3 grosse Blätter, 2mmm starke Finnpappe im Haus. Mit Holzleisten, die ich noch gefunden hatte, und Panzerkarton von Noch, habe ich zwei Baubretter erstellt, die sich auch zusammenschieben lassen:


        


      



    Ja, gross genug, selbst eine komplette Tragfläche einer 1:16zehner Bf109 montieren zu können



    Bei Bedarf kann das Baubrett erweitert werden..

  • Fly-Boy: Seitenleitwerk


    Der Bau beginnt mit dem Seitenleitwerk:



    Einzig Teil R2 ist als Teil gestanzt, der Rest des Leitwerks muss aus Leisten geschnitten werden:


        


    Da der Bausatz aus Amerika ist, sind die Dimensionen der Teile in amerikanischen Maßen angegeben.

    Zum Glück habe ich aus einem anderen Guillow Bausatz eine Umrechnungstabelle:



    Die immer mit ihren Fuß, feet, teeth, nose, Oz, usw. …. :pinch:

  • Fly-Boy: Seitenleitwerk – Trimmruder


    Serienmässig ist das Seitenleitwerk als festes Teil konzipiert.

    Da man aber später den Flieger trimmen muss, und hierzu die Leitwerke gegebenenfalls verbogen werden sollen, empfiehlt s sich, über separate Steuerflächen nachzudenken.


    Bei Guillow kann man sich eine kleine Broschüre als pdf downloaden, die den Bau und das Einfliegen der Modelle erklärt. Hier ist auch die Trimmung dargestellt:



    How to Build Booklet

    https://www.guillow.com/images/PDF%20files/how-to-build.pdf


    Ah, nääää, dat is doof ….

    Ich habe noch das Buch: Rubber Powered Model Airplanes von Don Ross, in dem er als Verbesserung den Bau von separaten Trimmrudern beschreibt.


    Jau, versuchen wir`s :


    Die Seitenleitwerks-Hinterkante wird als separate Trimmklappe gebaut:



    Hierzu fertigen wir eine neue Leiste an, die als neue Leitwerks-Hinterkante dient. Diese Leiste wird erhält Löcher zur Aufnahme von 0,5mm Drahtstücken (Lager) und 1mm Karbonstäbe als Drehpunkte:


        


    Das nunmehr optimierte Leitwerk:



    Joah, sollte funkionieren….. :cool:

  • Fly-Boy: Seitenleitwerk – und ein bischen Theorie


    Das Seitenleitwerk ist mir etwas zu instabil und ich werde es verstärken.

    Hierzu noch folgende Überlegungen:


    Wir bauen hier ein Freiflug-Modell, d.h. hier sind einige Dinge besonders zu beachten:


    1. Gewicht: Je leichter, desto geringer die Flächenbelastung, desto länger, und besser der Flug


    2. Stabilität: Das Modell sollte so stabil wie möglich gebaut sein, widerspricht aber ein wenig Punkt 1 (je stabiler → umso schwerer)


    3. Balance: Das Modell sollte möglichst im Schwerpunkt ausbalanciert sein


    4. Trimmung: Das Modell muss eingeflogen werden (Gleitflüge, danach stufenweise mehr Umdrehungen auf dem Propeller). Hierbei wird das Modell ausgetrimmt, so dass ein möglichst geradliniger Flug erfolgt.


    Wenn ich jetzt das Seitenleitwerk etwas verstärke, erhöhe ich zwar dessen Stabilität, aber auch das Gewicht. Und da das Leitwerk weit weg vom Schwerpunkt ist, wirkt sich durch die Hebelkraft jedes Gramm Mehrgewicht höher aus.


    Egal, mehr Stabilität muss sein:


    Das Seitenleitwerk vor der Verstärkung:



    … und wiegt:



    NIX? ?(


    Das Leitwerk nach der Verstärkung:



    … und wiegt jetzt:



    immer noch nix??? 8|


    Des Rätsels Lösung: Die Küchenwaage wiegt im Gramm-Bereich, also wiegt selbst das verstärkte Leitwerk unter 1 gr.


    Grunz :pinch: kann man vernachlässigen….


    Fazit: Grau ist alle Theorie…. :whistling:

  • Wanni, das Trimmruder würde ich nicht mit Scharnier versehen sondern mit zwei Streifen Dosenblech anschlagen. Dann bleibst auch da stehen wo es soll.

    Zum Thema kann ich Maxfliart empfehlen:


    maxfliart
    All about the love of handbuilt, rubber-powered, free-flight model airplanes. Profession: Freelance book cover artist via Hallman Studio.
    youtube.com

  • Hab ich auch so gemacht (nur wieder blöd erklärt :pinch: )

    Die 0,5mm Drahtstücke sind eingeklebt, der Karbonstab ist einseitig angeklebt.

    Das Ruder bekommt seine Beweglichkeit durch biegen des eingeklebt en Drahtes.


    Das Trimmruder muss quasi in Richtung gebogen werden, und bleibt stehen ,

    ist also nicht so frei beweglich, als dass man ein Servo anlenken könnte.

  • Servus Wanni,

    Das ist ein Graupner Jolly, soweit ich lesen kann.... :)

    Den Dandy habe ich mit einem Freund in den 70ern gebaut,ist nicht schlecht geflogen.

  • DAS erinnert an den alten Otto-Sketch:


    -Frau Suhrbier, wie heißt dieser Vogel :

    Huhu -Huhu-Huhu ?


    Walter?


    Ach so , Sie wollen den Nachnamen wissen ... Ne, den weiss ich nicht 🤡

  • Walter?


    Ach so , Sie wollen den Nachnamen wissen ... Ne, den weiss ich nicht

    Ist aber auch schwer Wanni, wenn sich der Familienname ständig ändert :love:


    Meine Kariere als Flugmodell-Bauer ist auch schon einige Jahrzehnte her, begonnen hat alles mit dem Sternchen von Graupner.

    Das war einfach zu bauen und flog auch sehr gut und verhältnismäßig lange:



    Gruß

    Walter

  • Hab da noch ein sehr altes Foto gefunden, auf dem das von mir gebaute Graupner Sternchen zu sehen ist.

    Das Bild muss so um 1958 entstanden sein. Da meine Kartonmodelle alle verkauft wurden, sind nur noch die Faller-Häuschen erkennbar:


  • Wie definiert man dieses Modell?


    Ein Modell von einem Modell?

    Modell Quadrat?


    Egal, hier ist es, und fliegen kann es auch. Hat noch keinen Antrieb, aber der Schwerpunkt stimmt schon mal.



      

  • Fly-Boy: Höhenleitwerk – Trimmruder


    Ich schummel mich mal zwischen den Baubericht von Walter ;) :


    Das Höhenleitwerk samt Trimmruder wird gebaut und, wer hätte es gedacht, baut sich ähnlich wie das Seitenruder:


     


    Eine Änderung musste allerdings vorgenommen werden:

    Die Hinterkante, aus der das Trimmruder wird, musste geteilt werden:



    Dann kann der Draht und der Karbonstab (Drehpunkt) angeklebt werden:



    Und hier ist der Grund, warum das Trimmruder geteilt wurde:

    Das gesamte Höhenleitwerk sitzt komplett im Rumpfende, somit wäre das Trimmruder vom Rumpf blockiert::



    Die Trimmung soll laut Anleitung ausschliesslich über das Verschieben des Tragflügels erfolgen:



    Aha…??? Naja, meine Variante find` ich besser, aber sagen wir mal so: eine Option mehr….


    Das Gewicht des Höhenruder beträgt: 3g



    Das Gesamtgewicht beider Leitwerke ist: 4g, also wiegt das Seitenleitwerk doch was, nämlich knapp 1g.



    … und nun wieder zurück zu Walter…. :rolleyes:

  • Fly-Boy: Tragfläche – Mittelsektion


    Die Tragfläche ist in drei Sektionen unterteilt: ein waagerechtes Mittelteil und zwei Aussenteile, die 10,5° nach oben abgeknickt sind.


    Die Mittelsektion:


    Die Leisten und Rippen werden, wie gehabt, direkt auf dem Plan zusammengebaut:


       




    Ahhhhrrrg …. :cursing: nä, wat mir da so gar nicht gefallen will, ist die Stumpf-Verklebung der Rippen an der Nasen- und Endleiste.


    Bei meiner Fokker Dr.I

    waren die Rippen und Leisten der Tragfläche mit Nuten versehen:



    Ha! Auch bei meiner Graupner Jolly (den Plan findet man als Download im Netz), waren die Rippen mit Nuten versehen:



    Übrigens: die Leitwerke, besonders das Seitenleitwerk, war ähnlich stabil aufgebaut wie meine nachträgliche Verstärkung bei der Fly-Boy:



    Da das Mittelteil der Tragfläche der Fly-Boy mit Gummibändern auf dem Rumpf fixiert wird, wäre eine Verstärkung der Konstruktion empfehlenswert…. :whistling:

  • Fly-Boy: Tragfläche – Mittelsektion → Verstärkung


    Aus Balsa-Restbeständen werden Leisten geschnitten, die zwischen die Rippen hinter der Nasenleiste geklebt werden:


     


    Dadurch wird nicht nur die Nasenleiste verstärkt, sondern die Rippen werden auch durch die hinterklebten Leistenstücke eingefasst.

    Eine ähnliche Verstärkung erhält auch die Endleiste:


     


    Ja, das gefällt mir wesentlich besser :thumbup: . Das Gewicht ist kaum gestiegen, die Stabilität der Konstruktion aber merklich :thumbsup:

  • Fly-Boy: Tragfläche – Aussenflügel und Montage der Tragfläche


    Die beiden Aussenflügel bauen sich natürlich gleich wie die Mittelsektion:


       


    Um die Tragfläche montieren zu können, d.h., den richtigen Winkel der V-Stellung einstellen zu können, ist ein kleines Hilfsbauteil dabei

    (welches ich kopiert und verstärkt habe):



    Nun werden die drei Flügelteile montiert:


     


    Tadaaa - > Alle Traglächen im Rohbau:



    und wiegen zusammen



    13 Gramm. (soviel wie ne angeleckte Brifmarke :P )

  • Fly-Boy: Bespannung Seiten-Höhenfläche


    Nachdem nun die Seiten- und Höhenflächen im Rohbau erstellt sind, geht es an`s bespannen:


    Hierzu ist es wichtig, die Faserrichtung des Bespannpapiers zu kennen:


    https://www.guillow.com/images/PDF%20files/how-to-build.pdf


    Diese ist aber schwer mit dem Auge zu erkennen. Hierzu ein kleiner Trick:

    An einer Ecke des Papierbogens reisst man das Papier ein klein wenig ein. In Faserrichtung verläuft der Riss gerade, entgegen der Faserrichtung verläuft der Riss schräg:



    Man markiert die Faserrichtung und weiss nun, wie diese auf dem gesamten Bogen verläuft.


    Nun wird mit verdünntem Weissleim als Kleber und Porenfüller das zugeschnittene Papier (in der richtigen Faserrichtung :rolleyes: ) aufgeklebt:



    Damit sich die Teile beim Trocknen nicht verziehen, werden diese mit Münzen an den Ecken beschwert:



    Tadaaaaa:



    Dafür, dass die Flächen nur bespannt und noch nicht mit Wässern und Lack gespannt sind, ist die Rohbespannung schon recht ordentlich faltenfrei geworden.

  • Fly-Boy: Bespannung Tragfläche


    Die Tragfläche bespannt sich natürlich genauso wie die Seiten/-Höhenflächen:


       



    Bei der Tragfläche kommt aber eine ganz wichtige Sache hinzu, die in der Anleitung leider nicht erwähnt wird.

    Die Fläche muss ausgewogen werden, da anzunehmen ist, dass beide Flächenseiten nicht gleich schwer gebaut worden sind.

    Hierzu habe ich, bevor die Unterseite der Tragfläche komplett bespannt ist, die Mitte der Fläche mit Nadeln als Achse auf Lager gesetzt:



    Und richtig: Steuerboard isset schwerer, also wird Backboard mit etwas Gewicht ausgeglichen:


     


    Dann wird das Bespannen komplettiert und


    Tadaaa:


      


    Soweit, so gut, recht ordentlich geworden das Ganze, und im nächsten Schritt kann die Bespannung gespannt werden.

    Ich bin auch schon ganz gespannt ^^ , wie das dann klappt…. 8|