Noch ein Arbeitsplatz

  • Schon seit einiger Zeit war ich mit meinem Bastelplatz nicht mehr so richtig zufrieden. Weder der in einem früheren Thread vorgestellte Werkzeug-Organizer, noch die große Holzplatte, auf der mein Bastelzeug rumlag, genügten noch meinen Ansprüchen.

    Dabei kommt es mir gar nicht darauf an, mein gesamtes Werkzeug permanent im direkten Zugriff zu haben, sondern vor allem die Teile, die im aktuellen Projekt wirklich benötigt werden. Der Rest kann in der Schublade bleiben.

    Der alte Werkzeug-Organizer war mal in einer Nacht- und Nebelaktion aus Kappa-Platten und Graupappe gebaut worden. Ich suchte eine Möglichkeit, neben einem ästhetischeren Aufbau auch eine ggfs reproduzierbare Variante zu bauen. Das schrie geradezu nach einer gelaserten Lösung aus Finnpappe. Also habe ich einige Abende rumgezeichnet, bin in den Makerspace gefahren und habe den folgenden Berg an Kleinteilen innerhalb von ca. 20 Minuten aus 1,5mm-Finnpappe gelasert:



    Und tatsächlich stellten sich meine gezeichneten Überlegungen als richtig heraus. Man konnte wirklich einen neuen Werkzeug-Organizer daraus bauen. Die Einzelteile gucken wir uns jetzt an:


    Zentrales Modul ist ein Kasten, der vor allem die Skalpelle und Rillnadeln aufnehmen soll. Außerdem sollten noch die Stanzeisen von RaiRo und einige Rundungsstäbe, Drähte, Lineale etc. mit rein. Ein Schmetterfach für alle nicht bedachten Eventualitäten sollte auch nicht fehlen.

    Leer sieht das dann so aus:



    Mit Werkzeug versehen, leidet die Optik schon ein wenig :(


    KLASSENERHALT!


    In der Werft: Kombifrachter Schwan (HMV/Piet/1. Auflage), Kanonenboot Panther (HMV/Wiekowski/1. Auflage), SdKfz 222 (GPM), KNM Thor Heyerdahl (ecardmodels.com), V1102 Lützow (Mannheimer Modellbaubogen) - wieso wird diese Liste nicht endlich kürzer?

  • Wichtig war auch eine Möglichkeit, Pinzetten und mindestens eine Schere unterzubringen. In der Disziplin haben mir die angebotenen Fertiglösungen nie gefallen. Meine eigene aber auch nicht mehr. Die Sachen einfach platt neben den Arbeitsplatz zu legen, benötigt zu viel Platz. Die folgende Lösung war eigentlich ein Zufallsfund.



    Dieses Modul (in einem anderen Aufbau habe ich zwei davon, um auch noch einen Seitenschneider unterzubringen) wird einfach rechts oder links an das oben erwähnte Hauptmodul angeklebt.


    Jetzt wäre es natürlich noch ganz nett, wenn wenigstens die für das aktuelle Projekt benötigten Aquarellfarben und vielleicht der eine oder andere Pinsel unterzubringen wären. Vielleicht auch so, dass man ziemlich abgenutzte (also kurze) Stifte unterbringen und wieder erreichen könnte:



    Auch dieses Modul muss natürlich an einer freien Seite des Hauptmoduls angeklebt werden.


    Zu den „normalen“ Rundungsstäben kommen natürlich auch noch besonders dünne Drähte hinzu, die nicht nur als Werkzeug fungieren, sondern auch noch als Verbrauchsmaterial für Masten und ähnliches verwendet werden. Das ist in meinem Fall eine lustige Mischung von 0,3 bis 1,2 mm. Ein paar Carbonstäbe sind auch noch dabei. Auch hier sollen natürlich kurze Reststücke erstens unterbring- und zweitens erreichbar sein.


    Zufällig ist das Teil gerade so breit wie der Platz zwischen den Skalpell- bzw Rillnadelhaltern:


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    In der Werft: Kombifrachter Schwan (HMV/Piet/1. Auflage), Kanonenboot Panther (HMV/Wiekowski/1. Auflage), SdKfz 222 (GPM), KNM Thor Heyerdahl (ecardmodels.com), V1102 Lützow (Mannheimer Modellbaubogen) - wieso wird diese Liste nicht endlich kürzer?

    Edited once, last by Eberhard H. ().

  • Man könnte jetzt natürlich die Flaschen für Kleber in das Schmetterfach (siehe oben) tun, aber ein wenig Platz wäre auf der selbstgesetzten Arbeitsfläche von ca. 40 x 50 cm² noch frei. Außerdem wären da noch ein paar andere Kleinigkeiten, die ich zwischendurch auch gerne staub- und flusenfrei unterbringen würde:



    Die Ausschnitte entsprechen den von mir bevorzugten Kleberflaschen und im Zweifelsfall kann auch der Wassertopf für die Aquarellfarben hier platziert werden. Die beiden Schubladen können für alles möglich verwendet werden. Ich benutze normalerweise einen Kartoffelchipsdosendeckel (tolles Wort!) mit einer Moosgummi-Einlage, um Mini-Teile – Pollerköpfe, Eisenbahnpuffer etc. - zwischenzulagern. Von dort kann man sie viel leichter wieder mit der Pinzette aufnehmen als direkt von der Schneidmatte. Hier war dafür aber nicht mehr genügend Platz übrig. Deshalb das ganze quadratisch gebaut und für die obere, flache Schublade vorgesehen. So staubt der Kleinkram nicht so ein, wenn man mal eine Weile nicht weiterkommt oder nebenan gebügelt wird.


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    In der Werft: Kombifrachter Schwan (HMV/Piet/1. Auflage), Kanonenboot Panther (HMV/Wiekowski/1. Auflage), SdKfz 222 (GPM), KNM Thor Heyerdahl (ecardmodels.com), V1102 Lützow (Mannheimer Modellbaubogen) - wieso wird diese Liste nicht endlich kürzer?

  • Damit diese Boxen nicht zu unkontrolliert über den Arbeitsplatz diffundieren, gleichzeitig das Bastelgedöns kurzfristig vom Tisch verbannt werden kann, sollte das Ganze möglichst kompakt – aber auch gut benutzbar – zusammengefasst werden. Wie bereits oben erwähnt sollte diese Platte nicht größer als 40 x 50 cm² werden. Es sollten sowohl der gezeigte Werkzeug-Organizer, eine Lampe als auch eine A4-Schneidmatte draufpassen. Der Modellbaubogen darf gerne links daneben liegen, "verschwindet" ansonsten aber auf der Schneidmatte:



    Ursprünglich wollte ich eine Reihe von Ausschnitten in eine entsprechend große und dicke MDF-Platte fräsen. Dies hätte sich wegen der großen Flächen als unnötig kompliziert erwiesen, hätte man doch die Platte des Fräskorbes deutlich vergrößern müssen. Da mich ein Bekannter aus dem Makerspace just zu der Zeit auf die Verfügbarkeit von 3mm-MDF-Platten hinwies, war eine Schichtbauweise unter Zuhilfenahme des Lasers die effizientere Wahl. Außerdem hätte die Fräserei auch noch eine Höllensauerei gemacht!


    Auf eine 18mm-MDF-Platte wurde zunächst eine 3mm-MDF-Platte mit Ausschnitt des Lampenfußes geleimt. Darauf kam eine weitere 3mm-Platte, die neben dem Ausschnitt für den Lampenfuß noch einen Ausschnitt für die Schneidmatte und zwei Ausschnitte zu Aufnahme der oben beschriebenen Module enthielt.

    Die Oberfräse durfte aber auch noch in Aktion treten, um die Kanten schön rund zu bekommen.

    Die 3mm-Platten hatte ich im Baumarkt etwas größer zuschneiden lassen, damit sie schließlich vom Laser auf das korrekte Maß gebracht werden konnten. Ansonsten wären die Ausschnitte sicherlich nicht parallel zu den Außenkannten gewesen. Deswegen war nach dem Zusammenkleben aller drei Platten sowieso noch ein Arbeitsgang mit dem Bündigfräser angesagt.

    Ein kleine Leiste an der Unterseite sorgt für eine sichere Ausrichtung am Tisch und vier Klebefilze für den notwendigen Schutz der Tischplatte.


    Und was machen wir mit dem zweiten Auschnitt für die Werkzeug-Organizer-Module? Entweder kann da ein Papierkorb rein oder ein Modul, das neben Farben für Ätzteile (wieder nur die Menge, die für das aktuelle Projekt benötigt wird) auch die benötigte Biegehilfe, eine kleine Glasscheibe und alte Klingen zum Heraustrennen aufnimmt:


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  • Die ersten vier oben vorgestellten Module habe ich noch um einen Halter für Zahnstocher erweitert und zu einem Block zusammengeklebt:



    Zusammen mit Schneidmatte und Lampe sieht der Gesamtaufbau dann so aus:



    Gruß

    Eberhard


    PS: Wer sich über die ätzende Farbe des Moosgummis wundert, dem sei gesagt, dass diese Farbe üblicherweise nicht bei unseren Modellen vorkommt und deshalb einen guten Kontrast zu den darauf abgelegten Bauteilen ergibt.


    PPS: Stichwort Schmauchspuren. Die 1,5mm-Finnpappe lasert der CO2-Laser ohne Verbrennungsrückstände. Das Zeug ist absolut sauber! Bei den MDF-Platten sieht das naturgemäß anders aus. Hier hilft aber ein primitiver Trick: Nach dem Lasern die Schmauchspuren einfach mit einem angefeuchteten (nicht klatsch-nassen!) Papiertuch die Schneidränder entlangfahren. Spätestens nach dem zweiten Durchgang sind die Teile sauber!


    PPPS: Mir ist kein besserer Begriff als Werkzeug-Organizer eingefallen. Im Bedarfsfall durch Tool-Organizer (das wäre wenigstens konsequent) oder durch Werkzeug-Organisierer ersetzen.

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  • Hallo Eberhard,


    toll gemacht, gefällt mir richtig gut.


    Das Thema mit der Arbeitsplatzorganisation beschäftigt mich auch seit längerem.

    Deshalb habe ich mir letztes Jahr auch eine Ablage gebaut, die dauerhaft auf dem Schreibtisch steht und zum Basteln einlädt (was leider momentan aus Zeitgründen nicht wirklich funktioniert).


    Wie es sich gehört ist alles aus Karton gebaut und wird je nach Modellprojekt individuell bestückt (gerade was Farben betrifft)


    Funktioniert sehr gut und war jede Minute wert, die ich dafür investiert habe.


    Hier ein paar Bilder


       


    und wenn es optisch stört, einfach Deckel drauf



    Viele Grüße

    Ulrich

  • Hoi zäme


    das nenn ich mal Ordnung, wie bei einem Uhrmacher oder Optiker!


    Bei mir sieht's leider anders aus, aber ich erspare euch die Bildern grins



    Gruss Barni

  • Moin Ulrich!

    Coole Lösung. Ich bin also nicht der einzige mit diesem Fetisch. An so einen Deckel hatte ich auch schon gedacht, aber dafür ist meine Lösung zu sehr in die Höhe gebaut (Hammer, Rundungsstäbe).

    Mir ging es vor allem um einen Weg, das ganze Bastelzeug zügig vom Arbeitstisch zu bekommen. Sei es, weil ich gerade eine Weile nicht weiterkomme, oder Besuch den Hobbyraum zwecks Übernachtung benötigt.

    Gruß

    Eberhard

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  • Noch eine Anmerkung zu den Kosten:

    Insgesamt wurde weniger als eine Platte Finnpappe 1,5mm 70 auf 100cm2 verbraucht. => €3,--

    MDF-Platte 18mm 40 auf 50cm2 => €3,80

    2mal MDF-Platte 3mm 42 auf 52cm2 => €2,30

    Für das Lasern der Finnpappe benötigte der Laser ca. 20 Minuten, die im Makerspace Cent 50,-- je Minute kosten => €10,--

    An den MDF-Platten hat der Laser natürlich heftig zu beißen und brauchte deshalb ca. 12 Minuten für das Auslasern der 3mm-MDF-Platten => €6,--

    Die Leiste und die vier Klebefilze stammten aus dem Fundus.

    Somit wurden insgesamt €25,10 fällig.


    Die Schneidmatte liegt ebenfalls in einem Ausschnitt der oberen 3mm-MDF-Platte. Da sie etwas dünner als die handelsüblichen Matten ist, wurde zusätzlich eine Lage Bristol-Karton untergelegt. Da die Matte ziemlich transparent ist, wird der Arbeitsplatz durch den weißen Karton sogar noch ein wenig heller.

    Mal sehen, wann ich da mal noch einen Durchlichttisch draus mache ;) . Die Matte könnte als Diffusor schon ausreichend sein.


    Gruß

    Eberhard

    KLASSENERHALT!


    In der Werft: Kombifrachter Schwan (HMV/Piet/1. Auflage), Kanonenboot Panther (HMV/Wiekowski/1. Auflage), SdKfz 222 (GPM), KNM Thor Heyerdahl (ecardmodels.com), V1102 Lützow (Mannheimer Modellbaubogen) - wieso wird diese Liste nicht endlich kürzer?