Panzer KV-1 1:10 RC-fähig zum Nulltarif aus dem 3D-Drucker

  • Servus miteinander!


    Diesmal gehe ich fremd und werde meinen 3D-Drucker so richtig zum Glühen bringen. Auf Thingiverse habe ich unter dem Suchbegriff 'Heavy tank KV-1' ein geniales Projekt für einen russischen Panzer aus dem 2. Weltkrieg zum kostenlosen downloaden gefunden. Bis auf die Fernsteuerung und die Antriebsmotoren wird hier fast alles mit dem 3D-Drucker hergestellt. Die Anleitung für den Zusammenbau ist mustergültig und besser als viele professionelle Bausatzbeschreibungen.


    Falls hier Interesse besteht, werde ich gerne den Baufortschritt mit Fotos posten.


    LG

    Josef

  • Einige Kenndaten zum Modell - die Gesamtlänge wird 67cm betragen - fast alle beweglichen Teile werden mit Kugellagern versehen - die Download-Daten beinhalten alle notwendigen STL-Dateien, die bereits lagerichtig und zum Druck vorbereitet sind. Bei einigen Teilen mit Hinterschneidungen sind bereits Stützen in der Datei integriert - darauf wird in der Anleitung hingewiesen - sind relativ leicht zu entfernen.



    Der Hauptkörper besteht aus 8 Teilen, die mittels Verklebung und Verschraubung zu einem sehr stabilen Rumpf vereinigt werden (Wandstärke ist ca. 5 mm!).



    Nach der Montage jeder Baugruppe wird die Lackierung (mit Airbrush und Pinsel) aufgetragen. Nach der ersten Schicht sieht das dann so aus.



    Die Detaillierung der Bauteile ist hervorragend, jeder Bolzen, jede Schraube (mit Beilagscheiben) und die Schweißnähte, sowie die Verschlüsse sind dargestellt.



    Demnächst mehr!


    Josef

  • Servus Josef,


    da ist dir wieder ein Wurf gelungen. Einmal was ganz anderes. Bin schon gespannt auf die Räder und Ketten.

    .


    Servus aus Wien


    Robert


    "Wer bremst, verliert!"


    Crawler: 133/499

  • Naja, 166 Seiten stimmt nicht ganz - es ist die Hälfte, aber auch noch genug (einmal mit englischer und einmal mit polnischer (?) Seitenbeschreibung).


    Weiter geht's! Probeweise habe ich mal 10 Kettenglieder provisorisch zusammen gefügt. Diese 10 Kettenglieder passen gerade mal in eine ausgestreckte Hand (... und ich habe keine kleinen Hände).



    Leiträder wurden bereits fertig gebaut.


      


    Laufräder mit den Schwingarmen sind gerade in Arbeit - da werde ich einige Zeit beschäftigt sein.


      



    LG

    Josef

  • Servus Josef,


    anhand der Kettenteile und des Laufrades ist schon zu erahnen, wie groß der Panzer einmal werden wird. Hast du schon einmal den Filamentverbrauch errechnet?

    .


    Servus aus Wien


    Robert


    "Wer bremst, verliert!"


    Crawler: 133/499

  • Mittlerweile sind die Schwingachsen fertig gebaut.


      


    Die Federung der Achsen wird über einen weiteren Umlenkhebel und einem Gummiring (8 mm breite Ringe aus einem Fahrradschlauch) realisiert. Eine genial einfache und sehr brauchbare Lösung.



    Aus diesen Teilen besteht ein Laufrad.



    Diese Teile werden zu zwei Hälften zusammen geklebt. Die jeweilige Innenseite wird mit Acryllack aus dem Baumarkt dick eingestrichen. Beim kompletten Laufrad würde man hier nur mehr schwer rankommen.



    Nach insgesamt 7 Farbaufträgen sehen die Laufräder dann so aus.



    LG

    Josef

  • Getriebe und Motoren wurden montiert.



    Mit Teflon Schmiermittel versehen. Damit bei höheren Umdrehungen nicht alles mit Fett voll wird, gibt es eine elegante Kapselung des kompletten Getriebes. Bei der Befestigung des Motors kommt auch ein Kartonteil zur Anwendung; 3 mm dicke Finnpappe als Hitzeschutz.



    Fahrwerk (außer Kette) komplett.


      


    Details am Fahrwerk - Schmutzkratzer beim Antriebsrad.



    Kettenspanner beim Leitrad.



    LG

    Josef

  • Hallo Josef!


    Das Gerät ist echt der Hammer. RC-mäßig kannst Du es aufrüsten bis zum Umfallen, bzw alle Funktionen wie in echt unterbringen. Bei Panzern ist nur der zur Verfügung stehende Raum der begrenzende Faktor und nicht auch noch das Gewicht wie bei Flugzeugen.

    Herzliche Grüße
    Gerald

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    I'm walking! @fats_domino

  • Sagenhaft gut, Josef!

    Das war at einfach perfekter Modellbau der nicht-kartonalen Art!

    Im Bau: MS WILHELM GUSTLOFF, 1:250



    Aufwachen - es ist 5 vor 33...

  • Danke für die netten Kommentare, es geht weiter!


    Derzeit sind die Ketten in Arbeit. Jedes Kettenglied besteht aus 3 Teilen. 10 derartige Sets bekomme ich auf die Druckplatte und der Zeitaufwand für den Druck beträgt etwas über 6 Stunden. Bei einem Druckauftrag pro Tag braucht es also etwas mehr als 8 Tage für eine Seite (85 Kettenglieder). Nach dem Ausdruck wird das Stringing (haarfeine Kunststofffäden die durch die Leerfahrten zwischen den Einzelteilen entstehen) mit einem Gasbrenner durch schnelles und kurzes Überstreichen entfernt. Dann werden die Bohrungen für die Achsen bearbeitet - Aufbohren auf 2 mm und anschließend mit der Reibahle auf 2,1 mm erweitert.



    Die Einzelteile werden mit Revell Contacta Professional und mit Hilfe einer gedruckten Lehre verklebt. Zusätzlich werden noch alle Klebenähte mit dünnflüssigem Sekundenkleber behandelt - das ergibt eine sehr stabile Verbindung.



    Die Verbindungsachsen werden aus 2 mm dickem, schwarz eloxiertem Aluminiumdraht hergestellt. Die Abschnitte werden grob abgeschnitten und mit dem Stahllineal unter starkem Druck über die Schneidmatte gerollt; dadurch erhält man gerade ausgerichtete Achsen. Rechts - vorher / Links - nachher. Der Vorteil von Aluminiumdraht ist die leichte Ablängung mit Zange und die Stabilität ist für diese Anwendung ausreichend.



    Mit einem kleinen Hilfswerkzeug werden die Achsen auf die korrekte Länge gekürzt. Dafür verwende ich einen kleinen watenlosen Seitenschneider.



    Für die Achsenenden habe ich nach Internetrecherche bei Originalbildern zwei Endstücke konstruiert, die mit dem Resindrucker gedruckt werden. Nach der Lackierung mit Vallejo 71.073 Black (metallic) und dem Verkleben mit den vorbereiteten Achsen steht einer Verbindung der Kettenglieder nichts mehr im Wege.


      



    Nach der blockweisen Verbindung der Kettenglieder (25-30 Stk.) erfolgt eine Grundierung mit 71.073 und ein leichtes Übernebeln mit (echtem) Schwarz. Damit versuchen ich eine möglichst realitätnahe Darstellung von Gußeisen zu erreichen. Nach der Grundbemalung erfolgt noch ein leichtes 'Washing' mit Rost. Für einfachere Handhabung beim lackieren habe ich mir ein Werkzeug gemacht.


      


    Nach Hervorhebung der abgenutzen Flächen mit Silber präsentiert sich die Kette dann so.



    LG

    Josef