McLaren MP4/5B; Ayrton Senna, Großer Preis von Monaco 1990; Forum-Team Nr. 170; Maßstab 1:24

  • Hallo zusammen,

    nachdem ich die Baustellen meiner drei ( ?( ) Sowjet-Flieger auf unbestimmte Zeit eingemottet habe, war es irgendwie leer auf dem Modellregal. Nur noch eine angefangene Baustelle... Das geht so gerade mal gar nicht :thumbdown: Also nix wie ran ans Zweitprojekt, es geht jetzt an den McLaren von Ayrton Senna, mit dem er 1990 Waldmeister wurde. Der dazugehörige Bogen stammt vom Kleinverlag Forum Team aus Tschechien und ist von Robert Blaschke konstruiert. Diese Bögen sind für gewöhlich sehr faszinierende Erscheinungen, weil auch immer noch ein Briefumschlag mit LC-Teilen dabei ist, die nicht auf dem Bogen aufgedruckt sind und ohne die das Modell auch nicht baubar ist. Spaßförderung durch kreativen Kopierschutz, sozusagen :whistling: Beim McLaren ist auch noch eine Folien-Windschutzscheibe und, völlig kartonmodelluntypisch, ein Scheibendecal dabei. Beides dankenswerterweise in doppelter Ausführung, damit es für den Notfall Ersatz gibt :thumbup:

    Anleitungstechnisch gibt es die zwei oben zu sehenden Skizzen und drei Seiten Textanleitung, in denen (nach der Übersetzung, selbstverständlich) jeder noch so kleine Bauabschnitt haarklein beschrieben ist :thumbsup: Trotzdem hat es das Modell extrem in sich, weil der Konstrukteur von grundauf sehr komplex unterwegs ist bei seinen Modellen. Das sieht man auch beim Cockpit. Dieses ist nämlich einmal komplett asymmetrisch, was durch die Ausbuchtung rechts mit dem Schalthebel bedingt ist.

    Der Zusammenbau gestaltet sich anspruchsvoll, weil man mit sehr dünnen Stegen ohne jegliche Verstärkungen hantieren muß, was handwerklich ziemlich herausfordernd ist :pinch:

    Und dann gibt es noch ein paar Unpäßlichkeiten mit dem Fußraum und seinen Klebelaschen, weswegen ich am Ende eine heillose Flickschusterei inklusive Sekundenklebereinsatz im Inneren betrieben habe. Ist aber zum Glück am fertigen Modell nicht sichtbar :whistling: Der Sitz ist auch eine tolle Konstruktion:

    Sowas bei einem Laserdruck mit 120 Gramm Papiergewicht umzusetzen, erfordert schon eine gewisse Verachtung des Modellbauers seitens des Konstrukteurs :|

  • Nichstdestotrotz habe ich das Cockpit am Ende besiegt. Lenkrad und Sicherheitsgurt fehlen noch, aber das ist ziemlich belangloser Kleinkram ^^

    Weiter ging's mit dem monströsen Diffusor, der ebenfalls ohne jegliche Verstärkung und mit sehr herausfordernden Biegemethoden umgesetzt wird. Das Teil wird dann an den Unterboden angebracht, wobei es hinten an den angedeuteten Auspufföffnungen eine verrutschte Grafik gibt:

    Damit landen wir bei Bauabschnitt Nr. 3, der Karosserie. Auch hier sind einige handwerkliche Herausforderungen zu meistern, speziell die Formung des vorderen Abschlusses ist harter Tobak.

    Dafür ist der restliche Aufbau bis jetzt ein ziemlicher Genuß. Auch die Teiletrennlinien durch die Farbübergänge der Sponsorenbemalung hindurch ist ein ziemlich genialer Schachzug, wie ich finde :thumbup:

    Soweit erstmal der Einstieg. Das war mal ein produktives Wochenende 8o

    Gruß,

    Daniel.

  • Hallo,

    ein paar Baufortschritte: Zunächst das Hinterteil, dann weitere Arbeiten an der Fahrzeugfront.

    Schließlich beides zusammengefügt, einmal von vorne und hinten.

    Die mitgelieferte Scheibe ist viel zu stabil. Ich habe sie nur als Schablone genommen und das Ganze nochmal mit etwas weicherem Material umgesetzt. Nach Scheibenmontage wird ein wasserauflösliches Abziedecal auf die Scheibe aufgebracht... Ich glaube, das ist einer der Gründe, warum ich keine Plastikmodelle baue :cursing: Aber einmal im Leben kann man sowas ertragen 8|

    Im Anschluß wird das Cockpit ins Oberteil fixiert und dann alles zusammen mit der Bodenplatte vereint...

    ...was dann einige ungewollte Beulungen an nicht erwünschten Stellen bedingt. Mal sehen, ob und wie ich damit weiterkomme ?(

    Gruß,

    Daniel.

  • Hallo zusammen,

    ich hab' mal die seitlichen Kästen gebaut:

    Damit ist der Karosseriebereich nun abgeschlossen. Der Rest sollte eigentlich "Business as usual" sein; Reifen, Spoiler und Aufhängungen sind sich im Grunde immer sehr ähnlich. Hier nochmal der momentane Stand:

    Gruß,

    Daniel.

  • Akute Spoilerwarnung :D

    Die Paßgenauigkeit an dieser Stelle ist ein Träumchen :thumbup: So entspannt habe ich noch nie einen Frontflügel gebaut 8o Gut, er ist auch nicht sonderlich komplex, muß man auch dazu sagen...

    Die leicht verzogene Symmetrie macht übrigens meine Kamera. In der Realität ist alles gerade :!:

    Gruß,

    Daniel.

  • Hallo miteinander,

    es ging weiter am McLaren und zwar am Heckspoiler:

    So eine Konstruktion mit durchgesteckten Klebelaschen ist mir bisher noch nicht begegnet. Das Ganze ist aber gut durchdacht und man erreicht damit erstaunlich mühelos ein präzise symmetrisches Ergebnis. Ich bitte daher alle anderen Konstrukteure dringlichst darum, hier mal ein Bißchen abzukupfern :thumbup:

    Was ich beim Modellbauen überhaupt nicht mag, ist ganz am Ende noch eine Kleinteilschlacht bewältigen zu müssen. Also habe ich die Fummelorgie mit Lenkrad, Kamera und Spiegeln etwas vorgezogen:

    Jetzt ist das Auto an sich soweit fertig...

    ...und es folgt der sehr erhebende Bauabschnitt "Nur noch die Räder" :pinch:

    ;)

    Gruß,

    Daniel.

  • nur noch die Räder ist immer geil!

    Eigentlich heißt es ja auch: "Nur noch SCHNELL die Räder" :D :D :D

    Und weil das hier ein Modell von Robert Blaschke ist, gestaltet sich die ganze Radkonstruktion... etwas ungewöhnlich, aber trotzdem gut machbar. Zunächst habe ich aber ein paar Teile auf "Brystol" sowie 0,5 mm verstärkt. Das ist alles nicht per Bogen oder Anleitung vorgesehen, diese Umsetzung erfolgt rein aus Erfahrungswerten heraus. Die unerläßlichen Rundspanten sind bei diesem Modell dankenswerterweise im LC-Satz enthalten, so daß ich mir diesmal die Spielerei mit dem Zirkel sparen kann.

    Und dann kommt das Ungewöhnliche: Die Bremsen werden hier nicht an die Radaufhängungen geklebt, sondern in so einer Art "Eimer" direkt im Rad bzw. hinten am Felgeneinsatz dran platziert:

    Enstprechend gestaltet sich auch der Aufbau des grundlegenden Radgerüstes etwas "anders". Im Anschluß habe ich die Reifenflanken mittels angefeuchteter Rückseiten und Daumenkneten geformt, wobei meine Know-How-Grundlage nochmal ein Level hochgegangen ist; Einerseits sind meine langen Finger an ein paar Zahnarztwerkzeuge gekommen, mit denen ich diverse Rundungen viel sauberer, als bisher gewohnt umsetzen kann. Andererseits bin ich jetzt nämlich, nach fast hundert gebauten Reifen, mal auf die Idee gekommen, sämtliche Klebelaschen in den Rädern mittels normalen Druckerpapiers umzusetzen...

    ...und siehe da...

    ...Nix drückt sich durch! Ungewöhnlich ist dann auch die Endmontage; Das leere Radgehäuse wird an die Aufhängung geleimt und erst dann kommt der Felgeneinsatz rein... damit die Bremsklötze am Ende nicht gottweißwo hängen.

    Und weil das alles eigentlich schon wieder viel zu langweilig ist, muß doch nochmal eine schöne Notoperation ran. Also, unten das halbe Typenschild abgeschnitten und ein riesiges Loch gebort. Dann mit dem klatschnassen Pinsel die Motorabdeckung von innen angefeuchtet und die Form der Airbox nachgearbeitet, so daß die Wölbung nach dem Trocknen dauerhaft nach innen geht.

    Dann die rechte Hälfte des Typenschildes der Gerhard-Berger-Version wieder aufs Loch geklebt und... Puh, ist mal wieder gutgegangen :pinch:

    Jetzt noch die Hinterreifen. Am Ende werde ich für die Reifen genauso viel Zeit gebraucht haben, wie für das ganze restliche Auto :pinch:

    Gruß,

    Daniel.


  • fretsche : Auf jeden Fall hat sich's gelohnt. Über den Punkt, an dem man bei jedem Modell absolut keinen Bock auf's Reifenbauen hat, bin ich auch schon lange drüber. Mittlerweile hab' ich eher so einen permanenten Ehrgeiz, gescheite Räder hinzustellen 8|

    am Ende ging's doch recht zügig voran, weil ich eigentlich die ganze Zeit über schon Kleinteile für die Hinterräder auf Halde gefertigt habe, ohne es so richtig zu kapieren ?( Die Vorgehensweise ist die gleiche, wie vorne, mit dem Unterschied, daß die Hintergrundeimer nur bis auf halbe Höhe in den Reifen hineinragen. Und die Felgenpatrone ist natürlich hinten etwas komplexer, als vorne:

    Und das war's dann :thumbsup: Hier ein Blick auf's fertige Modell:

    Siebzehn Tage Bauzeit, das ist in ungefähr so das, was ich mit meiner Ungeduld gerade noch so vereinbaren kann :whistling: Die Paßgenauigkeit ist weitgehend prima, der Schwierigkeitsgrad dafür aber etwas höher, als es der erste Blick in den Bogen zunächst vermuten läßt :pinch: Den Bausatz hab' ich aber nochmal im Stapel liegen, irgendwann, wenn ich groß bin und gescheit Bauen kann, kommt noch eine Widerholungstat...

    Galeriebilder mach' ich die Tage, wenn ich dazu komme 8o

    Gruß,

    Daniel.

  • Daniel F. March 15, 2022 at 11:33 PM

    Added the label Completed
  • Moin Daniel!

    Gratulation zu dem sauber gebauten Flitzer! :thumbsup:

    Mit besten Grüßen aus Hagen

    Christoph


    "Der Mensch ist nur da in der vollen Bedeutung des Wortes Mensch wo er spielt und er spielt nur da, wo er Mensch ist."
    Friederich Schiller

    :!: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es den "Hohenhof" in Hagen als Kartonmodell geben soll :!:

  • Danke, Christoph...

    ...einen kleinen Bock hab' ich aber geschossen :D Mein Auto hat jetzt die falsche Modellnummer :whistling:

    Die gehört zur Version von Gerhard Berger, so wie der gesamte rechte Teil des Typenschildes 8| Aber es schaut sich ja niemand das Modell von unten an :cool: Ansichten von oben sind übrigens hier verlinkt: Galeriebildchen, bitte klicken!!!


    Gruß,


    Daniel.

  • Mein Auto hat jetzt die falsche Modellnummer :whistling:

    OmG, ab in die Tonne! :thumbsup: Wie Du ja sagst, wer guckt die Modelle auch von unten an, vielleicht die Putzfrau (äh, Raumpflegerin). Ansonsten ist Dir wieder ein super Modell gelungen - sieht fast wie ein echtes Auto aus...