Kleben: Ponal und Uhu

  • Hallo liebe Kartonbauer,


    falls diese Frage schon beantwortet wurde, sorry... dirigiert mich dann doch bitte!


    Vor sagen wir 40 Jahren habe ich alles mit Uhu verklebt, funktionierte auch sehr gut. Als Neueinsteiger (wirklich erstes Modell!) wurde mir ein guter Holzleim genannt. Ich benutze jetzt Ponal Express und der riecht auch gut, aber mein erstes Modell ist bereits in der Schwebe zwischen cool und Mülltonne. Ich habe nämlich oben auf den Spanten für das anbringen der Decks wie auch am Boden naiv einfach mal die Flasche dran gehalten. Unten ging das auch gut. Oben bei einem etwas längeren Deck habe ich die Spanten aber quasi eingekleistert und es zeigt sich dieser typische trottelige Anfängerfehler, die Abzeichnung der Spanten. Das möchte ich für die Bordwände natürlich vermeiden.


    Meine Anfänger-Fragen also:


    - benutzt ihr Holzleim und Uhu

    - wann benutzt ihr was

    - wie tragt ihr beides auf (direkt aus der Flasche, Zahnstocher, etc.)

    - hierbei, wie kommt ihr mit der Geschwindigkeit des Trocknens klar (bei größeren Klebungen, aber auch allgemein)

    - tragt ihr doppelseitig auf, also auf den zu verklebenden Stellen jeweils


    Sorry für diese einfachen Fragen, aber ich würde mich echt freuen, von eurem Wissen zu profitieren.


    Liebe Grüße,


    Jens

  • Hallo Jens,


    pauschal: Große Flächen (Deck, Bordwand) Uhu (Lösungsmittelhaltig), Kleinteile Holzleim. Holzleim kann z.b. mit Stecknadel/Zahnstocher aufgetragen werden.


    Gruß pianisto

  • Hallo Jens,

    genauso ist es, größere Flächen oder Stellen, an denen das Papier nicht weich werden darf, mit Uhu. Alles andere klebe ich mit leicht verdünntem Weissleim und einem Pinsel. Den Leim benutze ich in einer Nasspalette, dann bildet sich nicht so schnell eine Haut.


    Viele Grüße

    Jan

  • Hallo Jens


    Kleiner Tipp:

    Auf die Tube eine Spitze vom Uhu Hart drehen und darauf noch mal eine Sekundenkleberkanüle klicken.


    So kann man ihn fein dosieren.

    Mit besten Grüßen


    Andreas Paul

  • Hallo Kartonisten,

    ich benutze zum Kleberauftragen für kleinere Flächen ein Stückchen Schaschlikspieß (so 6cm lang) und spitze ein Ende an und schneide das andere Ende flach zu (Spatel), um etwas größere Flächen einzustreichen.

    Hajo

    Ein Leben ohne Kartonmodellbau ist möglich, lohnt aber nicht! (Frei nach Loriot)

  • Hallo Jens!

    Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Ich bin auch Neuling und habe hier schon sehr gute Tipps erhalten, aber auch schon sehr böse eigene Erfahrungen (Leim eignet sich nicht für großflächige Klebeaktionen) machen müssen.


    Aktuell haben sich bei mir folgende Praktiken herauskristallisiert:

    • für normale Klebungen nehme ich Uhu aus der Flinken Flasche (schwarz), hier habe ich den Kleber in eine leere Kittifix-Allzweckkleber-Flasche umgefüllt, da das Auftragen mit der dünnen Spitze den Klebe-Prozess vereinfacht, teilweise arbeite ich dann noch mit einem Zahnstocher, um den Auftrag gleichmäßiger und flächendeckender verteilen zu können

    • ansonsten Leim, hier dann auch Kittifix (Karton und Bastelkleber - weiße Flache), verarbeite aber auch meine vorhandenen Reste Ponal Classic und Ponal Express, wenn es dir bei Ponal Express zu schnell geht (manchmal aber ja auch erwünscht oder notwendig), dann verdünne es doch mit Wasser bzw. nehme nicht so schnell anziehenden Leim (Ponal Classic), ich verdünne ihn ggf. in meiner "Toofifee-Palette", hier habe viele Anrührausbuchtungen zur Verfügung, ehe das Plastik im gelben Sack entsorgt werden muss

    Insgeheim muss man seine eigenen Vorlieben austesten, wie gesagt, derzeit ist das meine Praxis.


    Als Sekundenkleber verwende ich bei Bedarf Uhu-Sekundenkleber (blitzschnell Pipette).



    Schaschlik-Spieß anspitzen, wie Hajo beschrieben, finde ich auch einen guten Tipp, das werde ich direkt mal ausprobieren.


    Weiterhin gutes Gelingen!


    Beste Grüße

    Udo

    Wenn du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer.


    Antoine de Saint-Exupery (1900 – 1944)

  • Mein Senf dazu:

    Was die Klebstoffe bzw. den Leim angeht gibt es eigentlich nix hinzuzufügen. Mit den Infos kannste nix verkehrt machen. Der Rest ist Ausprobieren.

    Aber zu der Problematik des "Spantendurchdrückens" würde ich gerne noch etwas ergänzen. Das hat nämlich nicht nur mit dem Kleber zu tun. Das kann man auch mit lösungsmittelhaltigem Kleber hinkriegen. Das Problem liegt nämlich imho in der Art, wie man die Bordwände bzw. Decks auf die Spanten drückt, bis der Kleber abgebunden hat.

    Außerdem (er)weicht auch lösungsmittelhaltiger Klebstoff das Papier (leicht). Schütte mal ne Flasche Reinigungsbenzin oder Aceton über dein Modell. Kommt auch nicht besser als Wasser :D. Sieht man auch am "Durchschlagen" des Klebers bei Verdoppelungen, wenn der Kleber entweder zu stark verdünnt oder zu großzügig aufgetragen wurde.

    Um das "Spantendurchdrücken" zu verhindern, sollte man imho diese nicht mit den Fingern oder einem weichen Tuch andrücken, sondern mit einem Falzbein (https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=falzbein) oder einem vergleichbaren Gegenstand. Rundungsstäbe eigen sich auch. Das Ganze sollte eher steif und unflexibel sein. Andernfalls gibt die Bordwand nämlich einfach nach und nur die Spanten stellen einen gewissen Widerstand dar. Und schon sieht man sie wunderbar durch Bordwand oder Deck.

    Der Vorteil des Falzbeins liegt dabei darin, dass es üblicherweise keine Spuren auf dem Papier hinterläßt. Aluminium beispielsweise neigt dazu, das Papier schwarz bzw. "blank" zu machen. Sieht dann nicht schön aus.

    Ansonsten sollte man die Bordwände so gut und lang vorformen, bis sie möglichst (komplett klappt das bei mir nie) spannungsfrei von selber den Spanten folgen. Dann braucht man die Bordwände nämlich nur an Deck und Bodenplatte zu befestigen. Klappt nicht immer und überall, aber man sollte es sich zum Ziel setzen. Dann regeln die Spanten eigentlich nur noch den Abstand zwischen Bodenplatte und Deck. Und schon hat man eine mögliche Fehlerquelle für das Durchdrücken der Spanten ausgeschlossen. Die Stabilität des Rumpfes wird davon nicht bzw. nicht wesentlich beeinflußt.

    Gruß

    Eberhard

    Es reicht nicht, keinen Plan zu haben. Man muss auch unfähig sein, ihn auszuführen!


    Der Klügere gibt nach, eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.


    In der Werft: Kombifrachter Schwan (HMV/Piet/1. Auflage), SdKfz 222 (GPM), V1102 Lützow (Mannheimer Modellbaubogen), Seenotkreuzer ERNST MEIER-HEDDE und HERMANN RUDOLF MEYER-Klasse der DGzRS (Passat-Verlag)

  • Hallo,

    ich habe gute Erfahrungen mit einem Küchenschwamm gemacht.

    Der verteilt den Druck grossflächig und verhindert so ein Durchdrücken.


    Thomas

  • Einen Küchenschwamm benutze ich auch zum An“drücken“ der Bordwände.

    Wenn die gut vorgeformt sind, klappt das prima.

    Fertig: MS WILHELM GUSTLOFF, 1:250



    Aufwachen - es ist 5 vor 33...

  • Moin,


    Bei Bordwänden sollte man immer so gut vorformen das sie trocken schon so gut wie möglich an den Spanten anliegen.

    Und beim Ankleben wenn’s geht nur oben an der Deckskante und unten an der Bodenplatte ankleben.

    Dann können überhaupt keine Spanten durchdrücken.


    Ich weiß, ist leichter gesagt als getan, aber üben, üben und nochmal üben.

    Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.



    Gruß

    Stephan,

    der auch drei Klebersorten verwendet.

  • Moin,

    ich möchte mich meinen "Vorschreibern" anschließen; gut vorrunden, alle Rumpfteile mit Leimnaht verbinden, möglichst nicht an die Spanten kleben, nur oben und unten an Deckskanten und Wasserlinie!, erstaunt sein, daß die Rumpfform durch das Vorrunden bleibt (nicht wieder "zurückbeult", Z.B. bei der Scheer, Akitsushima, Ilmatar). Wichtig ist für mich, daß der Rumpf wirklich schier ist, d.h. daß möglichst keine Nähte zu sehen sind. Dazu müssen beim Bau (auch) alter Bögen die schwarzen Begrenzungslinien weggeschnitten werden.

    Auch ich verwende 3 Klebersorten: Schweinkramkleber (lösungsmittelhaltig), Bindan Propellerleim, Bindan -RS (schnellbindender Weißleim). Ponal verwende ich nur für Parkett- und Laminatböden bei 1:1 Bauten!

    Übrigens: ich habe auch schon 160gr Karton großflächig faltenfrei und beulenfrei mit Weißleim geklebt. das funktioniert, muß man aber nicht unbedingt machen (Urlaub in DK und "richtigen" Kleber vergessen).

    Viel Spaß beim Kartonbauen

    Ralph

  • Hallo,

    meine Hilfsmittel sind

    - Kronkorken statt Toffifee-Palette. Diese auch als Mischbehälter für meine Acrylfarben.

    - Zahnstocher (fast immer) und Holzgäbelchen (selten) zum Auftragen

    - UHU schwarz und UHU hart, aber auch Bindan und Ponal (Express), seltener Sekundenkleber (nur für Kleinteile). Grundsätzlich und gerade bei Sekundenkleber ist es wichtig, so wenig wie möglich aufzutragen, sonst ist die Bindezeit selbst bei Sekundenkleber "lang" und der Karton nimmt die Gelegenheit wahr, sich durchzuweichen und dann zu verformen. Prittstifte und Pattex habe ich in diesem Umfeld noch nicht probiert. Selbstverständlich auch nicht Plastikkleber (Faller, Revell, Vollmer, Tamiya...)

    UHU grün tut's auch, aber es dauert halt länger und ist dann auch nach meinem Gefühl nicht so fest wie der "schwarze".


    Um Ponal (mit Wasser verdünnt) aus einer super dünnen Kanüle herauszudrücken, braucht man einen dünnen Draht/Stopfen für die Kanüle, sonst ist sie gleich verklebt. Ich komme gerade auf die Idee, eine Revell-Plastikkleberflasche zu entleeren und dorthin UHU oder Ponal zu füllen: diese Flaschen habe nämlich eine ideale dünne Kanüle samt Verschluss.... 8o


    Es geht voran!

    Gruß

    Stephan