Schlepper Vulkan und Merkur - Hinweis und Frage Bordlaterne

  • Hallo Forum,


    zwei Sachen zu den Schleppern Vulkan und Merkur vom HMV:


    Erstens ein Hinweis. Natürlich hieß die "Vulkan" "Vulkan". Daher ist es sehr befremdlich, dass sowohl auf der mittleren Abbildung, das große Foto, "Vulcan" steht... es schien das aber auch tatsächlich als Modell gegeben zu haben, da der HMV das Modell mit einer Bilderserie bewirbt, die "Vulcan" zeigt 😁 es sei euch verraten, keine Angst: Der Aufdruck "heutzutage" lautet "Vulkan". Hier etwas mehr Info: https://www.arbeitskreis-histo…lieder/modelle/wendemuth/


    Zweitens: Wo baue ich denn die hintere Bordlaterne an?! Ich neige dazu, sie an der Fahnenstange anzubringen, da sollte doch nix dagegen sprechen?!


    LG,

    Jens

  • Servus Jens,


    ich habe das Hecklicht an der achteren Spitze der Oberlichte achtern befestigt.

    Der Flaggstock wurde beim Schlepp abmontiert, da er dem Schleppseil im Wege gewesen wäre.

    Ebenso die Hecklaterne.



    Auf der Oberlichte ist sie unterhalb des Seilbügels.


    Liebe Grüße


    Wiwo

    "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"

    Fritz Grünbaum, 1934

  • Ich habe das Thema Hecklaterne/Schlepplicht bei einem Besuch auf der SEEFALKE in Bremerhaven vor einigen Jahren mit den dort beschäftigten Aufsichts-Personen diskutiert. Zunächst waren diese auch überfragt, dann sind wir gemeinsam auf die Suche gegangen. Der erste Hinweis war ein Foto, aufgehängt an Bord, aus der Betriebszeit. Darauf sieht man die Hecklaterne neben dem hinteren Mast (ich hab sie rot umrandet) Damit haben wir die Stelle aufgesucht und haben den inzwischen schwarz gestrichenen Laternenhalter gefunden. Es müssen ja zwei Laternen - und zwar wegen der vorgeschriebenen Licht-Winkel richtig ausgerichtet - dort eingehängt werden können.

    Vermutlich war das auf anderen Schleppern ähnlich vorgesehen.

  • Ich stelle außerdem die Aussagen zur WENDEMUTH in obigem Link in Frage, denn in den Bänden über die Schleppschiffahrt von Reinhard SCHNAKE ist ein eindeutiges Foto der WENDEMUTH vorhanden, das klar zwei Masten zeigt und die VULCAN/VULKAN zeigt in einem anderen Band ebenfalls zwei Masten - sie ist nach SCHNAKE 1941 gesunken. Hier gibt es wohl alternative Wahrheiten

  • Moin, moin zusammen,


    ja....altes Thema.....VULCAN oder VULKAN.....


    Im "Schnake" steht im Text VULCAN, aber auf dem Foto identifiziert man VULKAN......wie auf anderen Fotos auch.

    Foto: R. Schnake, Schlepper des NDL/Hapag-Lloyd.



    WENDEMUTH und LOEWER hatten ursprünglich nur den vorderen Mast. Der achtere Mast wurde später (der Arbeitskreis gibt nach dem WK I an) nachgerüstet.

    Foto: A. Kludas, Die Geschichte der Hapag-Schiffe, Bd. 5.



    Die Zwei-Laternen-Lösung finde ich recht pfiffig, denn damit wird der Leuchtwinkel von Stb. zwei Strich achterlicher als querab bis Bb. zwei Strich achterlicher als querab hergestellt, ohne das der achterliche Mast etwas vom Winkel verdeckt.


    Bei Wolfgangs Lösung hätte ich nautischerseits Bedenken, da das Hecklicht zu tief sitzt und schon bei kleinen Wellentälern aus der Sicht eines Aufkommers "verschwindet".


    Gruß

    HaJo

  • Und um es komplett zu machen:


    Schlepper führen im Einsatz zusätzlich zum Hecklicht ein (gelbes) Schlepplicht, das über dem Hecklicht angebracht sein muss.

    Fertig: Patrouillenschiff POTSDAM

  • Schlepper führen im Einsatz zusätzlich zum Hecklicht ein (gelbes) Schlepplicht, das über dem Hecklicht angebracht sein muss.

    Hi Helmut,


    weiß ich wohl, ich habe auch See-Führerscheine - und habe jetzt beschlossen, einen komplexeren Weg zu gehen, mit mehr Beleuchtung, also auch gelbem Schlepperlicht, und noch mehr. Ich berichte dann später (aber jetzt fasel ich lieber noch nicht zu viel rum über ungelegte Eier ;) ).

  • Interessante Thematik......ich habe mich da mal etwas schlau gemacht.....aber wirklich nur "etwas".....


    Das gelbe Schlepplicht (beim Schleppen) über dem Hecklicht mit dem gleichen Leuchsektor von 135° wurde wohl erst mit der Überarbeitung der internationalen Kollisionsverhütungsregeln von 1972 "verabredet" und mit Bundesgesetzblatt 1977 in deutsches Recht umgesetzt. Vorher wurde die "Schlepperei" nur durch ein zweites Dampferlicht, bei einer Schleppzuglänge von über 180m Länge durch ein drittes Dampferlicht geregelt. Achtern gab es nur das "normale" Hecklicht.


    Das Hecklicht wurde erst mit der Überarbeitung der internationalen Kollisionsverhütungsregeln von 1948 "verpflichtend", konnte aber wohl vorher bereits auf freiwilliger Basis geführt werden. In der Reichsverordnung von 1906 zugleich dann langjährige "Seestrassenordnung" findet das Hecklicht nicht statt, allerdings wurde einem Schlepper erlaubt, ein kleines Licht hinten am Schornstein oder am achteren Mast zu führen, das nach beiden Seiten nicht vorlicher als querab scheinen durfte und dem geschleppten Fahrzeug als Steuerlicht dienen sollte.


    Insofern entfällt wohl für MERKUR/VULKAN auf jeden Fall das achterliche gelbe Schlepplicht.


    Ansonsten ist dieser Link interessant zu lesen, wenn man sich für die Lichterführung von Schiffen interessiert und wie es dazu gekommen ist.

    https://www.bsh.de/DE/THEMEN/S…_blob=publicationFile&v=2


    Gruß

    HaJo

  • Interessante Thematik......ich habe mich da mal etwas schlau gemacht.....aber wirklich nur "etwas".....

    Danke, finde ich sehr gut von einem Vollprofi A.D. :)

    Vorher wurde die "Schlepperei" nur durch ein zweites Dampferlicht, bei einer Schleppzuglänge von über 180m Länge durch ein drittes Dampferlicht geregelt. Achtern gab es nur das "normale" Hecklicht.

    Genau das ist der Punkt, weil nämlich das super dokumentierte Beispiel von Reinhard Lachmann für mich so nicht nachvollziehbar war:

    die Stelle aufgesucht und haben den inzwischen schwarz gestrichenen Laternenhalter gefunden. Es müssen ja zwei Laternen - und zwar wegen der vorgeschriebenen Licht-Winkel richtig ausgerichtet - dort eingehängt werden können.

    Vermutlich war das auf anderen Schleppern ähnlich vorgesehen.

    Da ist "der Haken", denn es gab keine Befestigung für das gelbe Schlepplicht ca. 1 Meter darüber! Da wurde wohl eine "weiße" Laterne eingehängt mit entsprechendem Ausstrahlwinkel.
    Ich will jetzt hoffentlich nichts überinterpretieren, aber bei leichter Krängung führt eine Aufhängung, die sich nach der Erdanziehungskraft ausrichtet, dazu, dass das Licht als konstanter wahr genommen wird. Das ist das, was in der Autoindustrie irgendwann eingeführt wurde, damit die Lampen nicht immer doof nach geradeaus leuchten. Daher erscheint es mir natürlich, eine schwingende Laterne zu nehmen, allerdings mit tiefem Schwerpunkt (vielleicht Bleiplatte unten rein).

    Weiterhin müsste eigentlich der Kran der Hecklaterne im Weg herumhängen können, technisch, was nach meinem Verständnis nicht sein darf, nach heutiger KVR - aber es ist ja kein modernes Schiff in moderner Zeit.
    Ich bin da auch echt Theoretiker, habe Bootsführerscheine Binnen- und See aber noch viel zu wenig Ahnung von Schiffen.


    Insofern entfällt wohl für MERKUR/VULKAN auf jeden Fall das achterliche gelbe Schlepplicht.

    Alles klar, Hans-Joachim, zumindest das fällt dann jetzt weg! :thumbup:


    Danke, großartiges Forum! ;)


    Jens

  • Daher erscheint es mir natürlich, eine schwingende Laterne zu nehmen.....

    Geht gar nicht......alle Laternen sind an Bord fest montiert.....da schwingt nichts hin und her.....was meinst du, was dann bei richtigem Seegang passieren würde.....


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • oh, ja.


    Probefahrt auf einen AHTS in den 80ger Jahren. Man muss sich mit bewegen, vor allen wenn das Schiff zu stampfen beginnt. Schlingern ist auch nicht jedermanns Sache.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Probefahrt auf einen AHTS in den 80ger Jahren. Man muss sich mit bewegen, vor allen wenn das Schiff zu stampfen beginnt. Schlingern ist auch nicht jedermanns Sache.

    Probleme mit Seekrankheit hatte ich nie. Mein Highlight war als Student einige Tage Messungen Meersalzkonzentration zwischen Wesermündung und Helgoland. Oh Gott, so einen Spaß hatte ich glaube ich noch nie! 8o Wir bekamen ordentlichen Sturm, man sagte bis Windstärke 12 in Böen, es war auf jeden Fall 10, und dann versuch mal, Meereswasser mit einer Kanne in einen Zylinder mit Loch oben zu füllen ?( :) Das war echt ein Tanz, es war so schön :-D
    Der Kapitän ist dann aber in den Windschatten von Helgoland gefahren, damit die Ausrüstung der Forscher keinen Schaden nimmt, nebst derer, die noch Proben nehmen konnten. Vermutlich bin ich wohl ziemlich seefest (und VR-fest, wenn ich da an Games denke in VR, da gibt es wohl einen Zusammenhang ;) ), aber das steckt als Wilhelmshavener vielleicht in den Genen ;)

    Ich hoffe, mein Kommentar ist okay, könnt ihr aber natürlich auch löschen, weil er ja nicht sachlich ist. :) Oder vielleicht verschiebt ihr es in meine Vorstellung, falls er stört? ?(

  • :thumbup:.....so kleine Seefahrtsgeschichten lockern das Ganze doch immer wieder etwas auf.....


    Aha......aus Whv....dort habe ich auch gedient....Ebkeriege, Seedeich, Bordum, 4. Einfahrt......und in Regensburg Hbf war ich gerade am 24.11., bin umgestiegen nach Cham.....


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!