Küstenwachschiff Bad Bramstedt Passat-Verlag 1:250

  • Ich habe mich für den Bau des Bogens „Küstenwachschiff der Bad Bramstedt“-Klasse vom Passat-Verlag entschieden, da im kommenden vom gleichen Verlag das „Küstenwachschiff Potsdam“ herauskommt.

    Mein Bogen hat die Nummer 030.


    Bilder 1 und 2: Vor- und Rückseite des Bogens


    Eine Frage vorweg: Bei der Durchsicht des Bogens habe ich keine Brückeneinrichtung gefunden. Hat schon jemand diese Brückeneinrichtung konstruiert. Wenn nicht, wo gibt es Hinweise auf die Brückeneinrichtung? Jeder Hinweis, auch auf das Original, ist willkommen. Dann könnte ich bei Bedarf die Brückeneinrichtung konstruieren.

  • Moin, moin Axel,


    sehr gute Wahl :thumbup: - ich denke, dass du nach diesem Mißgriff und den damit verbundenen nunmehr vergeblichen Mühen hier wieder "freudig erregt" zu Schere und Skalpell greifst. Viel Erfolg!


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Dann legen wir mal los.

    Zuerst wird das Spantengerüst erstellt. Dazu werden Grundplatte und alle Spanten mit dem zusätzlichen Karton verdoppelt. Als Kleber verwende ich Sprühkleber, weil dieser drei Vorteile gegenüber anderen Klebstoffen besitzt:

    • Die Verklebung erzeugt keine Wellen im Karton
    • Die eingesprühten Kartenflächen verlieren auch nach Stunden kaum an Klebekraft
    • Die zusammengeklebten Teile sind relativ schnell weiterverarbeitbar

    Bild 1: Die verdoppelten Teile des Spantengerüsts


    Als stabilen Untergrund wähle ich ein gerades Holzbrett mit wenig Neigung zum Durchbiegen. Als erstes Klebe ich die Grundplatte auf. Als Kleber verwende ich Fixogum. Nach Trockenen ist er gummiartig und mit einem Japanspachtel lässt sich das fertige Schiff wieder vom Brett leicht lösen.


    Bild 2: Aufkleben der Grundplatte auf ein Brett

    Danach könnte ich die ausgeschnittenen Spanten aufkleben.


    Bei der Auswahl des Klebers hat bei mir ein Umdenken, eine Rückbesinnung stattgefunden. Ich habe früher KittiFix verwendet. Mit KittiFix habe ich bei der Ark Royal nicht die saubersten Ergebnisse hinbekommen. Ich verwende jetzt (wieder) einen selbst zusammengemischten Kleber, der zu 70% aus Ponal, mit 30% Wasser verdünnt wird. Zusätzlich gebe ich zur Fließverbesserung noch ein paar Tropfen eines Geschirrspülmittels hinzu. Diesen Klebstoff trage ich dann mit einer Nadelflasche auf.


    Mein Klebstoff ist dünnflüssiger und mit der Nadelflasche besser dosierbar. Die Klebekraft ist ähnlich zu KittiFix und Trocknungszeit ist etwas kürzer. Das mag daran liegen, dass die Klebermengen kleiner sind.


    Bild 3: Kleberwechsel


    Jetzt kann ich das Spantengerüst zusammensetzen.


    Bild 4: Spantengerüst fertig


    Bevor jetzt die ersten Kommentare kommen. Der vorderste Spant sitzt zu tief und wird von mir noch einmal richtig positioniert. Jetzt hat das Spantengerüst erst einmal Zeit, durchzutrocknen.

  • Leider war meine berufliche Belastung in der letzten Zeit außerordentlich hoch. Die Folge war, dass ich weder Abends noch am Wochenende die Konzentration gehabt hätte, weiterzubauen. Die Fehlerwahrscheinlichkeit wäre extrem hoch gewesen und ich hätte mich über meine Fehler geärgert.

    So habe ich jetzt ein wenig gewartet, bis sich wieder ein wenig Konzentration in mir angesammelt hat und bin ich jetzt ein wenig weiter gekommen.


    Es gibt immer wieder Konstruktionsmethoden, die sich im Laufe der Zeit ändern. Eine dieser Methoden ist, dass man heute an die Grundplatte keine Laschen mehr für das Ankleben der Bordwände setzt, sondern die Grundplatte verdoppelt und die verdoppelte Seitenfläche als Klebefläche nutzt.


    Bild 1: Klebefläche Grundplatte Bordwände


    Ganz ehrlich gesagt, die Klebefläche reicht mir nicht aus, um eine gute Verbindung hinzubekommen.

    Es mag unter den Kartonmodellbauern Viele geben, die so etwas sehr gut können, ich kann es nicht.


    So schaffe ich mir Abhilfe durch das Unterkleben von zusätzlichem Graukarton. Aber fangen wir von vorne an.


    Glücklicherweise habe ich noch einen zweiten Bogen. Dort drucke ich die Grundplatte noch einmal auf 80 gr. Papier aus. Die Bereiche der Grundplatte, die zur Bordwand Kontakt haben werden, schneide ich aus und klebe sie auf dicken Graukarton.


    Bild 2: Aufkleben der Außenbereiche der Grundplatte auf dicken Graukarton


    Die einzelnen Felder zwischen den Spanten schneide ich aus. Sie werden später zwischen den Spanten an der Außenkante der Grundplatte geklebt.


    Bild 3: Ausschneiden der einzelnen Felder zwischen den Spanten


    Danach werden die einzelnen Kartonteile mit etwas Schleifpapier zurecht geschliffen. Sie müssen nicht nur um die Spantendicke gekürzt werden. Wenn an der betreffenden Stelle die Bordwand eine Wölbung besitzt, so muss diese Wölbung auch in den Karton geschliffen werden.


    Bild 4: Die Kartonstücke müssen an allen Seiten zurechtgeschliffen werden


    Den Passgrad kann man zu jeder Zeit während des Schliffs überprüfen, indem man das Kartonstück an der betreffenden Stelle im Rumpf einpasst.

    Haben die Kartonstücke dann endlich einmal ihre endgültige Form, färbe ich sie an der Bordwand-Seite mit der Farbe des Rumpfes am Wasserpass ein, um mögliche weiße Blitzer zu kaschieren. In unserem Fall ist das rot.


    Bild 5: Noch die Kartonstücke an der Bordwand-Seite einfärben, um Blitzer zu kaschieren


    Dann können die Kartonstücke zwischen die Spanten eingepasst und festgeklebt werden. Hierdurch habe ich mehr Klebefläche bekommen.


    Bild 6: Das Ergebnis meiner Arbeiten. Jetzt können die Bordwände angeklebt werden


    Vor Anbringen der Bordwände stanze ich noch die Bullaugen und schneide die Speigatten aus. Bullaugen, an die ich nach Ankleben der Bordwände an die Grundplatte nicht mehr herankomme (im Bugbereich), hinterklebe ich vor dem Anbringen bereits mit durchsichtiger Folie.


    Danach forme ich sorgfältig die Bordwand vor und verklebe diese mit Grundplatte und Spanten.


    Bild 7: Die Bordwände sind dran


    Danach werden noch die Bullaugen, an die ich von oben drankomme mit Klarsichtfolie hinterklebt. Zusätzlich klebe ich noch kleine Bleistücke in den Rumpf, damit dieser nach dem Lösen später gerade bleibt.Auch ein Windstoß kann dem Modell später weniger anhaben.

    Jetzt kann ich schon einmal das Hauptdeck aufsetzen und verkleben. Gleichzeitig setze ich auch an den überstehenden Stellen noch die Innenschanz auf.


    Bild 8: Das Hauptdeck ist drauf


    Danach ist die Bugschanz an der Reihe. Hier verklebe ich auch schon einmal Außen- und Innenschanz. Beim Ansetzen auf der Bordwand habe ich noch Probleme, da das Schanzkleid länger zu sein scheint, als die Oberkante der Bordwand. Hier muss ich einmal schauen, ob ich einen Fehler beim Anbringen gemacht habe. Aber so viele Fehler kann man hier eigentlich nicht machen …


    Bild 9: Die Bugschanz

  • Die Schanz hat, je nach Bauweise, eine leichte Überlänge, damit sie schlüssig angepasst werden kann, Axel.

    Fertig: Patrouillenschiff POTSDAM

  • So kurz vor dem Urlaub wollte ich noch den letzten Baustatus loswerden.


    Helmut: Vielen Dank für deinen Tipp mit dem Kürzen der Schanz.


    Die Schanz habe ich nach Vorformen dann auf der Bordwand im Bugbereich angebracht. Hier musste ich gleich mehrmals wieder ansetzen, weil mir auf Grund der sehr schmalen Klebefläche die Schanz immer wieder abgebrochen ist. Aber schließlich hat sie gehalten.


    Bild 1: Die Schanzwände im Bugbereich sind nach mehreren Versuchen endlich dran


    Dann kam vorne noch das Backdeck drauf. Ich habe nicht an jeder Stelle das Backdeck passgenau an die Innenschanz heranbringen können. Ich habe mir vorher jedoch das Ergebnis im Kopf viel schlimmer vorgestellt. Ich überlege, ob ich mir nicht einen Draht mit einem Haken zurechtbiege und dann das Backdeck von unten hochziehe.


    Bild 2: Das Backdeck liegt auf


    Ich habe dann aber erst einmal die Schanzkleidstützen angebracht.


    Bild 3: Die Schanzkleidstützen sind dran


    Danach gab es noch ein paar Wallschienen und die Anker zu ergänzen, sodass ich den Rumpf erst einmal abschließen konnte.


    Bilder 4 und 5: Der Rumpfbau ist erst einmal abgeschlossen


    Dem Weiterbau werde ich mich dann nach meinem Urlaub widmen.

  • Moin, moin Axel,

    Ich überlege, ob ich mir nicht einen Draht mit einem Haken zurechtbiege und dann das Backdeck von unten hochziehe.

    Für solche "Operationen" benutze ich immer die sonst von mir so gefürchteten Zahnarzthaken :wacko:.....damit kann man auch prima Leim auf Kanten oder auch punktgenau aufbringen.

    Ja.....sehr schönes Modell, gefällt mir :thumbup:!


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Hallo Hajo,


    das ist ein Gerät, was ich mir auf jeden Fall auch anschaffen werde.


    Nachdem ich denn einmal den Schiffsrumpf fertiggestellt habe, geht es nun an die Aufbauten.

    Das Ganze lässt sich über die Winkel-Laschen ganz gut verarbeiten. Jeder Aufbautenbereich hat zusätzlich noch ein eigenes Spantengerüst.


    Bilder 1 und 2: Die ersten Aufbauten entstehen mit ihren Spantengerüsten


    Fenster und Bullaugen werden bei mir ausgestichelt und mit Klarsichtfolie hinterklebt. Bei den Hauptaufbauten war mir aus der Bauanleitung die Funktion der beiden Laschen 25b und 25d aus der Bauanleitung nicht sofort transparent. Aber ein Blick ins Forum, hat meiner Vorstellungskraft sofort auf die Sprünge geholfen.


    Bild 3: Die Hauptaufbauten (unterhalb der Brücke) entstehen


    So baue ich die komplette Hülle außerhalb einmal auf. Von innen sieht man dann auch, wie diese beiden Laschen eingeklebt werden. Selbst die beiden Dreiecks-Flächen haben eine Laschen-Funktion.


    Bilder 4 und 5: Die Hauptaufbauten werden als Ganzes auf das Spantengerüst aufgesetzt


    Mir war hierbei auch von Anfang an klar, dass zwischen dem Spantengerüst und dem Bugvorsprung ein Spalt notwendig ist. Sonst kann der Aufbau nicht korrekt eingesetzt werden.


    Bild 6: Der Spalt zum Bugvorsprung muss sein


    Und hinterher passt es auch ganz gut.


    Bild 7: Die Hauptaufbauten sind drauf


    Zum Abschluss kommen hinter den Hauptaufbauten noch kleinere Aufbauten, die ich mit dem entsprechenden Deck abschließe.


    Bild 8: Mit diesem Arbeitsstand möchte ich meine heutigen Aktivitäten abschließen


    Ich denke, in der nächsten Bauphase beschäftige ich mich mit der Brücke. Ich liebäugele mit einer Brückeneinrichtung. Bilder vom Original habe ich bereits gesichtet. Meinen Plan, das Dach abnehmbar zu gestalten, muss ich aber wegen der Takelage aufgeben.

  • Ich arbeite mich jetzt in Richtung Brücke vor.

    Zuerst einmal sind die Aufgänge an der Rückseite an der Reihe.


    Bild 1: Die rückseitigen Aufgänge werden fertiggestellt


    Der nächste Schritt sind die Brückenwände selbst. Hier habe ich zumindest schon einmal drei Wände ausgestichelt. Ich plane hier Klarsichtscheiben einzusetzen. Das zieht nach sich, dass ich zumindest eine rudimentäre Inneneinrichtung erstelle.


    Bild 2: Bei den Brückenwänden bin ich dabei


    Dann darf die Grundplatte natürlich nicht fehlen. Diese habe ich jetzt erst einmal lose aufgelegt.

    Auf der Grundplatte sind die Winkellaschen bereits erkennbar. Hier werde ich die Brückenaußenwände ankleben und danach die Innenverkleidung einleben.


    Bild 3: Die Grundplatte ich schon aufgelegt


    Danach werde ich den Boden konstruieren und das „Mobiliar“ einkleben.

    Festkleben werde ich die Brücke erst, wenn die Konstruktion komplett fertig ist.

  • Ich finde, um eine Inneneinrichtung zu bauen, muss man erst einmal etwas haben, wo die Inneneinrichtung reinpasst. Daher habe ich mich schon einmal mit den Brückenwänden beschäftigt.

    Damit später einmal ein bischen von der Brückeneinrichtung sichtbar ist, habe ich mich für den Einsatz von unverspiegelter durchsichtiger Folie entschlossen.

    Anbei mein Ergebnis:


    Bilder 1 und 2: die Außenwände der Brücke


    Um hier noch einmal einen Gesamteindruck zu erhalten, habe ich einmal die Brücke an ihrer späteren Wirkungsstätte aufgelegt.


    Bilder 3 und 4: Die Brücke auf dem Rumpf