ET 420 Münchner S-Bahn im Maßstab 1/45

  • Da er als Kämpfernatur hinlänglich bekannt ist, habe ich ihn in diesem Zusammenhang als portugiesischen Stierkämpfer konstruiert:

    Oh, NAAIIINNNN !!!!! Da hat mir so ein Rindviech doch mei Nosn plattgstoßn ?! 8o

  • Nix Rindvich,

    die Nase hat sich 2004 an meinen Papp-Karton-Modellen in Oberschleissheim platt gedrückt. Damals stellte sich die Frage, wie kann der nur so furchtbar geistige Modelle baun!


    Es überrascht mich immer wieder, dass sich Personen an meinen Modellen erkennen😊.


    Jedenfalls war diese Person maßgeblich daran beteiligt, dass sich an meinen Modellen etwas ändern musste. Nur so klein wie mein großer Meister kann ich bis heute nicht bauen.


    Gruß

    Walter

  • Nun Figuren für das Raucher-Abteil.

    Bei dieser Gelegenheit ist augenfällig, dass Raucher früher viel ungesünder gelebt hatten.

    Sie durften zu jeder Zeit und an jedem Ort rauchen. Heute unvorstellbar.


    Heute leben Raucher viel gesünder, da sie nicht mehr überall rauchen dürfen, und sie immer an der frischen Luft sind.

    Für mich ist es ohnehin offensichtlich gesünder, Raucher nur als Kartonmodell darzustellen.



    Nun wie habe ich den Rauch der Figur erzeugt?

    Einfach ein paar Fasern eines Watte-Stäbchens mit wenig Kleber an exponierter Stelle angebracht.


  • Freddie hatte eine lange Nacht, er ist völlig orientierungslos.

    Er ist zwar später in der Ersten Klasse gelandet, möchte sich jedoch auf gar keinen Fall hinsetzen.



    Im Zweite-Klasse-Abteil hatte ich eine Zwischenwand vergessen, Gott sei dank waren die Stühle noch alle leer.

    So geht es morgen mit der Zweiten Klasse weiter.

    Hier gibt es keine Arm-Lehnen, denn Arme fahren nicht Erster Klasse;)



    Bei den vielen Figuren ist fraglich, ob jemand all diese aus Karton bauen möchte.

    In diesem Fall sehe ich weitere Möglichkeiten:

    • Figuren aus Plastik
    • Eine Leer-Fahrt (nur der Lok-Führer ist anwesend)
    • eine Lehr-Fahrt (außer dem Lok-Führer sind noch ein Prüfer und mehrere Schüler anwesend)


    Na dann, bis demnächst

    Gruß

    Walter

  • Hier im Forum sind sehr schöne Modelle zu sehen.

    Jedoch fehlen in den meisten Fällen Figuren in ihrem Umfeld.

    Ich könnte mir im vorliegenden Fall die S-Bahn nicht ohne Fahrgäste vorstellen.



    Durch den Bau dieser Figuren bekomme ich erst richtigen Bezug zu Proportionen und Rundungen.

    Doch auch hier ist Vorsicht geboten, es birgt hohes Suchtpotential.



    Wenn euch das alles hier zuviel wird, bin ich aber auch nicht böse, wenn ihr mir dies mitteilt.

    Gruß

    Walter

  • Hallo Walter,

    vielen Dank für deinen unterhaltsamen Baubericht, ich finde deine Figuren super und wie du sie in Szene setzt.

    Und nebenbei entsteht wieder ein tolles Modell auf Schienen.

    Mach gerne weiter so und zwar genau so, wie es dich glücklich und zufrieden macht.

    Ich hab auf jedenfall Freude daran!


    Viele Grüße

    Matthias

  • Hallo Matthias,

    vielen Dank für deine Zeilen.

    Um es mit Ludwig Wittgensteins Worte zu sagen:

    „Meine Sätze erläutern dadurch, daß sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie -auf ihnen- über sie hinausgestiegen ist.“


    Meine S-Bahn-Figuren erzählen selbst erlebte Ereignisse.

    Zu dieser Figur gibt es eine eigene Geschichte:



    Dieser Herr erreichte kurz vor Weihnachten gerade noch die S-Bahn, als sich die Türen bereits schlossen.

    Er zog einen Weihnachtsbaum hinter sich her. Die schließenden Türen kappten die Spitze seines Baumes, und es flogen mehrere Zweige ab.

    Nachdem er sich hinsetzte sagte er: "Damit werde ich zuhause groß rauskommen".

    Ihm war anzumerken, dass er sich offensichtlich geraume Zeit vorher mit Glühwein beschäftigte.

    Die Fahrgäste erkannten schnell den Ernst der Situation, darum wurde nicht gelacht, es gab auch keine Kommentare.


    Die nächste Geschichte zu dieser Figur:



    Während des Oktoberfestes in München stieg ich Morgens in die S-Bahn, um in die Arbeit zu fahren.

    Diese Dame in Lederhosen gekleidet stieg zur selben Zeit in den Zug.

    Sie fragte mich in sehr gut verständlichem Deutsch:

    "Wo muss ich denn bitte aussteigen um auf die Wies`n zu kommen, bzw. wie heißt dieser Ort?"


    Ich sagte ihr, dass dies die Theresienwiese ist.

    Darauf antwortete sie: "Das trifft sich gut, ich heiße nämlich Theresia, möchten sie mich denn nicht dorthin begleiten?"

    Mir wurde schlagartig klar, dass ich meinen Chef anrufen muss, um einen "Gleittag" zu nehmen.

    Die Zusammenkünfte mit Theresia erstreckten sich darauf hin über drei Jahre.


    Demnächst geht es hier weiter.

    Gruß

    Walter


  • Respekt...funktionsfähiger Panto aus Papier, habe ich noch nie gesehn


    Gruss Barni

  • Die Stromabnehmer wurden noch durch die fehlenden Stützstreben kompetiert.



    Erst durch erfolgte Prüfungsabnahme dieses Herrn geht es weiter mit den nächsten Dachaufbauten (Isolatoren, Stromleitungen usw.):


  • ja mit funktionsfähig habe ich beweglich gemeint (und das finde ich super)..dass Papier nicht leitet, ist sogar mir klar, grins und Gruss

  • Ja Bani,

    mein Hinweis war nicht unbegründet. Mir war bewusst, dass sich dein Hinweis auf die Beweglichkeit bezog.


    Trotzdem gibt es Möglichkeiten Papier auch Leit- und somit Funktions-fähig zu machen.

    Hierzu das Papier zwischen zwei Schichten oder im Innenbereich mit Kupferfolie oder Leitsilber ergänzen.

    Davon habe ich jedoch abgesehen, da eine Funktion von mir nicht vorgesehen war.


    Nütze das heutige Bastelwetter.

    Gruß

    Walter

  • Hoi Walter


    danke für den Hinweis, die Silberleitfarbe gibt es aber schon relativ lange. Wass es auch noch gibt, sind diese Aluminium-Selbstklebebänder, mit denen kann man auch vieles anstellen und sie sind so flexibel wie ein Klebeband.


    Hier habe ich sie für Innenschinenen verwendet



    Und hier für die Einfassung des Buffets



    Gruss Barni

  • Die Prüfungsabnahme wurde vom Prüfer bisher mit keinem Wort kommentiert.

    Der Prüfer ist den Monteuren seit Jahren hinreichend bekannt, daher stellte dieses Verhalten das denkbar schlechteste zu erwartende Ergebnis dar.

    Wurde das Vergessen der Querstreben noch einigermaßen toleriert, so kann das Fehlen der Spannfedern und Isolatoren als Supergau bezeichnet werden.



    Der Blick des Prüfers war markerschütternd.

    Zudem äußerte er sich abfällig dahingehend, dass bereits von Funktionsmöglichkeiten des Pantographen gesprochen wird, bevor alle Bauteile montiert wurden.

    Wie das Team den Fertigungstermin noch einhalten könnte, ist dem Prüfer schleierhaft.

    So stehen die Monteure ab jetzt unter hohen Druck, bei der Montage der Baugruppen auf dem Dach des Triebwagens nicht noch weitere Fehler zu begehen.

    Keiner der Anwesenden wollte den Prüfer darauf aufmerksam machen, dass er den begehbaren Bereich des Daches verlassen hatte.



    Wir werden von den nächsten Bauabschnitten demnächst wieder ausführlich berichten, doch vorher wurden noch einige Nachtschichten angeordnet.


    Mit freundlichen Grüßen

    Das ET420-Montage-Team

  • Heute dürfen wir noch einmal ins Innere schauen, bevor der Triebwagen mit seiner Außenhaut verschlossen wird.

    Danach können die Fahrgäste nur noch über die Fenster und Türen betrachtet werden:



    So wie es aussieht, hat der Raucher einen ordentlichen Lungenzug genommen:S


  • Hallo Walter,

    das ist Dir so schön geworden,da möchte man direkt auch einsteigen und mit fahren! :thumbsup:

    Mit besten Grüßen aus Hagen

    Christoph



    "Der Mensch ist nur da in der vollen Bedeutung des Wortes Mensch wo er spielt und er spielt nur da, wo er Mensch ist."
    Friederich Schiller

  • Moin Walter,


    eine Weile nicht reingeschaut und schwupps - ist schon gewaltig Leben in der Bude. Große Klasse!

    Wenn Du den Frieden willst, sei zum Frieden bereit!


    Viele Grüße, Nils

  • Noch eine letzte Totale im Innenbereich des Triebwagens aufgenommen:



    Nun lässt sich der Fahrgastraum nur noch durch die Fenster betrachten:



    So wirkt die Beleuchtung bei Nacht:



  • Nach Sonnenuntergang habe ich mich an die nächste Bauphase des ET 420 gewandt.



    Dabei hörte ich im Radio, dass morgen die Fußballspiele ohne Besucher stattfinden.

    Das brachte mich auf die Idee, mal ein Fußballstadion zu bauen, ohne Zuschauer.

    Dann bräuchte man keine Figuren basteln, mit der Begründung, das Modell entstand im Status der Corona-Zeit.


    Mit selber Begründung könnte ich nun auch bei meinem ET420-Modell die Figuren weglassen.

    An anderer Stelle im Forum konnte ich lesen, dass ein Abfalleimer und eine Haltetafel ausreicht das Modell zu belebt.

    Ohnehin sah ich bisher bei keinem Karton-Modell-Wettbewerb eines mit Figuren aus Papier, das als Sieger-Modell hervorging.

    Also reicht es doch nur die Sitze zu machen.


    Hier die Sitze für einen Triebwagen, die für den Zweiten folgen dann morgen:



    Ganz großes Kino!




    Schönes Wochenende

    Walter

  • ich war ja letzte Woche Mi/Do für eine Nacht in Cham.....ach, es war mal wieder richtig schön in Bayern :thumbup: !

    Dann wird es dir künftig nicht schwer fallen das Kartonmodellmuseum in Kellberg zu besuchen.

    Dort könnten wir dann so manches Wochenende zusammen mit Anderen basteln;)


    Schönes Wochenende

    Walter

  • Um bei den nächsten Bauabschnitten etwas Ordnung für die Einzelteile zu schaffen, hatte ich vorher für die Lösung dieses Problems ganz schön was zu Knappern!



    Diesmal sind die Räder dran. Sie werden wieder mit Alu- und Buchschutz-Folie komplettiert.



    Da der ET420 aus drei Einheiten mit jeweils zwei Drehgestellen besteht, und jedes Drehgestell vier Räder besitzt, sind insgesamt 24 Räder erforderlich.

    Das traf sich gut, so konnte ich nach Manier eines Advent-Kalenders bisher für jeden Tag ein neues Rad bauen, das jeweils aus zehn Bauteilen besteht:




    Mal sehen, was als Nächstes folgt.

    Gruß

    Walter

  • Ich würde allerdings mir die Arbeit „erleichtern“ und auf die dreieckigen Klebelaschen verzichten

    Henryk hat mir mit seinem Hinweis ganz schön was eingebrockt. Mit ‑ einfach die Dreiecke weglas­sen ‑ war es nicht getan. Die Höhe des Distanzringes musste um einen Faktor X in der Höhe korrigiert werden, da das Umbiegen der Klebelasche selbst ja schon Distanz verursacht. Da Klebelaschen unten und oben wegfielen, verdoppelte sich dieser Faktor. Es gab jedoch zwei Distanzringe, und die Höhe, die der Klebstoff verursacht, musste auch noch berücksichtigt werden.


    Die mathematische Lösung dieser Korrektur bedurfte einer Berechnung. Zuerst ging ich jedoch im nahegelegenen Markt einkaufen. Hier traf ich eine im Nachbarort wohnende Dame, hinter der ich eine Mathematik-Lehrerin vermutete, da sie den geforderten Betrag ihrer Ware schon wusste, bevor die Kassiererin den Betrag nannte. Ich fragte sie, ob sie mir helfen könnte ein mathematisches Problem zu lösen, da mein Wissensstand mittlerweile schon in die Jahre gekommen ist, und lud sie zu einem Kaffee ein.


    Da die gesuchte Korrektur vermutlich ≤ 1 mm sein wird, war mir schnell bewusst, es musste mit Potenz gerechnet werden.

    Ich mache es kurz, es stellte sich heraus, die Dame war keine Mathematik-Lehrerin, jedoch die Lösung wurde schnell gefunden nachdem ich die Wurzel aus einer Unbekannten zog.


    Für die nächsten Schritte habe ich eine Schablone konstruiert, damit die Räder einen exakten Lauf garantieren:



    Morgen geht es weiter mit Serienfertigung

    Gruß

    Walter

  • Nun geht es wieder etwas weiter.

    Die Mädels haben mich etwas aufgehalten:



    Nun war es an der Zeit die beiden Teile eines Triebwagens zusammenzusetzen.

    Hierzu wurden acht Löcher gebohrt und die beiden Baugruppen mit Zahnstocher zusammengefügt:




    Die nächste Baustufe (Führerstand) folgt.


    Schönes Wochenende

    Walter

  • Henryk hat den Bau der Eisenbahnräder mit seinem Beitrag revolutioniert, recht herzlichen Dank dafür.

    Hier die daraus entstandene neue Bautechnik:





    Die Baureihenfolge der Räder ist jeweils identisch. Die Laufflächen der Räder wurden mit Alu- und Buchschutz-Folie beschichtet um Leim- Berührungs- und Wasser-Flecken zu verhindern. Auf diese Weise sind Modelle auch vor UV-Strahlen geschützt. Zudem wird dadurch der Befall von Papier-Parasiten (z.B. Papierfischchen) verhindert.


    Hie geht es bald weiter

  • Acht Räder für zwei Fahrwerke werden je Triebwagen fällig.

    Bis sie benötigt wurden hatte ich sie zu einer Art Schaschlik-Spießchen aufgereiht.

    Dies war sehr hilfreich, dadurch wurden sie sehr laufruhig ausgerichtet.


    Zur Info, acht Räder haben einen Zeitbedarf bis zur Fertigstellung von sechs Stunden.

    Während dieser Zeit hatte ich mir akustisch eine Vorlesung der Riemannschen Vermutung reingezogen, dies war sehr entspannend, :thumbup: