NJL Togo, 1:250 cfm

  • Auf der Welle der superdetailiierten Modelle, wie sie vor rd. 30 Jahren auf den Markt kamen, brachte cfm das Nachtjagd-Leitschiff Togo auf den Markt. Aus 9 Bogen plus einer Bauanleitung kann man das vom Äußeren, vom seinem Einsatzzweck und seinem Lebenslauf her sehr interessante Modell bauen, das aus 1425 Teilen besteht. Damals gab es die Reling noch nicht so aus LC Teilen oder die filigranen Teile der Radareinrichtungen. Deshalb sind diese Stücke auf einer Folie aufgedruckt.

    Eine gute Hilfe beim Bauen stellt der Plan auf der Titelseite dar, dazu Bilder des Kontrollbaues und die vielen Zeichnungen zum Bau.

    Das NJL wurde aus dem Frachtschiff Togo gebaut. Dazu gibt es drei Bilder aus seinem langen Schiffsleben und auch aus der Zeit als Radarschiff.



    Das Modell wurde von Hartmut Scholz nach einer Rekonstruktion von W. Weiss 1994 konstruiert.


    Die Togo wurde 1938 beim Bremer Vulkan in Vegesack gebaut und von der Woermann Linie übernommen. Es vermaß 5042 Brt und war für 12 Passagiere und 45 Personen Besatzung eingerichtet. Es fuhr bis zu Kriegsbeginn nach Westafrika.

    1942 wurde die Togo als Handelszerstörer (HSK) 14 eingesetzt. Die Togo war das letzte Schiff, das als HSK versuchte, in den Atlantik einzudringen. Da das aber nicht klappte, wurde es zu einem mobilen Luftüberwachungsschiff umgebaut, um eine Überwachungslücke über der Ostsee zu schließen. Bis zum Kriegsende operierte die Togo in der Ostsee, und ganz zum Schluss brachte sie noch Flüchtlinge in den Westen. Sie wurde dann von den Briten beschlagnahmt und kam dann 1956 wieder an die Deutschen Afrikalinien. 1984 kam dann ihr Ende.

    Wer Genaueres erfahren möchte, dem sei der Artikel von Joseph Conrad in Köhler`s Flottenkalender 1988, S. 89ff. empfohlen.

  • Der Bogen lag fast 20 Jahre auf meiner Modellbogenhalde. Beim Studieren des Bogens fiel mir auf, das Decks und auch die Außenhaut

    "zerhauen" sind, was letztlich nicht nötig ist, denn Platz wäre auf den Bogen für größere Teile immer gewesen.

    Hier z. B. das Heck und unten die drei Teile des Hauptdecks. In gleicherweise ist die Back zerschnitten.




    Bugsektion und auch die Heckpartie sind auseinandergeschnitten.

    Dafür ist die Naht der Verbindungsklebelaschen eingefärbt, dass man unter dem Stoß kein Blitzen sieht.

  • Der Bau des Spantenskelets ging normal über die Bühne, nur das bei den beiden Stringern achtern je ein Schlitz etwas tiefer geschnitten werden musste.

    Das Teil 124 in der Mitte der Back habe ich schon jetzt angebracht, weil es später nur recht schwer an Ort und Stelle einzusetzten wäre.


    Nachdem ich die Decks alle eingebaut hatte, kamen bei mir gleich alle Ladeluken und Aufbauten auf die Decks. Bei offenem Rumpf kommt man noch gut von unten an die Klebestellen oben am Deck und kann die Laschen prima andrücken.

    Dbai stelle ich aber fest, dass die Abdeckungen z. T. geößre als die Ladeluken sind, so dass ich die auf der Rückseite der Abdeckungen genau anziechnen musste, wo sich der korrekte Sitz der Sülls befindet.

  • Beim Süll des Bauteils 74 ist die mit rotem Pfeil markierte Knickkante nicht nötig.

    Hier die aufbauten des Poopdecks. Es muss mit allen einzelteilen versehen werden weil später mit dem Aufsetzen des oberen Decks man nicht mehr an die Heckankerwinder kommt.

  • Die Brückenfront wird stumpf augeklebt. Ich habe ein paar Führungslaschen auf Hauptdeck gesetzt, damit die Kontur gehalten wird.



    Ähnlich bin ich beim Einbau des Brückendecks vorgegangen. Da habe ich zur Vorderseite hin eine Distanzstütze für das Deck bei den Nocken eingepasst.


  • Nachdem die wichtigsten Aufbauten auf den Decks aufgesetzt waren, machte ich mich an die Außenhaut. Die vier Teile vom Bug bis zur Hecksektion werden mit an der Naht eingefärbten Klelaschen verbunden. Die beiden Heckteile bestehen aus jeweils drei Streifen.

    Diese Streifen habe ich auch mit Klebestreifen verbunden, obwohl keine auf dem Bogen versehen waren, und hier stumpf verkleben schien mir etwas gewagt zu sein. Bei dem Kombischiff Hamburg des LI aus 1956 wurde schon diese Streifenmethode eingesetzt. Die einzelnen Teile habe ich gerundet und über einen Esslöffel vorsichtig und nicht zu fest gedrückt in Form gebracht. Dann die Streifen zusammengeklebt und nach dem Trocknen wieder über dem Löffel modelliert.

    Beim Zusammenbau der Außenhaut fing ich mit dem Bug an und arbeitet mich nach achtern. Bei der Hecksektion steht der oberste Streife nach vorne über. Erst wenn die Rumpfaußenhaut angebracht ist kann man erkennen, wo das vorspringende Teil abgeschnitten werden muss.


    Und nun zum Turm # 76. Das Führungsloch auf Höhe Brückendeck ist zu groß. Da habe ich aus Restkarton eine neu und passende Plattform geschnitten. Ich habe das Modell auf den Kopf gestellt und die Streben unter der Plattform angebracht. Das schien mir die günstigste Arbeitsposition zu sein.





    Beim Einbau des Turmes #76 ergab sich die Situation wie auf dem Bild zu sehen. Der Turmfuß kann nicht bis zum Hauptdeck geführt werden. Noch ist nichts geklebt, so dass ich den Turm wieder herausnehmen konnte und ihn unten passend schneiden konnte.

  • Hier die Unterseite der Plattform 72 mit ihren Streben.


    Die Oberlichter des Maschinenschachtes können verdoppelt werden. Aber sie sind alle gleich gezeichnet. Die Oberlichter der einen Seite passen nicht aud die audgedruckten. Sie müssten seitenvekehrt gezeichnet sein. Deshalb habe ich die Oberlichter auf der einen Seite geöffent dargestellt. So stimmen die Bullaugen.

    Rechts erkennt man die aufzusetzenden Klappen.



  • Beim Betrachten der Bilder der beiden Schife wie auch anderer HSK fiel mir die Ähnlichkeit der Schiffe auf. Gab es in den dreißger Jahren so etwas wie eine Arbeitsgemeinschaft Schiffbau, die sehr ähnliche Grundtypen konziperte um Entwicklungszeit und Kosten zu sparen? Oder waren die Ähnlichkeiten der Mode geschuldet?


  • Moin, moin Ulrich,


    am 10.06.2021 schrieb ich in deinem "Tröt" zu MS CAIRO, MS LEVANTE und MS ANKARA....


    "Eigentlich sind streng genommen nur die beiden "Nachbauten" LEVANTE und ANKARA "richtige" Schwesterschiffe, da beide auf den Nordseewerken Emden entstanden sind, die CAIRO dagegen als erstes Schiff auf der Krupp-Germania-Werft in Kiel. Sehr, sehr ähnliche Schiffe waren auch die beiden Schwestern TOGO (später Nachtjagdleitschiff) und KAMERUN der Woermann-Linie, die beide auf dem Bremer-Vulkan in Vegesack gebaut wurden. Bei der TOGO wurde im Rahmen des Umbaus durch die Kriegsmarine auch das Backdeck verlängert, genauso wie bei der CAIRO."


    MS TOGO und MS KAMERUN vom Bremer-Vulkan waren dann auch etwas größer. Das Schiffsdesign entsprach der damaligen Vorkriegszeit dieser Schiffsgröße.....sehr charakteristisch die Luke zwischen Achterkante Brückenaufbau und Schornsteinunterbau.


    Gruß

    HaJo

    Exercitatio artem parat!

  • Servus Ulrich,


    schön, wie Du die Togo umsetzt. Und so langsam näherst Du dich den Teilen des Bau's, die das Modell so einzigartig machen und nach dem Ätzsatz gieren. Ich erinnere mich noch gut an den eigenen Bau und an die tolle Qualität der Ätzteile. Bin gespannt, ob Du das auch so siehst.


    L.G.


    Günter

    Auf der Werft: Fregatte F216 Scheer, n.n.-Schiffsmodell in 1:250


    Meine letzten Modelle:

    Z 51 der KM; Sven Johannsen, U-Boot W. Bauer; Fregatte Lübeck; Landungsunterstützungsboot Natter; Nordstjernen;
    HANSEATIC; U 2540; Vorpostenboot V 1102; BuPo Bayreuth; S.M.S. Frankfurt; Munitionstransporter Westerwald; FD Nürnberg; Fregatte Baden-Württemberg, Minensuchboote Paderborn und Passau, Fregatte F 213 Scharnhorst, ZKrz Helgoland, S.M.S Nassau, Kaiser Wilhelm der Grosse

  • Aus diesen Teilen werden die beiderseitigen Schanzstützen gefertigt. Die im Bereich der Gangway sind nach innen gezogen.




    Die Erfahrung mir vielen solcher Galerien hat gezeigt, dass die Stützen sich im Laufe der Zeit gerne nach innen verbiegen. Deshalb habe ich alle Stützen durch einen rechtwincklig aufgesetzten Streifen Reservekarton verstärkt.

  • An der Achterkante des Mittschiffaufbaus kommen zwei Flakstände hin mit den Baznummern 95 und 96. Unter den Plattformen kommen an die Aufbauwände jeweil Seilrollen mit der Baunummer 147. Folgt man genau der Nummerierung wird der einbau etwas kniffelig. Deshalb ist es einfacher, die rollen vor dem anbau der Plattformen anzubringen.

    Aus diesen Teilen werden die Plattformen hergestellt.


    .

    Die Stützen zum Hauptdeck und die Unterzäger der Plattformen werden unterschieden unter die Plattform angebracht. Man erkennt das an den Markierungen für die waagerechten Stützen und den kleinen weißen Rechtecken für die Längsstützen.

  • So ein bild kann die s/w Zeichnung ergänzen, zumal niergends beschrieben wird, welche Funktion die teile besitzen und wie sie zusammengebaut werden.


    Die Davits unterhalb der Flakstände bestehen aus zwei Teilen. Im Foto in das Zusammenbauschema dargestellt. Der obere kleine Winkel kommt an die obere Markierung der untere an den Fuß.



  • Die Pallen sind unten ausgeschnitten. Im Bogen bilden sie eine durchgehende Fläche.


    Man erkennt recht im Bild einige Rettungsflöße. Auf dem Bogen habe ich die innere Umrandung gesucht. Deshalb schnitt ich sie mir aus Reststücken von grauen LC Relings. Die Rahmen von LC Relings werfe ich nicht weg, man könnte ja noch Teile- so wie hier - gebrauchen.


    Fast alle Lüfter bekamen eine Drahtseele. Diese Seele ist etwas länger als die Lüfter und sind im Deck eingelassen. So sind die Rohre gesichert, und die Lüfter halten besser im Deck.

  • Es ist erstaunlich, dass bei diesem sonst so detailreichem Modell die Davits nur sehr vereinfacht darstellt werden. Deshalb habe ich mir die Mühe gemacht, sowohl die Pallen wie auch die Davits selber zu komplettieren. Die Schwerkraftdavits wurden verdoppelt, die Seitenträger aufgesetzt und die Umlenkrollen in 3D aufgebracht. Das ist aber wie bei einem Netz. Zieht man an der einen Stelle, wackelt es woanders. Aufgesetzte Umlenkrollen bedeuten Takelung und das wiederum erfodert die dazugehörigen Winschen und deren Umlenkrollen samt den Taljen am Boot. Die Herstellung der Takelage war eine Mimikiarbeit, aber sie vervollständigt das Modell.

    kartonbau.de/attachment/751524/


    Das galt auch für die Davits direkt bei den Plattformen. Auch hier wurden die Pallen etwas authetischer ausgeschnitten und geformt und die notwendigen Winschen gebaut.


    Die auf dem Umschlag des Bogen zu erkennenden Manntaue kommen erst zum Schluss an ihren Platz. Der Bau der Beiboote selber gingen normal von der Hand. Der Bootsboden und die obere Abdeckung habe ich verdoppelt. Sie geben den Booten den nötigen Halt.

  • Dann machte ich mich an die Ankerwinde. Ein Draht dient als Achse für die diversen Winschen. Deren seitlichen Deckel mussten deshalb durchstochen werden. Die dabei entstehenden Grate habe ich mit der scharfen Olfasklinge abgeschnitten.



    Dort, wo die Ankerketten auf den Deck kommt und in dort, wo sie in die Klüse fahren habe ich Löcher gestanzt. Die Ankerketten habe ich aus verdrilltem Draht imitiert.


    Die Achse wurde nach dem Fotographieren etwas gerichtet.

  • Nach dem ersten Highlight, dem Takeln der Davits, machte ich ich an das "Herzstück" des Modells, den Radaranlagen. Auf der Back befand sich einen FREya-Anlage, kurz vor der Poop ein "Würzburgriese". Diese beiden Anlagen können aus Folie hergestellt werden oder man kauft sich den LCSatz oder ... man macht sich Gedanken, wie man die Geräte aus Bordmitteln anfertigen kann.

    Zuerst baute ich die Freya Anlage, drehbar im Deck gelagert. Im großen Ungerkasten befindet sich einen Hülse, die das Rohr, das auf dem Deck steht, aufnimmt. Es ist eine Steckverbindung, die sehr gut hält. Dreht man das Modell auf den Kopf fällt die Freyaanlage nicht herunter.

    Die Matratzen schnitt ich aus der Folie, formte sie und klebte eine grau eingefärbte und mit viel Haarspray versteifte Gaze darauf. Jetzt ist das Gerät nicht mehr glatt und glänzend, was sie nie war.

  • Der Würzburgriese besteht aus einem containerähnlichen Kasten und der Parabolantenne.

    Der Kasten steht hier noch falschrum auf seiner Drehachse. Die Abschrägung muss zur Antenne zeigen. Etwas Aceton und das scharfe Olfasmesser lösten den Kasten von seiner Platte ab.

    Die Achse ist wie bei der Freya in einer Hülse einsteckbar. Damit sie gut hält, habe ich die Achse etwas länger gebaut und in dem Containerhaus eingeklebt.



    Die Antenne selber besteht aus der schon erwähnten bearbeiteten Gaze. Die Form kann man ja von der Folie, bzw. einer Papierkopie nehmen.

    Den Ring der Antenne habe ich aus dem Papierabzug der Folie geschnitten.


    Hier sieht man, in welchem Millimeterbereich sich das Ganze anspielt.

  • Und was ist mit den Formteilen des Spiegels? Der ist aus der Papierkopie soweit es die Kartonstärke zuließ ausgeschnitten.


    Wo sich die Steckschlitze für die anderen Streben befinden habe ich etwas Material stehengelassen.


    Da ich aber die Antenn auch nach oben drehen mächte, habe ich auf den Streben wie hier die zwei von links die Achsenführung etwas langer gemacht und auf dem Träger die ganz kleinen Führung abgeschnitten und etwas höhere angebracht. Zwei kleine 0.5mm Drähte dienen auf jeden Träger als Achse zum Schenken nach oben und unten.

    Zum Ausschneiden der Formteile nahm ich mir vier Tage Zeit, weil das Arbeiten im Millimeterbereich doch viel Konzentration und Genauigkeit erfordert, dass man nicht über den Rad des Bauteils schneidet.


    Die Formteile sind aus 120g Papier geschnitten, das mit Haarspray versteift wurde. Ein Versuch mit 160g zeigte nicht den gewünschten Erfolg.

  • Helmuts Wunsch sei hiermit erfüllt. Die Bilder sind ohne Blitz bei 1/4s aufgenommen, damit man die untere Struktur erkennen kann. Dadurch sind sie etwas rötlich geworden.

    Beim Blitzen reflektiert die Folie unter der Gaze zu sehr.

     


  • Bei diesem Bauteil handelt es sich und den Ständer des Fernmessgerätes auf dem Peildeck. Die kleinen Aussparungen auf den Seiten nehmen später den Qerträger auf. Das Quadrat oben am Bauteil schließt nach oben ab.

    Um die Übersicht zu behalten, was schon an Teilen verbaut ist, werden die Baunummern ausgestrichen.

    Das ergibt die Wackeltöpfe. Die Segmente habe ich nicht wie hier vorgeschlagen stumpf aufeinadergeklebt sondern mit Klebelaschen aud Schreibmaschinenpapier.

    Rechts sieht man die Drehantennen. Diese habe ich in eine Foldbackklammer geklemmt und mit Senkenkleber gefestigt. Das gilt auch für das Gestänge und die Reling.

  • Die Bewaffnung bekamen alle Rohre aus Draht.


    Es gibt beim cfm noch wesentlich ausgefeiltere Flaks. Aber diese Friemelarbeit wollte ich mir nicht antun. Ich denke, die auf dem Bogen angebotenen Versionen der Bewaffnung sind ein guter Kompromiss zwischen ausgefeilt und sehr einfach.


  • Nachdem alles Bauteile verbraucht waren, kam die Takelage an die Reihe. Ich habe an den Punkten, an denen die Takelage endetet, das gilt auch für die Drahtantennen, kleine Kartonteile aus Aufnehmer für das Garn angebracht. Das Garn selber habe ich mit Sekendenkleber verstärkt.