Kontroll-/Anleitungsbau Messboot OSTE A52 - AGfB #4

  • Moin,


    Vor nunmehr fast 1 1/2 Jahren kam Ich mit Wilfried ins Gespräch und ehe Ich mich versah, hatte Ich die Dateien der OSTE auf dem Rechner und mir fest vorgenommen, daraus einen veröffentlichungsreifen Modellbogen zu machen. Klar, man konnte auch aus der Rohversion schon ein schönes Modell zaubern, aber wie Jochen sicherlich bestätigen kann, gab es da noch einige Tücken und Lücken. Eigentlich wollte Ich schon viel früher fertig sein, aber ihr wisst ja wie das ist (und das Ich dann die Aufgabe gekriegt habe den Passat Webshop zu überarbeiten hat auch nicht geholfen...). Aber jetzt ist der Bogen endlich soweit fertig, das Ich den finalen Kontroll-/Anleitungsbaubericht starten kann.


    Neben der Überarbeitung einiger Teile, des Layouts und der Nummerierung, habe Ich mich auch um einen Ätzsatz gekümmert. Der wird u.a. Reling, Leitern und natürlich jede Menge Antennen enthalten. Da das mein erster richtiger Ätzteilsatz ist (Die Scheibenwischer für die STOLPMÜNDE waren von der Komplexität ja doch sehr überschaubar), habe Ich mich dazu entschieden eine Probe ätzen zu lassen. Ist zwar teuer, aber Ich wollte ohnehin noch für andere Modelle ein paar Teile ätzen lassen... Leider wird das Blech wohl erst im Dezember fertig und folglich kann die fertige Platine wohl frühestens im März 22 erscheinen. Es kann also sein, das die OSTE doch etwas später kommt, oder aber erstmal ohne Ätzteile erscheint.

    Wenn die OSTE erscheinen wird, wird sie hier erhältlich sein: https://passat-verlag.de/messboot-a52-oste.html

    Das Vorbild (aus der Produktseite kopiert):

    Ursprünglich 1942 als Hochseeschlepper PUDDERFJORD in Norwegen gebaut, ging der Schlepper nach Ende des 2. Weltkriegs als Kriegsbeute an die US-Navy. Diese übergab den Schlepper 1957 an die noch junge Bundesmarine, die das Schiff in OSTE umbenannte. Die ersten 10 Jahre diente das Schiff beim 1. Minensuchgeschwader als Tender, bis sie 1967 zum Messboot umgebaut wurde. Hier erhielt die OSTE auch Ihren markanten Radom, der Ihr den etwas anzüglichen Spitznamen "Ostseetitte" gab. Sie diente fortan als Aufklärer.
    1975-76 erfolgte ein weiterer Umbau, bei der das Radom, der Mast sowie der Brückenaufbau grundlegend umgebaut wurden.
    1987 wurde die OSTE schließlich ausgemustert und nachdem ein Plan sie zu einem Restaurant umzubauen gescheitert war, drei Jahre später in Cuxhaven abgewrackt.


    Am 30.06.1988 wurde Ihre gleichnamige Nachfolgerin als erstes Schiff der Oste-Klasse (Klasse 423) in Dienst gestellt.


    Da die Messtechnik regelmäßig überarbeitet wurde, ging es vor fast jeder Einsatzfahrt, die in der Regel 3 Wochen dauerte, ins Marinearsenal Kiel. Deshalb zeigt nahezu jedes Foto einen leicht anderen Ausrüstungszustand. Unser Modell orientiert sich an der Zeit von 1967-1975.

    Das Modell:

    Die Teile habe Ich noch nicht gezählt, aber es werden 4-5 Bögen DIN A4.

    Der erste Bogen enthält nur Spanten und Decks und muss komplett verdoppelt werden. Da es einige Überhänge gibt, gibt es hier auch einen einfachen Rückseitendruck. Es ist natürlich auch möglich, den Bogen gleich auf entsprechend dickem Karton auszudrucken. Das hat dann den großen Vorteil, das Ihr Euch damit das manuelle verdoppeln spart. Der Karton sollte dafür mindestens 250g/m², besser 300-320g/m² haben.

    Dann folgen 3 Bögen mit den restlichen Teilen.

    Bogen 5 ist rein optional und enthält eine Kopie vom Brückenaufbau und dem Radom; das sind mMn die beiden schwierigsten Baugruppen, weil sie sehr genaues Arbeiten erfordern um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Vom Oberteil des Radoms gibt es hier auch eine alternative Version ohne Schnittlinien. Die sind zwar ohnehin nur sehr dezent gehalten, aber falls sie Euch trotzdem noch stören...


    Wie in der Beschreibung schon erwähnt, wurde die OSTE oft umgerüstet. Für den Mast und einige Relingsteile* gibt es daher Alternativteile.

    (*Die sind allerdings, wie bei AGfB Modellen üblich, NUR im Ätzteilsatz enthalten.)


    Das Modell der OSTE wird ca. 20 x 4 x 7 cm groß.



    Da das ganze hier auch als Anleitungsbau fungieren soll, werde Ich versuchen etwas organisierter und ausführlicher zu beschreiben, was zu tun ist. Sollte etwas nicht klar sein, grätscht gerne rein, dann versuche Ich das noch besser auszuführen.

    Ich mache die Fotos auch mit einer besseren Kamera, allerdings brauche Ich da immernoch Einarbeitungszeit... Kann also sein das die nicht immer perfekt sind, aber es sollte hoffentlich immer alles wichtige erkennbar sein. Für die beiden letzten Abbildungen hier habe Ich mal Fokusstacking ausprobiert. Das sieht auf jeden Fall besser aus als ohne (vgl. Abb. 2-3), werde Ich also beibehalten.

    Schritt 1 - Spantengerüst (Bauteile 1-19; Bogen 1-2):

    Da das Spantengerüst fast nur aus weißen/hellgrauen Teilen besteht, habe Ich mich entschieden die ersten Fotos auf meiner Schneidematte zu machen.


    Abb. 1: Bauteile für Schritt 1


    Da sich das Spantengerüst auf Bogen 1 befindet, der verdoppelt werden soll, sind die Türen und Klebelaschen für die Spanten #3 und #5 auf Bogen 2.

    Auf der Grundplatte befindet sich auch noch ein Referenzmaß. Das sollte vor dem Baubeginn unbedingt überprüft werden. (Ich habe meinen Bogen in Mannheim drucken lassen und das passt natürlich perfekt :thumbup:)


    Zum Zusammenbau entweder der Nummerierung folgen, oder Abschnittsweise vorgehen. Funktioniert beides sehr gut.


    Abb. 2-3: Spantengerüst vom Heck und Bug

    Schritt 2 - Decks (Bauteile 20-22; Bogen 1):

    Abb. 4: Bauteile für Schritt 2


    Da das Hauptdeck im Bugbereich übersteht, dient #20 später als Anlagestelle für die Bordwand. Der obere Rand von Spant #3 sollte mit der Fläche von #22 abschließen.

    Auf allen drei Teilen befindet sich eine kleine Markierung, die die Mitte kennzeichnet um sie an den Längsspanten #2 bzw #6 auszurichten.


    Im fertigen Bogen ist auf #20 auch noch eine schwarze Fläche, falls jemand die Löcher für die Ankerketten aussticheln möchte.


    Ich habe mich dazu entschlossen das ganze noch etwas zu beschweren, das ist aber eigentlich unnötig, das Spantengerüst ist stabil genug.


    Abb. 5: Vor dem Einbau von #22.


    Abb. 6: Der Bug von unten


    Abb. 7-8: Das fertige Spantengerüst


    So, das ist mein aktueller Stand, nächstes mal geht es dann auch schon mit der Bordwand weiter :)


    mfg

    Johannes

  • Moin Johannes;


    im Thread von Jochen gibt es ein Bild von der Dame, wo sie noch als Schlepper gefahren ist.


    Messboot Kl. 753 Oste 1:250 Konstruktion: Wilfried Wieczorek - Bauberichte - Kartonbau.de - Alles rund um Papiermodelle, Kartonmodellbau und Bastelbogen

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Moin Johannes,

    da bin ich gespannt, wo bei Deiner Oste Schwierigkeiten auftreten. Ich hatte gewisse Probleme bei der Frontwand der Brücke und bei der T.tt.. Da ging das um Leimnähte und ich mußte "schummeln" (deswegen bin ich als Kontrollbauer ungeeignet, weil ich immer eine eigene Lösung finde). Trotzdem ein tolles Modell von Wilfried.

    Gruß

    Ralph

  • Moin Ralph,

    Sowohl das Brückenhaus, als auch das Radom habe Ich nochmal überarbeitet, sodass die beiden jetzt deutlich einfacher/besser zu bauen sein sollten.

    Und Ich stimme dir zu: Es gab zwar die ein oder andere Macke, aber insgesamt ist es ein tolles Modell, woran das spannende/ungewöhnliche Vorbild natürlich auch nicht ganz unschuldig ist. Und die meisten der Macken habe Ich hoffentlich erwischt ;)



    Moin,


    Zunächst einmal vielen Dank für das große Interesse! Hoffentlich seid Ihr dann auch noch so interessiert, wenn es ans kaufen geht :D


    Heute war ja wieder digitaler Stammtisch und da habe Ich die vorbereiteten Bordwände verbaut.


    Schritt 3 - Bordwände (Bauteile 23-24; Bogen 2):

    Abb. 9: Bauteile für Schritt 3


    Wie man sieht, habe Ich mich dazu entschlossen die Fenster/Bullaugen zu verglasen. Ich benutze dafür schwarze Farbfilterfolie, die ein einfärben vom Spantengerüst überflüssig macht. Nachahmer sollten sich allerdings bewusst sein, das ausgeschnittene Fenster den Bau des Brückenaufbaus etwas fummeliger machen.


    Drei Dinge sind für einen guten Rumpf wichtig:

    • Der Rumpf und das Spantengerüst müssen möglichst sauber ausgeschnitten und das Spantengerüst genau verklebt sein.
    • Die Bordwände müsssen möglichst gut vorgeformt werden. Beim vorformen sollte darauf geachtet werden, das der Bug unten Spitz zusammenläuft und oben eher Rund.
    • Geduld!

    Im Bugbereich wird das Hauptdeck etwas breiter und die Bordwand dafür etwas schmaler. Das ist der Ansatzpunkt für die Bordwände.


    Sofern die Tipps befolgt werden, sollte der Bug so:


    Abb. 10-11: Der Bug


    Beim Heck ist es leider nicht ganz so schön einfach, aber mit viel Geduld und vorformen, sollte auch das Heck ansehnlich werden. Die Bordwände müssen hier allerdings unter Umständen etwas eingekürzt werden:


    Abb. 12: Das Heck


    Nachdem die Bordwände montiert sind, sollten die Scheuerleisten #23a/24a verdoppelt und angebracht werden. Die Ankerklüsen werden nicht verdoppelt.


    Abb. 13: Der geschlossene Rumpf.

    Schritt 4 - Schanzkleid am Heck (Bauteil 25; Bogen 2):

    Abb. 14: Bauteile für Schritt 4


    Erst das Teil #25 an einem Ende festkleben und dann Stück für Stück festkleben. Das Schanzkleid in die richtige Form bringen und danach die Schanzkleidstützen montieren. Dabei sollten die vier etwas kleineren Stützen #25b in der Mitte angebracht werden um die Balkenbucht auszugleichen. Zum Schluss noch den Schandeckel #25c anbringen.


    Abb. 15-17: Das Heck mit Schanzkleid


    Nächstes mal kommt dann das Schanzkleid am Bug dran und danach auch schon meine Lieblingsbaugruppe: Der Brückenaufbau.


    mfg

    Johannes

  • Moin Johannes;


    wenn ja dann ja, ich warte auf das Modell.


    Denn dann kann ich meinen Werftkai vervollständigen.

    Die Dame wurde nicht nur 1 Mal für einen Stapellauf an den Schlepphacken genommen und verholt.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • Ich muss kurz Füllfunk absetzten:


    Vor solchen Unternehmungen, aus einer vorhandenen Konstruktion einen Kontrollbau- und vor allem eine Bauanleitung zu erarbeiten, kann ich nur den Hut ziehen! Ich finde es richtig klasse, dass die schöne Modellkonstruktion nicht auf einem Datenträger liegenbleibt sondern den Fans zum Nachbau zur Verfügung gestellt wird. Hier im Forum lässt sich ja oft verfolgen wie die Könner selber Modelle entwerfen und aus verständlichen Gründen (Bauanleitung und Probebau etc.) für sich behalten. Allein eine Bauanleitung ist sehr viel Arbeit die nicht zu unterschätzen ist. Also: Nochmal Anerkennung und Dank für die viele Arbeit!


    Klaus

    »Das muss das Boot ab können!»

  • Moin Klaus,


    Eigentlich können wir froh sein, das es doch so viele Konstrukteure gibt, die so viele Ihrer Modelle aufbereiten und veröffentlichen, denn das ist wirklich nicht ganz ohne. Hatte Ich auch ein wenig unterschätzt, aber mir gefällt das Modell und Ich bereue nichts ;)


    Ich schreibe meine Bauzeiten ja immer mit, darum kann Ich sogar recht genau sagen, wie viel Arbeit es bislang war. Wobei Ich auch noch nicht allzuviel Erfahrung hatte, weswegen natürlich alles ein bisschen länger gedauert hat:

    Für das Zeichnen, die bisherigen Probebauten und die Ätzteile habe Ich rund 120 Stunden investiert. Die Anleitung zu erstellen ist hingegen "relativ einfach", da die einfach auf diesem BB basieren wird. Da meine BB ja ohnehin meist schon etwas ausführlicher ausfallen, ist das nicht viel aufwändiger als ein normaler BB von mir. Eine 3D-, oder klassische Textbauanleitung wären sicherlich deutlich mehr Arbeit.

    Nur die schöneren Fotos sind - hauptsächlich aus Platzgründen - wirklich ziemlich aufwändig:

    (falls nötig) Teile anordnen, Stativ aufbauen, Kamera einspannen, Fotos machen (~5-15 pro Motiv, vor jedem Foto leicht den Fokus anpassen) Kamera vom Stativ nehmen (Ich brauch ein längeres Kabel...), Stativ und Fotoobjekt wegräumen (steht sonst alles vor der Tastatur), Kamera mit dem PC verbinden und Fotos rüberkopieren, die Fotos durch einen Fokusstacker jagen (damit nicht nur ~2cm vom Modell scharf sind), die besten Fotos auswählen und passend zurechtschneiden, Fotos mit IrfanView auf eine Uploadfreundlichere Größe bringen und passend benennen. Umpf :wacko:


    Wie lange Wilfried vorher schon für die Konstruktion gebraucht hat, vermag Ich nicht zu sagen.


    mfg

    Johannes

  • Moin Johannes;


    was meinst Du, was bei mir an Ideen und mehr rumfliegt. Manchmal kommen die Ideen ganz sporadisch und auch mal sehr schnell.

    Um aus der Idee eine Realität werden zu lassen muss man das öffentliche WWW abklopfen. Danach geht es mit der eigenen Rezeptur weiter Dadurch ergibt sich was und man kann abschätzen, ob baubar oder nicht.


    So oder so ähnlich mache ich es. Danach kommt die ganze Konstruktionsarbeit. Das Feuer für den Bogen und auch das haben wollen erwacht schon bei der Recherche.

    Manchmal hat man alles im eigenen Fundus und wird schnell fündig aber es kann auch ganz anders kommen und es hilft Kollege Zufall oder Tip.


    Es gibt so manches auf den Ozeanen, wo es sich lohnt mal näher zu suchen und man wird auch fündig.

    Ob es die neuen Mehrzweckschiffe für den Bund sind, oder jetzt die Umbauten der beiden Versorger zu Hochseebergungsschleppen bei German Naval Yards Kiel.

    es sind 2 Siem Schiffe deren Umbau über mehrere Monate geht.


    Oh Mann, Jahresende ist ja noch nicht um vielleicht einmal einen Blick schweifen zu lassen.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

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    Helgen 1a einen AHTS in Arbeit.
    Helgen 2 einen 1599 BRT Mehrzweckfrachter in Arbeit, wird auf Wunsch der Reederei umgebaut

  • im Thread von Jochen gibt es ein Bild von der Dame, wo sie noch als Schlepper gefahren ist.


    Messboot Kl. 753 Oste 1:250 Konstruktion: Wilfried Wieczorek - Bauberichte - Kartonbau.de - Alles rund um Papiermodelle, Kartonmodellbau und Bastelbogen

    Nein, es gibt keine Bilder aus der Zeit und nach der Zeit als die OSTE als Schlepper gefahren ist; das Bild zeigt die OSTE als Tender. Sie wurde am 21. Januar 1957 als Tender der Klasse 419 für das 1. Minensuchgeschwader in Dienst gestellt und ab 14. Mai 1964 dem 3. Minensuchgeschwader unterstellt.

    Gruß kartonskipper

  • Moin Wilfried;


    hab Dank für die Verbesserung.

    Viele Grüße vom Rande der dänischen Südsee

    Arne



    als Langläufer:

    Helgen 1 einen 299 BRT Kümo kurz vor dem Stapellauf, vom Reeder zurückgestellt
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